Ideologisch motivierte Begriffsverwirrung

Lesezeit: 3:00

„Ohne Wahrheit gibt es keine Gerechtigkeit“, sagte Papst Benedikt XVI. einmal. Und hatte natürlich völlig recht damit. Die Verwendung von exakten Begriffen, eine wahrheitsgetreue Beschreibung der Wirklichkeit und ein ständiges Bemühen um Objektivität müssen Grundbedingung jedes Diskurses sein, sonst scheitert er. Dieser Ansatz gilt immer und überall. Wenn man für jemanden oder in einer bestimmten Situation möglichst gerechte Verhältnisse herstellen will, ist die Wahrheit unerlässlich. An sich ist das eine recht triviale Erkenntnis. Aktuell erleben wir in der sogenannten „Flüchtlingsdebatte“ allerdings, dass diese Conditio sine qua non unablässig konterkariert wird und damit die Lösungsmöglichkeiten der Migrationskrise permanent zum Nachteil aller Beteiligten eingeschränkt werden.

Die Terminologie, die offiziell beim politischen Thema Nr. 1 verwendet wird, ist leider durchsetzt von Fehlzuschreibungen, falschen Diagnosen und Euphemismen. Schon alleine die bei uns ständig verwendete pauschale Bezeichnung aller hier Ankommenden als Flüchtlinge ist grob inkorrekt: Der Flüchtlings-Begriff entspricht weder dem Dublin-Abkommen noch irgendeinem anderen gültigen Vertrag inklusive der Genfer Flüchtlingskonvention. Die Bezeichnung korreliert auch nicht mit der Asyl-Statistik: Im Jahre 2015 wurden 60% aller Asylanträge abgelehnt (!) – so sagen es die offiziellen Zahlen des Innenministeriums.

Die Ankömmlinge in Bausch und Bogen als „Flüchtlinge“ zu bezeichnen dient also höchstens bestimmten ideologischen Zwecken. Der Begriff soll offenbar propagiert werden, um in der autochthonen Bevölkerung empathische Gefühle, wenn nicht sogar ein schlechtes Gewissen zu erzeugen. Bezeichnend ist, dass die undifferenzierte Begriffsverwendung vor allem von politisch links stehenden Gruppierungen und von den ebenfalls vielfach linksideologisch geprägten NGOs propagiert wird.

Diese Begriffsverwendung wirkt aber kontraproduktiv und erzeugt beim Bürger zunehmendes Unbehagen – ganz einfach, weil die Leute nicht so naiv sind, in Zeiten der ubiquitär verfügbaren Informationen alles zu glauben, was in der Zeitung steht oder was offiziell von bestimmten Organisationen verbreitet wird. Die unkritisch und oft auch vorsätzlich falsch eingesetzten Begrifflichkeiten erschweren auch die Diagnostik dessen, was ist – und sie befördern damit am Ende genau jenes Ressentiment, das jeder vernünftige Mensch verhindern will.  

Wir müssen uns in der Debatte daher schleunigst um ein anderes Wording bemühen. Und dieses Bemühen muss Politik und Medien gleichermaßen betreffen. Diagnostik und Therapie dieser vermutlich noch sehr lange sehr schwierig bleibenden (außen-)politischen Situation sind nur möglich, wenn wir exakt und ehrlich sind und die Euphemismen im Archiv entsorgen.

Einigen wir uns also: Menschen, die nach dem langen und teuren Weg aus dem Orient oder aus Afrika bei uns über die Grenze möchten, sind grundsätzlich als Migranten zu bezeichnen. Nur dieses Wort sollte in Zukunft als Pauschalbegriff Verwendung finden (es entspricht übrigens auch dem internationalen Usus: in der englischsprachigen Welt redet man vor allem von der Migrant Crisis und viel seltener von einer Refugee Crisis).

Jede andere Zuschreibung (wie Flüchtling, Schutzsuchender, Asylberechtigter, Wirtschaftsflüchtling, subsidiär Schutzbedürftiger etc.) wird erst legitim, wenn der betreffende Migrant die erkennungsdienstlichen und amtlichen Verfahren zur Feststellung seiner Migrations-Motivation hinter sich hat.

Es ist die Pflicht und das Recht des Staates Österreich, die Beweggründe jedes Migranten und vor allem seine Rechtssituation genau zu erfassen und zu klären. Dazu benötigt man exakte Begriffe und den Anspruch, die Wahrheit herausfinden zu wollen. Das ist Österreich seinen Bürgern, aber auch den Migranten schuldig. Denn ohne Wahrheit wird es keine Gerechtigkeit geben.

Dr. Marcus Franz ist Arzt und unabhänger Nationalrats-Abgeordneter (früher ÖVP, davor Team Stronach).

