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Sieben magere Jahre - und die Rezepte, um sie fetter zu machen

Es tut wohl, seine geistige Festplatte in Sachen Finanz- und Schuldenkrise durch die weltweit besten Wirtschaftsexperten mit neuem Wissen und neuen Zusammenhängen aufladen zu lassen. Zugleich aber kann das auch deprimieren. Das ist meine persönliche Bilanz nach einer Woche mit 17 Wirtschaftsnobelpreisträgern und Hunderten internationalen Ökonomen. Zu etlichen dieser Erkenntnisse an ruhigeren Tagen mehr – beispielsweise jenem, warum Österreich auch in den nächsten Jahren wohl keinen Nobelpreis bekommen wird. Heute aber zur zentralen, alles dominierenden Frage: Wie kann man die Finanz- und Schuldenkrise in den Griff bekommen. Ja, kann man das überhaupt noch?

Die Analysen der Nobel-Laureaten im deutschen Inselstädtchen Lindau heben sich jedenfalls in ihrer Klarheit wohltuend von dem ab, was man tagtäglich hierzulande von Politik und sogenannten Wirtschaftsexperten zu hören bekommt. Das gilt auch dann, wenn sie untereinander nicht in jedem Aspekt einer Meinung sind. Und ebenso dann, wenn diese Analysen zu eher deprimierenden Ausblicken führen.

Denn abgesehen von einer nicht sonderlich ernst zu nehmenden populistischen Ausnahme gab es keinen einzigen unter den versammelten Experten, der vorgeben würde, er hätte ein alleinseligmachendes Rezept, wie man die aktuelle Krise leicht beenden beziehungsweise (je nach Sichtweise) die nächste Krise verhindern könnte.

Denn erstens sind Krisen immer unvermeidlich. Und zweitens haben allzu viele Fehler der letzten Jahre alle schnellen und leichten Lösungen vermauert.

Die Instrumente funktionieren nicht mehr

Am brutalsten brachte das der OECD-Chefökonom William White auf den Punkt: „Die Wirtschaft ist geschwächt und wir haben alle wirtschaftspolitischen Instrumente erschöpft. Sowohl bei den öffentlichen Haushalten wie auch bei der Währungspolitik. Sämtliche Zentralbank-Instrumente werden nicht mehr funktionieren.“ Kurz, trocken und hoffnungslos.

Dennoch bekommt man von anderen Diskutanten Etliches an Empfehlungen zu hören. Der amerikanische Nobelpreisträger Roger Myerson etwa empfiehlt genau das, was viele Sparer am meisten fürchten, und was schon jetzt – freilich uneingestanden – den Kurs etlicher Zentralbanken zu prägen scheint: „Die Zentralbanken sollten auf ein dreiprozentiges Preisband abzielen.“

Auch wenn er das I-Wort nicht in den Mund nimmt, weckt Myerson mit solchen Tipps die Sorge vor einem Inflationsschub, der – ebenfalls unausgesprochen – die Schuldenlast der Staaten reduzieren könnte. Denn bisher gilt eine Inflationsrate von höchstens(!) zwei Prozent als Maxime etwa der Europäischen Zentralbank.

Ganz anders als Myerson hingegen sein Kollege und Landsmann Myron Scholes: Dieser empfiehlt dringend, dass sich Regierungen und Zentralbanken nicht in die Wirtschaft einmischen sollten. Das heißt freilich nicht, nichts zu tun. Von den Staaten verlangt Scholes vielmehr strenge Schuldendisziplin und von den Banken, dass sie deutlich transparenter werden müssen. Niemand wisse ja bei einer Bank: „Was ist sie wirklich wert?“

Scholes meint mit mehr Transparenz vor allem eine Änderung der Bilanzierungsregeln. Seine Vorstellungen zielen dabei freilich genau in die Gegenrichtung dessen, was sich etwa in Österreichs Finanzwelt so manche wünschen: Denen geht nämlich schon die in den letzten Jahren unter internationalem Druck gestiegene Transparenz viel zu weit; sie wollen am liebsten wieder das alte österreichische Handelsgesetzbuch alleine in Kraft haben.

Dieses hatte mit dem Anschaffungsprinzip beispielsweise dazu geführt, dass in jeder Bilanz viele versteckte Reserven stecken, die nur Insidern bekannt sind. (So hat einst beim stürmischen Kauf der Creditanstalt zweifellos der Generaldirektor der meistbietenden Bank Austria am besten unter allen Kaufinteressenten gewusst, was die österreichische Traditionsbank wirklich wert ist.)

Bessere Bilanzierungsregeln stehen auch im Rezeptbuch von William Sharpe, einem weiteren Laureaten. Er meint damit insbesondere die Staaten: „Bei der Bilanzierungsehrlichkeit sind ja die Regierungen besonders schlecht.“ Ein weiteres Sharpe-Rezept, das freilich auch er selbst nicht für alleinseligmachend hält: Man könnte versuchen, allzu große Banken aufzuspalten.

Der Ruf nach mehr Bewertungswahrheit hängt auch eng mit einer weiteren Empfehlung zusammen, die sowohl von Scholes wie auch von Myerson und vom Chef des deutschen Max-Planck-Instituts für kollektive Güter, Martin Hellwig, gegeben wird: „Wir brauchen endlich intensive internationale Bemühungen um Insolvenz-Regeln.“

Denn auch heute gibt es noch keine klaren Regeln, was passiert, wenn große multinational tätige Finanzinstitute und insbesondere ganze Staaten bankrott gehen. Nach Ansicht vieler Regierungen sind diese „too big to fail“ und werden fast immer um teures Geld "gerettet".. Dabei ist ein ordentliches Insolvenzrecht die wichtigste Sanitätspolizei jeder Marktwirtschaft; der Kommunismus ist unter anderem daran zugrunde gegangen, dass dort kein Unternehmen, keine Organisation in Konkurs gehen konnte, wodurch marode Schuldenproduzenten jahrzehntelang weiterexistieren konnten.

Für den optimistischen Teil der Überlegungen wäre eigentlich funktionsbedingt Wolfgang Schäuble, der deutsche Finanzminister, zuständig. Freilich rutschten auch ihm einige erstaunlich ehrliche Sätze heraus, die zeigen, was der mächtigste Mann des europäischen Währungsraums wirklich denkt: „Uns stehen wohl noch sieben schlechte Jahre bevor.“ Und: „Die Europäische Währungsunion wird keinen Erfolg haben, wenn einige Länder ihre Möglichkeiten missbrauchen.“ Und: „Risiko und Verantwortung müssen wieder mehr zusammengehen.“

Schäubles Forderung: Die Defizitstaaten – das sind freilich in Wahrheit alle Euro-Länder – müssten ihre „unhaltbaren“ Defizite reduzieren und rasche Strukturreformen setzen. Dabei hob er ganz besonders die Notwendigkeit einer größeren Flexibilität der Arbeitsmärkte hervor (was vor allem die leichtere Kündbarkeit von Mitarbeitern bedeutet; denn nur, wenn man auch leicht wieder einen Mitarbeiter abbauen kann, werden Arbeitgeber solche in größerem Umfang aufnehmen).

In Hinblick auf die Finanzmärkte klingt Schäuble freilich recht widersprüchlich. Einerseits fordert er wie viele andere mehr Regulierung für die Finanzmärkte. Andererseits musste der Politiker Schäuble aber selbst zugeben: „Die Märkte sagen den Regierungen Dinge, die diese nicht gerne hören; sie sind daher notwendig.“

Jeder weitere Wunsch nach noch weiteren Regulierungen löst die Sorge aus, dass die Regierungen die Märkte in eine ganz bestimmte Richtung regulieren werden: nämlich so, dass diese den Regierungen nicht mehr so oft die von Schäuble noch gelobten unangenehme Dinge sagen können. Schließlich sind die Regierungen ja selbst die undiszipliniertesten Schuldenmacher.

Die Tendenz der Regierungen, Kritiker zu knebeln, sieht man ja etwa schon an ihrer Kampagne gegen die Ratingagenturen, seit diese gewagt haben, die Kreditwürdigkeit einzelner Staaten in Frage zu stellen. Diese Tendenz sieht man auch an den sogenannten Basler Abkommen, die den Banken völlig verzerrende Eigenkapital-Regeln auferlegen: nämlich zugunsten der Staaten. Es ist durch Basel für jede Bank viel angenehmer und billiger, einem Staat Kredite zu geben als einem Unternehmen. Denn einen Kredit an Staaten und Länder müssen Banken nicht mit den sonst üblichen dicken und daher teuren Eigenkapitalpölstern absichern (die ja keine Zinsen abwerfen). Nicht zuletzt deshalb hatten auch unseriöse Staaten bis vor kurzem immer noch Kredit bekommen.

Zurück zu den Empfehlungen der Nobelpreisträger selbst: Weitgehend Konsens herrscht darüber, dass die Banken jedenfalls mehr Eigenkapital halten müssen. Das wird diese automatisch kleiner und risikobewusster machen.

Das wird aber auch die Kredite knapper machen. Myerson fürchtet außerdeem, dass höhere Eigenkapitalpflichten der Banken die Versuchung weiter erhöhen wird, Geschäfte in sogenannte Schattenbanken auszulagern. Das bedeutet, dass riskantere Finanzgeschäfte über solche Firmen abgewickelt würden, die gar keine Banken sind, und die daher viel weniger kontrolliert und reguliert werden.

William Sharpe setzt noch aus einem anderen Grund nicht allzu viel Hoffnung auf strengere Regulierungen der Finanzwelt: „Smarte Leute wissen immer, wie Regeln zu umgehen sind.“ Was auch ein Experte aus der wirklichen Finanzwelt im Privatgespräch bestätigt: Schon heute werden international Finanzierungskonstruktionen angeboten, welche die noch gar nicht geltenden Vereinbarungen über höhere Eigenkapital-Pflichten ganz legal zu umgehen versuchen.

Einen interessanten Therapie-Akzent setzt ein weiterer Preisträger, nämlich Edmund Phelps: Entscheidend sei, kleineren und mittleren Unternehmen und auch kleinere Banken ausreichend Mittel zukommen zu lassen.

Manche werden nun fragen, wo in dieser Aufzählung die Empfehlungen von Joseph Stiglitz bleiben. Ist dieser doch der meist publizierende unter den Nobelpreisträgern, und auch durch seine Pointensicherheit sehr bekannt. Der gute Mann hat sich jedoch in Lindau als Populist im Nobelpelz entpuppt. Sein Rezept für die Schuldenkrise: Die Deutschen (und damit natürlich auch Österreicher und Niederländer) hätten ohnedies noch genug Geld, um durch weitere Hilfsaktionen für Griechenland & Co die Dinge in den Griff zu bekommen. Stiglitz ist daher gegen das Verlangen, dass Länder wie Griechenland viel sparsamer sein müssten. Er gibt sogar der – inhaltlich in Wahrheit total diffusen – spanischen Protestbewegung taxfrei „recht“.

