Ehrentitel „Schweigekanzler“ drucken

Lesezeit: 1:30

Die Heckenschützen schleudern den Schmutz aus allen Rohren. Sieben Tage die Woche, 24 Stunden am Tag. Sie mühen sich mit jeder Zeile und in jeder Minute, den politischen Feind anzupatzen. Zur Bildungsreform, um ein aktuelles Beispiel aufzugreifen, gibt etwa der ORF unbedarften Hausfrauen und ideologisierten Lehrern jeden Raum zum Versuch, den Rückweg aus der verheerenden Bildungssackgasse der schreib- und leseschwachen Volksschüler doch noch zu verbarrikadieren.

Dass nach eindeutigen Umfrageergebnissen und nach Meinung objektiver Fachleute die beschlossene Bildungsreform für dringend notwendig gehalten wird, verfällt dem medialen Schweigen.

Apropos Schweigen: Der jüngste Schuss von der linken Flanke sollte den Regierungschef treffen. "Schweigekanzler" heißt das beschlossene Unwort des Jahres, das nicht einmal neu ist.  Mit dieser Munition hat man nämlich schon auf Bundeskanzler Wolfgang Schüssel gefeuert, dem vorletzten Nichtlinken am Ballhausplatz. Nach Abgang des Herrn Silberstein trocknet der rotgrüne Einfallsreichtum halt aus.

Der Hintergrund: Sebastian Kurz reagiert zum Ärger seiner Gegner nicht auf jedes Gekläff mit einem lautem Gebell, wie es in manchen Wohnvierteln in heißen Sommernächten den Menschen den Schlaf raubt. Reden ist Silber, Schweigen ist Gold, lautet eine alte Volksweisheit. Geredet haben Gusenbauer, Faymann und Kern genug, nur weitergegangen ist nichts.

Man muss dem schweigsamen Sebastian Kurz dankbar sein, dass er seine Kraft nicht zum Gequengel über jeden miesen Zuruf verschwendet. Wenn er redet, dann sagt er auch etwas. Was sie nicht bedacht haben: "Schweigekanzler" – das lässt sich in der Quatschbude der Politik nur als Ehrentitel verstehen.

Willi Sauberer, Schüler Hugo Portischs, war Mitarbeiter der ÖVP-Politiker Gorbach, Klaus und Withalm und von 1971 bis 1994 Chefredakteur einer kleinen Salzburger Tageszeitung. Der katholische Journalist publiziert zu zeitgeschichtlichen, lokalgeschichtlichen und volkskulturellen Themen.

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  1. Ausgezeichneter KommentatorFreisinn
    15x Ausgezeichneter Kommentar
    06. Dezember 2018 18:54

    Jeder muss stigmatisiert werden, der die Freiheitlichen nicht kritisiert: das betrifft alle Österreicher vom Bundeskanzler abwärts: Regierungsmitglieder, aber auch Künstler sowie alle, die in der Öffentlichkeit stehen. Insbesondere ORF-Reporter sehen darin offenbar eine wichtige Funktion, Interviewpartner in diese Richtung zu drängen und ihnen Kritik an den Freiheitlichen in den Mund zu legen. Nur wenige wie Gabalier können es sich leisten, diesem Dauerbombardement zu widerstehen. Ambros uä versuchen auf diese Weise, wieder in die Schlagzeilen zu kommen.

    Genau so ticken die meisten Elite-Sozis - viel mehr bringen sie nicht mehr zusammen. Das sind letzte Zuckungen eines Tyrannosaurus.

  2. Ausgezeichneter KommentatorEl Capitan
    9x Ausgezeichneter Kommentar
    08. Dezember 2018 11:51

    Kanzler Kurz schweigt nicht, ganz im Gegenteil. Er ist fast schon pausenlos in den "sozialen" Medien präsent, hält eine Pressekonferenz nach der anderen, rauscht durch alle möglichen Privatsender, allen voran Servus-TV und oe24tv und erscheint neuerdings sogar auf den Titelseiten von gleich zwei prominenten US-Magazinen.
    Der Mann flutscht, wie man so schön sagt, er ist präsent, er dominiert, er ist eloquent und redet alle an die Wand, sogar den Armin. Trotzdem ist er der "Schweigekanzler".

    Die Gründe, warum Herr Kurz als "Schweigekanzler" abgekanzelt wird, liegen auf der Hand:
    1) Er sagt nie das, was die Linken hören wollen und
    2) den Linken sind die Ideen ausgegangen.

    Die Lage verschlimmert sich sogar (nicht für Herrn Kurz, wohlgemerkt), denn der ORF munitioniert zugunsten der Linken weiter auf und in den linken Parteien (CDU, SPD, Grüne, Dunkelrote, SPÖ, NEOs, Jetzt usw.) sind ziemlich humor- und eher ideenlose Damen vorne dran, denen außer neuen Quotenregelungen und mehr "Gerechtigkeit" nichts einfällt.

