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Fußnote 237: Die Ehre der Aphrodite

Niemand weiß, wie die griechische Regierung den Monat Dezember finanziell überstehen wird. Aber an den dortigen Gerichten werden dennoch unverdrossen ganz seltsame Prozesse geführt.

Dort werden nämlich jetzt reihenweise Redakteure und Journalisten des deutschen „Focus“-Magazins angeklagt, weil dieses eine Aphrodite gezeigt hat, die den Deutschen den Stinkefinger zeigt. Jeder, der die europäischen Menschrechtsjudikatur kennt, weiß, dass eine eventuelle Verurteilung der Deutschen irgendwann nach fünf Jahren vom Straßburger Gerichtshof unter der Überschrift Meinungsfreiheit aufgehoben werden wird. Daran kann die Behauptung wohl nichts ändern, dass die Liebesgöttin noch immer ein griechisches Staatssymbol sei (2011 Jahre nach Christus, nicht 500 vor!). Weil in Europa Meinungsfreiheit heute (noch!) einen so hohen Stellenwert hat, wird ja auch in Deutschland kein griechischer Journalist auf die Anklagebank gesetzt, obwohl dort die Deutschen reihenweise mit dem Hakenkreuz in Verbindung gebracht worden sind. Was ja zweifellos einen juristisch härteren Vorwurf bedeutet, als ihn der bloße Stinkefinger verkörpert. Aber jedenfalls haben die griechischen Gerichte einmal wirklich etwas zu tun. Und daher auch keine Zeit, den heimischen Steuerbetrügern mit Effizienz nachzugehen.

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