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Ein Hoch den Klimaanlagen

Nicht zu Unrecht hat der Staatsgründer von Singapur die Entwicklung von Klimaanlagen als eine der wichtigsten Erfindungen der Menschheit bezeichnet. Klimaanlagen haben für große Teile der Erdbevölkerung das Leben an heißen und tropischen Tagen erträglich gemacht. Auch der europäische Sommer zählt immer öfter dazu. Wie bei jeder wichtigen Erfindung ist darob jedoch ein gewaltiger ideologischer Kulturkampf entbrannt. Bisher sind solche Kämpfe fast immer zugunsten des Fortschritts ausgegangen. Bleibt zu hoffen, dass das auch diesmal der Fall sein wird.

Die vergangenen Kämpfe waren etwa solche gegen die Einführung der Dampfmaschine, gegen die Industrialisierung, gegen den Bau von Eisenbahnen, gegen die Massenproduktion von Autos, ja selbst gegen den Bau der Wiener Hochquellenwasserleitung.

Und wieder tobt ein solcher Krieg. Diesmal für und wider die massenweise Einführung von Klimaanlagen. Und wieder einmal stehen die Linken auf der falschen Seite der Geschichte.

Das ist besonders stark im schon voll anrollenden Wahlkampf für die französische  Präsidentenwahl in acht Monaten zu merken. Da haben sich die Rechtspopulisten – ob nun Marine Le Pen oder Jordan Bardella für sie antritt – klar auf die Seite der massenweisen Verbreitung von Klimaanlagen insbesondere in Schulen, Spitälern und Altersheimen eingesetzt, während das derzeit zweitgröße Lager vehement dagegen ist. Das sind die Linkssozialisten um Jean-Luc Mélenchon, die auch um die grünen Stimmen kämpfen. Klimaanlagen würden durch ihren Stromverbrauch den Planeten nur noch mehr aufheizen (in der rechten und linken Mitte widmet man sich hingegen dem Thema weniger: da ist man vollauf mit der inneren Auseinandersetzung, wer überhaupt Kandidat wird, und den schlechten Umfragen beschäftigt).

Dieser ideologische Krieg tobt auch in vielen anderen Staaten – selbst in den USA, wo schon längst 90 Prozent der Haushalte eine Klimaanlage haben. Dort hat der neokommunistische Bürgermeister von New York jetzt sogar verlangt, dass Klimaanlagen höchstens auf 26 Grad Celsius herunterkühlen sollen.

Und selbst in Österreich wird man von Grünen und Roten schief angeschaut, wenn man eine Klimaanlage installiert (wobei es freilich zweifellos richtig ist, dabei das etwa in Wien schon durch Dachausbauten und Hochhäuser dramatisch beschädigte Stadtbild nicht noch weiter zu verhässlichen, weshalb eindeutig Gemeinschaftsanlagen mit einem Außengerät auf dem Dachboden sinnvoll wären).

Jedenfalls wird die Linke auch diesen Krieg verlieren. Egal, wer die gegenwärtige Erwärmung verursacht hat – sie geht weiter. Denn die vielfältigen europäischen "Klimarettungs"-Maßnahmen alleine, die von den Bürgern immer mehr als Schikane empfunden werden, sind angesichts des Verhaltens der restlichen Welt völlig bedeutungslos. Sie müssen unter demokratischem Druck immer öfter zurückgenommen werden, selbst wenn die These stimmen sollte, dass die Klimaveränderung von den menschlichen CO2-Emissionen verursacht worden ist (was freilich zweifelhaft ist, da es auch schon in vorindustriellen Zeiten Wärme- und Dürre-Perioden gegeben hat).

Daher stellt sich alle Welt längst auf die Milderung der Erwärmung ein. Diese reicht von einer Umstellung der angebauten Lebensmittelsorten eben bis zu Klimaanlagen. Diese sind ein entscheidendes Mittel, um sowohl Arbeitsplätze wie auch Wohnräume angenehm zu machen. Sie sind jedenfalls viel sinnvoller als die Sprühnebel, welche die Gemeinde Wien in manchen Fußgängerzonen aufgestellt hat.

  • So sind allein in Indien in den letzten fünf Jahren 50 Millionen Klimageräte aufgestellt worden. 
  • So hat der Export der vor allem in China hergestellten Klimageräte in die EU binnen eines Jahres um 43 Prozent zugenommen. 
  • So werden in Japan schon mit Akkus klimatisierte Jacken verkauft. 
  • So sind Klimaanlagen gesundheitlich in unseren Breiten schon fast ebenso wesentlich und lebensrettend geworden, wie es Heizungen im Winter sind. 
  • So sind die in den letzten Jahren durch diverse Bauordnungen vorgeschriebenen besseren Isolierungen sowohl gegen Winterkälte wie auch Sommerhitze sehr effektiv.
  • Und last but not least: Klimaanlagen brauchen vor allem zu jenen Stunden des Tages Strom, zu denen die in den letzten Jahren massenweise installierten Photovoltaik-Anlagen ihn auch produzieren. Denn längst ist deren in den heißen Mittagsstunden in Übermaß produzierter Strom zu einem Riesenproblem geworden. Diese Überproduktion hat etwa in Spanien im Vorjahr zu einem 16-stündigen Netzzusammenbruch mit schlimmen Schäden für das ganze Land geführt.   

Schade ist nur, dass wie bei vielen Industrieprodukten auch die Erzeugung von Klimaanlagen fast nur noch in China stattfindet. Aber das ist ein anderes Thema, das primär mit Dumping durch Peking und den niedrigen Löhnen Chinas zu tun hat. 

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