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Gerichte und Gerechtigkeit

Zwei Entscheidungen der Strafjustiz: Der Laie wundert sich, Justizprofis haben es hingegen längst gewusst: Das Justizsystem und die Gerechtigkeit haben nur sehr wenig miteinander zu tun.

Drei Männer sind in Wien in einem Prozess wegen Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung freigesprochen worden. Selbstverständlich geht jeder Freispruch vor einem unabhängigen Gericht prinzipiell in Ordnung. Nur wundert man sich halt sehr, wenn die Richterin selber bei Verkündigung des Freispruchs sagt, in dem Verfahren sei so viel gelogen worden wie selten davor; und: Die Freisprüche seien nur wegen der noch fehlenden Rechtskraft eines deutschen Urteils erfolgt, sowie weil sich wichtige Zeugen entschlagen hätten.

Das ist in Summe schon mehr als seltsam, wenn Freisprüche so einfach zu erreichen sind. Und wenn dann die Richterin zum Abschluss einfach meint, der Verfassungsschutz werde die drei halt künftig weiter beobachten. Wie viele Jahrhunderte an Freiheitsentzug sind dagegen nur deshalb verhängt worden, nur weil sich die Angeklagten zu einem Geständnis überreden haben lassen! Das werden künftig nur die ganz Blöden tun. Die anderen werden kräftiger denn je lügen.

Dieses Urteil steht für den naiven Laien, der noch immer an die Gerechtigkeit im Justizsystem glauben will, auch in auffallenden Beziehungen mit den Beschlüssen in einem anderen spektakulären Justizfall. Eine internationale Kommission ist nämlich zu dem Schluss gekommen, dass es im Fall Kampusch nur einen Täter gegeben habe.

Auch dies muss der Bürger letztlich hinnehmen. Er denkt sich nur seinen Teil. Der unter anderem darin besteht, dass dies für das gesamte Justizsystem die weitaus bequemste Erkenntnis ist; dass der Justizapparat ein gewaltiges Interesse hatte, um ein öffentliches Verfahren vor einem unabhängigen und weisungsfreien Richter mit Zeugen, die erstmals(!) unter Wahrheitspflicht stehen, zu vermeiden; dass von dieser Kommission weder eine Belastungszeugin noch die beiden Höchstrichter vernommen worden sind, die von der Existenz mindestens eines (bekannten) weiteren Täters absolut überzeugt sind; und dass in dieser Kommission wiederum eine Reihe von Exponenten des Justiz- und des Innenministeriums saßen, welche die ebenfalls dabei sitzenden Ausländer in aller Vertraulichkeit und ungestört einseitig mit ihrer Sicht der Dinge und mit den von ihnen angelegten Akten füttern könnten. Von all den Beratern und Medienmenschen rund um die – zweifellos bedauerliche – Frau Kampusch mit ihren zum Teil exzellenten Netzwerken sei da noch gar nicht geredet.

Wenn er sich all dessen bewusst wird, dann wundert sich der Laie am Ende doch nicht mehr. Dann wird ihm klar, dass eigentlich nichts anderes herauskommen konnte. Dann wird ihm auch klar, dass Gerechtigkeit und das Justizsystem halt nur sehr entfernt miteinander verwandt sind.

Das Parlament – es sei zu seiner Ehre gesagt – hatte alles in seiner Macht Stehende getan, um in diesem Fall der Wahrheitsfindung zu dienen. Das Justizsystem war aber stärker. Und nur religiöse Menschen können glauben, dass es irgendwo einen Ort der wirklichen Gerechtigkeit gibt.

 

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorGandalf
    14x Ausgezeichneter Kommentar
    15. April 2013 21:05

    Ohne Befragung der Herren Adamovich und Rzezut (die ja keine dahergelaufenen Plauderer, sondern Höchstgerichtspräsidenten a.D., also hochrangige Juristen mit grosser Berufserfahrung sind) sowie der Augenzeugin der Entführung ist der gesamte "Expertenbericht" das Papier nicht wert, auf dem er geschrieben wurde. Schade um das viele Geld, das dafür ausgegeben wurde. Und die Frage, ob sich Oberst Kröll, der ja einer ganz anderen, vielleicht der richtigen, Lösung des Falles auf der Spur war, wirklich selbst erschossen hat, oder ob möglicherweise doch nachgeholfen wurde, scheint überhaupt niemanden interessiert zu haben?!

  2. Ausgezeichneter Kommentatorfokus
    10x Ausgezeichneter Kommentar
    15. April 2013 23:48

    Apropos Gerechtigkeit:

    http://diepresse.com/home/panorama/wien/1388843/Messerattacke-am-Handelskai_Verdaechtiger-bestreitet-Tat

    Der Name des Verdächtigen ist nunmehr bekannt, wird aber in allen Meldungen unterdrückt. Er lautet: Massiullah K.
    Wie hätte jedoch die Berichterstattung gelautet - allen voran im ORF (!!!!), wenn diese Tat ein Österreicher einem Familienvater mit Migrationshintergrund angetan hätte? Wo bleibt da der unabhängige Journalismus bzw. die vielgerühmte Gerechtigkeit? Muß die autochtone Bevölkerung das alles hinnehmen?

    JA, denn man beachte am Ende des Berichtes, wenn sich nur der leiseste Unmut breit macht, wird die Kommentarfunktion sofort dicht gemacht. Das nennt man dann Meinungsfreiheit in unserer Demokratur!

  3. Ausgezeichneter Kommentatormachmuss verschiebnix
    10x Ausgezeichneter Kommentar
    15. April 2013 20:16

    Stichwort: "...einfach Hinnehmen..."

    Ich gehe auch grade so einer Situation des "einfach Hinnehmens" entgegen:

    Schwer abschätzbar, wieviele Monate noch vergehen werden, nach dem Tod der
    besachwalterten Person (am 06.Okt.2013), bis zu jenem Tag, da ich als einziger
    Erbe die "Brösel" davon übergeben bekomme, was diverse "sozial" Einrichtungen
    übriggelassen haben (Wohnung ist futsch).

    Nun wollte ich Einsicht nehmen, in die Akte der Sachwalterschaft, aber das Gericht
    verweigert es mit der Begründung, daß Informationen über den Geisteszustand einer
    Person nicht weitergegeben werden dürfen (!)

    Das schießt in mehrfacher Hinsicht den Vogel ab:

    Erstens: die Person ist längst tot.

