Freie Märkte bringen Wohlstand, Planwirtschaft macht arm

Lesezeit: 4:30

Kürzlich wurde die Ausgabe 2015 des von der konservativen US-Denkfabrik „Heritage Foundation“, zusammen mit dem „Wall Street Journal“, einmal jährlich erstellten „Index of Economic Freedom“ veröffentlicht. Dieser Report bietet einen Überblick über die wirtschaftliche Lage und Entwicklung von insgesamt 186 Ländern. Zehn Kriterien, die in vier Hauptkategorien unterteilt werden, bilden die Bewertungsbasis.

Es handelt sich um

  • Rechtsstaatsprinzip (Eigentumsrechte, Korruptionsfreiheit),
  • Regierungsgröße (Steuerlast, Höhe der Staatsausgaben),
  • Regelungseffizienz (Geschäftsfreiheit, Arbeitsfreiheit, Geldverkehrsfreiheit),
  • Marktoffenheit (Handelsfreiheit, Investitionsfreiheit, Finanzfreiheit).

Jede dieser Komponenten wird auf einer hundertteiligen Skala abgebildet und geht gleichwertig in die Beurteilung ein. Als Ergebnis wird das arithmetische Mittel aus den zehn Teilergebnissen ausgewiesen – als Zahl zwischen 0 und 100, wobei 100 den Bestwert markiert.

Wie alle derartigen Statistiken ist auch diese mit entsprechender Vorsicht zu genießen. Selbstverständlich hat allein die Auswahl der Bewertungskriterien maßgeblichen Einfluss auf die Ergebnisse. Da der Report allerdings seit mittlerweile 21 Jahren erscheint und die Datenerhebung nach den immer gleichen Regeln erfolgt, sind damit immerhin relative Veränderungen über die Zeit gut darstellbar.

Das kumulierte Welt-Gesamtergebnis stagniert, bzw. stieg im zurückliegenden Jahr um lediglich 0,1 Punkte auf 60,4 – nach einer Steigerung um 0,7 Punkte im Vorjahr.

Der liberale amerikanische Ökonom Milton Friedman, nannte einmal Hongkong als das Paradebeispiel für einen freien Markt mit einer limitierten Regierung. Das scheint eine sehr fruchtbare Kombination zu sein, denn auch heuer fährt Hongkong mit einer Wertung von 89,6 wieder das beste Ergebnis aller analysierten Volkswirtschaften ein.

Die Spitzengruppe zeigt keinerlei wesentliche Veränderungen: Platz zwei geht erneut an Singapur (nur noch 0,2 Punkte hinter Hongkong), gefolgt von Neuseeland, Australien und der Schweiz. Diese liegt – einmal mehr – mit einem Ergebnis von 80,5 weit vor dem erstplatzierten EU-Staat liegt (das ist Estland mit 76,8 Punkten auf Platz acht).

Auch am Ende der Liste zeigt sich das seit Jahren gewohnte Bild: Nordkorea, Kuba, Venezuela, Zimbabwe und Eritrea bilden die Schlussgruppe. Vereinfacht ausgedrückt (Ausnahmen wie Bahrain bestätigen die Regel): Wo Schwarze, Kommunisten und/oder Moslems regieren, steht es schlecht um die wirtschaftliche Freiheit. Afrikanische Despotien und lateinamerikanische Bananenrepubliken sucht man in der Spitzengruppe daher vergeblich.

Interessant ist indes, dass das von Diktator Augusto Pinochet (beraten von „Chicago Boys“) auf einen liberalen Wirtschaftskurs getrimmte Chile den hervorragenden Rang Sieben belegt. Es ist damit das einzige Land Südamerikas unter den ersten 20.

Wer sich dagegen ein Bild von der nachhaltigen Wirkung sozialistischer Wirtschaftspolitik bilden will, richte sein Augenmerk zum Beispiel auf Venezuela. Das Land rutscht um weitere zwei Punkte und mit einer Wertung von 34,3 beinahe ans absolute Ende der Liste ab. Selbst einfachste Produkte wie Toilettenpapier und Kondome sind dort kaum noch zu bekommen. Sozialismus wirkt eben. Es lebe die Planwirtschaft!

Die EU verliert insgesamt 0,1 Punkte, die USA gewinnen 0,7. Die baltischen Staaten schneiden innerhalb der EU am besten ab. Deutschland verbessert sich um zwei Plätze (auf Rang 16), während Österreich – dank der notorischen Inkompetenz seiner gegenwärtigen Regierung – ein Minus von 1,2 Punkten einfährt und von Rang 26 auf 30 absteigt.

Besonders der Faktor „Korruptionsfreiheit“ hat sich in der Alpenrepublik dramatisch verschlechtert. Auch die „Regierungsgröße“ schlägt im Index negativ zu Buche – sowohl hinsichtlich einnahmenseitiger Begehrlichkeiten als auch bezüglich Schuldenmacherei und geringer Ausgabendisziplin. Man kann risikolos darauf wetten, dass Österreich nach der bevorstehenden „Steuerreform“ (bei der es faktisch um ein schlecht getarntes, wirtschaftsfeindliches Belastungspaket geht) erneut an Boden verlieren wird.

Staatsnahe Ökonomen werden bekanntlich seit Jahr und Tag nicht müde, die Segnungen einer hemmungslosen Schuldenmacherei anzupreisen und vor den gar schrecklichen Folgen des Sparens (Stichwort Deflationsgefahr!) zu warnen. Hätte deren Urteil auch nur ganz entfernt etwas mit der Wahrheit zu tun, wäre die Mehrzahl der Schweizer Eidgenossen heute bereits arbeitslos und dazu verurteilt, unter der Brücke zu schlafen. Das allerdings trifft nicht zu. Vielmehr geht es besonders den Insassen jener Staaten besonders mies, deren Finanzgebarung – anders als die der Schweiz – von einer Politik des forschen „Deficit Spending“ geprägt ist.

So verliert das auf Fremdversorgung angewiesene Griechenland im Index weitere 1,7 Punkte und fällt auf Rang 130 (!) zurück (innerhalb Europas auf Rang 40 von 43).

Frankreich, die dank konsequenter sozialistischer Misswirtschaft schwerkranke Volkswirtschaft, verliert einen weiteren Punkt und rangiert nun auf Platz 73. Dass in Frankreich daran gedacht wird, erst im Jahr 2018, also nach den kommenden Präsidentschaftswahlen, die Staatsverschuldung dem EU-Grenzwert anzupassen, spricht Bände. Wenn im Reich der Grande Nation außer Wein und Lavendel noch etwas wächst, dann die Arbeitslosigkeit und das Staatsdefizit. Die auf Keynes Spuren wandelnden Gallier haben ihre Staatsschuld mittlerweile auf beeindruckende 93,9 Prozent des BIP aufgeblasen – Chapeau! Selbstverständlich ist daran niemand anders schuld, als die hässlichen Deutschen, mit ihren nachgerade kriminellen Exportexzessen und brandgefährlichen Sparneurosen…

Auf einer der ersten Seiten der Einleitung des Reports der Heritage Foundation wird wirtschaftliche Freiheit als „Antidot gegen die Armut“ bezeichnet. Die präsentierten Zahlen scheinen das zu bestätigen. Auch wenn eine Korrelation noch lange keine Kausalität beweist: Der Zusammenhang zwischen (wirtschaftlicher) Freiheit und Wohlstand tritt durch die Daten der vorliegenden Arbeit überdeutlich hervor.

Leider sind die politischen Eliten der Eurozone davon überzeugt, in Regulierungen und Steuerexzessen geeignete Instrumente gefunden zu haben, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Die dadurch zum Ausdruck kommende Anmaßung von Wissen hat indes noch nie zu etwas Gutem geführt…

Der gesamte Report oder Teile davon können von der Homepage der Heritage Foundation kostenlos heruntergeladen werden: http://www.heritage.org/index/

Andreas Tögel, Jahrgang 1957, ist Kaufmann in Wien.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatorsimplicissimus
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    02. März 2015 21:40

    Einige dieser seltsamen Beitraege hier wollen nicht begreifen, worum es eigentlich geht:

    Moeglichst freies Wirtschaften schafft groesstmoeglichen Wohlstand. Wer das nicht begreifen will, ist indoktriniert, ungebildet, unerfahren oder ignorant. Oder ueberlesen und sieht den Wald vor Baeumen nicht, lebt also von selektiver Wahrnehmung.

    Freiheit bedeutet Risiko. In diesem Fall Risiko des Ausnuetzens der Freiheiten, Bildung von Arten von Faustrecht, Recht des Staerkeren, etc.

    Alle diese Risken bestehen in jedem anderen System bis hin zur ueberregulierten Diktatur genauso. Mit denselben oder teilweise umgekehrten Vorzeichen. Ausnuetzen der Freiheiten zB ersetzt durch Machtmissbrauch etc. Denn es setzt sich immer das menschliche egoistische, im besten fall egozentrische Element durch. Der Natur entflieht der Mensch nicht, ich empfehle zum Verstaendnis Weltreisen mit dem genauen Studium menschlicher Gesellschaften.

    Die Risken sind ueberall in Summe sehr aehnlich. Die Produktivitaet der Marktwirtschaft geht jedoch mit mehr Regulierung automatisch zurueck. Deshalb wird die "freie" Marktwirtschaft immer das ueberlegene System sein. Das Risiken unterliegt. Und das natuerlich niemals 100% frei sein kann, wie auch der Mensch nicht. Das am besten bestimmten, moeglichst wenigen Regeln unterliegt, wie sie auch der Mensch zum friedlichen Zusammenleben benoetigt. Aehnlich der 10 Gebote.

    Ein Beitrag ganz weit unten beklagt die Verlagerung von Produktionen in Billiglohnlaender. No na werden die verlagert werden, wenn wir

    - ueber unseren Verhaeltnissen leben
    - dh mehr konsumieren, als wir leisten
    - und deshalb von anderen Nationen geschlagen werden, die mehr zu geringeren Kosten leisten.

    Denn das schafft in Summe weltweit mehr Wohlstand. Und es ist ganz normal, dass wir dann zu den Verlierern zaehlen, wenn unsere Leistungs/Kostenrelation nicht mehr stimmt. Wir wuerden auch zu den Verlierern zaehlen, wenn wir uns dann abschotten, regulieren und andere protektive Spielchen spielen. Dann wuerde zwar nicht die Arbeit abwandern, sondern ganz einfach nur der Mehrwert geringer sein. Resultat ganz aehnlich.

    Schwieriger das Thema der Akkumulation von Reichtum und Macht in Haenden von Grossindustriellen, "Heuschrecken" und anderen nationalen wie internationalen Profiteuren. Das gehoert zum Risiko und zur Chance. Groessere, aggressivere Maechte dominieren fast immer kleinere und schwaechere. Egal, wie lautstark man es beklagt. Und autoritaere Fuehrungen koennen im besten Fall hervorragend sein, im schlechtesten in einem Nordkorea oder mittelalterlichen Gotteststaat enden. Das ist langfristig gesehen mehr ein Gluecksspiel.

    All das aendert nichts an der Tatsache, dass moeglichst freies und nur vernuenftig eingeschraenktes Wirtschaften die groesstmoegliche Basis von Wohlstand bereitet. Was wir daraus machen, ist eine andere - politische - Sache.

    Her Toegel, lassen Sie sich nicht beirren, manche Menschen versuchen wieder und wieder ein eckiges statt rundes Rad zu erfinden.

  2. Ausgezeichneter KommentatorAusnahmsweise
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    01. März 2015 10:15

    Danke Hr. Tögel für Ihre Beiträge! Es sind ja leider nur wenige, die die Mühen der Freiheit auf sich nehmen - aber ein Leben auf Kosten der anderen, wie es die Schreiber der seltsamen Beiträge hier gerne hätten, ist eben verlockend. So verlockend wie Drogen für Süchtige eben sind.
    Würden diese auch nur ein Argument bringen, dann könnte man ja in eine inhaltliche Diskussion starten. Ist aber augenscheinlich nicht gewünscht. Warum wohl?

  3. Ausgezeichneter KommentatorF.V.
    2x Ausgezeichneter Kommentar
  4. Ausgezeichneter KommentatorCollector
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    27. Februar 2015 09:58

    "Regelungseffizienz (Geschäftsfreiheit, Arbeitsfreiheit, Geldverkehrsfreiheit),
    Marktoffenheit (Handelsfreiheit, Investitionsfreiheit, Finanzfreiheit)" führt innerhalb kürzester Zeit zum Ruin, zu chinesischen Löhnen, Verlagerung der Produktion nach Indien und Bangladesch, zu Rekordarbeitslosigkeit, Herrschaft der Mafiosi, Drogendealer, Goldmans Sachsen (Blankfein, Draghi, Moskovici) und Wohlstand durch "Dinks" ("Double Income no Kids" und Conchita Wurst-Contests.

    Wer wünscht, dass Europa "absandelt" und zugrunde geht, der folgt den von Tögel hochgelobten "idiotes" (giechisch. Privatleute, Nichtbürger, vaterlandslose Gesellen) der Heritage Foundation.

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorAusnahmsweise
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    01. März 2015 10:15

    Danke Hr. Tögel für Ihre Beiträge! Es sind ja leider nur wenige, die die Mühen der Freiheit auf sich nehmen - aber ein Leben auf Kosten der anderen, wie es die Schreiber der seltsamen Beiträge hier gerne hätten, ist eben verlockend. So verlockend wie Drogen für Süchtige eben sind.
    Würden diese auch nur ein Argument bringen, dann könnte man ja in eine inhaltliche Diskussion starten. Ist aber augenscheinlich nicht gewünscht. Warum wohl?


alle Kommentare

  1. F.V. (kein Partner)
    07. März 2015 18:17

    blem-blem,

    wie ich schon anmerkte, eine treffendere Wahl Ihres Nicks hätten Sie nicht wählen können.

