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Es ist nichts anderes als eine Kriegshandlung, die Russland gegen Deutschland gesetzt hat. Das war zwar von Anfang an wahrscheinlich. Das haben nun aber auch die kriminologischen Analysen rund um die Sprengdrohnen auf dem Leipziger Flugplatz bestätigt, deren zum Glück verhinderte Explosion beinahe viele Opfer gefordert hätte. Es wäre sehr gut und wünschenswert, wenn über die offiziellen Reaktionen hinaus nun auch die AfD und die in ihrem Kielwasser schwimmende FPÖ Russland endlich klar, deutlich und massiv verurteilen würden. Das würde im Übrigen auch das Wahlergebnis der AfD am kommenden Sonntag noch deutlich verbessern, wo sie in Sachsen-Anhalt knapp an der Schwelle zur absoluten Mandatsmehrheit steht.
Dennoch kommt ihnen keine Kritik an Moskau aus. Was immer rätselhafter wird:
Denn Tatsache ist,
Zurück nach Leipzig und zu den gleichzeitigen geheimnisvollen Attacken auf deutsche Umspannwerke: So provokant Russlands Handlungen auch sind, so falsch wäre es, diese zu ignorieren, aber ebenso falsch wäre es, Kriegshandlungen mit Kriegshandlungen zu beantworten. Die klare wie Eskalation vermeidende Antwort kann nur in einem bestehen: der Ukraine noch stärker beizustehen, weil ein militärischer Erfolg des angegriffenen Landes die einzige Hoffnung ist, dass etliche in der russischen Führung endlich zur Vernunft kommen (bei Putin selbst besteht diese Hoffnung freilich nicht mehr).
Der auch für Europa immer wichtiger werdende Beistand für die Ukraine sollte heute primär in einem bestehen: im rapiden und gemeinsamen Bau von Patriot-Abwehrraketen. Diese haben sich als einzige Waffe wirksam gegen die anfliegenden russischen Raketen erwiesen. Jedoch können die Amerikaner nicht einmal annähernd so viele Patriots liefern, wie die Ukraine braucht. Auch gegen bares Geld nicht.
Das ist an sich sogar nachvollziehbar, müssen die USA doch primär an den eigenen Schutz wie an den ihrer nahöstlichen Verbündeten denken. Weniger verständlich ist, warum die USA der Ukraine nicht zumindest die Baupläne geben, damit deren sich als genial entpuppenden Ingenieure und Techniker diese Abwehrraketen möglichst rasch selbst bauen können. Der Verdacht wird immer lauter, dass die Amerikaner das nur deshalb nicht tun, weil sie fürchten, die Ukrainer könnten die Patriot rascher, billiger und besser bauen als sie selbst und dann in Zukunft das Geschäft mit ihnen machen.
Was auch immer an diesem Verdacht wahr ist: Es ist eigentlich nicht vorstellbar, dass die Europäer – von Großbritannien bis zur EU – zusammen mit den Ukrainern und hoffentlich auch mit den Israelis, Taiwanesen und Japanern nicht imstande sein sollten, auch ohne die USA in absehbarer Zeit geeignete Raketenabwehrsysteme zu entwickeln. Es ist sogar nur extrem schwer vorstellbar, dass diese Nationen nicht schon längst damit begonnen haben.
Jedenfalls muss klar sein: Der Hinauswurf einiger russischer Diplomaten, die Schließung einiger russischer Einrichtungen und ein paar leere Drohungen werden Putin nicht beeindrucken, sondern nur ein Lächeln kosten.