"Aussiedlung" war Ausplünderung und Vertreibung

Lesezeit: 8:00

Der ungarische Premier Viktor Orbán hielt vor wenigen Tagen in Wudersch (Budaörs) eine Gedankrede an die Vertreibung der davor in Ungarn lebenden Deutschen. Viele Vertriebene würden sich einmal auch von einem tschechischen Regierungschef eine solche Rede wünschen. (Auch die aus Polen vertriebenen Deutschen haben schon etliche ähnlich klingende Töne hören können.) Die wichtigsten Passagen der Orbán-Rede im Wortlaut:

Die 1940-er Jahre lassen die zusammenhängende Leidensgeschichte Ungarns vor unseren Augen erstehen. Besetzungen, Verschleppung und Vertreibung, einander folgende Waggons, Trauerzüge. Die Akzente, die Ziele, die Gründe und Motive mochten unterschiedlich sein, jedoch war die Konklusion unverändert. Als Ungarn besetzt wurde – ganz gleich ob vom Osten oder vom Westen aus –, das Ergebnis wurde unermessliches Leid.

Die Geschichte des 20. Jahrhunderts zeugt davon, dass wenn Ungarn seine Unabhängigkeit verlor, es dann seine eigenen Bürger – jene Menschen, zu deren Schutz und zur Bewahrung ihrer Werte das Land berufen gewesen wäre – es diese verstieß, ausplünderte, vertrieb und in eine extrem ausgelieferte Lage geraten ließ. Es ist eine Lehre für die Ungarn für alle Zeiten, der Ankunft einer derartigen Welt, in der ähnliche Verordnungen und Listen entstehen könnten, nicht die geringste Chance zu geben. Es ist eine Warnung für alle Zeiten, dass nur die starke Regierung eines souveränen Landes in der Lage ist, seine Staatsbürger der unterschiedlichsten Nationalität vor den äußeren Kräften und den die äußeren Kräfte bedienenden inneren Anhängern zu schützen.

Am 19. Januar 1946 verließ der erste Eisenbahnzug Ungarn, der unsere vertriebenen deutschen Landsleute nach Deutschland transportierte. Allein an einem einzigen Tag nahm man tausend Menschen mit. Bis Anfang Februar war Wudersch bereits vollkommen leer, und bald ereilte landesweit Hunderte von Siedlungen, in denen Schwaben – wie man die Ungarndeutschen in Ungarn nannte – lebten, ein ähnliches Schicksal.

Die offizielle Bezeichnung lautete Aussiedlung, doch dieses Wort hatte mit der Wahrheit nichts zu tun. Was Aussiedlung genannt wurde, bedeute die Ausplünderung und die Vertreibung der ungarischen Schwaben. Sie wurden ihrer Häuser und sie wurden ihrer Heimat beraubt. Von ihrem früheren Leben durften sie in die niedergebombten Städte Deutschlands so viel mitnehmen, wie in ein Bündel von 50 Kilogramm hineinpasste. Und nicht nur jene mussten ihr Zuhause verlassen, die während des Weltkriegs in die deutsche Armee rekrutiert worden waren. Um auf die Liste zu kommen, reichte es aus, wenn jemand sich selbst als Person deutscher Nationalität bezeichnete oder sich zwar als Ungar bekannte, aber das Deutsche seine Muttersprache war, und es reichte auch aus, wenn man über jemanden wusste, dass er Ungarn so sehr liebte, dass er niemals die kommunistische Partei wählen würde.

Vor siebzig Jahren ereignete sich in Ungarn und in zahlreichen anderen Ländern Europas eine als Aussiedlung getarnte Deportierung. Und es gab keine einzige nüchtern denkende verantwortliche Person – auch die Vertreter der Siegermächte mitinbegriffen – die sich dem entgegengestellt hätte. Dies waren Zeiten, in denen Europa der Verführung durch wahnsinnige Gedanken nicht widerstehen konnte. Statt des Widerstandes, statt sein christliches Selbst zu behalten, hat es sich ergeben. Es hat gleich zweimal kapituliert, nacheinander. Zuerst gab es der Verführung durch den Nationalsozialismus, dann der durch den internationalen Sozialismus nach. Es ist der traurige gemeinsame Nenner des National- und des internationalen Sozialismus, dass sie beide auf Grundlage des Prinzips der Kollektivschuld ganze Völker in Viehwaggons trieben.

