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Was ist der ORF nur für eine Schlangengrube! Was ist er nur für ein Intrigennest! Jetzt nach vier Jahren und ganz zufällig knapp vor dem Prozess zur Wiederbestellung des Generaldirektors kommt eine Mitarbeiterin – oder kommen ihre Hinterfrauen und -männer – drauf, dass sie einst "sexuell belästigt" worden ist. Wie schrecklich! Wie muss die Arme vier Jahre darunter gelitten haben, dass es ihr solange die Rede verschlagen hat! Vielleicht hat ihr der Generaldirektor damals gar aufs Knie gegriffen! Was für ein Glück ist es, dass es wackere Sozialdemokraten gibt, die an der Spitze des Stiftungsrates die ganze Schwere des Verbrechens erkennen und nach vier Jahren Sofortmaßnahmen verlangen.
Tatsache ist, dass es keineswegs das erste Mal ist, dass im ORF mit solchen Methoden jemand abgeschossen wird. Dem einen Redakteur ist angebliche Frauenfeindlichkeit vorgeworfen worden. Bei einem anderen ist der ganze Mailverkehr durchwühlt worden. Ebenso Tatsache ist, dass ganz, ganz zufällig von Mück bis Ziegler die Opfer solcher mieser Aktionen immer zu dem kleinen Kreis Nichtlinker im ORF gehören. Ebenso Tatsache ist, dass es diesmal der rote Vorsitzende des Stiftungsrates gewesen ist, der den ORF-Chef abgeschossen hat.
Es kann nun gewiss keinen Zweifel geben, dass Roland Weißmann zur großen Gruppe der besonders schwachen ORF-Generäle gehört. Im Grunde freilich kann heute weniger denn je überhaupt noch irgendjemand die vielen linken Politruks in den ORF-Redaktionen unter Kontrolle bringen. Diese wurden durch Betriebsvereinbarungen so stark, dass fast schon wurscht ist, wer am Küniglberg in der Nobeletage sein Büro hat. Das Sagen haben andere.
Damit aus dem ORF noch jemals wieder ein ordentlicher Medienbetrieb werden kann, gibt es wohl nur folgende vier Möglichkeiten:
Das Schlimmste wäre aber eine Fortsetzung der bisherigen Verhältnisse, halt mit einem neuen Namen. Dann werden weiter die roten Netzwerke mit allen Energien an neuen Intrigen arbeiten, Mails und Chats überwachen, allen politischen und unpolitischen Sendungen einen linken Drall geben – und böse Bürgerliche erpressen, damit die Linken ungehindert linke Propaganda machen können und damit dann der Erpresste selbst als Schuldiger dafür dasteht, dass es mit dem ORF weiter bergab gegangen ist.
Im Wort Erpressung liegt wohl die schlüssigste Erklärung für die nun aktuell "aufgedeckten" Vorgänge im österreichischen Gebührenfunk. Die Angelegenheit konnte offensichtlich vier Jahre lang erpresserisch als Waffe gegen den Frühstücksdirektor in der Chefetage verwendet werden, um diesem dann vor der Neuwahl den Gnadenschuss zu geben.
Besonders absurd ist die jetzige Rolle des Anwalts der belästigten Frau:
Gewiss, man versteht, dass die nun schon unter 18 Prozent gesunkene SPÖ den ORF für sich als lebenswichtig ansieht (und dabei absurder Weise übersieht, dass ihre tonangebenden Protektionskinder im Fernsehen in Wahrheit vor allem grüne und auf Ö1 kommunistische Ideologie verbreiten). Aber die Österreicher wollen dennoch nicht verstehen, dass sie dafür pro Jahr 183 Euro zahlen müssen, selbst wenn nur noch knapp mehr als eine Million von ihnen am Abend die Hauptnachrichtensendung ZiB überhaupt aufdreht, die früher nationale Pflicht gewesen ist.
Es ist freilich sicher, dass auch jetzt keine gute Lösung für den ORF zustandekommen wird. Schon deshalb nicht, weil nach der überforderten Frau Raab ausgerechnet der noch viel unfähigere Herr Babler Medienminister ist. Als Beweis ist ihm gleich etwas zur neuen ORF-Führung eingefallen: Es müsse unbedingt eine Frau sein. Als ob das Geschlecht das Wichtigste wäre. Als ob nicht schon so die Suche nach einem geeigneten Chef der Suche nach einer Nadel im Heuhaufen gliche.
PS: Geradezu süß ist es, wenn der ORF als Beweis seiner Existenzberechtigung die jüngste Schweizer Volksabstimmung herumreicht, bei der eine Mehrheit die von der Politik ohnedies stark gesenkten Gebühren gegen den Wunsch nach einer weiteren Halbierung verteidigt hat. Ganz abgesehen davon, dass die Schweizer ein besseres Programm machen als der ORF, dass sie – total werbefrei – die besten Musiksender Europas machen, bekennen sich die Schweizer aus einem ganz klaren Grund zu einer nationalen Rundfunkanstalt: Das ist ihre Viersprachigkeit, die von allen Schweizern als nationales Gut bejaht wird, die aber wie ein rohes Ei ständig gehegt und gepflegt werden muss, damit sich nur ja keine Sprachgruppe benachteiligt fühlt. Das ist zweifellos die nationale Hauptaufgabe des Schweizer Gebührenfunks. Diese Aufgabe ist aber dem ORF nicht gestellt.