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Wie von einer Pandemie befallen schienen zuletzt Österreichs Medien und Parteien. So rapid hat sich ein grundsätzlicher Denkfehler verbreitet. Sie haben in einem Schwachsinnswettbewerb den Eindruck erweckt, man könne die Bürger schadlos halten, wenn für ein hier nicht vorhandenes (oder aus Populismus nicht abgebautes) Produkt an ausländische Verkäufer deutlich mehr gezahlt werden muss.
Das gilt für Kaffee genauso wie für Bananen oder Kakao (die alle vom globalen Erntewetter abhängig sind) wie für seltene Erdmetalle (deren Abbau und Raffinierung China preistreibend monopolisiert hat) wie für Öl und Gas (die durch die Kriege knapp geworden sind).
Wenn globale Preise steigen, gibt es bei jedem Produkt nur vier Möglichkeiten:
Ein Fünftes gibt es nicht.
Bei Benzin und Diesel hat die Regierung – im Kampf gegen das von ihr neuerdings zum Staatsfeind erhobenen "Durchrauschenlassen" der Preise – im Gegensatz zu sonstigen Verteuerungen den vierten Weg gewählt.
Ja, die Regierung bremst auch ein wenig das Entstehen einer Inflationsspirale, weil im Preis jedes Produkts ja auch der für Diesel steckt. Zu diesem Zweck wäre aber das viel schlauer und billiger gewesen, was einige kluge Köpfe geraten haben: Dass man statt des Diesels die heimischen Frächter subventioniert, welche die Produkte in die Supermärkte bringen. Wenn man schon so viel Angst vor dem "Durchrauschenlassen" hat.
Ich schreibe in jeder Nummer von Österreichs einziger Finanz- und Wirtschafts-Wochenzeitung "Börsen-Kurier" die Kolumne "Unterbergers Wochenschau".