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Die Gesamtschule muss her, weil die Unis kaputt sind

Die Bildungsdiskussion in Österreich wird immer skurriler: Jetzt schwenkt auch in Vorarlberg die ÖVP in ihrem Todestrieb auf ein grünes Bildungsprogramm ein, so wie schon in Tirol. Und alle linken Zeitungen trommeln weiter „Gesamtschule her!“ Gleichzeitig aber zeigt sich, wo Österreichs wirkliches Problem liegt. Weit weg von der Schule der 10- bis 14-Jährigen.

Das ist vor allem der Zustand der österreichischen Universitäten. Denn während Österreich bei den Pisa-Tests der 15-Jährigen international noch im Mittelfeld liegt, stürzen seine Unis bei jedem globalen Ranking immer weiter ab.

Beim „Times“-Ranking nur noch an 182. Stelle zu liegen, ist ein totaler Offenbarungseid, ist geradezu eine Demütigung. Dabei ist dieser Rang der Uni Wien noch der beste einer österreichischen Uni in diesem Ranking. Alle anderen liegen noch weit dahinter. Die Universitäten in Graz und Linz gar nur noch hinter dem 350. Platz.

Aber absurderweise wird das nicht diskutiert, weder Medien noch Politik sind daran interessiert oder begreifen das. Die ÖVP hat seit dem Abschuss von Minister Töchterle keinen einzigen Bundespolitiker mehr, dem die Qualität der Universitäten ein Herzensanliegen wäre. Rot und Grün hatten das eh nie; sie verstehen unter Universitätspolitik ohnedies nur die Übernahme der aberwitzigen Wünsche ihrer linksradikalen ÖH-Fraktionen, um so Wählerstimmen zu maximieren. Aber auch in der Opposition ist noch kein Politiker mit diesbezüglichem Engagement aufgefallen.

Die politischen Hauptversäumnisse sind dabei ebenso eklatant wie bekannt. Vor allem die anhaltende Verweigerung effektiver Zugangsregelungen macht einen sinnvollen Betrieb geradezu unmöglich. Aber auch die Streichung der Gelder aus Studiengebühren engt die Unis finanziell noch mehr ein. Eine immer weiter in die Höhe gehende Finanzierung der Unis aus Steuergeldern ist ja nur theoretisch eine Alternative, die Lage der Staatsfinanzen macht das unmöglich.

Aber auch die Schuld der Unis, ihrer Professoren und Rektoren am eigenen Absturz selbst ist gewaltig. Man schaue sich etwa die Presseaussendungen der Uni Wien an, um zu sehen, mit welchen politisch korrekten Randthemen sich diese im lächerlichen Raum positioniert. Viel zu viel Geld fließt in sinnlose Studienrichtungen ohne wissenschaftliche oder nennenswerte berufliche Perspektiven (die österreichischen Publizisten und Politologen beispielsweise haben ja beides nicht). Das knappe Geld wird für zahllose überflüssige Lehrkanzeln über Genderismus und dergleichen ausgegeben. Bei der Berufung von Professoren ist schon lange kein interessanter und wichtiger Kopf aufgefallen. Man nimmt lieber Altkommunisten von einstigen DDR-Unis (oder kriegt nur noch solche). Keine einzige Uni erweckt den Eindruck, dass man dort mit Energie zumindest versuchen würde, sich selbst aus dem Sumpf zu ziehen. Und wenn Österreicher internationale Top-Preise bekommen (wie etwa zuletzt in Mathematik), sind sie im Ausland tätig und denken nicht an eine Heimkehr. Aus dem Ausland kommen nur noch deutsche Numerus-clausus-Flüchtlinge ins Land und jene europäischen Studenten, die mit Hilfe eines Erasmus-Stipendiums ein Skifahr- oder Kultur-Semester genießen wollen.

Da ist es kein Wunder, dass immer mehr junge Österreicher zumindest versuchen, gleich von Anfang an an eine ausländische Elite-Uni zu kommen. Wo es einen harten Auslese-Prozess gibt (wenn nicht die Eltern ein Vermögen zahlen können).

 

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alle Kommentare

  1. Matee (kein Partner)
  2. Aqila (kein Partner)
  3. Abel (kein Partner)
  4. Vulcanizare (kein Partner)

    It's a plarsuee to find someone who can think so clearly



  5. Artegrafiko (kein Partner)

    I just hope whoeevr writes these keeps writing more!



  6. Jalid (kein Partner)

    I found myself nodding my noggin all the way thghuro.



  7. Fareha (kein Partner)

    Super jazzed about getting that kn-wwhoo.



  8. AppolloniO (kein Partner)

    Herr A.U. es ist noch schlimmer, denn es fängt schon ganz unten an, also im Kindergarten. Sollen oder müssen Kinder in den Kiga? Wenn ja, ab welchem Alter?
    Was sollen sie dort lernen? Deutsch jedenfalls nicht. Sollen die Betreuer (alle) studiert haben?
    Aufgrund des Streites sind dann eben viele Kinder noch schuluntauglich.

    Dann kommen die unseligen 8Jahre, nach denen noch immer viel zu viele weder ordentlich rechnen, schreiben oder lesen können. Die anderen zwingt man bis zur Matura durch, wo ja keiner durchfallen darf.
    Und der Rektor der Wiener Uni lehnt Vorab-Prüfungen für Studierende ab. D.h. die Unis werden zugemüllt.

    Und dann kommen noch die von A.U. beschriebenen Missstände.



