Sinn und Unsinn der Ganztagsschule drucken

Lesezeit: 6:30

Ganztagsschule für alle – Wie soll das funktionieren? Haben sich die Befürworter dieses Modells schon einmal darüber Gedanken gemacht, was das bedeutet? Wo sind die Lern- und Aufenthaltsräume? Wo die Computer, die heute für moderne Lernmethoden unerlässlich sind? Wo ist das kompetente Personal?

Es klingelt. Zwanzig Mädchen sitzen auf sechs verschiedene kleinere und größere Räume aufgeteilt in der Tagesheimschule. Drei Lehrpersonen kümmern sich darum, dass die Hausaufgaben ordentlich erledigt werden. „Können Sie mich abprüfen? Ich hab morgen Geschichtetest.“ „Natürlich! Das mache ich gern“, sage ich und lerne in einem Frage- und Antwortspiel auch noch etwas über Städte im Mittelalter. Nach fünf Minuten werden wir unterbrochen, weil ich schnell eine Gleichung durchrechnen sollte, die sich nicht ausgeht. „Minus mal minus gibt Plus – da liegt der Hund begraben!“ – „A so!“ Nach weiteren fünf Minuten mittelalterlichem Gesellschaftssystem schenkt mir Hanna ein strahlendes Lächeln für mein Lob und die Versicherung, dass sie alles bestens gelernt hat. Wenn doch nur alle so wären wie sie: eifrig und wissbegierig, liest Bücher, wenn sie nichts mehr zu lernen hat, und ist immer höflich und zuvorkommend.

Ich gehe in den nächsten Raum. Hier ist Lea in ein Computerspiel vertieft. „Hast du deine Mathematik-Hausaufgabe gemacht?“ – „Ja“ – „Bist du wirklich sicher, dass du alles hast?“ „Eine Nummer fehlt mir noch, die kann ich nicht“, ist die patzige Antwort. „Hol bitte dein Heft und lass sie mir anschauen, wir machen sie zusammen.“ Mit einem wütenden Schnauben steht Lea auf, läuft aus dem Raum, kommt mit dem Heft zurück und wirft es mir vor die Nase. „Ich hab´s eh erst bis übermorgen auf!“ und setzt sich wieder an den Computer. Muss ich mir so ein Verhalten bieten lassen? „Nicht in diesem Ton, Lea! So kannst du lange warten, bis ich dir helfe!“ Ich habe keine Sanktionsmöglichkeit, außer ihre Mutter zu informieren. Doch das hat wohl ebenso wenig Sinn wie beim letzten Mal, denn sie hat ihre Tochter in Schutz genommen und ihr Versagen auf Lehrer und Mitschülerinnen geschoben.

Ich verlasse den Raum und treffe am Gang auf Corinna, über die sich meine Kollegin beklagt hat, dass sie nicht in der Mathematik-Übungsstunde war. Ich stelle sie zur Rede und bekomme die Antwort „Das bringt ja eh nix und außerdem habe ich zu Hause jeden Mittwoch eine Nachhilfestunde.“ „Aber du weißt, dass es eine Vereinbarung gibt, dass du bei einer schlechten Schularbeitsnote die Übungsstunde besuchen musst.“ –„Okay, ja –nächste Woche“, verspricht sie mir. Ich fürchte, das es eine leere Versprechung ist und sie wieder versuchen wird, sich irgendwie zu drücken.

In der Bibliothek schaue ich Maria über die Schulter. „Du hast aber noch kaum was gerechnet, deine Klassenkameradinnen sind schon fast fertig.“ – „Ich bin fertig und würde gerne in den Garten gehen!“ sagt Melissa. Ich nicke und wende mich wieder Maria zu „Ach, ich hab keinen Bock! Wissen Sie, ich habe eine Mathematikallergie“, bekomme ich zu hören. Ich ziehe mir einen Stuhl heran und setze mich neben sie. Es bleibt ihr nun nichts anders übrig, als zu rechnen. Obwohl sie immer wieder versucht, mit den Mädchen um sie herum Kontakt aufzunehmen, hat sie die Aufgabe nach nicht einmal zehn Minuten geschafft.

Rebecca zeichnet ein Mannequin. „Bist du fertig?“ – „Nein, aber meine Mama will die Aufgabe mit mir machen, sie will wissen, was ich so lerne.“ Ich zweifle daran, dass das stimmt, weil die meisten Eltern froh sind, wenn die Kinder keine Aufgabe mehr zu Hause machen müssen. Es gelingt mir nicht, sie davon zu überzeugen. Elena bittet mich, ihren Aufsatz durchzulesen. Er strotz vor Rechtschreibfehlern und Stilblüten, aber auf meine Verbesserungsvorschläge bekomme ich immer nur die Antwort „Das ist doch wurscht.“ – Wozu lese ich es dann?

Es läutet und Elena nimmt mir das Blatt aus der Hand, stopft es in die Schultasche, schreit „Tschüüüs!“ und rennt hinaus. Ich sammle liegen gebliebenen Müll ein, stelle Stühle zurecht und mache eine Schülerin, die noch am Computer sitzt, aufmerksam, dass sie nach Hause gehen könne. „Ich muss das nur noch schnell ausdrucken, ich habe morgen ein Bio-Referat“. Der Text ist aus Wikipedia und enthält jede Menge Fremdwörter. „Möchtest du das wirklich morgen so präsentieren?“ frage ich. „Ja, ja, das geht schon, ich muss es eh nur vorlesen!“ Ich zucke resignierend mit den Schultern, warte bis sie fertig ist, sperre dann den Raum ab und gehe nach Hause.