    Würden Sie sich so ausdrücken, daß man ohne Erklärung erkennen kann, was Sie vielleicht gemeint haben könnten, wäre das schon vorteilhaft. Aber selbst die Erklärung erhellt nicht, was Ihre Aussage will.

    Da Sie mich nicht kennen, wundert es mich, wie Sie „auf meinesgleichen“ schließen. Ich kann mich nicht erinnern hier im UTB etwas über die amerikanische Infrastruktur geschrieben zu haben. Vielleicht sollten Sie sich auch eine bessere Lektüre suchen, als jene, die Sie offenbar referieren.

    Wenn Sie sich auf den Markt begeben und auch noch den Mund aufmachen, dann müssen sie sich gefallen la

  2. J.Scheiber (kein Partner)
  3. J.Scheiber (kein Partner)
    • J.Scheiber (kein Partner)
      03. März 2015 16:19

      Es ist wirklich erstaunlich, wie viele Leute immer noch diesem Plan versus Markt - Gefasel - und es gibt keine Alternative - von Mises, Hayek und all den anderen paläo- und neoliberalen Schwadroneuren auf den Leim gehen.

      1. Auch ein Unternehmer muß planen, somit ist planen nichts prinzipiell schlechtes.
      2. Die Megaparasiten, sprich die multinationalen Konzerne haben zu einem guten Teil längst die Größenordnung von wenigstens mittleren Staaten erreicht und da sie darüberhinaus großteils im Verbund wirken übertreffen ihre bürokratischen Planungsaktivitäten jene der Staaten längst.
      3.Das ganze Konzert der Konzerne ist hinorientiert auf die One World der NWO. Das ist der Mafia-Mega-Plan. Masterminds dafür sind die neoliberalen Think-Tanks wie die Heritage Founfation. Und die große Plan-Perspektive dafür bietet der Washington Consensus.

      Kein Sozialist und kein Kommunist hatte jemals solche planerischen Fieberphantasien wie ihre liberalen Antipoden der Gegenwart.

    • J.Scheiber (kein Partner)
      03. März 2015 16:25

      Sprich also: Der Schrei nach dem Freien Markt, nach dem Freihandel, nach TTIP etc., dahinter steckt nichts anderes als der PLAN der totalen Versklavung der Menschheit, nach einem liberalen Totalitarismus, einen Totalitarismus wie ihn an perfider Perfektion die Welt noch nicht gesehen hat. Dagegen waren die Nazis und die Kummerln Stümper.

    • J.Scheiber (kein Partner)
      05. März 2015 09:51

      Für alle Libertären dieser Welt hat William Shakespeare in Caliban ein Denk-mal gesetzt, bevor diese überhaupt noch auf den Plan getreten sind.

      Calibans Freiheitsschrei ist nichts anderes als der Schrei nach Entfesselung grauenhafter Leidenschaften und Gier nach allem was irgendwie zu haben ist, letztlich nach Zerstörung von allem was Wert, Bedeutung und Würde hat.

      Das ist auch die schreckliche Wahrheit hinter der Ideologie des Großmeisters des Libertarismus, des Herrn Mises-anthrop.

      Als Antwort auf die Greuel der Großen Revolution deren Geist in den Ideologien des Sozialismus, Liberalismus und Nationalismus immer noch herrscht, ist in Mitteleuropa mit der Wiener Klassik, der Weimarer Klassik und dem Deutschen Idealismus eine geistige Bewegung entstanden, die entgegen den grauenhaften Naturalismus der Moderne auf die Frage nach dem Wesen des Menschen und den Sinn seines Aufenthaltes in dieser Welt eine völlig divergierende Antwort gegeben hat. Shakespeares späte Romanzen weisen in eben diese Richtung.

      Drei Weltkriege werden nicht ausreichen den Geist zu zerstören, weil die Macht des Geistes nicht in der Verfügungsgewalt von Rohstoffen wurzelt, sondern im allmächtigen, dreieinigen, ewigen Gott.

    • F.V. (kein Partner)
      05. März 2015 10:18

      Lieber Herr Scheiber,

      Ihre Hinweise auf die anderen und eigentlichen Dimensionen des Menschseins und welcher Art die geistige Überwindung der „Moderne“ vor allem in Deutschland/Österreich schon stattgefunden hat, ist dankenswert.

      Die heute noch die Machtpositionen usurpiert Habenden herrschen nur noch mithilfe von Bajonetten, aber geistig haben sie schon längst verloren.

      Und weil diese Gegenbewegung auch in unseren Landen aufkam, sind wir der absolute Feind jener den Materialismus, Relativismus, Positivismus, ... Nihilismus repräsentierenden Mächte. Es gibt darum auch weder einen „Waffenstillstand“ noch Frieden, weil halt Ordnung/Kosmos und Chaos, Gut und Böse, Licht und Finsternis sich so wenig vertragen wie Gott und der Teufel.

      Das ist zu begreifen, der Rest sind Nebenrechnungen.

    • simplicissimus
      05. März 2015 12:34

      Das Thema Marktwirtschaft versus Planwirtschaft ist voellig losgeloest von Wertevorstellungen zu sehen. Falsche oder richtige, sinngebende oder leere gesellschaftliche Inhalte, Freiheit oder Unterdrueckung kann es unter beiden wirtschaftlichen Systemen geben.
      Und weil ich es unten gelesen habe: niemand betet einen Goetzen Marktwirtschaft an. Aber viele beten ihre individuellen Gottheiten an.

    • F.V. (kein Partner)
      06. März 2015 08:00

      Ad Simplicissimus

      Lot hat doch ein paar Beiträge tiefer über die „Wertfreiheit“ geschrieben. Das sollten Sie sich auch zu Gemüte führen.

      Was Sie hier behaupten, „Das Thema Marktwirtschaft versus Planwirtschaft ist völlig losgelöst von Wertevorstellungen zu sehen“ ist völliger Unsinn. Alles wird nach irgendwelchen „Werten“ beurteilt. Die Frage ist nur, ob es die richtigen sind.

      Was Sie – mit anderen Worten zwar – meinen, ist auch nicht richtig, wie man aus einem Bibelwort unschwer erkennen kann: „Man kann nicht Mammon und Gott zugleich dienen“.
      Also, entweder die Anbetung von Gott oder dem „Goldenen Kalb“, wobei letzteres bekanntlich die falsche Wahl wäre. Bei Ihnen heißt das halt Mark

    • Andreas Tögel
      09. März 2015 07:59

      Ans Kollektiv der Gegner der Marktwirtschaft:
      in der Samstag-Ausgabe der "Presse" (7.3.) findet sich ein hochinteressanter Beitrag zur Krise in Griechenland, bzw. zum Vergleich der Kaufkraft in den Ländern der EU. Fazit: Hauptverantwortlich für das schlechte Abschneiden der Griechen ist die "Abschottung des Marktes" dortselbst. Leuchtet ja schon irgendwie ein, daß es Sinn hat, grenzüberschreitenden Wettbewerb zuzulassen, anstatt heimischen Akteuren eine Monopolrente zuzugestehen, indem man ihre Werkstätten vor der bösen ausländischen Konkurrenz beschützt.
      Ich erlebe das als Kaufmann ja täglich hautnah: Der Wettbewerb zwingt mich dazu, mit niedrigeren Erlösen auszukommen. Das ist nicht sehr komfortabel für mich, aber gut für meine Kunden. Was ist daran nicht zu begreifen?

      Und weshalb Betriebe , die international agieren, "Parasiten" sein sollen, begreife wer will. Im Gegensatz zu Verfassungsrichtern, Staatspolizisten und Genderbeauftragten (das sind tatsächlich allesamt Parasiten) liefern mir die, was ich haben möchte! Ich fühle mich weder als "Wirt" von Microsoft noch als Sklave von Mercedes, wenn ich deren Produkte kaufe und nutze. Ich frage mich, wie wir heute wohl dastehen würden, wenn Herr Scheiber & Genossen die Wirtschaftspolitik unseres Landes diktieren könnten. Ich fürchte, wir würden halbnackt und frierend in zugigen Höhlen hocken...
      Mit freundlichem Gruß,
      A. Tögel

  4. Romig
    03. März 2015 15:41

    An Herrn A.Tögel, Post vom "Othmar Spann-Fan Club".

    1. Für die These: "Wirtschaftliche Freiheit schafft Wohlstand" gibt es schon aus logischen Gründen keinen empirischen Beweis.

    Weder "wirtschaftliche Freiheit" noch "Wohlstand" sind eindeutig definierte Begriffe. Jede Wirtschaft ist durch Wirtschaftsverfassung, Wirtschaftsrecht, Wirtschaftsorganisation und Marktregelungen "gebundene Wirtschaft" und damit niemals "freie Wirtschaft". "Wohlstand" ist nicht allein durch das GDP definiert, sondern durch zahlreiche kulturelle und soziale Indikatoren, u.a. die berühmten "Güter der Muße", Zufriedenheits- und "Wohlfühlfaktoren".

    2. Aus empirische Fakten lassen sich niemals wirtschaftliche "Gesetze" induktiv ableiten.

    Das hat der berühmte Methodenstreit in der Nationalökonomie ergeben, bei dem Menger sich mit der "deduktiven Methode" voll durchgesetzt hat. Relevante wirtschaftspolitische Aussagen beruhen auf logischen Schlüssen und Schlüsse auf "Voraus-Setzungen", "Vor-Urteilen", Axiomen.

    Dankenswerter Weise hat AU ja zwei Gastkommentare eingestellt, die das oben Ausgeführte verdeutlichen:

    a) Die Rezension des berühmten Buches von Tomáš Sedlacek: Die Ökonomie von Gut und Böse: http://www.andreas-unterberger.at/2013/08/was-fuer-uns-zaehlt-hat-keinen-preis/?s=Romig

    b) Marktirtschaft versus konservative Wirtschaftsauffassung:
    http://www.andreas-unterberger.at/2012/11/marktwirtschaft-versus-konservative-wirtschaftsauffassung/?s=Romig

    Es lohnt sich beide Gastkommentare nachzulesen (wenn nicht bei Unterberger, dann googeln!). Die zwei oben genanten Punkte gehören heute zum nicht zu unterschreitenden Stand der wissenschaftlichen Diskussion .

  5. simplicissimus
    02. März 2015 21:40

    Einige dieser seltsamen Beitraege hier wollen nicht begreifen, worum es eigentlich geht:

    Moeglichst freies Wirtschaften schafft groesstmoeglichen Wohlstand. Wer das nicht begreifen will, ist indoktriniert, ungebildet, unerfahren oder ignorant. Oder ueberlesen und sieht den Wald vor Baeumen nicht, lebt also von selektiver Wahrnehmung.

    Freiheit bedeutet Risiko. In diesem Fall Risiko des Ausnuetzens der Freiheiten, Bildung von Arten von Faustrecht, Recht des Staerkeren, etc.

    Alle diese Risken bestehen in jedem anderen System bis hin zur ueberregulierten Diktatur genauso. Mit denselben oder teilweise umgekehrten Vorzeichen. Ausnuetzen der Freiheiten zB ersetzt durch Machtmissbrauch etc. Denn es setzt sich immer das menschliche egoistische, im besten fall egozentrische Element durch. Der Natur entflieht der Mensch nicht, ich empfehle zum Verstaendnis Weltreisen mit dem genauen Studium menschlicher Gesellschaften.

    Die Risken sind ueberall in Summe sehr aehnlich. Die Produktivitaet der Marktwirtschaft geht jedoch mit mehr Regulierung automatisch zurueck. Deshalb wird die "freie" Marktwirtschaft immer das ueberlegene System sein. Das Risiken unterliegt. Und das natuerlich niemals 100% frei sein kann, wie auch der Mensch nicht. Das am besten bestimmten, moeglichst wenigen Regeln unterliegt, wie sie auch der Mensch zum friedlichen Zusammenleben benoetigt. Aehnlich der 10 Gebote.

    Ein Beitrag ganz weit unten beklagt die Verlagerung von Produktionen in Billiglohnlaender. No na werden die verlagert werden, wenn wir

    - ueber unseren Verhaeltnissen leben
    - dh mehr konsumieren, als wir leisten
    - und deshalb von anderen Nationen geschlagen werden, die mehr zu geringeren Kosten leisten.

    Denn das schafft in Summe weltweit mehr Wohlstand. Und es ist ganz normal, dass wir dann zu den Verlierern zaehlen, wenn unsere Leistungs/Kostenrelation nicht mehr stimmt. Wir wuerden auch zu den Verlierern zaehlen, wenn wir uns dann abschotten, regulieren und andere protektive Spielchen spielen. Dann wuerde zwar nicht die Arbeit abwandern, sondern ganz einfach nur der Mehrwert geringer sein. Resultat ganz aehnlich.

    Schwieriger das Thema der Akkumulation von Reichtum und Macht in Haenden von Grossindustriellen, "Heuschrecken" und anderen nationalen wie internationalen Profiteuren. Das gehoert zum Risiko und zur Chance. Groessere, aggressivere Maechte dominieren fast immer kleinere und schwaechere. Egal, wie lautstark man es beklagt. Und autoritaere Fuehrungen koennen im besten Fall hervorragend sein, im schlechtesten in einem Nordkorea oder mittelalterlichen Gotteststaat enden. Das ist langfristig gesehen mehr ein Gluecksspiel.

