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Hoffnung für Wien

Eine der erfreulichsten Meldungen dieses Sommers: Die Unesco hat Österreich ausdrücklich vor einer Verwirklichung des gigantischen Hochhaus-Projektes neben dem Konzerthaus verwarnt.

Die Unesco hat sich durch die Unterbrechung des Baubewilligungs-Verfahrens im Wiener Rathaus nicht täuschen lassen und sich klar gegen das Projekt ausgesprochen. Dieses ist ja aus vorerst noch nicht eindeutig zu beweisenden, aber jedenfalls mehr als dubiosen Gründen nicht nur von Rotgrün, sondern auch von ÖVP und Neos und insbesondere der Kronenzeitung unterstützt worden.

Die Unesco verlangt, „dass Höhe, Maßstab und Design an die Umgebung angepasst und die visuellen Auswirkungen reduziert werden“. In der „jetzigen Form würde sich das Bauprojekt am Heumarkt negativ auf den außergewöhnlichen universellen Wert der Historischen Innenstadt auswirken“.

Jetzt bleibt nur noch offen, warum sich ausgerechnet der Verfassungsberater des abgetretenen Bundespräsidenten fast gleichzeitig in einem offiziellen Schreiben in geradezu peinlicher Form hinter die Vorgangsweise des Rathauses bei dem Hochhaus-Projekt gestellt hat. War das ein letzter Solidaritätsdienst des abgetretenen Heinz Fischers für seine Rathausgenossen?

Jetzt bleibt nur noch eine Gefahr offen, dass sich das Rathaus brutal in seinem Machtrausch doch noch über die Unesco hinwegsetzt, dass es in seiner Geldgier auf die Qualifikation Wiens als Weltkulturerbe verzichtet, und dass es dem Stadtbild Wiens das ärgste Verbrechen seit Kriegsende antut (das sogar noch die Untat des AKH-Baus übertrifft, der wenigstens nicht der Spekulation gedient hat). Zuzutrauen ist der Partie freilich alles.

Die entsetzliche Kulturlosigkeit aller Hochhaus-Akteure und insbesondere der genannten Parteien – von denen ja einige einst als Kulturparteien gegolten haben – macht jedenfalls tief deprimiert. Den genannten Parteien waren ihre mit dem Projekt verbundenen Interessen absurderweise sogar eine schwere Wahlniederlage wert.

Aber allen tapferen Kämpfern gegen das Projekt sei umso mehr aus ganzem Herzen gedankt. Also vor allem einer Gruppe anfangs sehr einsam, aber aus großer Liebe zu Wien sich ins Gefecht gegen Finanz-, Medien- und Macht-Goliaths werfender Bürger der Stadt.

 

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