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Von den Sozialpartnern über die Medien bis zu allen Parteien: In Österreich herrscht seit Wochen Konsens, dass die Regierung alles tun müsse, um den global zweimal durch einen – gewiss nicht von Österreich verschuldeten – Kriegsausbruch in stolze Höhen katapultierten Ölpreis nicht oder nur stark abgemildert an den Tankstellen ankommen zu lassen. Das ist jedoch ein gewaltiger Unsinn, auch wenn man vorgibt, damit die Inflation einbremsen zu wollen.
Das ist ein Unsinn – weil dieses Einbremsen ja nur mit Hilfe von neuen Steuern oder einer höheren Verschuldung gelingen kann. Dabei liegt diese schon über 81 Prozent des BIP, sodass Österreich sogar Mühe hat, alleine die Zinsen dafür zu zahlen; sodass es für weitere Schocks (die von Naturkatastrophen über Pandemien und Weltwirtschaftskrisen bis zu Kriegen reichen können) kaum mehr Widerstandskraft hat.
Das ist ein Unsinn – weil steigende Preise das wirkungsmächtigste Signal wären, sparsam mit einem Produkt umzugehen, dieses nicht zu verschwenden, beim Auto auf überflüssige Fahrten zu verzichten, benzinsparend zu fahren, auf den öffentlichen Verkehr umzusteigen.
Das ist ein Unsinn – weil steigende Preise eines Produkts der beste Anreiz zur Entwicklung von Alternativen wären, ob diese nun in der Suche nach weiteren Öl- oder Gasvorräten bestehen, oder im Abbau bekannter Lager, der nur politisch behindert wird (gibt es doch in Europa noch für Jahrzehnte ausreichend Gas, das aber aus Angst vor Bürgerinitiativen nicht abgebaut wird) oder in der Umstellung auf Strom, sofern dieser durch Wasser- oder Atomkraftwerke auf einer seriösen Basis erzeugt wird (und nicht durch die gefährlichen Schwankungen ausgesetzten Solarpaneele oder Windmühlen).
Das ist auch ökologisch Unsinn – würden doch höhere Dieselpreise den Langstreckentransport von Lebensmitteln unökonomisch machen und so lokalen Produzenten eine bessere Chance geben.
Das ist ein Unsinn – weil nationale Benzinsubventionen zugleich den globalen Preis hochtreiben und so den wirklich Armen dieser Welt den Treibstoff wegnehmen, sodass diese oft nicht einmal mehr Generatoren für Spitäler und deren Operationssäle betreiben können.
In Wahrheit sind solche – bei jedem Produkt und für jedes Land geltenden – Zusammenhänge jedem Ökonomen klar. In der Politik obsiegt aber oft der kurzsichtige Populismus, der glaubt, immer sofort reagieren und jede Unbill von den Wählern fernhalten zu müssen, nur weil diese danach schreien.
Ich schreibe in jeder Nummer von Österreichs einziger Finanz- und Wirtschafts-Wochenzeitung "Börsen-Kurier" die Kolumne "Unterbergers Wochenschau".