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Jetzt machen sie auch noch die Oper kaputt drucken

Lesezeit: 3:30

Die Neubesetzung der Staatsoper durch einen Ex-Pop-Journalisten, Ex-Ö3-Chef und Plattenmanager ohne jede Bühnenerfahrung nur auf Grund eines papierenen „Konzepts“ zeigt eine bestürzende Entwicklung: Nun machen sie auch noch den fast letzten Bereich in diesem Land kaputt, der noch hervorragend funktioniert, auf den man stolz sein konnte, wo insbesondere unter den letzten beiden Direktoren fast immer Spitzenleistungen geboten worden sind. „Kultur“-Minister Drozda setzt mit dieser Entscheidung das kulturelle Zerstörungswerk seiner Partei kongenial fort.

Er geniert sich nicht einmal, offen anzudrohen, dass die Staatsoper "neu positioniert" werden soll. Während sie derzeit alle Weltstars der Musik nach Wien bringt, soll sich die neue Opernführung auf "Ensemblepflege" reduzieren. Danke, alles klar, Herr Minister. Der Mann begreift halt nicht, dass Konzepte, die in der Armut der 40er und 50er Jahre sinnvoll waren, im 21. Jahrhundert nicht mehr funktionieren können - oder genauer gesagt: Sie funktionieren insofern, dass sie die Oper halt auch auf das Niveau von Bochum herunterbringen. Noch furchterregender ist die Ankündigung des künftigen Operndirektors, mehr "zeitgenössische Opernwerke" auf die Bühne zu bringen.

Bei allen Intrigen, die traditionell den wichtigsten Kulturtempel des Landes beherrscht haben, ist das eindeutig die skandalöseste Besetzung in der gesamten Geschichte der Oper. Sie ist nur ideologisch zu erklären – und durch die Ahnungslosigkeit von der musikalischen Hochkultur in einer Partei, deren Kulturbegriff irgendwo zwischen Donauinselfest und Antifa-Regietheater versandet ist.

Ach ja: Auch totales Missmanagement gehört zu den kulturellen Leistungen der SPÖ. Man denke nur an die schier ununterbrochenen Finanzskandale insbesondere im Burgtheater, wo die persönliche Verantwortung von Herrn Drozda bis heute nicht aufgeklärt ist, der ja dort bis 2008 als kaufmännischer(!!) Geschäftsführer hauptverantwortlich gewesen ist. Nachdem er vorher eine reine SPÖ-Karriere zwischen Parteiverlag und Vranitzky-Büro aufzuweisen hatte.

Eigentlich hätte man spätestens daraus lernen müssen, dass gerade die Leitung eines großen Theaters vorher gelernt sein muss. Und dass man in ein Spitzenhaus um Himmels willen nicht einen kompletten Anfänger dran lassen darf, der weniger inneren Bezug zur Oper hat als die meisten Stehplatzbesucher. Jeder Sänger, jeder Musiker, jeder Dirigent hat viele Jahre seinen Beruf lernen müssen, bevor er reif für die Staatsoper war, nur der Direktor muss das nach Auffassung der SPÖ offenbar nicht. Der muss nur ideologisch immer richtig gepolt gewesen sein.

Die einzige angebliche Qualifikation des neuen Opernchefs aus dem Ö3-Milieu ist eine Dissertation über Adorno. Das war ein extrem linker Kulturphilosoph, der in der 68er Bewegung sehr beliebt war (und, ach ja, einen innigen Briefwechsel mit einer österreichischen Schauspielerin hatte).

Die Zerstörung der Staatsoper reiht sich jetzt nahtlos an den steilen Abstieg des Sprechtheaters, fast des gesamten österreichischen Verlagswesens und des in den letzten Jahrzehnten zu Tode reformierten Bildungssystems. Um vom deplorablen Zustand des ORF gar nicht zu reden. Damit sind jetzt bald alle Fundamente vernichtet, deretwegen Österreich sich einst zu Recht als Kulturnation bezeichnet hat. Jetzt bleiben nur noch Musikverein und Salzburger Festspiele. Das werden sie auch bald schaffen ...

PS: Zumindest im sozialdemokratischen Unterbewusstsein spielt vermutlich der Hass auf die musikalische Hochkultur wohl auch eine Rolle beim Beschluss von Rotgrün, neben das Konzerthaus ein riesiges und hässliches Spekulations-Hochhauses hinzuknallen (aber vielleicht steckt dahinter auch nur der linke Hass auf die zutiefst bürgerliche Baukultur in diesem Ringstraßen-, Jugendstil und Biedermeier-Viertel…).

PPS: Die paar jetzt auftretenden Verteidiger der Entscheidung (sie haben ideologische Motive oder sind geschäftlich vom künftigen Operndirektor abhängig) argumentieren damit, dass der neue Mann doch immerhin Plattenmanager ist, wo er viel mit klassischer Musik zu tun hat. Ja eh. Auch Trafikanten und Druckereien haben tagtäglich unglaublich viel mit Zeitungen zu tun. Deswegen anvertraut man ihnen dennoch keine Redaktion (auch wenn man bei manchen Zeitungen fast diesen Eindruck hat).

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  1. Ausgezeichneter KommentatorEl Capitan
    20x Ausgezeichneter Kommentar
    21. Dezember 2016 11:36

    Ich sag's nicht gern, aber das war zu erwarten gewesen.
    Die Unis (mit ganz wenigen Ausnahmen) sind zu Volkshochschulen verkommen, unsere Gymnasien sind unter das Hauptschulniveau der Sechzigerjahre gesunken, jetzt fehlte nur noch die Hochkultur, der man das Kreuz brechen musste.

    Mit Bangen sehe ich auf die Medizin und die Montanuni Leoben. Das sind unsere letzten wissenschaftlichen Spitzenbereiche. Wie lange halten die noch stand?

    Was Wiesengrund-Adorno betrifft, so war das nicht bloß ein linker "Philosoph". Es war ein begnadeter Wortwolkenproduzent. Was der an inhaltsleeren semantischen Feuerwerken abgehen ließ, war fast schon genial.

  2. Ausgezeichneter KommentatorBrigitte Imb
    17x Ausgezeichneter Kommentar
    21. Dezember 2016 11:30

    Oper? Gibt es in muslimischen Ländern Opernhäuser?

    Na eben.

  3. Ausgezeichneter KommentatorHerby
    17x Ausgezeichneter Kommentar
    21. Dezember 2016 11:28

    Warum hat man Dominique Meyer nicht weiter machen lassen?