    • Isabella (kein Partner)

      .. was Männer krank macht
      Die schleichende aber effektive Umsetzung der NWO zur Versklavung der Menschheit hat eine Haupttaktik: Die Vernichtung der Familie als Arche des Überlebens, als ideales "Biotop", in dem ein kleiner Mensch gesund und glücklich zu einem (selbst)bewußten Menschen heranwachsen kann. Dazu muß die Frau als liebende, behütende Mutter genauso entfernt werden, wie der Mann als fürsorgender, beschützender Vater. Man macht also auf tausend Wegen die weiblichen Tugenden der Frau lächerlich und peitscht sie zu gestreßten, harten Karrieremenschen und tritt die Tugenden des Mannes in den Dreck und prügelt ihn ....
      http://quer-denken.tv/index.php/871-die-demuetigung-des-phallischen

  9. heartofstone (kein Partner)

    "Etwas" OT ... aber was spricht eigentlich dagegen die Sympathisanten der mohammedanischen Ideologie (Religion ist der Islam IMHO nicht) einfach an die Wand zu stellen und ihre Kadaver in der nächsten Schweinezuchtanstalt zu entsorgen? ... Ach ja die Mohammedaner vom islamischen Staat haben gerade wieder einen Gefangenen enthauptet ...



  10. Biologist (kein Partner)

    Sie erwarten von den Universitäten einfach zu viel. Sie sollen die politisch korrektesten Fahnenträger der gesellschaftlichen Veränderung sein, und dann sollen sie bitte auch noch gut sein?



  11. Herzogberg (kein Partner)

    An dieser Situation ist nicht nur die derzeitige Unterdotation der österreichischen Universitäten schuld, sondern auch die Langzeitwirkung des unseligen UOG 75. Dieses ermöglichte die Mitbestimmung Unqualifizierter für die Besetzung von Universitätspositionen. So durften unbedarfte Funktionäre der Hochschülerschaft über Habilitationen und Professorenberufungen mitentscheiden - damit wurde das Selbstergänzungsrecht der Universitätsprofessoren ausgehebelt (erinnert an die angedachte Veränderungen, wie Aufsichtsratsmitglieder der ÖIAG in Zukunft bestellt werden sollen).



    • Herzogberg (kein Partner)

      Weiterer Text.

      Ein Beispiel: An der TU Wien war eine Professorenstelle für Informatik ausgeschrieben. Neben anderen bewarben sich zwei männlich Wissenschafter von Weltgeltung (ein Preßburger, der liebend gerne nach Wien gekommen wäre (no na!) und ein Österreicher) für diese Stelle. Die Berufungskommission entschied, drei weibliche Bewerber auf die Berufungsliste zu stellen, von denen eine die Professur bekam. Das Tüpfelchen auf dem I: Der Preßburger wurde sofort von der ETH Zürich genommen.

      Das ist einer der Gründe - es gibt noch viele andere (auch finanzielle) - die bewirken, daß die ETH Zürich (noch vor den Technischen Universitäten München und Aachen) die beste Technik Kontinentaleuropas ist.

      Auch wenn wir von nun ab ideale Zustände in der Hochschulpolitik haben sollten - wir werden etwa 30 Jahre brauchen, um den Schaden des UOG 75 zu beseitigen - umso mehr, als die Nutznießer des UOG 75, die 1968er und ihre Epigonen nach wie vor die Hochschulpolitik bestimmen.

    • Undine

      @Herzogberg

      *********!
      Allerdings: Es gibt auch Ausnahmen unter den Univ. Professoren---ich habe das Glück, so eine "Ausnahme" sehr gut zu kennen.

  12. Tik Tak (kein Partner)

    Für die Erkenntnis, daß akademisches und wissenschaftlich fundiertes Gendern keine Meriten mit sich bringt, brauchen die Österreicher natürlich ein Ranking.
    Auch "Irgendwas mit Medien oder Politik" scheint international nicht so der Renner zu sein.

    Witzig ist aber die Reaktion, u.a. vom Engl:

    Schickt mehr Geld.

    Vielleicht würde Hirn und Bildung mehr bringen?
    Die sind aber an Österreichs Universitäten mittlerweile nicht mehr so gefragt oder vielleicht auch nur aus.



  13. cmh (kein Partner)

    Wer war das gleich der BM Töchterle abgeschossen hat?



    • cmh (kein Partner)

      Und weil auch die Universitätsprofessoren angesprochen wurden:

      Universitätsprofessoren, genau gleich wie die Generalstabsoffiziere des ÖBH waren in Sozizeiten immer - und das muss betont werden - immer treue Diener ihrer Herren. Wie dankbar waren die immer, wenn man sie roterseits fallweise benötigte und wie glücklich haben sie jedes Hölzerl schwanzwedelnd apportiert.

      Wo war der Offizier, wo der Uniprofessor der gesagt hätte: "So nicht!" und kostete es die Karriere? Es gab die nicht und wenn waren schon fünf Kameraden bzw zehn Kollegen da, die ihm das Messer in den Rücken gestoßen hätten?

    • Tik Tak (kein Partner)

      "Wer war das gleich der BM Töchterle abgeschossen hat?"

      Das war die Leiche der ÖVP die nebenan noch beatmet wird - auch wenn es nur noch Mundgeruch bringt.

    • Prof. Walter A. Schwarz (kein Partner)

      Tik Tak: "Das war die Leiche der ÖVP die nebenan noch beatmet wird - auch wenn es nur noch Mundgeruch bringt."

      Köstlich!

      cmh: Und wo waren die zuletzt SPÖ-Verteidigungsminister, insbesonder Klug, welche im Ministerrat aufgestanden und wegen der "Sparmaßnahmen" unverzüglich ihre Position zur Verfügung gestellt hatten?

