Jean Zieglers lebenslanger Kreuzzug gegen den Kapitalismus

Lesezeit: 3:00

Die liberale Marktwirtschaft, oder, wie deren Feinde zu sagen pflegen, "der Kapitalismus", war und ist die wirkungsvollste Wohlstandsproduktionsmaschine aller Zeiten. Kein anderes System führt zu einer effizienteren Allokation der Ressourcen als das auf privatem Eigentum an den Produktionsmitteln und auf bürgerlicher Vertragsfreiheit basierende Wirtschaftssystem der westlichen Welt.

Am Beginn des 21. Jahrhunderts sind Hunger und Elend überall dort in der Welt besiegt, wo nach kapitalistischen Grundsätzen gewirtschaftet wird. Nur da, wo sozialistischer Schlendrian, Korruption und/oder auf Klasse, Rasse oder Religion beruhender Kollektivismus herrscht, wird auch heute noch gedarbt. Hungerkatastrophen, wie sie durch die Kollektivierung der Landwirtschaft in der Sowjetunion oder durch Maos "Großen Sprung nach vorn" ausgelöst wurden, sind in der "kapitalistischen Welt" unbekannt.

All diese Fakten können einen Mann nicht von der Überzeugung abbringen, dass das Heil der Menschheit vom Sozialismus ausginge: Jean Ziegler. Der 84 Jahre alte Globalisierungskritiker ist davon überzeugt, der Kapitalismus trage an allen Missständen dieser Welt die alleinige Schuld. Am 3. April dieses Jahres durfte der rabiate Schweizer im Programm ORF1 seine seit vielen Jahrzehnten von Fakten in keiner Weise angekränkelten Gedanken zum Besten geben (Link zur Sendung).

In der von den Medien als eine Art Jeanne d’Arc des Kampfes gegen den "Klimawandel" gefeierten Greta Thunberg sieht Ziegler eine Verbündete im Kampf gegen den Kapitalismus. Der ist, nach Meinung Zieglers, auch für die größten Umweltsünden und den "Klimawandel" verantwortlich. Dass es die Staaten des sozialistischen Ostblocks waren, die den übelsten Umweltfrevel zu verantworten hatten, ficht den Mann nicht an. Nach marxistischer Lesart ist eben nur wahr, was dem Sozialismus nützt.

Anders als die Apokalyptiker des "Club of Rome", die meinen, die Welt könne nicht mehr als eine Milliarde Menschen dauerhaft ertragen, nennt der ehemalige Freund und Chauffeur des Massenmörders Ernesto "Che" Guevara die Zahl von 12 Milliarden, die problemlos zu ernähren wären – wenn, ja wenn nicht das menschenfeindliche System des Kapitalismus die Welt beherrschte. Nur die mit dem Sozialismus einhergehende, "soziale Gerechtigkeit" würde ein sorgenfreies Leben im Überfluss garantieren.

Doch wo gehobelt wird, da fallen auch Späne. Recht genau vier Jahre ist es her, dass Ziegler – ebenfalls im ORF – ausführte: "Spekulanten gehören aufgehängt! Punkt" (Link zu einem Kommentar dazu). Da der Begriff "Spekulant" bei entsprechender Definition auf jedermann zutrifft, der aus seiner beruflichen Tätigkeit Nutzen zieht, indem er zum Beispiel Waren billiger einkauft, als er sie verkauft, können sich die Betroffenen schon heute ausmalen, was ihnen blühen würde, bekämen Ziegler & Genossen eines Tages die Macht in die Hand, ihre Weltrettungspläne ins Werk zu setzen. Mit zum Aufhängen geeigneten Hanfseilen wäre dann ein Vermögen zu verdienen.

Dass der österreichische "Bund sozialistischer Freiheitskämpfer" sich nicht schämte, dem notorischen Israelhasser Ziegler die "Otto-Bauer-Plakette für Verdienste im Kampf gegen Rechtsradikalismus und Faschismus" zu verleihen, sei nur am Rande erwähnt.

Fazit: Jean Ziegler will die "kapitalistische Terrorgesellschaft" (sic!) weghaben. Und mit ihr all ihre Apologeten. Was für eine schöne neue Welt – ohne schnöden Egoismus, ohne Raffgier und ohne Profitstreben, wenn auch mit leeren Regalen und frierend in der unbeleuchteten, feuchten Plattenbauruine hockend. Immerhin aber vereint und gleich in Armut und Elend. Stalin, Mao und Pol Pot hätten an seinem Kampf ihre helle Freude gehabt.