    Zweitens:
    Ich mußte den Krankheitsverlauf der Alzheimer-Patientin bis zum erlösenden
    Ende mitansehen, aber das Gericht darf mir nicht weitergeben, was ich selber
    GESEHEN und MIT-GELITTEN habe !@? [Stirn-tipp-tipp]


    Drittens:
    Selbst wenn hier kein Misbrauch vorliegt - ich empfinde allein schon diese
    schildbürgernahe Gesetzeslage als die reinste Einladung dafür.

    Ich mußte mir einen Anwalt nehmen, damit ich zumindest über die finanziellen
    Details aus der Zeit der Besachwaltung Auskunft erhalte (wobei ich noch
    immer nicht sehr zuversichtlich bin, daß dabei jemals was Sinnvolles zu
    mir "rüber wächst" ).

    Wie lange wird das noch so weitergehen - mit derlei schildbürgernahen Gesetzen,
    und mit einer breiten Mehrheit, die bereit ist Alles und Jedes hinzunehmen ???

    Aber andererseits - was kann Otto-Normal-Steuerzahler in so einem Fall
    schon groß unternehmen - der hat ja keine Lobbyisten im Parlament sitzen, die
    für ihn arbeiten würden, und die anderen - "seine" Volksvertreter - arbeiten offenbar
    gegen ihn


    .

  4. Ausgezeichneter KommentatorCotopaxi
    9x Ausgezeichneter Kommentar
    15. April 2013 19:44

    Der Fall Kampusch ist auch Resultat eines übertriebenen Opferschutzes, denn sie wurde von den ersten Tagen an von einem undurchdringlichen Kreis von Psychologen, Beratern, usw. umgeben und abgeschirmt und war für eine objektive Befragung durch die Justiz nicht mehr greifbar.
    Dieser ist aber auch vorwerfbar, dass sie nach dem Tod des Entführers wenig Interesse zeigte, alle Hintergründe zu erfahren und geneigt war, so schnell wie möglich den Akt zu schließen, um eigene Ermittlungspannen unter den Teppich zu kehren.

  5. Ausgezeichneter KommentatorDer Zweifler
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    15. April 2013 19:37

    Unsere Justiz schafft keine Gerechtigkeit sondern verschafft den an der Macht befindlichen Parteien das geforderte (Un)Recht zum Machterhalt und zur Durchsetzung ihrer Interessen.
    Interessant wäre es zu erfahren, welche (sicherlich nicht geringen) Kosten aus dieser völlig nutzlosen Einbindung von FBI und BKA in den Fall Kampusch für den Steuerzahlern erwachsen sind.

  6. Ausgezeichneter KommentatorUndine
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    15. April 2013 20:47

    Auch eine etwas seltsame Auffassung von Recht:

    Presserat schützt "Menschenwürde" eines mutmaßlichen Vergewaltigers!

    http://www.unzensuriert.at/content/0012419-Presserat-sch-tzt-Menschenw-rde-eines-mutma-lichen-Vergewaltigers

  7. Ausgezeichneter Kommentatorfokus
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    15. April 2013 19:35

    Eine alte Volksweisheit besagt schon lange, daß Recht nicht immer Gerechtigkeit bedeutet.
    Ob und wer immer interveniert, bei so manchen Prozessen samt Urteilen wird dem Bürger diese Erkenntnis grell vor Augen geführt.

    Besonders mißtrauisch machen die gerichtlichen Vorgänge um den immer noch als "Cold Case" zu bezeichnenden Fall Kampusch. Wenn nicht irgendwann Kommissar Zufall doch noch mitspielt, wird er vermutlich nie restlos geklärt. Es scheint zu viele Interessen zu geben, dies zu verhindern. Die Einsetzung der letzen Kommission war eine reine Beschwichtigungstaktik, denn wer sagt, daß diesen Ermittlern ALLE Aussagen und Akten UNEINGESCHRÄNKT zur Verfügung standen, damit sie zu unabhängigen, neuen Ergebnissen kommen könnten?
    Es ist unvorstellbar, daß sowohl Adamovic als auch Rzeszut sich zu völlig irrelevanten Aussagen hinreißen ließen und ein freiwillig aus dem Leben geschiedener Polizist von dem Fall abgezogen werden mußte. Das liest sich nicht beruhigend, trotz des nunmehr endgültigen Schlußstrichs.

    Erinnert mich auch an den Briefbomber Franz Fuchs als Alleintäter, der sich ohne Hände in seiner Zelle erhängte und dessen Tatort, das Labor für die ausgefeilte Briefbombentechnik, nie gefunden wurde.

    Tja, auch in Österreich agiert die Justiz nicht immer fleckenlos und es fehlen schmerzlich investigative Journalisten wie seinerzeit Pretterebner beim Fall Lucona.

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorHegelianer
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    17. April 2013 10:59

    Weil's zur Thematik paßt: Die Staatsanwaltschaft Linz überprüft gerade, gegen einen FP-Funktionär ein Ermittlungsverfahren nach dem Verbotsgesetz einzuleiten, weil ein Video aufgetaucht ist, das diesen vor 25 Jahren (!!!) als 18-Jährigen bei Wehrsportübungen mit VAPO-Leuten zeigt. Die (den hohen Strafrahmen folgenden) langen Verjährungsfristen beim VerbotsG machen eine (auf politischen Druck erfolgende?) Anklageerhebung leider möglich. Obwohl sich der Betreffende längst von seiner neonazistischen Vergangenheit distanziert hat. Rasch werden dann Aussagen nach heutigem Wertungsmaßstab verurteilt, die 1988 noch nicht als strafwürdig gegolten hätten. Vgl. zu diesem letzteren Problem W. Grießer, Verurteilte Sprache, Ff./Main 2012, 329ff.


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  1. Hegelianer (kein Partner)
    17. April 2013 10:59

    Weil's zur Thematik paßt: Die Staatsanwaltschaft Linz überprüft gerade, gegen einen FP-Funktionär ein Ermittlungsverfahren nach dem Verbotsgesetz einzuleiten, weil ein Video aufgetaucht ist, das diesen vor 25 Jahren (!!!) als 18-Jährigen bei Wehrsportübungen mit VAPO-Leuten zeigt. Die (den hohen Strafrahmen folgenden) langen Verjährungsfristen beim VerbotsG machen eine (auf politischen Druck erfolgende?) Anklageerhebung leider möglich. Obwohl sich der Betreffende längst von seiner neonazistischen Vergangenheit distanziert hat. Rasch werden dann Aussagen nach heutigem Wertungsmaßstab verurteilt, die 1988 noch nicht als strafwürdig gegolten hätten. Vgl. zu diesem letzteren Problem W. Grießer, Verurteilte Sprache, Ff./Main 2012, 329ff.

