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Die große Vertrauenskrise

Die wichtigste Währung ist weder Dollar noch Euro noch Gold. Die wichtigste Währung ist vielmehr Vertrauen. In der Politik wie in der Finanzwelt, im Familienleben wie bei den Fernsehnachrichten oder der Justiz. Selbst einen Anhang zu einem Mail macht man nur auf, wenn man zum Absender Vertrauen hat. Nichts aber ist in den letzten Monaten im öffentlichen Bereich so massiv zertrümmert worden wie das Vertrauen. In der Welt der Politik wie jener der Finanzen.

In der Politik ist die schlimmste Vertrauensvernichtung durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine passiert. Der hat zahllose internationale Abkommen zertrümmert wie auch den Vertrag, der der Ukraine Sicherheit im Gegenzug für die Rückgabe aller dort befindlichen Atomwaffen zugesprochen hat.

Dasselbe erleben wir bei der sich beschleunigenden Inflation. Sie steigt von Monat zu Monat und ist bei uns mit sieben Prozent so hoch wie zuletzt in den Kreisky-Androsch-Jahren.

Am Anfang gab es externe Schocks wie etwa die Corona-Krise. Dann aber haben fahrlässigerweise Politik wie Zentralbank versprochen, "koste es, was es wolle", sämtliche wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie zu kompensieren.

Der nächste Schock war der Ukraine-Krieg, der kam, ohne dass die Corona-Krise schon bewältigt war. Ja selbst die durch leichtfertige Immobilienkredite in den USA ausgelöste Krise 2008 war noch nicht ganz überwunden.

Der Krieg ist zwar militärisch vorerst auf die Ukraine beschränkt. Aber er hat eine europaweite Flüchtlingskrise ausgelöst. Er hat viele Handelsströme gestoppt. Und vor allem hat er eine gigantische Energiekrise ausgelöst, die vom Heizen der Wohnungen bis zum Voest-Hochofen dramatische Folgen hat. Und alles hat zu einer Mega-Inflation geführt.

Diese ist wohlgemerkt nur indirekt Folge von Corona und Krieg. Sie ist vielmehr Folge völlig falscher Reaktionen darauf. Denn ständig haben fast alle Politiker und die trotz formeller Unabhängigkeit de facto ganz im Dienst der Politik stehende EU-Zentralbank geglaubt, durch ununterbrochenes Schuldenmachen und Gelddrucken alle unangenehmen Folgen von den Bürgern fernhalten zu können.

Sie haben nur vergessen, dass sie dadurch Öl ins Feuer der Inflation schütten, dass sie dadurch sämtliches Vertrauen in die Währung, die Notenbanken und die Politik zertrümmern, wenn sie den Menschen seit einem Jahr einreden, die rapide Geldentwertung sei im Griff und sei nur vorübergehend.

Ich schreibe in jeder Nummer von Österreichs einziger Finanz- und Wirtschafts-Wochenzeitung "Börsen-Kurier" die Kolumne "Unterbergers Wochenschau".

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