Abonnenten können jeden Artikel sofort lesen, erhalten anzeigenfreie Seiten und viele andere Vorteile. Ein Abo (13 Euro pro Monat/130 pro Jahr) ist jederzeit beendbar und endet einfach durch Nichtzahlung.
Abonnenten können jeden Artikel sofort lesen, erhalten anzeigenfreie Seiten und viele andere Vorteile. Ein Abo (13 Euro pro Monat/130 pro Jahr) ist jederzeit beendbar und endet einfach durch Nichtzahlung.
Positives passiert derzeit rund um die in der Endphase befindliche Budgeterstellung. Erstmals scheint diese Regierung das Sparen ein wenig ernster zu nehmen als bisher – auch wenn in zentralen Punkten wie dem Pensions- und Gesundheitssystem, wie den Bestechungsinseraten, wie dem Geldsegen für linke NGOs die schweren Fehler und Unterlassungen früherer Regierungen, welcher Parteikombination aus Schwarz, Rot, Blau, Grün, Pink immer, wiederholt werden.
Aber bleiben wir diesmal beim positiven Denken: Das Aufheulen der Universitäten scheint zu zeigen, dass diesen erstmals ernstlich Sparnotwendigkeiten drohen. Die Österreicher wissen durchaus gut, dass gerade die Unis etliches des den Bürgern in viel zu hohem Umfang abgeknöpften Steuergelds einsparen könnten.
Nur hat den Bürgern dieses Wissen bisher nicht geholfen. Die Unis tun nämlich so, als ob die Österreicher nur zahlen dürfen, aber dass es diese absolut nichts anginge, was mit ihrem Geld geschieht. Insofern haben die Unis ja eine enge Seelenverwandtschaft mit dem ORF und dem Wiener Bürgermeister, die auch alle so tun, als ob die den Bürgern abgepressten Steuer-, Abgaben- und Zwangsgebührengelder ihr Privateigentum wären. Zugleich haben sie aber vor den Augen aller Österreicher das Geld für unnütze Zwecke hinausgeworfen.
Diese Anti-Lueger-Geldverschwendung führt uns direkt in die Universitäten. Das ist nämlich keineswegs das einzige, was die Eigentümer der Universitäten, also die Bürger dieses Landes, welche die Unis finanzieren, diesen kritisch vorhalten müssen. Im Gegensatz etwa zu einem Unternehmen oder einer Privatschule oder einer Forschungseinrichtung können da die Geldgeber nicht direkt ihre Meinung sagen, sondern sie können das immer nur auf dem Umweg über Parlament und Regierung tun.
Die Bürger würden aber die Universitäten sehr gerne fragen:
Wie zum Beweis für die Notwendigkeit der letzten Frage fällt dem Rektor der Wiener Uni als erste Reaktion auf die Budgetkürzungen ausgerechnet eine Streichung der Institute für Ägyptologie (wo es ja um die große Geschichte, nicht um den heutigen Islam geht) und Judaistik ein.
Der Steuerzahler kann den Unis nur noch durch das Drehen am Geldhahn seine Kritik mitteilen. Er kann daher auch nur hoffen, dass die Politiker da nicht wieder einmal einknicken.
Dabei überrascht ja schon jetzt, dass dieses überaus kräftige und eigentlich schon längst fällige Signal an die Universitäten ausgerechnet zu einem Zeitpunkt abgesandt wird (freilich eh noch nicht beschlossen ist), da sowohl der Finanzminister, wie auch die für die Universitäten zuständige Ministerin vom linken Flügel der SPÖ kommen. Man soll als optimistischer Mensch nie die Möglichkeit ausschließen, dass jemand klüger geworden ist. Das ist erfreulich. Aber man soll als skeptischer Mensch auch nicht ausschließen, dass das nur ein Trick ist, oder aber dass das neue Koalitionsprinzip hier durchgeschlagen hat: Wenn ein rotes Ministerium mehr Geld will, muss es ein anderes rotes Ministerium sein, dass Federn lässt.
Wenn das wirklich die Hauptursache der Sparvorgaben für die Unis sein sollte, da wird jetzt das Universitäts-Budget primär deshalb beschnitten, nur damit die SPÖ nicht im noch viel problematischeren Sozialministerium die dringend notwendigen strukturellen Reformen vornehmen muss. Das hieße: Aus einem ganz üblen Motiv geschieht dann doch etwas Sinnvolles.