Orban, Salvini und Strache: „Es geht ein Gespenst um in Europa“

Lesezeit: 12:00

Ein bekannter Italowestern beginnt mit folgender Szene (ab Marke 4.0): Auf einem gottverlassenen Bahnsteig inmitten einer Wüste erwarten drei Banditen einen gespensterhaften Unbekannten als dessen Himmelfahrtskommando. Auf dessen Frage "Habt ihr ein Pferd für mich?" erhält er eine zynische Antwort: "Wenn ich mich so umsehe… Dann sind nur drei da… Sollten wir denn tatsächlich eines vergessen haben?!" - Mit regungslosem Gesichtsausdruck erwidert der Unbekannte: "Nein. Ihr habt zwei zu viel." – Schlagartig vergeht den bösen Buben ihr höhnisches Gelächter. Dann ballert der Gespensterhafte blitzschnell alle nieder…

Der Film "Spiel mir das Lied vom Tod" ist des ungarischen Ministerpräsidenten Orbans deklarierter Lieblingsstreifen

20.3.2019: High-Noon in Brüssel. Die Europäische Volkspartei enthalftert Orbans Pferd, suspendiert den Fremden aus dem undurchsichtigen Osten und lässt ihn nicht mehr mit ausreiten. In regungslosem Poker-Ton erwiderte Orban lakonisch: "Ich werde meine Politik nicht ändern. Ich schätze Salvini als Premierminister sehr." (Spiegel) – Schwupps gefror den Brüsseler Polit-Spitzen ihr höhnisches Gefeixe: Denn just dieser West-Salvini hatte italienische Häfen für die selbsternannten Refjutschies-Lebensretter-Kreuzfahrt-NGO-Abenteurer einfach gesperrt.

Die besorgte Frage "Wieso hat Osteuropa ein Populismusproblem?" (Tagesspiegel, Juni 2016) beschäftigt nun das eigene linke West-EU-Zentrum plötzlich selbst. Nur drei Wochen nach der EVP-Suspendierung (am 6. April) bezichtigte Orban Brüssel der Refjutschie-Schlepperei: "Ist Europa ein Ort für Europäer oder für eine Masse aus anderen Kulturen? Verteidigen wir unsere christliche, europäische Kultur oder geben wir dem Multikulturalismus Raum?" (Orban)

"In der Politik geschieht nichts zufällig" (Roosevelt)

Knapp vier Wochen vor den EU-Wahlen dramatisiert das Orban-Lager ihr "Populismus"-Drehbuch stetig: Ausgerechnet am Tag der Arbeit (1.5.2019) flog Orban zu einem Treffen unter Freunden nach Warschau. Anlass: "15 Jahre Beitritt osteuropäischer Staaten – 2004" (Tschechien, Estland, Polen, Lettland, Litauen, Ungarn, Slowakei, Slowenien, inklusive Malta und Zypern), organisiert durch den rechts-konservativen polnischen Ministerpräsidenten Morawiecki (dessen PiS-Partei von den links-nihilistischen West-Eliten mindestens genauso gehasst wird – aber in der Bevölkerungsgunst mit knapp 39 Prozent bei EU-Wahl-Umfragen führt). Von Seiten der West-EU war nur Kommissions-Vizepräsident Katainen geladen (sozusagen als schimpfender Zaunspatz: "Wir erwarten von Polen einen substanzielleren Beitrag für die Zukunft Europas." – Deutsche Welle). – "Auf die Arbeit schimpft man nur solange, bis man keine mehr hat." (S. Lewis, US-Literatur-Nobelpreisträger)

Gleichzeitig stellte Orban eine Warnung auf Facebook: "Jetzt müssen wir Europa schützen, einschließlich der nationalen und christlichen Kultur." Und an all jene, die jetzt immer noch weggehört hatten: "Wir müssen Pro-Einwanderungs-Politiker hinauswählen und Anti-Einwanderungspolitiker nach Brüssel hineinbringen." (Orban)

Na, wer damit wohl gemeint sein könnte?

Die Warschauer Deklaration offenbart ein erstarktes Selbstverständnis der 2004 beigetretenen EU-Staaten, um "die gemeinsamen Interessen der mitteleuropäischen(!) Länder zu gestalten." (Morawiecki) Einstimmig abgelehnt wurde auch der (EU-Kommissions-Vorschlag für den) EU-Haushalt – und zwar vorgetragen (im Duett) vom konservativen Morawiecki zusammen mit der sozialistischen(!) rumänischen Ministerpräsidentin Dancila. (Beim Gruppenfoto stand sie demonstrativ neben Orban.) Und weiter: Das neue EU-Budget "wird wahrscheinlich für die mitteleuropäischen Länder viel vorteilhafter sein, als einige vor einigen Monaten dachten." (Morawiecki)

Die Grundlage für dieses neue Machtbewusstsein beruht auf wirtschaftlichen, politischen und demographischen Fakten: "Wir sind heute die Lokomotive des Wirtschaftswachstums für ganz Europa. … Denn manchmal glauben einige zu Unrecht, dass (wir) so etwas wie der kleine Bruder sind." (DW) 75 Millionen Menschen leben in diesen 2004-EU-Staaten, in den (2007 und 2013) hinzugekommenen Ländern Rumänien, Bulgarien und Kroatien sind es noch einmal 31 Millionen, also insgesamt ein Fünftel der EU-Gesamteinwohnerzahl. Und in dem (nach rechts abgedrifteten) Salvini-Italien sind es 60, in Österreich 9 Millionen…

Diese Ost-EU verfügt gegenüber den gespaltenen West-EU-Ländern über einen strategischen Vorteil: Geschlossenheit und politische Homogenität aufgrund historischer Erfahrung: "Das ‚Böse‘ kam in (ihrer) Geschichte meistens … von außen." Die Folge: "Misstrauen gegenüber dem Fremden und eine defensive Haltung." (Tagesspiegel)

Orban: "Nach dem Ersten Weltkrieg fanden sich Millionen von Ungarn plötzlich in den Grenzen anderer Länder wieder... 1945 wurden wir von der Sowjetunion besetzt, 1956 haben wir uns aufgelehnt. … Uns haben sie Stalin überlassen, obwohl sie versprochen hatten, uns zu helfen. Sie sind nicht gekommen. Aus diesen Erfahrungen speist sich das unbändige Sehnen des ungarischen Volkes nach Freiheit." (Interview in La Stampa)