Besonders negativ fiel Stiglitz dadurch auf, dass er von einer "ganz anderen Welt" schwärmte, „die möglich sei“. Ohne dass er diese freilich näher zu beschreiben versuchte. Solche gut klingenden, aber hohlen Phrasen erinnern jedenfalls intensiv an die Taktiken totalitärer Verführer der letzten hundert Jahre. Auch die haben immer jungen Menschen eine ganz andere Welt versprochen.

Fünf zentrale Strategien gegen die Krise

Welche Ratschläge würde der Autor selbst nach einer Woche intensiver Gehirnwäsche durch eineinhalb Dutzend der spannendsten Ökonomen der Welt zu geben versuchen? (Freilich fragen Österreichs Politiker ohnedies nirgendwo um Rat, wissen sie doch selbst nicht einmal darüber Bescheid, was sie alles nicht wissen):

  • Man sollte bei den Bürgern keine falschen Erwartungen wecken, dass schnelle oder schmerzfreie Lösungen möglich wären;
  • Schuldenstopp, Schuldenabbau und gleichzeitig Stimulierung der Wirtschaft durch mehr Flexibilität und weniger Vorschriften.
  • jeder Staat, jede Bank muss die Folgen ihrer Handlungen selber tragen – das heißt also auch bis hin zur Insolvenz;
  • Verstärkte und verpflichtende Transparenz bei staatlichen Budgets und Schulden, ebenso wie bei den Bilanzen der Unternehmen;
  • rasche Bemühungen um einen internationalen Vertrag oder zumindest eine EU-Regelung, wodurch die Insolvenz eines Staates oder einer multinational aktiven Bank geregelt wird;
  • und last not least eine intensivere und saubere Aufarbeitung aller Ursachen der Finanz- und Schuldenkrisen auch mit Hilfe internationaler Experten. (Zu diesen Krisenursachen in den nächsten Tagen eine weitere Tagebuch-Eintragung).

Denn über allem steht das Zitat von Myron Scholes: „Wir wissen nicht, wann die nächste Krise kommt.“ Aber sie kommt. Oder hat vielleicht sogar schon begonnen.

 

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    Der Werner ist kein Dr. Der Werner hat die Universitäten nur von aussen gesehen. Und der Werner hat eine Lücke von 7 Jahren im Lebenslauf. Der Werner hat die Jahre von 1978 bis 1985 irgendwo verbracht. Ich glaub ich weiss wo. Im Mastdarm Russlands. Zusammen mit dem Bodenküsser Alfred dem Fliegenpilz Peter.



  10. xRatio (kein Partner)

    Die drei Monster der EU:
    EFSF, ESM und ELA

    http://sosheimat.wordpress.com/2011/08/31/die-drei-monster-der-eu-efsf-esm-und-ela/

    Roland Baader nennt das "Geldsozialismus"



  11. byrig

    es scheint nur eines klar zu sein:die sozialistische schuldenpolitik führt in den abgrund.auch wenn diese politik von nicht-sozis weitergeführt wurde.dann waren diese nicht-sozis genauso verantwortungslos.
    nach wie vor sind aber die roten,linken,aber v.a.die grünen-sozis in grünen gewand-am schlimmsten.
    zu hoffen ist,dass rechte parteien,die echte sanierungen vornehmen wollen,mehrheiten bekommen.im sinne unserer kinder!



  12. Xymmachos
  13. werauchimmer

    Wirtschaftsforscher? Wirtschaftsnobelpreisträger?

    Ist das nicht diejenige Spezies, die heute all das verwirft, was die eigenen Vordenker aus früheren Jahrhunderten postuliert haben?

    Die im Ergebnis vertreten, dass die Gründungsväter der eigenen Disziplin darin Trotteln waren,

    - als sie lehrten, dass die Fertigungsschritte möglichst im eigenen Wirtschaftsraum belassen werden sollten, (- etwas, dem Frankreich im Wege des Merkantilismus seine frühmoderne Größe verdankte);

    - als sie lehrten, dass der Wohlstand der späten Moderne ein Ergebnis der mechanisierten und logistisch durchdachten Industriefertigungsprozesse ist (- heute sieht man die Zukunft des Wohlstandes eher bei den Befürsorgern und Lebensberatern);

    ????



  14. Amadeus (kein Partner)

    Ökonom Joseph Stiglitz: „Deutschland muss mehr Schulden machen“

    Sparen hilft nicht weiter, warnt der Nobelpreisträger Joseph Stiglitz im F.A.S.-Gespräch. Der New Yorker Starökonom will lieber die Spekulanten und Reichen bestrafen. Dagegen sollen arme Menschen entlastet werden.

    28. August 2011
    Herr Stiglitz, stürzt die Welt in eine Rezession?

    Amerika ist in großer Rezessionsgefahr, ich schätze die Wahrscheinlichkeit auf 30 Prozent. Aber am Ende geht es geht nicht darum, ob die Wirtschaft schrumpft. Sondern ob es genug Wachstum gibt, um neue Stellen zu schaffen. Amerika zumindest ist davon weit entfernt. Und das Problem wird noch schlimmer, das ist fast sicher. Auch in Europa ist die Lage kritisch.

    Wird der Euro die Krise überstehen?

    Das hängt davon ab, wie entschieden sich die europäischen Politiker zum Euro bekennen. Aber der politische Prozess ist kompliziert, manchmal müssen Beschlüsse einstimmig fallen. Ich denke, sie werden sich engagieren und tun, was nötig ist.

    In Deutschland fragen sich mehr und mehr Leute, ob der Euro noch so eine gute Idee ist.

    Mit dem Euro ist es wie mit Eiern: Es ist ziemlich schwer, aus einem Rührei wieder die einzelnen Eier herauszuholen. Natürlich kostet es Geld, ihn zu behalten. Aber es kostet noch mehr Geld, wenn er auseinanderfällt. Dann wird die deutsche Währung aufwerten, das macht das Geschäft für die Firmen schwieriger. Außerdem bekommen die deutschen Banken Schwierigkeiten mit ihren Krediten an die Länder, die Schwierigkeiten haben. Dazu kommt, dass auch Deutschlands Handelspartner Probleme bekommen werden.

    Der Euro ist für Deutschland auch teuer. Wir zahlen Milliarden für Hilfskredite und den Rettungsfonds.

    Natürlich wird es nicht billig, ihn zu behalten. Aber es wird doch immerhin relativ günstig, wenn sich die Politiker klar zum Euro bekennen und wenn man meiner Wachstumsstrategie folgt. Wir haben das an Brasilien gesehen. Das hatte 1998 große Schwierigkeiten. Der Internationale Währungsfonds lieh Geld. Brasilien konnte es später zurückzahlen - heute hat es eine starke Wirtschaft und wenig Schulden.

    Derzeit leiht die EZB Geld, indem sie Anleihen der Pleitestaaten kauft. Der Bundespräsident hat die Strategie heftig kritisiert, weil sie rechtlich fragwürdig ist.

    Dass die EZB das macht, ist nicht schlecht. Als sie gegründet wurde, hatten die Ökonomen etwas wichtiges vergessen. Nämlich, dass sich Zentralbanken nicht nur um die Inflation kümmern müssen, sondern auch um die Stabilität des Finanzsektors. Jetzt verstehen das die meisten Zentralbanken wieder. Dummerweise sind Europas Gesetze aber nicht flexibel genug. Deshalb interpretiert man die Gesetze relativ weit. Und wenn man sieht, wie kompliziert der politische Prozess ist und wie wenig Zeit für Entscheidungen bleibt, dann ist das völlig angemessen.

    Was muss dauerhaft passieren?

    Sparen hilft nicht. Das ist mehrmals probiert worden, zum Beispiel 1929 - es hat aus einem schwarzen Freitag an der Börse eine große Depression gemacht. Der Internationale Währungsfonds hat das auch in Argentinien probiert.

    In Lettland hat es funktioniert, sagt Bundespräsident Wulff...

    Unter Ökonomen gilt Lettland als Desaster. Die Wirtschaft ist um mehr als 20 Prozent geschrumpft. Die Menschen dort machen das nur deshalb mit, weil sie mit dem alten kommunistischen Regime noch schlechtere Erfahrungen haben. Ich kapiere einfach nicht, dass es in Europa Länder gibt, die freiwillig Geld sparen. Ihre Schuldenbremsen sind der falsche Weg - je rigider, desto falscher.

    Wir würden ja auch gerne mehr Geld ausgeben. Aber wir haben einfach schon zu viele Schulden.

    Deutschland hat solche Probleme noch nicht. Ihre Regierung kann sich noch Geld leihen und das ausgeben. Deutschlands Wachstum würde dann die Wirtschaft in der Eurozone ankurbeln. Und es würde die Ungleichgewichte zwischen den Ländern bekämpfen, die es immer noch gibt. .....

    Vollständ. Artikel: http://www.faz.net/artikel/C30638/oekonom-joseph-stiglitz-deutschland-muss-mehr-schulden-machen-30492504.html



  15. cmh (kein Partner)

    Man muss sich einmal auch über die Fristigkeiten der wirtschaftspolitischen Maßnahmen Gedanken machen. Es ist da so ähnlich wie mit der goldenen Finanzierungsregel: Langfristige Finanzierungen nur für langfristige Investitionen!

    (Also keine Konsumkredite mit 30-jähriger Laufzeit.)

    Wenn sich ein Problem über Jahre hinweg langsam aufbaut, dann wird eine Legislaturperiode nicht ausreichen, es wieder zu beseitigen. Wer das glaubt, hat zuviele amerikanische Filme gesehen, in denen einzelne Heroen ganz allein eine Invasion von bösen Aliens mit überlegener Technologie in den Griff kriegen. Stirb langsam 33 kann man dazu nur sagen.

    Ja eigentlich ist schon die Hoffnung, dass der Bruce Willis oder der Dr. Faymann alles in zwei Stunden wieder in Lot bringt ein eindeutiges Symptom für die Hoffnungslosigkeit der Lage. Das rote Gift hat da ganze Wirkung getan. Nur Zuschauen und Schimpfen und dann Rot wählen wird nicht gelingen. Man konnte das auch an den Mitarbeitern der AUA sehen, die doch allen Ernstes geglaubt haben, dass sie und ihre wohlerworbenen Rechte ein Scheich (!!! aka Onkel aus Amerika aka Geldscheißer o.ä.) retten würde.