Die Ungarndeutschen können bis auf den heutigen Tag eine Kultur die ihrige nennen, deren Fäden tief in das Gewebe der ungarischen Kultur eingeflochten sind. Wenn wir diese Fäden herauszögen, so würde das gesamte Gewebe zerfallen. Die ungarische schwäbische Gemeinschaft stellt einen organischen und unveräußerlichen Bestandteil der ungarischen Kultur dar. Wenn vor siebzig Jahren die Vertriebenen all das mitgenommen hätten, was die Ungarndeutschen oder Menschen deutscher Abstammung seit ihrer Ansiedlung für die ungarische Wirtschaft und Kultur getan hatten, dann wäre Ungarn heute bedeutend ärmer. Sie hätten zum Beispiel unsere erste nationale Literaturgeschichte – von Ferenc Toldy – mitnehmen können, unter anderem auch das Parlament – Imre Steindl – und das Gebäude des Kunsthistorischen Museums – Ödön Lechner – sowie einen bedeutenden Teil des ungarischen Druckwesens, Maschinenbaus und der Medizin.

Ungarn war einst die Heimat von mehr als einer halben Million von Familien, die auf ihre deutschen Wurzeln stolz sowie fleißig waren und auf ihren eigenen Füßen standen. Wir lebten über lange Jahrhunderte hinweg zusammen und zu Hunderttausenden liegen deutsche und ungarische Soldaten europaweit nebeneinander in der Erde. Die Sorgen und Mühen des Alltags haben wir gemeinsam gelöst, so wie wir auch Ungarn nach den Verwüstungen der Kriege gemeinsam wiederaufgebaut haben. Und wir haben viel voneinander gelernt.

Wir Ungarn haben von den schwäbischen Menschen zum Beispiel gelernt, das die tätige, fleißige Arbeit der einzig mögliche Weg zum Erreichen ehrlichen Wohlstandes ist. Die Ungarndeutschen haben über dieses gemeinsame Schicksal Zeugnis abgelegt, als sie sich unter der Fahne von Kossuth statt unter der Fahne mit dem Doppeladler aufreihten. Dies bekräftigten sie, als sie Schulter an Schulter mit den Ungarn an den Fronten des Ersten Weltkriegs kämpften. Diese Zusammengehörigkeit bekundeten sie auch 1941 bei der Volkszählung, als sie sich als Personen ungarischer Nationalität, aber deutscher Muttersprache bezeichneten. Und schließlich gaben sie ebendiesem Gefühl nach, als einige Jahre später viele von ihnen in die Armut, in das Elend, in die Erniedrigungen durch das kommunistische System heimkehrten.

Wir alle kennen die Geschichte der in alle Richtungen abfahrenden und wer weiß wo ankommenden Trauerzüge. Es hat Millionen von Menschenleben gekostet bis wir erkannt haben: Wir, die Nationen Europas, sind gemeinsam stark. Der entscheidende Grund für die Vereinigung Europas war gerade, dass derart entsetzliche Dinge nie wieder vorkommen dürfen. Die europäische Zusammenarbeit war gerade aus der Erkenntnis geboren worden, dass uns, europäische Nationen, viel mehr Dinge verbinden als trennen.

Wir alle können mit unseren eigenen Augen beobachten, wie die Sicherheit Europas von Tag zu Tag zerfällt, wie seine auf der christlichen Kultur basierende Lebensweise in Gefahr gerät. Heute stellt sich Europa nicht die Frage, ob sich die Nationen gegeneinander wenden, die Frage lautet vielmehr, ob es Europa noch geben wird, ob wir die europäische Lebensweise und Kultur werden verteidigen können, und was für einen Kontinent wir unseren Kindern als Erbe hinterlassen werden.

