Achtung Ausbeutung - Genossen (wieder einmal) im Klassenkampfmodus drucken

Lesezeit: 3:00

Seit der Niederlage bei den letzten Nationalratswahlen will den Roten – insbesondere dem glücklosen Exkanzler Kern – nichts so recht gelingen. Die Oppositionsbank drückt hart. Der dramatische Bedeutungsverlust noch mehr. Wenn man dann auch noch von seinen zuverlässigsten Hilfstruppen im ORF nicht mehr wie gewohnt hofiert wird, tut das besonders weh. Guter Rat ist teuer. Was tun? Wie soll ein vorgestrig wirkender Haufen in die Jahre gekommener, spießiger Apparatschiks einem ebenso jungen wie geschickt agierenden Kanzler Paroli bieten?

Mit einem beherzten Griff in die Mottenkiste des Klassenkampfes meinen die desorientierten Genossen nun den Stein der Weisen gefunden zu haben. Sie wollen ihr linkes Profil schärfen und patzen die angeblich "autoritär-rechtskonservative" Regierung Hand in Hand mit ihren zuverlässigen Verbündeten von Gewerkschaft, Arbeiterkammern, Caritas, Diakonie, Rotfunk und "Omas gegen Rechts" (kein Witz – die gibt’s wirklich!) an, wo es geht. Mit Logik und Wahrheit nehmen sie es dabei naturgemäß nicht so genau.

Den entschlossenen Kampf gegen die von der Regierung auf den Weg gebrachten arbeitsrechtlichen Liberalisierungen im Hinblick auf Tages- und Wochenarbeitszeit, stellen sie ins Zentrum ihrer Aktivitäten. Bei ihrem vorgetäuschten moralischen Furor kommt ihnen die totale Abwesenheit jeglicher Bodenhaftung und Bürgernähe zugute: Frei von jeglicher Bindung zur Wirklichkeit klassenkämpft es sich eben einfach am besten.

Hätten die wackeren Genossen die Mühe auf sich genommen, gelegentlich Kontakt zu "den Menschen draußen" aufzunehmen, hätten sie nämlich spitzgekriegt, dass es keineswegs nur im Interesse des ruchlosen Klassenfeindes, der stets auf die Ausbeutung ihrer gnadenlos unterdrückten Lohnsklaven sinnenden Unternehmer, liegt, flexible Arbeitszeiten zu ermöglichen. Sie würden zu ihrer grenzenlosen Überraschung festgestellt haben, dass auch seitens sehr vieler Arbeitnehmer eine beachtliche Nachfrage danach besteht, zeitlich befristet ihren Arbeitseinsatz zu erhöhen. Sei es, um Gutzeiten anzusparen und dadurch zusätzliche arbeitsfreie Tage einzuarbeiten, oder sei es, um ihr Einkommen durch Überstunden aufzubessern.

Derlei Tatsachen sind Herrn Kern & Genossen, die ihr ganzes Erwerbsleben lang keinen Tag außerhalb geschützter Werkstätten zugebracht haben, und die von der Funktionsweise einer Marktwirtschaft ungefähr so viel verstehen wie ein Laib Brot, entweder unbekannt oder vollkommen wurscht. Schließlich geht es ihnen ja um Fundamentalopposition.

Dass auch die Damen und Herren Kleriker, gleich ob katholisch oder evangelisch, voll und ganz auf Oppositionslinie segeln, darf übrigens aus demselben Grund nicht verwundern: Wer sich niemals mit wertschöpfender Arbeit belastet und stets von der Anstrengung anderer gelebt hat, versteht naturgemäß nichts von Produktion und Geldverdienen, sondern beschränkt sich kommoder Weise aufs Verteilen des von anderen erwirtschafteten Wohlstands.

Dass die Sozialisten jetzt ein Riesenfass aufmachen und so tun, als ob die Einführung des 12-Stunden-Tages menschenunwürdiger Sklavenarbeit im Asbestbergwerk gleichkäme, entbehrt insofern nicht der Ironie, als ja in ihren eigenen Einflussbereichen 12-Stundentage die Regel und nicht die Ausnahme sind. Der seines hohen Amtes verlustig gegangene Christian Kern hat offenbar vergessen, dass er als Kapo der ÖBB einen ebenso unrentablen, wie überpersonalisierten Zuschussbetrieb geführt hat, in dem längst 12-Stunden-Arbeitszeitregelungen gelten. Das hat ihn übrigens so wenig gestört, dass er in seinem famosen "Plan A" vor nicht allzu langer Zeit selbst für den allgemeinen 12-Stunden-Arbeitstag eingetreten ist. Der Mann hält seine Wähler offenbar allesamt für hochgradig vergessliche Idioten.