    Nicht rot wählen wird allerdings auch nicht genügen, denn die Vergiftung ist schon ganz weit fortgeschritten. Ab er vielleicht arbeiten die Sozen lieber, wenn die Fabrik einem reichen Oligarchen aus Arabien, Russland (!) oder China gehört.

    NB: Konkurse wie auch immer nicht anzuerkennen und gutes Geld dem verlorenen nachzuwerfen bedeutet im Grunde genommen nichts anderes als die Informationen des Marktes nicht zu hören, weil die Ohren mit Wachs verklebt sind. Was man mit seinem Geld macht, kann ja jedem anderen gelichgültig sein, nur sollte man dann nicht auf die pösen Spekulanten schimpfen, wenn es weg ist. Alles zu tun, das Informationssystem Markt nicht funktionieren zu lassen, kann natürlich nicht mit einem MArktversagen erklärt werden.



  16. Torres (kein Partner)

    "So gut wie alle der in Lindau versammelten Experten stehen im Sold des Staates oder staatsnaher Institutionen. Wer wollte also ernsthaft von ihnen erwarten, dass sie ihre Arbeit dem Erkenntnisgewinn und nicht etwa der politischen Opportunität (d. h. ihrer Karriere) weihen?" Zitat Andreas Tögel.



    • Johann Scheiber

      Ja, da hat der Herr Tögel die Expertokratie bei ihren Namen genannt.

  17. Norbert Mühlhauser

    Sg Herr Unterberger,

    das Anschaffungskostenprinzip (nicht: "Anschaffungsprinzip") ist im Gegenteil wesentlich transparenter als das "Fair Value"-Prinzip , das auf aktuellen Marktwerten basiert. Dies deshalb, weil es abartig ist, sich etwas bilanziell zuzurechnen, was noch nicht realisiert worden ist.

    Der Wert eines Wirtschaftgutes des Anlagevermögens ergibt sich nämlich aus dem daraus generierten Ertrag (insb bei Wertpapieren) oder dem Nutzen im Betriebskontext, und nicht aus dem, was ein hypothetischer Käufer als zukünftigen Nutzen einschätzt!

    Die "Fair-Value" Bewertung stützt sich schlimmstenfalls auf volatile Kursbewertungen, bestenfalls aber noch immer auf etwas, worüber das Unternehmen ohne Verkauf nicht verfügen kann, wodurch dessen Wirtschaftspotential in Fair Value Bilanzen verzerrt dargestellt wird.

    Prozyklizität wird es genannt, wenn ein Unternehmen mit viel Beteiligungsvermögen(/WP) aufgrund der Fair-Value Bewertung im Jahr 01 bilanziell als schwervermögend ausgewiesen wird, im Jahr 02 aber - nur! - aufgrund einer Börsenabschwungs als bettelarm und als "willkommene" Beute von feindliche Übernahmen für ein Butterbrot.

    Die Prozyklizität verschärft Börsenkrisen und Börsenblasen und kann besonders im Zusammenhang mit Banken für Wirtschaftskrisen ursächlich sein. Sie löst einen Dominoeffekt aus.

    Der kleine Anleger wäre durch ein Verbot des Ansatzes nicht realisierter Werte viel besser geschützt, große Investoren können dank Legionen von Wirtschaftsprüfern die Unwägbarkeiten von inherenten Werten noch am ehesten ausloten - sie bedürfen daher keiner Fair-Value Bewertung.

    "- jeder Staat, jede Bank muss die Folgen ihrer Handlungen selber tragen – das heißt also auch bis hin zur Insolvenz;

    Der Euro ist einer der Gründe für die Entbindung einzelner Staaten von ihrer Eigenverantwortung. Er verbilligt für wirtschaftl. schwache Länder, die andernfalls abwerten müssten, Anschaffungen aus dem Euro-Raum.



    • Norbert Mühlhauser

      Korrektur:

      ... im Jahr 02 aber - nur! - aufgrund eines Börsenabschwunges als bettelarm ...

    • xRatio (kein Partner)

      @Norbert Mühlhauser 30. August 2011 10:11

      Für die Bewertung des Anlage- und Umlaufvermögens gilt doch nach wie vor das Niederstwertprinzip.

      Ansatz also höchstens(!!) mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten,
      vermindert im Falle des Anlagevermögens um planmäßige Abschreibungen
      vermindert ggf. auch um außerplanmäßige Abschreibungen.

      Schulden sind umgekehrt quasi mit ihrem Höchstwert anzusetzen.
      Das Ganze nennt sich "Vorsichtsprinzip".

      Siehe §§ 252 ff. HGB:
      http://www.gesetze-im-internet.de/hgb/BJNR002190897.html

      Daß es von diesen uralten und bewährten Prinzipien der GoB*) Ausnahmen geben soll
      -("Fair-Value" - gemeint ist mit diesem albernen Begriff ein nicht realisierter Ansatz ÜBER den Anschaffungs- und Herstellungskosten),

      habe ich auch mal läuten hören, kann dies aber bilanzrechtlich weder im HGB, AktG, GmbHG, KWG noch sonstwo rechtlich nachvollziehen.

      Vielleicht irgendein Schwachsinn auf EUdSSR-Ebene oder -wie so oft- nur allgemeines VWL-Gequatsche.

      "Prozyklizität" (wieder so eine Erfindung der phrasendreschenden Hurenzunft) hat mit GoB und Bilanzierungsvorschriften wohl nichts zu tun.

      Wer nix wird, wird Volkswirt.

      *) GoB = Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung

    • Norbert Mühlhauser

      @ xRatio:

      Ja Danke, natürlich hat das Anschaffungskostenprinzip Ausnahmen, wenn etwa auch handelsrechtl Wirtschaftsgüter ganz oder tlw abzuschreiben sind.

      Die regelmäßige, also planmäßige Abschreibung gibt es hingegen nur in der Steuerbilanz, und die ist bekanntlich eine Fiktion, nämlich eine Ableitung aus der Handelsbilanz über die sogenannte Mehr-Weniger-Rechnung.

      Ihr link verweist auf das deutsche HGB, bei uns wurde das gleichnamige HGB durch das UGB abgelöst.

      § 245a "unseres" UGB verpflichtet im Sinne der Vorgaben der EU-VO (EG) 1606/2002 (Art 4) börsennotierende Unternehmen zur Aufstellung einer Bilanz nach internationalen Rechnungslegungsstandards, konkret: IAS/IFRS. (US-GAAP ist nicht inbegriffen!)

      "Prozyklizität" heißt einfach, dass Auf- wie auch Abschwung jeweils verstärkt wird, statt wünschenswerterweise extreme Verläufe abzumildern. Damit bringt dieser Ausdruck einen bedenkenswerten Sachverhalt zum Ausdruck.

    • xRatio (kein Partner)

      @Norbert Mühlhauser 30. August 2011 16:01

      Abgesehen davon, daß die §§-Nummern natürlich immer und die Rechts-Begriffe manchmal unterschiedlich sind,
      ist die Rechtslage in D. und Ö. im Ergebnis meist doch dieselbe.
      Mich wundert das nicht, weil die zu regelnden Sachprobleme überall dieselben sind.

      Das gilt auch in diesem Falle, wenn Sie sich vergleichsweise mal die grundsätzlichen Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften
      der §§ 201 ff. öUGB und
      der §§ 252 ff. dHGB ansehen.

      öUGB: http://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10001702
      dHGB: http://www.gesetze-im-internet.de/hgb/BJNR002190897.html

      Vorwiegend wegen börsennotierter Unternehmen gibt es dann in beiden Gesetzen noch (übertrieben genaue) Gliederungsvorschriften, die ein möglichst einheitliches "Aussehen" und damit eine bessere Vergleichbarkeit von Bilanz und GuV diverser Unternehmen, insbesondere größerer Kapitalgesellschaften, ermöglichen sollen.
      Hier geht es bloß um die "Optik", aber nicht um Sonderprobleme der Bewertung oder der GoB.

      Im Grunde einfach nachvollziehbar auch die für blutige Laien zunächst vielleicht geheimnisvoll klingenden Sondervorschriften für (kondolidierte) Konzernabschlüsse.

      Damit soll die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der beteiligten Mutter- und Tochterunternehmen zusammenfassend so dargestellt werden, als ob diese Unternehmen trotz ("formaler") rechtlicher Selbständigkeit insgesamt ein einziges Unternehmen wären, was sie bei "wirtschaftlicher Betrachtungsweise" ja auch sind.

      Die Töchter werden also (je nach Höhe der Beteiligung ganz oder anteilig) ohne alle Besonderheiten wie stinknormale Filialen oder Betiebsstätten der Mutter behandelt. Wenn man so will, der Normalfall schlechthin. Die rechtliche Selbständigkeit wird einfach hinweggedacht und entsprechend bilanziert.

      Was daran (auch bei internationalen Konzernen) neu oder schwierig sein soll und andere als stinknormale Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze rechtfertigt, entzieht sich meiner Phantasie und Vorstellungskraft komplett.

      Dennoch wurde an diesen Pseudo-Problemen vom "modernen" Gesetzgeber unter stümperhafter "Verarbeitung" gewohnt stümperhafter und chaotischer EUdSSR-Richtlinien in einer derart konfusen und bekloppten Art und Weise herumgepfuscht, daß selbst Fachleuten Hören und Sehen vergeht.

      Daß in dem so geschaffenen Verhau ganz nebenbei auch mal munter und ganz aus Versehen gegen hergebrachte Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung verstoßen wird, wundert nicht. Fragt sich nur, wann und wo das genau der Fall ist.

      Da und dort wurden in der Tat unter kompliziertesten Voraussetzungen irgendwelche mit den GoB unvereinbare Bilanzierungs- und Bewertungswahlrechte eingeführt, deren Sinn und Rechtfertigung sich nicht mal (ehrlichen) Fachleuten erschließt, den Politruks und EU-Kommissaren, die sich diesen Schwachsinn haben einfallen lassen, mit Sicherheit schon gar nicht.

      Daß die Sache im Steuerrecht anders liegt als im Handelsrecht, weswegen man trotz "Maßgeblichkeit der Handelsbilanz für die Steuer" auch von "umgekehrter Maßgeblichkeit" (der Steuer- für die Handelsbilanz) fabuliert und damit einen unauflöslich widersprüchlichen Verhau eigener Art geschaffen hat, erklärt sich aus dem schnöden fiskalischen Interesse an möglichst hohen Gewinnen und damit Ertragssteuern.