Wenn drei Lehrer für eine Tagesheimgruppe von zwanzig Schülerinnen es kaum schaffen, alle Hausaufgaben zu kontrollieren und Hilfestellungen und Anleitungen zum effizienteren Lernen zu bieten, sowie sinnvoll mit Schülerinnen ihre Freizeit zu gestalten, wie sollte es gelingen, wenn alle 1000 oder noch mehr Schülerinnen einer Schule am Nachmittag zu betreuen sind? Wie stellt man sich eine individuelle Betreuung und Begleitung vor, wenn das nicht einmal in Kleingruppen möglich ist?

Können wir wirklich erwarten, dass die schlechteren Schülerinnen von den besseren lernen? Die Erfahrung zeigt, dass das nur in Einzelfällen gelingt. Sehr schnell verlieren Klassenkameradinnen die Geduld und geben lieber die Empfehlung, die Aufgabe abzuschreiben, als dass sie sich bemühen, sie den schwachen Schülerinnen zu erklären.

Interessen zu wecken und neugierig zu machen sind Aufgaben, die bereits vom Elternhaus erfüllt werden müssen. Dort beginnt Bildung in jeglicher Form, soziale wie wissenschaftliche, dort liegt der Grundstein für den Erfolg in der Schule und im späteren Leben. Es darf nicht das Ziel sein, alle Wege zu ebnen und den Kindern möglichst wenige Aufgaben zu erteilen.

Eltern suchen immer mehr die Schuld an den schlechten Noten nicht bei ihren Kindern, sondern bei den Lehrern. Sie untergraben die Autorität der Lehrpersonen, wenn sie verbal über diese herfallen und ihren Kindern noch die Empfehlung mitgeben, sich nichts gefallen zu lassen. Eine solche Haltung wird sich bei den Kindern auf ihrem späteren Arbeitsplatz fortsetzen. Sie werden auch hier Anweisungen von Vorgesetzten in Frage stellen und sich weigern, anstrengende Tätigkeiten auszuführen oder gar Überstunden zu leisten. Frustrationen sind vorprogrammiert, denn Glück und Zufriedenheit hängen unmittelbar mit dem Erreichen eines Ziels durch Leistung und Anstrengung zusammen.

Eigenverantwortliches Lernen gelingt nur, wenn schon Kleinkindern Verantwortung übertragen wurde. Jene Schüler, die immer am Gängelband der Eltern hängen, werden in Ganztagsschulen scheitern, weil niemand ständig hinter ihnen stehen kann, der ihnen sagt, was sie zu tun hätten. Für eine leider immer größer werdende Anzahl von Kindern, die zu Hause sich selbst oder dem Computer und dem Fernseher überlassen sind, ist Ganztagesbetreuung eine gewisse Chance, soziale Kontakte knüpfen zu können und einen geregelten Tagesablauf mit einem gesunden, warmen Mittagessen zu haben.

Schulversuche zur freiwilligen Nutzung einer Ganztagesbetreuung sind für viele Eltern und Schüler ein wertvolles Angebot. Es gibt aber immer noch viele Mütter, die nicht berufstätig sind und gerne ihre Kinder in ihrer Entwicklung fordern und fördern wollen. Für sie wäre eine Regel-Ganztagsschule ein wesentlicher Eingriff in die persönliche Freiheit.

Mag. Silvia Öller, gebürtige Oberösterreicherin, studierte in Salzburg Biologie und Erdwissenschaften (mit den Nebenfächern Physik, Chemie, Geologie und Mineralogie) für das Lehramt. Sie unterrichtete an einem Privatgymnasium in Bregenz Biologie, Physik und Chemie und war rund 15 Jahre lang in der freiwilligen Nachmittagsbetreuung tätig.

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  1. Ausgezeichneter Kommentatorterbuan
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    01. September 2013 07:52

    Ganztagsschule ja, aber nur auf freiwilliger Basis, dafür sollten wir kämpfen!
    Danke Frau Mag. Öller für Ihren Beitrag.

  2. Ausgezeichneter Kommentatorplusminus
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    01. September 2013 18:55

    Vielen Dank für diesen wertvollen Beitrag und am wichtigsten ist, daß Frau Schmied daran gehindert wird, ihre ideologisch völlig verblendeten Ideen in der nächsten Legislaturperiode zu realisieren.
    Wie schon oft hier erwähnt: die Ganztagsschule muß ein Modell für Familien bleiben, die auf eine solche Schulform für ihre Kinder angewiesen sind sowie auf freiwilliger Entscheidung beruhend!

  3. Ausgezeichneter KommentatorLF
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    01. September 2013 17:29

    Wenn man bedenkt, dass die Autorin an einem PRIVATGYMNASIUM tätig war, dann kann man sich ganz leicht ausrechnen, wie es in öffentlichen Hauptschulen bzw. NMS zugehen muss! Die Ganztagsschule kann nur auf dem Papier funktionieren, unter derzeitigen Bedingungen aber nie und nimmer in der Realität.

  4. Ausgezeichneter KommentatorFrancois Villon
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    02. September 2013 09:50

    Hanna, Corinna, Lea, Maria, Melissa, Rebecca, Elena … ja, die Frau Magistra ist auch von der Kevin- und Hannah-Generation – sie hat nur das “h” am Schluß der Hannah vergessen. Das macht den Beitrag so wertvoll, weil so persönlich und so echt. Cool!