    All das aendert nichts an der Tatsache, dass moeglichst freies und nur vernuenftig eingeschraenktes Wirtschaften die groesstmoegliche Basis von Wohlstand bereitet. Was wir daraus machen, ist eine andere - politische - Sache.

    Her Toegel, lassen Sie sich nicht beirren, manche Menschen versuchen wieder und wieder ein eckiges statt rundes Rad zu erfinden.

    • socrates
      02. März 2015 22:22

      Ja wenn das Recht des Stärkeren gilt und das Freiheit bedeutet, "Bildung von Arten von Faustrecht, Recht des Staerkeren" dann hatten Hitler & Stalin dem Volk die Freiheit gebracht.

    • F.V. (kein Partner)
      03. März 2015 09:29

      Das sehr bemerkenswerte Buch von Thomas Piketty, „Das Kapital im 21. Jahrhundert“, untersucht anhand langfristiger historischer Reihen den Einfluß, die Bildung und Wandlung des Kapitals, seine Verteilung zwischen privatem und staatlichem, das Verhältnis des Anteils zur volkswirtschaftlichen Leistung zwischen Kapital und Arbeit, und vieles mehr.

      Dabei kommt Piketty auch immer wieder auf „Gesetze“ anderer Ökonomen zu sprechen, die aber oft ohne ausreichendes Datenmaterial diese formulieren oder über zu kurze Zeiträume reichten, um als „Gesetz“ Bestand zu haben.

      Was ihn auch interessiert, ist inwieweit die Verteilung des Kapitals zu sozialen Spannungen führt, oder wie sich die Staatsverschuldung in der Vergangenheit abbauen ließ bzw. welche Optionen dafür in Zukunft existieren. U.v.m.

      All diese Betrachtungen entwerfen ein völlig anderes Bild von der Wirtschaft und den tatsächlichen Möglichkeiten bzw. möglichen künftigen Entwicklungen.

      Sehr bemerkenswert ist seine Feststellung, daß der Anteil des Kapitals am Nationaleinkommen (~BIP) von 1970 – 2010 in den reichen Ländern (D, F, UK, USA, J, I, CDN, AUS) gestiegen ist, und er führt dies auch u. a. auf die bessere Verhandlungsposition des Kapitals gegenüber der Arbeit, die zwischenstaatliche Konkurrenz um Investitionen zurück und die größere Mobilität des Kapitals zurück. Letztere Effekte hätten sich in den letzten Jahrzehnten verstärkt und er hält es für möglich, daß sich dies in Zukunft fortsetzen wird.

      Er spricht auch von den vielfältigen Möglichkeiten des Kapitals die Arbeit zu substituieren.

      Ein Kapitel ist überschrieben: „Ist das Humankapital eine Illusion?“ – Fragezeichen!

      Piketty diskutiert dies, daß es durchaus die Ansichten gäbe, die Technologie hätte die Bedeutung des Humankapitals erhöht, usw. Aber er kommt gleich darauf zu sprechen, daß hier Vorsicht geboten sei. „Die feisten Aktionäre seien dank des technologischen Wandels durch eine Leistungselite ersetzt worden.“ Weist er al naiven Optimismus zurück und diskutiert dies unter dem Gesichtspunkt von Vermögen und Einkommen auf individueller Ebene.

      Was ich mit diesen knappen hinweisen sagen möchte: Die „alten“ Gesetze des Liberalismus sind nicht wirklich Gesetze im „physikalischen“ Sinn, sondern Vermutungen, die sich heute oft als ziemlich falsch erwiesen haben. Wir unterliegen offenbar anderen Kräften, als sie eine bestimmte Ideologie – die des Liberalismus und der „Großen Freiheit“ - als Dogma verkündet.

      Kein Mensch ist gegen einen fairen Wettbewerb, aber ebenso ist es ein Unding die Planung und Kooperation als falsches Paradigma zu dämonisieren. Hier im UTB ist freilich meist eine Diskussion der Blinden über die Farben im Gang, bzw. es verständigen sich jene, die wissen was Sache ist.

    • socrates
      03. März 2015 10:11

      F.V. (kein Partner)
      Einverstanden! ****************************************************************************************

    • Ökonomie-Vergelter
      03. März 2015 10:43

      @ F.V.:

      Eine Zivilisation ist umso wohlhabender, je mehr Güter sie hervorzubringen vermag. Die Masse der erzeugten Güter muss sich notgedrungen im Geldumlauf widerspiegeln. Das Kapital muss daher notgedrungen mit dem Wohlstand wachsen. Es handelt sich dabei um (Äquivalenzen von) Vorleistungen, die wiederum die Schaffenskraft beflügeln.

      Ihre nachfolgend wiedergegebene Rezeption fokussiert daher schlichtweg auf - pardon - Nonsens:

      Sehr bemerkenswert ist seine Feststellung, daß der Anteil des Kapitals am Nationaleinkommen (~BIP) von 1970 – 2010 in den reichen Ländern (D, F, UK, USA, J, I, CDN, AUS) gestiegen ist, und er führt dies auch u. a. auf die bessere Verhandlungsposition des Kapitals gegenüber der Arbeit, die zwischenstaatliche Konkurrenz um Investitionen zurück und die größere Mobilität des Kapitals zurück.

    • F.V. (kein Partner)
      03. März 2015 11:11

      Der Ökonomie-Vergeltsgott wird als wohl studierter Ökognom recht haben. Den „Nonsens“ habe ich – zwar verkürzt, aber ohne damit den Sinn zu entstellen – eins-zu-eins von Piketty übernommen. (S. 204), so scheint es, daß Piketty halt auch Unsinn geschrieben haben muß.

      Was mich in diesem Zusammenhang nur erstaunte war der Umstand, daß Piketty sich die Mühe machte die Datenreihen über lange Zeiträume zu analysieren, wobei der durchaus die Schwierigkeit erwähnte richtige, vollständige und weltweite Daten zu bekommen und zu interpretieren. Aber immerhin, er fängt nicht mit einem „Dogma“ an, sondern untersucht a. wie die Datenreihen zu interpretieren sind, und b. inwieweit frühere Erklärungen (= „Gesetze“) mit den Daten übereinstimmen.

      Ähnliches unternahm Martin und Lüftl in ihrem Büchlein „Formeln für den Staatsbankrott“. Auch sie untersuchten nicht die angeblichen oder tatsächlichen Ursachen für die (Staats-) Schulden und deren Anwachsen, sondern stellten nur die Zahlen über der Zeitachse fest – und daß sich hieraus eine Exponentialfunktion ergab. Der Rest war Mathematik ohne jede Dogmatik.

      Ich habe mich hier auch noch gar nicht geäußert, was aus den Ergebnissen Pikettys etwa für die europäische Schuldenkrise oder zu dem Ideen der Steuerreform abzuleiten wäre. – So wie es auf mich den Eindruck macht, wären es jedenfalls ganz andere Maßnahmen, als sie hier im UTB bequatscht werden.

    • F.V. (kein Partner)
      03. März 2015 11:12

      Korr:

      Seite 294

    • F.V. (kein Partner)
      03. März 2015 11:48

      Simplicissimus,

      Ihre Exegese der Freiheit gefällt mir nicht. Richtig interpretiert bedeutet Freiheit „Freiheit zu“ und nicht „Freiheit von“. Letzteres ist die heutige Libertinage.

      Auch die „Große Freiheit“ ist keine Freiheit im wahren Sinn, sondern totale Willkür, die Macht des Stärkeren. Sie war charakteristisch für das Meer, wo es keine „Amity Lines“ gab oder ein „Jus Publicum Europaeum“, das die Verhältnisse zwischen den Mächten regelte.

      Im Übrigen ist die Freiheit zwar ein hohes Ideal, ohne das wir uns das irdische Leben in unserer Kultur nicht vorstellen können, aber es ist nicht der oberste Wert. Dies vielleicht in liberalen Gesellschaften, also wo der Liberalismus als Dogma vorherrscht, aber im sittlichen Staat wäre der oberste Wert die Gerechtigkeit.

      Auch die Behauptung bezüglich der Marktwirtschaft und der „Planwirtschaft“ ist wohl mehr ein Dogma, als Ergebnis langer Erfahrung.

      In den USA – dem Land der Freiheit und Markwirtschaft – wurde mit dem Tennessee-Valley-Projekt versucht die Depression zu überwinden. Und dies war ein eher planwirtschaftliches, auf Kooperation und nicht Wettbewerb gegründetes Unternehmen.

      In Deutschland – dem „Dritten Reich“ – wurde die Weltwirtschaftskrise, die Blockade der Engländer, die mangelnde Kreditfähigkeit, die Milllionen-Arbeitslosigkeit, etc. mit eher planwirtschaftlichen Maßnahmen überwunden. Sie waren offenbar so erfolgreich, daß diese Maßnahmen in allen europäischen Ländern Nachahmer und Bewunderer fanden, die natürlich nach dem Krieg als Kollaborateure herunter gemacht wurden.

      Aber es gibt zahlreiche ernsthafte Stimmen, die die Ansicht vertreten, daß diese Wirtschaftspolitik einer der wesentlichen Gründe für den WK II war: die liberalen, anglo-amerikanischen Dogmatiker der heute herrschenden Wirtschaftsdoktrin konnten und wollten diese – erfolgreiche – Wirtschaftspolitik nicht zulassen. (So wie auch heute all jene mit Krieg und Mord überzogen werden, die den Dollar – und damit die Hegemonie der USA - in Frage stellen. Saddam Hussein war der erste, der dem Dollar den Totenschein ausstellte, was er mit dem Amt und Leben büßte. Heute geht es gegen Rußland – und die Shanghai-Organisation, die sich auch vom Dollar abkoppeln will, wie gehabt. Insofern ist die Lage ernst, was den „Dritten Durchgang“ betrifft.)

    • Andreas Tögel
      03. März 2015 13:31

      An die Adresse von F.V.:
      Daß im Dritten Reich durch den Einsatz planwirtschaftlicher Instrumente die "Krise überwunden" wurde, kann man so nicht stehenlassen.

      Wahr ist, daß mit Schulden eine Scheinblüte herbeigeführt wurde. Wie von Roosevelt in den USA, wurde eben auch von Hitler sozialfaschistische Politik betrieben. Ohne Krieg hat so etwas allerdings keine Zukunft. Im Fall Deutschlands ging es schon ab 1938 nicht mehr, ohne reiche Beute aus den besetzten Ländern einzufahren; Im Fall der USA nicht, ohne den Krieg zu gewinnen, und ihre Hegemonie anschließend über die halbe Welt auszudehnen. Das wirtschaftliche Niveau von vor 1929 konnten die USA (trotz oder wegen der Kriegswirtschaft)übrigens erst nach de Krieg wieder erringen! Soviel zum "Erfolg" der keynesianischen Politik F.D. Roosevelts. Kanonen zahlen eben nur dann Zinsen, wenn man sie ins Verdienen bringt. Und das haben die Amerikaner eben bis heute besser drauf als alle anderen...

      Mit Marktwirtschaft hat das aber genau gar nix zu tun, sondern lediglich mit nacktem Imperialismus. Allerdings ist einzuräumen, daß relativ liberale Ökonomien sich deshalb eine verhältnismäßig aggressivere Politik leisten können als Planwirtschaften, weil sie einfach produktiver sind und daher länger durchhalten können. Es ist kein Zufall, daß die USA seit 1945 in wesentlich mehr bewaffnete Konflikte verwickelt waren/sind als die UdSSR, China oder Russland. Sie haben einfach, dank ihrer effizienter organisierten Wirtschaft, mehr Geld dafür als ihre Rivalen...

      Ad Socrates: Marktwirtschaft bedeutet ja eben NICHT Krieg bis zum Untergang einer Seite. Sie bedeutet Wettbewerb zum langfristigen Vorteil aller Beteiligten - und das ist etwas völlig anderes. Eine produktivere und friedlichere Ordnung als eine marktbasierte hat die Menschheit bislang jedenfalls noch nicht hervorgebracht.

      Weshalb einige hier so große Angst vor der "Macht der Konzerne" haben, ist mir rätselhaft. CEOs von "mächtigen", multinationalen Konzernen pflegen weder bewaffnete Geheimdienste zu unterhalten (mit denen sie unentwegt harmlose Zivilisten bespitzeln), noch Kriege zu erklären und Leichenberge zu produzieren. Das bleibt allein nichtsnutzigen Banditen in den Staatskanzleien vorbehalten - gleich ob die demokratisch gewählt wurden oder nicht...

    • socrates
      03. März 2015 22:26

      Andreas Tögel
      Für die Produktion der Militär Kleidung wurden die Feuerland Indianer per Kopfgeld ausgerottet.
      Der Regenwald wird gerade abgeholzt und die Eingeborenen getötet. Dann werden und wurden die Starken reich und mächtig.
      Der Kosovo hat, auf kleinem Gebiet, die meisten Bodenschätze in Europa. Deshalb wurde er von Serbien mit Gewalt abgetrennt und die mittellosen Kosowaren werden von ihrem reiche Land vertrieben.
      Die Ukraine hat auf großem Gebiet die meisten Bodenschätze in Europa.
      Die erfolgreichen,starken, liberalen Wirtschaften erobern die Bodenschätze und vertreiben die Bürger, denen es gehörte.
      Das beschreibt schon Thukydides im Peloponnesischen Krieg.
      Es führte jedesmal zu Armut und einer Katastrophe. F.V. hat recht!

