Warum dieses Land einen vollkommenen Neuanfang braucht

Lesezeit: 4:30

Wer heute Österreich seriös regieren möchte, wird sich mit einer Unmenge an Problemen auseinandersetzen müssen: Einer faktisch unkontrollierten Massenzuwanderung, einer bedrohlichen Überschuldung der Öffentlichen Hand, einer ausufernden Bürokratie, einer vollkommen vermurksten Schulpolitik und einer von Genderwahn und Destruktion geprägten Familienpolitik.

Doch wer möchte Österreich überhaupt seriös regieren? Wenn man sich die derzeit agierenden Parteien und Formationen, gleich ob im Parlament oder außerhalb, ansieht, wird man diesbezüglich wohl kaum fündig werden. Tatsächlich bewegt sich das politische Angebot hierzulande von „More oft he same“ über kosmetische Änderungen da und dort bis hin zu ausgeprägten Unterschieden in Einzelfragen, denen aber viel mehr Übereinstimmungen in anderen Fragen gegenüberstehen.

Im Gleichklang mit den Mainstream-Medien bewegt sich der überparteiliche Konsens in einem klar abgrenzbaren Rahmen, vor allem, was die vorgegebenen „Tabu-Themen“ betrifft. Dieser Rahmen heißt: Nein zu TTIP, Nein zu Atomkraft, Nein zu Gentechnik, Nein zur Wiedereinführung der Todesstrafe, Nein zu einem Abgehen von der vorherrschenden Verschuldungspolitik und dem bestehenden, auf Fiat Money basierenden Geldsystem, Nein zu einer grundlegenden Reform der EU (mit Abschaffung von Kommission, EuGH und Parlament), Nein zu einem umfassenden Rückbau staatlicher Aktivität. Um nur einige der wichtigsten Themen zu nennen.

Echte Alternativen hierzu gibt es nicht, und die überwältigende Mehrheit der Wähler scheint diese auch nicht nachzufragen. Es wird über dieses Phänomen auch gar nicht nachgedacht. Dabei liegt die Ursache klar auf der Hand: Das Grundproblem dieses Landes ist sein faktisch nahtloser Übergang vom Feudalismus zum Sozialismus. Eine echte liberale Ära, wie man sie aus der Geschichte der USA oder Großbritanniens kennt, gab es in Österreich nie. Selbst im Deutschen Reich unter Bismarck herrschte weit mehr Liberalismus, als dies jemals in Österreich der Fall war, auch außerhalb jener Perioden, in denen die Nationalliberalen dort mitregierten.

Dieses Land hat sich vom Obrigkeitsdenken nie abgewandt, auch wenn sich dessen Vorzeichen geändert haben: Aus der quasireligiösen Anbetung von Kaiser und Adel wurde nach dem Übergang zur Republik eine ebensolche Anbetung des Sozial- und Wohlfahrtsstaats als vermeintlichem Heilsbringer. Die Unwilligkeit und Unfähigkeit, sich auf seine eigenen Kräfte zu besinnen, verantwortliche Entscheidungen zu treffen und seine Freiheit als Bürger einzufordern, ist dabei geblieben.

Aus diesem Grund ist es auch klar, dass das „Projekt Österreich“ über kurz oder lang zum Scheitern verurteilt ist. Nur mit einer radikalen Rosskur könnte noch verhindert werden, dass der Zug an die Wand fährt, einer Kur, die das in den Köpfen der Österreicher manifestierte sozialistische Denken – das in den vergangenen 45 Jahren besonders entwickelt wurde, aber bei der Mehrheit auch vorher schon präsent war – beseitigt und dorthin verfrachtet, wo es hingehört: In den Mülleimer der Geschichte.

Man muss dazu das Rad nicht neu erfinden, man muss lediglich den Blick über den europäischen Tellerrand hinaus wagen und sich die Erfolgsrezepte anderer Staaten ansehen, von der australischen Einwanderungspolitik über die israelische Anti-Terror-Politik bis hin zur pragmatischen Außenpolitik der Volksrepublik China.