    Die Unwörter des Jahres wären demnach für mich:
    1) Opposition
    2) 2) Parteivorsitzende - und
    3) Einzelfall (wurde hier schon genannt)
    Zusatzzahl:
    Donnerstagsdemo

    Hugh, ich habe gesprochen.

  3. Ausgezeichneter Kommentatoroberösi
    7x Ausgezeichneter Kommentar
  4. Ausgezeichneter KommentatorAusgebeuteter
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    07. Dezember 2018 13:20

    Gott-sei-Dank gibt nicht Sebastian Kurz zu jeder Wortspende von anderen Leuten gleich eine Antwort. Wir sehen ja an anderen Zeitgenossen, welche unbedachte Äußerungen vorschnell in den Sozialen Medien kundtun (siehe Twitterpräsident Trump), um Aufmerksamkeit zun wecken.

    Leider haben es viele Leute verlernt zu überlegen, wann, wie und ob es überhaupt es notwendig ist, eigene Meinungen kundzutun. Besser wäre es, die legendären drei Siebe von Sokrates (Wahrheit, Güte und Notwendigkeit) ständig als Prüfung zu verwenden.

    Übrigens:
    Zum Unwort des Jahres wurde ich gar nicht gefragt. Mein Vorschlag wäre gewesen: Einzelfall.

  5. Ausgezeichneter Kommentatorsimplicissimus
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    07. Dezember 2018 16:21

    Der Schmutzigsten Partei Oesterreichs steht es ja in bester Silbersteinscher Tradition frei, die Schmutzkuebelpolitik der letzten Jahrzehnte fortzusetzen nach dem Motto:

    Patz den Gegner an, wo es nur geht!

    Nummer EINS im Anpatzen und Vernadern, Letztbaenkler in Gesellschafts- und Wirtschaftspolitik, da setzt es nur FUENFER.

    Gottseidank erkennen das immer mehr Leute.
    Nur weiter so, Sozis! Was Euch an positiven Ideen fehlt wird durch Untergriffigkeiten wettgemacht. Zu mehr reicht's halt nicht.

  6. Ausgezeichneter KommentatorKonfrater
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    10. Dezember 2018 14:07

    Was die Wahl zum Wort des Jahres betrifft, kann ich aus eigener Erkenntnis etwas beisteuern.

    Vor rund zwei Jahrzehnten bin ich - da ich damals vorübergehend einen universitären Dienstvertrag hatte - auf die Liste derjenigen gelangt, die dazu befragt wurden. Im ersten Jahr habe ich der Sache wenig Aufmerksamkeit gewidmet und irgend etwas angekreuzt. Im Jahr darauf war mir die ideologische Schlagseite der zur Auswahl stehenden Worte zu eindeutig und ich habe daher vom Recht Gebrauch gemacht, einen eigenen Gegenvorschlag zu machen. Ein drittes Mal bin ich nicht gefragt worden.

    Ich weiß aber, dass mehrere eher links stehende meiner damaligen Kollegen bis heute Jahr für Jahr wieder befragt werden. Anders gesagt: Wer brav die ideologisch eindeutigen Vorschläge ankreuzt wird wieder befragt, wer das nicht tut, wird aus dem Sample ausgemustert. So hat man innerhalb weniger Jahre eine Auswahl an Befragten, die verlässlich das ankreuzen, was erwünscht ist. Von einer tatsächlichen "Wahl" ist der Vorgang allerdings weit entfernt: Es ist eine rein ideologische Aktion.

alle Kommentare drucken

  1. Konfrater
    10. Dezember 2018 14:07

    Was die Wahl zum Wort des Jahres betrifft, kann ich aus eigener Erkenntnis etwas beisteuern.

    Vor rund zwei Jahrzehnten bin ich - da ich damals vorübergehend einen universitären Dienstvertrag hatte - auf die Liste derjenigen gelangt, die dazu befragt wurden. Im ersten Jahr habe ich der Sache wenig Aufmerksamkeit gewidmet und irgend etwas angekreuzt. Im Jahr darauf war mir die ideologische Schlagseite der zur Auswahl stehenden Worte zu eindeutig und ich habe daher vom Recht Gebrauch gemacht, einen eigenen Gegenvorschlag zu machen. Ein drittes Mal bin ich nicht gefragt worden.

    Ich weiß aber, dass mehrere eher links stehende meiner damaligen Kollegen bis heute Jahr für Jahr wieder befragt werden. Anders gesagt: Wer brav die ideologisch eindeutigen Vorschläge ankreuzt wird wieder befragt, wer das nicht tut, wird aus dem Sample ausgemustert. So hat man innerhalb weniger Jahre eine Auswahl an Befragten, die verlässlich das ankreuzen, was erwünscht ist. Von einer tatsächlichen "Wahl" ist der Vorgang allerdings weit entfernt: Es ist eine rein ideologische Aktion.