Die derzeitige politische Verfasstheit in der EU erinnert an die antike Schlacht bei Marathon (490 v. Chr): Die griechischen Mini-Stadtstaaten (zunächst noch untereinander zerstritten) verbünden sich gegen die Supermacht der Perser: Nur eine Phalanx von 11.000 griechischen (höchst motivierten, kulturell homogenen) Fuß-Hopliten steht 25.000 (schlecht motivierten, multi-ethnisch zersplitterten) "persischen" Soldaten gegenüber. Die Schlacht (ab Marke 3,0) geht in die Militärgeschichte ein: Kampfmoral und taktisches Kalkül (Umfassungsschlacht) siegen über pure militärische Arroganz (basierend auf Truppenstärke): Die Griechen lassen die Perser absichtlich durch ihre Mitte stoßen. Dann reiben sie die persischen Flanken auf, kesseln deren Zentrum ein und vernichten es. Die Perser fliehen mit ihren Schiffen, nachdem ein Drittel ihrer Einheiten vernichtet wurde.

Auch das neue Selbstbestimmungs-Bewusstsein der 2004-EU-Staaten klingt trotzig: "Alle Mitgliedstaaten sollten gleichbehandelt werden." (Hirado) - Orban: "Ich stelle nicht das Recht der anderen in Frage, sich ihres Multikulturalismus zu erfreuen. Aber Ungarn folgt West- und Mitteleuropa da nicht. Unsere Verfassung beschreibt das Christentum als eine Kraft, die die Nation stärkt." (Orban-Interview) – Soll heißen: "Wenn der Osten ’Nein!‘ sagt, meint er es auch so."

Und dann präsentierte der polnische Staatschef eine politische Ost-Phalanx:

  1. Gegen die West-Immigrations-Agenda (Alle hätten "in gleicher Weise über Migration nachgedacht.")
  2. Gegen krypto-imperialistische Doppelstandards (Absatz minderwertiger Produkte durch West-Firmen im Osten, Diskriminierung auf dem EU-Markt; Bekämpfung westlicher Steueroasen zulasten der mitteleuropäischen Länder, was eine erneute Spitze gegen den Luxemburger Juncker darstellt).
  3. Für die Anwendung des nationalen Subsidiaritätsprinzips.

In West-Europa gehe man "davon aus, dass Kriege, Diktaturen und Leid durch Nationalismus verursacht worden seien. Ich sehe das anders. Diese Tragödien wurden durch Versuche entfesselt, verschiedene europäische Imperien aufzubauen. In Brüssel sehe ich zurzeit genau diese Gefahr." (Orban-Interview)

Tönende Ignoranz der westlichen Mainstream-Medien. Nur die "Deutsche Welle" titelte: "Selbstbewusste Bilanz: … Polens Ministerpräsident Morawiecki hat auf die Stärke der östlichen Mitgliedsstaaten verwiesen." – "Schweigen ist auch eine Antwort."

Längst nämlich kann die linke West-EU-Elite das (aus dem Osten eingefallene) Populisten-Gespenst nicht mehr aus ihren eigenen vier Wänden vertreiben. Selbst im EVP-Kernland Südtirol liefen deutschsprachig-konservative Wähler der Südtiroler-Volks-Partei zur italienischen "Welschen"-Lega über (diese vervierfachte den Stimmenanteil 2018 auf 11 Prozent und 4 Mandate). (NZZ)

Orban lässt den Reigen weiter tanzen: Nur einen Tag nach dem Warschauer Gipfel traf er sich mit Salvini in Budapest, um per Helikopter den (knapp 600 km langen) ungarischen Grenzwall zu inspizieren. Und Salvini schwor: "Ich komme nach Ungarn, um ein neues Europa aufzubauen." (hirado) Orban: "Die Ungarn … sehen in Salvini einen Schicksalsgenossen. Er ist der Held, der die Migration über das Meer gestoppt hat, wir jene über Land."

Mehr noch: Am Tag des Warschauer Gipfels gab der ungarische Außenminister Szijarto triumphierend ein Treffen zwischen "Trump und Orban in Washington am 13. Mai" bekannt (knapp zwei Wochen vor den EU-Wahlen). Szijarto konnte endlich die in Brüssel zuvor erlittene Suspendierungs-Schmach revanchieren: "Wir Ungarn betrachten die USA als strategischen Verbündeten ... In ähnlicher Weise denken wir über Migration, den Schutz von Christen und Sicherheit nach." (Szijarto) – Soll heißen: "Wir können ab jetzt auch anders!"

Wie geschockt blickt die verunsicherte EU-Block-Linke nun auf den in Budapest entfesselten rechtspopulistischen Tanz-in-den-Mai. Zwischen Warschauer-Gipfel und Trump-Meeting traf Orban den österreichischen FPÖ-Vizekanzler Strache (Mitglied in der "Europäischen Allianz der Menschen und Nationen", zusammen mit der deutschen AfD, Salvinis Lega und der Le-Pen-Partei) in Budapest zu einem augurenhaften "populistischen diplomatischen Walzer: Die Botschaft ist eindeutig: Fidesz stärkt seine Beziehungen zu zwei Populisten mitten im EU-Wahlkampf – als Rivale zur EVP. Somit hält Orban noch mehr Eisen im Feuer" (die linke ungarische "Nepszava").  

Pikantes Detail: Trotz Suspendierung hatte der ungarische Justizminister Trócsányi kurz davor in Athen an einer EVP-Kampagne teilgenommen. Politisches Kleingeld stinkt eben nicht. Und FPÖ-Klubobmann Gudenus war zu einer AfD-Wahlkampfveranstaltung ins deutsche Pforzheim gefahren. Und beim Wahlkampfabschluss der italienischen Lega wird ein FPÖ-Vertreter mitorchestrieren.