    Wenn man etwas gegen die Ganztagsschulen einzuwenden hat, wäre Sachlichkeit natürlich besser. Da es ja schon seit eh und je Internatsschüler gibt – vor meiner Haustüre zB Kremsmünster – würde ich doch gerne wissen, wie diese das von der verehrten Frau Magistra aufgeworfene Problem gelöst haben. Da ich ja kaum annehme, daß der gemeinsame Lern- bzw. „Hausübungs“-Nachmittag pro Klasse überhaupt mit mehr als einer Aufsichtsperson bestückt war/ist. Und wie sich die verehrte Frau Magistra erklärt, daß Kremsmünster eigentlich durch die Bank recht gute Schüler hervorbrachte (trotz der altmodischen Sprachen Latein UND Griechisch).

    Mir persönlich war zwar die wirklich „Große Freiheit“ während der gesamten Schulzeit sehr angenehm, und meine Frau und ich bemühten uns diese auch den eigenen Kindern zu ermöglichen. Allerdings muß ich rückschauend sagen, daß etwas mehr und regelmäßige Anhaltung/Anleitung wohl auch nicht geschadet hätte. Ordnung und Lernerfolge dürften auf diese Weise leichter zu haben sein.

    Die „lebensechten“ Beispiele sind, so sie tatsächlich eine heutige Realität wären, ein Hinweis darauf, daß es an Disziplin mangelt. Das ständige Gedusel um die Förderung der „lernschwachen“ Schüler ist überdies nicht mehr auszuhalten. Es gibt nun einmal unterschiedlich verteilte Talente, d. h. Dumme und Intelligente, Faule und Fleißige, Chaoten und Ordnungsliebende, Träge und Aktive, etc. Und aus Dummen, Chaoten, Trägen und Faulen werden auch mit einem „Pädagogen“ für jedes Wehwehchen trotzdem keine Intelligenten, ...

    Auch die ewigen Hinweise, daß es an den räumlichen und Ausstattungs-Ressourcen mangle ist ein nur zweitklassiges Argument. Wäre die Ganztagsschule wirklich eine überzeugende Option, dann müßte man für das als richtig erkannte Ziel die Pläne machen, wie die nötigen Mittel zu beschaffen sind – im Laufe der Zeit und nach Maßgabe der Möglichkeiten. Abgesehen davon ist nicht recht einzusehen, warum die vorhandenen Klassenräume dafür nicht benutzt werden sollten.

    Ich bin keineswegs für die Pläne der Frau Schmied, die ja in Wahrheit anderer Natur sind, als der wirklichen Verbesserung der Ausbildung zu dienen. Aber ich denke schon, daß die Zeit des Lernens in der Kindheit/Jugend durchaus besser genutzt werden sollte. Die kürzlich von einem asiatischen Land im TV gezeigten Anforderungen (m. A. fast unmenschlich und den Kindern die Kindheit raubend) zeigen aber, daß wir hier umdenken müssen. Es ist auch nicht einzusehen, daß doch sehr teure Ressourcen – die Schulen samt Einrichtung – derartig wenig genutzt werden.

    Während meiner Gymnasialzeit wurde die Schule im Wechselunterricht vor- und nachmittags genutzt, weil eben für Buben und Mädchen (damals noch getrennter Unterricht) keine zweite Schule da war. Der heutige Luxus – mit offenbar geringem Erfolg, wenn man den Klagen über zunehmenden Analphabetismus glaubt – ist in Zeiten wo Sparen angesagt ist, nicht mehr vertretbar. Man sollte dieses Thema – Schule – in einem größeren Zusammenhang betrachten.
    Weder die Erpressung von Neugebauer und Co, die Erhaltung (recte: der weitere Ausbau) der „wohlerworbenen Rechte“, noch jene Indoktrinationsabsicht von Schmied sind dafür maßgeblich, aber auch nicht die utopischen Gefühlsduseleien, wie sie im Gastbeitrag durchschimmern.

  5. Ausgezeichneter KommentatorHuxley
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    02. September 2013 18:33

    Die Diskussion hier ist kontrovers, aber jeder Beitrag enthält wertvolle und durchaus bedenkenswerte Hinweise und Vorschläge.
    Am vorliegenden Aufsatz kann man es sehen. In den Medien redet man ständig in Form von provokanten Artikeln und Kommentaren über Schulreformen, ohne - mangels an Fach- und Hintergrundwissen - ins Detail zu gehen. Sogar die Unterrichtsministerin geht nie ins Detail, vielleicht weiß sie gar nicht, wovon sie redet.
    Hier aber spricht eine Fachfrau aus Erfahrung und zwar glaubwürdig.
    Das ist doch schon sehr viel in einem Land, in der sogar Ideologen oberflächlich vor sich hinschwätzen.

  6. Ausgezeichneter KommentatorWilhelm Conrad
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    05. September 2013 13:22

    Sehr geehrte Frau Mag. Öller,

    danke für Ihren Beitrag. Leider sind derzeit politisch indoktrinierte Gestalten für die Schulen politisch verantwortlich, denen es nicht um das Wohl der Kinder sondern um die Verwirklichung ihrer realitätsfremder Utopien geht. An den derzeitigen Zuständen sind die Lehrer allerdings nicht völlig unschuldig (nein, die Hauptschuld tragen sie nicht!). So war es mir schon zur Zeit des unsäglichen Bundeskanzlers mit seiner ganzen menschlichen Breite, wir wissen, wen ich meine, völlig unverständlich, dass sich die Lehrerschaft ihre Autorität stillschweigend hat abkaufen lassen - keine (eh harmlosen) "Strafen" mehr, das Zeugnis nur ein "Bescheid", gegen den der Winkeladvokat vom Pappi "berufen" kann - damals hätte es einen Aufschrei, neine, einen Aufstand der Lehrer geben müssen! Warum ist der unterblieben? Dass die Lehrer dann "motiviert" wurden, keine schlechten Noten zu verteilen, und seien die Kinder auch noch so dumm oder indolent, war nur folgerichtig in den Augen der einschlägigen Täter unter den Politikern. Die meisten Auswüchse der heutigen sozialistischen Gleichmacherei im Schulwesen wären unterblieben, wenn die Lehrer noch jene Autorität hätten, die sie einst ganz selbstverständlich (und zu Recht!) beanspruchen konnten.