    • Ökonomie-Vergelter
      03. März 2015 22:39

      @ F.V.:

      Da das Kapital mit zunehmenden Wohlstand und Güterreichtum zwangsläufig anwächst (siehe dazu mein voriger Beitrag), braucht es keine Datenreihen, um zu belegen, dass in einer Gesellschaft, die sich zu Eigentum bekennt, auch die Kapitaleinkünfte zwangsläufig überproportional anwachsen müssen.

      Natürlich können in totalitären Gesellschaften Vorleistungen nicht nur über das Kapital einer - per se - gemeinnützigen Wirtschaftsentwicklung zugeführt werden, doch erweist sich stets, dass der Politfunktionär der schlechtere Mittelzuteiler ist als der - relativ - freie Kapitalmarkt.

      Wenn Sie von der Wirtschaftspolitik des dritten Reiches schwärmen (zu Ihren Gunsten einmal angenommen ohne KZ-Arbeit etc), so gebe ich ergänzend zu Tögel zu bedenken, dass zufolge einer Studie (s WIKIPEDIA, "Wirtschaft im Dritten Reich")der Lebensstandard der Deutschen in 1938 trotz 50 %igen Wachstums ab Hitlers Machtergreifung nur halb so hoch war wie jener der US-Bürger, und dass dem Reich die Verlegenheit erspart blieb, die Schulden zurückzuzahlen bzw den Staatsbankrott zu erklären (wegen frühzeitigen Verscheidens).

    • simplicissimus
      04. März 2015 09:53

      Ich meine, die Planwirtschaftversteher werfen hier einiges durcheinander. Richtig ist, dass gute Planung prinzipiell Effizienz steigern hilft, solange die Planung auch umgesetzt werden kann. Planungen, die jedoch nicht umgesetzt werden koennen, weil sie die Entscheidungsspielraeume, sprich die wahren Beduerfnisse von Buergern ignorieren oder simpel und einfach anderen ihre Entscheidungen aufzwingen wollen, sind jedoch fast immer schlechte Planungen, weil es zu keiner oder ineffizienter Umsetzung kommt. Und in komplexen Volkswirtschaften sind solche Planungen langfristig dem freien Spiel von Anbot und Nachfrage bis heute unterlegen, oder gibt es da ernsthafte wissenschaftliche Untersuchungen, die das widerlegen? Planwirtschaften reagieren zu langsam und verschwenden zuviele Ressourcen ehe sie gegensteuern. Der Zusammenbruch sovieler kommunistischer Wirtschaften ist nicht Beweis genug? Das heisst nicht, dass man gar nicht planen sollte, zB den Umgang mit sehr knappen Ressourcen. Aber meist regelt der Preis die Nachfrage, Planungen wirken meist stoerend und verzerrend, denn meist wird die menschliche Natur in ihrer Reaktion auf Angebot und Preis falsch interpretiert bzw kann niemand die Entwicklung von Substituten oder neuen Technologien und deren Auswirkungen wirklich planen.

      Wobei wir bei der "Freiheit" waeren. Wenn ich F.V. richtig verstanden habe, gibt es fuer ihn eine Freiheit etwas zu tun aus einer Verbotssituation heraus und eine Freiheit von allen Verboten. Wenn meine Interpretation seiner Gedanken richtig ist, dann ist die natuerliche Freiheit die Freiheit von allen Verboten, begrenzt nur durch die Natur. Selbstverstaendlich spielt da das Faustrecht eine Rolle. Staerkere und Geschicktere ueberleben besser usw. Diese natuerliche Freiheit existiert und dominiert sowieso, egal welches kuenstliche System man drueber zu stuelpen versucht. Nur eine Flucht aus der Natur wuerde da Abhilfe schaffen, viel Glueck beim Versuch! Die kuenstlich aufgesetzte Freiheit etwas zu tun resultiert immer aus menschlichen Ordnungssystemen mit allen ihren Staerken Schwaechen, mit allen ihren Fehlern, Auslassungen, Ueber- und Unterbewertungen. Und da frage ich mich, fuer welches Ordnungssystem soll man sich entscheiden? Fuer ein rein staatliches aufgeklaertes fuer Atheisten (wie sieht das aus?), fuer ein christliches (katholisch, protestantisch, orthodox?), fuer ein muslimisches (Sunna oder Schia?), fuer ein juedisches, konfuzianisches? Fuer ein kommunistisches, nationalsozialistisches, kapitalistisches?
      Wir haben uns, in der natuerlichen Freiheit von allem fuer ein Freiheitssubsystem zu etwas aus einer Mischung von Kapitalismus und Sozialismus entschieden, indem die Reigion eine untergeordnete Rolle spielt. Noch, denn Aenderungen sind im Gang.

      Daher, wiederholt: Eine "freie" Marktwirtschaft ist Planwirtschaft ueberlegen. Die natuerliche Freiheit von Verboten schafft umso staerkere Ausnutzungsmoeglichkeiten durch Starke und Geschickte, je effizienter eine Wirtschaft ist, so wie es heute etwa amerikanische Kapitalisten fuer sich in Anspruch nehmen. Dieser Herausforderung muessen wir uns stellen und sie nicht weinerlich beklagen. Denn die Alternative heisst weniger fuer alle, vom Butterbrot bis zur Machtposition.

    • F.V. (kein Partner)
      04. März 2015 10:06

      Ein besonders Schlauer hat Unterberger geraten nicht mehr Rußland/Putin zu thematisieren, weil offenbar die Diskussion von „den anderen“ beherrscht würde. Also das Ver- bzw. Totschweigen die „bessere“ Strategie wäre.

      Das gilt in ähnlicher Weise für eine Diskussion der wirtschaftspolitischen Verhältnisse in Deutschland zwischen 33 und 45. Verschärft nur dadurch, daß hier ein echtes Tabu herrscht und jeder Verstoß dagegen mit der Faschismuskeule geahndet wird.

      Ö-V tut dies auf subtile Weise, indem er mir zugesteht die Wirtschaftspolitik ohne KZ-Zwangsarbeit betrachtet zu haben, womit er aber dennoch auf ein Übel hinweist und von dem von mir Gesagten „ablenkt“ – und diffamiert.

      Was die Schulden betrifft, so waren diese Folge der irrsinnigen Reparationszahlungen nach Versailles, die angeblich erst in diesen Tagen ihr Ende fanden und der – von Wallstreet herbeigeführten – Weltwirtschaftskrise. Ob sie die heutigen Ausmaße (mitten im „Frieden“) erreicht haben, entzieht sich meiner Kenntnis, aber es scheint, daß die Mefo-Wechsel eher nur im Umfang der tatsächlichen Wirtschaftsleistung eingesetzt wurden (was heute mit dem fiat money wohl längst nicht mehr so ist).

      Tögel ist hier etwas unverschämter, als er gleich Raubzüge („reiche Beute“) der deutschen „sozialfaschistischen“ Wirtschaftspolitik unterstellt. Damit ist sozusagen das Ende der Debatte inappelabel erklärt.

      Nichts desto weniger interessierte mich doch, wie und mit welchen wirtschaftspolitischen Maßnahmen es einem am Boden liegenden Land möglich war einen derartigen Aufstieg in so kurzer Zeit zu schaffen, daß ab 38/39 die mächtigsten Staaten der Welt – darunter die überhaupt nicht angreifbare USA - sechs Jahre benötigten um Deutschland niederzuringen.

      Ich glaube Goethe sagte:

      Ich kann mich nicht bereden lassen,
      macht mir den Teufel nur nicht klein:
      Ein Kerl, den alle Menschen hassen,
      der muß was sein!

      Und deshalb schien es mir mehr als gerechtfertigt die Wirtschaftspolitik dieser Zeit etwas näher anzusehen.

      Wir haben erlebt, wie schwierig und lange die Eingliederung der ehemaligen DDR in die BRD war, und daß dabei eine De-Industrialisierung und Plünderung der Assets unter der „Treuhand“ stattfand.

      Wieviel schwieriger mußte die Eingliederung der Volkswirtschaften jener – feindlichen - Länder gewesen sein, die im Laufe des Kriegs unter deutscher militärischer (Besatzungs-) Macht standen. Das militär-strategische Problem mußte dabei die weitere ungestörte Versorgung der dortigen Bevölkerung sein – und war es auch. Der (mir im Augenblick nicht greifbaren) Literatur entnahm ich, daß, anders als Tögel behauptet, ein Netto-Zufluß an Gütern aus Deutschland dafür nötig war und mitnichten „reiche Beute“.

      Wer sich darüber näher informieren möchte, dem seien die Memoiren Hans Kehrls empfohlen. (H. K., Krisenmanager im 3. Reich, Oldenburg, 1973; http://www.jstor.org/discover/10.2307/27619281?sid=21106014588513&uid=4&uid=2129&uid=3737528&uid=70&uid=2 )

    • socrates
      04. März 2015 10:26

      F.V.
      Einer der ersten Mitarbeiter des WIFO, in den 70ern, jetzt Uni. Prof., besuchte in Harvard Seminare über die hervorragende Wirtschaftspolitik unter Schicklgruber. .........

    • socrates
      04. März 2015 10:39

      Tögel, Simplicissimus
      http://www.merkinvestments.com/insights/2015/2015-03-03.php?utm_source=merk&utm_medium=link&utm_campaign=merk-campaign
      Zimbabwe, das an Bodenschätzen reichste Land Afrikas, hat ein BIP~ 0.
      Das ist der Vorteil Beider, den Sie beide beschreiben?

    • J.Scheiber (kein Partner)
      04. März 2015 10:56

      Lieber simplicissimus, ich zitiere sie " ...Planungen, die jedoch nicht umgesetzt werden koennen, weil sie die Entscheidungsspielraeume, sprich die wahren Beduerfnisse von Buergern ignorieren oder simpel und einfach anderen ihre Entscheidungen aufzwingen wollen, sind jedoch fast immer schlechte Planungen, weil es zu keiner oder ineffizienter Umsetzung kommt."

      und sage dazu nur; MOMSANTO

      Niemand will den Gen-Mutanten-Fraß, er wird uns aufgezwungen. Und nicht nur Gen-Fraß bringen uns die Konzerne konzertiert, sondern auch Multikulti, Gendergaga und Verarmung durch Steuerbetrug zB im System Luxemburg.

      Die Anbetung des Götzen Freier Markt führt nicht nur in den USA, sondern immer und überall zu jener Katastrophe wie wir sie jetzt in unserer Wirtschaft erleben.
      Liberalismus 2015 = Kommunismus 1985, also vor dem Exodus. Der Kommunismus ist allerdings progressiver, weil er früher untergegangen ist.

      Hegel hat vom armen und vom reichen Pöbel gesprochen. Der reiche Pöbel bricht und zertört Recht - Naturrecht und gesetztes Recht - mittels Geld. Der Kapitalismus ist weltweite Pöbelherrschaft, mittlerweile nur noch aufrecht erhalten durch nackte Waffengewalt.

    • F.V. (kein Partner)
      04. März 2015 11:00

      Simplicissimus,

      offenbar haben Sie mich mißverstanden.

      Bzw. gehen Sie von Grundlagen aus, die m.A. falsch sind.

      Nicht die Natur (vor allem) begrenzt uns, sondern, da wir vernunftbegabte Menschen sind, das Naturrecht (also die uns gegebene (= christliche) Religion).

      Sie führen wohl rhetorisch andere Religionen auch an, aber nun ist es einmal so, daß die abendländische Hochkultur u. a. auf dem (katholischen) Christentum beruht. Abgesehen davon, daß ein „Ausstieg“ nicht wirklich geht, hätte er die unausweichliche Folge, daß damit unsere Kultur unterginge. – Wollen wir das? Wir sind in diese Kultur hineingeboren, wie man auch in seine Familie hineingeboren ist. „Aussteiger“ sind Dummköpfe, Versager, oder sonst was.

      Romig hat übrigens auch schon darauf hingewiesen, daß es nicht nur das Ökonomische Kalkül gibt, um den wirklichen Zustand einer Gesellschaft zu beurteilen, sondern eine Fülle anderer „Ingredienzien“, ohne die wir nur „Konsumenten“ oderf Zombies – aber keine selbstbewußten Menschen wären.

    • Ökonomie-Vergelter
      04. März 2015 13:35

      @ F.V.

      Ö-V tut dies auf subtile Weise, indem er mir zugesteht die Wirtschaftspolitik ohne KZ-Zwangsarbeit betrachtet zu haben, womit er aber dennoch auf ein Übel hinweist und von dem von mir Gesagten „ablenkt“ – und diffamiert.

      Leider diffamieren Sie selber, mein "Bester", denn ich habe nichts dagegen, dass die Wirtschaftspolitik des Dritten Reiches erörtert und sachlich/ökonomisch bewertet wird, und nichts stößt mich mehr ab, als Leute, die moralische Wertungen und Fakten nicht auseinanderhalten können/wollen.

      Es ist freilich eine Tatsache, dass ein Teil der ökonomischen Wiederbelebung unter der NS-Herrschaft Zwangsarbeit und Arbeitsdienst geschuldet war, sowie der Plünderung der Goldreserven der österr. und der tschechischen Nationalbank. Über die Gewichtung mag man selbstverständlich debattieren können ...

      Und es wird mir wohl noch gestattet sein, darauf hinzuweisen, dass es mir nicht um die Versailles-Schulden ("Reparationen", wie gerechtfertigt auch immer) ging, sondern um die zusätzlich aufgehäuften Schulden _nach_ Einstellung dieser Reparationszahlungen.