"Divida et impera" – Orban enttarnt die Political-Correctness

Orbans Taktik "Teile und herrsche!" war schon bewährtes Machtprinzip des römischen Imperiums: Eine Zentralmacht mit hoher Autorität setzt sich gegenüber zerstrittenen Parteien durch und nützt deren Spannungen aus. Ein gewaltiger Vorteil der Ost-EU gegenüber den (linksideologisch verbrauchten und zerstrittenen) West-Polit-Eliten: "Über der EVP schwebt ein Urteil, nämlich das der Wähler." (Orban) Seine Idee von der "il-liberalen Demokratie" verfängt längst schon im West-Volk – als demokratischer Ausweg aus einem multipluralistischen Toleranz-Totalitarismus. "Wobei illiberal nicht zwangsläufig anti-liberal bedeutet. … Heute sind die liberalen Demokraten die wahren Feinde der Freiheit. Als Verfechter der Freiheit muss ich illiberal sein." (Orban-Interview)

Das klingt so grotesk, wie es das genaue Gegenteil ist: "Die Liberalen sind die Feinde der Freiheit?"

Orban: "Wer das Denksystem der politischen Korrektheit in Frage stellt, kann ihnen zufolge kein Demokrat sein. Aber so wird die Gedanken- und Meinungsfreiheit verletzt. Ich dagegen, als Illiberaler, verteidige die Freiheit des Wortes. Ich weiß, dass das in den westlichen Hauptstädten merkwürdig klingt. Aber hier im Herzen Mitteleuropas denken alle so." (Orban-Interview)

Orban enttarnt somit das infame (und beinahe perfekt-totalitäre) Muster des postmodern-orwell’schen "Neu-Denkens”. Denn das System der Political-Correctness ("Super! Daran kann nichts Schlechtes sein! Das beste aller Systeme!") basiert auf dem voreiligen Trug-Schluss-Schema des sogenannten "schnellen Denkens": automatisch, immer aktiv, emotional, stereotypisierend, unbewusst. Es nutzt den sogenannten "Halo"(Heiligenschein)-Effekt: Ein vordergründiger, alles überstrahlender Effekt ("Korrektheit") blendet aus (indem verallgemeinernd auf das Gesamtsystem geschlossen wird), was sich dahinter als das genaue Gegenteil versteckt: nämlich Totalitarismus.

Dem gegenüber destruiert das "langsame Denken" aber nachhaltig-effektiv solche Schimären. Es ist zwar anstrengender und nur selten aktiv; dafür aber logisch, berechnend, bewusst. Hier einige Witze dazu:

"Was ist der gefährlichste Tag für ein U-Boot?" – "Äh… Muss etwas mit Seekrieg zu tun haben…" – Weit gefehlt: "Tag der Offenen Tür."

Oder: "Wie nennt man eine Demonstration von Veganern?" – "Durchgeknallte Bio-Sektierer?" – Weit gefehlt: "Gemüseauflauf".

Einer geht noch: "Wie nennt man einen übergewichtigen Vegetarier?" – "Äh… Bio-Fettsack!" – Weit daneben: "Bio-Mülltonne"

Genau diese Groteske kann aber links-elitäres West-EU-Block-Denken weder verstehen noch auflösen: Weil sich dahinter (in Wirklichkeit) neoimperialistische ostrassistische Vorurteile verstecken. Ein heillos selbstgerechter Analyse-Wirrwarr ist die Folge: Von einer richtigen Annahme ausgehend ("Die osteuropäischen Parteisysteme sind, anders als die in Westeuropa, nicht durch die traditionelle Links-Rechts-Unterscheidung gekennzeichnet.") wird ein falscher Schluss gezogen: "Wenn die liberalen Parteien scheitern", gäbe "es (nämlich) keine demokratische Alternative (mehr). … Orbán und Kaczynski waren die einzigen Alternativen, nachdem die liberalen Eliten das Vertrauen der Bürger verloren hatten." (DerTagesspiegel) Diese linke Verleugnungs-Abwehrhaltung unterstellt nämlich, dass "die aktuelle anti-liberale Revolte (bloß) eine Reaktion" wäre "gegen das zutiefst liberale(!) Staats- und Gesellschaftmodell in den ehemaligen kommunistischen(!) Ländern." (Der Tagesspiegel)

In Wirklichkeit aber war der Kommunismus genau das Gegenteil: nämlich ein zutiefst antiliberales, dogmatisch-totalitäres Gesellschaftsmodell. (Das weiß mittlerweile jedes Schulkind.) Weil aber gerade diese postkommunistischen Gesellschaften nie vom postmodernen Hyper-Multipluralismus infiziert waren (und zudem geübt in der Wahrnehmung von totalitären Strukturen), erstellen sie dem sogenannten Freien Westen eine verheerende Diagnose: Das Trugbild eines multi-pluralistischen Toleranz-Totalitarismus.

Diese Desillusionierung wäre freilich für die Linken eine tödliche Erkenntnis. Weil sie genau das impliziert, was Mitscherlich (in "Die Unfähigkeit Unfähigkeit zu trauern", 1967) der post-nazistischen deutschen Öffentlichkeit diagnostiziert hatte: "Wo Schuld entstanden ist, erwarten wir Reue und das Bedürfnis nach Wiedergutmachung, … wo das Ideal verletzt, ist Scham die natürliche Konsequenz. Die Verleugnungsarbeit erstreckte sich gleichermaßen auf Schuld, Trauer und Scham."

Die linke politisch-korrekte Polit-Elite des Westens befindet sich nun in einem Bunker-Abwehrkampf gegenüber dem eigenen Volk: "EU-Wahltrend: EU-Wähler könnten laut einer Studie im Mai gegen statt für eine bestimmte Partei wählen." (Kurier) – Und langsam streckt dieses totalitäre Gutmenschentum (mit seinen hilflos-arroganten Vorurteilen) resigniert selbst die Schwerter: "Die bisherigen Musterschüler der Transformation sind … zum Vorreiter der Regression in nationalistisches Denken und populistisches Gebaren geworden. Orbán und Kaczynski sind Symbolfiguren eines Trends, der sich nun in ganz Europa breit macht." ("Der Tagesspiegel")

Die linke Furcht vor der Wiederkehr rechtspopulistischer "Gespenster"

Wie ein Gespenst war der geheimnisvoll-fremde Cowboy in der gesetzlosen Wildwest-Einöde plötzlich aus dem Nichts ausgestiegen. Dass nun erneut ein Gespenst durch Europa geistert (170 Jahre nach dem durch Marx beschworenen – allerdings mit umgekehrten politischen Zeichen) lässt die Westlinke fassungslos schäumen…