  7. Ausgezeichneter Kommentatordssm
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    02. September 2013 09:34

    Irgendwie ist da ein Widerspruch.
    Die Kinder dürfen offensichtlich alles, der Lehrer darf nicht einmal schimpfen? Von Strafaufgabe reden wir erst gar nicht.

    Ich nehme an, diese sinnlose Einschränkung der Macht des Lehrers, welche ja nur zum Wohle der Schüler da sein sollte, steht in irgendeinem Gesetz. Gesetze beschließen die gewählten Vertreter in Parlamenten.
    Das Parlament ist voller Lehrer, keine Berufsgruppe ist politisch so aktiv wie die Lehrerschaft.

    Es ergibt sich ein unrundes Bild.

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  1. Ausgezeichneter KommentatorFrancois Villon
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    02. September 2013 09:50

    Hanna, Corinna, Lea, Maria, Melissa, Rebecca, Elena … ja, die Frau Magistra ist auch von der Kevin- und Hannah-Generation – sie hat nur das “h” am Schluß der Hannah vergessen. Das macht den Beitrag so wertvoll, weil so persönlich und so echt. Cool!

    Wenn man etwas gegen die Ganztagsschulen einzuwenden hat, wäre Sachlichkeit natürlich besser. Da es ja schon seit eh und je Internatsschüler gibt – vor meiner Haustüre zB Kremsmünster – würde ich doch gerne wissen, wie diese das von der verehrten Frau Magistra aufgeworfene Problem gelöst haben. Da ich ja kaum annehme, daß der gemeinsame Lern- bzw. „Hausübungs“-Nachmittag pro Klasse überhaupt mit mehr als einer Aufsichtsperson bestückt war/ist. Und wie sich die verehrte Frau Magistra erklärt, daß Kremsmünster eigentlich durch die Bank recht gute Schüler hervorbrachte (trotz der altmodischen Sprachen Latein UND Griechisch).

    Mir persönlich war zwar die wirklich „Große Freiheit“ während der gesamten Schulzeit sehr angenehm, und meine Frau und ich bemühten uns diese auch den eigenen Kindern zu ermöglichen. Allerdings muß ich rückschauend sagen, daß etwas mehr und regelmäßige Anhaltung/Anleitung wohl auch nicht geschadet hätte. Ordnung und Lernerfolge dürften auf diese Weise leichter zu haben sein.

    Die „lebensechten“ Beispiele sind, so sie tatsächlich eine heutige Realität wären, ein Hinweis darauf, daß es an Disziplin mangelt. Das ständige Gedusel um die Förderung der „lernschwachen“ Schüler ist überdies nicht mehr auszuhalten. Es gibt nun einmal unterschiedlich verteilte Talente, d. h. Dumme und Intelligente, Faule und Fleißige, Chaoten und Ordnungsliebende, Träge und Aktive, etc. Und aus Dummen, Chaoten, Trägen und Faulen werden auch mit einem „Pädagogen“ für jedes Wehwehchen trotzdem keine Intelligenten, ...

    Auch die ewigen Hinweise, daß es an den räumlichen und Ausstattungs-Ressourcen mangle ist ein nur zweitklassiges Argument. Wäre die Ganztagsschule wirklich eine überzeugende Option, dann müßte man für das als richtig erkannte Ziel die Pläne machen, wie die nötigen Mittel zu beschaffen sind – im Laufe der Zeit und nach Maßgabe der Möglichkeiten. Abgesehen davon ist nicht recht einzusehen, warum die vorhandenen Klassenräume dafür nicht benutzt werden sollten.

    Ich bin keineswegs für die Pläne der Frau Schmied, die ja in Wahrheit anderer Natur sind, als der wirklichen Verbesserung der Ausbildung zu dienen. Aber ich denke schon, daß die Zeit des Lernens in der Kindheit/Jugend durchaus besser genutzt werden sollte. Die kürzlich von einem asiatischen Land im TV gezeigten Anforderungen (m. A. fast unmenschlich und den Kindern die Kindheit raubend) zeigen aber, daß wir hier umdenken müssen. Es ist auch nicht einzusehen, daß doch sehr teure Ressourcen – die Schulen samt Einrichtung – derartig wenig genutzt werden.

    Während meiner Gymnasialzeit wurde die Schule im Wechselunterricht vor- und nachmittags genutzt, weil eben für Buben und Mädchen (damals noch getrennter Unterricht) keine zweite Schule da war. Der heutige Luxus – mit offenbar geringem Erfolg, wenn man den Klagen über zunehmenden Analphabetismus glaubt – ist in Zeiten wo Sparen angesagt ist, nicht mehr vertretbar. Man sollte dieses Thema – Schule – in einem größeren Zusammenhang betrachten.
    Weder die Erpressung von Neugebauer und Co, die Erhaltung (recte: der weitere Ausbau) der „wohlerworbenen Rechte“, noch jene Indoktrinationsabsicht von Schmied sind dafür maßgeblich, aber auch nicht die utopischen Gefühlsduseleien, wie sie im Gastbeitrag durchschimmern.