    • Andreas Tögel
      04. März 2015 16:38

      Verehrter F.V.,
      mein Einwand gegen Ihren Beitrag zur Wirtschaftspolitik der Nationalsozialisten hat mit einem Einsatz der Faschismuskeule nicht das Geringste zu tun. Der Punkt ist: Eine Planwirtschaft ist einfach nicht effizient (schlagen Sie z. B. nach bei Mises´ "Gemeinwirtschaft"). Und ob nun ein Fünf- oder ein Vierjahresplan zugrunde liegt, spielt keine Rolle.
      Faktisch war das Reich bereits Mitte 1938 konkursreif. Das Gold der OeNB kam da gerade recht. Ich empfehle zum Thema "anständige Wirtschaftspolitik im Dritten Reich" die Lektüre dieses Buches: http://www.amazon.de/Hitlers-Volksstaat-Rassenkrieg-nationaler-Sozialismus/dp/359615863X/ref=sr_1_1/279-6474545-6784067?ie=UTF8&qid=1425482645&sr=8-1&keywords=hitlers+volksstaat Ohne die planmäßige Ausplünderung der besetzten Staaten, wäre die Show recht bald zu Ende gewesen.

      Daß Deutschland sich so lange gegen einen überlegenen Feind halten konnte, hatte zweifellos mit einer (anfangs) überlegenen Strategie, genialen Feldherren (z. B Guderian oder Manstein) und hervorragend ausgebildeten und motivierten Soldaten zu tun. Ganz sicher aber nicht mit einer überlegenen Ökonomie.

      Von "wirtschaftlichem Aufstieg" dank Hitler kann gar keine Rede sein. Allerdings wurde die Zeche erst nach dem Krieg fällig, als die von den Nationalsozialisten ausgestellten Wechsel platzten. Die während des Krieges überdecke Inflation manifestierte sich auf einen Schlag mit der Währungsreform 1948, als sich alle bestehenden Geldvermögen in Luft auflösten und bis dahin unbelasteter Grundbesitz plötzlich mit Zwangshypotheken belastet wurde...

      Sie können es drehen und wenden wie Sie wollen: Wo Sozialismus draufsteht, ist Scheiße drin, wurscht ob er braun, rot oder grün fluorisziert...

  6. F.V. (kein Partner)
    • F.V. (kein Partner)
      02. März 2015 12:13

      Was den Physikern bisher nicht gelungen ist, eine Weltformel zu finden, die alles erklärt, hat für die Wirtschaft die Heritage Foundation geschafft: mit einer einzigen Zahl den wirtschaftlichen Zustand zu beschreiben.

      Collector hat richtig resümiert, was die (Er-)Folge(n) dieser Maximen sind. Die EUdSSR ist gerade am besten Weg dorthin.

      Die ganzen Annahmen/Voraussetzungen der zugrundeliegenden Wirtschaftstheorie stimmen ja in keinem Fall. Um das zu verstehen sei die Lektüre von Romigs „Ideologische Elemente der neoklassischen Theorie“ empfohlen.

      Was sagen auch diese Kennziffern/Rangfolgen aus, wenn manche Konzerne viel größer sind als zahlreiche Volkswirtschaften? – Und operieren etwa die transnationalen, „virtual enterprises“ nicht planwirtschaftlich? Oder glaubt jemand im Ernst, daß die vielfach vernetzten, miteinender kooperierenden Konzerne bei ERT, Bilderberg, WEF, etc. nur small talk betreiben?

      Als Soldschreiber der Macht erwarb sich Samuel HUNTINGTON erste Verdienste mit seiner Modernisierungstheorie(1), in der er „demokratische Willensbildung als für eine ökonomische Aufholjagd hinderlich und kontraproduktiv hinstellte.

      Autoritäre Staatssysteme könnten dagegen – so seine Schlußfolgerung – jenes Maß an politischer Stabilität und Ordnung garantieren, die für eine Modernisierung vonnöten sei.“ Damit wurde und wird eine politische Rechtfertigung geliefert, wenn die „Hüter der Demokratie und Menschenrechte“ mit den übelsten Diktaturen, Drogen-Kartellen, etc. Geschäfte machten; Hauptsache es war 'anti-kommunistisch', in den Hochzeiten des Kalten Krieges ein Gütesiegel bester Prägung.

      In den siebziger Jahren erforscht HUNTINGTON, gefördert von der 1973 gegründeten "Trilateral Commission"(2), die Gründe der politischen Krise der Demokratie in den Industriegesellschaften im allgemeinen und den USA im besonderen. Erkennbar ist auch hier wieder die langfristige Planung der Neo-Cons, wenn es um die Etablierung „ideologischen Einheitsdenkens“ geht, das die „globale ökonomische Ausbeutung legitimieren soll.“

      Hier finden sich bereits jene Formulierungen, die viel später im Clash of Civilisations zur vollen Entfaltung kommen, „denn er warnt dort vor den für die USA negativen Auswirkungen eines `relativen Abschwunges des amerikanischen Einflusses in weltpolitischen Angelegenheiten´“. Damit ist er bei seinem Thema, das übrigens in der gegenwärtigen Gesetzgebung – genauer gesagt den „Executive Orders“ zum nationalen Notstand – ihren politisch wirkmächtigen Höhepunkt gefunden hat.
      „Die Gründe für einen relativen Machtverlust der USA liegen - für HUNTINGTON - in der Demokratie selbst, d. h. in ihrer – die US-Vorherrschaft gefährdende – politischen Instabilität (`democratic distemper´)“.(3)

      KURZ gesagt: Zentralismus, planwirtschaftliches Vorgehen, Executive Ordres.

      (1) Samuel P. HUNTINGTON Political Order in Changing Societies (Politische Ordnung in sich ändernden Gesellschaften) New Haven/Londen 1968.

      (2) Privatpersonen aus West-Europa, Japan und Nord-Amerika, um eine engere Zusammenarbeit diesen drei Regionen auf dem Gebiet gemeinsamer Probleme zu pflegen (...) und engere Zusammenarbeit zu praktizieren - Direktor der Trilateral Commission (TC): Zbigniew BRZEZINSKI, der ehemalige Sicherheitsberater von US-Präsident Jimmy CARTER.
      Siehe auch: Michel J. CROZIER; Samuel P. HUNTINGTON; Joji WATANUKI The Crisis of Democracy (Die Krise der Demokratie) New York 1975.

      (3) vgl. ebenda, S.106

    • socrates
      03. März 2015 10:14

      F.V. (kein Partner)
      Als Physiker: ****************************************************************************

  7. Ausnahmsweise (kein Partner)
    01. März 2015 10:15

    Danke Hr. Tögel für Ihre Beiträge! Es sind ja leider nur wenige, die die Mühen der Freiheit auf sich nehmen - aber ein Leben auf Kosten der anderen, wie es die Schreiber der seltsamen Beiträge hier gerne hätten, ist eben verlockend. So verlockend wie Drogen für Süchtige eben sind.
    Würden diese auch nur ein Argument bringen, dann könnte man ja in eine inhaltliche Diskussion starten. Ist aber augenscheinlich nicht gewünscht. Warum wohl?

    • F.V. (kein Partner)
      04. März 2015 10:18

      Ausnahmsweise,

      gehe ich auf Ihre impertinente Unterstellung ein. Diejenigen, die hier den Tögelschen Ansichten widersprechen, sind, soweit sie mir bekannt sind, alle bestens ausgewiesene Persönlichkeiten, die lebenslang in führenden Positionen mehr als nur den 8-Stundentag heruntergespult, und sich nicht im sozialen Netz breit gemacht haben.

      Hätten Sie etwas mehr Verstand, dann könnten Sie vielleicht auch der Diskussion folgen und die – wegen der Kürze – nur angedeuteten Einwände auch verstehen. Aber vermutlich wissen Sie nicht einmal wovon die Rede ist.

  8. cicero
    27. Februar 2015 15:00

    Privatisierung über alles? Wie Agrarmultis den fruchtbaren Boden der Ukraine aufkaufen
    Die Ukraine einst Kornkammer der Sowjetunion steht vor einem massiven Umbau ihrer Agrarstruktur. Multinationale Agrarkonzernen, gefördert mit EU-Subventionen, haben bereits einen Großteil des fruchtbaren Landes aufgekauft und kontrollieren bereits 17 Millionen Hektar. Dies ergab eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion an die Bundesregierung. Das EU-Assoziierungsabkommens macht zudem den Weg frei für gentechnisch verändertes Saatgut. Monsanto freut sich.
    So hat die Bundesregierung in einer Antwort auf eine Anfrage der Linkspartei den Verdacht bestätigt, dass ukrainische und internationale Agrar-Großkonzerne für ihr sogennantes Landgrabbing (die illegale Aneignung von Land durch Großkonzerne) in der Ukraine EU-Subventionen und Kredite erhalten. Ukrainische Oligarchen und internationale Saatgut-Konzerne erhalten damit die Chance, sich in großem Stil ertragreiche Flächen anzueignen, im Gegenzug erhält die Regierung in Kiew internationale Kredite.

    In der Kleinen Anfrage der Linksfraktion, initiiert vom Bundestagsabgeordneten Niema Movassat, wird diese Praxis wie folgt beschrieben:

    „Im Schatten der Ukraine-Krise ist hier ein besorgniserregender Transfer von Land an ukrainische Oligarchen, aber auch westliche, börsennotierte Agrarunternehmen sowie nichtwestliche Staaten zu beobachten. Die Ukraine galt in der Vergangenheit als die Kornkammer der Sowjetunion und ist wegen ihres beträchtlichen Vorkommens von Schwarzerde als besonders fruchtbar und produktiv bekannt. Mit 32 Millionen Hektar Anbaufläche verfügt die Ukraine über doppelt so viel landwirtschaftlich nutzbare Fläche wie Deutschland. Ukrainische und ausländische Agroholdings kontrollieren bereits etwa die Hälfte des ukrainischen Agrarlandes, das sind ca. 17 Millionen Hektar. Die Verpächter erzielen aufgrund der noch niedrigen Pachtpreise nur geringe Einkommen und werden teilweise sogar nur in Naturalien bezahlt.“

    Die Ukraine, so befürchtet die Linksfraktion, könnte zudem Saatgutproduzenten wie Monsanto und DuPont als Versuchskaninchen für den Ausbau der Biotechnologie und der Produktion gentechnisch veränderter Organismen (GVO) in den Rachen geworfen werden. Deshalb habe Monsanto alleine im vorangegangenen Jahr 140 Mio. US-Dollar investiert, um das Potenzial für die künftige Produktion zu steigern.
    In der EU haben Konzerne, die mit solchen Technologien experimentieren, einen extrem schweren Stand, da es sehr entschiedenen zivilgesellschaftlichen Widerstand gegen umstrittene Experimente in der Nahrungsmittel- und Agrarproduktion gibt. Immer wieder mussten Konzerne ihre Versuchsreihen ergebnislos abbrechen, weil der Gegenwind aus der Bevölkerung zu groß war oder die Politik auf Druck von Umweltverbänden die Bestimmungen verschärfte.
    In der Ukraine hingegen finden die Agrarkonzerne fast ideale Voraussetzungen vor: Reichlich Ackerland, günstige Konditionen und eine zwar immer noch unfähige und korrupte Regierung, aber mittlerweile wenigstens eine, die sich bereitwillig die Hand vorhält, wenn die westlichen Herren husten und die, wie man beispielsweise am Donnerstag anlässlich der Proteste vor der Zentralbank sehen konnte, jederzeit bereit ist, zivilgesellschaftlichen Widerstand notfalls mit harter Hand niederzuknüppeln.
    Allerdings sollen auch deutsche Firmen diesmal ihren Anteil am „Landgrabbing“ haben. So heißt es in der Anfragebegründung weiter:
    In ihrer Anfrage ging die Die Linke auch auf die Vorteile ein, die das „Landgrabbing“ für deutsche Firmen so interessant macht.
    „Zu den deutschen Unternehmen, die vom Landgrabbing in Osteuropa profitieren, gehört z.B. die im Jahr 2007 gegründete AGRARIUS AG mit Sitz in Bad Homburg, die „Investition in Ackerland“ und Dienstleistungen rund um den Landkauf anbietet. In Hamburg lockt die germanagrar CEE GmbH mit Renditen um 100 Prozent für den „interessantesten Agrarmarkt der Welt“, und die KTG Agrar SE, ebenfalls in Hamburg ansässig, wirbt mit Bioprodukten, weil diese eine deutlich höhere Gewinnspanne versprechen.“

    Gegenüber der Nachrichtenagentur Sputnik erläuterte Movassat die Folgen des Landgrabbings für ukrainische Kleinbauern:
    „Im Schatten des Krieges findet ein massiver Ausverkauf statt“, so der Abgeordnete. „Er wird im Interesse von ukrainischen Oligarchen und von internationalen Agrarkonzernen durchgeführt. Die verdienen daran viele Milliarden, aber die Kleinbauern zum Beispiel verlieren ihr Land und werden auf dem Land, das ihnen vorher gehört hatte, schon als billige Arbeitskraft wieder eingestellt.“
    Die Bundesregierung teilte nun im Zuge der Beantwortung der Anfrage mit, dass die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) im Jahr 2014 an insgesamt 131 ukrainische und 55 internationale Agroholdings Kredite vergeben hätte. Ein nicht unerheblicher Teil davon hänge mit der Förderung des Rapsanbaus für Agrotreibstoffe zusammen.
    Auf die Frage der Linksfraktion, ob auch die die Agrarkonzerne DuPont und Monsanto KfW-Kredite für ihre Operationen in der Ukraine erhalten würde, blieb Berlin wortkarg. Die Veröffentlichung von Informationen zur Kreditvergabe durch die KfW Bankengruppe berühre Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse der betroffenen Unternehmen, hieß es seitens der Bundesregierung.

