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Krieg und Migration: Woher die Söhne? Wohin die Söhne?

Überschüssige Söhne sind eines der zentralen Probleme der Weltgeschichte – wenn sie nicht nach den (bis zur Agrarrevolution, dem Kunstdünger und der Globalisierung) regelmäßigen Hungersnöten überhaupt die schlimmste Geißel der Menschheit sind. Das hat der deutsche Demografieforscher und Soziologe Gunnar Heinsohn ziemlich schlüssig nachgewiesen. Wo es zu viel junge Männer gibt, wird getötet. Sei es durch Krieg. Sei es durch eine hohe Kriminalitätsintensität, wie sie etwa in den Favelas von Rio de Janeiro herrscht, wie es sie in US-Innenstädten noch vor wenigen Jahrzehnten gegeben hat. Eine überalterte Gesellschaft mit einem Mangel an Söhnen beginnt hingegen in der Regel keine Kriege. Und hat ganz andere Sorgen.

Aber um die soll es heute nicht gehen.

Die richtige, aber etwas krude These Heinsohns ist wohl durch eine weitere mögliche Konsequenz eines Überschusses an Testosteron-reichen, aber Land-armen Zweit- und Drittsöhnen zu erweitern: Neben der Anzettelung von Kriegen ist das oft die Migration, um sich neue Möglichkeiten zu erobern. Das ist die heutige Massenmigration aus der islamischen und afrikanischen Welt nach Europa und aus der lateinamerikanischen in die USA. Das sind genauso die Millionen gewesen, die einst aus dem überbevölkerten und immer wieder von Hungersnöten geplagten Europa in der Hoffnung auf eine neue, bessere Existenz nach Amerika, in die afrikanischen Kolonien, nach Australien gefahren sind (vor allem nach Australien kamen freilich viele von ihnen ganz unfreiwillig, weil sie dorthin verbannt worden sind).

Freilich: Gerade der Vergleich mit der Kolonialzeit macht klar, dass der Unterschied zwischen Krieg und Kolonisierung gar kein so großer ist. In beiden Fällen kommen primär männliche Massen abenteuerlustig in ein Land, das sie nicht gerufen hat. Sie haben gar nicht sonderlich darüber nachgedacht, dass in diesen Ländern durchaus schon seit langem andere Menschen leben, die auf den Zuzug nicht sonderlich erpicht sind. Regelmäßig wurden die Besitzer einer anderen Hautfarbe irgendwie als Untermenschen angesehen, die keinen Anspruch auf Gleichberechtigung oder Herrschaft über ein Land haben.

Das führte einst zu den nordamerikanischen Indianerkriegen genauso wie zu den Massakern, die vor allem Belgier und Deutsche in Afrika anrichteten. Das führte auch zur Sklaverei. Das führte freilich auch zu einem gewaltigen Entwicklungssprung in großen Teilen Afrikas, Asiens und Amerikas, zur Einkehr moderner Medizin und Landwirtschaftsmethoden, zu einer massiven Erhöhung der Lebenserwartung und des Lebensstandards – und auch zu einer weitgehenden Befriedung Afrikas, wo Stammeskonflikte lange die Regel und nicht nur die Ausnahme gewesen sind.

Auch wenn die heutigen Linken, welche viele Universitätsinstitute erobert haben, das oft unter den Tisch kehren, so waren aber auch Europäer oft Opfer der Versklavung. Damit sind nicht nur die von den alten Römern in Kriegszügen versklavten Völker, etwa die Griechen gemeint; jahrhundertelang sind umgekehrt auch die Italiener im Süden – als dort jahrhundertelang die staatliche Ordnung kollabiert ist – schutzlose Opfer arabisch-islamischer Sklavenjagden quer übers Mittelmeer geworden.

Die Ähnlichkeit zwischen Migrationen, Eroberungszügen und Kriegen der Geschichte, um nicht zu sagen die Identität dieser auch als "Vater aller Dinge" bezeichneten Umbruchsphänomene, führt zwangsläufig zur bangen Sorge: Hat nicht auch die Migration der letzten Jahrzehnte genauso kriegsähnliche Züge? Gewiss ist ungerufene Massenmigration noch kein klassischer Krieg, aber:

  • Aber sie schaut verdammt ähnlich wie eine Invasion aus.
  • Aber der steile Anstieg der Kriminalität bestätigt jedenfalls einen Teil der Heinsohn-Erkenntnisse.
  • Aber Demonstrationen, die nach einer Ausrufung des Kalifats in Europa rufen, sind eindeutig als Aufrufe zu einer Eroberung einzuordnen.