    Der war doch ziemlich okay - und auch noch sehr international und weltoffen.

    Was sprach gegen Dominique Meyer?

    Und warum ist Herr Rosic um so vieles besser als der erfahrene Dominique Meyer?

    Gibt es schon e. Wortmeldung von der ÖVP dazu? Die muss in der Koalitionsregierung ja auch zustimmen. Im Ministerrat gibt es das Einstimmigkeitsprinip.

  4. Ausgezeichneter KommentatorAusgebeuteter
    14x Ausgezeichneter Kommentar
    21. Dezember 2016 12:50

    In der heutigen Ausgabe der Tageszeitung DIE PRESSE mokiert sich Christian Kircher, Geschäftsführer der österreichischen Bundestheater in einer Replik zum kürzlichen Kommentar des Musikwissenschaftlers Wilhlem Szinkovicz und bezeichnet die kritischen Bemerkungen des Kulturjounalisten zur geplanten Postenvergabe sowie die generelle Kulturpolitik der Bundestheaterverwaltung als reine Spekulation, welche schecht recherchiert wurde. Szinkovicz hat geahnt und kritisch hinterfragt, wie die Bestellung vor sich gehen wird und so ist sie nun auch eingetreten.
    Herr Dr. Szinkovicz bitte vor den Vorhang und für Mag. Kircher: Daumen hinunter!

  5. Ausgezeichneter KommentatorBob
    14x Ausgezeichneter Kommentar
    21. Dezember 2016 11:31

    Was zum ruinieren ist wird von den rotzgrünen noch schnell erledigt. Wird jetzt in der Oper wie im Burgtheater in Nazimäntel und Hakenkreuzbinde vor schwarzer Kulisse gespielt. Ich wünsche viel Vergnügen!

  6. Ausgezeichneter Kommentatorotti
    13x Ausgezeichneter Kommentar
    21. Dezember 2016 19:11

    tja, meine lieben blogfreunde:

    D A S nennt man strategische personalbesetzung.

    ob im orf, in den medien, bei der staatsanwaltschaft, beim wifo, bei den rektoren, bei....wo immer wir hinschauen !

    nur die "bürgerlichen" sind zu deppert dazu. oder zu vornehm. oder zu was net wos!

    o.t. eines eingefleischten sozialisten nach 3/4 wein: "wir hassen euch, gestern-heute-und morgen und für alle zeit - ihr scheiß bürgerlichen !"

  7. Ausgezeichneter KommentatorJohn Baxter Smith
    13x Ausgezeichneter Kommentar
    21. Dezember 2016 11:31

    Pop- und Rockmusik in der Wiener Staatsoper? Mit Christina Stürmer und Conchita Wurst?

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorTomP
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    21. Dezember 2016 12:32

    ich bin ja nicht vom Fach, aber ist das üblich, dass der Nachfolger für 2020 JETZT schon bestellt wird. Da liegen ja immerhin mind. drei ganze Jahre (mit mind. einer NR-Wahl) dazwischen, in denen man den aktuellen Direktor werken lässt (und mit seiner Arbeit anscheinend nicht zufrieden ist, da eine Vertragsverlängerung laut Minister nicht in Frage kommt).

    Da kann man ja auch gleich die Nachfolger und deren Nachfolger anderer Institutionen wie Gerichtshof, ORF etc für die nächsten 20 Jahre festlegen. Hmm, warum eigentlich nicht!!

  2. Ausgezeichneter KommentatorSolon II
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    23. Dezember 2016 21:30

    Früher hätte man das was jetzt "entschieden" wurde unter den Begriff Sippenhaftung subsumiert. Weil, Drozda der "neue Intendant" und seine Schwester Dodo (derzeit ORF, Formatentwicklung) sind ein Klüngel aus der Vranitzky Zeit. Wie Herr Minister sagte "bestens vernetzt" aber ohne Fähigkeiten?
    Mein Gott,was muss noch passieren um den Menschen in Österreich klar zu machen, dass nicht nur Skisport sondern auch Kultur nur bestehen kann mit Spitzenleistungen.
    Aber seit Jahren redet man uns ein, dass Leistung in den Schulen "pfui" ist, weil dort ein Wettbewerb stattfinden könnte - und den sollte man tunlichst vermeiden, oder so....

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  1. Anmerkung (kein Partner)
    24. Dezember 2016 05:45

    Wer wird denn 2020 in der Staatsoper einen Musikfachmann brauchen?

    Womöglich verfügt Herr Roscic neben den kaufmännischen Kenntnissen, die er in seinem Beruf erworben hat, auch über ein gutes bautechnisches Wissen, das sich in ihm durch eifrige Besuche von Baumärkten in der Freizeit angesammelt hat. Nur weil jemand im Schallplattengewerbe tätig ist, heißt das noch lange nicht, dass er bloß etwas von bewegter Luft verstünde und keinen Bezug zu den robusteren Dingen des Alltags wie eben auch Baumaterialien hätte. Vielleicht ist ja sogar die Statik ein geheimes Hobby von ihm.

    Alles Dinge, für die man nach einem Anschlag auf das Terrorziel Nr. 1 in Österreich bestens Verwendung haben wird.

  2. Prinz Eugen von Savoyen (kein Partner)
    23. Dezember 2016 22:49

    Muss man immer gleich das Schlimmste annehmen, böse Absicht? Die haben gesagt, R ist dran, und ein altes Telefonbuch aufgeschlagen. Anders ist ja auch die Elfi nicht zu ihrem Nobelpreis gekommen. Obama erhielt für 100 Tage Teleprompter-Ablesen den Nobelpreis, wenn einer bei den Stadtwerken sein Leben lang Gaszähler abliest, bekommt er nix. Lasst auch einmal die Kleinen zu Amt und Würden kommen.

  3. Solon II (kein Partner)
    23. Dezember 2016 21:30

    Früher hätte man das was jetzt "entschieden" wurde unter den Begriff Sippenhaftung subsumiert. Weil, Drozda der "neue Intendant" und seine Schwester Dodo (derzeit ORF, Formatentwicklung) sind ein Klüngel aus der Vranitzky Zeit. Wie Herr Minister sagte "bestens vernetzt" aber ohne Fähigkeiten?
    Mein Gott,was muss noch passieren um den Menschen in Österreich klar zu machen, dass nicht nur Skisport sondern auch Kultur nur bestehen kann mit Spitzenleistungen.
    Aber seit Jahren redet man uns ein, dass Leistung in den Schulen "pfui" ist, weil dort ein Wettbewerb stattfinden könnte - und den sollte man tunlichst vermeiden, oder so....