    Die Kleinbauern ohne Land waren die Unterstützer der Kommunistischen Revolution. Jetzt werden sie wieder geschaffen und um 37,89€ p.m. angestellt. So erzeugt man Kommunismus:"Privatisierung über alles? Wie Agrarmultis den fruchtbaren Boden der Ukraine aufkaufen
    Die Ukraine einst Kornkammer der Sowjetunion steht vor einem massiven Umbau ihrer Agrarstruktur. Multinationale Agrarkonzernen, gefördert mit EU-Subventionen, haben bereits einen Großteil des fruchtbaren Landes aufgekauft und kontrollieren bereits 17 Millionen Hektar. Dies ergab eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion an die Bundesregierung. Das EU-Assoziierungsabkommens macht zudem den Weg frei für gentechnisch verändertes Saatgut. Monsanto freut sich.

    Wie die Ukraine der Agrarmafia in den Rachen geworfen wird
    Quelle: Martin Fisch/CC BY-SA 2.0
    So hat die Bundesregierung in einer Antwort auf eine Anfrage der Linkspartei den Verdacht bestätigt, dass ukrainische und internationale Agrar-Großkonzerne für ihr sogennantes Landgrabbing (die illegale Aneignung von Land durch Großkonzerne) in der Ukraine EU-Subventionen und Kredite erhalten. Ukrainische Oligarchen und internationale Saatgut-Konzerne erhalten damit die Chance, sich in großem Stil ertragreiche Flächen anzueignen, im Gegenzug erhält die Regierung in Kiew internationale Kredite.

    Ukraine eröffnet neue Kriegsfront und gründet „Internetarmee“
    Ukraine eröffnet neue Kriegsfront und gründet „Internetarmee“
    In der Kleinen Anfrage der Linksfraktion, initiiert vom Bundestagsabgeordneten Niema Movassat, wird diese Praxis wie folgt beschrieben:

    „Im Schatten der Ukraine-Krise ist hier ein besorgniserregender Transfer von Land an ukrainische Oligarchen, aber auch westliche, börsennotierte Agrarunternehmen sowie nichtwestliche Staaten zu beobachten. Die Ukraine galt in der Vergangenheit als die Kornkammer der Sowjetunion und ist wegen ihres beträchtlichen Vorkommens von Schwarzerde als besonders fruchtbar und produktiv bekannt. Mit 32 Millionen Hektar Anbaufläche verfügt die Ukraine über doppelt so viel landwirtschaftlich nutzbare Fläche wie Deutschland. Ukrainische und ausländische Agroholdings kontrollieren bereits etwa die Hälfte des ukrainischen Agrarlandes, das sind ca. 17 Millionen Hektar. Die Verpächter erzielen aufgrund der noch niedrigen Pachtpreise nur geringe Einkommen und werden teilweise sogar nur in Naturalien bezahlt.“

    Die Ukraine, so befürchtet die Linksfraktion, könnte zudem Saatgutproduzenten wie Monsanto und DuPont als Versuchskaninchen für den Ausbau der Biotechnologie und der Produktion gentechnisch veränderter Organismen (GVO) in den Rachen geworfen werden. Deshalb habe Monsanto alleine im vorangegangenen Jahr 140 Mio. US-Dollar investiert, um das Potenzial für die künftige Produktion zu steigern.

    Ukraine im Waffenrausch? – Kiew bettelt in Abu Dhabi auch um Kriegsgerät direkt aus Washington
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    In der EU haben Konzerne, die mit solchen Technologien experimentieren, einen extrem schweren Stand, da es sehr entschiedenen zivilgesellschaftlichen Widerstand gegen umstrittene Experimente in der Nahrungsmittel- und Agrarproduktion gibt. Immer wieder mussten Konzerne ihre Versuchsreihen ergebnislos abbrechen, weil der Gegenwind aus der Bevölkerung zu groß war oder die Politik auf Druck von Umweltverbänden die Bestimmungen verschärfte.

    In der Ukraine hingegen finden die Agrarkonzerne fast ideale Voraussetzungen vor: Reichlich Ackerland, günstige Konditionen und eine zwar immer noch unfähige und korrupte Regierung, aber mittlerweile wenigstens eine, die sich bereitwillig die Hand vorhält, wenn die westlichen Herren husten und die, wie man beispielsweise am Donnerstag anlässlich der Proteste vor der Zentralbank sehen konnte, jederzeit bereit ist, zivilgesellschaftlichen Widerstand notfalls mit harter Hand niederzuknüppeln.

    Allerdings sollen auch deutsche Firmen diesmal ihren Anteil am „Landgrabbing“ haben. So heißt es in der Anfragebegründung weiter:

    In ihrer Anfrage ging die Die Linke auch auf die Vorteile ein, die das „Landgrabbing“ für deutsche Firmen so interessant macht.

    „Zu den deutschen Unternehmen, die vom Landgrabbing in Osteuropa profitieren, gehört z.B. die im Jahr 2007 gegründete AGRARIUS AG mit Sitz in Bad Homburg, die „Investition in Ackerland“ und Dienstleistungen rund um den Landkauf anbietet. In Hamburg lockt die germanagrar CEE GmbH mit Renditen um 100 Prozent für den „interessantesten Agrarmarkt der Welt“, und die KTG Agrar SE, ebenfalls in Hamburg ansässig, wirbt mit Bioprodukten, weil diese eine deutlich höhere Gewinnspanne versprechen.“

    Gegenüber der Nachrichtenagentur Sputnik erläuterte Movassat die Folgen des Landgrabbings für ukrainische Kleinbauern:

    „Im Schatten des Krieges findet ein massiver Ausverkauf statt“, so der Abgeordnete. „Er wird im Interesse von ukrainischen Oligarchen und von internationalen Agrarkonzernen durchgeführt. Die verdienen daran viele Milliarden, aber die Kleinbauern zum Beispiel verlieren ihr Land und werden auf dem Land, das ihnen vorher gehört hatte, schon als billige Arbeitskraft wieder eingestellt.“

    Die Bundesregierung teilte nun im Zuge der Beantwortung der Anfrage mit, dass die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) im Jahr 2014 an insgesamt 131 ukrainische und 55 internationale Agroholdings Kredite vergeben hätte. Ein nicht unerheblicher Teil davon hänge mit der Förderung des Rapsanbaus für Agrotreibstoffe zusammen.

    Auf die Frage der Linksfraktion, ob auch die die Agrarkonzerne DuPont und Monsanto KfW-Kredite für ihre Operationen in der Ukraine erhalten würde, blieb Berlin wortkarg. Die Veröffentlichung von Informationen zur Kreditvergabe durch die KfW Bankengruppe berühre Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse der betroffenen Unternehmen, hieß es seitens der Bundesregierung. "Ihr habt nichts zu verlieren als euere Ketten"

    • Lot
      28. Februar 2015 11:13

      Freie Bahn den Heuschrecken!

      Wie lange müssen wir Blogabonennten noch in Tögel-Mist herumstochern?

    • simplicissimus
      28. Februar 2015 12:20

      Ichy bin froh, dass es diesen "mist" gibt. Toegel hat Recht, die Kritiker hier verdrehen Dinge. Dazu spaeter.

    • Andreas Tögel
      01. März 2015 09:03

      Verehrte/r/s Lot, haben Sie in den Nutzungsbedingungen zu diesem Forum eine Klausel gefunden, die Sie zur Lektüre meiner Beiträge verpflichtet? Wenn nicht, dann klicken Sie sie doch einfach nicht an und lesen Sie stattdessen ein Buch von Jean Ziegler. Da werden Sie geholfen...
      Submissest der Ihre,
      A. Tögel

    • cicero
      02. März 2015 12:04

      Zensur ist Ihre Methode

    • cicero
    • Andreas Tögel
      02. März 2015 16:02

      Cicero hat seit der Antike offensichtlich gewaltig nachgelassen. Wo würde ich was zensurieren? Wie sollte ich das denn Ihrer Meinung nach anstellen?!

      Das Einstellen des Links zur Heritage Foundation ist übrigens auch ein Gustostückerl. Wenn man in der Sache keine Argumente hat, dann muß man halt mit Assoziationen arbeiten (besonders die Linken haben in dieser Disziplin eine wahre Meisterschaft entwickelt): Uijegerl, die haben ja einst den pöhsen Reagan und nicht die kreuzbraven Demokraten unterstützt. Na, dann kann ja an dem "Index" auch nix dran sein, oder? Brillant - und so schlüssig!

      Sei´s drum: Auch wenn´s dem O. Spann-Fanclub hier im Forum nicht gefallen mag: Wirtschaftliche (nicht politische!) Freiheit korreliert mit materiellem Wohlstand. Der Traum von der autarken Binnenwirtschaft sollte spätestens seit A. Smith in eigenen Interesse ausgeräumt sein (ganz besonders in einem unbedeutenden, rohstoffarmen Zwergstaat). Oder können Sie einen Beweis für die Sinnhaftigkeit von Handelshemmnissen antreten?
      Mit freundlichem Gruß,
      A. Tögel

    • cicero
      02. März 2015 17:37

      Ich konnte fast 2 Stunden nicht antworten,daher Zensur. Ich habe in den Nutzungsbedingungen weder gefunden dass ich Ihre Beiträge nicht lesen darf, noch dass ich nicht antworten darf. Ziegler lesen statt zu schreiben können Sie auch selbst, das ist kein Argument.
      Eine Statistik nach dem Motto: "Alle essen Kartoffeln, also gilt auch folgendes........ für Alle............." gilt in der Logik als Gegenbeweis. "Wirtschaftliche Freiheit bringt Wohlstand" gehört dazu. Seit Perikles wissen wir dass das nachweislich falsch ist. Die neoliberalen haben in allen Staaten, die sie uebernommen haben gezeigt,dass die Unterschiede arm - reich wachsen und die Mehrheit der Menschen verhungert. Das war die Voraussetzung für die großen Revolutionen.
      Die am schnellsten wachsenden Wirtschaften der letzten Jahre sind Planwirtschaften. China!
      Erklären Sie mir bitte was TTIP für die Freiheit der Wirtschaft bringt. Was wird dadurch freier?
      Wieso kann die USA alle Vereinbarungen wegen nationaler Notwendigkeit blockieren und hat die beste Wirtschaft mit dem meisten Verboten? Wie steht es mit Kuba?

    • Andreas Tögel
      02. März 2015 18:50

      Nehme hiermit zur Kenntnis, daß Lot mit Cicero identisch ist. Das wußte ich bisher nicht. Von "nicht lesen dürfen" habe ich übrigens kein Wort geschrieben.
      Daß (wirtschaftliche) Freiheit zu größerer materieller Ungleichheit führt, liegt auf der Hand. Der eine ist halt fleißig, schlau und kann mit Geld umgehen und der andere nicht. Und weiter? Besser, allen geht's - in Ungleichheit - gut, als allen miteinander geht's gleichmäßig mies. Es gibt nur Freiheit oder Gleichheit. Ein Drittes, also ein "Mischsystem", gibt´s nicht - zumindest nicht auf Dauer.
      Wieso stört es Sie, daß die Herren Gates, Trump Glock und Mateschitz schwerreich sind? Keiner von ihnen hat Ihnen sein Geld gestohlen. Seien wir doch froh, daß ein einigermaßen freies Wirtschaftssystem es jedem erlaubt, reich zu werden. Vielleicht schaffen Sie´s ja auch noch...;-)

      Seltsam, daß ausgerechnet Sie das "Verhungern" aufs Tapet bringen. Kleiner Lesetipp: http://www.amazon.com/Maos-Great-Famine-Devastating-Catastrophe/dp/0802779239 Genau das passiert, wenn man zentralistische Planwirtschaft betreibt. In China verhungert, seit den im weitesten Sinne liberalen Reformen Deng Xiaopings, kein Mensch mehr. Genauso wenig übrigens, wie in jeder anderen marktorientierten Volkswirtschaft. Das passiert nur dort, wo es keinen Markt gibt.
      Es kommt auf den Trend an. Und der geht in China in Richtung mehr Freiheit und bei uns in Richtung mehr Staat. China ist heute keine Planwirtschaft mehr, wie zu Zeiten Maos. Wir in der EUdSSR steuern dagegen wieder eine zentral gelenkte Ökonomie an. Dreimal dürfen Sie raten, wer am Ende besser dastehen wird...!

      TTIP ist eine ganz andere Baustelle. Wieso Sie auf die Idee kommen, daß die USA die "beste Wirtschaft" hat, ist mir schleierhaft. Schon einmal ein amerikanisches Auto gefahren oder die Installationen in einem US-Wohnhaus begutachtet? Der Umstand, daß die USA mit ihrer Weltleitwährung und ihrer konkurrenzlosen Militärmacht (auch) die Regeln für die Weltwirtschaft machen, ist unbestreitbar. Das hat aber mit der Frage des Freihandels und der Arbeitsteilung im Prinzip nichts zu tun.

    • cicero
      02. März 2015 20:37

      Sie vereinfachen zu sehr!
      HENAN Province, China, 1942. Nearly three million people die of starvation.

      The International Herald Tribune magazine looks ahead to 2013, and finds that even if great storms are rising, they are no reason to be forlorn.
      I am a descendant of these victims. But I know nothing of this great famine until 1990 at age 32 when a friend embarks on writing a history of disasters in China. He asks me to go back with him to the Henan of 1942 to help him write this story, and this is when I first learn of the magnitude of the tragedy.

      My friend tells me that a drought killed three million people in 1942. I could not fathom this number. He gives me a frame of reference, explaining that the Nazis killed more than one million Jews at Auschwitz.

      Overwhelmed, I return to my home province determined to travel back to that awful period, determined to salvage three million souls from the sands of time.