  2. Hegelianer (kein Partner)
    17. April 2013 10:37

    Hier erfährt man also mehr: http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/1389235/Wien_Drei-Freisprueche-in-IslamistenProzess

    Geht man die Kommentarspalten durch, sollte nach dem Ansinnen vieler offenbar schon ein erwiesener Kontakt zu BRD-Islamisten zu einer mehrjährigen Haftstrafe führen. Mit Recht aber wäre die Empörung groß, wenn schon ein erwiesenes Treffen mit Küssel, Radl & Co. eine Verurteilung nach dem Verbotsgesetz nach sich zöge! In einem liberalen Rechtsstaat muß gleiches Recht für ALLE gelten. Ein Feindstrafrecht gegen Islamisten ist genauso entschieden abzulehnen wie ein solches gegen Rechtsextreme.

  3. Hegelianer (kein Partner)
    17. April 2013 10:23

    Mir ist die "terroristische Vereinigung" ein sehr unsympathischer, weil reichlich unbestimmter Paragraph. Verurteilungen sollten gerade hier wirklich hieb- und stichfest sein. Leider führt A.U. keine näheren Daten bzw. Quellen an, worum konkret es hier gegangen ist.

  4. Aron Sperber (kein Partner)
    16. April 2013 20:18

    Die Mehrtäter-These mit dem Pornoring, der von der Spitze der Staatsanwaltschaft und dem Opfer gedeckt werde, ist natürlich - im Gegensatz zu einem banalen Einzeltäter, der sich noch dazu selbst der Gerechtigkeit entzogen hat - herrlich originell.

    wir sollten jedoch verdammt froh sein, dass wir - im Gegensatz zu anderen Ländern - eine Justiz haben, die nicht originell sein will, sondern sich zunächst einmal an die faden Fakten hält:

    http://aron2201sperber.wordpress.com/2012/02/28/verlockende-verschworungstheorien/

    eine Justiz mit einer originellen These würde die Fakten stets ihrer These unterordnen und sie sich entsprechend zurechtbiegen.

    in Italien gibt es leider unzählige Beispiele für "originelle Justiz".

    • Politicus1
      16. April 2013 20:52

      die Fakten sehen leider ganz anders aus.
      Mit dem Pornoring gebe ich Ihnen absolut recht - das ist Unsinn!
      Im Gegensatz zur Eintätertheorie basiert die Mehrtätertheorie auf Zeugenaussagen, Fakten und -zig Indizien.
      Aber im Gegensatz zu vielen anderen Verfahren wollte sich die Wiener Staatsanwaltschaft in dieser causa auf kein Indizienverfahren einlassen - warum wohl?

    • F.V. (kein Partner)
      16. April 2013 21:30

      Aron Sperber,

      die auf Ihrer Webseite geäußerte Ansicht ist eine Meinung, aber sie wird auch durch keine Beweise gestützt.

      In Belgien sind so viele Zeugen plötzlich oder auf dem WEg zu einer Einvernahme durch "Unfall" oder "Selbstmord" ums Leben gekommen, daß speziell dann, wenn es mehrere Täter gibt, zwar nicht ganz einfach ist einen Selbstmord vorzutäuschen, aber eben auch nicht mit unüberwindlichen Hindernissen verunmöglicht wird.

    • Aron Sperber (kein Partner)
      16. April 2013 22:14

      es gibt zwar die Zeugenaussage eines 12jährigen Mädchens, die 2 Männer gesehen haben will

      es gibt aber auch die Zeugenaussage des Opfers, die eindeutig angegeben hatte, dass es Priklopil alleine war.

      Natascha Kampusch kann sich im Gegensatz zur Zufalls-Zeugin wohl kaum einfach geirrt haben, sondern müsste schon bewusst etwas Falsches behauptet haben

      solange nicht konkrete Beweise (z.B. dass Holzapfel mit der Mutter von Kampusch bereits vorher Kontakt hatte) auftauchen, gibt es keinen Grund, die Zeugenaussage von Natascha Kampusch in Frage zu stellen.

    • Karl Anton (kein Partner)
      17. April 2013 00:23

      @Aron Sperber
      Ja, aber genau darum geht es doch. Die FPÖ-Jenewein und noch einige andere behaupten doch ständig, dass Frau Kampusch lügt. Das ist wirklich unfassbar. Unfassbar deswegen, da mittlerweile eine Art Hass auf das gebeinigte Opfer entstanden ist. Das muss man sich mal vorstellen. Ich glaube, das ist eher ein Fall für Psychologen, warum immer wieder so wilde Verschwörungstheorien hochkochen. Vielleicht können es manche einfach nicht ertragen, was mit Frau Kampusch passiert ist.

    • Rudolf (kein Partner)
      17. April 2013 15:08

      Das arme Mädchen (Natascha Kampusch) wird sich hüten etwas auszuplaudern. Weiß sie doch was ihr blüht, wenn sie das tut. Deshalb wurde das Mädchen auch vom ersten Tag an von Psychologen und Psychiatern abgeschirmt. Nicht einmal der Vater konnte zu ihr durch.
      Laurent Louis über pädophile Machenschaften in den höchsten Kreisen zum Fall Dutroux
      http://www.youtube.com/watch?v=0TF6bj1zPY4

      Die Reaktionen im belgischen Parlament und im belgischen Establishment auf den wiederholt leidenschaftlichen und unerbittlichen Einsatz von Laurent Louis für Wahrheit und Gerechtigkeit verdeutlichen den extremen Grad, zu dem in unserer Gesellschaft viele Dinge grundlegend verdorben sind. Louis präsentierte eindeutige Belege dafür, dass die offizielle Version des Skandals um den Kinderschänder Marc Dutroux nicht der Wahrheit entsprechen kann. Es scheint, dass das Ausmaß des Skandals sehr viel größer war, und dass sehr viel mehr Personen darin involviert sind, vor allem einflussreiche und gut betuchte Individuen.

