Die Verlogenheit unserer westlichen Gesellschaften ist schwer zu ertragen

Autor: Christian Klepej

Wo die Liebe hinfällt: Aktuelles zum Thema "Femizide"

Autor: Viktor Pölzl

Europäische Bargeldobergrenze: Enteignung, Überwachung und Kontrolle als Ziel

Autor: Werner Reichel

Helfen Sie mit, Frau Kraker!

Autor: Willi Sauberer

Die Niederösterreich-Partei?

Autor: Markus Szyszkowitz

Flieg Vogel, flieg!

Autor: Markus Szyszkowitz

EZB hebt Leitzins – jetzt also doch

Autor: Markus Szyszkowitz

Xi forever?

Autor: Markus Szyszkowitz

Chorherr-Prozess: Rechtssprechung ist eben nicht gleich Gerechtigkeit

Autor: Ursula Stenzel

Was kommt da noch aus Brüssel?

Autor: Markus Szyszkowitz

Alle Gastkommentare

Abonnenten können jeden Artikel sofort lesen, erhalten anzeigenfreie Seiten und viele andere Vorteile. Ein Abo (10 Euro pro Monat) ist jederzeit stornierbar. Nicht-Abonnenten können Artikel hingegen erst nach 48 Stunden lesen. 

weiterlesen

Anschober will gleichzeitig Gas geben und bremsen

Von Tag zu Tag mehrt sich die Gewissheit: Die österreichischen Gesundheitsbehörden gehen bei der Information der Öffentlichkeit in Sachen Corona stark steuernd, um nicht zu sagen manipulativ vor. Das merken immer mehr Menschen – und verlieren dadurch immer mehr das Vertrauen in die offiziellen Informationen. Sie verlieren vorsichtig ausgedrückt die Bereitschaft, die Verordnungen des Gesundheitsministers mit Begeisterung zu befolgen. Den Glauben an die Medienberichterstattung haben sie bis auf wenige Ausnahmen ohnedies schon längst verloren.

So haben sich viele Mainstreammedien zuletzt ausgerechnet in den Satz des Bundeskanzlers verbissen: "Das Virus kommt mit dem Auto". Sie haben daraus den natürlich unsinnigen Satz gemacht: "Das Virus kommt nur mit dem Auto". Dabei gibt es rund um Corona ungefähr 200 wichtigere und heiklere Fragen. Aber wenn die Linksmedien glauben, einem rechten Politiker etwas anhängen zu können, und sei es ein noch so lächerlicher und manipulierter Vorwurf, wissen sie endlich wieder, wozu sie noch gut sind. Freilich: Wer Mainstreammedien noch ernst nimmt, ist ohnedies selber schuld.

Die Behörden hingegen, so gebe ich zu, habe ich lange doch irgendwie ernster genommen als die Medien. Aber auch das fällt mir rund um Corona gleich aus mehreren Gründen immer schwerer:

  1. Die Zahl der positiven Tests hat in den letzten Tagen längst eine ähnlich dramatisch klingende Höhe erreicht wie an vielen panikerfüllten Tagen der "ersten Welle". Sie liegt im internationalen Vergleich auch in Relation pro Einwohner sehr hoch. Warum wird dann aber peinlich vermieden, davon auch nur zu reden, dass nach den Definitionen von März und April eine zweite Welle schon begonnen hat? Das verwirrt die Menschen und reduziert ihr Vertrauen.
  2. Wohl gibt es etliche Gründe, diese Zunahme für doch nicht gefährlich zu halten – aber solange man die nicht ganz ehrlich klarlegt, und solange man nicht endlich sagt, wann die einzelnen Ampelphasen Gelb, Orange und Rot erreicht werden und wovon das abhängt, steigert man nur die Verunsicherung weiter. Vor allem weil monatelang immer nur die Zahl der täglich gefundenen Infektionen als "die" wichtigste Zahl behandelt worden ist, geradezu als die einzig wichtige Zahl.
  3. So sprechen andere Daten trotz der dramatischen Zunahme der positiv Getesteten eine absolut gegenteilige Sprache. Das steigert die Verwirrung weiter. So hat an jenem Tag, an dem die Zahl der Infizierten erstmals seit Monaten nun sogar schon um deutlich mehr als 300 zugenommen hat, die Zahl der Menschen in Intensivstationen nur um einen einzigen auf 21 zugenommen. Dabei steigt die Zahl der Infektionen schon seit zwei Wochen. So hat an diesem Tag die Zahl der unter den 3340 Infizierten Hospitalisierten sogar um 4 auf 116 abgenommen. Und Todesfälle gab es wieder einmal wie schon so oft in den letzten Tagen keinen einzigen.
  4. Diese Zahlen sind zwar nicht geheim, sie werden aber vom Gesundheitsminister ignoriert, und daher auch nicht erklärt. Kein Wunder, dass daher zu dieser Diskrepanz schon zahlreiche selbstgestrickte Erklärungsversuche kursieren, ohne dass es für einen einzigen einen harten Beweis gäbe (freilich hat auch der Minister nie harte Beweise für fast alle seine Aussagen). Die Menschen fragen sich jedenfalls, wenn auch hinter vorgehaltener Hand, um von keinem Meinungspolizisten erwischt zu werden:
    - Ist das Virus deutlich harmloser geworden (dann wäre ja Entwarnung fällig!)?
    - Ist es wie eine Erkältungskrankheit halt im Sommer doch harmloser (aber Vergleiche mit solchen Krankheiten sind ja überhaupt bei doppelter Todesstrafe verboten)?
    - Hat die Medizin etwa schon bessere Behandlungsmethoden gefunden (was sie aber wahrscheinlich groß kommuniziert hätte)?
    - Wird am Ende gar das von Donald Trump propagierte (und daher seither weltweit lächerlich gemachte) Malaria-Medikament eingesetzt?
    - Ist das Virus bei Jüngeren – die jetzt hauptsächlich infiziert sind – doch weitestgehend harmlos und ist nach Wegsperren der Altersheiminsassen Corona die ganze Aufregung nicht mehr wert?
    - Oder steigt die Zahl der gefundenen Infektionen nur deshalb, weil jetzt endlich doch mehr getestet wird?
    Die Menschen bekommen keine ausreichende Erklärung und basteln sie sich daher trotz Verbots selber.
  5. In Wahrheit hätte ein transparent informierendes Ministerium eine tägliche Statistik veröffentlichen müssen, welcher Prozent- oder Promille-Satz der Getesteten sich jeweils als infiziert herausgestellt hat.
  6. Vor allem hätte so wie anderswo auch ständig eine Statistik veröffentlicht gehört, die zeigt, welcher Prozentsatz der Verstorbenen beziehungsweise der in Intensivstationen beziehungsweise in normalen Spitalsbetten befindlichen Personen eine Vorerkrankung hatte (und zwar welche!). Warum sind dazu nur US-Bundesstaaten imstande?
  7. Zumindest interessant wäre auch zu erfahren, wie viele Menschen jeweils zu Quarantäne gezwungen sind, sei es als Verdachtsfall, sei es als Infizierte, sei es als leicht Erkrankte (was ja drei ganz verschiedene Dinge sind).
  8. Jedenfalls hat man jetzt ein Riesenproblem, wenn man jetzt relativieren will: Hat man doch monatelang die gesamte Kommunikation auf die Zahl der Infizierten ausgerichtet. Was tut man da, wenn deren Zahl jetzt wieder drastisch zunimmt, alle anderen Indikatoren aber völlig gleich bleiben.
  9. Die überstürzte Reisewarnung für Kroatien hat vielen Touristen überflüssigerweise den gesamten Urlaub kaputt gemacht. Auch wenn sich die Minister wieder einmal auf irgendwelche "Experten" im Dunkel ausreden, so ist doch niemand zu überzeugen, dass  diese plötzliche Hast notwendig gewesen ist. So hat sich die Regierung neue Feinde geschaffen. Vor allem, da auch nach der Rückkehr die Ergebnisse der flächendeckenden Tests diese Aktion nicht rechtfertigen.