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatorglockenblumen
    13x Ausgezeichneter Kommentar
    29. April 2016 18:43

    Papst Benedikt hat etwas essentiell Wahres ausgesprochen!

    Ich kann auch nicht nachvollziehen, wie aus ehemals "Illegalen" erst "Asylwerber" und letztendlich "Flüchtlinge" wurden, die unter der Peitsche der Sprachpolizisten und Tugendwächter, sprich PC, zu "Wanderern" und "Schutzsuchenden" mutierten, vor denen wir uns jetzt schützen müssen!

    Für mich sind und bleiben es Invasoren, besonders angesichts dessen, wie sie sich benehmen oder besser gesagt nicht benehmen, das Gastrecht auf das Übelste mißbrauchen und in impertinenter Weise FORDERN!
    Keiner hat Papiere doch jeder hat ein Smartphone, ist das nicht mehr als seltsam?

    Es ist unumgänglich die Dinge wieder beim richtigen Namen zu nennen und der Wahrheit jenen Stellenwert einzuräumen der ihr zukommt, nämlich an vorderster Stelle!

  2. Ausgezeichneter KommentatorBob
    9x Ausgezeichneter Kommentar
    30. April 2016 09:56

    Diese Menschen sind weder Schutzsuchende noch Asylanten und schon gar keine Flüchtlinge. Ich würde sie auch nicht als Migranten bezeichnen, den ein Einwanderer versucht für sich selbst zu sorgen und sich weitgehendst zu integrieren.
    Diese Menschen sind einfach Parasiten, die sich unser Sozialsystem zu Nutze machen, und nicht einmal Willens sind für sich selbst zu sorgen oder ihre Unterkünfte sauber zu halten. Und aus lauter Dankbarkeit sind sie noch unzufrieden, und missachten unsere Gesetze. Und ich spreche hier von einem Großteil der uns Artfremden und Religionsfremden Besuchern, die wir mit Sicherheit nie wieder los werden.

  3. Ausgezeichneter Kommentator11er
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    29. April 2016 18:55

    Schließlich ist ja die Richtung Europa ziehende Masseninvasion in den USA unter dem Titel "mass migration weapon" entwickelt worden.

  4. Ausgezeichneter KommentatorCamilla
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    30. April 2016 09:34

    Verzeihung, Herr Doktor - aber sind Sie da nicht etwas naiv?
    Diese Begriffe werden doch mit Bedacht gewählt.
    Und sie nützen ja auch.......

  5. Ausgezeichneter KommentatorKing_Crimson
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    01. Mai 2016 23:20

    Schützen wir uns vor den Schutzsuchenden!

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorKing_Crimson
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    01. Mai 2016 23:20

    Schützen wir uns vor den Schutzsuchenden!


alle Kommentare

  1. King_Crimson (kein Partner)
    01. Mai 2016 23:20

    Schützen wir uns vor den Schutzsuchenden!

  2. fewe (kein Partner)
    01. Mai 2016 23:03

    Wenn ich das richtig verstanden habe, dann gibt es ein Gesetz, wonach Flüchtlinge nach 6 Jahren automatisch - und ohne Bedingungen - die öst. Staatsbürgerschaft bekommen.

    Das hat also evtl. weniger mit Propaganda zu tun sondern mit rascher Einbürgerung. Die Einbürgerung von normalen Einwanderern dauert erheblich länger und ist auch an gewisse Bedingungen gebunden.

  3. Bob
    30. April 2016 09:56

    Diese Menschen sind weder Schutzsuchende noch Asylanten und schon gar keine Flüchtlinge. Ich würde sie auch nicht als Migranten bezeichnen, den ein Einwanderer versucht für sich selbst zu sorgen und sich weitgehendst zu integrieren.
    Diese Menschen sind einfach Parasiten, die sich unser Sozialsystem zu Nutze machen, und nicht einmal Willens sind für sich selbst zu sorgen oder ihre Unterkünfte sauber zu halten. Und aus lauter Dankbarkeit sind sie noch unzufrieden, und missachten unsere Gesetze. Und ich spreche hier von einem Großteil der uns Artfremden und Religionsfremden Besuchern, die wir mit Sicherheit nie wieder los werden.

    • Charlesmagne
      30. April 2016 10:25

      Sie haben recht. Es handelt sich um eine schleichende Invasion.
      „Es endet immer auf gleiche Weise: Die Zivilisation erreicht ein Stadium der Überreife, wo sie sich nicht nur nicht mehr verteidigen kann, sondern auf eine scheinbar unbegreifliche Art auch die eigenen Feinde züchtet.“
      (Imre Kertész, ungarische Autor, der zwei deutsche Konzentrationslager überlebt hat: „Letzte Einkehr“)

  4. Camilla
    30. April 2016 09:34

    Verzeihung, Herr Doktor - aber sind Sie da nicht etwas naiv?
    Diese Begriffe werden doch mit Bedacht gewählt.
    Und sie nützen ja auch.......