      Klug, der treue Diener seines BK-Genossen, hatte im Kollegialorgan Ministerrat für die weitere dramatische Reduzierung des Verteidigungsbudgets gestimmt! Sich jetzt hinzustellen und andere für dieses sicherheitspolitische Desaster verantwortlich zu machen, grenzt an Infamie!

      Übrigens: Der gestrige mimische und auch sonstige Auftritt des SPÖ-Klug könnte nicht wenige auch

    • Prof. Walter A. Schwarz (kein Partner)

      Fortsetzung:
      nicht wenige auch an einen Schmierendarsteller letzter Qualität erinnern.

      Und das vorgelegte 39 Seiten umfassende Papier, welches über 10 Seiten lang Bilder von Waffen des ÖBH zeigte, die man auch aus dem Internet herunterladen hätte können, tangierte die verfassungsmäßige Stellung und die Aufgaben des ÖBH in keinster Weise.

      Wenn das ein qualitätsvoller, militärwissenschaftlicher und auf die Sicherheitslage der Nation Bezug nehmender Output österreichischer Generalstabsoffiziere gewesen sein sollte, und nicht eine politisch geforderte Lohn- und Auftragsarbeit, dann ein weiteres Mal:

      Gute Nacht und Gott schütze Österreich - und die Militärkapellen...

  14. Hegelianer (kein Partner)

    Unbedingt anführen muß man allerdings auch die sogenannte "Kettenvertragsregelung", junge Wissenschaftler selbst bei Anstellung über den FWF nach spätestens 6 Jahren von der Uni zu werfen - und zwar ungeachtet ihres wissenschaftlichen Outputs! Die wenigen Professuren, um die man sich dann bewerben kann, sind rar, und Tenure track-Stellen (wie etwa die Juniorprofessuren in der BRD) gibt es so gut wie kaum. Wenn man teuer ausgebildete Spitzenkräfte, die sich in ihren Job eingearbeitet haben, nach spätestens 6 Jahren ungeachtet ihres Outputs wieder hinauswirft, darf man sich nicht wundern, wenn nichts Kontinuierliches aufgebaut oder auch nur aufrechterhalten werden kann.



  15. Undine

    Kleine Mittagsjournal-Nachlese, weil's auch zum Thema Schule und "Bildung" paßt:

    Kommt vielleicht doch noch einmal die ERKENNTNIS, daß der KUSCHELKURS in der Schule nicht unbedingt das Gelbe vom Ei ist? Merkt man endlich einmal, daß KLEINST- und KLEINKINDER nicht in (laufend geforderten, kostspieligen!) staatlichen Einrichtungen "fremderzogen", sondern die wichtigsten Lebensgrundlagen innerhalb der FAMILIE, von Vater und Mutter, Großeltern übermittelt werden sollten und nicht von ERSATZ-ERZIEHERINNEN?

    Beginnt man endlich zu begreifen, daß nicht zuletzt die immer mehr werdenden Ausländerkinder, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind, KEINERLEI BEREICHERUNG darstellen sondern das glatte Gegenteil! Sie VERHINDERN einen gewinnbringenden Unterricht!

    http://oe1.orf.at/artikel/388060

    "Die meisten Lehrerinnen geben an, unter häufigen Störungen des Unterrichts zu leiden, sagt Hotter. Das mache das Eingehen auf einzelne Stärken und Schwächen im Untereicht unmöglich. Paul Kimberger von der Pflichtschullehrergewerkschaft sieht das als Folge gesellschaftlicher Entwicklungen: Lehrer müssten heute vieles von dem übernehmen, was früher in der Familie geschehen sei, bevor noch der eigentliche Unterricht beginnen kann - "angefangen vom Schuhbandl binden", so Kimberger."



    • Isabella (kein Partner)

      .. Lehrer müssten heute vieles von dem übernehmen, was früher in der Familie geschehen sei, bevor noch der eigentliche Unterricht beginnen kann - "angefangen vom Schuhbandl binden", so Kimberger."

      Wenn die (österr.) Mütter gezwungen werden ihre Kinder so schnell als möglich in Fremdbetreuung zu geben nur um der Wirtschaft zu dienen, was soll dann raus kommen. Die Bedürfnisse der Kinder werden dem Mammon geopfert. Diese Misstände den Eltern in die Schuhe zu schieben ist mehr als schäbig. Aber es wird genügend Leute geben, die diese Intrige glauben, weil das TV ein paar Assoziale zeigt, wird sofort jeder in eine Schublade gesteckt. Die Mehrheit unserer Leute sind anständig, die wahren ..

    • Isabella (kein Partner)

      ... Schmarotzer sitzen ganz wo anders und diese verstehen es hervorragend Feindbilder zu erzeugen um von ihren Schandtaten abzulenken. Aber es wird jeden treffen, wenn dieses System zusammenbricht. Dann werden nicht nur die kleinen Bürger betroffen sein, sondern auch die kleinen Millionäre, Politiker, Konzernchefs und sog. Staatsdiener. Alle 99% die für ihren Lebensunterhalt arbeiten müssen. Dann werden die Schäferhunde (Systembüttel) merken, dass sie auch nur zur dummen Schafsherde gehörten. In ihrem Irrsinn (Systemtreue) haben sie das Hamsterrad mit einer Karriereleiter verwechselt.

  16. Ambra

    Dafür muß Linz eine Medizin Uni erhalten, die wird dann alles andere wieder gutmachen .... Besser eine neue Universität installieren als die vorhandenen zu
    restaurieren ... womit ich nicht die Gebäude meine.
    Ich schlage vor, auch noch eine eigene Universität für die künftig akademischen Kindergärtnerinnen einzurichten - zB in St.Pölten. Dies zumindest könnte dann international auffallen und als Unikat auf Nummer 1 im ranking landen !!!