Andreas Tögel, Jahrgang 1957, ist Kaufmann in Wien.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorPeregrinus
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    01. Mai 2019 15:25

    Auch die grundvernünftigen Schweizer haben ihre Narren. Zumindest alle paar Jahrzehnte tritt einer auf, der weiß, wie die Welt zu verbessern ist. Da gab’s einmal einen gewissen Hans Adolf Pestalozzi - nicht zu verwechseln mit dem berühmten Schweizer Pädagogen Alfons Pestalozzi – der nach seinem Ausscheiden aus dem Migros-Konzern sehr lautstark und mit kräftiger Unterstützung des ORF seine unsinnigen Weisheiten in die Mikrophone schrie. Seit einiger Zeit tritt der Erlöser Jean (recte: Hans) Ziegler auf. Seine Kontakte zu politischen Sc hwerstverbrechern hindern gewisse Kreise nicht, ihn immer wieder über die Massenmedien zu Wort kommen zu lassen. Seine Aufrufe zur Gewalt, werden von seinen Förderern nicht verworfen, sondern mehr als „clam-heimlich“ zumindest indirekt gutgeheißen (siehe: Ordensverleihung). Wer dagegen das Wort „konzentriert“ verwendet, dem wird gleich das Gutheißen der Konzentrationslager und der darin geschehen Massenmorde unterstellt. – Konzentriertes Lernen ist wohl ebenfalls ein Verbrechen.

  2. Ausgezeichneter Kommentatorpressburger
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    01. Mai 2019 23:43

    Hans Ziegler stellt eine Querverbindung zu der Meinung von Herrn Unterberger über Hass und Neid, dar. Ziegler scheut es nicht seine Hasstiraden, gegen die "Spekulanten" in den Medien zu verbreiten. Für Ziegler sind Spekulanten ein dehnbarer Begriff. In diese Kategorie gehören für Ziegler alle Menschen die es zu einen gewissen Wohlstand gebracht haben. Als Linker, ist Ziegler etwas gleicher. Würde Blocher, dass gleiche, nur im umgekehrten Sinne gesagt haben, wäre er medial gelyncht worden.

  3. Ausgezeichneter Kommentatorotti
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    02. Mai 2019 10:09

    Herr Tögel : ******************************************

    erschreckend für MICH ist, daß einige MEINER Bekannten diesem alten Kommunisten
    durchaus etwas abgewinnen können.

    Interessanterweise sind es aber alle ehemalige pragmatisierte Beamte...Akademiker !
    Wird nicht repräsentativ sein, aber irgendwo zeigt es schon eine Geisteshaltung an.

  4. Ausgezeichneter Kommentatoroberösi
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    01. Mai 2019 16:24

    "....frierend in der unbeleuchteten, feuchten Plattenbauruine hockend. Immerhin aber vereint und gleich in Armut und Elend."

    Aber die Nomenklatura wohnt bittesehr schon in Wandlitz resp. Kaasgraben...

  5. Ausgezeichneter KommentatorKonrad Hoelderlynck
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    01. Mai 2019 15:35

    Ziegler ist ein erbärmlicher Tropf.

  6. Ausgezeichneter KommentatorNeppomuck
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    04. Mai 2019 10:54

    "Entre le faible et le fort c'est la liberté qui opprime et c'est la loi qui libère.“ (J. -J. Rousseau)
    Dieses Zitat habe ich vor Jahren von Ziegler vernommen und war durchaus einverstanden mit der darin verpackten Aussage.

    Jedoch seine eigene Erkenntnis (O-Ton)
    "Das organisierte Verbrechen bildet die höchste Entwicklungsstufe des Kapitalismus.“ führte dann allerdings seinen Anspruch, ein ernst zu nehmender Philosoph zu sein, für mich brutal ad absurdum.

  7. Ausgezeichneter KommentatorTorres
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    04. Mai 2019 11:41

    Ziegler war übrigens Mitbegründer des "Gaddafi-Preises für Menschenrechte". Viel mehr muss man eigentlich nicht über Zieglers Auffassung von Menschenrechten sagen.

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorNeppomuck
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    04. Mai 2019 10:54

    "Entre le faible et le fort c'est la liberté qui opprime et c'est la loi qui libère.“ (J. -J. Rousseau)
    Dieses Zitat habe ich vor Jahren von Ziegler vernommen und war durchaus einverstanden mit der darin verpackten Aussage.

    Jedoch seine eigene Erkenntnis (O-Ton)
    "Das organisierte Verbrechen bildet die höchste Entwicklungsstufe des Kapitalismus.“ führte dann allerdings seinen Anspruch, ein ernst zu nehmender Philosoph zu sein, für mich brutal ad absurdum.