"Ein Gespenst geht um in Europa – Das Gespenst des Kommunismus…. Alle Mächte des alten Europa haben sich zu einer heiligen Hetzjagd … verbündet, der Papst und der Zar, Metternich und deutsche Polizisten." ("Manifest der kommunistischen Partei", 1848)

Die (bisher so sakrosankten) kommunistischen Linkspopulisten des 19. Jahrhunderts ("Wo ist die Oppositionspartei, die nicht von ihren regierenden Gegnern als kommunistisch verschrien worden wäre?" dasselbe Manifest) sind durch rechtspopulistisch-revolutionäre Kräfte ersetzt worden: "EU-Wahl: Rechtspopulisten erwarten hohe Zugewinne. In einem Drittel der EU-Staaten regieren sie bereits mit." (Kurier) Marx’ens Analyse gilt nun seitenverkehrt für die Rechtspopulisten: "Der (Rechtspopulismus) wird bereits von allen europäischen Mächten als eine Macht anerkannt." Und: "Es ist hohe Zeit, dass die (Rechtspopulisten) ihre Zwecke vor der ganzen Welt offen darlegen, und den Märchen vom Gespenst des (Rechtspopulismus) ein Manifest … entgegenstellen." (aktualisiertes "Manifest der kommunistischen Partei", 1848). Und so verfängt nun auch Orbans post-postmodernes Theorem von der illiberalen Demokratie.

Orbans "Divida-et-impera"-Taktik ist klar: Seine Fidesz verbleibt in der EVP – vorausgesetzt diese rückt so weit nach rechts, dass der Unterschied zu den Rechtsaußen-Fraktionen nur mehr ein nominaler ist. Aus reinem machtpolitischem Kalkül heraus: Denn die EVP "wird zwar die größte Fraktion bleiben, aber mit deutlich weniger Abgeordneten. Und weil auch ihr sozialdemokratischer Koalitionspartner schrumpft, ist diese Allianz allein vermutlich nicht länger mehrheitsfähig." (Spiegel)

Orban baut darauf, dass "sich die EVP (schließlich doch noch) mit Salvini verbündet". (Süddeutsche) – "Die EVP bereitet sich gerade auf ihren Selbstmord vor. Sie will sich mit der Linken zusammenschließen, um gemeinsam unterzugehen." (Orban-Interview)

Orbans zwingendes Ziel: Die jetzige Links-Block-EU (von EVP und Sozialisten) in eine rechtskonservativ-rechtspopulistische Koalition umzupolen: "Würden dann alle Populisten im EU-Parlament an einem Strang ziehen, wären sie bereits die zweitstärkste Gruppe – hinter der EVP und noch vor den Sozialdemokraten." (Kurier) – "Binden wir uns nicht an die Linke, suchen wir (die) Zusammenarbeit mit der europäischen Rechten. … Hoffen wir, dass die Formation Salvini … eine starke sein wird. Die EVP muss mit dieser europäischen Rechten zusammenarbeiten." (Orban-Interview)

Die Stoßrichtung, die sich aus der Notwendigkeit eines Nach-Wahl-Szenarios abzeichnet: Um die EVP aus der Allianz mit den Sozialisten zu lösen, "muss man sie ködern, weiterhin die dominante Kraft bleiben zu können, wenn sie Verstärkung bekommt. Etwa durch Salvinis Lega-Truppe im Parlament, die deutlich größer sein wird als bislang." (Spiegel) Der rechte EVP-Flügel würden dem wohl zustimmen, weil der linke dezimiert werden wird.

Und zu guter Letzt auch noch das: Merkel war verbissen darum bemüht, Gerüchte über ihren eigenen politischen Rücktritt zu zerstreuen. ("Wo Rauch ist, ist auch Feuer.") Denn eines ist klar: Ihr Rücktritt nach einem EVP-Debakel wäre unweigerliche Voraussetzung für eine Tabula rasa.

Denn eine frustrierende Erkenntnis möchte sich wohl auch die EVP ersparen: "Kein Abschied auf der Welt fällt schwerer als der Abschied von der Macht." (Charles de Tayllerand, Außenminister des revolutionären Frankreich)

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorWyatt
    16x Ausgezeichneter Kommentar
    07. Mai 2019 06:34

    Hoch und lang lebe Victor Orbán!

  2. Ausgezeichneter Kommentatorpressburger
    9x Ausgezeichneter Kommentar
    07. Mai 2019 07:24

    Die Linken haben nicht Angst die Macht zu verlieren. Dafür sind sie viel zu gut positioniert. Die Stimmen der meisten Wähler in der EU sind ihnen sicher.
    Das Ziel der Linken war es, nach dieser EU "Wahl" die absolute Macht in der EU zu erreichen. Dieses Ziel werden die Merkelisten höchstwahrscheinlich nicht erreichen.
    Die Linken, die sich auch als CDU, ÖVP, FDP, Neos tarnen, wollen und müssen unbedingt eines verhindern. Die parlamentarische Legitimierung der rechten, der Konservativen Parteien.
    Die Linke hat Angst sich den Fragen einer wirklichen Opposition stellen zu müssen. Bereits ein Vorgeschmack, dass wirken der Afd, im Linkstag zu Berlin.