Das wichtigste Vorhaben ist aber der kompromisslose Rückbau der Aktivitäten der Öffentlichen Hand. Diese soll sich auf ihre einzig legitimierende Aufgabe, die des Rechtsschutzes, zurückziehen und die dafür erforderlichen Instrumente – Justiz, Polizei und Militär – endlich mit den dafür notwendigen finanziellen Mitteln ausstatten (insbesondere das Heeresbudget ist ja derzeit im Bereich des Absurden angesiedelt). Alle anderen Angelegenheiten sind von Privaten durchwegs billiger und effizienter machbar, ob dies den Bau von Autobahnen, den Betrieb von Krankenhäusern oder die Einrichtung von Universitäten betrifft.

Voraussetzung dafür ist eine rigorose Budgetpolitik, die in ihren Grundzügen nach einem ausgesprochen einfachen Schema funktioniert: Erwirtschaftet man einen Haushaltsüberschuss, werden Steuern und Abgaben gesenkt, kommt es zu einem Defizit, so werden Ausgaben (abseits der oben genannten Kernaufgaben des Staates) gesenkt.

Den Österreichern muss endlich klar gemacht werden, dass es nicht Aufgabe des Staates ist, irgendjemandes Lebensstandard zu garantieren und privates Vermögen an sich zu bringen, um es dann umzuverteilen – in die eigenen Taschen, an die vielfach unnötige Bürokratie, an genehme Vereine und politnahe Einrichtungen sowie an „Bedürftige“. Es ist höchst an der Zeit, diese grundsätzliche Themenverfehlung bei der Interpretation des Begriffes „Staat“ ein für alle Mal zu beseitigen. Es muss den Menschen beigebracht werden, dass sie für die Gestaltung ihres Lebens weitgehend selbst verantwortlich sind – im Kontext ihrer Familien und der kleinen Gemeinschaften wie Nachbarschaften und dergleichen.

Nur so lässt sich der ansonsten unvermeidliche und nur – bislang mit einem gewissen Erfolg – künstlich hinausgezögerte Kollaps des Gemeinwesens und dieser Republik vermeiden.

Wo bleiben hierzulande unter den Politikern Persönlichkeiten wie Vaclav Klaus, Christoph Blocher, Scott Walker, Ron und Rand Paul, John Howard oder Stephen Harper, um nur einige zu nennen? Sie sind am Horizont nicht erkennbar, aber wir bräuchten sie dringend.

Das sozialistische System funktioniert nicht, es wird nie funktionieren und es ist auch nicht reformierbar. Es gibt nur einen Ausweg: Seine Zerschlagung.

Mag.iur. David Nagiller B.Ed. ist Jurist, freier Publizist und Lehrer für Neue Mittelschulen.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorCincinnatus
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    17. August 2015 08:46

    Eine umfassende und in allen Punkten zutreffende Analyse!
    Eine politische Persönlichkeit, die in der Lage war, über den tages- und parteipolitischen Tellerrand hinaus zu sehen, haben wir zuletzt mit Schüssel gehabt. Aber er ist ja ua. auch wegen "sozialer Kälte" abserviert worden.
    Wenn damals eine "soziale Kälte" geherrscht hat, so kann man die heutigen österreichischen Verhältnisse wohl als "soziale Eiszeit" bezeichnen. Wo bleibt die linke und die mediale Empörungsmaschinerie?

  2. Ausgezeichneter KommentatorM.S.
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    17. August 2015 12:28

    Es ist völlig rätselhaft, dass eine Gesellschaft, die erlebt hat, wie vor ihrer Haustüre ein autoritäres, marxistisch-materialistisches System gescheitert und zusammengebrochen ist, offenen Auges alle Entwicklungen, die zum neuerlichen Entstehen eines solchen Systems führen, relativ gelassen hinnimmt.