Dass selbst in den öffentlichen Krankenanstalten der dunkelrot-giftgrünen Gemeinde Wien (wie in vielen Branchen der Privatwirtschaft auch) längst 12-Stunden lang gearbeitet werden darf, ohne dass es bislang zu Revolten der proletarischen Massen gekommen ist, scheint der Aufmerksamkeit der ausschließlich auf ihre eigenen Interessen konzentrierten roten Parteikader auch entgangen zu sein.

Den Sozialisten ist durchaus zuzutrauen, dass sie auf ihrer frustrierenden Suche nach sich selbst auf die Idee verfallen, jetzt serienweise politische Streiks vom Zaun zu brechen. Dass sie damit an Wählerzuspruch gewinnen könnten, ist indes sehr unwahrscheinlich.

Andreas Tögel, Jahrgang 1957, ist Kaufmann in Wien.

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  1. Ausgezeichneter KommentatorDon Camillo
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    06. Juli 2018 08:32

    Neben der ÖBB, den Mitarbeitern der Gemeinde Wien, den Pflegeberufen und den Ärzten wollen wir auch die Polizei und die Feuerwehr nicht vergessen! Überall dort funktionieren 12-Stundentage (und längere) ohne gesundheiitliche Schäden!
    Jedes Wort bzw. jede Zeile zu den Sozischmarotzern ist schade um die Zeit!
    Trotzdem darf man sie mit ihren dummdreisten vorgeschobenen Argumenten - die nur ihren Machterhalt dienen - nicht durchkommen lassen!
    Toller Artikel Herr Tögel!!

  2. Ausgezeichneter KommentatorBürgermeister
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    06. Juli 2018 08:49

    So wie kleine Kinder fällt man in infantile Verhaltensweisen zurück wenn man keinen Ausweg mehr sieht.

    Sich wieder um die Arbeiter zu kümmern und sich nicht auf Schwule, Moslems, Gender, PC, und sonstiges zu beschränken wäre tatsächlich der richtige Weg, um wieder an die Macht zu gelangen.

    Allerdings würde es bedeuten, die Migration zu stoppen, um den Arbeitsmarkt zu entlasten. Die Steuern und Sozialabgaben zu senken, weil man weniger "Kulturbereicherer" mitschleppen muss. Die Kindern wieder für die Zukunft zu bilden, anstatt sie von Migrantenkindern drangsalieren zu lassen usw.

    Nur weil man Parolen in den Raum wirft die vor 100 Jahren gezogen haben bedeutet das noch lange nicht, dass man sich um die Arbeiter kümmert. Man kümmert sich vor allem um die Apparatschiks - auch eine der letzten verbliebenen Kernwählerschichten, aber das wird von der breiten Bevölkerung auch so gesehen.

  3. Ausgezeichneter Kommentatorsteinmein
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    06. Juli 2018 10:22

    Es erklärt dass der Herr Kern sowenig bei Nationalratssitzungen anwesend ist, weil ihn die Oppositionsbank so hart drückt. Vielleicht kriegt er im renovierten Sitzungssaal zusätzlich ein Polsterchen für seinen Po, soferne er dann noch dort gefragt ist.

  4. Ausgezeichneter Kommentatorsimplicissimus
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    06. Juli 2018 10:46

    Ein Laib Brot ist besser als ein Sozifunktionaer, denn er hat zumindest 0 Intellekt, waehrend der des Zweitgenannten eher im Minusbereich herumkrebst.

  5. Ausgezeichneter Kommentatorglockenblumen
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    06. Juli 2018 16:40

    "...glücklosen Exkanzler Kern – nichts so recht gelingen.."