  2. Ausgezeichneter KommentatorWilhelm Conrad
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    05. September 2013 13:22

    Sehr geehrte Frau Mag. Öller,

    danke für Ihren Beitrag. Leider sind derzeit politisch indoktrinierte Gestalten für die Schulen politisch verantwortlich, denen es nicht um das Wohl der Kinder sondern um die Verwirklichung ihrer realitätsfremder Utopien geht. An den derzeitigen Zuständen sind die Lehrer allerdings nicht völlig unschuldig (nein, die Hauptschuld tragen sie nicht!). So war es mir schon zur Zeit des unsäglichen Bundeskanzlers mit seiner ganzen menschlichen Breite, wir wissen, wen ich meine, völlig unverständlich, dass sich die Lehrerschaft ihre Autorität stillschweigend hat abkaufen lassen - keine (eh harmlosen) "Strafen" mehr, das Zeugnis nur ein "Bescheid", gegen den der Winkeladvokat vom Pappi "berufen" kann - damals hätte es einen Aufschrei, neine, einen Aufstand der Lehrer geben müssen! Warum ist der unterblieben? Dass die Lehrer dann "motiviert" wurden, keine schlechten Noten zu verteilen, und seien die Kinder auch noch so dumm oder indolent, war nur folgerichtig in den Augen der einschlägigen Täter unter den Politikern. Die meisten Auswüchse der heutigen sozialistischen Gleichmacherei im Schulwesen wären unterblieben, wenn die Lehrer noch jene Autorität hätten, die sie einst ganz selbstverständlich (und zu Recht!) beanspruchen konnten.

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  1. Pariyanto (kein Partner)
    21. Januar 2015 22:43

    Hallo, das hier ist ein Kommentar.Um Kommentare zu bearbeiten, musst du dich almdneen und zur dcbersicht der Artikel gehen. Dort bekommst du dann die Gelegenheit sie zu vere4ndern oder zu lf6schen. http://ykrlonykwnl.com [url=http://oafpkqeyggq.com]oafpkqeyggq[/url ] [link=http://nyhhvqgddtn.com]nyhhvqgddtn[/link ]

  2. Ferit (kein Partner)
    21. Januar 2015 07:37

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  3. Tony (kein Partner)
    20. Januar 2015 08:20

    die derzeitigen akntoien haben (leider) eine andere stodfrichtung:auslagerung des turnunterrichts in die sportverbe4nde/vereine.das ist wie ich persf6nlich aus dem stadtschulrat Wien hf6chst erstaunt hf6ren konnte, insgeheim auch ein langfristiges ziel der schulverwaltung.dazu passt auch das zuletzt kolportierte argument des mysteriums,eine stundenerweiterung kf6nne nur am nachmittag erfolgen, mehr sei den kinderchen am vormittag nicht zumutbar.das genaue gegenteil ist der fall:die unterbrechung des sitzenden paukervormittags durch Leibesfcbungen bringt verbesserung der aufnahmefe4higkeit.aber der gegenstand Leibesfcbungen wurde ja nicht unzufe4llig auf Sport und Bewegung umgetauft noch dazu mit zustimmung des Verbandes der Leibeserzieher d6sterreichs und der ausbildungsinstitutionen (wie z.b. der Schmelz in Wien).an den in der nazizeit aus f6sterreich in die benelux-staaten vertriebenen Leibeserziehungspionier Gaulhofer erinnert man sich nicht gerne: der hatte schon damals die te4gliche turnstunde gefordert und auch praktiziert.

  4. Wilhelm Conrad (kein Partner)
    05. September 2013 13:22

    Sehr geehrte Frau Mag. Öller,

    danke für Ihren Beitrag. Leider sind derzeit politisch indoktrinierte Gestalten für die Schulen politisch verantwortlich, denen es nicht um das Wohl der Kinder sondern um die Verwirklichung ihrer realitätsfremder Utopien geht. An den derzeitigen Zuständen sind die Lehrer allerdings nicht völlig unschuldig (nein, die Hauptschuld tragen sie nicht!). So war es mir schon zur Zeit des unsäglichen Bundeskanzlers mit seiner ganzen menschlichen Breite, wir wissen, wen ich meine, völlig unverständlich, dass sich die Lehrerschaft ihre Autorität stillschweigend hat abkaufen lassen - keine (eh harmlosen) "Strafen" mehr, das Zeugnis nur ein "Bescheid", gegen den der Winkeladvokat vom Pappi "berufen" kann - damals hätte es einen Aufschrei, neine, einen Aufstand der Lehrer geben müssen! Warum ist der unterblieben? Dass die Lehrer dann "motiviert" wurden, keine schlechten Noten zu verteilen, und seien die Kinder auch noch so dumm oder indolent, war nur folgerichtig in den Augen der einschlägigen Täter unter den Politikern. Die meisten Auswüchse der heutigen sozialistischen Gleichmacherei im Schulwesen wären unterblieben, wenn die Lehrer noch jene Autorität hätten, die sie einst ganz selbstverständlich (und zu Recht!) beanspruchen konnten.

  5. Hugo v. Hofmannsthal
    03. September 2013 10:44

    Es sei hier nicht Pro oder Kontra Ganztagesschule argumentiert, sondern vielmehr über das Niveau auf dem diese Diskussion ausgetragen wird. Symtomatisch dafür ist, dass vor allem berufstätige Frauen sich dafür stark machen, um ihre Erzieungspflichten an die Allgemeinheit abzuwälzen. (etwa – http://diepresse.com/home/bildung/schule/1446642/Brandsteidl_Wer-mittags-heim-will-soll-in-Privatschule ... Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl).