  4. bürgerIn (kein Partner)
    23. Dezember 2016 17:30

    es bestätigt sich: es geht nix über eine g'scheite seilschaft! die "rot-bis-in-den-tod"-fraktion hat halt wieder zugeschlagen. alle objektivierungskriterien sind schlicht sedierung fürs stimmvieh. so einfach geht macht.

  5. Diederich Heßling (kein Partner)
    23. Dezember 2016 16:29

    Und wenn sie endlich alles kaputt haben dann hat Österreich eine Kultur wie die Ureinwohner von Afrika und Australien...
    Warum ist den nicht ein Bereicherer der neue Spitzenmann??? Oder eine Männin...???

  6. Nietzsche (kein Partner)
    23. Dezember 2016 11:32

    Na, jetzt wird's wohl bald aus sein mit Wagner-Aufführungen.

  7. Segestes (kein Partner)
    23. Dezember 2016 11:28

    Kann mit der unverständlichen Opern-Schreierei genauso wenig anfangen wie mit Gabalier oder oder Justin Bieber. Von mir aus könnens auch den Lugner zum Direktor der Staatsoper ernennen, davon geht die Welt nicht unter. Ohnehin gibt es dieser Tage weitaus wichtigere Dinge.

  8. Ambra
    22. Dezember 2016 23:07

    Lieber Herr Doktor Unterberger,
    Bin mit allem einverstanden, aber mit einer Ausnahme: ein erstklassiges Opernhaus benötigt die großen Sänger (nicht immer sind heutzutage die Stars auch die wirklich großen Künstler, daher drücke ich mich so aus), aber genauso ein hervorragendes Ensemble. Josef Krips sagte einmal, daß "eine Vorstellung, in der ein oder zwei große Sänger sind, der Rest aber Durchschnitt, niemals eine wirklich gute Vorstellung werden kann" und er hatte völlig recht damit. Das berühmte und niemals mehr erreichte Mozart-Ensemble nach dem Krieg war aus der Situation entstanden, das ist richtig. Aber bis heute sind die besten Vorstellungen jene, die ausgewogen hochkarätig besetzt sind und dazu braucht man auch das Ensemble im eigenen Haus. Abgesehen davon, daß die Ensemble-Bildung auch die Chance gibt, junge Talente zu fördern und in Ruhe wachsen zu lassen.
    Mit einem Wort: man braucht beides : die Gast-Stars und das eigene erstklassige Ensemble.

  9. Undine
    22. Dezember 2016 18:34

    Welche österr. Institution ist noch nicht ROT-GRÜN gefärbt---mir fällt keine ein. Und nun werden Posten sogar auf Vorrat tiefrot/grün eingefärbt. Man hat bei dieser Besetzung bereits einer etwaigen Abwahl der Roten aus der Regierung zuvorkommen wollen.

    Ich befürchte, daß man Schritt für Schritt von den klassischen Opern abgehen wird. Wen jedoch hofft man, mit "neuen Opern" in die Staatsoper zu bringen? Die "Bildungsfernen" wird man nicht einmal mit der Conchita Wurst in die ehedem heiligen Hallen locken können. Und die MUSELMANISCHEN NEO-ÖSTERREICHER sind der Musik, wie wir sie lieben (zumindest Teile von uns), dank ihres verklemmten Propheten, überhaupt abhold. Und wir, geübt in vorauseilendem Gehorsam, um sie nicht zu reizen, werden tun, was die moslemischen Besatzer wünschen.

    In ein paar Jahren werden unsere Musiktempel ohnedies geschlossen werden. Wir können es unseren moslemischen Besatzern ja nicht antun, daß gegen Allahs Willen die Musik der Ungläubigen weiterhin gespielt wird.

  10. Dominique (kein Partner)
    22. Dezember 2016 11:35

    Unter Meyer sind zum Beispiel Welser Möst und Bertrand de Billy weggegangen. Das sollte vielleicht mal thematisiert werden.
    Meyer hört 2020 auf und es ist jetzt schon recht knapp im Kulturbetrieb einen Nachfolger zu besetzen, da Künstler & Dirigenten zwischen 3 und 5 Jahren vorausplanen.
    Ich halte Roscic für eine ausgezeichnete Wahl. Ob der jetzt von dem Sozi Drozda eingestellt wurde oder nicht ist mir persönlich egal.
    Roscic hat Managementerfahrung und ausgezeichneten Kontakt zu den besten Künstlern durch seine Arbeit bei Sony Music Classical in New York. Mehr hatte ein Holender auch nicht zu bieten.
    Roscic wird das sehr gut machen, Leben & neues Publikum in die verstaubte Oper bringen.

    • Pennpatrik
      22. Dezember 2016 17:37

      Verstaubt?
      Argumente?
      Autos haben seit 100 Jahren 4 Räder. Verstaubt?

    • Ambra
      22. Dezember 2016 22:45

      Dominique: da muß ich widersprechen. Holender arbeitete als Sänger-Manager intensiv mit den Opernhäusern weltweit zusammen und da bekommt man sehr viel von diesem Metier und seinen Anforderungen mit. Abgesehen davon versteht Holender wirklich SEHR viel von Stimmen, auch wesentlich mehr als Meyer übrigens.
      Also da kommt der neue Mann sicher nicht im entferntesten heran. Und wie soll jemand Ensemble-Arbeit forcieren, der nichts von Stimmen versteht ?

    • Prinz Eugen von Savoyen (kein Partner)
      24. Dezember 2016 14:48

      Verstaubt? Wie Beethoven oder Bach, der ist ja noch verstaubter. Etwas Besseres (Neues natürlich) erkennt der Prolet an der höheren Versionsnummer. Proleten, also Leute ohne Manieren, wohne heute in den Innenstädten.

  11. Gandalf
    21. Dezember 2016 23:43

    Die Neubesetzung der Operndirektion ist symptomatisch für die gesamte Entwicklung unserer Gesellschaft. Wichtig ist nicht mehr, was einer gelernt hat (eine Dissertation über Adorno kann man doch nur als schwachen Scherz ansehen), sondern dass er ein treuer Parteigänger der Sozialisten ist. Und ob der Bewerber von dem, was er tun soll, irgendwas versteht, ist auch hier ohne Bedeutung. Also wird es in der Wiener Staatsoper, derzeit (noch) eines der bedeutendsten Opernhäuser der Welt, ab 2020 halt Ö3 spielen - oder die klassischen Schallplatten aus der elektronischen Provinz. Von der inernationalen Weltbühne zu den Wurzeln nach Belgrad: der Weg der Kulturpolitik à la Kern und Drozda; jämmerlich. Andererseits: muss man derzeit nicht ohnehin schon froh sein, wenn für einen x-beliebigen Posten wenigstens nur ein Serbe (sicherheitshalber: "ein eingebürgerter Österreicher mit serbischem Migrationshintergrund") ernannt wird und kein Türke oder Tschetschene?