  2. El Capitan
    08. Dezember 2018 11:51

    Kanzler Kurz schweigt nicht, ganz im Gegenteil. Er ist fast schon pausenlos in den "sozialen" Medien präsent, hält eine Pressekonferenz nach der anderen, rauscht durch alle möglichen Privatsender, allen voran Servus-TV und oe24tv und erscheint neuerdings sogar auf den Titelseiten von gleich zwei prominenten US-Magazinen.
    Der Mann flutscht, wie man so schön sagt, er ist präsent, er dominiert, er ist eloquent und redet alle an die Wand, sogar den Armin. Trotzdem ist er der "Schweigekanzler".

    Die Gründe, warum Herr Kurz als "Schweigekanzler" abgekanzelt wird, liegen auf der Hand:
    1) Er sagt nie das, was die Linken hören wollen und
    2) den Linken sind die Ideen ausgegangen.

    Die Lage verschlimmert sich sogar (nicht für Herrn Kurz, wohlgemerkt), denn der ORF munitioniert zugunsten der Linken weiter auf und in den linken Parteien (CDU, SPD, Grüne, Dunkelrote, SPÖ, NEOs, Jetzt usw.) sind ziemlich humor- und eher ideenlose Damen vorne dran, denen außer neuen Quotenregelungen und mehr "Gerechtigkeit" nichts einfällt.

    Die Unwörter des Jahres wären demnach für mich:
    1) Opposition
    2) 2) Parteivorsitzende - und
    3) Einzelfall (wurde hier schon genannt)
    Zusatzzahl:
    Donnerstagsdemo

    Hugh, ich habe gesprochen.

    • Backroll (kein Partner)
      13. Dezember 2018 23:18

      In einem Punkt kann man den "Schweigekanzler" gelten lassen: Kurz tritt mehr auf der internationalen Bühne auf, teils auch bedingt durch die aktuelle Ratspräsidentschaft, als sich in den "Niederungen" der nationalen Politik zu sehr festzulegen.

  3. simplicissimus
    07. Dezember 2018 16:21

    Der Schmutzigsten Partei Oesterreichs steht es ja in bester Silbersteinscher Tradition frei, die Schmutzkuebelpolitik der letzten Jahrzehnte fortzusetzen nach dem Motto:

    Patz den Gegner an, wo es nur geht!

    Nummer EINS im Anpatzen und Vernadern, Letztbaenkler in Gesellschafts- und Wirtschaftspolitik, da setzt es nur FUENFER.

    Gottseidank erkennen das immer mehr Leute.
    Nur weiter so, Sozis! Was Euch an positiven Ideen fehlt wird durch Untergriffigkeiten wettgemacht. Zu mehr reicht's halt nicht.

  4. Ausgebeuteter
    07. Dezember 2018 13:20

    Gott-sei-Dank gibt nicht Sebastian Kurz zu jeder Wortspende von anderen Leuten gleich eine Antwort. Wir sehen ja an anderen Zeitgenossen, welche unbedachte Äußerungen vorschnell in den Sozialen Medien kundtun (siehe Twitterpräsident Trump), um Aufmerksamkeit zun wecken.

    Leider haben es viele Leute verlernt zu überlegen, wann, wie und ob es überhaupt es notwendig ist, eigene Meinungen kundzutun. Besser wäre es, die legendären drei Siebe von Sokrates (Wahrheit, Güte und Notwendigkeit) ständig als Prüfung zu verwenden.

    Übrigens:
    Zum Unwort des Jahres wurde ich gar nicht gefragt. Mein Vorschlag wäre gewesen: Einzelfall.

  5. leshandl
    07. Dezember 2018 11:15

    Meine letzte Hoffnung in den ORF-Journalen ist Rainer Hazivar. Der ist wenigstens objektiv und setzt nicht auf Hetzer-Interviews wir viele seiner Kollegen und Kolleginnen.

  6. oberösi
  7. Freisinn
    06. Dezember 2018 18:54

    Jeder muss stigmatisiert werden, der die Freiheitlichen nicht kritisiert: das betrifft alle Österreicher vom Bundeskanzler abwärts: Regierungsmitglieder, aber auch Künstler sowie alle, die in der Öffentlichkeit stehen. Insbesondere ORF-Reporter sehen darin offenbar eine wichtige Funktion, Interviewpartner in diese Richtung zu drängen und ihnen Kritik an den Freiheitlichen in den Mund zu legen. Nur wenige wie Gabalier können es sich leisten, diesem Dauerbombardement zu widerstehen. Ambros uä versuchen auf diese Weise, wieder in die Schlagzeilen zu kommen.

    Genau so ticken die meisten Elite-Sozis - viel mehr bringen sie nicht mehr zusammen. Das sind letzte Zuckungen eines Tyrannosaurus.

    • Wyatt
      07. Dezember 2018 07:30

      ...Ambros uä hoffen auf diese Weise, nicht nur in die "Schlagzeilen" - sondern eher -noch ein wenig in's "Geschäft" zu kommen.

    • apokalypse
      08. Dezember 2018 15:26

      Bitte auch nicht den Koks-Reini mit seinen Willkommens-Konzerten vergessen!





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