  17. socrates

    Ein Artike, den unsere Regierung nicht versteht und will, daß wie ihn auch nicht verstehen.

    Vom Nutzen und Zusatznutzen sowie den Tricks der Indizes amtlicher Statistik

    Drei "große" amtliche Statistiken beherrschen heute politische und wirtschaftliche Diskussionen und die Medien. Letztere verlautbaren im Regelfall nur die amtlichen Presseaussendungen, abgeschlossen im besten Fall mit einem sparsamen eigengedanklichen Räsonnement oder einer kleinen Stichelei über die Untätigkeit der Tagespolitik. Kritisch hinterfragt oder aufgeklärt wird dabei kaum noch.
    Die "Großen Drei"
    Die drei großen immer wiederkehrenden statistischen Zahlen, um die sich heute fast alles in Wirtschaft, Politik und Medien dreht, sind die Arbeitslosenquote, der Verbraucherpreisindex (VPI) und das BIP (Bruttoinlandsprodukt) bzw. das daraus errechnete "Wirtschaftswachstum", oder die daran gemessene öffentliche (= staatliche) Verschuldung eines Landes.
    Diese Fetische der Politik sind allesamt fixer Bestandteil braver Medienberichterstattung, werden aber von den Menschen vor den Fernsehern oder Tablets und hinter den Tageszeitungen auch gern geschmäht. Zum Teil, aber eben nur zum Teil ist eine solche Skepsis gerechtfertigt, dazu später, zuerst zurück zu den Menschen.
    Zwei Probleme
    Zum einen muss man leider davon ausgehen, dass ein großer Teil der Menschen diese Indizes genau so wenig begreift, wie etwa das ganz einfache Prozentrechnen. Dieses macht schon weit mehr als einem Drittel der deutschen Erwachsenen große Schwierigkeiten, wie Studien dazu offenlegen.[1] Darüber hinaus spielt die subjektive Wahrnehmung den Menschen selbst oft Streiche, wie die Psychologie vielfach belegen kann, etwa die Verlustaversion (monetäre Nachteile wiegen weit schwerer als Vorteile). Dazu gehört auch, das alles rasant verstärkend, eine weitverbreitete Selbstüberschätzung (griffiges Beispiel: Andere sind durch Werbung verführbar, ich aber nicht, usw.).
    Zum zweiten kommt hinzu, dass diese Indizes von staatlichen Einrichtungen verwaltet werden. Und die Verwaltung (wie übrigens ebenso die Wissenschaft) neigt dazu, derartige Dinge immer genauer, mithin komplizierter machen zu wollen, um das fachlich zu sagen: methodisch ausdifferenzierter. Die Statistikämter legen das zwar offen, es ist praktisch alles nachprüfbar, aber man muss dabei halt auch etwas sperrige Texte lesen können.
    Die schlaue Arbeitslosenquote
    Berechnen lässt sich Vieles. Wenn man dabei seriös bleiben will und schlau ist, dann legt man einfach alles offen, wer nachvollziehen möchte, der kann es, einerseits. Andererseits, behandelt man die Medien gut, berichten sie auch meist wie gewünscht, und in temporeichen Zeiten schaut dann keiner mehr in die Details, denn das ist meist zu mühsam und zeitaufwendig.

    Foto: Karl Kollmann
    Fast drei Millionen Arbeitslose im Deutschland, an das hat man sich im Lauf der Monate und Jahre gewöhnt. Und dann kommt zu Ende oder am Anfang jedes Monats zuverlässig die aktuelle Quote: für den August 2014 sind es amtlich festgestellt 6,7 Prozent. Das schreckt nicht sehr.
    Das sind die "offiziell" registrierten Arbeitslosen in Deutschland. Dazu kommt noch eine zweite Quote, die sogenannte ILO-Quote, die - nach EU-Vorgaben - aus Umfragen gewonnen wird. Sie liegt für den August 2014 bei beruhigenden 4,8 Prozent. Beides wird in den Medien oft munter vermischt.
    Die ILO-Quote rechnet jeden, der in der Erhebungswoche beispielsweise eine Stunde gelegenheitsjob-mäßig bezahlt gearbeitet hat, nicht mehr als arbeitslos, dazu kommen andere Einschränkungen, daraus ergibt sich die wundersame Verkleinerung.
    Verkleinerungs-Tricks
    Erstens, Basis für beide Quoten sind nicht, wie das früher einmal üblich war, alle sozialversicherten Arbeitnehmer und Beamte, sondern alle "Erwerbspersonen", also auch Unternehmer (und deren im Betrieb mithelfenden Angehörigen). Zweitens, damit nicht genug, auch die Arbeitslosen selbst werden dazu gezählt.
    Auf der anderen Seite wiederum werden, drittens, als "Unterbeschäftigte" jene Menschen nicht zu den Arbeitslosen gezählt, die von einer sogenannten "arbeitsmarktpolitischen Maßnahme" betroffen sind, also einen von der Arbeitsagentur vorgeschriebenen Kurs bzw. eine Förderungsmaßnahme machen (müssen), die kurzfristig arbeitsunfähig (krank) sind oder mit kleinen Stundenzahlen geringfügig beschäftigt sind (vgl. auch Wer in der Jugendhilfeeinrichtung ist, ist automatisch erwerbstätig). Das ergibt dann die erwähnten 6,7 Prozent, bzw. wenn man genau an den veröffentlichten Zahlen rechnet, sind es 6,8 Prozent.
    Ohne die Basisvergrößerungen und die Arbeitslosenverkleinerungen wären es:
    9,1 Prozent - wenn man Arbeitslose an Arbeitnehmern (einschließlich Beamten) misst, und
    11,7 Prozent - wenn man die Unterbeschäftigten auf Arbeitnehmer (+ Beamte) bezieht.
    6,7 statt 9,1 das ist, wenn seriös vom oberen Wert her gerechnet wird, ein Viertel gespart. Bei den 11,7 sind es bald zwei Viertel, die man sich durch eine gute Gestaltung der Bezugsgrößen schenken konnte. Und damit ist die Welt wieder in Ordnung, die Medien und die Menschen sind beruhigt, alles bleibt im Lot.
    Der Verbraucherpreisindex
    Nicht alle Menschen müssen (noch) arbeiten, aber alle Menschen sind heutzutage zwangsläufig Verbraucher, da sie ihre Lebens-Mittel kaufen müssen. Für die meisten ist Geld auch eine knappe Angelegenheit, der Blick auf den Preis deshalb notwendig und der Ärger über den VPI (Verbraucherpreisindex), der offiziell angibt, wie wenig oder wie kräftig die Lebenshaltungskosten steigen, deshalb ausgeprägt.
    Die meisten Menschen lieben nur ganz kleine Teuerungsraten - die EZB (Europäische Zentralbank) mag eine größere Inflationsrate, so knapp 2 Prozent, aber das ist eine ganz andere Geschichte und das bleibt hier auch beiseite.
    Viele fühlen sich getäuscht, wenn sie hören oder lesen, dass von Juli 2013 auf Juli 2014 das Preisniveau in Deutschland nur um 0,8 Prozent gestiegen sei. Die persönliche Erfahrung, das subjektive Gefühl sieht ganz anders aus, heißt es dann häufig und ärgerlich. Ökonomen, die wissen, was in den Medien gut ankommt, haben extra für diese verärgerten Konsumenten (das war übrigens bei der Euroeinführung 2002) den Nonsens-Ausdruck "gefühlte Inflation" erfunden. Ja - es gibt, sagen wir es einmal so: humorvolle Wirtschaftswissenschafter, und die subjektive Erfahrung ist oft ein krummer Hund.

