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Kapitalismus: Leistungen, Herausforderungen, Perspektiven

Was ist Kapitalismus und was hat er uns gebracht?  Welche sind die Bedingungen, dass er funktionieren kann und dass er weiterhin die Grundlage unseres Wohlstandes zu sein vermag? Der emeritierte Wirtschafts- und Sozialhistoriker Werner Plumpe, der bis 2022 Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Universität Frankfurt am Main war, gibt darauf eine klare, historisch fundierte und auch theoretisch einleuchtende Antwort. Nun kommt Werner Plumpe nach Wien und wird am kommenden 19. Mai seine Sicht des Kapitalismus in einem Vortrag darlegen.

Der Autor des bereits in mehreren Auflagen bei Rowohlt erschienenen Buches "Das kalte Herz – Kapitalismus: die Geschichte einer andauernden Revolution" (2019), versteht es wie kein anderer, die Funktionsweise des Kapitalismus und damit sein Wesen zu erhellen. Er macht dabei die Gründe für die wohlstandsschaffende Kraft dieser Wirtschaftsweise, aber auch die Gefahren des Versuchs einsichtig, ihn politisch zu steuern.

Kapitalismus: der wirksame Problemlöser

Gemäß Werner Plumpe ist die kapitalistische Art des Wirtschaftens im Wesentlichen ein Verfahren der Problemlösung. Die Leistungen und Erfolge des Kapitalismus werden deutlich, wenn man sie mit anderen Versuchen vergleicht, mit den Problemen fertig zu werden, die der Kapitalismus immer wieder erfolgreich zu lösen vermochte. So hat er vor allem im 19. Jahrhundert das Problem der Massenarmut gelöst – zum ersten Mal in der Geschichte und auf nachhaltige Weise. Man kann deshalb mit Fug und Recht behaupten, dass der Kapitalismus die Wirtschaftsform der armen Leute und für die armen Leute war.

Die Wirtschaftsform der armen Leute war der Kapitalismus, weil die kapitalistischen Unternehmer nicht den traditionellen Eliten angehörten, sondern in der Regel dem einfachen Volk entstammten: Sie waren Gewerbetreibende, Handwerker, kleine Ingenieure, Kaufleute. Es waren Emporkömmlinge der guten Art, die mit der Zeit eine neue Art von Elite bilden sollten, die Elite jener, die mit neuen Ideen und durch erfolgreiche unternehmerische Initiative zu Reichtum gelangten, das aber nur, weil sie auch die Gesellschaft reicher machten, in der sie lebten.

Die Wirtschaftsform für die armen Leute – so Plumpe – war der Kapitalismus, weil er durch hohen Kapitaleinsatz und Kapitalakkumulation die Massenproduktion von Alltagsgütern ermöglichte. Seine Logik und Dynamik ist auf den Massenkonsum ausgerichtet und darauf, durch Innovation die Arbeitsproduktivität zu steigern. In der Folge steigen die Löhne und die Kaufkraft der Arbeitskräfte, die dadurch eine Ausweitung der Produktion für die breite Bevölkerung ermöglichen. Massengüter für den Alltag werden immer mehr, besser und billiger. Das ist das Positivsummenspiel der sich nach oben drehenden kapitalistischen Wohlstandsspirale.

Krieg des Staates gegen den Markt

Doch generiert der Kapitalismus immer wieder auch neue Probleme. Diese vermag er dann dynamisch und innovativ zu adressieren. Doch gerade, wenn solche Probleme auftauchen und generell in Krisen, wittern Staat und Politik ihre Chance. Staat und Politik werden damit zur Gefahr für die wohlstandsschaffende Dynamik des Kapitalismus. Dieser wird nur dann überleben können, wenn das "Politische" nicht zu stark wird, wenn es den Markt nicht durch seine eigene, die staatliche Lösung, ersetzt.

Ob das geschieht und wie genau der Krieg des Staates gegen den Markt abläuft, ist – wie alles – eine historische Frage. Aktuell befinden wir uns an einer Art Scheidepunkt. Wie die Geschichte ausgehen wird, ist offen.

Über diese Fragen und Zusammenhänge wird Prof. Werne Plumpe am kommenden 19. Mai auf Einladung des in Wien ansässigen "Austrian Institute of Economics and Social Philosophy" einen Vortrag halten.

Ort: Haus der Industrie, Schwarzenbergplatz 4, 1030 Wien. Beginn 18:30 Uhr.

Anschließend Brötchenbuffet und Gelegenheit zum Austausch.

Eine Anmeldung ist erforderlich. Hier alle Informationen und Anmeldung:

https://austrian-institute.org/de/events/prof-dr-werner-plumpe-kapitalismus-leistungen-herausforderungen-perspektiven/

  

Prof. Dr. Martin Rhonheimer ist Präsident des Austrian Institute of Economics and Social Philosophy in Wien. Er ist Universitätsprofessor für Ethik und politische Philosophie an der Päpstlichen Universität Santa Croce in Rom (seit 2020 als Visiting Professor). Er ist Priester der katholischen Personalprälatur Opus Dei.

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