    • Dominique (kein Partner)
      22. Dezember 2016 11:38

      Jemanden mit der Biographie als nicht geeignet zu betrachten erscheint mir nicht besonders Faktenunterlegt zu sein. Aber das sind wir ja von Gandalf gewohnt.

      2003 wurde er künstlerischer Leiter der Deutschen Grammophon Gesellschaft in Hamburg. 2006 übersiedelte er nach London als Managing Director des renommierten Klassik-Labels Decca, das Weltstars wie Anna Netrebko, Rolando Villazón, Cecilia Bartoli oder Alfred Brendel vertritt.

      Im Jänner 2009 wurde bekannt gegeben, dass Roscic ab April des Jahres zu Sony Music Classical in New York wechseln wird. In der neu geschaffenen Position eines President soll er die Klassik-Sparte des weltweit zweitgrößten Musikkonzerns ausbauen.

    • Ambra
      22. Dezember 2016 22:53

      Dominique: Sie gehören offensichtlich auch zu jenen heutigen "Kulturschaffenden", bei denen es um alles, aber nicht um Musik geht. Die heutige Schallplatten-Industrie hat doch längst vergessen, daß es eigentlich um Musik geht.
      Eigenes Erlebnis: Treffen mit 4 Bossen von renommierten Plattenfirmen, drei großen und einer kleinen : die Herren sprachen 1 Stunde lang - und das Wort MUSIK kam ein einziges Mal vor ..... sie könnten also auch genauso gut Autos oder Waschmaschinen verkaufen. Und darunter leidet eben leider heute die musikalische Qualität und wird dem "Zeitgeist" geopfert.
      Und was die Biographie betrifft: wonach würden Sie eigentlich Posten besetzen, wenn nicht nach dem Werdegang?

    • Prinz Eugen von Savoyen (kein Partner)
      24. Dezember 2016 14:51

      @Ambra

      Die Leute in den Marketingabteilungen sind dieselben wie die journalistische Klasse. Ausser Floskeln haben sie nichts mehr, co2-neutral sind sie alle. Die Produkte kenne sie nicht mehr, nur mehr ihren ausgeleierten Sermon.

  12. Ferdinand Karl
    21. Dezember 2016 22:57

    >>
    Ihrem Ende eilen sie zu,
    die so stark im Bestehen sich wähnen.
    Fast schäm ich mich,
    mit ihnen zu schaffen;
    zur leckenden Lohe
    mich wieder zu wandeln,
    spür ich lockende Lust.
    Sie aufzuzehren,
    die einst mich gezähmt,
    statt mit den Blinden
    blöd zu vergehn,
    und wären es göttlichste Götter!
    Nicht dumm dünkte mich das!
    Bedenken will ich´s:
    wer weiß, was ich tu!

    • M.S.
      22. Dezember 2016 13:25

      @Ferdinand Karl

      Wer weiß, wie lange noch und ob dann überhaupt wir das in der Oper zu hören bekommen, und wenn, dann in einer werkschänderischen Inszenierung! Wagner war ja bekanntlich Antisemit. Wenn man ihn schon nicht ganz aus der Oper verbannen kann, so muß man ihn eben den Opernbesuchern auf diese Weise austreiben.

  13. kritikos
    21. Dezember 2016 22:26

    Ich wollte schon die Frage stellen, wieso hier nur ein eingefärbter Links-Minister allein das Sagen hat und die ÖVP nicht einmal einen Piepser macht. Da habe ich Herby gelesen und schließe mich Pennpatrik und simplizissimus voll an! Wo geht es weiter mit dem Abbruch?

  14. Brigitte Imb
    21. Dezember 2016 22:25

    "Zeitgenössische Opernwerke"

    Wie dürfen wir das verstehen? Wann hat denn wer in der letzten Zeit eine Oper "geschrieben"?
    Wird aus der Staatsoper eine Monsterdisco gemacht, bei der der neue Direktor Arien auflegen läßt, od. dürfen Rapper dann Wagner, Mozart u. Verdi interpretieren mit Hip-hop od. ähnlichem Dreck?

    Naja, sei´s d´rum. Sicher sind wir mit dem "Niewoo" der "Edelsozen" noch nicht auf dem Boden, da sind noch einige Untergeschoße möglich. Tiefer geht immer, wie wir seit längerer zeit beobachten können.

    Also, Staatsoper baba.
    Fahren wir eben nach Verona. (Falls die Italiener die Arena gut bewachen und absichern.....)
    Die leichte Muse wirkt dort wie ein Feuerwerk, das Publikum ist umwerfend und das gesamte Ambiente großartig. (Gutes Wetter vorausgesetzt!)
    Wer es kennt, wird mir nicht widersprechen.

    Einmal habe ich Karten für die erste Reihe geschenkt bekommen, das war ein sensationelles Erlebnis. Wir nahmen irgend einen Eingang, zeigten die Karten......und wurden plötzlich umsorgt als wären wir "Könige".
    Apropos Könige. Anlässlich eines weiteren Besuches dieser einzigartigen Arena, haben wir den Carl Gustav und die Silvia "getroffen". Die durften aber wegen ihrer Leibwächter nicht mit uns auf ein Achterl gehen. ;-) Aber das Königspaar hat uns sehr höflich gegrüßt, nachdem wir es identifiziert hatten.

    Einmal möchte ich mir dort auch die "Gradinata" (Freiplätze) geben, die die Italiener bereits am Nachmittag erklimmen um dort ein ausgiebiges Piknick vor der Aufführung abzuhalten.
    In der Arena di Verona zählt für mich das Flair viel mehr als die Aufführung, daß ich dazu die "leichte Muse" liebe, tut sein Weiteres.

    • Riese35
      22. Dezember 2016 00:05

      Wie wär's mit Preßburg. Vielleicht wird sich das zum Asylquartier für unsere Oper entwickeln.

    • Brigitte Imb
      22. Dezember 2016 10:02

      Kenn ich nicht, aber ist durchaus ein Anreiz.