    Foto: Karl Kollmann
    An sich sehr genau…
    Nüchtern betrachtet sind die Verbraucherpreisindizes in den Ländern der EU eine hoch verlässliche Sache, allerdings mit einer kräftigen Schwachstelle. Aber zuvor ein Blick auf den Anfang dieses Index.
    Alle fünf Jahre werden in einer umfassenden Konsumerhebung (Einkommens- und Verbrauchsstichprobe bei rund 60.000 deutschen Haushalten) die Konsumausgaben der privaten Haushalte erfasst. Ihr Durchschnitt bildet das Grundgerüst für den Verbraucherpreisindex. Monatlich werden dann in mehr als 600 Positionen (vom Tablet über das Druckerpapier bis zur Friedhofsgebühr) die Preise (insgesamt 0,3 Millionen Daten) erhoben, nach den Durchschnittskonsumausgaben gewichtet und so dann der aktuelle Preisindex gebildet. Genauer und transparenter geht es an sich nicht.
    Natürlich: das bildet immer nur den durchschnittlichen Haushalt ab, nicht jene, die etwa kein Auto oder keinen Computer haben, oder jene mit Schlösschen und Yacht.[2]
    Mit einer kräftigen Schwachstelle
    Nun zur wirklichen Schwachstelle des Index: Das Waren- und Dienstleistungsangebot verändert sich rasch, heute weit rasanter als vor 20, 30 Jahren. Preis-Mengenveränderungen, beliebt bei Markenartikelindustrie und Handel (alte Packung 300, neue 250 Gramm, bei gleichem Preis), sind da noch kein Problem für die Statistik. Jedoch Qualitäts- und Pseudo-Qualitätsveränderungen machen große Probleme. Bringt der technische Fortschritt einen Qualitätssprung, dann "ist es notwendig, qualitative Verbesserungen der Produkte bei der Preismessung zu quantifizieren und aus der Preisentwicklung herauszurechnen".[3] Im Prinzip klingt das stimmig.
    Höhere "Qualität", also der besser ausgestattete Computer, das mit dem einen oder anderen Assistenzsystem beglückte Auto oder der größere Fernseher, wird damit (virtuell und für die Indexrechnung) preiswerter. Jedoch bleibt das unabhängig davon, ob die betroffenen Verbraucher dies auch so sehen oder es für gut und wünschenswert finden oder nicht. Qualitätsanpassungen (etwa die Hälfte des Komponentenpreises geht a conto Preisminderung) oder aufwendiger, mit statistischen Verfahren gerechnete, sogenannte "hedonische" Anpassungen, senken die Verbraucherpreise, auch wenn sich für den Verbraucher nichts ändert, er etwa den "Lustzugewinn" (= Hedonismus) nicht realisieren kann, da ihm die größere Festplatte egal oder das neue Assistenzsystem möglicherweise sogar hinderlich ist.
    Einschub
    Sarkastisch könnte man sagen, dass mit den Qualitätsanpassungen bzw. den "hedonischen" Verfahren erstmals "Luststeigerungen" von Menschen in Zahlen, in Preise umgesetzt wurden. Das ist natürlich nicht so.
    Grundsätzliches Problem ist, dass Qualitätsverschlechterungen, vor allem im Servicebereich (Do-It-Yourself-Zwänge, etwa bei Banken, selbst zusammengeschraubte und transportierte Möbel, Haushaltsgeräte ohne Anschluss und Aufstellung, schlechtere Qualität bei Flugreisen, kürzere Lebensdauer bei Produkten, usw.) und damit mehr Konsumarbeit, praktisch nicht erfasst werden.
    Grundsätzlich ist überhaupt keine empirische Evidenz da, wie Verbraucher nun tatsächlich mit diesen Dingen (Qualitätsverbesserungen und -verschlechterungen, Lustgewinnen, Lusteinbußen) umgehen. Und es gibt auch wenig an kritischer Sichtung dazu: Die universitären Wissenschaftler scheinen solche Dinge nicht zu interessieren.
    Die Fakten
    Erstens, die mitteleuropäischen Statistikämter halten den Einfluss ihrer Anpassungen (Qualitätsverbesserung) für vergleichsweise gering, etwa in der Größenordnung von 0,1 Prozent auf den VPI jährlich. Mit den unberücksichtigten Verschlechterungen kann allerdings solches Kleinvieh über die Jahre auch merkbaren Mist machen.
    Folgt man US-amerikanischen Beobachtern, sieht das, zumindest für die USA (die aber im "Biegen" offizieller Statistiken wesentlich beherzter sind), bedeutend dramatischer aus. In der Grafik ist die rote Kurve der amtliche Index, die blaue der alternative Index ohne Tricks.

