Die IGGiÖ-Machtkämpfe kosten die Steuerzahler Millionen

Lesezeit: 3:30

Die Machtkämpfe in der „Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich“ (IGGiÖ) haben ihren Höhepunkt erreicht. Fuat Saut Sanac von der national-fundamentalistischen Milli Görü? („Nationale Sicht“) geht und Ibrahim Olgun von ATIB (Österreichische türkisch-islamische Union) kommt und mit ihm der noch direktere Einfluss des türkischen Machthabers Erdogan.

Die türkische Regierungsorganisation ATIB wird direkt von Ankara gesteuert und hat die meisten Moscheen in Österreich. Die IGGiÖ selbst hat kaum zahlende Mitglieder. Sie ist aber wie die Kirchen staatlich als Körperschaft anerkannt. Die meisten Moscheen werden jedoch nicht von der IGGiÖ, sondern von Vereinen betrieben. Das sind keine religiöse Organisationen, sondern politische.

Deshalb passen sie nicht ins Islamgesetz. Dieses muss als historischer Fehler gesehen werden. Auch deshalb, weil dieses Konstrukt die radikalen Islamisten begünstigt.

In Österreich ist die katholische Kirche eine einzige öffentlich rechtliche Körperschaft. Bei den weniger hierarchisch ausgerichteten Protestanten sind die einzelnen Pfarren solche Körperschaften. Obwohl es bei den Muslimen wesentlich mehr verschiedene und zum Teil höchst gegensätzliche Strömungen gibt, hat der österreichische Staat allerdings versucht, alle Muslime unter das Dach der IGGiÖ zu zwingen.

Das ist völlig misslungen, weil sich eine große Mehrheit der in Österreich lebenden Muslime weigert, sich dort als Mitglieder zu registrieren. Das ursprüngliche Islamgesetz in Österreich von 1912 bezog sich auf die damals dem Kaiserreich einverleibten bosnisch-islamischen Gebiete und galt für den „hanafitischen Ritus“. Nach dem Zerfall der Monarchie hatte dieses Gesetz kaum noch praktische Bedeutung, weil die Betroffenen nun zu Jugoslawien gehörten. Erst ab 1971 gab es Bemühungen, das Islamgesetz von 1912 wieder zu beleben.

Das Gesetz von 1912 ist jedoch dafür ungeeignet. Um der Vielfalt der islamischen Strömungen zu entsprechen, müssten die einzelnen Richtungen und Schulen auch einzeln den Status religiöser Körperschaften bekommen. Die österreichische Politik richtete sich jedoch nach den Wünschen der Türkei und Saudi Arabiens. Das kostet auch den Steuerzahler Millionen, ohne eine wirklich praktikable Lösung für den Islam in seinen Varianten zu bringen. Die Beteiligten kassieren wie Spitzenpolitiker „vom Staate“ fette Gehälter und werden dadurch reich.

Die neue Lage bedeutet: Das Diyanet – das türkische staatliche Amt zur Verwaltung aller Religionsangelegenheiten – hat die IGGiÖ übernommen. Damit ist das Islamgesetz gestorben. Weil jetzt alles Islamische unter ausländischer Kontrolle steht.

Das Diyanet wurde im Jahre 1924 vom türkischen Reformer Mustafa Kemal Atatürk gegründet. Er verstaatlichte damit die religiöse Verwaltung. In der Folge versuchte er, die Türkei zu säkularisieren. Religiöse Gerichte wurden abgeschafft, religiöse Kleidungen wie der Schleier verboten. Die Frauen erhielten gesetzliche Gleichberechtigung. In den Schulen wurde die Koedukation eingeführt. Die Gesetzgebung wurde nach den Vorbildern von Frankreich und der Schweiz umgestaltet.

Der jetzige türkische Präsident Erdogan versucht hingegen immer schneller, alle diese Errungenschaften rückabzuwickeln und die Türkei wieder zu einem Islamstaat wie seinerzeit im osmanischen Reich zu machen. Die handstreichartige Übernahme der IGGiÖ durch einen ATIB-Funktionär ist ein Bestandteil dieser Vorgangsweise.

Erdogan will auch in Europa sein türkisches Islamreich aufbauen und ausbauen. Die Republik Österreich ist darum gefordert: Es muss Schluss sein mit der politischen Willfährigkeit gegenüber diversen Islamverbänden, die organisiert Wählerstimmen gegen Privilegien tauschen. Das Islamgesetz muss komplett neu formuliert werden, es müssen alle islamischen Glaubensrichtungen dieselben Rechte erhalten, aber deren ausländische Steuerung, egal ob türkisch oder saudisch, ob durch die Muslimbrüder oder die Salafisten, ist rigoros zu unterbinden.