      Simpel formuliert: Handelsrechtlich ist die Lage möglichst pessimistisch, steuerlich möglichst optimistisch darzustellen. Da beißt sich die Katze in den Schwanz.

      Corruptissima res publica, plurimae leges (Cicero).
      Der korrupteste Staat hat die meisten (und verworrensten) Gesetze.

    • Norbert Mühlhauser

      Ja, xRatio, die von mir genannte Bestimmung betrifft Konzernmuttergesellschaften, und es erscheint natürlich auf den ersten Blick unverständlich, weshalb ausgerechnet solche Unternehmen anderen Bewertungsvorschriften unterliegen sollten, als andere große börsennotierende Unternehmen.

      Der Grund dafür dürfte pragmatischer Natur sein, da ja die meisten börsennotierenden Unternehmen synergetische Beteiligungen mit Kontrollbefugnissen halten, also Konzernbeteiligungen, weshalb für alle anderen ein quasi-Standard geschaffen wird, an den sie sich anzupassen haben.

      Die Konzernbilanzierung ist aufwendiger, weil Einzelpositionen der Töchter einbezogen werden müssen (freilich nur jener, die auch beherrscht werden - § 249 UGB) und es diesbezüglich nicht reicht, einfach einen Beteiligungsansatz anzusetzen. Allerdings sind Töchter vom Teilabschluss theoretisch befreit.

      Da der beizulegende Wert nach IFRS auch nicht mehr regelmäßig die Anschaffungskosten sind, können sich die Wirtschaftstreuhänder über mehr Arbeit freuen.

      Die EU-VO (EG) 1606/2002 wirkt nach meinem Verständnis sowohl unmittelbar als auch über die Gesetzgebung der Mitgliedstaaten. Unmittelbar verpflichtend ist sie für Konzernunternehmen, die am EU-Kapitalmarkt Titel begeben haben; und zwar einschließlich simpler Anleihen! (siehe dazu Art 9 VO)

      Da den Mitgliedstaaten Ermächtigungen bei den Rechnungslegungsvorschriften einräumt werden (Art 5 VO), kann es also zu einem Doppelstandard kommen.

      " Corruptissima res publica, plurimae leges (Cicero).
      Der korrupteste Staat hat die meisten (und verworrensten) Gesetze."


      Ich finde auch, dass die Gemeinschaftsidee umso mehr verloren geht, je stärker durch Gesetze reglementiert wird. Die Gesetze verdrängen Verantwortung, indem sie sie delegieren. Hier wird der Lebenszyklus von Zivilisationen und Staaten angesprochen.

    • xRatio (kein Partner)

      @Norbert Mühlhauser 01. September 2011 02:39

      Danke, ich denke wir sind uns einig. :-)

  18. cmh (kein Partner)

    Keine Nobelpreisträger aus Österreich?

    Ist nicht Schulmeister bereits nominiert?

    Möglicherweise intrigiert ja Schüssel noch dagegen und so bleibt einem Klasse- (mehrere Bedeutungen!) Ökonomen ja das Roseggerschicksal nicht erspart.



  19. durga

    Für alle, die die Stiglitz-Rede und die einiger anderer Redner in Lindau hören und sehen möchten:

    Von der homepage: http://www.lindau-nobel.org/WebHome.AxCMS zur mediatheque gehen.
    Die Ansprache von Wulff - von AU vor wenigen Tagen zitiert - ist als pdf-file ebenfalls von der homepage abrufbar.

    In diesem Zusammenhange möchte ich aber darauf hinweisen, daß Lindau alljährlich – und dies bereits seit 1951 - ein Treffen der Nobelpreisträger in Naturwissenschaften/Medizin veranstaltet. (Dies wird von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen, im Gegensatz zum Treffen der Ökonomen, das heuer erst zum 4. Mal stattfand). Am heurigen 61. Treffen (Fokus Physiologie/Medizin) haben 25 Nobelpreisträger teilgenommen – zahlreiche aktuelle Vorträge und solche aus früheren Jahren kann man auf mediatheque sehen. Dies ist leicht verständliche Kost, die ich jedem nur wärmstens empfehlen kann.



  20. DerTurm

    Allerorts liest man, dass sich in Lindau 17 "Wirtschaftsnobelpreis"träger getroffen haben sollen. Dies ist jedoch falsch:

    Der verliehene Preis ist genau genommen der "Preis für Wirtschaftswissenschaften der schwedischen Reichsbank im Gedenken an Alfred Nobel", aber es ist definitiv kein Preis der Stiftung Alfred Nobels. Jener hatte in seinem Testament klar festgelegt, welche Preise er verliehen haben möchte, ein Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften war nicht dabei.

    Dieser "Marketinggag" wurde erst im Jahr 1969 von der schwedischen Reichsbank erfunden. Zur Tarnung wird der Preis im Umfeld des echten Nobelpreises verliehen.

    Zudem wird der Preis von den Erben Alfred Nobels entschieden abgelehnt: sie fordern die Abschaffung dieses Preises und haben beispielsweise im Jahr 2001 Ausschnitte aus Briefen Alfred Nobels an seinen Bruder veröffentlicht, in welchen er schrieb "Ich habe keine Wirtschafts-Ausbildung und hasse sie von Herzen."

    Und schließlich wird die bevorrangte Vergabe des Preises an linke Mainstreamökonomen seit Jahren kritisiert.

    Daher sollte man im Gegensatz zu den linken Mainstreammedien nicht von "Wirtschaftsnobelpreis" sprechen, sondern das Kind korrekt beim Namen nennen.



    • Gandalf

      Aber lieber Turm, warum alterieren Sie sich? Es gehen doch seit vielen Jahren auch die echten Nobelpreise überwiegend an Linke (und/oder völlig unwürdige, wie die meisten Friedenspreise); so what?

    • Johann Scheiber

      Mich wundert bei den echten und den falschen Nobelpreisen vor allem, dass die Amis immer am meisten abräumen, die USA aber jenseits der Theorie, in der Praxis eigentlich auf der ganzen Linie im A.... sind.

    • inge schuster

      Lieber JS,

      Wenn wir jetzt die Preise in Literatur und Frieden (und auch den Ökonomiepreis, der ja - wie Turm schreibt - ein Nobel-Memorialpreis ist) beiseite lassen, so hat nach dem zweiten Weltkrieg die Grundlagenforschung in Physik, Chemie und Medizin (Physiologie) vor allem in den USA einen ungeheuren Aufschwung genommen und zu einem gigantischen Fortschritt in unserem Wissen und auch in dessen Anwendung geführt. (Dazu haben auch aus Europa leider vertriebene/ ausgewanderte Wissenschafter enorm beigetragen.) Wenn nun fundamentale Entdeckungen in diesen Gebieten ausgezeichnet werden, sind in den meisten Fällen auch amerikanische Gruppen ursächlich involviert.

      Wenn Sie sich detaillierter über den Status der Naturwissenschaften in Österreich, Europa im Vergleich zu USA informieren möchten, darf ich Sie auf die Artikel meines Mannes ("Grundlagenforschung in Österreich") im science-blog verweisen?

    • Johann Scheiber

      Sehr geehrte Frau Schuster, vielen Dank für ihren Hinweis, aber den hochinteressanten Artikel "Grundlagenforschung in Österreich" habe ich bereits mit großer Aufmerksamkeit und wirklicher Spannung gelesen.

  21. terbuan

    Der verzweifelte Kampf der Gelddrucker:
    Fast jeden Tag das gleiche Szenario, kaum eröffnet in New York die Börse, macht der Goldpreis ein Ruck nach unten, heute von 1815 auf 1780 USD/oz!
    http://www.kitco.com/charts/livegold.html
    Bernake läßt grüßen!



  22. Celian

    "Die Instrumente funktionieren nicht mehr"

    Heißt das also, daß der Keynesianismus endlich entmystifiziert ist? Die Jünger des Schuldenmachens, die Stieglitze, Lagardes und wie sie alle heißen mögen, sind sie endlich als Scharlatane entlarvt?

    Mit ihren Mega-Schuldenprogrammen getarnt als Konjunkturprogramme, um die Wirtschaft anzukurbeln, wie sie es nennen, haben sie die Weltwirtschaft in ein Schulden-Schlamassel geführt. Dieses wird noch mancher die Ehre haben bis an sein Lebensende auszubaden, Schäubles 7 magere Jahre sind viel zu kurz gegriffen.

    Werden nun endlich die Scharlatane mit ihrer Voodoo-Wirtschaftsideologie vom Schuldenmachen davon gejagt? Nein. Bernanke ist in Jackson Hole, beim Jahrestreffen der Notenbanker zwar angesichts der steigenden Inflation etwas unwohl geworden, um gleich wieder das sprudelnde Füllhorn QE 3 aufzudrehen. Aber aufgehoben ist nicht aufgehoben. Denn die Keynesianer argumentieren, daß die Konjunkturprogramme nur zu klein waren, um zu wirken. Man müsse nur richtig viel Geld in die Wirtschaft pumpen, damit die Medizin wirkt.

    Wer so argumentiert, ist wahrscheinlich auch der Meinung, daß der Kopf noch nicht blutig genug ist, um durch die Wand zu kommen. Daß man nur einen noch größeren Anlauf nehmen muß. Wie groß muß eigentlich die Keynes-Schuldenkanone sein, damit wenigstens ein Konjunktur-Spatz getroffen wird? Denn nach Billionen von verpulverten Dollar hat sich nämlich am amerikanischen Arbeitsmarkt gar nichts gerührt. Im Gegenteil, jede Woche sind es mehr und mehr Amerikaner, die stempeln gehen müssen. Es wäre langsam an der Zeit, daß die Stieglitze einbekennen, daß man Feuer nicht mit Feuer bekämpfen kann. Daß der Keynesianismus endgültig abgedankt hat, seine „Instrumente“ stumpf sind, immer schon waren. Daß sie zwar mit Pomp und Getöse angekündigt wurden. Aber abgesehen von Schulden nur Schall und Rauch erzeugen.



    • terbuan

      Celian,
      ********!
      Wenn sogar das Dichand-Gratis-Schmierblatt "Heute" titelt:
      "EUROPAS BANKEN STEHEN VOR KOLLAPS!",
      Keiner will es hören und schon gar nicht glauben, die Droge der ungedeckten Schulden wirkt noch immer, vorläufig!

    • Celian

      Danke terbuan,

      heute schon den neuen Dobelli "Warum die Unmittelbarkeit so äußerst verlockend ist" gelesen?