    Quelle: John Williams Shadow Government Statistics, Grafik

    Zweitens, von jeder Verringerung des VPI profitieren natürlich in erster Linie die jeweiligen Nationalstaaten. Das Wirtschaftswachstum wird mit sinkendem VPI größer (da es damit deflationiert, auf sogenannte "reale" Werte kunstgerechnet wird), damit steigen etwa auch die Staatsverschuldungsmöglichkeiten. Und viele andere (auch staatliche) Ausgaben sind an den Verbraucherpreisindex gebunden oder zumindest daran orientiert, dazu Mieten, Löhne (auch Beamtengehälter), Sozialausgaben und natürlich die Stimmung in der weniger zahlenskeptischen Bevölkerung, die einen kleinen Index liebt.
    Das BIP (Bruttoinlandsprodukt)
    Das Bruttoinlandsprodukt ist ein dritter Fetisch in Ökonomie und Politik. Es gibt den Wert aller in einem Land erzeugten Güter an. Güter, das wären also alle innerhalb eines Jahres geschaffenen Waren und Dienstleistungen.
    Schön klingt das, wenn man es hört, aber nur auf den ersten Blick, denn nicht einbezogen sind alle inoffiziell, also außerhalb des Markts erzeugten Güter, zum Beispiel in den privaten Haushalten. Die von der Mama erbrachten Leistungen beim Abendessen oder Wäschewaschen sind ebenso wenig enthalten wie die Arbeitsleistung des Papa bei der neuen Badverfliesung oder das zugegeben ziemlich vernachlässigbare Müllentsorgen des dazu angehaltenen Junior. Mehr als die Hälfte fehlt im BIP, das sind die in den Haushalten geschaffenen Güter, ebenso wie die Arbeitsleistungen der Freiwilligen Feuerwehr und anderer ehrenamtlicher (wertschöpfender) Tätigkeiten in einem Land.
    Bislang fehlte auch die Schwarzarbeit oder der mit unerfaßten (Prostitution) oder kriminellen Aktivitäten (Drogen, Schmuggel, etc.) geschaffene Wert in einem Land. Das hat sich nun durch neue EU-Statistik-Vorgaben nach "bewährtem" USA-Vorbild geändert. Die drei Bereiche werden ab jetzt zugeschätzt. Damit wird das BIP noch irrealer, denn auch schon bei der alten Berechnung musste viel an Daten hypothetisch eingerechnet werden.
    Eines der vielen Probleme
    Eines der vielen Probleme mit dem BIP ist, dass etwa für die heute besonders wichtige Staatsverschuldung als Basis eben nur die marktwirtschaftliche und offiziell erfasste (oder irgendwie zugerechnete) Wertschöpfung einer Volkswirtschaft genommen und die öffentliche Verschuldung daran bewertet wird, anstatt die Schulden an den realen Staatseinnahmen eines Landes zu messen.
    Das ist so, als wenn jemand, der einen Bankkredit für eine neue Wohnungseinrichtung braucht, nicht mehr nur sein eigenes Einkommen als Maßstab heranzieht, sondern die Einkünfte aller zehn Mieter oder Eigentümer im gemeinsamen Wohnhaus. Also statt der eigenen 25.000 Euro jährlich, sagen wir 200.000 von allen zehn zusammen.
    Wenn jemandem so etwas einfiele, der würde blanken Hohn bei den angefragten Banken ernten. Aber bei Nationalstaaten geht das seit Langem problemlos durch, da hat man sich per Konvention darauf verständigt: Mit 60 Prozent des Einkommens aller Mieter darf man sich verschulden, das wäre schon ok, und wirkt weit weniger bedrohlich - denn Deutschland hat dann nur 82 statt 182 Prozent Schulden.
    Fazit
    Überall wird getrickst. Manchmal notgedrungen, die Verschönerungen scheinen auf den ersten Blick beim VPI eher nicht so dramatisch. Für den Arbeitsmarkt sind die Verbiegungen schon deutlich größer. Bei den großen nationalen Finanzdaten (vgl. Wie die Finanzdaten der Euroländer manipuliert werden) werden sie mehr als abenteuerlich.



  18. Undine

    Daß unsere Universitäten nach und nach immer schlechter werden, war eigentlich vorhersehbar: Der lange Marsch der 68er durch die Institutionen war "erfolgreich"---leider im NEGATIVEN Sinn! Dieses vergiftete Gedankengut der 68er hat sich wie ein KREBSGESCHWÜR überall im Bildungswesen verankert. Die Metastasenbildung ist fortgeschritten. Der "Körper" ist zerstört. "Gendern" und Feminismus-Lehre an den Unis geben uns den Rest.