      Anstatt Lob und Dankbarkeit für seine Arbeit zu ernten, findet in Belgiens Medien-, Polit- und Rechtskreisen eine Hetzjagd auf Louis statt, geprägt von Diffamierungen und Schikanen, während die Fakten in Bezug auf den Dutroux-Fall weiterhin totgeschwiegen werden. Daher forderte Louis vor dem Parlament unter Berufung auf Artikel 59 der belgischen Verfassung die Einstellung des Verfahrens gegen ihn. Die Reaktion der Abgeordneten spricht Bände.

      "Zum Recht des Wahrheitssuchenden gehört es, Zweifeln, Forschen und Abwägen zu dürfen. Und wo immer dieses Zweifeln und Wägen verboten wird, wo immer Menschen verlangen, dass an sie geglaubt werden muss, wird ein gotteslästerlicher Hochmut sichtbar, der nachdenklich stimmt. Wenn nun jene, deren Thesen sie anzweifeln, die Wahrheit auf ihrer Seite haben, werden sie alle Fragen gelassen hinnehmen und geduldig beantworten. Und sie werden ihre Beweise und ihre Akten nicht länger verbergen. Wenn jene aber lügen, dann werden sie nach dem Richter rufen. Daran wird man sie erkennen. Wahrheit ist stets gelassen. Lüge aber schreit nach irdischem Gericht!" — Pfarrer Viktor R. Knirsch aus Kahlenbergerdorf

    • Politicus1
      17. April 2013 18:16

      Rudolf:
      "Deshalb wurde das Mädchen auch vom ersten Tag an von Psychologen und Psychiatern abgeschirmt. Nicht einmal der Vater konnte zu ihr durch. ..."

      Es besteht der Eindruck, dass die Arme auch heute ihre Aussagen noch nicht frei und unbeeinflusst von sich geben kann.

  5. AGLT (kein Partner)
    • heartofstone (kein Partner)
      16. April 2013 21:00

      Das wird lustig in Zukunft ... einfach bei jeder Demo von Sozialisten, Kummerlärschen, NGOs oder sonstigem Pack eine Gegendemo angemeldet ... und damit den sog. Rechtsstaat dazu zwingen, sich zwischen die Fronten zu stellen ... zum Glück errichten Tunnelbauer nicht mit dem selben "Augenmaß" ihre Bauwerke wie sog. Verfassungsrichter "Recht" sprechen ...

  6. Aron Sperber (kein Partner)
    16. April 2013 19:19

    gegen Tierschützer-Spatzen schießt man mit Kanonen, bei echten Terror-Organisationen versagt die Justiz hingegen kläglich.

    wozu schafft man Paragraphen gegen Terror-Organisationen, wenn man dann nicht dazu bereit ist, diese gegen Terror-Organisationen einzusetzen?

    wenn man ohnehin erst abwarten will, bis die Terroristen ihre Pläne umsetzen, würde man auch mit dem normalen Strafrecht auskommen.

  7. XICY
    16. April 2013 14:19

    "wegen Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung freigesprochen". Naja, es waren ja keine rechtsextremistischen Gesinnungsverbrecher. Vielleicht wäre eine Verurteilung auch gegen die Frauenquote bei den GefängnisinsaßInnen gewesen. Wer weiß?

  8. Geheimrat
    16. April 2013 10:45

    Was passt zu all dem besser als dieses Zitat:

    "Die hinterhältigste Lüge ist das Verschweigen!" (Simone de Beauvoir)

  9. Politicus1
    16. April 2013 09:27

    Der Fall Kampusch verdient längst nicht mehr diesen Namen.
    Es ist ein Fall WP, EH et al.
    Als ein von Anfang an engagierter Zweifler und um die Wahrheit in dieser causa Bemühter (Dank auch besonders an AU, der als Chefred. der WZ auch seine starken Zweifel in aller Öffentlichkeit vorbrachte) nehme ich den gestrigen Tag mit Resignatio n zur Kenntnis.
    Dazu sei aber doch folgendes angemerkt:
    1) Experten des deutschen BKA: glaubt wirklich jemand, dass diese Behörde unter der CDU-BK Merkel sich dazu aufraffen würde, mit irgeneinem Ergebnis die Innen- und Justizministerinnen der Schwesterpartei ÖVP anzupatzen? Ich nicht ...
    2) "Nicht noch einmal befragt wurden allerdings Natascha Kampusch und der Freund des Entführers, Ernst H. Dies sei angesichts der ohnehin vorliegenden Protokolle nicht erforderlich gewesen."
    NK wurde nicht ein einziges Mal gerichtlich unter Wahrheitspflicht einvernommen....
    3) Alleine die im seinerzeitigen Blog des Red. Seeh in der Online-PRESSE dargestellten Ungereimtheiten der polizeilichen und staatsanwaltschaftlichen Schlussfolgerungen füllen Bände und sind niemals durch Gegenbeweise konkret entkräftet worden. Meistens blieb es nur bei einem "das ist alles bis zum Gehtnichtmehr untersucht worden...".
    4) Alle - selbst die widersprüchlichsten - Aussagen der NK waren kein Grund, sie auch nur einmal gerichtlich unter Wahrheitspflicht zu vernehmen. Nur ein Beispiel:
    Priklopil habe einmal im Zorn ein Stanleymesser nach ihr geworfen, das im Knie stecken blieb. Bitte nicht versuchen - es ist nahezu unmöglich. Und wenn, dann ist die Frage, wieso eine solche Verwundung nicht die kleinste Narbe hinterließ...
    5) Der Tatzeugin, die über Jahre stets bei ihrer Aussage blieb und deren alle anderen Angaben (Tatort, Tatzeit, Tatwerkzeug/Auto, Tatopfer..) eindeutig richtig waren, glaubte man nur in puncto Täter nicht ...
    6) Mir tut NK wirklich leid. Meiner Meinung nach hat sie sich durch die Selbstbefreiung vom ersten Augenblick an nicht die Freiheit gewonnen ...
    7) eine kleine Hoffnung bleibt: Vater Koch könnte jetzt den Zivilprozess gegen den besten Freund fortsetzen und da könnte es zu einer Zeugeneinvernahme der Tochter kommen - wenn sie sich nicht der Aussage entschlägt und wenn es nicht zu einem Vergleich der Streitparteien kommt ...