  3. Ausgezeichneter KommentatorForster
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    07. Mai 2019 09:46

    Der Film gilt mittlerweile auch in Psycho-Workshops als Musterbeispiel für Resillienz (psychische Widerstandsfähigkeit als Fähigkeit, Krisen zu bewältigen und sie durch Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen als Anlass für Entwicklungen zu nutzen.)
    Das fasziniert Orban daran: "Zuerst erscheint die Lage aussichtslos. Um zu siegen genügt es nicht, nur schießen zu können. Man muss auch den Verstand benutzen. Aber auch die Großzügigkeit darf einem nicht fremd sein. Du musst deine Feinde kennen, wissen, was sie wirklich antreibt. Und dann nicht vor dem Kampf zurückschrecken, angreifen und siegen." (Orban in: "Ein Stürmer in der Politik" - Biographie von Igor Janke)
    "Der Film ist eine einfache Erzählung vom Kampf zwischen Gut und Böse, von Rache und Entschlossenheit. Sein ganzes Leben stellt der Held in den Dienst mit der Abrechnung mit dem Bösen. schließlich erreicht er sein Ziel: In einem sauberen Duell macht er dem Übeltäter den Garaus. Die Welt kehrt wieder in ihre Bahnen zurück." (Janke)

  4. Ausgezeichneter Kommentatorlilibellt
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    07. Mai 2019 17:16

    Herr Forster, danke, ein wahrer Lesegenuss.
    Fraglich bleibt, ob und wann die "konservativen" Schlafschafe ((C) Janich Oliver) in den deutschen Landen aufwachen. Die ewigen ÖVP-Wähler machen mich viel ratloser als die Anhänger der rot-grün-schattierten Gegenseite. Die Balkanroute wurde von einem erwachsenen (!), ideologisch gefestigten Politiker und besorgten Familienvater geschlossen, nicht von einem karrieretechnisch gleitfähig-geilo-mobilen Millenial und Karottenhosenträger mit communication skills. Herr Kurz ist mir nicht unsympathisch und sicher nicht unintelligent, aber welcher ernsthafter Mensch über 35 verspricht sich von der Welpenausgabe eines Karrieristen ohne Berufserfahrung die Lösung der sich aufgestauten Jahrhundertprobleme?

  5. Ausgezeichneter Kommentatoroberösi
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    07. Mai 2019 19:20

    Gratulation zur treffenden Analogie zwischen den aktuellen und vergangenen Gespenstern!
    Igor Janke liegt übrigens auch bei mir auf dem Tisch,

    Gruß aus Orbán-Wickerls illiberaler Demokratie!

  6. Ausgezeichneter KommentatorCollector
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    07. Mai 2019 09:17

    Ein hervorragender Beitrag! Gratuliere!

    Die Rechten retten Europa vor der Kurz-Karas-Weber-AKK-Söder-Macron-Timmermans-EU.

  7. Ausgezeichneter KommentatorForster
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    08. Mai 2019 11:59

    Würde ich nicht seit 1992 v.a. in Ungarn und im Osten leben, hätte ich nie solche Blogs schreiben können, und wäre ich immer noch ein heillos unzufriedener, frustrierter brain-ge-wash-ter Altlinker, der sich heute auf politisch-korrekten Hassdemos mit den Omas-gegen-Rechts herumtreiben würde... Bis dann auch deren Lebensflämmchen langsam, unmerklich erlischt...

alle Kommentare

  1. Waltraut Kupf
    09. Mai 2019 17:48

    Wenn es richtig ist, daß in der Politik nichts zufällig geschieht, so kann man davon ausgehen, daß alles vermeintlich Reformbedürftige in der EU mit voller Absicht so vonstatten geht.

    Daß, um ein Beispiel zu nennen, der vielbeschworene Außengrenzschutz nicht funktioniert, ist in Wahrheit ein Programm gemäß den Vorstellungen von Coudenhove-Kalergi zur Durchmischung von Rassen, was auch mit der Verwässerung von Kultur und Religion einhergeht. Da die christliche Religion der Hauptfeind der masonischen Eliten ist, wird auch – bei gleichzeitigem Getröte von Humanität und Menschenrechten – die Christenverfolgung durch den Islam so gut wie totgeschwiegen, wobei letzterer zur Erledigung der Drecksarbeit importiert wird. Werden diese Themen zur Sprache gebracht, versucht man sie mit zunehmend schlechterem Erfolg als Verschwörungstheorien zu brandmarken.

    Als flankierende Maßnahme wird die Abtreibung zum Menschenrecht erklärt, damit Immigration aus demographischen Gründen für dringend erforderlich erklärt werden kann. Die Kirche ist ein Lemming geworden, wofür die Herren Schönborn und Bergoglio beredte Beispiele sind.

    Wenn davon die Rede ist, die EU müsse zu einer Sozialunion gemacht werden, so fragt man sich, warum sie nicht von Anbeginn als solche konzipiert war. So zwar, daß man das Gefälle der sozialen Standards nicht auch noch ausnützt und damit die Migration zusätzlich fördert. Jetzt könnte, wie Vilimsky richtig sagt, nur eine Nivellierung nach unten erfolgen.

    Der sogenannte Klimaschutz wird mit Kassandra-Rufen gefordert, die das aber am lautesten tun, müßten allerdings zuerst die EU samt freiem Personen- und vor allem Warenverkehr abschaffen. Gerade die feurigsten Klimaschützer wettern aber gleichzeitig gegen die Zerstörer Europas. Als wäre „Europa“ etwas anderes als ein Zentralamt für die Choreographie des Tanzes um das Goldene Kalb. Wenn mir jemand erklären könnte, welche die hehren europäischen Werte seien, wäre ich begierig, das zu hören. Orban ist ein Rufer in der Wüste, der nicht zum Verstummen wird gebracht werden können.

  2. Torres (kein Partner)
    09. Mai 2019 15:41

    Wichtig ist nicht so sehr, dass die EVP so weit nach rechts rückt, dass sie sich nicht mehr von den Rechtspartien unterscheidet; entscheidend ist, dass sie sich merklich und auf den ersten Blick für jeden sichtbar von den Linkspartein unterscheidet - das ist nämlich derzeit nicht der Fall.

  3. monofavoriten (kein Partner)
    09. Mai 2019 09:45

    der linksfaschismus (also der globale deep state) akzeptiert keine niederlage. die setzen zur not alles ausser kraft, um ihre totalitäre politik durchzuziehen. schließlich fühlen sie sich berufen...

  4. Forster
    09. Mai 2019 06:57

    Am 25.4.19 bezeichnete die sozialistische Abgeordnete im ungarischen Parlament, Ildikó Bangoné Borbély, in einem Interview alle Fidesz-Wähler, als RATTEN...

    Frage: "Wie ist es möglich, dass die Unterstützung des Fidesz weiter steigt, wenn wir sagen, dass [die MSZP] stetig abnimmt?

    Bangone: Dazu nur ein Satz...: Es gibt viele Ratten in Ungarn. Wenn shon das Rattenthema hier in Budapest auftaucht. Und das nicht nur in Budapest.

