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Fußnote 173: Der Herr Madoff und die Österreicher

Wir sorgen uns über alles Mögliche. Zu Recht und zu Unrecht. Vor allem aber sollte sich Österreich derzeit um die Bank Austria sorgen.

Die größte Bank des Landes ist von einer 19 Milliarden-Forderung bedroht, weil ihr vorgeworfen wird, die Betrügereien des Amerikaners Madoff unterstützt zu haben. Dabei geht um den größten Betrugsfall der Geschichte. Um sich die Dimension dieser Forderung vorzustellen: Das ist zweieinhalb Mal das gesamte Defizit der Republik Österreich. Dieser Betrag könnte nie und nimmer von der Bank selbst aufgebracht werden. Muss eines Tages wieder der österreichische Steuerzahler einspringen? Immerhin ist die Bank Austria zum Unterschied von der Hypo Alpe-Adria eindeutig eine Systembank, und zweifellos an sich auch rettenswert, besonders seit sie sich aus den Fängen der Parteipolitik befreit hat. Andererseits gehört sie heute einer italienischen Mutter. Wird Österreich sagen können: Die Mutter soll sich kümmern? Wird umgekehrt die Mutter eine Kindesweglegung betreiben? In jedem Fall ist das, was da auf Österreich zukommt, um ein Vielfaches dramatischer als die Bawag-Affäre und als die Krise der letzten beiden Jahre. Es ist so dramatisch, dass wir es am liebsten nach altösterreichischer Sitte verdrängen. Nur: Wenn einmal die amerikanische Justiz ins Rollen kommt, dann sind die Chancen europäischer Banken nicht mehr sehr groß, etwas auch mit Erfolg zu verdrängen.

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