      Zum 10. Jahrestag des Bloges mieten wir die Preßburger Oper...............(Spart mal alle fest). ;-)

    • Undine
      22. Dezember 2016 21:23

      @Brigitte Imb

      Blendende Idee!!! ;-)

    • Ambra
      22. Dezember 2016 22:57

      Riese 35 : Preßburg/Bratislava kann ich für Opernbesuche nur empfehlen !! Wenn die Befürchtungen in Wien sich bewahrheiten, auf dorthin ! Es ist nur eine Stunde Fahrt, sie haben zwei Opernhäuser: ein schönes altes Haus aus der Monarchie und ein ganz neues, das auch akustisch und optisch sehr gelungen ist. Beide werden vom gleichen Orchester bespielt und haben die gleiche Direktion.

  15. Corto Maltese
    21. Dezember 2016 21:35

    Es gibt viele gelungene Beispiele vom - wie sie so treffend formulierten - Trafikanten zum Redakteur. Wolfgang Riedler wäre zu nennen, der lediglich vom Vater eine Vorprägung hatte, aber das war es dann schon. Hat bisher keinen Fehler gemacht. Wieso sollte es dann nicht möglich sein, dass sich ein Manager der wichtigsten klassischen Tonträger in der Wiener Staatsoper durchsetzt. Hier halten Leute die Hochkultur so hoch, dass man sie mit freiem Auge nicht mehr sehen kann. Lassen Sie doch den Dingen Ihren Lauf und bemühen Sie sich auch einmal unbefangen zu bleiben. Alles wird gut! Und wenn nicht: im Akademietheater darf man über den Otti Schenk so herrlich lachen. War auch einmal Opernregisseur. Zwar kein guter aber zumindest hat er sich nicht wichtiger genommen als das Libretto.

    • Pennpatrik
      21. Dezember 2016 22:38

      Die übliche - ärgerliche - Vorgangsweise.
      Wenn ein Sozialist irgendwohin geschickt wird, sollen wir ihm vorurteilsfrei eine Chance geben.
      Wenn dasselbe mit einem nicht-Sozialisten geschieht, wird erbittert - vor allem auch mit dem Straßenmob - dagegen gekämpft.

      Aus meiner Sicht ist es daher nicht möglich, mit Sozialisten zusammenzuarbeiten. Sie wollen den Klassenkampf. Ich bin ganz begierig darauf, ihnen diesen Wunsch zu erfüllen.

    • Gandalf
      21. Dezember 2016 23:10

      An alle: Do'nt feed the troll!

    • Prinz Eugen von Savoyen (kein Partner)
      24. Dezember 2016 14:53

      Sehr richtig, Gandalf. Ob er nun auwauwau heisst onder sonstwie.

  16. Rau
    21. Dezember 2016 21:12

    Da hätten sie den Alkbottle auch nehmen können

    • Brigitte Imb
      21. Dezember 2016 23:21

      Ich dachte der kann nur Wein lesen, und nicht Noten.

    • Atacama (kein Partner)
      23. Dezember 2016 16:59

      Bin ganz glücklich, dass die SPÖ dem Roscic eine Chance gibt, immerhin hatten es neben ihm auch noch Rainhard Fendrich, Stefan Weber (Drahdiwaberl) und Jazz Gitti in die engere Auswahl geschafft ;-)

  17. elokrat
    21. Dezember 2016 20:51

    Die Zerstörung des bestehenden Sytems wird fortgesetzt, auch im Bereich Kultur.

  18. machmuss verschiebnix
    21. Dezember 2016 19:19

    Wie soll die SPÖ denn auch gute Leute bekommen, wenn einer was
    taugt, ist er schon kein Roter mehr !

  19. otti
    21. Dezember 2016 19:11

    tja, meine lieben blogfreunde:

    D A S nennt man strategische personalbesetzung.

    ob im orf, in den medien, bei der staatsanwaltschaft, beim wifo, bei den rektoren, bei....wo immer wir hinschauen !

    nur die "bürgerlichen" sind zu deppert dazu. oder zu vornehm. oder zu was net wos!

    o.t. eines eingefleischten sozialisten nach 3/4 wein: "wir hassen euch, gestern-heute-und morgen und für alle zeit - ihr scheiß bürgerlichen !"

    • oberösi
      21. Dezember 2016 21:02

      Tja, das Gefühl, zu kurz gekommen zu sein, egal ob geistig, moralisch oder materiell, war immer schon der stärkste Motor des Hasses. Und des Sozialismus.

  20. Gandalf
    21. Dezember 2016 18:04

    Zum PPS: Ja, das ist die logische Weiterentwicklung der Kulturpolitik der Sozialisten in Österreich: Von echten Fachleuten zunächst zur Subura, von der Kultur zum (Kultur)Haus der Begegnung; von Wien über Ö3 nach Belgrad. Vom intellektuellen Generalmusikdirektor Welser-Möst zum Plattenbruder aus Serbien. Weit haben wir es gebracht. Und wann wählt endlich jemand dieses Gesindel ab? Nein, da machen sich alle in die Hosen: "Was da das Ausland sagen würde..."; also: was das Ausland - vor allem, so lang es die Fratzen der Herren Juncker, Schultz (Gott sei Dank eh nicht mehr lang), Hollande und von Frau Merkel trägt, kann ich nur sagen: Die sollen uns ... vormachen, dass sie es besser können. Frau Merkel und der völlig überflüssige, besonders jämmerliche Herr Gauck (bekanntlich das Vorbild des zukünftigen Präsidenten unseres Staates!!!) haben es gerade bewiesen: Personifizierte Hilflosigkeit, gepaart mit unglaublicher Gutmensch-Präpotenz. Zum Kotzen.

  21. oberösi
    21. Dezember 2016 17:50

    Die Oper hat schon viel überstanden im 20. Jahrhundert, sie wird auch den Herrn Roscic überleben. Wien geht schnurstracks den Weg Berlins: queer, schrill, trendig. Die Weihnachtsmänner mit ihren hochrbrisanten Geschenken werden auch noch kommen.

    Nur schön, daß die Bombenzauseln jedes Mal ein Ausweisdokument "vergessen", in Paris bei Charlie Hebdo genauso wie nun offensichtlich in Berlin.

    Ist doch anständig, oder? Wird jeder Staatsanwalt bei der Bemessung des Strafmaßes positiv als Integrationsbemühung bewerten, die ermittelnden Behörden derart bei ihrer Aufgabe zu unterstützen.
    Vorausgesetzt natürlich, sie werden jemals gefasst. Aber vielleicht erledigt dies auch wieder ein bereits bestens integrierter Glaubensbruder, dem dann umgehend das Bundesverdienstkreuz verliehen wird, am besten live von Merkel und Gauck gemeinsam bei Anne Will.