  3. Ausgezeichneter KommentatorKarl Rinnhofer
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    17. August 2015 19:17

    Eine zutreffende Analyse, der jeder verantwortlich Denkende in allen Punkten zustimmen wird. Der Autor wird als Lehrer sicher auch täglich erleben, dass auch unsere öffentlichen Schulen sich nahtlos in dieses Schreckensbild einer nicht mehr konkurrenzfähigen Gesellschaft fügen: Es gilt Spaßpädagogik, Nicht-Anecken, Abwählbarmachen alles Unbequemen, maßloses Anspruchsdenken der Nicht-Leistungsbereiten, ungestrafte Diffamierung Fordernder, Inflationierung von Attesten, Showcharakter von "Prüfungen", Zuweisung von Sozialchancen weitgehend durch Zugehörigkeit zu Parteien bzw. deren Vorfeldern und Bereitschaft zu Gesinnungsprostitution - bei allgegenwärtig beängstigend hypertropher, ressourcenverschleudender Bürokratie.
    So wird schon in der Schule - eine enorme Steuervernichtungsmaschinerie, deren "Effizienzkontrolle" sich auf kosmetische Maßnahmen beschränkt - den jungen Menschen die verderbenbringende Denkungsart der Gefälligkeits- und Anspruchsdemokratie ohne Bedeckungsbereitschaft in die Wiege gelegt.

  4. Ausgezeichneter KommentatorArundo.donax
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    17. August 2015 12:45

    Absolut auf den Punkt gebracht! Nur fürchte ich, dass die Einsicht, dass etwas getan werden muss, erst dann vorhanden sein wird, wenn der Zug, der momentan mit hoher Geschwindigkeit ins Verderben rast, im Abgrund liegt.

    Die große Masse der Wähler begreift nicht, dass die staatlich gemachten "Geschenke" ihr vorher über den Weg von Steuern und sonstigen Abgaben genommen, und jetzt, vermindert um den Betrag, der zur Erhaltung des Systems abgezweigt wurde, retour kommen. Und weshalb sollte ein Politiker daran interessiert sein, unpopuläre Maßnahmen vorzuschlagen? Er ist schneller - von den eigenen Parteifreunden, dem politischen Gegner, oder auch medial mundtot gemacht, als er denkt.

    Möglich, dass eine Veränderung nur aus der Bevölkerung selbst kommen kann - Aufklärung, auch mithilfe solcher Beiträge, ist daher besonders wertvoll.

  5. Ausgezeichneter Kommentatormachmuss verschiebnix
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    17. August 2015 20:37

    Großartiger Gastkommentar !

    Beim System-Österreich kommt noch dazu, daß hier die soziale Masche an alles
    dran gemacht wird, wo Geld zum Fenster raus gekippt wird - oder genauer gesagt :
    in den Rachen der Partei-Mafia hinein !

  6. Ausgezeichneter KommentatorBen H.
    1x Ausgezeichneter Kommentar

alle Kommentare

  1. Ben H. (kein Partner)
    • Ben H. (kein Partner)
      20. August 2015 00:08

      Das Problem ist,dass unseren Politikern gänzlich die religiösen Werte ähnlich Figl “glaubt an dieses Österreich“ abhanden gekommen sind. Ich darf aber beruhigen: Nach 2 Weltkriegen, dem Kalten Krieg hat der ewige Kampf der gottlosen “ersten Welt“ und der ebenso atheistischen “zweiten Welt“ so gut wie alle christlichen “ Gottesstaate“ ausgerottet. Liechtenstein,Griechenland in Europa,Großbritanien,ein paar süd- bzw. mittel-amerikanische Länder ausgemommen sind die letzten offiziellen christlichen Refugien. Die Mehrheit der Gottesstaaten sind dem Islam gewidmet. Heute habe ich mich erstmals gefragt ob nicht Luzifer persönlich die “ISIL“ als Plage an alle schickt die ihren Gott(jehova,gott,alla

  2. Helmut Oswald
    19. August 2015 11:48

    In allen Punkten volle Zustimmung für Nagiller.