      Ich kanns euch nicht verlinken, da nicht frei verfügbar im Internet.

      dazu ff. Gedanken: Menschen, die im "Hier und Jetzt" leben, also den Tag genießen, als gäbe es kein Morgen, stehen dem Tierischen näher als dem Menschlichen. Eine Ratte kann nicht auf den Käse verzichten, auch wenn es in Zukunft ein größeres Stück gäbe, man kann sie nicht auf Verzicht trainieren (Das Vergraben von Nüssen durch Eichhörnchen zählt nicht, da es sich hierbei um einen reinen Instinkt handelt und nicht um Impulskontrolle.) Sozialisten denken so wie Ratten, sie stehen dem Unmittelbaren, ohne Denken ans Morgen wesentlich näher als dem Menschen, der sein Leben und damit die Zukunft plant.

      Sozialisten haben ihren "HabenwillumjedenPreis"-Impuls nicht unter Kontrolle. Lieber heute als morgen, genießen, konsumieren. Sie sind bereit, jeden Preis für eine Sache zu bezahlen, daher dann auch die hohen Schulden. Sie sind wie die Tiere, die sich nicht unter Kontrolle haben, sie sind mit einem Wort unzivilisierte Wilde.

      In einer zivilisierten Gesellschaft gäbe es 1) keine Sozialisten 2) keine Keynesianer 3) keine horrenden Schulden. Daran erkennt man, wie weit wir von jeglicher Zivilisation entfernt sind. Und uns immer weiter entfernen, mit den sozialistischen Keynesianern am Ruder.

      Wen wunderts da, daß weiteres Schuldenmachen als "alternativlos" hingestellt wird. Den Wilden kann ja gar nichts Anderes einfallen.

    • Martin Bauer

      Celian

      *****!

    • terbuan

      Die Angst vor Lehman 2.0 geht um.
      Die Banken leihen einander kein Geld mehr, sie sind unterkapitalisiert und den steigenden Risken nicht mehr gewachsen. Wann fällt der nächste Dominostein um?

      http://www.faz.net/artikel/C30638/angst-vor-lehman-2-0-das-naechste-drama-der-banken-30492534.html
      http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/:umstrittener-appell-lagardes-ruf-nach-frischem-kapital-fuer-banken-verhallt/60097344.html

    • Johann Scheiber

      Das die linken und rechten Ökonomen übergreifende Hauptproblem ist, dass sie alle, wirklich alle Globalisten sind. Internationalökonomen und nicht Nationalökonomen. Land ist erst dann wieder in Sicht, wenn wir uns, so wie die Aiaten, hauptsächlich mit der Nationalökonomie und dann mit den weltweiten Absatzmärkten beschäftigen. Der westliche Schaukämpfe der Starökonomen ist, Stieglitz wie Zeisig, nur Verschleierung und Befestigung der Konzernherrschaft.

  23. Brigitte Imb

    Frage an alle User,

    hat jemand in irgend einem österr. Medium Camerons Absichten gehört od. gelesen? Mir wäre nichts aufgefallen, obwohl ich alle gängigen Tageszeitungen per Internet durchwühlt habe - das wird wieder einmal verschwiegen wie es scheint.
    Dank Dr. Unterberger erhält das österr. Volk Informationen die wirklich gut tun. Ein Hoch auf ihn u. nicht zuletzt auf Cameron, der den richtigen Weg einschlägt.

    Übrigens, die Griechen machen auch vor der nächsten Tranche der Rettungsmilliarden ihre Hausaufgaben nicht.
    http://diepresse.com/home/wirtschaft/international/688927/Griechenland_Schlechte-Noten-fuer-Sanierungsprogramm?_vl_backlink=/home/wirtschaft/index.do



    • Celian

      und doch stand was in den Salzburger Nachrichten.

      http://search.salzburg.com/articles/20680082

      Außerdem bin ich der Meinung, daß in unserer vernetzten Welt jeder die Möglichkeit hat, sich ausreichend und richtig zu informieren. Nicht nur über das Internet, in Blogs wie A.U.: In Zeiten des Ipads kann man viele internationale Zeitungen über eine App abonnieren. Und kann sie sogar schon am Vortag lesen. Wie z.B. die FAZ, ab ca. 21:30. Es gibt keine Ausreden mehr, man habe etwas "nicht gewußt", oder der ORF hat einen nicht richtig informiert. Sorry Leute, dann hättets euch halt informiert, alle Kanäle sind offen....

      Aber wer sich natürlich von gekauften Medien wie "heute", Österreich", "Profil",etc. abhängig macht... selber schuld.

    • Brigitte Imb

      @ Celian,

      danke, die SN habe ich glatt vergessen gehabt.

      Mir ging es allerdings nicht darum, wie und wo ich Informationen herbekomme - übrigens danke für die wiederholte Belehrung - sondern darum , was die österr. Medienlandschaft dem Volk vermittelt, bzw. verschweigt, also Meinung statt Bericht. Und das ö. Volk ist leider zu einem Großteil ungebildet, und sicher ist der durchschnittl. "Krone" Leser, od. ein "Österreich" u. "Heute" Leser, nicht in der Lage englischsprachige Zeitungen zu lesen, od. gar zu verstehen.

    • Celian

      Oje, wollte absolut nicht belehrend wirken. Hab nur ganz allgemein gesprochen.

    • Brigitte Imb

      Paßt schon.

      Es ist halt leider nicht so, dass der "Gesamtschulbürger" sich um Informationen bemüht, er glaubt z. B. dem ÖRF.

    • socrates

      NZZ Archiv hat sehr viel.

  24. Josef Maierhofer

    Die Krisenbewältigung kann erst mit der Einsicht beginnen.

    Mit der Einsicht, dass man Schulden nicht durch noch mehr Schulden abdecken kann.

    Mit der Einsicht, dass man aus einem Krug nur herausnehmen kann, was man vorher hineingegeben hat.

    Mit der Einsicht, dass jeder für seine Taten selbst verantwortlich ist, im Großen wie im Kleinen.

    Mit der Einsicht, dass die umfassende Wahrheit das Einzige ist, was allen weiterhelfen kann.

    Solange diese Punkte nicht Beachtung finden, kann es keine Einsicht und daher auch keine Krisenbewältigung geben.



    • terbuan

      Die Brandbeschleuniger!
      Nicht nur Stiglitz fordert es, auch die IWF Chefin Lagarde verlangt:
      NOCH MEHR SCHULDEN!
      Es gibt keine Einsicht und daher wird es auch keine Krisenbewältigung geben, wir stehen vor dem Abgrund und bald sind wir einen Schritt weiter!

  25. terbuan

    Nicht ganz OT, aber sehr berührend, heute in der FAZ:
    John le Carré: "Goethe ginge heute auf die Barrikaden "

    Einer der berühmtesten Schriftsteller englischer Sprache unterhält eine Art Liebesbeziehung zur deutschen Sprache. Hier erzählt er, wie es dazu kam und warum auf seinem Rasierpinsel ein „Faust“-Zitat prangt und was mit der britischen Krankheit auf ganz Europa zukommt.

    http://www.faz.net/artikel/C30437/john-le-carre-goethe-ginge-heute-auf-die-barrikaden-30493131.html



  26. Geheimrat

    Nach welchem Prinzip handeln “unsere” Einheits-Sozialisten-Politiker über das “eigene” Volk hinweg:

    Wir setzen etwas um und wenn sich kein Widerstand regt, ist es eine alternativlose beschlossene Realität! Und die nächste Generation kennt es schon nicht mehr anders!

    Die Kinder die heute 13/14 sind, werden in fünf Jahren glauben, wenn man die Mindestsicherung und die Hacklerpension wieder abschafft, daß man ihnen was Normales, Selbstverständliches wegnimmt, selbst wenn sie davon in ihrer Freiheit eingeschränkt sind und dann gegen “böse Rechte” demonstrieren! Sie kennen es dann ja nicht anders und werden so Stück für Stück Islam und/oder Sozialistisch „domestiziert“ und man nimmt ihnen ihre Hochachtung und Selbstbewusstsein. Und nicht nur bei den Kindern! Stück für Stück, mehr oder weniger ist es in unser aller Köpfe schon passiert!

    Und das betrifft so ziemlich alle neuen “Selbstverständlichkeiten” wie Ghettos, lebenslange leistungslose Mindestsicherung, Österreich-Hass, Homo-Ehe, U-Bahn-Gewalt, Krawall-Demos, Loverboys, Halal-Food, Migrations-Industrie, Islam ist Frieden, Christen-Bashing, bedingungsloses Abtreibungsrecht, Frauenquote, Behinderten-Quote, Migranten-Quote, Positiv-Islam-Bericht-Quote, ohne Euro gibt es Krieg, Mütterhass, Väterhass, alles Quer ist das Heil, Atom ist böse, Klima ist böse, CO2 ist böse, Türken haben Österreich aufgebaut und der Islam gehört zu Österreich insbesonder zu Wien, die Reichen gehören abgeschlachtet und im Zweifel sind Israel und Amerika auch böse und jeder der was anderes behauptet oder nur eins davor genannte für fragwürdig hält, ist ein Nazi…

    P.S. Die Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.



    • ProConsul

      Der Sozialismus - in all seinen Ausformungen - ist in der Tat eine Geisel der Menschheit. Umso dümmer und oberflächlicher die Menschen werden, und umso mehr bildungsferne Ausländer ins Land gelassen werden, umso stärker wird der Sozialismus, - wir erleben es gerade hautnah mit.

      Um diese Entwicklung nachhaltig zu stoppen müssen mehrere Dinge geschehen:

      Ausländerstopp (durch Blau-Schwarze Koalition), bereits im Land lebenden Ausländer mus der Erwerb deutlich schwieriger gemacht werden (zB. mind. 20-jähriger Aufenthalt)
      Restaurierung des Adels (konst. Monarchie), Voraussetzung dafür ist der Verkauf großer Flächen Grundbesitz (derzeit Republik) an österreichische Magnaten und Adelige.
      Privatisierungen von der linken Reishhälfte nahesstehenden Organisationen zB. ORF, Gemeindebauten etc.
      Streichug (Kürzung) sämtlicher Zeitungssubventionen
      Einführung von Studiengebühren abhängig vom "Überlaufenheitsgrad" der Studienrichtung.
      Beibehaltung der Gymnasien

  27. socrates

    Als Logiker: wenn es 3 mal soviel Geld wie Hardware auf der Welt gibt, ist eine Inflation unausweichlich. Die Software, Patente (Doppelklick, Lebewesen,etc.), copyright und andere wohlerworbene Rechte der Justizbankster werden im Kriesenfall wohl nicht die anderen 2/3 des Geldwertes ausmachen, ebenso bedrucktes Papier aller Art.
    "Man sollte bei den Bürgern keine falschen Erwartungen wecken, dass schnelle oder schmerzfreie Lösungen möglich wären;"
    Besser: "Man sollte bei den Anlegern keine falschen Erwartungen wecken, dass schnelle oder schmerzfreie Lösungen möglich wären;"
    Warum sollen nur wir Bürger zahlen?
    Politiker, die die Banken mit rückwirkenden Gesetzen gerettet haben, gehören zur Verantwortung gezogen, mittel rückwirkender Gesetze, wie sie es uns gelehrt haben. Warum wurde die Medici-Bank gerettet? Die Bürger sollen zahlen? Nein!
    Banken und ihre Manager gehören, mittels rückwirkender Gesetze enteignet.
    Wir verhungern wenn die Banken nicht gerettet werden? Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube! Noch nie hat eine Bankenrettung Erfolg gehabt!