Zwar scheint die islamische Aggression vorerst ganz auf einem anderen Weg, nämlich jenem der Moslembrüder, unterwegs zu sein. Die Strategie dieser auch in Österreich aktiven Brüder auf den Punkt gebracht lautet: Warum etwas mit Gewalt versuchen, was auch anders geht? Vor allem gilt das:

  • wenn die müde gewordenen europäischen Demokratien einen relativ unblutigen und leichten Weg zur kulturellen Durchdringung, zur Erringung der politischen Mehrheit und damit zur irreversiblen Errichtung eines islamischen Staates anbieten;
  • wenn noch dazu einige europäische Parteien und Richter dabei sogar Schützenhilfe leisten;
  • wenn die wachsende Überzahl der Söhne für die vorerst "nur" quantitative Überlegenheit der Migranten spricht – bei gleichzeitiger technischer Überlegenheit der autochthonen Europäer.

Die Indizien sind zahlreich, dass die islamischen Invasoren schon weit auf diesem Weg vorangekommen sind.

So ist das Kopftuch als Herrschaftssymbol der islamischen Männer besonders augenfällig; samt einem Bundespräsidenten, der schon schwadroniert hat, dass die heimischen Frauen doch freiwillig ein solches aufsetzen sollten; samt autochthonen Schulmädchen, die es tatsächlich aufsetzen, wenn auch mehr unter Druck als freiwillig, um von islamischen Jugendbanden nicht als "Huren" behandelt und vergewaltigt zu werden. Das reicht von den immer lauter werdenden  Rufen, auch hierzulande islamische Feiertage einzuführen, bis zu dummen Politikern und Bischöfen, die den Islam für eine Religion wie jede andere halten und nicht begreifen, dass der Islam völlig untrennbar auch eine Eroberungsideologie ist.

Die demographischen Zahlen in ganz Europa sprechen dafür, dass der relativ unblutige Krieg in Wahrheit schon verloren ist. Auch die wohlgemeinten ungarischen Maßnahmen, autochthone Geburten zu fördern, haben ja nur unzureichende Erfolge erzielt.

Damit sind wir wieder bei der Demographie. Tatsache ist, dass in vielen Ländern der ganzen Welt die Geburtenraten geschrumpft sind und in absehbarer Zeit die Weltbevölkerung wieder schrumpfen wird. Ein Aspekt ist dabei freilich seltsam: In allen entwickelten und wohlhabenden Ländern von Europa bis Japan ist der Rückgang der Geburtenfreudigkeit viel rascher als in den armen Ländern. Das deutet auf eine der Hauptursachen des Rückganges: Wohlstand und Industrialisierung führen dazu, dass man keine Kinder braucht, um billige Arbeitskräfte insbesondere in der Landwirtschaft zu haben, um Vorsorge für das eigene Alter zu treffen. Eine weitere Ursache ist die fast globale Verfügbarkeit der Antibaby-Pille. Genauso spielt auch ein total neues Frauenbild eine Rolle.

Der Unterschied in den Geburtenraten übt – wie in der Physik – eine Sogwirkung aus, in jene Länder zu ziehen, wo die Bevölkerung überaltert, müde und durch eine fast verbrecherische Migrationsjudikatur wehrlos geworden ist. Und wo noch dazu Reichtum lockt, der relativ einfach zu holen scheint.

Viele Kriege von Uganda bis Myanmar lassen sich mit dem Faktor "erblose Söhne" (weil meist nur der Älteste erbt) gut erklären. Aber wie verhält es sich vor diesem Hintergrund mit den beiden großen Kriegen, die derzeit toben?

Jener im Nahost tobt eindeutig zwischen zwei Parteien, wo auf beiden Seiten noch ein Überschuss junger Männer zu finden ist. Dabei ist die hohe Geburtenrate in Israel besonders interessant: Sie ist ja eigentlich ein Widerspruch zum nachgewiesenen Zusammenhang zwischen steigendem Wohlstand und sinkender Geburtenrate. Israel ist da aber durch zwei Aspekte eine eindeutige Ausnahme:

  • Der eine ist die eindeutige religiöse Orientierung orthodoxer Juden zum Kinderkriegen.
  • Das andere ist die ebenso eindeutige nationale Motivation eines kleinen Volkes in seiner Gesamtheit, das von Vernichtung bedroht ist, wenn es sich nicht wehrt. Und zum Wehren gehört eindeutig auch das Gebären von genügend Soldaten in einem schier ewigen Konflikt.

Der russische Überfall auf die Ukraine hingegen ist von einem Diktator gestartet worden, der das Heinsohnsche Gesetz ignoriert hat und der das heute dementsprechend verzweifelt büßen muss. Denn Russland gehen ganz eindeutig in dramatischem Tempo von der Wirtschaft bis zur Armee die jungen Männer aus. Gleichzeitig gibt es keinerlei emotionale Motivation wie in Israel, aus nationaler Solidarität und religiöser Pflicht, künftige Soldaten – beiderlei Geschlechts – in die Welt zu setzen.

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