    Solange sich die - generalisierend vielleicht nicht unzutreffend als politische Rechte bezeichnete - sozialismuskritische Bewegung an Hand begriffsdogmatischer Unterscheidungen wie etwa was ist 'liberal' und ist liberal jetzt gut oder schlecht wechselseitig in den Arm fällt, wird aus dem Gedanken keine politisch relevante Tat erwachsen. Wie so häufig, zieht sie den Kleinkrieg im eigenen Lager und wider die im Prinzip richtig positionierten - nämlich antimarxistischen - Kräfte wegen gedankenmöglicher, letztlich zumeist freilich bloß lässlicher Sünden wider den Geist dem Feldzug zur Zerschlagung der realsozialistischen Diktatur vor. Na dann eben Bürgerkrieg, wenn ihr es so lieber habt. Nur, daraus wird kein Sieg wider das Hauptübel dieser Epoche, das muß euch klar sein.

    • F.V. (kein Partner)
      19. August 2015 13:48

      Herr Oswald,

      sie haben schon recht, wenn es sich um klein-klein handelte. Aber die Methode den Teufel mit Belzebub auszutreiben kann nicht die Lösung sein.

      Sie sehen ja, welche fundamentalen Divergenzen ich zB mit Arundo.donax habe. Und da auch sie offenbar über meine Einwände drübergelesen haben und "volle Zustimmung" signalisieren, kann ich auch ihnen nicht folgen.

      Es ist halt doch so, daß man über das Grundsätzliche zuvor einig sein muß. So lustig des Helmut Quatingers „Der Wilde mit seiner Maschin´“ ist, - „I hab´ zwor ka Ahnung wo i hi´fahr, dafir bin i g´schwinda durt!“ – so wenig ist dies für´s Politische eine gute Empfehlung.

      An der Begeisterung für den H. „Che“ kann ich mich ja deshalb nicht recht beteiligen, nicht weil ich die SPÖVP für irgendetwas tauglich oder ich manche Parolen der FPÖ für falsch hielte, ich sehe nicht den fundamentalen Kurswechsel durch eine FPÖ am Steuer, weil die Problemanalyse meist nur oberflächlich ist oder die „Wahltaktik“ (= Wählerbestechung und Stimmenkauf) dann doch dominiert – und vor allem -, weil ich am tatsächlichen Charakter und Willen zum Besseren beim Herrn H. „Che“ begründete Zweifel habe.

  3. F.V. (kein Partner)
    • F.V. (kein Partner)
      19. August 2015 07:56

      Der Gastkommentar Nagillers listet eine Reihe von Punkten auf, die sehr zutreffend sind, aber da er offensichtlich der liberalen Ideologie kritiklos anhängt kommt es zu einem Nullsummen-Spiel: weil die eine – heute praktizierte – angeblich sozialistische Ideologie falsch ist, muß die andere – als einzig mögliche und kritiklos hingestellte – liberale daher die richtige sein.

      Nur ist das natürlich auch nicht der Fall.

      Die beispielhaft genannten Länder – England und USA – als offenbar vorbildhaft gemeint, sind doch in Wahrheit der lebende Beweis, daß es so gerade NICHT geht. In England wurde ein erheblicher Wohlstand aufgrund der Herrschaft über Kolonien – also deren Plünderung – „erwirtschaftet“, der obendrein aber nur die Oberschicht reich machte. Soweit ich von meinen jahrelangen sehr häufigen – berufsbedingten – Reisen nach England sehen konnte, ist die Masse der Arbeiter davon nicht betroffen, die Wirtschaft nur in einem Radius von knapp 100km um London konzentriert und außerhalb war weitgehend wirtschaftliche Wüste, bis hin zum Plattmachen ganzer Stadtteile, weil dort nichts mehr ging. Die Tendenz zur Wiederbelebung des Manchester-Liberalismus, also erbarmungsloser Ausbeutung der Menschen unter dem alleinigen Diktat des Ökonomischen Kalküls ist nur zu sichtbar.