  28. schreyvogel

    Unbegreiflicherweise hat man die wirklichen Experten wie Dr. W. Faymann, die täglich an vorderster Front gegen die Krise reden, nicht eingeladen. Sein Rezept findet sich aber in "Österreich" vom Sonntag:

    "Ich bin fest davon überzeugt, dass wir nur durch eine europäische Politik die negativen Auswirkungen von Finanzspekulation und Währungskrise stoppen können. Wir müssen diese Zerstörungsprozesse der Realwirtschaft durch die Spekulanten stoppen. Es muss Schluss sein mit diesen Wetten gegen Währungen, Nahrungsmittel, Kurse. Ich will, dass wir in Europa bis spätestens 2014 die Finanztransaktionssteuer haben – durchaus auch nur für die Euro-Zone ohne Großbritannien und Schweden. Die Transaktions-Steuer muss kommen, eine strengere Finanzmarktkontrolle, eine eigene europäische Rating-Agentur. Da ist wirklich viel zu tun."

    Also neue Steuern, neue Kontrollen, eigene Ratings.
    Keine Rede von Einsparungen oder gar Senkung der Produktionskosten. Ebeso nicht von geordneten Insolvenzverfahren für Staaten oder "systemrelevante" Gebilde.
    Ebenso keine Rede von einer Aufarbeitung aller Ursachen der Finanz- und Schuldenkrisen - die kennt Dr. Faymann ja, es sind die Spekulanten, die die "Realwirtschaft" zerstören.
    Die Gewerkschaften kommen bei Faymann nicht vor, denn die sorgen ja nur für soziale Gerechtigkeit für die Arbeitnehmer.

    Ein Jammer, dass Dr. Faymann nicht nach Lindau geladen war. Der hätten diesen Theoretikern in ihrem elfenbeinernem Turm nämlich erzählt, wie es in der Realität wirklich ausschaut: Dass nämlich er und seinesgleichen nicht die Lösung sondern das Problem darstellen.



    • Martin Bauer
    • Christoph

      Dr. Faymann? Dr. steht hierbei wirklich für Doktor??

    • Brigitte Imb

      Kann nicht sein, ich tippe auf Dummredner....

    • contra

      @Brigitte Imb

      +++++++++++++! ;-))))

    • terbuan

      Werner und Wolfgang beim Sommergespräch (vor der Ingrid).
      Ein Treffen in Harmonie und Eintracht, du finanzierst meine Zeitung und ich bin dein Hofberichterstatter.
      Beliebigkeit pur, sattsam bekannte Stehsätze, ein besonderes Gustostück zur Frage einer gemeinsamen EU-Regierung:

      "Aber da stellt sich doch die Frage, von wem diese regiert würde. Wenn sie von den Sozialdemokraten regiert wird und endlich für mehr Gerechtigkeit in Europa sorgen würde, wäre das eine gute Idee. Aber wenn sie von den konservativen Neo-Liberalen bestimmt wird, dann wäre so eine gemeinsame EU-Regierung für mich ein Albtraum"..... (Zitatende)

      Schlimmer kann es nicht mehr kommen!

    • cmh (kein Partner)

      Ist der ÖGB samt seiner Parteisektion SPÖ eigentlich auch too big to fail?

      Hat eigentlich irgendjemand gefragt und für die Wissenschaft dokumentiert, wie die mit dieser affenartigen Geschwindigkeit ihre Schulden los geworden sind?

      Nicht dass ich jemandem am Zeug flicken möchte, aber diese LEistung sollte doch mit allen geteilt werden?

    • Torres (kein Partner)

      Ich hoffe, "Dr." Faymann ist hier ironisch gemeint

    • contra

      @terbuan 29.8. 16:50 Uhr

      Jetzt wird es wirklich gefährlich, denn die Sozis entwickeln einen verheerenden Größenwahn, was sich jedoch schon länger abzeichnete und nun in der Realität durchschlägt.
      Wie uns die Geschichte lehrt, bedeutet es meist den Anfang vom Ende! :-(

  29. Riese35

    @Johann Scheiber vom 29. August 2011 08:36: "Ohne eine das menschliche Handeln basierende Moral und ohne Ethos gibt es keine langfristig prosperierende Wirtschaft."

    Das sehe ich genauso, weil die Moral die treibende Kraft hinter allen Regelungen ist. Deshalb halte ich das Bildungssystem, die Kulturpolitik, die Gesellschafts- und Familienpolitik, die Medien und letztendlich die Religion für die langfristig entscheidenderen Säulen für eine vernünftige Wirtschaftspolitik. Diesbezüglich schaut es aber gerade in der ÖVP sehr traurig aus, da sich dort das Vordergründige, das Mittelmaß, die eigene Karriere, die kurzfristige Eventpolitik durchgesetzt haben und die Bedeutung der oben genannten Säulen nicht erkannt wird.

    Und die ehemalige Säule Kirche ist leider auch größtenteils in sich zusammengebrochen und beschäftigt sich mit Randthemen, anstatt den Glauben und die Moral zu verkünden. Die ehemals offene Gemeinde, die gemeinsam das eine Ziel des Wahren, Guten und Schönen angestrebt hat und gemeinsam auf das Symbol der aufgehenden Sonne, auf Osten, auf Gott, auf das Transzendentale, fest Vorgegebene ausgerichtet (orientiert, von "oriens" = aufgehen) war, hat den menschlichen Kreis geschlossen, feiert, nach außen hin abgeschottet, sich selbst und erhebt sich damit selbst zum Schöpfer und Macher. Den sichtbarsten Ausdruck findet diese geistige Kehrtwendung im sogenannten "Volksaltar" und den Demokratisierungsbestrebungen in der Kirche. Entscheidend soll nicht mehr sein, was Gott uns gesagt und vorgegeben hat, sondern was die Gemeinde "demokratisch" beschließt. Die Moral steht zur Disposition, die man "zeitgemäß" anpassen kann. Und dem sind keine Grenzen gesetzt. Das meiste andere, das wir so oft beklagen, sind nur die Folgen dieser geistigen Kehrtwendung. Wo keine Transzendenz und Moral mehr vorhanden ist, ist alles erlaubt. Man kann sich alles nach seinem Gutdünken zurechtrücken, sofern man nur die "Mehrheit" hat, die alles zu legitimieren scheint.

    Die Früchte sehen wir auf Schritt und Tritt: familienfeindliche Gender- und Homoideologie, Förderung ausschließlich von Kulturrevolutionären und linken "Kulturschaffenden" (Nitsch etc.), Zerstörung der Kirche (z.B. Förderung der Kohlmaiers und Schüllers, Mitheulen im Konzert gegen den sogenannten Mißbrauch in der Kirche), Wiederwahl des ORF-Generaldirektors, Kinder weg von den Familien in staatliche, politisch korrekte Erziehungsanstalten, Förderung der Zerrüttung von Familien durch angebliche "Gleichwertigkeit" verschiedener Lebensmodelle (die Folge sind die Scheidungswaisen), ein Religionsunterricht an den Schulen, der den Namen nicht mehr verdient (wer lernt dort noch die 5 B-s der Buße, die 7 Tugenden, die 10 Gebote und deren Sinn, so daß er sie im Schlaf aufsagen könnte) etc.

    Im Prolog des Johannesevangeliums heißt es "In principio erat verbum ...". Das spricht den Willen und die geistige Dimension an. Und danach folgt das Materielle. Ich sehe die heutige, zerrüttete Wirtschaftspolitik als Folge dieser geistigen Kehrtwendung. Ohne abermalige, geistige Kehrtwendung, ohne Rückbesinnung auf die traditionellen Werte, ohne Moral werden (echte) Wirtschaftsfachleute maximal im stillen Kämmerlein ihre richtigen Thesen vertreten dürfen, Auswirkungen auf die Politik wird es aber kaum haben, da dort zur Zeit ganz andere Paradigmen herrschen.



  30. Helmut Oswald

    Der unproduktive Sektor (Sozialbüokratie, allgemeine Verwaltung, Finanzverwaltung, Wirtschaftsverwaltung) ist zu hoch - bekannt.
    Wie abbauen ? Den 'Staat halbieren' - jedenfalls aber seine Vermögenswerte enteignen - Eigentum des Staates ist Diebstahl an den Privaten. Her mit dem Land, her mit den Wohnungen - weg mit den Beamten. Unkündbar ? Im 21. Jahrhundert ? Belieben zu scherzen. DIe 'Staff' beschäftigt sich selbst, sobald sie einmal da ist - ihr ganzes Sinnen und trachten richtet sich auf die Anlage riesiger Datenfriedhöfe und das Hineinmischen in die wirtschaftliche Tätigkeit jener, die Geld bzw geldeswerte Leistungen erbringen, Waren herstellen. Wozu bitte, auch nur einen einzigen Beamten in einer Zulassungsbehörde beschäftigen ?
    Genügt uns nicht die Zulassung in der Bundesrepublik ? Da testen Leute Medikamente, Autos und Maschinen, Kunstdünger und jeden sonstigen vorstellbaren Müll - und alles ist schon mal getestet - 95 % bräuchten bloß mit einem Stempel übernommen werden ... (zehn dürfen bleiben, um die Echtheit der vorgelegten bundesdeutschen oder Brüsseler Zulassungsdokumente zu prüfen).
    Wozu Finanzbeamte prüfen lassen, ob Parktickets und sonstige Marginalien dem Geschäftszweck dienlich waren - großzügige Pauschalen RECHNEN SICH, WEIL DIE KONTROLLE VON KLEINSTPOSITIONEN UND DAMIT DER BEAMTE ENTBEHRLICH WERDEN ... nein, geht offenbar alles nicht, soll nicht sein, wird vergessen, übersehen, überhört. Solange die Krankenkassen, die Sozialversicherungsanstalten usw NICHT DEN BEWEIS ERBRACHT HABEN; DASS SIE AUSGEGLICHEN WIRTSCHAFTEN - und das heißt nicht, auf Kosten der Leistungsempfänger, sind sie per Gesetz aufzulösen. Die Ecard kann gleich aufs Finanzamtkonto laufen, solange ohnehin immer zugeschossen werden muß. Wird sich, nach Einsparung sämtlicher Personalkosten ohnehin erübrigen oder marginalisieren. Da liegen enorme Leistungsreserven brach - der gesamte Personalaufwand ist entbehrlich. Großkonzerne schreiben vor, daß Adminsitration 1 - 2 % maximal vom Umsatz kosten darf. Der Staat ist der Moloch, die gefrässige leistungsscheue Beamtenschaft thront, gleich dem vorrevolutionären Adel über den Trümmerhaufen, den uns rote oder rot dominierte Regierungen zurückgelassen haben. Was bleibt - sind Schulden. Die Folge sozialistischen Unrechts. ALLE VOR DAS GERICHT - ALLE ZAHLEN LASSEN, die das MITVERURSACHT HABEN. AUSNAHMSLOS. UND ERBARMUNGSLOS, SO WIE SIE UNS DIE LETZTEN 60 JAHRE DIE STEUERN ABGEPRESST HABEN.