  2. Ausgezeichneter KommentatorTorres
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    04. Mai 2019 11:41

    Ziegler war übrigens Mitbegründer des "Gaddafi-Preises für Menschenrechte". Viel mehr muss man eigentlich nicht über Zieglers Auffassung von Menschenrechten sagen.

alle Kommentare

  1. Torres (kein Partner)
    04. Mai 2019 11:41

    Ziegler war übrigens Mitbegründer des "Gaddafi-Preises für Menschenrechte". Viel mehr muss man eigentlich nicht über Zieglers Auffassung von Menschenrechten sagen.

  2. Neppomuck (kein Partner)
    04. Mai 2019 10:54

    "Entre le faible et le fort c'est la liberté qui opprime et c'est la loi qui libère.“ (J. -J. Rousseau)
    Dieses Zitat habe ich vor Jahren von Ziegler vernommen und war durchaus einverstanden mit der darin verpackten Aussage.

    Jedoch seine eigene Erkenntnis (O-Ton)
    "Das organisierte Verbrechen bildet die höchste Entwicklungsstufe des Kapitalismus.“ führte dann allerdings seinen Anspruch, ein ernst zu nehmender Philosoph zu sein, für mich brutal ad absurdum.

  3. otti
    02. Mai 2019 10:09

    Herr Tögel : ******************************************

    erschreckend für MICH ist, daß einige MEINER Bekannten diesem alten Kommunisten
    durchaus etwas abgewinnen können.

    Interessanterweise sind es aber alle ehemalige pragmatisierte Beamte...Akademiker !
    Wird nicht repräsentativ sein, aber irgendwo zeigt es schon eine Geisteshaltung an.

    • werauchimmer
      02. Mai 2019 14:16

      "Wird nicht repräsentativ sein, aber irgendwo zeigt es schon eine Geisteshaltung an."

      Nee, das zeigt keine Geisteshaltung, sondern ein Standesinteresse an, und korreliert in etwa mit jenem wachsenden Anteil von Akademikern, dessen Entlohnung direkt aus Zwangsabgaben erfließt.

  4. pressburger
    01. Mai 2019 23:43

    Hans Ziegler stellt eine Querverbindung zu der Meinung von Herrn Unterberger über Hass und Neid, dar. Ziegler scheut es nicht seine Hasstiraden, gegen die "Spekulanten" in den Medien zu verbreiten. Für Ziegler sind Spekulanten ein dehnbarer Begriff. In diese Kategorie gehören für Ziegler alle Menschen die es zu einen gewissen Wohlstand gebracht haben. Als Linker, ist Ziegler etwas gleicher. Würde Blocher, dass gleiche, nur im umgekehrten Sinne gesagt haben, wäre er medial gelyncht worden.

  5. oberösi
    01. Mai 2019 16:24

    "....frierend in der unbeleuchteten, feuchten Plattenbauruine hockend. Immerhin aber vereint und gleich in Armut und Elend."

    Aber die Nomenklatura wohnt bittesehr schon in Wandlitz resp. Kaasgraben...

  6. Konrad Hoelderlynck
    01. Mai 2019 15:35

    Ziegler ist ein erbärmlicher Tropf.

  7. Peregrinus
    01. Mai 2019 15:25

    Auch die grundvernünftigen Schweizer haben ihre Narren. Zumindest alle paar Jahrzehnte tritt einer auf, der weiß, wie die Welt zu verbessern ist. Da gab’s einmal einen gewissen Hans Adolf Pestalozzi - nicht zu verwechseln mit dem berühmten Schweizer Pädagogen Alfons Pestalozzi – der nach seinem Ausscheiden aus dem Migros-Konzern sehr lautstark und mit kräftiger Unterstützung des ORF seine unsinnigen Weisheiten in die Mikrophone schrie. Seit einiger Zeit tritt der Erlöser Jean (recte: Hans) Ziegler auf. Seine Kontakte zu politischen Sc hwerstverbrechern hindern gewisse Kreise nicht, ihn immer wieder über die Massenmedien zu Wort kommen zu lassen. Seine Aufrufe zur Gewalt, werden von seinen Förderern nicht verworfen, sondern mehr als „clam-heimlich“ zumindest indirekt gutgeheißen (siehe: Ordensverleihung). Wer dagegen das Wort „konzentriert“ verwendet, dem wird gleich das Gutheißen der Konzentrationslager und der darin geschehen Massenmorde unterstellt. – Konzentriertes Lernen ist wohl ebenfalls ein Verbrechen.





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