    • Claudius
      16. April 2013 12:40

      Ein Video mit der Zeugenaussage von der damaligen Schulkollegin (Tatzeugin):

      http://www.youtube.com/watch?v=hVijRaAFn8c

    • Politicus1
      16. April 2013 15:48

      Claudius:
      Zur Erinnerung:
      Die Zeugin erzählte von ihrer Beobachtung ihrer Mutter und ihrer Lehrerin noch BEVOR die Abgängigkeit der NK öffentlich bekanntgegeben worden war! Weshalb hätte sich ein Mädchen einen derartigen Vorfall phantasiereich einfallen lassen sollen. Und nochmals, alles, was sie angab, STIMMTE! Und sie widersprach sich in den weiteren Jahren nicht ein einziges Mal!
      Aber ihre Aussage von zwei Tätern passte halt so gar nicht in die amtliche "Eintätertheorie"...

      Im Gegensatz zu NK blieb sie auch immer bei der selben Personenbeschreibung, während NK einmal von einem jungen Mann sprach, der wie ein Student aussah, und ein anderes Mal von einem Handwerker mit so einem Kapperl auf dem Kopf...

      Es wurde auch nie eine Tatrekonstruktion gemacht, wie ein einzelner, eher schmächtiger Mann, ein kräftiges 10-jähriges Mädchen - gegen ihren Willen(!) - alleine in den für eine solche Entführung denkbar ungeeigneten Kastenwagen zwingen kann (der MB100 hat auf der Fahrerseite keine Türe zum Laderaum!).

      Hietr bestätigt sich wieder einmal, dass in Ö. nicht wichtig ist, WAS einer sagt, sondern nur zählt, WER es sagt ...

      So ist es halt....

  10. Tullius Augustus
    16. April 2013 08:46

    Im Verteidigungsministerium liegt ein ausführlicher Akt zum Natascha-Kampusch-Entführungsfall. Mit dem haben sich auch die Parlamentarier rund um Werner Amon 2012 beschäftigt (beschäftigen dürfen).

    Wie schon lange offengelegt war in diesen Kampusch-Fall auch ein ominöser Bundesheeroffizier Oberst B. mit dem Codewort "be kind slow" involviert.

    Es gibt in Österreich zwei militärische Geheimdienste, das ist allgemein bekannt.

    Auch in diesen österreichischen Geheimdiensten sind echte Profis am Werk, die u. a.:

    Spuren verwischen können, Spuren falsch legen können, die genau wissen wie die österr. Kriminalpolizei u. d. Polizeiapparat arbeitet und die daher fähig sind "Polizeipannen" und "Fahndungspannen" herbeizuführen.

    Und - das sei auch erwähnt - solche Profis wissen auch genau wie man echte Drecksarbeit macht:

    z. B. die Beseitigung von einen spinnendem, einzelgängerischen Eigenbrötler und von einem hartnäckigen Kriminalpolizisten der partout weiter ermitteln möchte: alle beide durch "Selbstmord".


    Na und diese Zeugenaussage von der damaligen Schulkollegin Ischtar A. die zwei Täter bei der Entführung beobachtete? - das darf man bitteschön nicht so wortwörtlich nehmen, da waren schließlich "Widersprüche" dabei.

  11. Claudius
    16. April 2013 08:26

    Etwas zum Schmunzeln aus dem Presse-Leserfourm:
    User "falcon" postete am 15.4.2013 um 20:40 Uhr:

    - Die Erde ist eine Scheibe.

    - Die Sonne kreist um die Erde herum weil die Erde der Mittelpunkt des Universums ist.

    - Jesus Christus wurde nicht auf Golgotha gekreuzigt sondern das war ein anderer weil Jesus Christus nach Indien ging und dort heiratete.

    - US-Präsident John F. Kennedy wurde 1963 in Dallas vom Einzeltäter Lee Harvey Oswald ganz alleine mit einem Gewehr ohne jedewede Unterstützung ermordet.

    - Und die "Mehrtätertheorie" im Fall Natascha Kampusch stimmt nicht. (Ende)

    Link: http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/1388717/Fall-Kampusch_Keine-Beweise-fuer-MehrtaeterTheorie-?direct=1389283&_vl_backlink=/home/panorama/index.do&selChannel=119

  12. fokus
    15. April 2013 23:48

    Apropos Gerechtigkeit:

    http://diepresse.com/home/panorama/wien/1388843/Messerattacke-am-Handelskai_Verdaechtiger-bestreitet-Tat

    Der Name des Verdächtigen ist nunmehr bekannt, wird aber in allen Meldungen unterdrückt. Er lautet: Massiullah K.
    Wie hätte jedoch die Berichterstattung gelautet - allen voran im ORF (!!!!), wenn diese Tat ein Österreicher einem Familienvater mit Migrationshintergrund angetan hätte? Wo bleibt da der unabhängige Journalismus bzw. die vielgerühmte Gerechtigkeit? Muß die autochtone Bevölkerung das alles hinnehmen?

    JA, denn man beachte am Ende des Berichtes, wenn sich nur der leiseste Unmut breit macht, wird die Kommentarfunktion sofort dicht gemacht. Das nennt man dann Meinungsfreiheit in unserer Demokratur!

    • Gandalf
      16. April 2013 00:03

      @fokus:
      Ich will Sie nicht zu sehr enttäuschen: Aber der vom migrationshintergründigen Messerstecher verletzte Familienvater HAT selbst einen Migrationshintergrund! Den Kommentar, den ich hiezu mündlich gebe, möchte ich mir hier lieber verkneifen.

    • fokus
      16. April 2013 00:14

      @Gandalf

      Vielen Dank für den Hinweis - wußte ich nicht, dann wird mir einiges klarer! ;-)

    • FranzAnton
      16. April 2013 06:51

      @ Gandalf: Na und!? Egal, ob ein Ausländer oder Inländer jemanden mit dem Springmesser attackiert: Die Herkunft der Beteiligten braucht und sollte auch keinesfalls verschwiegen werden! Damit wird ja die Relation der Malversanten zu Bevölkerungsgruppen erst sichtbar! Alles Verschweigen von Wahrheit ist grundsätzlich abzulehnen, es kann absolut nichts Gutes damit bewirkt werden! Der Messerstecher gehört jedenfalls drakonisch zur verantwortung gezogen!

    • fenstergucker
      16. April 2013 12:08

      @Franz Anton

      *********

      Das Verschweigen von Wahrheit zählt genauso zum Lügen!

    • plusminus
      16. April 2013 17:00

      @Gandalf

      Die autochtone Bevölkerung traut sich schon lange nicht mehr, Migranten im öffentlichen Raum um mehr Ruhe zu bitten, daher wundert mich Ihre Info nicht!