    Robert Kárász : Gut, was meinen Sie damit?

    Bangon : Jeder denkt so, der es will. Dies sollte gestoppt werden, ebenso die Ratteninvasion, da sie in Ungarn großen Schaden anrichten kann und in letzter Zeit verursacht hat."

    https://24.hu/belfold/2019/04/26/fidesz-patkany-bangone-borbely-ildiko/ #

  5. jaguar
    08. Mai 2019 12:20

    200% richtig. Steht in einer Reihe mit Sobiesky und Starhemberg(1683)!

  6. Forster
    08. Mai 2019 11:59

    Würde ich nicht seit 1992 v.a. in Ungarn und im Osten leben, hätte ich nie solche Blogs schreiben können, und wäre ich immer noch ein heillos unzufriedener, frustrierter brain-ge-wash-ter Altlinker, der sich heute auf politisch-korrekten Hassdemos mit den Omas-gegen-Rechts herumtreiben würde... Bis dann auch deren Lebensflämmchen langsam, unmerklich erlischt...

    • Wolfram Schrems
      08. Mai 2019 13:59

      Das ist ein bemerkenswertes Eingeständnis. Danke für diese Ehrlichkeit.

      Das linke Gedankengut kann eben nur Frustration bringen. Man sieht bei den "Haßdemos" und in linken Bezirken Wiens häufig ältere Leute, die durch Physiognomie und Adjustierung wie aus der Karikatur gesprungene Altlinke wirken. Irgendwie spielen sich die selber, hat man den Eindruck.

      Offenbar ist der Konformitätsdruck bei den Nonkonformisten enorm.

  7. Wolfram Schrems
    08. Mai 2019 09:53

    Danke für die profunden Ausführungen.

    Ich gestatte mir, auf meine Besprechung der erwähnten Orbán-Biographie von Igor Janke auf dieser Seite zgK hinzuweisen:
    https://www.andreas-unterberger.at/2014/12/viktor-orban-ij-ein-stuermer-in-der-politik/

  8. oberösi
    07. Mai 2019 19:20

    Gratulation zur treffenden Analogie zwischen den aktuellen und vergangenen Gespenstern!
    Igor Janke liegt übrigens auch bei mir auf dem Tisch,

    Gruß aus Orbán-Wickerls illiberaler Demokratie!

    • Wyatt
      08. Mai 2019 06:40

      …..ich beneide Sie!

    • Forster
      08. Mai 2019 11:56

      Würde ich nicht seit 1992 v.a. in Ungarn und im Osten leben, hätte ich nie solche Blogs schreiben können, und wäre ich immer noch ein heillos unzufriedener, frustrierter brain-ge-wash-ter Altlinker, der sich heute auf püolitisch-korrekten Hassdemos mit den Omas-gegen-Rechts herumtreiben würde... Bis dann auch deren Lebensflämmchen langs, unmerklich erlischt...

  9. lilibellt
    07. Mai 2019 17:16

    Herr Forster, danke, ein wahrer Lesegenuss.
    Fraglich bleibt, ob und wann die "konservativen" Schlafschafe ((C) Janich Oliver) in den deutschen Landen aufwachen. Die ewigen ÖVP-Wähler machen mich viel ratloser als die Anhänger der rot-grün-schattierten Gegenseite. Die Balkanroute wurde von einem erwachsenen (!), ideologisch gefestigten Politiker und besorgten Familienvater geschlossen, nicht von einem karrieretechnisch gleitfähig-geilo-mobilen Millenial und Karottenhosenträger mit communication skills. Herr Kurz ist mir nicht unsympathisch und sicher nicht unintelligent, aber welcher ernsthafter Mensch über 35 verspricht sich von der Welpenausgabe eines Karrieristen ohne Berufserfahrung die Lösung der sich aufgestauten Jahrhundertprobleme?

    • otti
      08. Mai 2019 10:55

      lilibellt:

      ohne mich als Kurz-Fan zu registrieren .
      Können Sie mir auch NUR 2 (damit man auswählen könnte) Personen nennen, die
      a) bereit sind,
      b) international nicht ins Abseits gestellt werden,
      c) jenes Mittelmaß finden, um nicht revolutionäres Gesindel hochkommen zu lassen ?

      Ich möchte damit nur sagen, auch wenn nicht alles so ist wie man will, muß man`s oft wollen wie es ist. Bei der Alternative Rot/Rosa/Grün wird mir dauerhaft schlecht...!

    • lilibellt
      08. Mai 2019 16:13

      Lieber @otti,
      Ihr Anforderungsprofil erfüllt wohl die Mehrheit des in Ö tätigen politischen Führungspotentials. Auch eine Rendi Wagner ist "bereit", wäre international geschätzt und würde sich gegen das Hochkommen von Extremisten, va. am rechten Rand (ich nehme an, Sie meinen nicht die linken Grenzgänger, die ja bereits an den Schalthebeln der Macht sitzen?) engagieren. Genauso passt es auf Kurz. Oder auf Hofer. Sogar auf Pilz.
      Ich tendiere normalerweise auch zum Pragmatismus wie Sie, aber nur die schlimmere Alternative zu verhindern, ist in Zeiten des Umbruches auf Dauer keine Existenzberechtigung einer politischen Bewegung, auch wenn es bei den Sozialisten sehr lange funktioniert hat.

    • lilibellt
      08. Mai 2019 16:32

      @otti: Ich möchte Ihrer Frage nicht ausweichen. Aber alles läuft darauf hinaus, ob man an das Nahen einer Krise glaubt oder nicht. Ich zähle mich zu ersteren. Wenn ich Unrecht habe, ist Kurz weder eine gute noch schlechte Wahl. Wenn ich Recht habe, haben wir ein Pflaster auf eine ungereinigte Wunde geklebt.

  10. Bürgermeister
    07. Mai 2019 12:33

    Ich habe viele Sympathien für Hrn. Orban, er kämpft mit offenem Visier - das ist im Westen schon lange nicht mehr üblich. Aber politisch ist er ein Zwerg (wie Österreich), unbedeutend und nur deshalb weil er sich knapp unter der Wahrnehmungsgrenze bewegt lässt man ihn gewähren.