      Soon I make a strange discovery: The surviving famine victims and their descendants have relegated all their memories of 1942 to oblivion. This is the reason I know nothing about this tragic period.

      My grandmother lived through the famine. When I ask her about 1942 she responds: “1942? What about it?” I tell her it was the year many people died of starvation. “People died of starvation all the time,” she replies. “What’s so special about that year?”876 and 1879, in North China, as many as thirteen million people died in what came to be called the Incredible Famine. It was one of many calamities around the world during that decade which were caused by extreme weather. However, according to the British-owned North China Herald, an influential mouthpiece of the Western business communities clustered in Shanghai, the famine was proof of the folly of big government—the Qing imperial administration, in this instance. A fatal Chinese indifference to science, to railroads, and, most important, to laissez-faire economics was to blame. The famine and the many deaths in China would not have occurred “in vain,” the Herald editorialized, if they could persuade the Chinese government to cease its paternalistic interfering in the laws of “private enterprise.”

      Never mind that more than twelve million people had died during the Madras Famine of 1877, even though India had been equipped by its British rulers with railroads and a free market in grains, or that Ireland, during the Great Potato Famine, thirty years earlier, had suffered from Britain’s heartlessly enforced ideology of laissez-faire. The Herald deplored the “antiquated learning” of the Chinese, and described the heroic figure who could rescue China from misery: “The man wanted in China now, as in its early days, is a patriotic engineer,” someone “single-minded and energetic” and possessing “commanding energy and resolution.”

      The Hungry Years...................................BY PANKAJ MISHRA
      Between 1876 and 1879, in North China, as many as thirteen million people died in what came to be called the Incredible Famine. It was one of many calamities around the world during that decade which were caused by extreme
      weather. However, according to the British-owned North China Herald, an influential mouthpiece of the Western business communities clustered in Shanghai, the famine was proof of the folly of big government—the Qing imperial administration, in this instance. A fatal Chinese indifference to science, to railroads, and, most important, to laissez-faire economics was to blame. The famine and the many deaths in China would not have occurred “in vain,” the Herald editorialized, if they could persuade the Chinese government to cease its paternalistic interfering in the laws of “private enterprise.”

      Never mind that more than twelve million people had died during the Madras Famine of 1877, even though India had been equipped by its British rulers with railroads and a free market in grains, or that Ireland, during the Great Potato Famine, thirty years earlier, had suffered from Britain’s heartlessly enforced ideology of laissez-faire. The Herald deplored the “antiquated learning” of the Chinese, and described the heroic figure who could rescue China from misery: “The man wanted in China now, as in its early days, is a patriotic engineer,” someone “single-minded and energetic” and possessing “commanding energy and resolution.”

      Hier wird auch auf Irland hingewiesen, wo GB Millionen verhungern ließ: The great PotatoFamine.
      Die Geschichte bei 1958 beginnen ist sehr einfach, aber in China sind zwischen 1850 und 1950 ca. 100,000.000 verhungert.
      Die Zitate sind aus NYT und The New Yorker.
      Von den Herren Gates, Glock, Trump, Mateschitz war nie die Rede und sie stören mich nicht!

    • cicero
      02. März 2015 20:47

      In der Ukraine passiert dasselbe wie früher in Irland:
      Die als Große Hungersnot (englisch Great Famine oder Irish potato famine; irisch An Gorta Mór) in die Geschichte eingegangene Hungersnot zwischen 1845 und 1852 war die Folge mehrerer durch die damals neuartige Kartoffelfäule ausgelöster Kartoffel-Missernten, durch die das damalige Hauptnahrungsmittel der Bevölkerung Irlands vernichtet wurde. Die Folgen der Missernten wurden durch die von der Laissez-faire-Ideologie dominierte Politik der Whig-Regierung unter Lord John Russell noch erheblich verschärft.
      Infolge der Hungersnot starben eine Million Menschen, etwa zwölf Prozent der irischen Bevölkerung. Zwei Millionen Iren gelang die Auswanderung.

      Irland stand seit 1541 völlig unter englischer Herrschaft, der Boden in Irland gehörte seit den sogenannten „Plantations“ englischen Großgrundbesitzern. Die irischen Bauern bearbeiteten das Land als Pächter, bauten darauf Getreide und Kartoffeln an und hielten kleine Mengen Vieh. Getreide und tierische Produkte dienten zur Pachtzahlung an die Großgrundbesitzer und wurden nach England verbracht, wohingegen die Kartoffeln, welche einfach, billig und schnell anzubauen waren, das Grundnahrungsmittel der irischen Bevölkerung darstellten. Schon ein kleines Stück Land reichte, um eine Großfamilie mit Kartoffeln zu ernähren.

      Seit der Katholikenemanzipation beginnend im Jahr 1778 hatten die katholischen Iren zwar das Recht erhalten, Land zu besitzen, sie hatten aber nur selten die Mittel, welches zu kaufen.

      Da 72 % der irischen Bevölkerung von der Landwirtschaft lebte, wurde das Pachtland immer knapper. Eine Regierungskommission unter der Führung des Earl of Devon (Devon-Kommission), die die Zustände in Irland untersuchte, fand heraus, dass in Irland mindestens acht Morgen Land zum Überleben notwendig waren. Jedoch waren nur sieben Prozent der Pachtlandstücke größer als 30 Morgen, hingegen 45 % kleiner als fünf Morgen. In der ärmsten Provinz, Connacht im Westen Irlands, betrug der Anteil derart kleiner Stücke sogar 65 %.

      Beschäftigungsmöglichkeiten außerhalb der Landwirtschaft waren praktisch nicht vorhanden, da außer in Nordirland (Ulster) keine Industrie existierte. Diese war durch einseitige Zollschutzmaßnahmen Großbritanniens eingegangen. Zwar brachten Untersuchungskommissionen und Wirtschaftstheoretiker verschiedene Vorschläge zur Förderung der irischen Wirtschaft und Industrie vor, etwa durch Landreformen und die Stärkung der Rechte der Pächter, öffentliche Bauprojekte oder die Errichtung eines Eisenbahnnetzes. Keiner dieser Vorschläge wurde verwirklicht, da dies der damaligen Wirtschaftspolitik Großbritanniens nicht entsprochen hätte.[2]

    • Lot
      03. März 2015 13:54

      @Tögel

      Wie kommen Sie drauf, dass "Cicero mit Lot identisch" ist?????

      Leider reiche ich in keiner Weise an ihn und seine immense Materialkenntnis heran. Deshalb auch meine nur kurzen Anmerkungen.

    • Lot
      04. März 2015 17:42

      @A. Tögel

      Sie haben recht: Niemand muß Ihren "Mist" lesen. Aber in diesem Mist steckt eine Ideologie - die libertäre -, welche uns zugrunde richtet. Es ist daher Verpflichtung jedes für seine Familie, seine Heimat, sein Volk Mitverantwortlichen, das in der Gesellschaft sich dieser "Mist" nicht breitmacht, die ihren Ruin bedeutet.

      Einige Poster wie Cicero, Collector, F. V, Scheiber, Romig u. a. m. haben das begriffen.

      Eric Zemmour hat in seinem kürzlich erschienen Bestseller "Le suicide francais" den Niedergang Frankreichs beschrieben und an erster Stelle die "Destruktion" dafür verantwortlich gemacht, die auf der liberalen und libertären beruht und zum Anarchismus führt, den Sie, Herr Tögel und leider auch zahlreiche Politiker aller Parteien und Schattierungen vertreten. Dagegen haben sich die vernünftigen Kräfte in diesem Lande zu wehren.

    • Lot
      04. März 2015 17:46

      zu Lot 04. März 2015 17:42

      Das Wort "Ideologie" nach "liberal und libertär" ist weggeblieben. Pardon.

    • Andreas Tögel
      04. März 2015 21:41

      Ad Lot:
      "Libertäre Ideologie" ist ein Oxymoron. Libertäres Denken ist die Antithese zu jeder Ideologie, ist eine "Nichtideologie", wenn Sie so wollen. Freiheitsbeschränkungen erheischen eine Begründung, nicht das konsequente Eintreten für die Freiheit.

      Den Niedergang Frankreichs, des - neben Österreich - am schlimmsten sozialistisch durchseuchten Landes Europas - ausgerechnet dem Libertarismus anzulasten ("liberal" ist in Frankreich ein Schimpfwort!), ist geradezu skurril. Staatlicher Zentralismus x Planwirtschaft = Pleite. So einfach ist das.

      Welche der sechs sozialistischen, bzw. sozialdemokratischen Parteien in unserem Parlament Ihrer Meinung nach, libertäre Ideen - also etwa Freiheit in Verantwortung ohne permanente staatliche Bevormundung - vorantreiben, wäre ich begierig zu erfahren. Bitte um Aufklärung.

      Wahr ist, daß alle Libertären, die es in unserer linken Bananenrepublik gibt, locker in einem durchschnittlichen Wohnzimmer Platz hätten. Denen zuzutrauen, das Land - wie Sie meinen - zugrunde richten zu können, kann nur ein Witz sein. Wenn jemand Österreich zugrunde richtet, dann die Sozialisten in allen Parteien, sicher nicht eine Handvoll Freisinniger.
      Mit freundlichem Gruß,
      A. Tögel

    • Lot
      05. März 2015 11:00

      @A. Tögel 04. März 2015 21:41

      Logik ist vielleicht etwas zu Schwieriges für Journalisten. Trotzdem ein Versuch:

      Gerade die Bezeichnung "Nichtideologie" für libertäres Denken beruht auf Ideologie.

      Es verhält sich hier ähnlich wie mit dem Atheismus. A-Theismus setzt Gott voraus: Ich kann nicht gegen etwas sein, was es nicht gibt.So ist auch die vielberufene Forderung nach "Wertfreiheit" als Methode sozialwissenschaftlicher Untersuchung (Max Weber) Ausdruck einer "wertenden" Ideologie. Untersuche ich z.B. die Lage der Schwarzafrikaner in den USA vermeintlich ganz "wertfrei", so kann ich die Lage nur schildern, wenn ich z.B. vom "Wert" der "Chancengleichheit" ausgehe. Alle Urteile in den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften sind "value loaded", niemals "wert- oder ideologiefrei". Libertäres Denken ist also Ideologie und nicht "Nichtideologie", wie Sie behaupten.

      So fordert auch und gerade das "konsequente Eintreten für Freiheit" das noch konsequentere Eintreten für (sinnvolle) Beschränkungen. Beispiel: Die Freiheit der Mobilität (Auto) fordert strikte Einhaltung der Rechtsfahrregel (bei uns, anderswo Linksfahrregel), sonst käme es zu Zusammenstößten und es wäre Schluß mit der Mobilität.

      Näherhin ist Freiheit immer mit Verantwortung für das OBJEKTIV Gute, Wahre, Schöne und Gerechte verbunden. Es zu ermitteln und jede Willkür zu vermeiden, erfordert außerordentliche geistige Anstrengungen, die vor allem auch der Publizist auf sich nehmen sollte, um libertären oder liberalen "Mist" zu vermeiden.
      Am liberalen oder libertären Mist gehen die Völker zugrunde (vgl. Moeller van den Bruck).

      Bezüglich Frankreich gilt es zu begreifen, dass gerade der dortige "Sozialismus" eng mit dem liberal-libertären "Laizismus" und "Anarchismus" zusammenhängt. Eben darauf macht das zitierte Buch von Eric Zemmour "Le suicide francais" aufmerksam. Zemmour wendet sich darin gegen Globalisierung, Feminisierung, Autoritätsverluste, Kapitulation des Mannes, Verzicht der Eliten auf Steuerung der Wirtschaft und der Einwanderung, Entstehung der Kluft zwischen Volk und Politikern jeder Couleur, "Auflösung des französischen Geistes durch den Kult der Verspottung“ (Chalie hebdo!), Schwulenehe und Genderideologie. Den Rechten und "Bürgerlichen" (und darunter fallen auch die Libertären und Liberalen!) wirft er vor, sie hätten den Staat im Namen des Liberalismus, den Linken, sie hätten die Nation im Namen des Internationalismus preisgegeben, beide hätten damit Verrat am Volk begangen. Beide haben die französische Tradition in den "eisigen Gewässern des egoistischen Kalküls ertränkt"."Egoistisches Kalkül" ist ein anderes Wort für die Grundlage der "libertären Ideologie", die Sie, Herr Tögel, vertreten.

      Aber das wird in Ihren Kopf und dem anderer Poster (z.B. "simlicissimus") nicht hineingehen.

    • F.V. (kein Partner)
      05. März 2015 14:02

      Lot,

      vollkommen zutreffend die Behauptung von „Wert- oder Ideologiefreiheit“ erledigt.

      Was sich mit der Toga der „liberté“ so elegant kleidet wird am besten so charakterisiert: Mein verstorbener Freund hatte die „Schöne Neue Welt“ in Form einer Graphik, etwa nach dem Muster des Kekule´schen Benzolrings, dargestellt.

      Ihre Propheten sind Aldous Huxley und Francis Fukuyama, „Das Ende der Geschichte“, die sozusagen den ideengeschichtlichen Unter- bzw. Überbau liefern.

      Im Zentrum ist das „Allsehende Auge“ der „Einen-Weltregierung“ der globalisierten Welt als ruhendem Pol. Um diesen kreisen – in gegenseitiger Abhängigkeit durch miteinander verbundene Pfeile verknüpft: im „Norden“ die liberale Ideologie des totalitären Liberalismus, im „Osten“ findet sich als Regierungsform der demokratische Absolutismus, diesem gegenüber im „Westen“ fungiert als Exekutivorgan LIBINTERN (mit seinen Unterabteilungen CFR, Trilateral Commission, EU-Kommission, Bilderberger, ....) und das Bild wird im „Süden“ durch die manipulierte kapitalistische Marktwirtschaft als Wirtschaftsform vervollständigt.