    Dem kernlosen Pizzaboten ist bis jetzt noch nichts gelungen, außer Österreich noch einige Schritte weiter an den Abgrund zu führen :-((

  6. Ausgezeichneter KommentatorTrog
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    08. Juli 2018 21:19

    Ein über 150 Jahre altes journalistisches Schmankerl, das zeigt, wer die SPÖ 1888 gegründet hat und wie sich seit dem aber auch wirklich nichts geändert hat:

    Neue Freie Presse am 16.2.1865
    "Wenn nun der Arbeiter sieht, dass er ohne Arbeit leben kann, so ist ihm das viel lieber, und er greift schnell zum Betteln. Er geht aber da nicht in die Armen-Institute, sondern lieber gleich zu den Fabrikanten, und da das Betteln in Masse mehr imponiert, so ziehen die Arbeiter in Kolonnen von 40 bis 50 Mann von Fabrik zu Fabrik, und verlangen mit Ungestüm ein Almosen; sie treten mit großem Lärm in die Comptoirs, schlagen die Türen heftig zu und werfen kleinere Gaben auf den Boden und verlangen mehr."

  7. Ausgezeichneter KommentatorEl Dorado
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    06. Juli 2018 08:27

    Die Regierung macht das wofür sie demokratisch gewählt wurde und beweist Handlungsbereitschaft - zumindest zu einem singulärem systembürokratischem Missstand.

    So logisch und klar die Gesetzesänderung auch ist: Die Regierung sollte der breiten Masse die Augen öffnen und klarstellen worum es Gewerkschaft und Adlaten (SPÖ, AK, befreundete Medien) geht: 1.) Verhinderung von Blockade- und Machtverlust für Funktionäre gegenüber Unternehmern und Mitarbeitern durch vorsintflutliche Akteure, die weder von Arbeit noch von den Entwicklung der Arbeitswelt etwas verstehen. 2.) Verhinderung des mündigen Bürgers. Dass NGO´s, Kirche(n), ORF, Profil, Falter, etc. zum letztgenannten Punkt als Erfüllungsgehilfen fungieren, ist bedauernswert.

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorTrog
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    08. Juli 2018 21:19

    Ein über 150 Jahre altes journalistisches Schmankerl, das zeigt, wer die SPÖ 1888 gegründet hat und wie sich seit dem aber auch wirklich nichts geändert hat:

    Neue Freie Presse am 16.2.1865
    "Wenn nun der Arbeiter sieht, dass er ohne Arbeit leben kann, so ist ihm das viel lieber, und er greift schnell zum Betteln. Er geht aber da nicht in die Armen-Institute, sondern lieber gleich zu den Fabrikanten, und da das Betteln in Masse mehr imponiert, so ziehen die Arbeiter in Kolonnen von 40 bis 50 Mann von Fabrik zu Fabrik, und verlangen mit Ungestüm ein Almosen; sie treten mit großem Lärm in die Comptoirs, schlagen die Türen heftig zu und werfen kleinere Gaben auf den Boden und verlangen mehr."

  2. Ausgezeichneter KommentatorTorres
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    08. Juli 2018 11:37

    Kern hält seine Wähler für "hochgradig vergessliche Idioten"? Nun, da könnte er sie durchaus richtig einschätzen. Ich würde SPÖ-Wähler (wie auch Grün-Wähler - davon gibt es allerdings kaum noch welche) anders bezeichnen, aber auch diese Charakterisierung passt.

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  1. Trog (kein Partner)
    08. Juli 2018 21:19

    Ein über 150 Jahre altes journalistisches Schmankerl, das zeigt, wer die SPÖ 1888 gegründet hat und wie sich seit dem aber auch wirklich nichts geändert hat:

    Neue Freie Presse am 16.2.1865
    "Wenn nun der Arbeiter sieht, dass er ohne Arbeit leben kann, so ist ihm das viel lieber, und er greift schnell zum Betteln. Er geht aber da nicht in die Armen-Institute, sondern lieber gleich zu den Fabrikanten, und da das Betteln in Masse mehr imponiert, so ziehen die Arbeiter in Kolonnen von 40 bis 50 Mann von Fabrik zu Fabrik, und verlangen mit Ungestüm ein Almosen; sie treten mit großem Lärm in die Comptoirs, schlagen die Türen heftig zu und werfen kleinere Gaben auf den Boden und verlangen mehr."

  2. Torres (kein Partner)
    08. Juli 2018 11:37

    Kern hält seine Wähler für "hochgradig vergessliche Idioten"? Nun, da könnte er sie durchaus richtig einschätzen. Ich würde SPÖ-Wähler (wie auch Grün-Wähler - davon gibt es allerdings kaum noch welche) anders bezeichnen, aber auch diese Charakterisierung passt.

  3. glockenblumen
    06. Juli 2018 16:40

    "...glücklosen Exkanzler Kern – nichts so recht gelingen.."