  13. Gandalf
    15. April 2013 21:05

    Ohne Befragung der Herren Adamovich und Rzezut (die ja keine dahergelaufenen Plauderer, sondern Höchstgerichtspräsidenten a.D., also hochrangige Juristen mit grosser Berufserfahrung sind) sowie der Augenzeugin der Entführung ist der gesamte "Expertenbericht" das Papier nicht wert, auf dem er geschrieben wurde. Schade um das viele Geld, das dafür ausgegeben wurde. Und die Frage, ob sich Oberst Kröll, der ja einer ganz anderen, vielleicht der richtigen, Lösung des Falles auf der Spur war, wirklich selbst erschossen hat, oder ob möglicherweise doch nachgeholfen wurde, scheint überhaupt niemanden interessiert zu haben?!

    • Konrad Loräntz
      16. April 2013 13:33

      Hier geht´s ja eigentlich nicht um Natasa K., aber wenn wir schon dabei sind. Warum denk ich bei FBI immer an die berühmten internationalen Wahlkampfhelfer für Klima und Gusenbauer? Und was genau könnte jemand vom FBI in dieser Sache so auf die Schnelle denn ausrichten? Oder habe ich die Auflistung der neuesten Tricks, die hier zu Anwendung kamen, zu lesen. Könnte ich ja noch nachholen- wo findet man dazu Näheres?

    • Torres (kein Partner)
      17. April 2013 10:45

      In diesem Zusammenhang sei auch daran erinnert, dass es ja nicht nur um einen möglichen Zweittäter ging, sondern auch um das mehr als aufkärungsbedürftige Verhältnis zwischen Natascha Kampusch und ihren Eltern, insbesondere ihrer Mutter, sowie deren ebenfalls mögliche Verbindung zu Priklopil - alles Fakten, die auch Adamovich angesprochen hat, die aber - ohne dass Adamovich die Beweismöglichkeigt gegeben wurde - gerichtlich abgeschmettert wurden. Auf jeden Fall muss der nicht eingeweihte Beobachter zu dem Schluss kommen, dass eigentlich so gut wie nichts so stattgefunden hat, wie das offiziell präsentiert wird.

  14. Undine
    15. April 2013 20:47

    Auch eine etwas seltsame Auffassung von Recht:

    Presserat schützt "Menschenwürde" eines mutmaßlichen Vergewaltigers!

    http://www.unzensuriert.at/content/0012419-Presserat-sch-tzt-Menschenw-rde-eines-mutma-lichen-Vergewaltigers

    • dssm
      15. April 2013 21:28

      Und was ist daran so absonderlich. Der potentielle Täter ist ja noch nicht verurteilt, es gilt die Unschuldsvermutung. Auch eventuelle Besonderheiten des Falles sind nicht bekannt, würden aber selbst im Falle eines Schuldspruches eventuell die Geschichte anders aussehen lassen ....
      Wo kommen wir hin, wenn die Journaille eine Vorverurteillung durchführt?

    • Torres (kein Partner)
      17. April 2013 10:47

      Ein "mutmaßlicher" Vergewaltiger ist im juristischen Sinne unschuldig - da ist es ja wohl selbstverständlich, dass seien Menschenwürde geschützt werden muss.

  15. dssm
    15. April 2013 20:38

    Wenn man auf die aktuellen Entwicklungen an den Finanz'märkten' schaut, so reift die Erkenntnis: Lange dauert es nicht mehr. Dann werden ganz unangenehme Wahrheiten auch ganz unangenehme politische Entscheidungen hervorbringen.

    Egal in welche Richtung es dann geht, neben der Journaille, muss insbesondere beim faulsten Teil der Beamtenschaft ordentlich ausgemistet werden, nämlich bei den Justizbeamten, das hat man leider nach dem Ende des Dritten Reiches versäumt.

    Im Idealfall kommen wir zu einer wesentlich stärkeren Laiengerichtsbarkeit.

    • Der Zweifler
      15. April 2013 20:51

      @dssm
      Die Vorboten des Zusammenbruchs sind ja nicht mehr zu übersehen (-lesen):

      "Sparer zahlen für Banken-Crash: Die große Enteignung kommt".

      http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/04/15/sparer-zahlen-banken-crashWir steuern auf einen rechtlosen Zustand in Europa zu.

      Schlußsatz:

      ....."Und der wird richtig teuer für jene, die geglaubt haben, die Banken seien ihre Dienstleister, und die Politiker ihre Fürsprecher.

      Die Bürger Europas werden verraten und verkauft".

    • dssm
      15. April 2013 21:37

      Ich fürchte den Crash wirklich. Denn jemanden alle möglichen Schimpfwörter an den Kopf zu werfen ist harmlos, aber jemanden der Dummheit zu überführen ist wirklich gefährlich.

      Also werden jene breiten Schichten, die bisher sicherheitshalber das Hirn ausgeschaltet hatten, sich erinnern, daß es auch gut begründete andere Meinungen gab. Dann beginnt das Suchen nach Schuldigen, denn nichts ist schlimmer denn als Dummkopf überführt zu sein. Es MUSS jemand anders schuldig sein!

      Der Zugriff auf Sparkonten ist dabei ja noch eine Kleinigkeit, da sind momentan ganz andere Elefanten, ignorierter weise, im Raum.

  16. Josef Maierhofer
    15. April 2013 20:36

    Ein erfahrener Rechtsanwalt hat mir einmal, als ein Kontrahent, der einem anderen, während dieser im Ausland war, 4 Eigentumswohnungen listiger weise 'abgenommen' hatte, vom Strafrichter freigesprochen wurde, als dann der Zivilprozess trotz aller vorliegenden Beweise in zweiter Instanz abgewiesen wurde, mehr konnte sich der alte Mann damals nicht leisten, dies alles bloß weil zwei österreichische Justizminister (der eine als Notar, der andere als Freund des Täters)
    darin involviert waren, zwar nicht als Täter, aber als Helfer, dieser Anwalt hat mir gesagt, 'ich kenne Gesetze, ich kenne Rechte, aber Gerechtigkeit kenne ich nicht', dies auf meine Frage, ob er dem alten Mann nicht zu Gerechtigkeit verhelfen könne.

    Bloß heutzutage hat das inzwischen schon Methode, das ausüben von Ungerechtigkeit.