  22. Politicus1
    21. Dezember 2016 15:58

    Zitat des neu ernannten Opernchefs:
    ""die Oper hat an Bedeutung verloren, ist nicht mehr selbstverständlicher Bestandteil unserer Sozialisation".

    Unserer 'Sozialisation'?
    Oder vielleicht eher unseres 'Sozialismus'?

    • Pennpatrik
      21. Dezember 2016 16:46

      Nachdem die Prolos die "Mehreren" sind, ist es ja eigentlich richtig, dass die Oper an Bedeutung verliert.
      Allerdings nur bei uns in Bagdad. Mozart, Roissini, Verdi, Wagner und Puccini werden sich einen Dreck im Grab umdrehen, weil der Kleinstaat Österreich von der Hochkultur Abschied nimmt.
      Das wird weltweit ohne Bedeutung sein.

      Inzwischen ist es so, dass einige Studienrichtungen an der Musikuniversität mit Inländerquoten arbeiten, weil die Ausländer (z.B. Asiaten) bereits mit universitärem Niveau zu den Aufnahmeprüfungen kommen.
      Die wollen nur ein Zeugnis der "Musikstadt Wien".

      Hauptsache, die Gleichbehandlungsbeauftragte ist Rektorin geworden.

      Die Oper braucht Österreich nicht.

    • Undine
      22. Dezember 2016 21:26

      @Beide

      ***********************!

    • Atacama (kein Partner)
      23. Dezember 2016 17:32

      Aufgeschnapptes Gespräch zwischen Dominique Meyer und Bogdan Roscic in der ehemaligen Kaiserloge, während einer Orchesterprobe:

      Dominique Meyer: -''Herrliche Akustik, nicht wahr?''
      Bogdan Roscic: -''Tut mir leid, ich riech' nix!''

      ;-)

  23. Politicus1
    21. Dezember 2016 15:52

    Eigentlich kann es mir wurscht sein.
    Ich gehe schon lange nicht mehr in die Oper.
    Aber ich frage mich, was hat Herr Meyer falsch gemacht? Ich kann mich nicht erinnern, irgendeinen schwerwiegenden Vorwurf gegen seine Arbeit registriert zu haben.

    Da das Bessere der Feind des Guten ist, muss der neue Herr, dessen Namen ich mir noch nicht gemerkt habe, also um einiges besser sein.
    Oder er verfügt halt um bessere Beziehungen, Netzwerke, Mitgliedschaften ...

    Die Drohung mehr zeitgenössisches spielen zu lassen lässt erwarten, dass es konzertante Aufführungen linker Sprechblasen mit kakaphonischer Musik geben wird.
    Und vielleicht auch einen lebensfrohen Opernball gestaltet von Herrn Gerry Keszler.

    PS: Bin ich der einzige, dem die Umbenennung des Wiener Staatsopernballetts in "Staatsballett" stört, weil es an DDR-Begriffe erinnert?

  24. Josef Maierhofer
    21. Dezember 2016 15:06

    Jetzt sind wir bald im sozialistischen Paradies, lauter ideologische (= ... ) 'Weihnachtsgeschenke' an die Wähler, die das gewählt haben.

    Na gut, es kommen ja jetzt ohnehin bald die Minarette in die Stadt, da brauchen wir dann so was überhaupt nicht mehr, nur noch Schwerter für die 'Köpferdramen' a' la Saudi Arabien (laut Bandion Ortner, eh immer nur Freitags und das nicht jeden Freitag), sind aber meist Freiluftveranstaltungen ...

  25. Riese35
    21. Dezember 2016 14:51

    Jetzt ist auch klar, warum unser rot-schwarzes, sozialistisches Österreich kein Interesse an einer besseren Verkehrsverbindung nach Preßburg hat.

  26. Rübezahl
    21. Dezember 2016 14:31

    Bin zutiefst bestürzt!
    Ich betrachte das als sozialistischen Anschlag auf unsere Tradition und das beste Opernhaus der Welt.

  27. HDW
    21. Dezember 2016 13:47

    Warum Adorno statt Habermas, bedeutet nur die Enstehungszeit der Diss. für die 68er Sozietät, sonst nichts!

  28. HDW
    21. Dezember 2016 13:08

    Für den berechigt zornigen, leider auch Russlandkämpfer A.U., hier das Theaterprogramm der Stadt Moskau: www.ticketland.ru/teatry
    Begonnen hat das mMn mit dem CSR Spion Zilk, der Vaclav Havel an der Burg und Kehlmann in der Josefstadt verhindert und dafür die neomarxistische deutsche Provinz gebracht hat. Im Auftrag einer sich damals etablierenden Neokomintern?

    • Riese35
      22. Dezember 2016 00:12

      Danke für den Link. Sehr interessant. Ich glaube, es zieht mich wieder nach Moskau.

  29. Ausgebeuteter
    21. Dezember 2016 12:50

    In der heutigen Ausgabe der Tageszeitung DIE PRESSE mokiert sich Christian Kircher, Geschäftsführer der österreichischen Bundestheater in einer Replik zum kürzlichen Kommentar des Musikwissenschaftlers Wilhlem Szinkovicz und bezeichnet die kritischen Bemerkungen des Kulturjounalisten zur geplanten Postenvergabe sowie die generelle Kulturpolitik der Bundestheaterverwaltung als reine Spekulation, welche schecht recherchiert wurde. Szinkovicz hat geahnt und kritisch hinterfragt, wie die Bestellung vor sich gehen wird und so ist sie nun auch eingetreten.
    Herr Dr. Szinkovicz bitte vor den Vorhang und für Mag. Kircher: Daumen hinunter!

  30. Wolfgang Bauer
    21. Dezember 2016 12:44

    Wer wohl wird sich im Tandem als GeneralmusikdirektorIn hergeben? Frau Weichselbraun?

  31. TomP (kein Partner)
    21. Dezember 2016 12:32

    ich bin ja nicht vom Fach, aber ist das üblich, dass der Nachfolger für 2020 JETZT schon bestellt wird. Da liegen ja immerhin mind. drei ganze Jahre (mit mind. einer NR-Wahl) dazwischen, in denen man den aktuellen Direktor werken lässt (und mit seiner Arbeit anscheinend nicht zufrieden ist, da eine Vertragsverlängerung laut Minister nicht in Frage kommt).

    Da kann man ja auch gleich die Nachfolger und deren Nachfolger anderer Institutionen wie Gerichtshof, ORF etc für die nächsten 20 Jahre festlegen. Hmm, warum eigentlich nicht!!