  5. 11er
    29. April 2016 18:55

    Schließlich ist ja die Richtung Europa ziehende Masseninvasion in den USA unter dem Titel "mass migration weapon" entwickelt worden.

  6. glockenblumen
    29. April 2016 18:43

    Papst Benedikt hat etwas essentiell Wahres ausgesprochen!

    Ich kann auch nicht nachvollziehen, wie aus ehemals "Illegalen" erst "Asylwerber" und letztendlich "Flüchtlinge" wurden, die unter der Peitsche der Sprachpolizisten und Tugendwächter, sprich PC, zu "Wanderern" und "Schutzsuchenden" mutierten, vor denen wir uns jetzt schützen müssen!

    Für mich sind und bleiben es Invasoren, besonders angesichts dessen, wie sie sich benehmen oder besser gesagt nicht benehmen, das Gastrecht auf das Übelste mißbrauchen und in impertinenter Weise FORDERN!
    Keiner hat Papiere doch jeder hat ein Smartphone, ist das nicht mehr als seltsam?

    Es ist unumgänglich die Dinge wieder beim richtigen Namen zu nennen und der Wahrheit jenen Stellenwert einzuräumen der ihr zukommt, nämlich an vorderster Stelle!

    • oberösi
      30. April 2016 00:50

      "Schutzberechtigte", ebenfalls zu hören, vorwiegend im ORF, eine weitere Steigerung...

    • Wyatt
      30. April 2016 06:40

      Zustände im Asylheim in Admont,
      dem Ort mit dem Benediktinerstift, dass seit seiner Gründung im Jahre 1074, also seit fast einem Jahrtausend, Kulturgüter sammelt und bewahrt. Und der eimaligen besonderen Stellung seiner Stiftsbibliothek.

      "Im Ort gehen die Wogen hoch und die Polizei darf keine Auskunft geben, wenn es zu Einsätzen kommt!!!!"

      http://www.kleinezeitung.at/s/steiermark/ennstal/peak_ennstal/4978698/Admont_Wickel-in-Asylheim_Diakonie-unter-Druck

    • glockenblumen
      30. April 2016 08:59

      @ oberösi

      "SchutzBERECHTIGT" sind nur die Österreicher, doch der rotzgrüne Zwangsgebührenempfänger mitsamt seinen Propagangdaprostituierten verbreitet seit Jahren nur Lügen, bin froh TV aus meiner Wohnung verbannt zu haben.

      @Wyatt
      da geht einem die Galle über!
      Bei uns gestalten sie jetzt ein Haus zu einem "Asylantentreff" damit denen nicht langweilig wird. Geld für einen sicheren Gehsteig ist aber nicht vorhanden......
      Manchmal hoffe ich, nur schlecht zu träumen, doch immer stelle ich fest, daß ich hellwach bin.

    • oberösi
      30. April 2016 12:00

      @ glockenblumen

      wenns nach den Wünschen des rotzgrünen ORFs und Regierung geht, nützt auch Abstinenz bald nichts mehr. So wie in DE wird dann jeder Haushalt seine "Demokratieabgabe" zu entrichten haben, unabhängig davon, ob darin TV oder Radio steht.
      Und wer nicht zahlt, kommt in Haft, so wie kürzlich einer Frau aus Chemnitz passiert, die drei Monate einsaß und nur aufgrund des öffentlichen Drucks und Angst vor der AfD - einstweilen - wieder freiging. Wie gesagt: sie hat weder TV noch Radio im Haushalt.

      Da muß so ein armer Schutzberechtigter schon viel anstellen, um drei Monate einzusitzen, wiederholte nicht einvernehmliche und gewalttätige Triebabfuhr, oder mehrmaliger Raub oder Einbruch, dann vielleicht.

      Falls nun plötzlich etwas mehr Vernunft und Realismus im Refugees-Wahn unter den Regierenden, dann nur wegen Hofer & FP bzw. AfD ante portas.

      Aber die nationale, europäische und internationale Zunft der antifaschistischen Vernaderer formiert sich schon (wieder) zur gemeinsamen Mutter aller Schlachten gegen Hofer, das wird noch deftig werden bis zur Stichwahl.

    • glockenblumen
      30. April 2016 13:25

      @ oberösi

      Dann hilft nur noch ziviler Ungehorsam und einfach nicht zahlen, sie können nicht halb Österreich einsperren..........
      Doch fürchte ich, daß der Großteil einknickt weil "Vurschrift is Vurschrift" und allein gegen die Mafia ist halt schon recht mühsam!





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