  17. Ulrich
    15. April 2013 20:35

    Der Begriff der "Gerechtigkeit" ist wohl der am meisten missbrauchte seit jeher. Er ist letztlich doch nur Ausdruck eigener - im besten Fall hehrer - Wertvorstellungen. Und da tu ich mir mit der Unterbergerschen Forderung nach einem Schuldspruch bei der dargestellten Beweislage schon ein wenig hart. Ein Schuldspruch im Zweifel? Bravo. Hatten wir schon und wollen wir nicht mehr. Ich halt nicht.
    Und Kampusch? Alle beeinflusst von den bösen Innen- und Justizressorts? Auch und ausgerechnet ein bundesdeutscher Topkriminalist, der sich von den Ösis etwas einreden lässt, an das er selbst nicht so richtig glaubt? Mhm.

  18. machmuss verschiebnix
    15. April 2013 20:16

    Stichwort: "...einfach Hinnehmen..."

    Ich gehe auch grade so einer Situation des "einfach Hinnehmens" entgegen:

    Schwer abschätzbar, wieviele Monate noch vergehen werden, nach dem Tod der
    besachwalterten Person (am 06.Okt.2013), bis zu jenem Tag, da ich als einziger
    Erbe die "Brösel" davon übergeben bekomme, was diverse "sozial" Einrichtungen
    übriggelassen haben (Wohnung ist futsch).

    Nun wollte ich Einsicht nehmen, in die Akte der Sachwalterschaft, aber das Gericht
    verweigert es mit der Begründung, daß Informationen über den Geisteszustand einer
    Person nicht weitergegeben werden dürfen (!)

    Das schießt in mehrfacher Hinsicht den Vogel ab:

    Erstens: die Person ist längst tot.

    Zweitens:
    Ich mußte den Krankheitsverlauf der Alzheimer-Patientin bis zum erlösenden
    Ende mitansehen, aber das Gericht darf mir nicht weitergeben, was ich selber
    GESEHEN und MIT-GELITTEN habe !@? [Stirn-tipp-tipp]


    Drittens:
    Selbst wenn hier kein Misbrauch vorliegt - ich empfinde allein schon diese
    schildbürgernahe Gesetzeslage als die reinste Einladung dafür.

    Ich mußte mir einen Anwalt nehmen, damit ich zumindest über die finanziellen
    Details aus der Zeit der Besachwaltung Auskunft erhalte (wobei ich noch
    immer nicht sehr zuversichtlich bin, daß dabei jemals was Sinnvolles zu
    mir "rüber wächst" ).

    Wie lange wird das noch so weitergehen - mit derlei schildbürgernahen Gesetzen,
    und mit einer breiten Mehrheit, die bereit ist Alles und Jedes hinzunehmen ???

    Aber andererseits - was kann Otto-Normal-Steuerzahler in so einem Fall
    schon groß unternehmen - der hat ja keine Lobbyisten im Parlament sitzen, die
    für ihn arbeiten würden, und die anderen - "seine" Volksvertreter - arbeiten offenbar
    gegen ihn


    .

    • machmuss verschiebnix
      15. April 2013 21:13

      Sorry - sollte natürlich heißen : " am 06.Okt.2012 " (verflixt - wieder kein Fall von Zeitreise).

    • FranzAnton
      15. April 2013 21:22

      Leider musste auch ich äußerst schlechte Erfahrungen mit zweifellos absichtlichem Gesetzesbruch, verbunden mit Benachteiligung durch Beamte, in zwei, unterschiedliche Gesetzesmaterien betreffenden Fällen erleben. Diese uns beherrschende Kamarilla, gebildet aus Politikern, Beamten, abhängigen Medien, und wie (nicht nur) heute im Forum dargelegt, auch der Justiz, agiert so, wie es die das Volk Beherrschenden allzeit gepflogen haben: parteiisch, unehrlich, selbstsüchtig, kurzum: schädlich. Wer dies ändern möchte, möge sich bitte(!!!) auf sein Gemeindeamt oder magistratisches Bezirksamt bemühen, und das "Volksbegehren Demokratie Jetzt!" unterfertigen! (wer nichts gegen die obwaltenden politischen Umstände unternimmt, braucht sich nicht zu wundern, wenn sich nicht nur nichts ändert, sondern peu a peu alles sich immer weiter verschlechtert); das Antikirchen-Volksbegehren aber sollte man, demgegenüber, aber wohl ignorieren.

    • F.V. (kein Partner)
      16. April 2013 20:37

      FranzAnton,

      Ihr emsiges Bemühen in Ehren, aber Sie erwarten doch nicht im Ernst, daß damit auch nur die geringste Besserung verbunden wäre.

      Die Dämokratie ist doch - egal mit welcher Verkleidudng - jenes Maskerade, mit der die Anonyma ihre despotische Herrschaft zementiert.

    • Franziska Malatesta (kein Partner)
      17. April 2013 00:13

      In Sachwalterschaftsverfahren gibt es Mißbrauch ohne Ende. Die einzige Person, die parteistellung und damit ein Antragsrecht und Recht zur Akteneinsicht hat, ist die besachwaltete Person - aber die ist dement. Wenn solche Personen von ihren Sachwaltern in Komplizenschaft mit den Bezirksgerichten abgezockt werden, existeiert keine Kontrollinstanz, die das verhindern könnte. Der Tagsatz in den Pflegeheimen der Gemeinde Wien beträgt seit 1.7.2012 z.B. bei Demenz mit Pflegestufe 6 € 300.- pro Tag, abzüglich Pfelgegeld also € 8000.- pro Monat, da hält eine Wohnung nicht besonders lang vor. Sollte die Person aber ein bißchen mehr besitzen, z.B. eine Villa in Hietzing, dann dauert es länger, bis die Villa futsch ist bzw. der Gemeinde Wien gehört. Unterdessen kassiert der Sachwalter 5% von den laufenden Einkünften und 2% vom Verkehrswert der Villa (!) pro Jahr, das ist wesentlich mehr, als z.B. die Gewerkschaft als Vermögenssteuer vorgesehen hat. Bei manchen alten Frauen kommen da ganz schöne Summen zusammen. Das BG Hietzing arbeitet mit einem RA Dr.K. aus Klosterneuburg zusammen, der über eine beträchtliche kriminelle Energie bzw. Unverschämtheit verfügt. Vermutlich laufen Kickback-Geschäfte zwischen dem BG 13 und den Sachwaltern.
      Vielleicht wollen Sie mit mir Kontakt aufnehmen, ich bin von der Sachwalterkatastrophe traumatisiert und suche nach anderen Beschädigten.
      ingeborg.knaipp@inode.at

  19. Cotopaxi
    15. April 2013 19:44

    Der Fall Kampusch ist auch Resultat eines übertriebenen Opferschutzes, denn sie wurde von den ersten Tagen an von einem undurchdringlichen Kreis von Psychologen, Beratern, usw. umgeben und abgeschirmt und war für eine objektive Befragung durch die Justiz nicht mehr greifbar.
    Dieser ist aber auch vorwerfbar, dass sie nach dem Tod des Entführers wenig Interesse zeigte, alle Hintergründe zu erfahren und geneigt war, so schnell wie möglich den Akt zu schließen, um eigene Ermittlungspannen unter den Teppich zu kehren.