Die wichtigste Lehre aus der Geschichte der 1940-er Jahre, als die Straßen Europas immer wieder mit aus ihrem Zuhause vertriebenen, hungernden und tatsächlich um ihr Leben rennenden Völkern gefüllt waren, ist, dass man ein Verbrechen durch ein anderes Verbrechen nicht wiedergutmachen kann – ein vermeintliches Verbrechen durch ein anderes Verbrechen noch weniger, und ein angenommenes Verbrechen durch eine kollektive Bestrafung erst recht nicht. Wir können stolz darauf sein, dass die ungarischen Menschen nach zwanzig verworrenen, postkommunistischen Jahren des Übergangs endlich eindeutig für die bürgerliche Einrichtung votiert haben, und das Parlament endlich die erste demokratische bürgerliche Verfassung Ungarns vollenden konnte.

Die wichtigste tragende Säule der bürgerlichen Welt ist die Gerechtigkeit und Billigkeit, wir geben einem jeden das, was ihm zusteht. Aus diesem Grunde hat das Parlament im Jahre 2013 beschlossen, dass der 19. Januar der Gedenktag der Verschleppung und der Vertreibung der Ungarndeutschen sei. Als ein ewiges Memento für die nach Sibirien zur Zwangsarbeit verschleppten fünfundsechzigtausend Menschen und für die zur Aussiedlung verurteilten deutschen Familien. Das heutige Jubiläum ist aber nicht nur ein Gedenken, sondern auch ein Aufruf, all das nicht zu vergessen, was die Ungarndeutschen für Ungarn getan haben und bis auf den heutigen Tag tun.

Die ungarische Regierung unterstützt die Bewahrung der Identität und der Kultur der in unserer Heimat lebenden deutschen Mitbürger. Seit 2014 kann man sich im ungarischen Parlament auf Deutsch zu Worte melden, der Sprecher der Deutschen kann in seiner Muttersprache im Parlament reden. Es erfüllt uns mit Freude, dass sich in den vergangenen vier Jahren die Zahl der deutschen Schulen verfünffacht und die Anzahl der dort lernenden Schüler verdreifacht hat. Und wir sind auch darauf stolz, dass die Zahl derer, die sich als zur Gemeinschaft der Ungarndeutschen gehörig bekennen, heute schon beinahe Zweihunderttausend erreicht.

Die Leidensgeschichte der Ungarndeutschen soll uns daran erinnern, dass es das unveräußerliche Recht des Menschen ist, dort zu leben, wo er geboren worden ist, in der Kultur, in dem Land, in der Siedlung, die sein eigenes Zuhause ist. Und uns möge der Herrgott ausreichend Ausdauer und Geduld geben, damit wir Europa verteidigen und erhalten können, und er möge uns genügend Kraft geben, damit wir das Recht darauf, in der eigenen Heimat bleiben zu dürfen, auch außerhalb Europas durchsetzen können. Im Namen der ungarischen Regierung wünsche ich unseren in Ungarn lebenden deutschen Mitbürgern, dass das Andenken ihrer Ahnen bewahren und ihre Kinder als in der deutschen Kultur aufgewachsene gute Ungarn erziehen sollen.

Ehrfurcht den Opfern. Gebührende Erinnerung an die Leidenden. Ein Verneigen vor der Erinnerung an die Unschuldigen. Anerkennung und Ruhm jenen, die den in Not geratenen Ungarndeutschen geholfen hatten. Alles Gute unseren mit uns zusammenlebenden deutschen Mitbürgern!

Viktor Orban ist ungarischer Ministerpräsident.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorBob
    23x Ausgezeichneter Kommentar
    27. Januar 2016 21:21

    Hochachtung Viktor Orban*******************************

  2. Ausgezeichneter KommentatorHelmut Oswald
    16x Ausgezeichneter Kommentar
    28. Januar 2016 11:10

    Viktor Orban ist ein aufrechter und mutiger Mann von Ehre. Ihm gebühren unser Dank und unsere Verbundenheit. Lang lebe Viktor Orban !