  31. Laura R.

    Der Werner hat g`sagt, wenn sich keiner auskennt, weiß wenigstens er, wie des geht. Mir nehmen`s den Reichen und stopfen die Löcher von die Armen:

    http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/688695/Faymann-fuer-Reichensteuer-ab-einer-Million-Euro-?from=gl.home_politik



    • Paige

      Ja, aber damit werden andere "Löcher" gestopft, nicht die von die Armen ;-)

    • mazurka

      ach Laura,

      Ich freu' mich schon so auf die morgigen Sommergespräche, auf das hoch-intellektuelle Niveau der lieben Thurnher und auf die Kreativität und staatsmännische Weisheit unseres verehrten Werner, wenn er sich anschickt den Gordischen Knödel unseres Staatsdisasters - nein nicht zu durchhauen sondern - gerecht zu verteilen.

      Wie schön, daß uns der liebe Werner schon so bald an seinen zukunftsweisenden Konzepten teilhaben lässt!

    • Laura R.

      @ mazurka

      :-) ich sag`s dem Werner. Aber erst nach dem Fernseh`n, weil heut`übt er den ganz`n Tag ganze Sätze sprechen und ein bissel eine gefälligere Tonlage. Eine Oktav tiefer, oder so...

    • Undine

      @Laura R.

      *** :-) ***:-)

    • Prinz Eugen von Savoyen (kein Partner)

      Mazurka: Ich freu' mich schon so auf die morgigen Sommergespräche...

      Habt ihr Masochisten da nicht ein geheimes Zeichen, wenn es zu schlimm wird? Funktio0niert das übers Fernsehen?

  32. terbuan

    ".......Besonders negativ fiel Stiglitz dadurch auf, dass er von einer "ganz anderen Welt" schwärmte, „die möglich sei“......."

    Natürlich schwärmt der Herr Stiglitz von einer anderen Welt, nämlich von einer Zerstörung des Euros und der Weltherrschaft des Dollars!
    Dazu müssen erst noch die reichen Länder der EU zur Gänze ruiniert werden!!!



  33. mike1

    fünf zentrale strategien gegen die krise: der zusammenstellung von a.u. kann man nur zustimmen !

    die frage wird freilich sein - wenn wir uns auf österreich konzentrieren - wer von den österreichischen "politikern" wird in der lage sein, solche klare aussagen auch offen und ehrlich zu vertreten ? der herr "bundeskanzler", womöglich in einem interview mit dem "österreich"-blattl ? oder gar mit der "krone" ?

    wenn man sich aussagen von faymann samt seinen experten wie z.b. der berühmten bildungsexpertin l. rudas oder den herrn wirtschaftsexperten matznetter anhören muss, dann weiß man, wo der zug hingeht: weiter in den schlund der verschuldung und ins totale chaos.

    also von den linksrotgrünchaoten wird wohl nichts intelligentes kommen.

    von den blauorangen chaoten wohl auch nur populistisches gebrabbel, weit entfernt von der realität und ohne zukunftsträchtiges wissen und wollen.

    die övp, die ja unter schüssel zukunftsweisende änderungen angedacht und zum teil durchgebracht hat (vom experten faymann unter milliardenschaden wieder rückgängig gemacht), versucht zwar auch in der derzeitigen großen koalition (fekter, töchterle, edlinger-ploder auf landesebene) lösungen zu erarbeiten, es wird jedoch alles sofort von den roten abgelehnt (siehe angedachte uni-lösung, siehe vorschlag einer bh-reform, siehe selbstbehalte).

    die konsequenz müsste die sofortige auflösung der koalition sein. die grundsatzprobleme werden jedoch bestehen bleiben, da die geeigneten leute (aus der övp) das nächste mal sicher nicht mehr ans ruder kommen werden.
    und der herr spindelegger scheint mir leider auch nicht der geeignete kommandant zu sein.



    • ambrosius

      Also: mir ist Staat 1 mit Begrenzugn, daß niemand so mächtig wird, daß er den Anderen an seiner Entwicklung hindert lieber.
      Staat 2 erinnert mich zu sehr an die auf Hegel und Plato basierende Sowjetverfassung und dieses mit Helgel umsich schmeißende, pseudeintellektuelle Pinup der Linken.

    • Johann Scheiber

      Diese ihre Bemerkung, sehr geehrter ambrosius, zeigt, welche nachhaltige Verwirrung, welches Unheil Poppers Hassschrift über die offene Gesellschaft und ihre angebliche Feinde gestiftet hat.
      Ich war selbst Zeuge, wie Popper anläßlich eines Vortrages in Wien über den Gott seines Volkes, über Jahwe hergezogen ist. Aber Plato und Hegel waren keine Rabbiner. Wenn ich Moslem oder Jude wäre und unter der Fuchtel von Imamen oder Rabbinern stünde, die alle von der Freiheit nichts wissen, dann wäre ich allerdings wohl auch gegen jede religionsgebundene Vorstellung von Politik.

  34. Johann Scheiber

    „Smarte Leute wissen immer, wie Regeln zu umgehen sind.“

    Dieser Satz sagt alles, auch über den Zustand der sogenannten Wirtschaftswissenschaften und deren Nobelpreisträger. Für Adam Smith, meines Wissens aber kein Nobelpreisträger, war die Nationalökonomie noch Teil der Moralphilosophie.

    Ohne eine das menschliche Handeln basierende Moral und ohne Ethos gibt es keine langfristig prosperierende Wirtschaft. Und es gibt auch keine immanent wirtschaftspolitisches Instrumentarien um den Karren aus dem Dreck zu holen, denn die wirklichen Probleme sind metaökonomisch.

    Mit der, durch eine falschen Wissenschaftslehre, strikten, aber eben falsch gedachten Trennung der Ökonomie von der Sittlichkeit als Ordnungsprinzip, haben die Gauner ihren Spaß - in Österreich und weltweit. Immer keucht der Rechtsstaat den Gangstern hinterher und oft hat man das Gefühl, dass die von den Lobbyisten diktierten Regulierungen als Gegengabe, nur den Zweck haben, aus den Volkswirtschaften auch noch das Letzte herauszupressen. Je mehr Regulierung desto mehr Möglichkeit zur Hintergehung.

    Die Gauner, die von allen Seiten die Hebel ansetzen, um das System auszuhebeln und um Staaten, Völker und Nationen zu zerstören, gelten dann auch noch als "smart". Das ist der Zustand reinster Dekadenz!



    • ambrosius

      Tja, so ist das leider. Wer aber soll Ethik, Anstand und Moral zurückbringen ? Ich sehe weit und breit keine Institution, nie diesbezüglich nicht weitgehend abgewirtschaftet hätte.
      Leider gab es in der Gescichte immer wieder solche Zeiten und auch in diesen Zeiten Menschen, die das bedauert haben und dagegen angeschrieben, gepredit oder sonst was haben. Man lese nur kluge Warnungen in den Zeitungen der ersten Republik bzgl Faschismus. Genützt hat es leider nix. Das Schicksal nahm seinen Lauf.

    • Johann Scheiber

      Sehe ich nicht ganz so pessimistisch, ambrosius. Eine "Ordnung der Freiheit" ist möglich. Nur muß man zuerst Irrlehrer, wie Stieglitz, Popper und Co. in den Giftschrank der Ideologen einsperren.
      Ich habe schon öfter darauf verwiesen, dass Hegel den Staat der Freiheit konzipiert hat, der nicht nur den Staat 1, den liberalen Nachtwächterstaat, sondern auch den Staat 2, den sittlichen Staat umfaßt, für den die Familie, die bürgerliche Gesellschaft und der Staat als gewollter Staat, als Nation, konstitutiv und der christliche Glaube substantiell ist.
      Wie ein Staat der Freiheit konzipiert werden kann, kann sehr schön im jüngst erschienenen Buch von Harald Seubert: "Jenseits von Sozialismus und Liberalismus" nachgelesen werden. Bei diesem Buch hat übrigens ersaunlicherweise Gregor Hochreiter ein junger Exponent der Österreichischen Schule der Nationalökonomie in gewisser Weise mitgewirkt, was in mir große Hoffnungen geweckt hat. Die substantielle Anreicherung der Österreichischen Nationalökonomie mit der Deutschen Philosophie, das wäre ein Traum.
      Das könnte den Schaden wieder gut machen, dass es Prinz Eugen nicht gelungen ist, Leibniz nach Wien zu holen.

    • contra

      @Johann Scheiber

      Um das alles umzusetzen, müßte man einen neuen Menschen erfinden, denn bei Ethik und Moral klafft zwischen Anspruch und Wirklichkeit ein ganz tiefer Abgrund!

    • Riese35

      @contra: Und wegen dieses Abgrunds sollen wir gleich ganz auch den Anspruch aufgeben? Wird es dann ehrlicher oder besser?

      Nein, den neuen Menschen müssen wir nur dann erfinden, wenn wir das Paradies auf Erden verwirklichen wollen. Und das hat, wie die Geschichte lehrt, stets zu großem Blutvergießen geführt.