    • F.V. (kein Partner)
      16. April 2013 20:50

      Cotopaxi,

      das war doch nicht Opferschutz, sondern Täterschutz. Indem man die Kampusch mit all diesen Leibwächtern und Psychopathen umgeben hatte, konnte man sie "konditionieren" und sicherstellen, daß nicht irgendetwas in die falsche Richtung laufen würde.

      In Belgien sind beim Fall Dutroux erst einmal 7 Jahre vergangen, ehe sich ein GEricht überhaupt damit befaßte und hinterher sind - wenn ich mich recht erinnere an die 40 Zeugen/Beteiligte verunfallt oder geselbstmordet worden.

      In Österreich hat sich der "Einzeltäter" Fuchs - ohne Hände - am RAsiererkabel erhängt. (Mir gelang es mit gesunden Händen nicht in so ein Kabel einen haltenden Knoten zu knüpfen, und als ich mich an so einem Kabel (wahrscheinlich 0,5 Quadrat oder geringer) hochziehen wollte riß es sofort ab, doppelt genommen ebenfalls und für eine Verdreifachung reichte die Kabellänge des Rasierapparates nicht mehr.) Im übrigen wurde die Leiche binnen 24 Stunden kremiert, wohl um weitere forensische Untersuchungen zu befördern.

      Auch bei Haider hatte die Staatsanwaltschaft - ohne Wissen und Einwiwlligung der Familie - die Leiche "einbalsamiert", d. h. mit Chemikalien vollgepumpt, um die genauere Untersuchung wahrscheinlich zu befördern.

      Daß FBI und dt. Kriminalbehördern zugezogen wurden, kann nur zum Zweck eines Gefälligkeits-"gutachtens" gewesen sein.

      Nun, in der Haut der Kampusch möchte ich nicht stecken, auch mit diesem Persilschein für die offenbaren Mittäter ist sie nach wie vor in Lebensgefahr; sie könnte ja doch noch plappern.

  20. Der Zweifler
    15. April 2013 19:37

    Unsere Justiz schafft keine Gerechtigkeit sondern verschafft den an der Macht befindlichen Parteien das geforderte (Un)Recht zum Machterhalt und zur Durchsetzung ihrer Interessen.
    Interessant wäre es zu erfahren, welche (sicherlich nicht geringen) Kosten aus dieser völlig nutzlosen Einbindung von FBI und BKA in den Fall Kampusch für den Steuerzahlern erwachsen sind.

    • fokus
      15. April 2013 19:47

      Soeben vermeldet: diese am Ende völlig nutzlose Einbindung von FBI und BKA kosten dem Steuerzahler ca. 500.000,-- Euro.
      Das sollten die Auftraggeber für ihre Ineffizienz aus der eigenen Tasche zahlen!

    • Der Zweifler
      15. April 2013 19:52

      @fokus
      Na ja, so in etwa habe ich es mir auch vorgestellt, wenn nicht sogar höher!
      Aber was soll's, wenn man an die hohen Verfahrenskosten für die Berufungen von Scheinasylanten samt deren aus Steuergeldern finanzierten NGO-Anwälten denkt, sind dies ohnhin nur "peanuts" :-)

    • fokus
      15. April 2013 20:05

      @Der Zweifler

      So gesehen, ja - da stimme ich zu! ;-)

    • Brockhaus
      15. April 2013 21:56

      Wir kennen das leider auch aus anderen Bereichen. So wurde seinerzeit zunächst die schweizer Firma Häussermann um viel Geld mit der Evaluierung der österreichischen Sozialversicherung beauftragt, nach ein paar Jahren die bekannte KPMG und auch Prof.Bert Rürup aus Deutschland wurde bemüht.

      Alles natürlich auf Kosten der Steuerzahler. Zur Sanierung der österreichischen Sozialversicherung hat dies alles aber herzlich wenig beigetragen.

  21. fokus
    15. April 2013 19:35

    Eine alte Volksweisheit besagt schon lange, daß Recht nicht immer Gerechtigkeit bedeutet.
    Ob und wer immer interveniert, bei so manchen Prozessen samt Urteilen wird dem Bürger diese Erkenntnis grell vor Augen geführt.

    Besonders mißtrauisch machen die gerichtlichen Vorgänge um den immer noch als "Cold Case" zu bezeichnenden Fall Kampusch. Wenn nicht irgendwann Kommissar Zufall doch noch mitspielt, wird er vermutlich nie restlos geklärt. Es scheint zu viele Interessen zu geben, dies zu verhindern. Die Einsetzung der letzen Kommission war eine reine Beschwichtigungstaktik, denn wer sagt, daß diesen Ermittlern ALLE Aussagen und Akten UNEINGESCHRÄNKT zur Verfügung standen, damit sie zu unabhängigen, neuen Ergebnissen kommen könnten?
    Es ist unvorstellbar, daß sowohl Adamovic als auch Rzeszut sich zu völlig irrelevanten Aussagen hinreißen ließen und ein freiwillig aus dem Leben geschiedener Polizist von dem Fall abgezogen werden mußte. Das liest sich nicht beruhigend, trotz des nunmehr endgültigen Schlußstrichs.

    Erinnert mich auch an den Briefbomber Franz Fuchs als Alleintäter, der sich ohne Hände in seiner Zelle erhängte und dessen Tatort, das Labor für die ausgefeilte Briefbombentechnik, nie gefunden wurde.

    Tja, auch in Österreich agiert die Justiz nicht immer fleckenlos und es fehlen schmerzlich investigative Journalisten wie seinerzeit Pretterebner beim Fall Lucona.

  22. Observer
    15. April 2013 19:10

    Hier bestätigt sich wieder einmal die alte Juristenweisheit:
    Zwischen RECHT HABEN und RECHT BEKOMMEN ist ein gewaltiger Unterschied. In diesem Fall betrifft es die Staatsanwaltschaft als Ankläger.





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