  3. Ausgezeichneter Kommentatormachmuss verschiebnix
    16x Ausgezeichneter Kommentar
    28. Januar 2016 07:08

    Ach, wie ich die Ungarn um ihren Ministerpräsidenten beneide - die haben einen
    echten Staatsmann an der Spitze, wie es ihn nur selten gibt !

    Ein Staatsmann, der sich nicht vor der Linken Hetzbolla duckt :

    » Es ist der traurige gemeinsame Nenner des National- und des internationalen Sozialismus, dass sie beide auf Grundlage des Prinzips der Kollektivschuld ganze Völker in Viehwaggons trieben. «

    In ganz Europa wird man kaum einen Zweiten finden, der diesen Sachverhalt so klar auszusprechen wagt und nur ganz wenige, die überhaupt zu dieser Erkenntnis gelangen !


    wagt - so einer überhaupt

  4. Ausgezeichneter KommentatorPatriot
    6x Ausgezeichneter Kommentar
  5. Ausgezeichneter KommentatorF.V.
    5x Ausgezeichneter Kommentar
  6. Ausgezeichneter Kommentatorsimplicissimus
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    29. Januar 2016 09:05

    Ich bedanke mich auch bei Viktor Orban für seine klaren und ehrlichen Worte!

  7. Ausgezeichneter Kommentatorkritikos
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    30. Januar 2016 00:40

    Als gebürtiger "Schwab", allerdings aus Kroatien, bewundere ich Herrn Orban und bin ihm für diese Worte sehr dankbar. Mir ist freilich eine ähnliche Rede von namhaften kroatischen Politikern nicht bekannt.


alle Kommentare

  1. sepp imland (kein Partner)
    01. Februar 2016 14:49

    < deportiert, ausgesiedelt, entrechtet.
    < aber immer noch besser als bei den serbisch jugoslawischen nachbarn.
    < im banat war 45-46-47 versklaven, vergewaltigen, & vernichten angesagt.
    < waren es 70 oder 130 tsd. die kreisky- brand achse hat hier ein leichentuch des schweigens darübergelegt.
    < angeblich fehlte für die verleihung des freidensnobelpreises an tito nur 1 stimme !!!

    • Undine
      01. Februar 2016 17:19

      Und ich gehe jede Wette ein, daß 98% der Österreicher keine Ahnung davon haben, daß es einmal eine UNTERSTEIERMARK gegeben hatte! MARBURG an der DRAU war eine viele Jahrhunderte alte DEUTSCHE STADT! Die deutschen Bewohner der Untersteiermark wurden, falls sie nicht rechtzeitig fliehen konnten, von TITOS MÖRDERBANDEN, den PARTISANEN, bestialisch ERMORDET---und die Mörder bekamen von den Österreichern ORDEN!

      Von einer RESTITUTION der enteigneten Güter, bzw. des geraubten Geldvermögens durch Yugoslawien wollten unsere VERTROTTELTEN Politiker nie etwas wissen. Zu sehr waren sie damit beschäftigt, für viele Milliarden "Abnehmer" zu finden! Aber den entrechteten, enteigneten Österreichern wollten sie nicht helfen.

  2. JS JohannScheiber (kein Partner)
    01. Februar 2016 08:44

    Es wäre an der Zeit für eine Neuauflage von Österreich-Ungarn, diesmal aber als Ungarn-Österreich!
    Herr Orban, ich verneige mich vor Ihnen!

    • F.V. (kein Partner)
      01. Februar 2016 09:44

      Lieber Herr Scheiber,

      schön wär´s, aber es scheitert weniger am Einspruch unserer „Freunde“ und „Partner“, als vielmehr daran, daß es dem ungarischen MP Orban an einem kongenialen Gesprächspartner in Österreich mangelt.

      Es ist ja weit und breit niemand auszumachen der „satisfaktionsfähig“ wäre.

  3. Holmes (kein Partner)
    31. Januar 2016 11:36

    So eine richtungsweisende Rede wird in unseren Systemmedien natürlich nicht gedruckt. Man will ja bei Rot/Grün mit den Meinungen unter sich bleiben und sich gegenseitig bestätigen.

