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ORF, wo man Geschmeidigkeit lernt

Sebastian Kurz und H.C. Strache haben in den letzten Tagen vorweihnachtlich geladen, so wie jedes Jahr. Darunter viele Journalisten. Dreimal darf man raten, wer die Empfänge am intensivsten gestürmt hat – und zwar ganz sicher nicht der Maroni oder Gansl wegen, die jahreszeitgemäß gereicht wurden.

Denn diese beiden spätherbstlich-winterlichen Köstlichkeiten gab es bei den beiden Parteien auch schon früher jedes Jahr. Dennoch war heuer der Ansturm unvergleichlich stärker. Aus einem klaren Grund: Während aus den Zeitungen halt jeweils wie immer ein oder zwei Journalisten kamen, hat plötzlich fast die gesamte ORF-Redaktionsmannschaft ihre "Liebe" zu Schwarz und Blau entdeckt. So sehr, dass wahrscheinlich ein Weltkrieg ausbrechen hätte können und niemand im Gebührensender hätte es gemerkt. Auch der sich ebenfalls anschleimende ORF-Generaldirektor natürlich nicht.

Wir sehen: Genau die gleichen Menschen, die elf Jahre lang "öffentlich-rechtlich" gegen die beiden Parteien rechts der Mitte gehetzt haben, biedern sich jetzt peinlich an, als ob sie eh schon immer dazugehört hätten. Und zwar am liebsten bei beiden gleichzeitig.

Offen bleibt nur die Frage: Ist das widerlich? Ist das peinlich? Oder ist das halt bloß österreichisch geschmeidig-charakterlos?

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