      Wenn man das verstanden hat, und auch weiß, daß dies auf die „Errungenschaften“ von 1789 zurückgeht, erkennt man ohne Schwierigkeiten, daß der springende Punkt die a l l e n heutigen politischen Parteien gemeinsame Ideologie des totalitären Liberalismus ist. Darum sind Sozialismus und Kapitalismus auch nur die Vorder- und Rückseite einer und derselben Medaille. Überdies ist beiden die totale Vermassung (und damit Atomisierung/Kollektivierung) der Arbeitssklaven gemein: im Sozialismus die Kolchose und das Dogma der „vereinigten Proletarier aller Länder“, im US-Kapitalismus sind es die inzwischen auf der ganzen Welt verbreiteten „virtual enterprises“ mit ihren „Maquiladoras“ (gesetzfreien Zonen und dem Fließband) und der Fähigkeit sich jeglicher Kontrolle und Steuerpflicht zu entziehen.

      Beiden ist auch die rein diesseitige, materialistische Weltanschauung – d. h. aggressiver Atheismus – eigen, womit in der westlichen Form die Auflösung aller Dinge (Volksgemeinschaft, Familie, Tradition, Sitte und Ethik) noch viel schneller und gründlicher vonstatten geht, als in der sozialistischen Variante. (Man konnte das gut am lebenden Objekt studieren: nach der (Teil-)Wiedervereinigung wurden alle Professoren und geistigen Köpfe – auch ohne politische Korrumpiertheit - ebenso abgewickelt (= ausgeschaltet vom politischen/öffentlichen Leben), wie die NVA (die nat. Volksarmee), weil diese trotz SED und Sozialismus weniger vom parfümierten Sumpf des Westens angekränkelt und wie dieser in Fäulnis übergegangen waren, und Kohl und seine amerikanischen Aufseher zurecht befürchteten, daß die alten Werte noch in wirkmächtigem Umfang vorhanden sein würden.)

      PS: Der Anschaulichkeit wegen – und weil Bilder mehr als 1000 Worte sagen – zeichne man sich das beschriebene Bild auf. Wer es möchte, dem schicke ich es per mail.

    • Lot
      06. März 2015 09:46

      @ F. V. 05. März 2015 14:02

      Sie haben sooooooooooooo recht!

      Jetzt setzt Kissinger Fukuyama und Houxley fort. Sein Buch: "Weltordnung" (Bertelsmann, München 2014) sieht die USA in einer für die Weltordnung "unverzichtbaren Führungsrolle" (S. 424). Kein anderes Land verfüge über die militärische, wirtschaftliche und finanzielle Macht, um diese Führungsrolle auszufüllen. Und auch geistig-philosophisch seien die USA zur Übernahme dieser Führungsrolle als einzige "legitimiert". Durch ihr selbstloses Eintreten ("devotion") für demokratische Werte, Menschenrechte, Wohlstand und Freiheit sowie gegen Spaltungen, Diktatur und Destruktion seien die USA "die beste aller Nationen".

      Kann die Heuchelei noch übertrieben werden??? Überall, wo die USA intervenierten, entstand Chaos. Heue befinden wir uns in einer aus den "Fugen geratenen Welt" (Scholl-Latour), werden hineingezogen in einen neuen Kalten Krieg (gegen Russland und die gesamte islamische Welt) mit bereits "heißen Einschüssen" im Nahen Osten, der Ukraine, Afrika, Lateinamerika usw.

      Und jetzt ist auch ganz klar, wer die USA "führt". Netanyahu ließ in seinen Reden vor der AIPAC und dem Kongress keinen Zweifel offen. Er nannte es die "Mischpoke", die "Familie".

      Und auch Frau Merkel und Hollande, die Stadthalter der Mischpoke in Europa, müssen sich von Herrn Kornblum (dem früheren US-Botschafter in Deutschland) sagen lassen, "ihr dürft verhandeln (Minsk II), aber entscheiden tun wir, die USA".

      Und da wird noch geredet und geschrieben von "Freien Märkten, die Wohlstand bringen für alle"?

    • F.V. (kein Partner)
      06. März 2015 11:04

      Sg. Lot,

      gerade diese Diskussion ist von großem Nutzen.

      Herr Tögel hat uns einen Elfmeter aufgelegt – und er wurde mehr als einmal schon „verwandelt“.

      Ich glaube ja, daß das UTB nicht mehr wegen der dämlich-dümmlichen Artikel Unterbergers gelesen wird, sondern der Betrachtungen und Analysen, Fakten und Hinweise, etc. die von „uns“ hier gegeben werden.

      Ein Freund meinte ja schon, daß die Verfolgung der ideologisch-propagandistischen Linie Unterbergers längst „kontra-produktiv“ für seine Auftraggeber wäre und er besser sein Tagebuch einstellte, weil sich in den vergangenen Monaten immer mehr gezeigt hat, daß die Adoranten seiner Kommune nicht nur weniger wurden, sondern vor allem nur mit dummen Sprüchen sich bemerkbar machten, und das Gewicht sich zu „unseren“ Gunsten verlagert habe.

      Wenigstens etwas, wenngleich es am Weltgeschehen nicht viel ändern wird.

      Ein schönes Wochenende.

  9. socrates
    27. Februar 2015 13:07

    Die Frage was war zuerst, Henne oder Ei, Leid und Unrecht oder Kommunismus.
    China, wo seit 1850 die englische freie Wirtschaft jährlich 1,000.000 Tote zusätzlich brachte oder die Kommunisten, welche das Land, trotz Sanktionen aller Art der freien Wirtschaft, mit Planwirtschaft zur Weltspitze brachten.
    Die freie Wirtschaft 1990 bis 1999 hat Rußland 1,500.000 Tote durch Hunger, Krankheit und Selbstmord gebracht. Jetzt hat die Teilplanwirtschaft den Lebensstandard vervielfacht.

    • blem-blem
      28. Februar 2015 21:53

      Der Wirtschaftsaufschwung der Chinesen war einzig der durch Nixon in die Wege geleiteten Marktöffnung durch die Staatengemeinschaft (zuerst nur der USA) und durch die VR China selbst zu verdanken. Seit dem Beitritt Chinas zur WTO ging es dann gleich noch flotter vonstatten!

    • socrates
      28. Februar 2015 22:37

      Nixon wollte mit China Geschäfte machen. Berühmt war sein Dialog mit Mao:
      "Lassen Sie die Chinesen ausreisen!"
      "Sicher nicht! Aber wieviele wollen Sie?"
      "---------------- Schweigen-------------------"
      Mao hatte, trotz des Embargos, China zu einem Staat gemacht, der den Hyänen der USA ins Auge stach. Im Koreakrieg hatten die Chinesen gezeigt dass msn mit ihnen rechnen muss. Sie wollten wieder Handel treiben.

    • blem-blem
      01. März 2015 00:21

      Was Sie mir da antworten, ist ja alles sehr interessant (bis auf den bekannten "Beitrag" der VR zu einem geteilten Korea), aber nichts davon widerlegt meine vorige Stellungnahme!

    • socrates
      01. März 2015 23:57

      Blem- blem
      Korea wurde von Roosevelt und Stalin geteilt. Mao wurde von der USA mit allen Mitteln bekämpft. Nachdem sie verloren hatte versuchten sie es mit einem Embargo. Als das auch nicht mehr wirkte, folgten sie dem Rat des Paten: " Wenn du deinen Gegner nicht besiegen kannst, dann verbünde dich mit ihm".
      Dasselbe versucht die USA jetzt mit Kuba.

    • socrates
      02. März 2015 00:00

      Die nächste Gesprächsrunde zwischen USA und Kuba steht an, doch noch bleiben viele Hindernisse bestehen. Die USA haben bisher weder das Embargo aufgehoben, noch Kuba von der US-Terrorliste genommen. Zudem drohen US-Unternehmen mit Milliardenklagen gegen Kuba wegen Enteignungen in den 1960er Jahren.

    • F.V. (kein Partner)
      05. März 2015 10:06

      Ad blem-blem (nomen est omen):

      Als sich die Japaner gegen die „Öffnung“ ihres Landes wehrten, kam Commodore Perry mit der amerikanischen Flotte – Eisenschiffen – gegen die die japanischen Holzboote keine Chance hatten, und erzwangen die Öffnung.

      Diese Politik hat später auch Woodrow Wilson, 1917 mit dem Ausspruch bekräftigt: „Wir werden mit jedem Handel treiben, ob er will oder nicht. Wer uns seine Märkte nicht öffnen will, dem treten wir die Türe ein.“

      Die einzig wahre Definition von Freihandel, freiem Markt und Freiheit überhaupt. Und Definition des Vorteils und des wirtschaftlichen Aufschwungs für den, dem seine Türen eingetreten worden sind.

    • blem-blem
      06. März 2015 00:34

      @ F.V.

      Auch Ihr Beitrag widerlegt in keiner Weise meine obig um 21:53 getätigte Aussage.

      Außerdem ist es zwar richtig, dass in Zeiten des Kolonialismus der Zugang zu Märkten erzwungen wurde, aber genauso, dass dieses kolonialistische Ideal sich jetzt gegen seine "Erfinder" zu richten beginnt!

      Oder glauben Sie den Westmächten gefällt es, dass sie eine Allianz Russland-China, ja sogar ein im pazifischen Nahbereich für sich aggressives China strategisch ernsthaft einkalkulieren müssen?

    • F.V. (kein Partner)
      06. März 2015 07:04

      Wieso ist China „aggressiv“? Ich kenne nur eine unendlich lange Liste von Kriegen, die – ohne je angegriffen worden zu sein – die USA angezettelt haben.

      Im Übrigen kennen wir die Monroe-Doktrin, gemäß der einmal die von der Sowjetunion versuchte Stationierung von Raketen in Kuba den USA – verständlicherweise – nicht gefiel, und sie den Abzug unter Drohung eines militärischen Konfliktes mit der SU erzwangen.

      Es gibt aber auch andere, der Monroe-Doktrin analoge politische Konzepte, die zB Carl Schmitt ausführte, denen eine multipolare Ordnung zugrunde liegt; kurz gesagt: eine Großraumordnung mit Interventionsverbot für raumfremde Mächte. Das heißt nichts anderes, als daß niemand „Gods own Country“ als Weltpolizist wünscht und braucht, auch daß der von den Amerikanern in maßloser Selbstüberschätzung als Begründung vorgeschobene „Exzeptionalismus“ keine ausreichende dafür ist, sich überall einzumischen. – Also:Ami go home!

      Es wurde auch längst empirisch festgestellt, daß die allfälligen „nicht-dämokratischen“ Staaten und deren allfälligen Meschenrechtsverletzungen um Größenordnungen weniger Schaden an Leib und Leben, Infrastruktur, etc. anrichteten, als die „collateral damages“ der „peace-making“-, „peace-keeping“-, „pre-emptive“-, usw. Operationen der USA, wenn sie sich aufmachten Dämokratie, Freiheit, Menschenrechte, Westliche Werte zu verbreiten.

    • blem-blem
      07. März 2015 15:54

      Falls Sie es immer noch nicht bemerkt haben, muss ich nochmals betonen, dass ich mich hier nur zu der Frage geäußert habe, ob der Freihandel jetzt und die nächsten Jahrzehnte der VR China oder den Westmächten nützt - wie ideologisch verbohrt muss man denn sein, um das nicht zu begreifen?

      Zumal man von Leuten Ihres Schlages schon bald drei Jahrzehnte mantraartig vorgesetzt bekommt, dass Brücken und Straßen (etc) innerhalb der USA zerfallen?

      Wenn Sie ihre Aversionen gegen eine USA abreagieren wollen, dann suchen Sie sich bitte einen anderen, passenderen Watschenmann.

      Außerdem hätte Libyen, das Belgrad-Bombardement, die Unterstützung der kosovarischen UCK-Terroristen, und das Ukraine-Problem ohne Zutun der EU, respektive gewichtiger EU-Mitgliedstaaten, nicht stattgefunden.

      Und nein, Ihren daraufhin schon absehbaren Senf, dass in der EU nur Agenten des Shaitans USA regieren, will ich mir nicht anhören, denn auch das ist ein eigenes, abschweifendes Thema.

      -oo- , oder auch zünftiger: !!! AUSI-PAUSI !!!

    • F.V. (kein Partner)
      07. März 2015 18:21

      blem-blem,

      irrtümlich ist meine Antwort nach oben gerutscht. Sie werden sie zuordnen können.

  10. Collector
    27. Februar 2015 09:58

    "Regelungseffizienz (Geschäftsfreiheit, Arbeitsfreiheit, Geldverkehrsfreiheit),
    Marktoffenheit (Handelsfreiheit, Investitionsfreiheit, Finanzfreiheit)" führt innerhalb kürzester Zeit zum Ruin, zu chinesischen Löhnen, Verlagerung der Produktion nach Indien und Bangladesch, zu Rekordarbeitslosigkeit, Herrschaft der Mafiosi, Drogendealer, Goldmans Sachsen (Blankfein, Draghi, Moskovici) und Wohlstand durch "Dinks" ("Double Income no Kids" und Conchita Wurst-Contests.

    Wer wünscht, dass Europa "absandelt" und zugrunde geht, der folgt den von Tögel hochgelobten "idiotes" (giechisch. Privatleute, Nichtbürger, vaterlandslose Gesellen) der Heritage Foundation.





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