  4. Alex K. (kein Partner)
    30. Januar 2016 19:17

    Mein Gott, es gibt sie also doch: Staatsmänner! Nur nicht bei uns!

  5. Haider
    30. Januar 2016 17:49

    Tausche 1000 Faymännlein gegen einen Orban!

  6. F.V. (kein Partner)
    • F.V. (kein Partner)
      30. Januar 2016 07:54

      Mit dieser Rede hat der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban nicht nur der historischen Leistung der Deutschen/Schwaben in Ungarn und deren erlittenem Schicksal würdig gedacht, sondern jenen Nationen und ihren politischen Führungen eine Steilvorlage geliefert, die es bis heute nicht für nötig fanden die den Millionen Deutschen angetane Vertreibung, Raub, Mißhandlung und Mord einzugestehen und dafür Abbitte zu leisten. Von einer materiellen Wiedergutmachung ganz zu schweigen.

      Ich habe mich immer gewundert, wie eine Kulturnation, wie z.B. die Tschechen, damit leben können, das offensichtliche millionenfache Verbrechen an den Sudetendeutschen nach wie vor als „geltendes Recht“ zu behaupten. Das tun sie nämlich, indem sie die Benesch-Dekrete als zum „Rechtsbestand“ der Tschechischen Republik gehörig behaupten.(1)

      Diese Verkommenheit der Tschechen, die dies noch immer mehrheitlich mit Zähnen und Klauen verteidigen – gewöhnliche Bürger wie deren Regierungen – wird dadurch nicht geringer, daß die heutige Führung der Sudetendeutschen Landsmannschaft – ein CSU-Wahlverein – hier in kumpanenhafter Schäbigkeit mithilft, diese „Rechtsansicht“ aufrecht zu erhalten. Deren Vorsitzender Bernd Posselt, ein Nachgeborener der Vertriebenen, etwas fett und ausgefressen, hatte ja den schon seit Jahren sich abzeichnenden Kotau vor den heutigen Machthaberern zum Vereinsprogramm erhoben und auf alle Ansprüche – angeblich im Namen des Friedens - verzichtet.

      Allerdings ist ein aufrichtiger Friede auf Basis des Verbrechens und der Lüge eine Illusion.

      (1) Die amerikanische Außenministerin Madeleine Albright hatte per US-Diplomatie die tschechische Regierung bemüht, die Rechts-Gültigkeit der Benesch-Dekrete zu bestätigen.

      Das flog auf, als im ORF, in der Sendung Linzer Torte, Nachfolgendes berichtet wurde.

      Linzer Torte 18. April 1999

      Kunstraub: Die US-Außenministerin Madeleine Albright weigert sich bis heute fremde Kunstgegenstände aus deutschem Besitz herauszugeben.

      Frau Mag. Doris Renner, St. Gilgen berichtet über den Kunstraub des Vaters der US-Außenministerin Madeleine Albright, recte Körbel in der ORF-Sendung ”Linzer Torte” am Sonntag den 18. April 1999.

      Wir erinnern uns noch, daß bei ihrer Bestellung zur Außenministerin, Albright beim Hearing ganz erstaunt war, als hätte sie eben erst von ihrer jüdischen Abstammung erfahren ... , als wäre das für sie selbst die größte Überraschung. Das versteht man zwar nicht, wenn man ja offenbar selbst aktiv werden muß, um seinen Namen von Körbel/Korbel auf den mehr amerikanisch klingenden ”Albright” ändern zu können; wie man da nicht wissen kann woher man stammt, ... welch tragisches Schicksal. Man macht uns glauben, daß hier das alles ”vom Himmel gefallen sein muß”. Was wir, angesichts der vielen anderen kanonisierten Wahrheiten selbstverständlich auch glauben.