    Es errinnert stark an politische Funktionäre, die weder die Interessen der betroffenen Kindern wahr nehmen, noch deren Bildung oder deren zukünftiger Lebenstüchtigkeit. Gefangen in einem eingeschränkten Wahrnehmungsbereich hat diese Funktionärskaste den Blick über den eingenen Tellerrand schon lange aufgeben und glaubt alle Eltern sind Doppelverdiener, die es eigentlich gar nicht nötig hätten, die Allgemeinheit auf diese Weise weiter auszunehmen oder alleinerziehnde Mütter, die ohnehin am Topf der Allgemeinheit hängen.

  6. Huxley
    02. September 2013 18:33

    Die Diskussion hier ist kontrovers, aber jeder Beitrag enthält wertvolle und durchaus bedenkenswerte Hinweise und Vorschläge.
    Am vorliegenden Aufsatz kann man es sehen. In den Medien redet man ständig in Form von provokanten Artikeln und Kommentaren über Schulreformen, ohne - mangels an Fach- und Hintergrundwissen - ins Detail zu gehen. Sogar die Unterrichtsministerin geht nie ins Detail, vielleicht weiß sie gar nicht, wovon sie redet.
    Hier aber spricht eine Fachfrau aus Erfahrung und zwar glaubwürdig.
    Das ist doch schon sehr viel in einem Land, in der sogar Ideologen oberflächlich vor sich hinschwätzen.

  7. Johann Glaser (kein Partner)
    02. September 2013 13:02

    Vielen Dank für den interessanten Artikel, dem ich weitgehend zustimme.

    Besorgt stimmt mich aber, wie weit die offiziellen Sprachregelungen des Ministeriums schon in die Sprache von - so sollte man meinen - vernünftigen Lehrern vorgedrungen ist.

    Es heißt "Lehrer"! Wer kommt auf diesen Schwachsinn mit "Lehrpersonen"?

  8. Wafthrudnir
    02. September 2013 12:44

    Fr. Mag. Öller beschreibt sehr lebendig und anschaulich die Probleme der heutigen Pädagogik, nur leider erschließt sich der Zusammenhang mit der Ganztagsschule für mich nicht ganz.
    Aus ihrem Bericht ergibt sich folgendes Bild: Brave und intelligente Kinder lernen von sich aus. Kompetente Unterstützung schadet natürlich nicht, aber vermutlich würde es ohne auch ganz gut gehen. Schwierige oder weniger intelligente Kinder lernen mit professioneller Betreuung nicht gerade viel, und zu Hause auch nicht mehr.
    Die Ganztagsschule würde vielleicht den intelligenten Kindern ein wenig schaden, weil sie mehr Ablenkung hätten, und die weniger intelligenten würden vermutlich auch nicht weniger lernen als zu Hause. Nach Fr. Mag. Öllers Geschichte würde ich also schließen, daß die Frage nach der Ganztagsschule ziemlich irrelevant ist.
    Die waren Probleme scheinen vielmehr zu sein:
    (1) Das völlige Fehlen von Druckmitteln seitens der Lehrer. Natürlich sind Interesse und Begeisterung bessere Lehrer als Druck und Angst, aber wie Fr. Mag. Öhler (unfreiwillig) zeigt, kann ein Lehrer Begeisterung und Interesse nur bei den Schülern wecken, die sowieso keine Probleme machen. Die komplett lernunwilligen Schülern hingegen kann man durch entsprechende Sanktionen wenigstens dazu bringen, sich jenes Minimum an Wissen anzueignen, das für ein Leben in unserer Gesellschaft unverzichtbar ist.
    (2) Kinder sind nun einmal nicht gleich, sondern unterscheiden sich deutlich in ihrer Intelligenz. Diese ist zum größten Teil angeboren, und es steht außerhalb unserer Macht, sie durch pädagogische Maßnahmen zu erhöhen. Ein sinnvolles und freudvolles Lernen ist aber nur möglich, wenn Kinder Aufgaben gestellt bekommen, die sie stark fordern, aber weder über- noch unterfordern. Und ein motivierender Wettstreit zwischen den Schülern ist auch nur möglich, solange alle Schüler einer Klasse zumindest eine gewisse Chance haben, zu gewinnen. Beides bedeutet, daß man darauf achten müßte, daß nur Kinder mit vergleichbaren kognitiven Fähigkeiten in einer Klasse sitzen. Im Grunde läuft es auf die alte und bewährte Teilung in die Sonderschule für stark unterdurchschnittlich intelligente Kinder, die Hauptschule für die große Masse der durchschnittlich intelligenten und das Gymnasium für die überdurchschnittlich intelligenten hinaus.

  9. Francois Villon (kein Partner)
    02. September 2013 09:50

    Hanna, Corinna, Lea, Maria, Melissa, Rebecca, Elena … ja, die Frau Magistra ist auch von der Kevin- und Hannah-Generation – sie hat nur das “h” am Schluß der Hannah vergessen. Das macht den Beitrag so wertvoll, weil so persönlich und so echt. Cool!

    Wenn man etwas gegen die Ganztagsschulen einzuwenden hat, wäre Sachlichkeit natürlich besser. Da es ja schon seit eh und je Internatsschüler gibt – vor meiner Haustüre zB Kremsmünster – würde ich doch gerne wissen, wie diese das von der verehrten Frau Magistra aufgeworfene Problem gelöst haben. Da ich ja kaum annehme, daß der gemeinsame Lern- bzw. „Hausübungs“-Nachmittag pro Klasse überhaupt mit mehr als einer Aufsichtsperson bestückt war/ist. Und wie sich die verehrte Frau Magistra erklärt, daß Kremsmünster eigentlich durch die Bank recht gute Schüler hervorbrachte (trotz der altmodischen Sprachen Latein UND Griechisch).