      Und wozu es die USA „gebracht“ haben, weiß inzwischen auch jeder der sehen will. De-Industrialisierung, Verarmung und Arbeitslosigkeit von einem Großteil der Bevölkerung, Essensmarken für Millionen, die sich sonst nicht mehr ernähren könnten, Diktat der Corporatocracy und Banken-Mafia, Suspendierung der Verfassung, „Homeland Security“ (= NKWD und Blockwarte-System), Fütterung des militärisch-industiellen Komplexes und Raubkriege auf der ganzen Welt. Etc.

      Bei der Aufzählung der parteiübergreifenden Gemeinsamkeiten werden – offensichtlich als Negativa gemeint - etliche Punkte erwähnt, die anscheinend aus „liberaler Sicht“ so negativ erscheinen, in Wahrheit aber durchaus berechtigt und begründet sind. Z. B. das Nein zum TTIP, Nein zu Atomkraft, Nein zu Gentechnik, Nein zur Wiedereinführung der Todesstrafe.

      TTIP ist der amerikanische Versuch die Souveränität der Staaten, die bei uns geltende Rechtsstaatlichkeit zu „privatisieren“, also auszuhebeln. Die angeblichen wirtschaftlichen Vorteile und „neuen Jobs“ sind wie in solchen Fällen üblich, nur Propaganda zum Einseifen der Dummen.

      Atomkraft heißt die bis heute NICHT gelösten Probleme der Sicherheit und Endlagerung des Jahrtausende strahlenden Mülls einfach NICHT zur Kenntnis zu nehmen, bzw. DIESE Kosten anderen Generationen zu überlassen. Tschernobyl und Fukoshima sind ja keine Einzelfälle gewesen.

      Gentechnik ist das „Gottspielen“ ohne die wahren Folgen zu kennen. Es ist die Unverantwortlichkeit schlechthin.

      Todesstrafe: nun, hier hätte ich nichts dagegen, würden die bestialischen Verbrechen damit sanktioniert. Aber das ist ja nicht der Fall, sie ist allerdings in der EUdSSR faktisch längst eingeführt, wenn es um politische „Verbrechen“ geht. Aber das wissen die wenigsten!

      Diese Kritikpunkte zeigen, daß die enthusiastischen Zustimmenden in ihren bisherigen Kommentaren entweder nicht genau gelesen oder mitgedacht haben. Die Reduktion auf den sogenannten „Nachtwächter-Staat“, die alte Idealvorstellung des Staates aus liberaler Sicht, ist früher und heute noch mehr ein blanker Unsinn.

      Es gälte die Aufgaben und den Zweck des Staates und von daher dessen Fundamentalstruktur zu bestimmen. Zweifellos hat der Staat vor allem auch ein s i t t l i c h e r zu sein, und damit gehört es zu seinen Aufgaben auch, dafür zu sorgen, daß er die Verarmung von großen Teilen seiner Bürger NICHT hinnimmt, wie dies unter dem Dogma des suprem herrschenden Ökonomischen Kalküls immer wieder der Fall gewesen ist. Das ist selbstverständlich keine Zustimmung zur Hängematte noch weniger eine für die Flutung ins Sozialsystem durch „Flüchtlinge“ und Schein-Asylanten.

      Bei aller Berechtigung der Kritik am sozialistischen Gegenwartszustand ist doch die von Nagiller implizit angedeutete „Alternative“ leider KEINE. (Überdies ist das, was sich heute „sozialdemokratisch“ nennt sowieso Lichtjahre von jenen Idealen entfernt, die dafür einmal die Grundlage waren. Es ist also mit diesem Begriff ja längst ein Etikettenschwindel passiert, der damit den herrschenden Zustand falsch beschreibt!)

      Was ich auch in seiner Kritik vermisse, ist selbst die bloße Erwähnung von systemimmanenten Ursachen der Misere, nämlich die Erörterung der Frage, ob nicht die Fehlkonstruktion unseres Geldwesens mit dessen Privatisierung die tiefere Ursache für all die beklagten Mißstände AUCH ist.

      Ich halte daher diese Kritik – mit Ausnahme der richtigen Überschrift – für höchst mangelhaft und in wesentlichen Teilen auch irreführend.