      Frau Renner, eine inzwischen 81-jährige Dame, die sich in druckfertigem Deutsch ausdrückt (sie spricht auch Tschechisch, Französisch, Italienisch und Englisch perfekt) hat nach dem Tod ihres Mannes mit 64 Jahren in Salzburg ein Kunststudium begonnen und – mit Auszeichnung – abgeschlossen. Sie stammt aus einer wohlhabenden Fabrikantenfamilie Nebrich, ihr Großvater hat sich 1875 in Prag angesiedelt, war vorher Vorstand der Klöckner-Humboldt-Deutz Werke gewesen und kaufte nach der Übersiedlung nach Prag eine Fabrik (für Papiermaschinen) und auch kleinere, die Zäune und Siebe herstellten, bzw. eine die Bleche perforierte und sehr gut ging. Ihr Vater starb als sie noch ein kleines Mädchen war im Jahre 1932, die Fabrik sollte nicht sie weiterführen, sondern ein Verwandter, Harmer, der auch ihr Vormund wurde, war dafür bestimmt.

      Jahrzehnte suchte Frau Renner die Familie Körbel, die - nach der Vertreibung der Familie Frau Renners als Deutsche durch die Tschechen - in ihrer Prager Villa wohnte, und diese, nachdem sie bei den Kommunisten auch in Ungnade gefallen waren, beim Auszug komplett plünderten. Nur durch einen Zufall kam Frau Renner drauf, daß sich hinter dem Namen Albright jene Körbel verbargen, die sich hier per Diebstahl bereicherten. Als Albright mit Clinton auf Staatsvisite in Prag war, sagte die Außenministerin, daß sie in jenem Haus, das den Eltern der Frau Renner gehörte, ”eine glückliche Kindheit verbracht hätte”. Das Erstaunen war nicht gering, als eine Freundin der Frau Renner im Fernsehn ihr Haus erkannte und in Madeleine Albright jene lange gesuchte Körbel.

      Nun setzte Frau Renner einiges in Bewegung, denn sie verlangte die Rückgabe ihres Familienbesitzes, insbesonders der Bilder und hier vor allem jene christlichen Inhaltes: ein Triptychon, verschiedene Heiligenbilder, usw. ... Das ist aber mit ähnlichen Schwierigkeiten verbunden, wie mit dem angeblich jüdischen Raubgut, das inzwischen auch oft andere ”bona fide”-Besitzer gefunden hat. Sieben Bilder sollen noch vorhanden sein. Aus dem Verkauf der gestohlenen Kunstschätze hatte die Familie Körbel/Korbel, später Albright, ihren Start und Aufstieg in den USA finanziert.

      Wie rechtfertigt sich die US-Außenministerin: das wären Nazis gewesen. Das ist zwar kein Rechtstitel für Diebstahl, aber es ist obendrein falsch. Frau Renner kann dartun, daß ihr Vater leerstehende jüdische Villen auf Bitten der Besitzer angemietet hatte, um sie dem Zugriff von Nazi-Bonzen zu entziehen und vor möglicher Plünderung zu bewahren. Sie selbst sagte, als Mädchen konnte sie nicht studieren, da dazu der Nachweis beim BdM gewesen zu sein erforderlich war. Sie war nicht, und wollte – als ”verwöhntes Mädchen” das auch nicht. Die zweite Rechtfertigungslinie: Jan Masaryk, damals "tschechische Exilregierung" in London, hätte es den Körbel(1) ”geschenkt”. Wie kann Masaryk etwas verschenken, das ihm für jedermann erkennbar gar nicht gehörte? Dritte Rückzugslinie: es wäre dies ja gar nicht Eigentum der Familie der Frau Renner gewesen, denn der tschechische Staat hätte das – unter Bezug auf die Benesch-Dekrete, einer immer noch existenten Schande für europäisches Rechtsempfinden – enteignet. Aber dann wäre erst recht nicht die Familie Körbel berechtigt, das Haus auszuplündern.

      Wie dem auch sei, es ist offenkundig, daß die Außenministerin des mächtigsten Staates der Welt, der sich unter Bezug auf das Recht allgemein, Menschenrechte im besonderen, gegen die mit Vertreibung einhergehenden Verbrechen – Raub und Plünderung – mit solch moralischem Pathos ins Zeug legt, selbst ins Zwielicht geraten ist.

