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Die Affäre René Benko ist die weitaus größte Pleite der Nachkriegsgeschichte. Und doch gibt es seit Jahr und Tag keine ordentliche Aufarbeitung. Die WKStA ist wie immer überfordert; die Öffentlichkeit nimmt diese Katastrophe lediglich auf der Ebene unterschlagener Luxusuhren und verbotener Jagdausflüge wahr; und der Gesetzgeber tut, als ob ihn das nichts anginge.
Dabei ist der Fall zehnmal wichtiger als etwa die Schauermärchen über einen nächtlichen Mord an einem betrunkenen Sektionschef, die das Parlament und die Medien so aufregen:
Genauso dringend wie Antworten auf diese Fragen wären intensive Reformen des Insolvenzrechts, damit dieses auch für so große Fälle gewappnet ist, damit die Verstöße gegen Veröffentlichungspflichten strenger und rascher bestraft werden. Jedoch, so ein Rechtsanwalt: "Im Gegensatz zu ihrer Vorgängerin zeigt die Justizministerin daran und überhaupt am Wirtschaftsrecht kein Interesse, sie ist nur an feministischen Themen interessiert."
Was aber auch sonst offenbar in der Politik niemand begreift, sonst gäbe es zu diesem Thema statt der bisher behandelten skurrilen Themen längst einen Untersuchungsausschuss: Denn ein gutes Rechtssystem ist zentrales Fundament für den Standort, für neues Wirtschaftswachstum.
Ich schreibe in jeder Nummer von Österreichs einziger Finanz- und Wirtschafts-Wochenzeitung "Börsen-Kurier" die Kolumne "Unterbergers Wochenschau".