    • Ingrid Bittner
      21. Dezember 2016 16:32

      Na ja, genau das wird doch der Grund sein, dass man jetzt schon einen Direktor bestellt. Es könnte ja sein, dass wer regiert, der die Direktoren nach Können und nicht nach Parteibuch aussucht und haben ist besser wie bekommen.

    • Riese35
      22. Dezember 2016 00:24

      Man weiß ja nie. Angeblich werden 2018 Wahlen sein, und wenn dann die (Rest-)ÖVP vielleicht doch mit der FPÖ eine Regierung bildet ....

      Für die Hebel, mit denen man langfristig die Entwicklung steuert, hat sich die ÖVP ja noch nie interessiert (Kulturpolitik, Schule und Unterricht), und wenn es ihr trotzdem zugefallen ist, hat sie diese Positionen mit Flaschen besetzt. Jetzt scheint man sich aber vor der FPÖ zu fürchten und besetzt daher möglichst alle "kritischen" Posten neu.

    • Ambra
      22. Dezember 2016 22:37

      TomP: ich bin aus der Branche und kann Ihnen versichern, daß eine Position wie diese mit einem Vorlauf von 2- 3 Jahren besetzt zu werden hat. Spitzen-Dirigenten wie Spitzen-Sänger sind auf Jahre im voraus gebucht und müssen rechtzeitig unter Vertrag gebracht werden. Und daneben gibt es auch noch eine Reihe von anderen Gründen. Selbst am Konzertsektor, der einfacher zu planen ist, werden Spitzenkünstler ca 2 Jahre im vorhinein gebucht.

      In der klassischen Musikszene gibt es sicher keinen schwierigeren Beruf als den eines Operndirektors und dies an der Wiener Staatsoper ist eine weitere Steigerung ... Umso unbegreiflicher und empörender ist die Entscheidung , die hier gefallen ist.

    • Torres (kein Partner)
      23. Dezember 2016 11:57

      Roscic hat ja gesagt, dass er bereits jetzt mit den Vorbereitungen beginnen muss, schließlich sind die großen Opernstars auf Jahre hinaus ausgebucht, also muss er heute schon anfangen, sie für 2020 zu engagieren.

  32. Pennpatrik
    21. Dezember 2016 12:29

    Mahler, Karajan, Böhm ...
    Ich habe die Karajan-Verfilmungen, eine breite CD-Sammlung - eigentlich gehe ich sowieso lieber nach Baden - ist persönlicher, netter, die spielen noch gern fürs Publikum und es gibt keinen Regisseur, der mich belästigt.

    PS: Höhepunkt des Regisseurdrecks war heuer der Ring in einer Inszenierung von Castorf in Bayreuth. Man muss nicht mehr in die Oper gehen. Musikverein genügt.

  33. Corto Maltese
    21. Dezember 2016 12:22

    Bogdan Roscic auf seine Ö3 Vergangenheit zu reduzieren blendet seine Tätigkeit in leitender Position bei der Deutschen Grammophon, Decca und bei Sony aus. Diese Labels haben alle großen Opernstars der Welt in Vertrag. Dominique Meyer war übrigens Präsident einer Truppe für modernistischen Tanz in Toulon, die er - nach eigenen Aussagen und weil es so schön klingt - verlassen hat, weil die Front National die Stadt übernommen hat. Warum AU darin die Qualifikation zum Operndirektor erkennen will und bei Bogdad Roscic, der Musikwissenschaften und Philosophie studiert hat nicht, ist mir ein Rätsel. Auf welche Weise er sich mit Adorno in seiner Dissertation auseinandergesetzt hat, kann man nur sagen, wenn man diese gelesen hat. Habe ich nicht, und AU der zur Verkürzung neigt, wohl auch nicht.

    Das Problem ist, dass AU die Oper zum "Kulturtempel" machen will, in dem offenbar auf Stehkartenbesitzer runtergeschaut wird. In diesem "Kulturtempel" werden mittlerweile fast nur mehr übernommene Produktionen vor meist (nicht) zahlenden japanischen Kulturgästen aufgeführt, die brav fast jede Produktion mit standing ovations beklatschen, weil sie der Meinung sind, das gehört dazu. Die bürgerliche Reaktion im Trenchcoat und mit kolorierter Fliege um den Geizhals, ist im "Kulturtempel" des Akademietheater besser aufgehoben (da darf man auch schön ordinär über die kulturellen Witze des Otti Schenk lachen)!

    • Pennpatrik
      21. Dezember 2016 12:31

      Tja, die Japaner sind deshalb da, weil das autochtone Publikum von hirntoten Regisseuren vertrieben wurde. Anders ist die Oper nicht mehr voll zu kriegen.

    • Wyatt
      21. Dezember 2016 17:16

      Dominique Meyer war, bevor er nach Wien kam Chef des Théâtre des Champs-Elysées in Paris.

    • otti
      21. Dezember 2016 18:59

      und überhaupt, herr corto maltese, scheinen sie n i c h t s begriffen zu haben !

    • Gandalf
      21. Dezember 2016 20:16

      Na ja, da versucht halt ein neuer Troll, sich in unseren seriösen Blog einzuschleichen - wie sagt man zu sowas in Österreich? Net amal ignorieren...

    • Wyatt
      22. Dezember 2016 07:51

      Gandalf,
      vielleicht ist auch nur der "Name" neu. Im Stile erinnert er eher an Jwigeni Gorkiwoki, Auwehwei, etc. etc.

    • Dominique (kein Partner)
      22. Dezember 2016 11:44

      Erschreckend wie sich hier alle alterieren ohne auch nur einen Schimmer über den Opernbetrieb zu haben.

      Da stellt Corto Maltese die Fakten vor und dann kommen die Kleingeister und erklären er habe keine Ahnung.

      Da posten Leut' die offenbar das letzte Mal 1976 in der Oper waren und machen sich wichtig.

      Leuten wie Gandalf und Konsorten kann man nur sagen: Ganz schön viel Meinung für sowenig Ahnung.

    • Wyatt
      22. Dezember 2016 13:03

      Dominique (kein Partner),
      die Bedenken sind ob es nicht geeignetere Kandidaten als einen ehemaligen Ö3-Mitarbeiter oder den in einem Musikverlag beschäftigten, als zukünftigen Chef der Wiener Staatsoper gibt. Und nicht die Oper und die dargebrachten Werke.

      Vorweg Ahnungslosigkeit zu unterstellen und letzter Opernbesuch 1976 zu vermuten, zeigt lediglich dass Sie nicht fähig oder gewillt sind die Thematik zu begreifen.