    Mir persönlich war zwar die wirklich „Große Freiheit“ während der gesamten Schulzeit sehr angenehm, und meine Frau und ich bemühten uns diese auch den eigenen Kindern zu ermöglichen. Allerdings muß ich rückschauend sagen, daß etwas mehr und regelmäßige Anhaltung/Anleitung wohl auch nicht geschadet hätte. Ordnung und Lernerfolge dürften auf diese Weise leichter zu haben sein.

    Die „lebensechten“ Beispiele sind, so sie tatsächlich eine heutige Realität wären, ein Hinweis darauf, daß es an Disziplin mangelt. Das ständige Gedusel um die Förderung der „lernschwachen“ Schüler ist überdies nicht mehr auszuhalten. Es gibt nun einmal unterschiedlich verteilte Talente, d. h. Dumme und Intelligente, Faule und Fleißige, Chaoten und Ordnungsliebende, Träge und Aktive, etc. Und aus Dummen, Chaoten, Trägen und Faulen werden auch mit einem „Pädagogen“ für jedes Wehwehchen trotzdem keine Intelligenten, ...

    Auch die ewigen Hinweise, daß es an den räumlichen und Ausstattungs-Ressourcen mangle ist ein nur zweitklassiges Argument. Wäre die Ganztagsschule wirklich eine überzeugende Option, dann müßte man für das als richtig erkannte Ziel die Pläne machen, wie die nötigen Mittel zu beschaffen sind – im Laufe der Zeit und nach Maßgabe der Möglichkeiten. Abgesehen davon ist nicht recht einzusehen, warum die vorhandenen Klassenräume dafür nicht benutzt werden sollten.

    Ich bin keineswegs für die Pläne der Frau Schmied, die ja in Wahrheit anderer Natur sind, als der wirklichen Verbesserung der Ausbildung zu dienen. Aber ich denke schon, daß die Zeit des Lernens in der Kindheit/Jugend durchaus besser genutzt werden sollte. Die kürzlich von einem asiatischen Land im TV gezeigten Anforderungen (m. A. fast unmenschlich und den Kindern die Kindheit raubend) zeigen aber, daß wir hier umdenken müssen. Es ist auch nicht einzusehen, daß doch sehr teure Ressourcen – die Schulen samt Einrichtung – derartig wenig genutzt werden.

    Während meiner Gymnasialzeit wurde die Schule im Wechselunterricht vor- und nachmittags genutzt, weil eben für Buben und Mädchen (damals noch getrennter Unterricht) keine zweite Schule da war. Der heutige Luxus – mit offenbar geringem Erfolg, wenn man den Klagen über zunehmenden Analphabetismus glaubt – ist in Zeiten wo Sparen angesagt ist, nicht mehr vertretbar. Man sollte dieses Thema – Schule – in einem größeren Zusammenhang betrachten.
    Weder die Erpressung von Neugebauer und Co, die Erhaltung (recte: der weitere Ausbau) der „wohlerworbenen Rechte“, noch jene Indoktrinationsabsicht von Schmied sind dafür maßgeblich, aber auch nicht die utopischen Gefühlsduseleien, wie sie im Gastbeitrag durchschimmern.

    • Sandwalk
      02. September 2013 12:44

      Der Aufsatz ist klar geschrieben einfach zu verstehen. Eine Ganztagsschule oder Ganztagsbetreuung - wie immer man das nennen will - ist in manchen Fällen durchaus sinnvoll und förderlich für das Kind oder den Jugendlichen. Kein vernünftiger Mensch bestreitet das, am allerwenigsten die Lehrer.

      Zu bedenken ist folgendes: Viele Schulen sind für eine Ganztagsbetreuung technisch nicht eingerichtet, vom fehlenden Personal einmal abgesehen. Es gibt zu wenige Räume, und die meisten Kantinen (sofern überhaupt eine vorhanden ist) sind zu klein.

      Ein weiterer Punkt liegt im Irrglauben unserer Sozialbastler, man erzeugt Chancengleichheit, indem man die Schüler den ganzen Tag an der Schule belässt, um unter Anleitung der Lehrer die Hausübungen zu machen. Das ist fast schon bemitleidenswerte Naivität, denn die wichtigsten Antriebsmotoren eines jungen Menschen sind persönliche Begabung und Motivationen, die von vertrauensvollen Bezugspersonen aus der persönlichen Umgebung kommen: Eltern, Opa, Onkel, Tante, wer auch immer.

      Die Linken wollen keine Chancengleichheit. Sie wollen Ergebnisgleichheit, aber das funktioniert so nicht. Ergebnisgleichheit funktioniert im Grunde überhaupt nicht und wird nie funktionieren. Weder die Nationalsozialisten noch die Kommunisten haben das zustande gebracht. Entsprechende Bemühungen sind nichts als teure Sozialalchimie. Hohe Investitionskosten, null Resultat.

    • F.V. (kein Partner)
      02. September 2013 14:30

      Sandwalk,

      ich habe den Gastbeitrag durchaus verstanden, auch habe ich die Absicht der Min. Schmied wohl erkannt.

      Was ich aber kritisiere sind pseudo-realistische Situationssimulationen noch dazu mit den gutmenschlich-modisch-dummen Vornamen, woraus ich schließe, daß das alles ein Gequatsche ist.

      Ich halte die Ganztagsschule als Regelschule auch nicht für erforderlich oder wünschenswert, aber wenn schon dieses Thema am Tapet ist, dann bitte eine seriöse Diskussion. Diese ganzen Scheinargumenten - Platz, Ausstattung, Personal und nun auch Kantine - sind unerträglich.