    Politik war und ist seit jeher das Recht des Stärkeren. Wenn eine Merkel beschließt ab morgen das Parteiprogramm der Grünen vollständig zu übernehmen steht ein Habeck übermorgen nackt da (bis auf ein paar johlende Journalistinnen). Der Wählerzustrom wäre in dem Fall erheblich größer als die Verluste (indirekt hat sie damit ja auch die wirtschaftliche Vernichtung Deutschlands beschlossen) denn wohin sollten sich die eigenen Enttäuschten wenden? An die Grünen - die das gleiche Programm haben?
    Wenn Sie ihn nicht demütigen will bindet sie ihn offiziell mit Ämtern und Pöstchen ein und als "Little shit Häuptling" darf er sogar einige eigene Pöstchen vergeben.

    Tatsache ist, er hat und kann nichts entscheiden wenn Sie es nicht will und das weiß er hoffentlich auch.

    Wenn sie sich entschließt ganze Branchen sterben zu lassen (wie in der Energie-industrie oder bald in der Autoindustrie) dann reicht die wirtschaftliche Potenz Deutschlands aus, um was neues zu erfinden. Der gleiche Entschluss in Österreich oder in Ungarn würde zum augenblicklichen wirtschaftlichen Kollaps führen, die Kapazitäten für eine "Energiewende" (blöder Begriff) oder eine "Verkehrswende" sind nicht vorhanden. Der gleiche Beschluss wie in Deutschland führt in den kleineren Ländern zum augenblicklichen Tod.

    Verstehen Sie mich nicht falsch, ich würde mir jemanden wie ihn auch in Österreich wünschen aber die Entscheidung über die europäische Zukunft trifft nicht er, die fällt ganz wo anders (so wie die Brexit-Entscheidung auch nicht in Großbritannien getroffen worden ist).

    • Forster
      07. Mai 2019 12:48

      Warten wir ab... Aber ich glaube, dass Orban im Westen massiv unterschätzt wird: Gerade eben hat der amerikanische Außenminister Pompeo seinen Deutschlandbesuch für den heutigen Dienstag kurzfristig (!) abgesagt. Nächsten Donnerstag empfängt Trump Orban in Washington... "In der Politik geschieht nichts zufällig." (Roosevelt)

    • Forster
      07. Mai 2019 12:49

      @forster
      Korrektur: "nächsten Montag, 13.5."

    • Bürgermeister
      08. Mai 2019 08:18

      Der Imperator sollte sich um wichtigere Probleme als Europa kümmern. Über die Gründe warum er gerade jetzt seine Aufmerksamkeit nach Ungarn fokussiert kann man spekulieren. Für mich bleibt es ein Nebenkriegsschauplatz, der Entscheidungskampf findet wo anders statt.

  11. Konrad Hoelderlynck
    07. Mai 2019 11:39

    Dieses "Gespenst" klingt mir durchaus nach einer seriösen politischen Option (VISEGRAD) und halte ich eine solche politische Liaison für ernsthaft erstrebenswert um mitzuhelfen eine EUdSSR verhindern zu helfen.

  12. Forster
    07. Mai 2019 09:46

    Der Film gilt mittlerweile auch in Psycho-Workshops als Musterbeispiel für Resillienz (psychische Widerstandsfähigkeit als Fähigkeit, Krisen zu bewältigen und sie durch Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen als Anlass für Entwicklungen zu nutzen.)
    Das fasziniert Orban daran: "Zuerst erscheint die Lage aussichtslos. Um zu siegen genügt es nicht, nur schießen zu können. Man muss auch den Verstand benutzen. Aber auch die Großzügigkeit darf einem nicht fremd sein. Du musst deine Feinde kennen, wissen, was sie wirklich antreibt. Und dann nicht vor dem Kampf zurückschrecken, angreifen und siegen." (Orban in: "Ein Stürmer in der Politik" - Biographie von Igor Janke)
    "Der Film ist eine einfache Erzählung vom Kampf zwischen Gut und Böse, von Rache und Entschlossenheit. Sein ganzes Leben stellt der Held in den Dienst mit der Abrechnung mit dem Bösen. schließlich erreicht er sein Ziel: In einem sauberen Duell macht er dem Übeltäter den Garaus. Die Welt kehrt wieder in ihre Bahnen zurück." (Janke)

    • Kyrios Doulos
      07. Mai 2019 20:56

      Danke für Buchempfehlung und überhaupt für den Artikel. Sehr essentiell! Ein Genuß.

  13. Collector
    07. Mai 2019 09:17

    Ein hervorragender Beitrag! Gratuliere!

    Die Rechten retten Europa vor der Kurz-Karas-Weber-AKK-Söder-Macron-Timmermans-EU.

  14. Ai Weiwei
    07. Mai 2019 09:12

    "Der Film "Spiel mir das Lied vom Tod" ist des ungarischen Ministerpräsidenten Orbans deklarierter Lieblingsstreifen"

    Das ausgerechnet dies der Lieblingsfilm von Orban ist sagt auch etwas über die Persönlichkeit von Orban aus ....

    Ausgerechnet am 13. Mai, wenige Tage vor der EU-Wahl trifft sich der erklärte EU-Gegner - und gleichzeitig Gegner von allen mutlinationalen Bündnissen & Organisationen - US-Präsident Trump mit Orban:

    Derselbe Trump der andauernd Deutschland piesackt und am liebsten aus Deutschland ein unsouveränes Land, also eine Amerkianische Kolonie machen will.

    Derselbe Trump der ständig Drohungen in Bezug auf Zoll- & Handelskriege gegen Europa von sich gibt.

    Seit Monaten gibt es die Trump-Drohung dass die Auto-Zölle für Europ. Autos vervielfacht werden. Niemand weiß wie es mit den Auto-Zöllen weiter gehen wird.

    In der gesamten Zeit seit dem 2. Weltkrieg, also seit 1945 waren die USA ein deklarierter Freund der Europäer, besonders der Westeuropäer, mehr als 70J. lang hat die USA alles getan um den Kontinent der eigenen Vorfahren - die über den Atlantik auswanderten - zu verstehen, zu stabilisieren & zu unterstützen. Politisch, militärisch & wirtschaftlich.

