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Zwischen allen Stühlen

Eigentlich müssten alle Berufs-Politiker Kern ziemlich dankbar sein, denn er führt gerade vor, wie schwer das Geschäft tatsächlich ist. Und dass ein Quereinsteiger praktisch in jede Falle tappt, die es gibt. Kerns Jahre als Pressesprecher und Büroleiter im SPÖ Parlamentsklub liegen wohl schon zu lange zurück, um daraus noch Knowhow über die Jahre herüber gerettet zu haben.

Der ehemalige Manager rutscht seit seinem Amtseintritt ständig auf dem glatten Politparkett aus:

Die falschen Asylzahlen, der CETA-Umfaller, die peinliche Inszenierung in Wels und jetzt der Pakt mit der ÖVP.

Zwar hätte man das schon bei Stronach erkennen können, auch wenn man natürlich den international erfolgreichen Geschäftsmann nicht mit dem österreichischen ÖBB-Angestellten vergleichen kann. Aber ungemütlich wurde es in der Politik für beide, weil sie das Politikgeschäft mit einer Firma verwechselten.

Man würde derzeit gerne Mäuschen spielen beim linken Flügel der SPÖ. Sie haben ihm ja geholfen, Faymann aus dem Amt zu hieven. Und nun bringt er ein Programm, das weit, sehr weit weg ist von ihren Vorstellungen. Wünschen sie sich Faymann zurück? Fragen sie sich, ob sie sich da einen Wolf im Schafspelz gezüchtet haben? Würden sie alles genauso wieder machen? Schade, man wird es nie erfahren...

Ob Kern Neuwahlen anpeilte oder nicht, werden wohl nur er und vielleicht sein teurer Berater Tal Silberstein wissen, was aber sichtbar wird: So war das Ganze sicher nicht geplant.

Denn jetzt hat sich Kern so ziemlich zwischen alle Stühle gesetzt: dem linken Flügel zu rechts, der Basis zu ÖVP-hörig – und die Wähler, die er damit von der FPÖ zurückholen wollte, die gehen sowieso lieber zum Schmied, als zum Schmiedl.

Wie Politik funktionieren soll, hatte er sich von seinem ÖBB-Posten aus so schön ausgemalt. Aber es kam halt wie so oft: In der Phantasie ist vieles möglich, in der Realität sieht's anders aus.

Photogeshopte Bilder mit Einblicken in den Berufsalltag auf Facebook reichen einfach nicht, um die Wähler zu überzeugen. Nein, sie schaden eher, denn was man Strache interessanterweise problemlos abnimmt, wirkt bei Kern gestelzt und übertrieben.

Warum? Ganz einfach: Kern ist nicht authentisch. Bis heute wage ich zu bezweifeln, ob wir auch nur eine Minute den echten Kern gesehen haben.

Kern spielt die Rolle eines Politikers - und genau das ist sein Problem: Spielen reicht einfach nicht!

Manuela Hahofer ist Journalistin und schreibt fast 30 Jahre für österreichische und deutsche Medien.

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