    • machmuss verschiebnix
      30. Januar 2016 15:32

      Sehr interessant , F.V - woher haben nehmen sie bloß ein derart
      spezifisches Detail-Wissen ?

    • F.V. (kein Partner)
      30. Januar 2016 16:13

      MM,

      das wurde alles in viel größerer Detailliertheit im Radio - eine Stunde lang! - gesendet.

      DA ich mir das - leider - nicht merken kann, mache ich mir meist Notizen, die ich, wie in diesem Fall, wenn damit der Charakter unserer "Freunde" und "Befreier" so schön zum Vorschein kommt, auch mit Vergnügen publiziere.

      Übrignes: die 10 maghrebinischen Levonzen werde ich nicht locker machen, und mein Kommentar zum "-" betraf sie in keiner Weise.

    • Undine
      31. Januar 2016 22:20

      @F.V.

      DANKE für die Schilderung des widerwärtigen Charakters der ehem. US-Außenministerin Madeleine ALBRIGHT, alias KÖRBEL! Auch sie steht natürlich unter Artenschutz.

  7. kritikos
    30. Januar 2016 00:40

    Als gebürtiger "Schwab", allerdings aus Kroatien, bewundere ich Herrn Orban und bin ihm für diese Worte sehr dankbar. Mir ist freilich eine ähnliche Rede von namhaften kroatischen Politikern nicht bekannt.

  8. El Capitan
    29. Januar 2016 23:24

    Es gibt sie noch, die Staatsmänner. Welch ein Kontrast zu einem Taxifahrer, der seit Jahrzehnten sein Maturazeugnis sucht.

    Einen Sonderapplaus für die Formulierung "nationaler und internationaler Sozialismus". Diese Formulierung gehört in die Hall of Fame der Zitate.

  9. Sensenmann
    29. Januar 2016 19:31

    Ein Staatsmann.
    Eine staatsmännische Rede.
    Die Ungarn haben eine weise Wahl getroffen.
    Ein Volk, das noch weiß was ihm nützt.

    Das Idol der Östertrotteln ist hingegen ein maturaloser Hilfstaxler, der keinen geraden Satz herausbringt und nur heiße Luft blubbert. Man wählt ihn und Seinesgleichen um sich von dieser Junta dann regieren zu lassen.
    Ein Volk, das vorzieht, was ihm schadet.

    Die Quitung für die Massenverblödung wird gerade angedruckt...

  10. simplicissimus
    29. Januar 2016 09:05

    Ich bedanke mich auch bei Viktor Orban für seine klaren und ehrlichen Worte!

  11. Patriot
    28. Januar 2016 20:40

    Ein großer Staatsmann!

  12. Helmut Oswald
    28. Januar 2016 11:10

    Viktor Orban ist ein aufrechter und mutiger Mann von Ehre. Ihm gebühren unser Dank und unsere Verbundenheit. Lang lebe Viktor Orban !

  13. machmuss verschiebnix
    28. Januar 2016 07:08

    Ach, wie ich die Ungarn um ihren Ministerpräsidenten beneide - die haben einen
    echten Staatsmann an der Spitze, wie es ihn nur selten gibt !

    Ein Staatsmann, der sich nicht vor der Linken Hetzbolla duckt :

    » Es ist der traurige gemeinsame Nenner des National- und des internationalen Sozialismus, dass sie beide auf Grundlage des Prinzips der Kollektivschuld ganze Völker in Viehwaggons trieben. «

    In ganz Europa wird man kaum einen Zweiten finden, der diesen Sachverhalt so klar auszusprechen wagt und nur ganz wenige, die überhaupt zu dieser Erkenntnis gelangen !


    wagt - so einer überhaupt

    • FranzAnton
      29. Januar 2016 05:58

      halbes Sternderl nur irrtümlich vergeben, leider nicht korrigierbar,@machmuss verschiebnix!

    • machmuss verschiebnix
      29. Januar 2016 21:32

      Keine Sorge, FranzAnton - hat nicht weh getan :)

  14. Bob
    27. Januar 2016 21:21

    Hochachtung Viktor Orban*******************************





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