    Wenn man es in der "Gesamtschule VOLKSSCHULE" nicht schafft, daß ALLE Kinder---ausgenommen natürlich die hoffnungslos debilen---LESEN können (aber auch beim Schreiben und Rechnen scheint's mächtig zu hapern!), fehlen einfach die Grundfesten des Bildungsgebäudes.

    Der einzige wirklich (humanistisch!) gebildete Minister TÖCHTERLE wurde zwei Stunden nach seinem Antritt gleich gezwungen, sich von seinem Vorschlag, STUDIENGEBÜHREN wieder einzuführen, zu verabschieden. Das wäre ein Anfang zur Heilung des kranken Bildungssystems gewesen! Leider war Minister Töchterle den übrigen Politikern ZU GEBILDET!



  19. Josef Maierhofer

    Das Ergebnis kann man nicht mehr wegstreiten.

    Ideologie ist Idiotie.



  20. zauberlehrling

    "Beste kontinentaleuropäische Universität ist erneut die Eidgenössisch-Technische Hochschule (ETH) Zürich auf Platz 13 (2013: 14)."

    Einmal mehr beweist die kleine Schweiz dem Rest Europas wie es geht, bravo!



    • Erythrozyt (kein Partner)

      Habe über 40 Jahre u. a. Mathematik unterrichtet, unsere Schweizer Schüler haben kläglich abgeschnitten; kann mir also nicht vorstellen, dass die Schweizer besser sind.
      Allerdings hatte mir eine SchülerIn einmal gesagt, dass mein Unterricht als der Beste bekannt sei und sie sehr, sehr dankbar wäre ... ...

  21. pc-think

    Das (leider nur relativ) gute Ranking der Uniwien ist darauf zurückzuführen, dass sie viel politische Reife gezeigt hat, indem sie Ihre Adresse vom politisch belasteten "Dr. Karl Renner-Ring" auf den politisch weniger belasteten "Universitäts-Ring" ändern ließ.

    Danke Mailath, danke Pokorny, danke Engel!



  22. Inger

    Eine wahrscheinlich sehr naive Frage:
    Müssen nicht die Unis im Niveau heruntergehen, um für die Maturanten, die kommen, überhaupt schaffbar zu sein??
    Wenn es stimmt, was man so vom heutigen Maturaniveau hört, könnten doch
    die Damen und Herren Maturanten ein höheres Uniniveau gar nicht schaffen.



  23. Florin
  24. Politicus1

    Um den Wert von University Rankings richtig beurteilen zu können, ist es erforderlich, das Zustandekommen solcher Rankings zu verstehen, insbesondere die einzelnen Wertungskriteria zu wissen.
    Dazu möchte ich auf den diesbezüglichen link hinweisen:
    http://www.timeshighereducation.co.uk/world-university-rankings/2013-14/world-ranking/methodology

    Wichtige Masstäbe sind z.B.:
    die Internationalität der Lehrenden,
    die Internationalität in den wissenschaftlichen Veröffentlichungen,
    die Höhe der Einkünfte einer Uni durch Forschungsergebnisse,
    die Zahl wissenschaftlicher Artikel in interantionalen Zeitschriften,
    die Zahl der Zitate in anderen wissenschaftlichen Publikationen,
    die Höhe finanzieller Zuwendungen von Seite der Industrie,
    das Verhältnis erworbener Doktorate zur Zahl der Bachelordiplome,
    ....

    In den US-Rankings finden ebenso Bewertungen der Sportanlagen und Sportmannschaften, der Krankenversicherungen, der Lebensqualität eines Campus etc. ihren Niederschlag.

    Es ist wichtig, was ein Student an einer Uni wirklich will. Möchte er ein Spitzendoktoratsprogramm absolvieren oder genügt ihm ein Bachelor; möchte er sich auf ein spezielles Gebiet konzentrieren oder möchte er eine allround-Ausbildung; möchte er selbst in der Forschung bleiben, oder nur die Grundlage für einen gut bezahlten job in der Privatwirtschaft ...



    • Susanna (kein Partner)

      Danke für die Liste. Ich habe so etwas Ähnliches erwartet. Man kann eben nicht alles über einen Kamm scheren: Nehmen wir als Beispiel die juridische Fakultät der Universität Wien. Ein wichtiger Aspekt sowohl der Forschung als auch der Lehre wird dort doch wohl das österreichische Recht sein (müssen). Da können Kriterien wie die "Internationalität in den wissenschaftlichen Veröffentlichungen" oder gar die "Zahl der Zitate in anderen wissenschaftlichen Publikationen" nicht gut für den Vergleich mit einer US-juridischen Fakultät herangezogen werden!

  25. Sandwalk

    Die Bildungspolitik in Österreich schaut zurzeit so aus.
    Wir haben Gymansien, Realgymnasien, Sportgymnasien, Musikgymnasien und Gymnasien mit Kreativklassen. Da durften die Hauptschulen nicht fehlen.
    Es gibt Hauptschulen, Sporthauptschulen, Musikhauptschulen und Kreativhauptschulen.
    Dann kamen die Mittelschulen.
    Inzwischen gibt es neue Mittelschulen, Sportmittelschulen, Musikmittelschulen und Kreativmittelschulen.
    Jetzt kommen die regionalen Versuche zu den Gesamtschulen.
    Es wird in Vorarlberg dann zusätzlich Gesamtschulen, Sportgesamtschulen, Musikgesamtschulen und Kreativgesamtschulen geben.
    Wenn dann die NEOS in die Landesregierungen sickern, wird es schließlich zusätzlich neue gemeinsame Schulen, neue gemeinsame Sportschulen neue gemeinsame Musikgesamtschulen und neue gemeinsame Kreativgesamtschulen geben.
    Es geht in Österreich nur um das Etikett.
    Die ganze Misere ist kabarettreif und wäre zum Lachen, wenn es nicht so traurig wäre.

