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Was Europa von Afrika lernen sollte

Das ist endlich einmal eine Friedensnobelpreis-Entscheidung, die wirklich zu Recht erfolgt ist. Weniger deshalb, weil durch die Auszeichnung des Ministerpräsidenten von Äthiopien ein oft ignoriertes, aber wichtiges Land ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt wird. Sondern vor allem deshalb, weil die Welt von diesem Land wirklich Entscheidendes für die Sicherung des Friedens lernen könnte – wenn sie denn lernwillig wäre. 

In Äthiopien gilt es gleich drei überaus positive Entwicklungen während der letzten Generation zu preisen.

  1. Die erste ist die Befreiung des Landes von einer blutrünstigen kommunistischen Diktatur, die auch schuld an furchtbaren Hungersnöten gewesen ist. In Europa kaum wahrgenommen hatten als Folge der europäischen Wende dann auch in Äthiopien kommunistische Diktatoren abdanken müssen. Denn als die Paten in Moskau gestürzt waren, war nämlich niemand mehr da zur Finanzierung der äthiopischen Militärdiktatur (obwohl diese mit 300.000 Soldaten die kopfmäßig größte Armee Afrikas hatte …).
  2. Die zweite ist der seither eingetretene sensationelle wirtschaftliche Aufholprozess in einem der ärmsten Länder der Welt. Äthiopien hatte mit einer aufblühenden Marktwirtschaft in manchen Jahren die höchsten Wachstumsraten Afrikas erzielt – bisweilen sogar mit zweistelligen Prozentsätzen.
  3. Die dritte ist die Beilegung des Konflikts mit Eritrea, das lange von Äthiopien (beziehungsweise den italienischen Kolonialismus-Versuchen) beherrscht worden war. Eritrea hatte bald nach Ende des äthiopischen Kommunismus die Unabhängigkeit errungen, aber dann tobte längere Zeit ein blutiger Grenzkonflikt. Dieser ist erst durch den jetzigen Friedensnobelpreisträger beigelegt worden, der einfach alle äthiopischen Gebietsansprüche fallengelassen  hat.

Das hat Äthiopien endgültig in eine große Erfolgsgeschichte verwandelt. Es hat seither zwar ein paar Quadratkilometer und viele Tausende Soldaten weniger, aber das Land und vor allem seine Menschen blühen auf. Und kaum ein Äthiopier begibt sich auf die "Flucht".

Es gibt noch einen zweite wichtige Folge dieses Friedensschlusses, die man vor allem in Europa mehr schätzen sollte: In Eritrea hat seither die Paranoia gegenüber Äthiopien nachgelassen. Diese Paranoia hatte dazu geführt gehabt, dass die Einwohner Eritreas von ihrer Regierung in eine oft bis zum 70. Lebensjahr gehende Dienstverpflichtung gezwungen worden waren – meist als Soldaten. Das war wieder ein ganz besonders häufiger Grund, warum Menschen aus Eritrea sich auf die Migration nach Europa begeben haben.

Die Welt könnte und sollte daraus eine wirklich zentrale Lektion lernen: Ein Verzicht auf imperialistische Territorialansprüche ist einerseits die wichtigste Friedensstrategie und andererseits oft der entscheidende Schritt, um wohlhabend zu werden. Reich und zufrieden wird man nicht durch die Maximierung von Quadratkilometern und unwilligen Untertanen, sondern durch Rechtsstaatlichkeit und Freiheit – durch Freiheit insbesondere von Kommunismus und Islam, den schlimmsten Geißeln vieler Völker in den letzten Jahrzehnten.

Wichtig und hilfreich wäre ein solcher freiwilliger Verzicht auf sezessionslüsterne Territorien auch für viele andere Länder, die es derzeit nicht als mit ihrer "nationalen Ehre" vereinbar ansehen, wenn Teile aus ihrer Herrschaft wegbrechen. Immer noch geben viele Länder lieber Milliarden an Besatzungs- und Kontrollkosten aus, um im Dienste dieser "nationalen Ehre" ein unwilliges fremdes Volk unter Kontrolle zu halten. Siehe Kurdistan, siehe das Baskenland, siehe Katalonien, siehe Flandern, siehe Transsylvanien, siehe Südtirol, siehe die Uiguren, siehe Kaschmir.

Selbstbestimmung ist das einzige der Menschenwürde entsprechende Prinzip für die Regelung solcher Konflikte, wenn man schon schnöde ökonomische Argumente ignorieren will. Äthiopien hat vorgemacht, wie das geht und wie man aus der Zuerkennung des Selbstbestimmungsrechts selbst Nutzen und Würde erhält.

PS: Der Friedensnobelpreis für Äthiopiens Ministerpräsident Abiy Ahmed Ali zeigt übrigens auch wieder einmal den fast sensationellen Riecher von Sebastian Kurz für wichtige internationale Entwicklungen. Denn Kurz hat den nunmehr Ausgezeichneten wenige Monate vor seiner Abwahl offiziell besucht – während Österreich in der Vergangenheit am ältesten Staat Afrikas und an einem der ältesten christlichen Länder der Welt völlig desinteressiert gewesen ist.

PPS: Übrigens noch ein Grund, warum man sich über die Nobelpreis-Entscheidung freuen sollte: Denn gerüchteweise war auch eine am Rand des Wahnsinns entlangschrammende schwedische Schülerin für die Auszeichnung im Gespräch. Was man angesichts schon etlicher seltsamer Entscheidungen der Friedensnobelpreis-Vergeber in der Vergangenheit ja durchaus nicht ausschließen hat können.

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