    Seit mehr als 70Jahren haben die USA alles getan um ein guter, berechenbarer, verlässlicher Partner u. Freund der Europäer zu sein. Und die USA haben auch das Einigungswerk, also die EU, die ganze Zeit unterstüzt.

    Das hat sich seit Trump drastisch geändert. Mehrfach wurden die Außenminister ausgetauscht. Kaum ein Regierungsmitglied in den USA hat irgend ein eigenständiges Profil, weil alle wissen: Trump muss wortwörtlich und täglich je nach seiner Tageslaune und seinen täglichen Twittermeldungen gehorcht werden.

    Trumps Politik ähnelt einem Pokerspiel: Er bleibt ständig unbestimmt, ständig ist eine jede Wendung und Hakenschlag möglich. Heute lächelt er u. morgen kann er schon ganz böse sein. Heute sagt er dies u. morgen sagt er das Gegenteil. Trump bleibt ständig vage und unberechenbar.

    Deshalb ist es total offen was dieser Staatsbesuch von Orban bei Präs. Trump für Folgen haben wird. Wird es eine Wahlwerbung für Orban?

    Durchaus denkbar: Orban spekuliert darauf, dass Trump ihn ganz ähnlich unterstützt wie er Netanjahu vor dessen Wahl unterstützte, mit den Themen Botschaft, Iran und Golanhöhen. Oder wie Trump Jair Bolsonaro den brasilianischen Präsidenten bei dessen Wahl unterstützte.

    Orban und Trump werden alles tun um in Washington ein Signal an die ungarischen Wähler aus zu senden: "Seht doch her wie wichtig Ungarn sogar für Amerika ist. Was hat Orban doch aus dem Land gemacht - dass Ungarn u. Orban jetzt sogar in Washington so geschätzt wird u. wichtig genommen wird. Daher das Signal an d. ungar. Bevölkerung: Wählt die Fidesz bei der EU-Wahl."

    Man muss auch verstehen: Die Medien, vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen bis zu den anderen großen Medien - die sind in Ungarn alle gleichgeschaltet! Das ist ein Propagandaapparat für Orban u. Fidesz. Also die ungarische Bevölkerung wird überschwemmt werden mit Jubelberichten über das "Super-Treffen" in Washington.

    Auch für Trump ist es e. klare Sache: Endlich hat er einen Hebel um direkt in der EU - in ihrem Inneren - massiv Einfluss aus zu üben. Und der Mann, also Orban bietet sich auch selber dankbar an für diesen Job.

    Ich erwarte dass Trump dem Herrn Ministerpräs. Orban vor aller Öffentlichkeit u. vor allen Fernsehkameras eine wichtige Auszeichnung überreichen wird:

    Einen Orden für "Besondere Verdienste der europäisch-amerikanischen Zusammenarbeit" irgendeine "Freiheitsmedaille" oder so ähnlich. Ich erwarte das Trump alles Erdenkliche tun wird um der Welt zu zeigen: "Orban wird von mir viel mehr geschätzt als BK Merkel und überhaupt Deutschland."
    Alle beide, Trump wie auch Orban werden alles tun damit möglichst eindrückliche Bilder entstehen: "Die Kraft und die Macht der Bilder" - das ist sehr wichtig in d. heutigen Politik, das ist allgemein bekannt.

    Meine Frage: Wird Trump bei dem Staatsbesuch auch Ungarn kritisch auf seine Verteidigungsausgaben und auf d. ungarischen Beitrag für die NATO ansprechen? Hat Ungarn die 2-Prozent der Verteidigungsausgaben für d. NATO schon erreicht? Wird Trump dem Herrn Orban in dem Punkt auch so auf die Nerven gehen wie er den Deutschen andauernd auf die Nerven geht?

    Mein Tipp ist: Diesem Staatsbesuch von Orban in Washington nur genau die Aufmerksamkeit zukommen lassen die angebracht ist. Und nicht zu viel. Warum soll wertvolle Sendezeit verschwendet werden nur wegen einer Wahlveranstaltung - die diesmal halt nicht in Ungarn sondern in Washington stattfindet.

    Keinesfalls zu viel über diesen Staatsbesuch berichten! Das muss sachlich abgewogen werden. Ungarn beansprucht 18 Sitze im EU-Parlament, davon hat derzeit die Fidesz 12.

    Die ganze EVP hat dzt. im EU-Parlemt 216 Sitze. Insgesamt hat das EU-Parlament 751 Sitze.

    Es wird spannend wie die Bürger wählen werden. Und es wird spannend wie die politischen Prozesse sowie Koalitionen im EU-Parlament sein werden .....

    • Forster
      07. Mai 2019 09:40

      Der Film gilt mittlerweile auch in Psycho-Workshops als Musterbeispiel für Resillienz (psychische Widerstandsfähigkeit als Fähigkeit, Krisen zu bewältigen und sie durch Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen als Anlass für Entwicklungen zu nutzen.)
      Das fasziniert Orban daran: "Zuerst erscheint die Lage aussichtslos. Um zu siegen genügt es nicht, nur schießen zu können. Man muss auch den Verstand benutzen. Aber auch die Großzügigkeit darf einem nicht fremd sein. Du musst deine Feinde kennen, wissen, was sie wirklich antreibt. Und dann nicht vor dem Kampf zurückschrecken." (Orban-Biographie: "Ein Stürmer in der Politik" - Igor Janke)

  15. pressburger
    07. Mai 2019 07:24

    Die Linken haben nicht Angst die Macht zu verlieren. Dafür sind sie viel zu gut positioniert. Die Stimmen der meisten Wähler in der EU sind ihnen sicher.
    Das Ziel der Linken war es, nach dieser EU "Wahl" die absolute Macht in der EU zu erreichen. Dieses Ziel werden die Merkelisten höchstwahrscheinlich nicht erreichen.
    Die Linken, die sich auch als CDU, ÖVP, FDP, Neos tarnen, wollen und müssen unbedingt eines verhindern. Die parlamentarische Legitimierung der rechten, der Konservativen Parteien.
    Die Linke hat Angst sich den Fragen einer wirklichen Opposition stellen zu müssen. Bereits ein Vorgeschmack, dass wirken der Afd, im Linkstag zu Berlin.

  16. Wyatt
    07. Mai 2019 06:34

    Hoch und lang lebe Victor Orbán!





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