  10. Noch viel weniger ist klar, warum sich die gesamte Kommunikation und Test-Energie so einseitig auf Kroatien konzentriert hat, warum es laut den offiziellen Ankündigungen nur für Kroatien-Rückkehrer Gratis-Tests gibt.
  11. Vor allem finde ich in Österreich nirgends jene spannenden Informationen, die es zum Beispiel in Deutschland gibt: Dort werden nämlich die häufigsten der "wahrscheinlichen Infektionsländer" aufgelistet. Dabei liegen interessanterweise zwei ganz andere Staaten deutlich vor Kroatien. Etwa in Hinblick auf die drei Wochen bis 16. August: Da sind in Deutschland 1755 Personen gefunden worden, die sich im Kosovo infiziert haben, 1134 in der Türkei, aber nur 786 in Kroatien. Die Vermutung ist stark, dass sich die diesbezüglichen Zahlen für Österreich auf Grund der demographischen Fakten ähnlich verhalten. Aber hier sind diese Zahlen nirgends zu finden. Die Vermutung ist stark, dass da wieder einmal aus linker Political Correctness Dinge unter den Teppich gekehrt werden, denn in Kroatien waren vor allem Österreicher auf Urlaub, in den anderen beiden Ländern hingegen meist von dort stammende Familien.
  12. Es ist daher aber auch mehr als eigenartig, warum etwa in Wien die Gratis-Teststraße im Stadion offiziell nur für Kroatien-Rückkehrer gewidmet ist. Nur damit niemand die Türkei thematisiert, sind Austrotürken doch überwiegend SPÖ-Wähler (was für die Grünen eh fast dasselbe ist)? Oder ist ein türkisches Virus vielleicht weniger ansteckend?
  13. Völlig unbegreiflich ist auch, dass man jetzt bei der harmlosesten Corona-Maßnahme, nämlich der Hinterlassung der Adresse jedes Gastes bei einem Restaurant-Besuch, mit deren Hilfe man später etwaige Cluster nachverfolgen könnte, auf jeden Zwang verzichtet. Dabei tut das wirklich niemandem weh. Das kann ich garantieren, habe ich doch schon tausende Male meine Adresse irgendwo deponieren müssen (etwa auf Meldezettel im Hotel, gleich neben dem Restaurant!). Aber das verbietet angeblich das oberste Liebkind der Grünen (und der EU), nämlich der Datenschutz. Als ob die massiven Grundrechtseingriffe in den ersten Corona-Monaten nicht hundert Mal schlimmer gewesen wären. Aber in der kranken Welt der Grünen (die ja auch schon längst in der EU den Ton vorgeben) ist der – vor ein paar Jahren überhaupt erst erfundene – Datenschutz heute längst gewichtiger als die "alten" Menschenrechte und Grundfreiheiten, wie Bewegungsfreiheit, wie Meinungsfreiheit, wie Gewerbefreiheit, wie Religionsfreiheit.
  14. Widerlich ist auch, wie der Gesundheitsminister (und die linken Medien sowieso) ständig die kontinuierlich hohen Zahlen Wiens ignoriert, während zu Ischgl und St. Wolfgang wochenlang Großalarm gegeben worden war. Da wird ganz offensichtlich Wahlkampf auf dem Rücken der Wahrheit und der Gesundheit gemacht. Oberste Devise: Auf das rotgrüne Wien darf bis zur Wahl kein kritisches Licht fallen. Dabei sind seit längerem fast täglich deutlich mehr als die Hälfte der Neuinfizierten in Wien zu finden.
  15. Warum wird zu hundert Prozent verschwiegen, dass die ständig geprügelten USA fast doppelt so viel Tests pro Einwohner machen wie Österreich, was zwingend zu mehr entdeckten Infektionen führt? Dass also Österreich nach wie vor zu schlampig ist …

In der Summe wird das Gefühl immer bedrückender: Ständig will man uns durch gezielte Informationen und gezieltes Verschweigen in bestimmte Richtungen drängen. Nudging nennen das die Amerikaner.

Freilich hat der Gesundheitsminister dabei ein Problem: Er will ständig die Angst vor dem Virus aufrechterhalten, aber gleichzeitig signalisieren, dass die Behörden alles bestens im Griff haben, und überdies ebenfalls gleichzeitig sicherstellen, dass auf die Lieblingsschutzobjekte der Linken – also in diesem Fall: das Wiener Rathaus, die Türkei und die Datenschutzhysterie – nur ja kein schiefes Licht fällt.

Es beweist sich wieder einmal: Wenn man so viel auf einmal will, wenn man gleichzeitig Gas geben und bremsen will, dann wird bald gar nichts mehr funktionieren.

Kommentieren (leider nur für Abonnenten)
Teilen:
  • email
  • Add to favorites
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • Twitter
  • Print



© 2022 by Andreas Unterberger (seit 2009)  Impressum  Datenschutzerklärung