      Also Dominique - versuchen Sie es noch einmal (ganz langsam), durchzulesen.

    • Atacama (kein Partner)
      23. Dezember 2016 17:14

      @Corti Maltesers

      Also, Bogdad[sic] am Ende der 6. Zeile ihrer Wortspende war schon etwas gemein!

      ;-)

  34. Pennpatrik
    21. Dezember 2016 12:19

    Adorno hat Chorgesang verabscheut, weil er "glücklich mache".
    Ein krankes Hirn, das über die Frankfurter Schule kranke Hirne gezeugt hat.

    • Pennpatrik
      21. Dezember 2016 12:19

      Ups! War nicht hier gedacht sondern als Kommentar. Entschuldigung!

    • Gandalf
      21. Dezember 2016 18:07

      @Pennpatrik:
      Die ganze Frankfurter Schule war eine geistige Missgeburt; leider haben das bis heute sogar manche (mässig) Intelligente nicht begriffen.

  35. Gegen Täuschung und arglistiges Verschweigen
    21. Dezember 2016 11:54

    Politoffizier (auch Politkommissar oder Politruk) war eine militärische Dienststellung in Streitkräften realsozialistischer Staaten mit einem politischen Auftrag. Ihm oblag es, im Sinne der marxistisch-leninistischen Parteidoktrin die politische Erziehung der Soldaten zu gewährleisten. Dabei stellte er sicher, dass die Offiziere und Soldaten stets als „Sozialistische Persönlichkeit“ agierten und einen „klaren Klassenstandpunkt“ vertraten. Soweit das Zitat aus:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Politoffizier .
    Zum Thema Kultur - siehe Hochhausprojekt - wirkt in Wien vermutlich Rot und Grün doch nur im Sinne massiver finanzieller Interessen.
    Bei der Auswahl der neuen Belvedere-Leitung und des kommenden Staatsoperndirektors durch Kulturminister Thomas Drozda drängen sich vielleicht eher historische Erinnerungen an die UDSSR, DDR, etc., wie sie Wikipedia bringt, auf.

  36. Paul
    21. Dezember 2016 11:45

    Wiederum wahrscheinlich ohne Einwand der ÖVP!

  37. El Capitan
    21. Dezember 2016 11:36

    Ich sag's nicht gern, aber das war zu erwarten gewesen.
    Die Unis (mit ganz wenigen Ausnahmen) sind zu Volkshochschulen verkommen, unsere Gymnasien sind unter das Hauptschulniveau der Sechzigerjahre gesunken, jetzt fehlte nur noch die Hochkultur, der man das Kreuz brechen musste.

    Mit Bangen sehe ich auf die Medizin und die Montanuni Leoben. Das sind unsere letzten wissenschaftlichen Spitzenbereiche. Wie lange halten die noch stand?

    Was Wiesengrund-Adorno betrifft, so war das nicht bloß ein linker "Philosoph". Es war ein begnadeter Wortwolkenproduzent. Was der an inhaltsleeren semantischen Feuerwerken abgehen ließ, war fast schon genial.

    • Mariahilferin
      21. Dezember 2016 13:17

      Adorno hat nicht nur Wortwolken produziert, er ist auch einer der Gründerväter des Kulturmarxismus, einer Ideologie, die den Westen mittlerweile weitgehend im Griff hat.

    • oberösi
      21. Dezember 2016 17:07

      @Mariahilferin

      Und sogar er war zuletzt jenen noch zu bürgerlich, die damals den Marsch durch die Institutionen antraten und heute den gesellschaftspolitischen Diskurs dominieren.
      Und uns Dinge wie Klimagau oder refjutschies eingebrockt haben.

  38. John Baxter Smith
    21. Dezember 2016 11:31

    Pop- und Rockmusik in der Wiener Staatsoper? Mit Christina Stürmer und Conchita Wurst?

    • El Capitan
    • riri
      21. Dezember 2016 16:56

      Fendrich und Seiler+Speer. Belohnung muss sein.

    • Gandalf
      21. Dezember 2016 17:45

      Was glauben Sie, wie gut die Wurscht als Carmen singen wird? Phänomenal - wie es das Dummerchen der Nation in der Werbung immer sagt. Ah ja: Die Frau Weichselbraum wird ja sicher unter Roschtschitsch zumindest Schefdramaturgin in der Oper- damit sie in Zukunft nicht vor der Tür am roten Teppich stehen und beweisen muss, dass sie (nicht) Englisch kann....

  39. Bob
    21. Dezember 2016 11:31

    Was zum ruinieren ist wird von den rotzgrünen noch schnell erledigt. Wird jetzt in der Oper wie im Burgtheater in Nazimäntel und Hakenkreuzbinde vor schwarzer Kulisse gespielt. Ich wünsche viel Vergnügen!

  40. Brigitte Imb
    21. Dezember 2016 11:30

    Oper? Gibt es in muslimischen Ländern Opernhäuser?

    Na eben.

    • Hotzenplotz2
      21. Dezember 2016 12:43

      Die (arabischen) Muslime sind schon lange kulturell am Ende. Ausgelaugt, ausgetrocknet seit dem 14. Jahrhundert. Impotent - man sehe sich nur um, ob es seitdem nur eine (1) herausragende kulturelle oder wissenschaftliche Leistung der Araber/Muslime gibt. Eben!
      Nur das Öl (das sie als Gottesgeschenk betrachten) und die aus geostrategischen Interessen erfolgte und erfolgende Aufmästung - siehe die Lieferung modernster US-Militärtechnik an die verweichlichten und degenerierten Saudis - hat verhindert, daß die am Ende ihrer Geschichte stehenden Araber völlig im geschichtlichen Nichts verschwinden.

    • Livingstone
      22. Dezember 2016 20:11

      Die Oper in Muscat (Oman) ist sehr berühmt. Und auch in einigen anderen arabischen Ländern gibt es respektable Opernhäuser.

  41. Herby
    21. Dezember 2016 11:28

    Warum hat man Dominique Meyer nicht weiter machen lassen?

    Der war doch ziemlich okay - und auch noch sehr international und weltoffen.

    Was sprach gegen Dominique Meyer?

    Und warum ist Herr Rosic um so vieles besser als der erfahrene Dominique Meyer?

    Gibt es schon e. Wortmeldung von der ÖVP dazu? Die muss in der Koalitionsregierung ja auch zustimmen. Im Ministerrat gibt es das Einstimmigkeitsprinip.





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