Dr. Amer Albayati, Islam- und Terrorexperte, ist Präsident der „Initiative Liberaler Muslime Österreich – ILMÖ“. Er hat das Buch „Auf der Todesliste des IS” (Seifert-Verlag) geschrieben.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorTik Tak
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    25. Juni 2016 10:26

    Es ist so einfach:

    Entzieht allen, die eine Doppelstaatsbürgerschaft ohne Genehmigung haben die österreichische Staatsbürgerschaft, womit man rund 2/3 der Türken in Österreich wieder zu reinen Türken macht, was sie sowieso sind.
    Verbietet alle jenen vereine die die eigenen Gesetze über die des Staates stellen und werft deren Mitglieder aus dem Land, sofern sie keine Österreicher sind, womit man so gut wie alle Muslime los wird, die keine ausschließlichen Österreicher sind.
    Das steht einem Staat zu, andere, z.B. Saudi Arabien, tun das auch.
    Der Islam ist in seiner Struktur eine totalitäre Ideologie wie Faschismus oder Nationalsozialismus und die haben auch keinen Platz in Österreich.

  2. Ausgezeichneter Kommentatorheartofstone
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    24. Juni 2016 16:44

    Einfache Lösung dieses "Problems" ... der Islam als faschistische Ideologie wird verboten. Die Anhänger Mohammeds, ein Mörder, Dieb und Räuber (Liste bitte selber fortsetzen) sind nach dem NS Verbotsgesetz zu "behandeln" und der Koran wandert subito auf den Index. Die "Gotteshäuser" des blutsaufenden "Gottes" Allah sind zu schleifen und gehen so wie das Vermögen von IGGIÖ und sämtlicher mohammedanischen Vereinen entschädigungslos in den Besitz der Republik Österreich über. Wenn das Mohammedanern im Lande nicht gefällt dürfen sie gerne und am Besten gestern gen Saudi Arabien oder einem anderen mohammedanischen Drecksloch auswandern.

    Noch Fragen?

  3. Ausgezeichneter KommentatorBob
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    25. Juni 2016 09:52

    Die Staatssekretärin Muna Duzdar mit dem Aussehen der MonaLisa und dem Benehmen eines Bassena Weibes gibt im Parlament keine Auskünfte über den Islam.
    Und das nennt sich Demokratie.

  4. Ausgezeichneter KommentatorR. Wagner
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    23. Juni 2016 10:24

    Albayati macht den einzig sinnvollen Vorschlag, wie Österreich aus dem Schlammassel herauskommt!
    Denn der Islam besteht (so wie das Christentum) aus vielen unterschiedlichen Religionen, die ja de facto heute vielerorts Krieg gegeneinander führen. Gleichzeitig müsste aber ein neues österreichisches Gesetz viel eindeutiger verlangen, dass die Grundlagen und Lehren jeder einzelnen islamischen Religion viel klarer dargelegt werden, wenn sie anerkannt werden will.
    Der Gesetzgeber hat - nicht zuletzt unter dem üblen Einfluss eines Herrn Ostermayer - einfach Pfusch gebaut, der dringend repariert werden muss. Und wenn Herr Kurz eine solche Gesetzesändern nicht bald laut verlangt, wird auch seine Mitschuld eindeutig.

  5. Ausgezeichneter KommentatorBob
    1x Ausgezeichneter Kommentar
  6. Ausgezeichneter KommentatorPoliticus1
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    22. Juni 2016 22:36

    "Die Beteiligten kassieren wie Spitzenpolitiker „vom Staate“ fette Gehälter"

    Darf ich das so interpetieren, dass dieser Staat die Türkei ist?

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorTik Tak
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    25. Juni 2016 10:26

    Es ist so einfach:

    Entzieht allen, die eine Doppelstaatsbürgerschaft ohne Genehmigung haben die österreichische Staatsbürgerschaft, womit man rund 2/3 der Türken in Österreich wieder zu reinen Türken macht, was sie sowieso sind.
    Verbietet alle jenen vereine die die eigenen Gesetze über die des Staates stellen und werft deren Mitglieder aus dem Land, sofern sie keine Österreicher sind, womit man so gut wie alle Muslime los wird, die keine ausschließlichen Österreicher sind.
    Das steht einem Staat zu, andere, z.B. Saudi Arabien, tun das auch.
    Der Islam ist in seiner Struktur eine totalitäre Ideologie wie Faschismus oder Nationalsozialismus und die haben auch keinen Platz in Österreich.


alle Kommentare

  1. Gennadi (kein Partner)
    01. Juli 2016 20:47

    Albayati irrt gleich mehrfach.

