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FN 606: Einmal muss man auch Leitl loben

Da hat der Mann einfach recht: mit seinem Vorschlag, dass man zur Matura auch eine Fachlehre machen kann.

Die – ohnedies oft nicht klug genutzten – Wahlpflichtfächer in den AHS-Oberstufen sollen nach den Vorschlägen des Wirtschaftskammer-Bosses auch für die Nutzung zu einer Lehrausbildung verwendet werden können; und die praktische Ausbildung im Betrieb könnte man dann binnen einem Jahr nach der Matura machen. Das ist in jeder Hinsicht richtig und deshalb zu loben (wird der Mann hier ohnedies oft genug gescholten, nicht zuletzt weil seine früheren Gesamtschulvorschläge zu einer Nivellierung nach unten geführt hätten). Österreich hat viel zu wenige Fachkräfte, aber viel zu viele AHS-Maturanten, die oft nicht wissen, was sie mit ihrer Matura machen sollen. Und die dann aus Verzweiflung sinnlose Studien beginnen. Dieses Missverhältnis wird in Zukunft noch ärger sein. An manchen Schulen wird das Maturazeugnis ja schon fast hergeschenkt (auch schon bevor Heinisch-Hoseks Schlangenrat Wirklichkeit wird, die Noten abzuschaffen). Junge Leute haben oft eine verständliche Scheu, sich mit 15 auf eine einzige Fachausbildung festzulegen. Gleichzeitig wird aber auch weiterhin die Ausbildung im Betrieb einen ordentlichen Platz haben. Und Maturanten werden nicht mehr nur die sein, die zwei linke Hände haben.

PS: Interessant ist der dramatische Abfall  der Studentenzahlen überall dort, wo es eine Aufnahmsprüfung für die jeweiligen Studienrichtungen gibt. Es sind zum Teil weniger als die Hälfte! Das zeigt, dass bisher viele Studien nicht wirklich aus Begeisterung und Engagement begonnen werden. Sonst würde man die jetzt davorgeschaltete Prüfung wenigstens versuchen.

 

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