    Als Absolvent einer deutschen Universität, die in allen Rankings immer unter den ersten 100 weltweit war und ist, kann ich Ihre Analyse bezüglich der Qualität unserer österreichischen Universitäten nur bestätigen. In Deutschland weht ein anderer Wind als bei uns. Sogar bei den Blümchenstudien, die auf dem Arbeitsmarkt fast nichts mehr wert sind, sind wir weit abgeschlagen. In Deutschland werden maximal 10 Soziologiestudenten im Masterstadium von einem Dozenten betreut. In Österreich sind es laut mündlicher Auskunft so an die 50 bis 100. Was soll da schon rauskommen?
    Sie haben völlig recht: Wer es sich leisten kann und wer ein gutes Maturazeugnis hat, verschwindet nach Deutschland oder England. Dort lernt man fachlich etwas, man lernt, in eine Sache reinzubeißen und durchzuziehen und Gendersprachen gibt es nicht.



  26. Doppeladler

    Unser Bildungssystem kracht an allen Ecken und Enden und damit das ganze Gebilde endlich ganz zusammenbricht, soll auch noch die einzige noch tragende Säule - das Gymansium - zerstört werden.

    Das Fundament wurde lange und systematisch abgegraben. Zum Beispiel mit der Kuschelpädagodik in der Volksschule, die die Abaschaffung der Noten brachte. Der um sich greifenden Porjektitis, die alle Inhalte in Projekte (was auch immer die Schulreformer darunter verstehen) packen.

    Zerstört wurde die funktionierende Hauptschule am Land usw.

    Kein Wunder, daß man nun vor einem Gesamtschulischen Schutthaufen steht ...



  27. Politicus1

    Gerade erfahre ich:
    Die Uni Wien ist im „Times Higher Education World University Ranking“ heuer erneut zurückgefallen und belegt Platz 182. Für Rektor Heinz Engl ist die „Entwicklung bedenklich“. Die besten türkischen Unis haben bereits die besten österreichischen überholt.

    Mir stellt sich daher die Frage, was macht eigentlich der Wiener Universitätsbeauftragte?
    Sie kennen den nicht?
    Den ehemaligen Grünen Van der Bellen ...
    ach so, der bereitet seine Kandidatur für die Hofburg vor ...



  28. Politicus1

    Warum so pessimistisch?
    Hoffnungsfrohe, neue Zeiten brechen an - zumindest an der Uni Innsbruck!
    Die sich mit Grandezza vom Minoritenplatz verabschiedete ehemalige Komunalbankerin Claudia Schmied hat dort einen akademischen Lehrauftrag erhalten:
    Sie bietet eine Vorlesung mit Übung zum Thema "Schule neu denken: Ein Musterwechsel für Lehrende und Lernende im Bildungssystem" an.

    Also, wenn da nicht ein paar Punktesprünge imm Ranking nach vorne drinnen sind ...



    • Haider

      Kompetent wäre sie auch für das Thema: "Wie ruiniere ich eine Bank und werde zur Belohnung Minister in Österreich?"

    • Undine

      @Politicus1
      @Haider

      *****!

    • Torres (kein Partner)

      @Haider
      Es wird Ihnen wohl nicht entgangen sein, dass gerade jetzt die Verantwortlichen für die Pleite der Kommunalkredit vor Gericht stehen - allerdings nicht alle: Claudia Schmied ist (erstaunlicherweise?) nicht dabei.

    • Herzogberg (kein Partner)

      Haider, Zusatz.

      Und darf auch das österreichische Schulsystem weiter ruinieren.

  29. Riese35

    Warum? Schauen wir uns doch die Frauenquote bei den RektorInnenposten an. Die österreichischen Universitäten sind doch eh im Spitzenfeld. Das sind die zeitgemäßen Kriterien für ein Ranking.

    Ähnlich bei so manchen großen Betrieben und internationalen Konzernen in der Wirtschaft, die dadurch hervorstechen, daß sie mit Frauenquoten und Aufrufen, an Homoparaden teilzunehmen, Aufmerksamkeit erzeugen und so in die Medien kommen.



  30. dssm

    Warum Bildung? Wichtig ist ein formaler Abschluss, damit bekommt man gut bezahlte Staatsjobs.
    Muss halt die EZB mehr Geld drucken, weil halt niemand mehr für 'echte' Arbeit qualifiziert ist.

    Es gilt doch als erwiesen, daß das Kriterium Akademiker vor Arbeitslosigkeit schützt. Es wäre also dringend erforderlich alle Arbeitslosen an die Unis zu schicken und dort Politik- oder Kommunikations'wissenschaften' studieren zu lassen, damit sie nie wieder arbeitslos werden können. Bei den Orchideenfächern ist die Anforderung ohnehin so gering, das schafft jeder, wenn er nur politisch links steht und brav beim Gendern mitmacht.

    So gesehen beschreibt Herr AU eine sehr positive Entwicklung, bei den Bildungsstandards der Unis schafft das Studium jeder und damit ist nie wieder jemand arbeitslos.



  31. brechstange

    "Autonome" Unis bestellen Ex-Politiker in Führungspositionen und Aufsichtsräte.







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