    Am meisten mit dem Islamgesetz 1912, das anders lautete, als von ihm dargestellt.

  2. Tik Tak (kein Partner)
    25. Juni 2016 10:26

    Es ist so einfach:

    Entzieht allen, die eine Doppelstaatsbürgerschaft ohne Genehmigung haben die österreichische Staatsbürgerschaft, womit man rund 2/3 der Türken in Österreich wieder zu reinen Türken macht, was sie sowieso sind.
    Verbietet alle jenen vereine die die eigenen Gesetze über die des Staates stellen und werft deren Mitglieder aus dem Land, sofern sie keine Österreicher sind, womit man so gut wie alle Muslime los wird, die keine ausschließlichen Österreicher sind.
    Das steht einem Staat zu, andere, z.B. Saudi Arabien, tun das auch.
    Der Islam ist in seiner Struktur eine totalitäre Ideologie wie Faschismus oder Nationalsozialismus und die haben auch keinen Platz in Österreich.

    • fewe (kein Partner)
      25. Juni 2016 17:59

      Ja Staatsbürgerschaft bei Doppelstaatsbürgerschaft entziehen, Abschaffung der Briefwahl, Deckelung der Mindestsicherung auf 1500 EUR und Einstufung des Islam als auch politisches System, das hier keinen Platz bekommen darf. In Deutschland gibt es ja schon Scharia-Richter, die den regulären Gerichten sozusagen beistehen.

      Keine Toleranz gegenüber Intoleranten.

  3. Bob
  4. Bob
    25. Juni 2016 09:52

    Die Staatssekretärin Muna Duzdar mit dem Aussehen der MonaLisa und dem Benehmen eines Bassena Weibes gibt im Parlament keine Auskünfte über den Islam.
    Und das nennt sich Demokratie.

  5. heartofstone (kein Partner)
    24. Juni 2016 16:44

    Einfache Lösung dieses "Problems" ... der Islam als faschistische Ideologie wird verboten. Die Anhänger Mohammeds, ein Mörder, Dieb und Räuber (Liste bitte selber fortsetzen) sind nach dem NS Verbotsgesetz zu "behandeln" und der Koran wandert subito auf den Index. Die "Gotteshäuser" des blutsaufenden "Gottes" Allah sind zu schleifen und gehen so wie das Vermögen von IGGIÖ und sämtlicher mohammedanischen Vereinen entschädigungslos in den Besitz der Republik Österreich über. Wenn das Mohammedanern im Lande nicht gefällt dürfen sie gerne und am Besten gestern gen Saudi Arabien oder einem anderen mohammedanischen Drecksloch auswandern.

    Noch Fragen?

    • King_Crimson (kein Partner)
      25. Juni 2016 21:07

      Das unterschreibe ich 100 Prozent! Die Fehler des Islam-Appeasement muss endlich vorbei sein!

  6. Krokus (kein Partner)
    24. Juni 2016 16:37

    volle Zustimmung

  7. R. Wagner
    23. Juni 2016 10:24

    Albayati macht den einzig sinnvollen Vorschlag, wie Österreich aus dem Schlammassel herauskommt!
    Denn der Islam besteht (so wie das Christentum) aus vielen unterschiedlichen Religionen, die ja de facto heute vielerorts Krieg gegeneinander führen. Gleichzeitig müsste aber ein neues österreichisches Gesetz viel eindeutiger verlangen, dass die Grundlagen und Lehren jeder einzelnen islamischen Religion viel klarer dargelegt werden, wenn sie anerkannt werden will.
    Der Gesetzgeber hat - nicht zuletzt unter dem üblen Einfluss eines Herrn Ostermayer - einfach Pfusch gebaut, der dringend repariert werden muss. Und wenn Herr Kurz eine solche Gesetzesändern nicht bald laut verlangt, wird auch seine Mitschuld eindeutig.

  8. Politicus1
    22. Juni 2016 22:36

    "Die Beteiligten kassieren wie Spitzenpolitiker „vom Staate“ fette Gehälter"

    Darf ich das so interpetieren, dass dieser Staat die Türkei ist?

    • Gennadi (kein Partner)
      01. Juli 2016 20:50

      Die "Beteiligten" sind unter anderem 15 Schul-Fachinspektoren der Islamischen Glaubensgemeinschaft, die ohne Tätigkeit monatlich 5-6000 verdienen.
      Darunter Fuat Sanac und Carla Baghajati.





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