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Es ist eine Umfrage unter Anhängern der CDU, die mit großer Wahrscheinlichkeit auch bei denen der ÖVP ganz ähnlich ausfallen würde. Sie ist aber von den meisten Mainstreammedien ignoriert (oder wie bei der ARD im allerletzten Satz einer vierseitigen Meldung hinter allen möglichen anderen Umfrageergebnissen versteckt worden). Dabei hat diese Umfrage das Potential, die gesamte Innenpolitik Deutschlands sowie insbesondere die CDU/CSU auf den Kopf zu stellen.
Denn nur noch eine Minderheit von 44 Prozent der CDU-Anhänger schließen eine Zusammenarbeit mit der AfD aus. Nur 44 Prozent der CDU-Freunde sagen also noch Ja zu der seit einiger Zeit die deutsche Innenpolitik beherrschenden "Brandmauer"-Politik. Dabei beruht diese auch auf klaren und unmissverständlichen CDU-Parteitagsbeschlüssen und wird von Parteichef Friedrich Merz weiterhin voll getragen. Das hat es wohl noch nie gegeben, dass in einer großen Partei eine so klar und eindeutig von der Parteiführung ausgegebene politische Linie von den deklarierten Anhängern mehrheitlich zurückgewiesen wird. Dabei schien diese Linie praktisch zur Identität der Partei geworden zu sein.
Das ist sensationell – selbst wenn man zu dieser Mehrheit innerhalb der CDU nicht auch noch jene vielen deutschen Wähler dazurechnet, die mittlerweile bei Umfragen von der CDU gleich direkt zur AfD gewechselt sind. Was sie aus einer Reihe von Gründen getan haben:
Aus all diesen Gründen ist der Anteil der potentiellen CDU/CSU-Sympathisanten unter den deutschen Wählern bei den sehr ähnlich lautenden Umfragen auf 21 Prozent gesunken, nachdem die Union noch im Vorjahr bei den Wahlen 28,5 Prozent erreicht hatte. Im Gegenzug ist gleichzeitig die AfD von 21 auf 28 Prozent gestiegen. Dieser Zuwachs stammt ganz eindeutig fast zur Gänze von CDU-Wählern, was man auch an seiner spiegelbildlichen Dimension ablesen kann, die über einen oder mehrere dieser zehn Faktoren verärgert sind.
Umso dramatischer ist das Ergebnis dieser neuen Umfrage. Denn sie sagt, dass selbst von den trotz allem verbliebenen 21 Prozent CDU-Sympathisanten eine klare Mehrheit gegen die Brandmauerpolitik ist. Von diesen CDU-Sympathisanten sagen 48 Prozent, dass sie "von Fall zu Fall" offen sind für eine Zusammenarbeit mit der AfD. Und 7 Prozent wollen eine solche generell.
Die von den meisten gegebene Antwort "Von Fall zu Fall" bedeutet zweifellos auch ein Ja zu einer Zusammenarbeit auf regionaler und lokaler Ebene. Diese drängt sich gerade in der unmittelbaren Zukunft in Sachsen-Anhalt auf, wo außer CDU nur noch AfD und die postkommunistische Linkspartei in den Landtag kommen dürften, wo also die CDU nur noch die Wahl zwischen Linkspartei und AfD haben wird (sofern diese nicht überhaupt eine absolute Mehrheit erzielt und keinen Partner mehr braucht).
Diese 48 Von-Fall-zu-Fall-Prozent werden höchstwahrscheinlich nur noch aus einem einzigen Grund von einem generellen Ja zu Blau-Schwarz ferngehalten: wegen der Außenpolitik, also wegen der Russland-Nähe der AfD und ihrer Ablehnung einer Unterstützung der Ukraine in ihrem Überlebenskampf.
Dieses Ergebnis sollte aber nicht nur der zwischen Skylla und Charybdis zerrissenen CDU-Führung, sondern auch der AfD-Führung zu denken geben. Sie sollte – so wie die in Österreich noch etwas erfolgreichere FPÖ – dringend über folgende sechs Fragen nachdenken:
Die CDU-Führung wiederum wäre ebenfalls gut beraten, aus der Mehrheit ihrer Wähler für ein Von-Fall-zu-Fall-Ja zu einer Kooperation mit der AfD Konsequenzen zu ziehen. Das hieße: Klare Kooperation mit der AfD in all den vielen Fällen von der Wirtschaft bis zur nationalen Identität bis zu regionalen Fragen, wo man sehr ähnlich liegt, aber genauso klare Festlegung auf jene außenpolitischen Positionen als unverzichtbare Grundbedingung für jede echte Koalition, welche die CDU immer so wichtig und positiv für Deutschland und Europa gemacht haben:
Eine solche Kursänderung würde für die CDU-Führung (wer auch immer das ist) den politischen Spielraum wieder deutlich größer machen. Und sie würde die Partei zugleich auch immunisieren gegen einen Aufstand der Basis, wo von ihren 2025er Wählern eine große Mehrheit, eben alle zur AfD Abgewanderten sowie die Mehrheit der Verbliebenen, ein Einstürzen der Brandmauer will, wo immer mehr Abgeordnete, sobald sie in ihre Wahlkreise reisen, diesbezüglich unter massiven Druck kommen, wo immer mehr um ihre Wiederwahl fürchten müssen.
Sehr, sehr ähnliche Fragen werden sich übrigens auch FPÖ und ÖVP stellen müssen. Freilich mit den großen Unterschieden,