      Nein, man kann am Ziel unverrückbar festhalten und sich dennoch bewußt sein, daß der Mensch Schwächen hat und ein Sünder ist, und daß es ein Verzeihen, eine Umkehr und Buße gibt. Auf diesem geistigen Fundament ist Europa aufgebaut worden. Im Moment sind wir leider dabei, dieses Fundament und damit Europa zu vernichten.

    • Johann Scheiber

      contra, da ist was drann, mit der Notwendigkeit des Neuen Menschen. Es kann aber jeder ein Neuer Mensch werden. Freiheit, Staat, Familie, Kunst, Kultur, die den Namen verdient, SIND Hervorbringungen des Neuen Menschen. Aber der alte Adam, der derzeit praktisch regiert und theoretisch den Ton angibt, ist dabei die Errungenschaften des Neuen Menschen, zuvorderst die Freiheit, zu zerstören und eine Barbarei unvorstellbaren Ausmaßes zu etablieren.

    • contra

      @Riese35

      Nein, natürlich nicht und man soll und darf den Anspruch auch nicht aufgeben, aber den Tatsachen mutig ins Auge sehen und bei jeder Maßnahme in der Praxis darauf Rücksicht nehmen!

    • phaidros

      Dieser Satz mag alles sagen, aber trotzdem ist das Pochen auf Ethik und Moral in gewisser Weise etwas naiv - um es vorsichtig auszudrücken:

      Menschen, denen diese Werte über alles andere geht, die also nicht bereit sind, sie zu biegen, dehnen oder beugen, a) streben weder in der Wirtschaft noch in der Politik nach höheren Weihen, und b) die Ausnahmen zu dieser Regel reüssieren weder da noch dort. Daher kann ich auch Ihre These, dass es ohne Moral keine prosperierende Wirtschaft geben könne, offen gesagt nicht nachvollziehen: ich glaube nicht, dass die fortune 500 immer nur saubere Methoden anwenden.

      Das alles ist aber nicht erst seit gestern so, sondern seit Anbeginn der Wirtschafts- und Politikgeschichte. Nebenbei gesagt ist es das Dilemma des Kommunismus: menschliche Kreativität und Erfindergeist kann man nicht niederreglementieren (und das ist gut so) Aber natürlich betrifft es alle Beteiligten gleichermaßen!

      Es gilt also ein System zu finden und durchzusetzen, bei dem das alles sich in erträglichen Grenzen abspielt (Transparenz); aber der Wunsch nach humanen Franz von Assisis mit der Durchsetzungskraft eines Gaius Julius Bonaparte wird wohl ein unerfüllter bleiben müssen.

      BG phaidros.vie@gmail.com

      P.S. Dass Sittlichkeit von Ökonomie nicht zu trennen sei, lässt sich meiner Ansicht nach auch nicht argumentieren. Im Gegenteil, das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Der Versuch die beiden zu verbinden führt automatisch zum Sozialismus. Und das es das nicht sein kann, sind wir uns ja wohl alle einig. Wenn Sie Details interessieren, kann ich Ihnen als allerdings etwas längeren Text http://www.biö.at/?q=Wirtschaft ans Herz legen.

    • Johann Scheiber

      phaidros, ich denke, es ist ihnen nicht gelungen den Kern meiner Stellungnahme zu erfassen. Das kann aber auch daran liegen, dass ich mich schlecht ausgedrückt habe. Jedenfall hat mein Eintrag mit Pochen auf Moral und Ethik und mit Werten nichts, aber schon gar nichts zu tun.
      Sie stehen mit ihrer einseitigen Sozialismus-Kritik aber möglicherweise auf der Seife. Könnte doch glatt sein, dass der Liberalismus, besonders der, der aus ihrem biö-Text spricht, nur die andere Seite derselben Münze ist.

    • phaidros

      Klar, dass Sie das so sehen wollen, aber seien Sie versichert: das kann nicht sein.

    • Johann Scheiber

      Dann ist es ja gut!

  35. Rupert Wenger

    Wir sind uns also einig, dass "schnelle und schmerzfreie" Lösungen nicht in Sicht sind und dass unser Sozialsystem wohl auch oder sogar vordringlich zurückgeschnitten werden muss. Welche Verwerfungen und Folgen dies zeitigen könnte, wird in http://www.biö.at/?q=node/164 versucht zu analysieren.



  36. ambrosius

    Dieser Bericht ist ein seltenes und doch auch bitteres Vergnügen:
    -Das Gros der Journalisten scheint heute wohl wegen seiner " zeitgeistgemäßen" Hintergrundbildung überhaupt nicht in der Lage, einen solchen Bericht zu verfassen!
    -Daß die "Wirtschaftsweisen" in Anbetracht des Saustalles, den die Herren und Damen Staatsdiener angerichtet haben eher ratlos und uneins sind ist bei Gott kein Wunder und gereicht ihnen nicht zum Vorwurf.(Anm: die Sauereien der Banker sind eine Konsequenz der Politik).
    -Wie die Herren/Damen Staatsdiener das Grab weiter schaufeln ist am Beispiel Griechenlands zu sehen: Da schaut man zu, wie sich die über Jahrzehnte dick fressen und jetzt, wo sie sich mit ihrem Übergewicht nicht mehr rühren können, verordnet man ihnen eine Nulldiät und wundert sich, daß sie ihr Idealgewicht erst im Sarg durch Wurmfraß erreichen!(Siehe die einbrechenden Steuereinnahmen)Dazu braucht es keine Wirtschaftswissenschafter, das hätte jeder Dorfquacksalber sagen können!
    Dennoch wird weiter- in letzter Zeit bezeichnenderweise ohne Angabe von irgendwelchen Argumenten- beispielsweise auf die Idee der Verpfändung der Goldreserven oder der Stärkung bundesstaatlicher Institutionen in diesem Chaosgebilde, das die EU derzeit ist einfach eingeschlagen.

    Ja- man ist ratlos aber- bei so viel Populismus und Präpotenz- steigt auch bei mir die Wut.



  37. Christoph

    Quot capita, tot sententiae!



  38. Observer

    Danke, dass Sie Herr Dr. Unterberger bei diesem Treffen dabei waren und uns so ungeschminkt und unbeeinflusst berichten können. Wer war eigentlich von den österreichischen Entscheidungsträgern - zumindest im Publikum - anwesend? Von Nationalbank, Kammern, Ministerien? Wirklich niemand?



    • Samtpfote

      Gab es eine Simultanübersetzung?
      Wenn nicht:
      Niemand

    • Brigitte Imb

      Die Blackies haben sich in Alpach getummelt und die rote Fraktion weiß ja ohnehin , dass sie nur den reichen das geld wegnehmen müssen und dadurch "alles gut" wird.

  39. Wertkonservativer

    Vor einigen Tagen habe ich mir erlaubt, von Dr. Unterberger weitere Auskünfte über die Ergebnisse seiner Lindau-Tage zu erbitten;
    wohl nicht deswegen, aber nun erfahren wir dankenswerterweise doch, wie unser A.U. die Summe der Weisheiten der Weltwirtschafts- und Finanz-Zampanos zusammenfasst und bewertet: höchst widerspruchsvolle Aussagen (wie gesagt: drei Experten, vier Meinungen!), die einen eigentlich recht ratlos zurücklassen!

    Ein Wort noch zu den Strategien gegen die Krise:
    Schmerzfreie Lösungen sind auf Grund der inzwischen unheilvoll angestiegenen Verschuldungs-Problematik in aller Welt realistischerweise auszuschließen.
    Es werden alle zahlen müssen: die Reichen, die Armen, und leider auch die
    arbeitsame sozusagene "Mittelschicht", die das Werkel bis jetzt einigermaßen am Laufen gehalten hat.
    Auch wir hier in Österreich werden den Gürtel wohl um einige Nummern enger zu schnallen haben; das sicher eintretende Gejammer und Geschrei möchte ich mir lieber nicht ausmalen!

    Ja, ja, wir gehen ganz sicher "herrlichen Zeiten" entgegen!

    gerhard@michler.at



    • Paige

      Wenn man seit Jahren vor den Auswirkungen der Schuldenpolitik und des Lebens auf Pump gewarnt und das eigene Konto immer in Ordnung gehalten hat, dann fällt es halt besonders schwer, diesen Urassern sein Eingemachtes auch noch zu geben. Irgendwie komme ich immer mehr zu der Ansicht, dass jeder, der verantwortlich haushaltet und spart, ein Riesendepp ist...

    • GOP

      Unser Hauptproblem ist, dass wir in Österreich viel zu spät reagieren. Da "greifen" Sparmassnahmen erst in einigen Jahren (z.B. die Angleichung der Pensionszeit zwischen Männern und Frauen ist erst in zig-Jahren, die Hacklerpension wird erst ab 2014 langsam abgeschafft usw.).
      Solche aussergewöhnlichen Finanzkrisen verlangen sofortiges Handeln, wie es in vielen anderen Ländern schon geschieht. Irgendwie sehe ich bei unserer Verantwortlichen nur eine Vogel-Strauß-Politik, wo man glaubt, alles Negative geht ohnehin an unserem Land vorbei. Frau Fekter ist doch eine "gestandene" Unternehmerin, kann sie sich mit finanzpolitisch erforderlichen Massnahmen in der Partei und der Regierung nicht durchsetzen? Wenn es so ist, dann sollte sie sich nicht "verheizen" lassen, sondern mit großem Krach das Regierungsteam verlassen!

    • mike1

      lieber gerhard, du hast vollkommen recht ! das blöde an der geschichte ist leider, dass in österreich nichts weitergeht ! von strategie keine rede ! faymann und konsorten träumen noch immer nur von der schröpfung der kapitalisten....

  40. libertus

    "Wir wissen nicht, wann die nächste Krise kommt." Aber sie kommt.

    Bei dieser Staatsverschuldung der meisten Länder leben wir bereits in einer permanenten Krise, da muß keine nächste mehr dazukommen.

    Und wenn sich der Gedanke einer geordneten Staats- bzw. Bankeninsolvenz durchsetzt, dann kann man bei dem heutigen, allgemeinen Schuldenstand Staatsanleihen gleich einmal vom Markt nehmen und der Kunde wird sich ebenfalls sehr gut überlegen, mit welcher Bank er welche Finanzgeschäfte abwickelt.

    Das zwingt dann erstens Staaten automatisch einzusparen, da die Beliebigkeit der Kreditaufnahme stark eingeschränkt wird und bei den Banken zu einem Gesundschrumpfen, weil mit der Insolvenzmöglichkeit viele riskante Geschäftszweige wegfallen müßten.

    Zwei Fliegen mit einem Schlag - so könnte denn doch eine der unkomplizierteren Maßnahmen für zunkunftsweisende Lösungen aussehen.







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