    Dem kernlosen Pizzaboten ist bis jetzt noch nichts gelungen, außer Österreich noch einige Schritte weiter an den Abgrund zu führen :-((

  4. simplicissimus
    06. Juli 2018 10:46

    Ein Laib Brot ist besser als ein Sozifunktionaer, denn er hat zumindest 0 Intellekt, waehrend der des Zweitgenannten eher im Minusbereich herumkrebst.

  5. steinmein
    06. Juli 2018 10:22

    Es erklärt dass der Herr Kern sowenig bei Nationalratssitzungen anwesend ist, weil ihn die Oppositionsbank so hart drückt. Vielleicht kriegt er im renovierten Sitzungssaal zusätzlich ein Polsterchen für seinen Po, soferne er dann noch dort gefragt ist.

    • Cotopaxi
      06. Juli 2018 10:27

      Vielleicht erklärt sich seine häufige Abwesenheit vom Plenarsaal mit Vorstellungsgesprächen oder dem Besuch von Assessment-Centern?

    • simplicissimus
      06. Juli 2018 10:47

      AA-Schulungen: Wie lerne ich sitzen ohne zu kleben.

    • simplicissimus
      06. Juli 2018 10:50

      Ich meine natuerlich ArbeitsAmtschulungen.

    • Don Camillo
      10. Juli 2018 15:28

      A-Team, A-Plan,...
      in Wahrheit haben wir mit Kern nur die A-Karte gezogen ;-)

  6. Politicus1
    06. Juli 2018 09:23

    Für mich sind in einer funktionierenden Demokratie gewählte Abgeordnete, die ihre Politik nicht IM Parlament, sondern VOR dem Parlament auf der Straße machen, letztrangig.
    Dies den Herren Kern und Schieder ins Stammbuch geschrieben!

  7. Bürgermeister
    06. Juli 2018 08:49

    So wie kleine Kinder fällt man in infantile Verhaltensweisen zurück wenn man keinen Ausweg mehr sieht.

    Sich wieder um die Arbeiter zu kümmern und sich nicht auf Schwule, Moslems, Gender, PC, und sonstiges zu beschränken wäre tatsächlich der richtige Weg, um wieder an die Macht zu gelangen.

    Allerdings würde es bedeuten, die Migration zu stoppen, um den Arbeitsmarkt zu entlasten. Die Steuern und Sozialabgaben zu senken, weil man weniger "Kulturbereicherer" mitschleppen muss. Die Kindern wieder für die Zukunft zu bilden, anstatt sie von Migrantenkindern drangsalieren zu lassen usw.

    Nur weil man Parolen in den Raum wirft die vor 100 Jahren gezogen haben bedeutet das noch lange nicht, dass man sich um die Arbeiter kümmert. Man kümmert sich vor allem um die Apparatschiks - auch eine der letzten verbliebenen Kernwählerschichten, aber das wird von der breiten Bevölkerung auch so gesehen.

  8. Don Camillo
    06. Juli 2018 08:32

    Neben der ÖBB, den Mitarbeitern der Gemeinde Wien, den Pflegeberufen und den Ärzten wollen wir auch die Polizei und die Feuerwehr nicht vergessen! Überall dort funktionieren 12-Stundentage (und längere) ohne gesundheiitliche Schäden!
    Jedes Wort bzw. jede Zeile zu den Sozischmarotzern ist schade um die Zeit!
    Trotzdem darf man sie mit ihren dummdreisten vorgeschobenen Argumenten - die nur ihren Machterhalt dienen - nicht durchkommen lassen!
    Toller Artikel Herr Tögel!!

  9. El Dorado
    06. Juli 2018 08:27

    Die Regierung macht das wofür sie demokratisch gewählt wurde und beweist Handlungsbereitschaft - zumindest zu einem singulärem systembürokratischem Missstand.

    So logisch und klar die Gesetzesänderung auch ist: Die Regierung sollte der breiten Masse die Augen öffnen und klarstellen worum es Gewerkschaft und Adlaten (SPÖ, AK, befreundete Medien) geht: 1.) Verhinderung von Blockade- und Machtverlust für Funktionäre gegenüber Unternehmern und Mitarbeitern durch vorsintflutliche Akteure, die weder von Arbeit noch von den Entwicklung der Arbeitswelt etwas verstehen. 2.) Verhinderung des mündigen Bürgers. Dass NGO´s, Kirche(n), ORF, Profil, Falter, etc. zum letztgenannten Punkt als Erfüllungsgehilfen fungieren, ist bedauernswert.





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