      Das ist alles, wenn man das ernsthaft will, machbar, abgesehen davon, es gibt Tausende von Betrieben, die keine Kantine habe, wo aber doch die Menschen 8 bis 10 Stunden arbeiten. Und siehe da, wenn genügend Abnehmer das sind, kommt eine kleine Wirtschaft, ein mobiler Service, etc. und bedient den Bedarf.

      Ich wüßte keinen Grund, warum man Pausen nicht staffeln könnte, oder was den Verzehr einer Jause in der Klasse hinderte. Wie sind denn die Alternativen, wenn beide Eltern berufstätig sind?

      Offenbar geht es allen so gut, daß sie´s nicht mehr unter 4-Sterne-Sevice machen. Und zu Hause wird aus dem Papierl gefuttert?

    • Latein und Griechisch forever! (kein Partner)
      05. September 2013 13:35

      "Hanna, Corinna, Lea, Maria, Melissa, Rebecca, Elena … ja, die Frau Magistra ist auch von der Kevin- und Hannah-Generation – sie hat nur das “h” am Schluß der Hannah vergessen. Das macht den Beitrag so wertvoll, weil so persönlich und so echt. Cool!"
      " . . . die utopischen Gefühlsduseleien, wie sie im Gastbeitrag durchschimmern"

      Ich finde den Artikel von Frau Mag. Öller sehr gut und anschaulich. Wie eben von jemandem, der fünfzehn Jahre Kinder nachmittags betreut hat. Sie weiß, wovon sie spricht, denke ich. Utopische Gefühlsduseleien kann ich nicht erkennen. Aber ich bin ja auch nicht ein in der Provinz versauerter Besserwisser, der selbst trotz seines Alters "cool" sein will mit seinen lächerlichen Mäkeleien, aber in Wirklichkeit nur noch "kalt" sein kann.

  10. dssm
    02. September 2013 09:34

    Irgendwie ist da ein Widerspruch.
    Die Kinder dürfen offensichtlich alles, der Lehrer darf nicht einmal schimpfen? Von Strafaufgabe reden wir erst gar nicht.

    Ich nehme an, diese sinnlose Einschränkung der Macht des Lehrers, welche ja nur zum Wohle der Schüler da sein sollte, steht in irgendeinem Gesetz. Gesetze beschließen die gewählten Vertreter in Parlamenten.
    Das Parlament ist voller Lehrer, keine Berufsgruppe ist politisch so aktiv wie die Lehrerschaft.

    Es ergibt sich ein unrundes Bild.

    • Erich47 (kein Partner)
      02. September 2013 13:31

      @dssm
      Wenn es nach der offiziellen Seite des Parlaments geht (www.parlament.gv.at), dann sind nur 2 Abgeordnete als Lehrer registriert.
      Allerdings gibt es 79 Namen, bei denen NICHTS eingetragen ist. Die leben von der Sozialhilfe oder sind hauptberuflich Abgeordnete?

      Bedenken Sie bitte ebenfalls, dass es doch auch sozialistische Lehrer gibt, die schon aus Linientreue die von Gutmenschinnen initiierten Gesetze mittragen. Zudem ist ein Gesetz so viel wert wie seine Auslegung - und die liegt in den Landesschulräten ausschließlich bei Juristen. Manche von denen unterrichten zwar auch, aber 1) welche Fächer und 2) aus Zeitgründen nur in der Abendschule.

      Falls Sie sich einlesen wollen: Zuständig sind hauptsächlich SCHUG, SCHOG und die Leistungsbeurteilungsverordnung. Die sind ganz schön umfangreich: Herausgegeben von Jonak/Kövesi "Das österr. Schulrecht" mit zusätzlich allen hunderten Verordnungen, Kommentaren und höchstgerichtlichen Entscheidungen enthält 1728 Seiten! Theoretisch besitzt jede Schule die jeweils jüngste Ausgabe. Praktikabel ist auch das jährlich neu erscheinende Handbuch der GÖD.

      Zur politischen Aktivität: woher nehmen Sie die Überzeugung, dass die Lehrer überdurchschnittlich politisch aktiv sind?? Mir fallen da eher Mitarbeiter in jeglicher Funktionsschicht von AK und Gewerkschaften (außerhalb der GÖD!) ein, die als Sozialpartner die eigentlichen Regenten Österreichs sind.

  11. plusminus
    01. September 2013 18:55

    Vielen Dank für diesen wertvollen Beitrag und am wichtigsten ist, daß Frau Schmied daran gehindert wird, ihre ideologisch völlig verblendeten Ideen in der nächsten Legislaturperiode zu realisieren.
    Wie schon oft hier erwähnt: die Ganztagsschule muß ein Modell für Familien bleiben, die auf eine solche Schulform für ihre Kinder angewiesen sind sowie auf freiwilliger Entscheidung beruhend!

  12. LF
    01. September 2013 17:29

    Wenn man bedenkt, dass die Autorin an einem PRIVATGYMNASIUM tätig war, dann kann man sich ganz leicht ausrechnen, wie es in öffentlichen Hauptschulen bzw. NMS zugehen muss! Die Ganztagsschule kann nur auf dem Papier funktionieren, unter derzeitigen Bedingungen aber nie und nimmer in der Realität.

  13. terbuan
    01. September 2013 07:52

    Ganztagsschule ja, aber nur auf freiwilliger Basis, dafür sollten wir kämpfen!
    Danke Frau Mag. Öller für Ihren Beitrag.





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