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Warum sind die Amerikaner reicher als wir?

Viel von dem, worum wir andere beneiden, liegt in Wahrheit an uns selbst und unseren kollektiven Haltungen. Unser Neid bezieht sich etwa darauf, dass  das Pro-Kopf-Einkommen in den USA im Schnitt um bis zu 50 Prozent höher ist als in der EU oder in Großbritannien. Das hat die OECD jetzt errechnet, nachdem sie die total unterschiedlichen Pensions- und Gesundheits-Systeme berücksichtigt hatte. Neben der Einstellung der Europäer geht ein Teil dieser Differenz auf steuerliche Unterschiede zurück, deren Ursache noch immer fast komplett in der nationalen, etwa österreichischen Verantwortung liegt, da ja die Steuern in der Kompetenz der EU-Mitgliedsstaaten verblieben sind.

Die Londoner "Times" hat in einer großen Analyse die wichtigsten Ursachen dieser 50-Prozent-Differenz erforscht. Als Wichtigstes nennt sie die "Liebe" der US-Amerikaner zur Börse. Dadurch steigt ihr Vermögen, ihre Altersvorsorge nicht nur um den Inflationssatz, um den die Pensionen in der Regel maximal steigen, sondern um die langfristig viel bessere Entwicklung an den Börsen. Die Europäer hingegen sind vielfach noch immer traumatisiert von den Crashs des 19. und 20. Jahrhunderts sowie der Krise 2008. Daher dominiert hier die Angst ums Geld, die Amerikaner hingegen diskutieren ständig, bei welchen Aktien sie ihr Geld am besten anlegen – und fahren damit seit hundert Jahren viel besser.

Andererseits legen sie weniger Wert auf Eigenheime. Deren Wert steigt langfristig deutlich langsamer als der von Aktien. Eigenheime machen nur 20 Prozent ihres Vermögens aus, in den europäischen Staaten weit mehr.

Dafür spielt bei den US-Bürgern das Pensions-Vermögen eine große Rolle: Im Schnitt hat jeder Baby-Boomer eine halbe Million Dollar angespart, die Hälfte des Geldes privat und die andere Hälfte über ein Pensionskonto, das wieder zur Hälfte von den Arbeitgebern gespeist wird.

Zugleich sind die US-Steuern viel niedriger. Die Mehrwertsteuer beträgt im Schnitt 6,5 Prozent. Die Einkommensteuer erreicht höchstens 37 Prozent (ab rund 600.000 Jahreseinkommen), in Österreich aber 50 (ab rund 100.000 Euro) und 55 Prozent (ab einer Million).

Der einzige Vorteil, den die Österreicher und etliche andere Europäer haben: Sie zahlen keine Erbschaftssteuer. Die gibt es in den USA aber auch nur für Liegenschaften, sobald deren Wert 15 Millionen übersteigt. Das trifft nur rund ein Promille der Besitzungen. Zugleich können die Amerikaner zu Lebzeiten so viel verschenken, wie sie wollen, ohne dass das die Steuer etwas angeht ...

Ich schreibe in jeder Nummer von Österreichs einziger Finanz- und Wirtschafts-Wochenzeitung "Börsen-Kurier" die Kolumne "Unterbergers Wochenschau".

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