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Die wahre Gefahr

Angenommen, Sie sind Arbeitnehmer und bekommen acht Prozent netto mehr auf die Hand. Das klingt durchaus erfreulich. Nicht so jedoch in den Ohren bestimmter Agitatoren in Politik und Medien. Für die könnten Sie nämlich plötzlich ein Problemfall geworden sein, der laute öffentliche Alarmrufe rechtfertigt.

Denn Sie könnten trotz dieser Erhöhung plötzlich "armutsgefährdet" sein, was Sie vorher nicht waren. Das ist für den normalen Menschenverstand unverständlich, vor allem, wenn die Inflation nicht einmal halb so viel gestiegen ist wie acht Prozent. Das ist geradezu absurd. Aber das ist die Welt der sogenannten sozialen Fakten, Grenzwerte und Daten, mit denen seit Jahren Politik gemacht wird; mit denen dann schrecklich klingende Schlagzeilen "1,7 Millionen in Österreich armutsgefähdet" produziert werden; mit denen dann immer versucht wird, das ohnedies fast schon Weltrekord darstellende Sozialsystem auf Kosten der schwer geschröpften Steuerzahler beziehungsweise zu Lasten der bereits mit wachsenden Schulden überhäuften nächsten Generation weiter aufzublähen.

Diese in Manipulationsabsicht gemachte Behauptung einer "Gefährdung", also einer Gefahr, trifft auf die mathematische Ahnungslosigkeit vieler Menschen und insbesondere Journalisten, die nicht wissen, wie  "Armutsgefährdung" überhaupt berechnet wird, die spätestens beim Ausdruck "Median" geistig aussteigen. Sie würden daher auch dann "Unsozial!" schreien, würden sämtliche Österreicher von einem Jahr aufs nächste real und netto doppelt so viel verdienen: Denn auch dann würde kein einziger der angeblich "Gefährdeten" aus der Gefahr herauskommen.

Die Erklärung ist einfach: Die Soziologen behaupten, "armutsgefährdet" sei jeder, der weniger als 60 Prozent des Medianeinkommens verdient. Und dieses Medianeinkommen ist jenes Einkommen, wo genau die eine Hälfte der Mitbürger mehr verdient, und die zweite Hälfte weniger. Damit verschiebt sich die Grenze der "Armutsgefährdung" aufs Doppelte, wenn alle real doppelt so viel verdienen sollten – was es freilich nur im Märchen gibt.

Aber auch in der echten Welt ist diese Grenze zuletzt kräftig, nämlich um 8,7 Prozent auf 1806 Euro netto im Monat gestiegen, weil eben mehr oder weniger alle mehr verdient haben.

Das zeigt, wie völlig sinnlos der Wert einer "Armutsgefährdung" ist. Das zeigt, dass wir einen weiten Bogen um all jene machen sollten, die diesen Wert irgendwie verwenden. Sie wollen uns damit bloß Sand in die Augen streuen, um Mitleidstränen für jene zu erzeugen, die unter die angeblich so schlimme Armutsgrenze gerutscht wären. Und sie wollen uns deswegen noch mehr Geld entreißen. Das ist die wahre Gefahr.

Ich schreibe in jeder Nummer von Österreichs einziger Finanz- und Wirtschafts-Wochenzeitung "Börsen-Kurier" die Kolumne "Unterbergers Wochenschau".

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