    • Ein Bürger (kein Partner)
      19. August 2015 08:28

      @ F.V.
      Wenigstens F.V. erkennt die Zusammenhänge.

    • Arundo.donax
      19. August 2015 10:02

      @ F.V.
      Offenbar haben Sie den Gastkommentar entweder ungenau gelesen oder nicht verstanden - bezogen auf die USA und Großbritannien ist von einer liberalen Zeit in der Geschichte dieser beiden Staaten, also in der Vergangenheit, die Rede. Gemeint ist damit sicherlich die erfolgreiche Ära vor dem ersten Weltkrieg. Mit den heutigen Zuständen hat das nichts zu tun, weshalb ihre diesbezüglichen Ausführungen am Thema vorbei gehen.
      Im Übrigen ist ist ihr Angriff auf den Liberalismus mehr als plump. Was TTIP betrifft, haben Sie gar nicht den Einblick, um die Auswirkungen auf die europäische wie die weltweite Wirtschaft beurteilen zu können. Und sich an der geplanten Einführung von Schiedsgerichten, die ja in vielen Bereichen schon längst selbstverständlich sind und sich bestens bewährt haben, aufzuhängen, ist einigermaßen absurd.
      Hinsichtlich der Atomkraft sind wir technologisch über Tschernobyl schon längst hinweg, vielleicht sollten Sie mal etwas über Dual Fluid Reaktoren und andere neue Technologien lesen.
      Ohne Gentechnik würden heute schon Millionen von Menschen verhungern. Mit "Gott spielen" hat das nichts zu tun, vielmehr handelt es sich um eine Wissenschaftsdisziplin, deren große Möglichkeiten in keinem Verhältnis zu den geringen Gefahren stehen und die zudem überwacht wird, wie kaum eine zweite.
      Die angeführte "Verarmung der Bürger" ist das Produkt einer zu hohen Steuerlast und einer inflationsfördernden, falschen Geldpolitik, nichts sonst - und das ist zweifelsfrei schuld der Politik. Das Rezept dagegen lautet nicht "mehr Staat", sondern gerade eben weniger Staat. So wie es der Liberalismus vorsieht. Der Klassische Liberalismus ist der einzige Rettungsanker, den wir haben.

    • F.V. (kein Partner)
      19. August 2015 11:51

      Ich habe den Artikel sehr wohl genau gelesen. Allerdings bin ich der Ansicht, daß manche Ideologien quasi gesetzmäßig ihre Folgezustände hervorbringen, die ich eben skizziert habe.

      Es ist – wenn sie den Vergleich gestatten – wie mit einer e-Funktion. Auch diese fängt sehr flach an, sodaß man die längste Zeit nicht merkt, welche „Wirkung“ sie hat, bis sie – „plötzlich“ – fast senkrecht ansteigt. Das Beispiel ist nicht zu „theoretisch“, wie es vielleicht scheint, sondern charakterisiert die innere Dynamik unseres zinsbehafteten Geldsystems und damit die tiefere Ursache der Finanz- und Wirtschaftsmisere.

      Ob, und was ich beurteilen kann, können sie nicht beurteilen, da sie mich ja gar nicht kennen.

      Zu TTIP sind so viele kritische Kommentare erschienen, daß ich mir deren Wiederholung hier sparen kann. Bemerkenswert ist ja auf jeden Fall, wie derartige „Verträge“ unter totaler Geheimhaltung gemauschelt werden, und selbst die Abgeordneten – also die scheinbaren Gesetzgeber – hier keinen Einblick bekommen. Toll finde ich ihre höhere Wertschätzung privater – also parteiischer – Schiedsgerichte gegenüber den bis dato ordentlichen Gerichten in – noch – halbwegs funktionierenden Rechtsstaaten. Aber das ist Essenz der liberalen Ideologie, also nahe dem delirium tremens.

      Da ich Physik studierte, ist mir zumindest noch das Wesen von Halbwertszeiten in Erinnerung. An Fukoshima konnte (und kann man immer noch) „studieren“, wie man mit dem radioaktiven Müll NICHT umgehen kann. Aus der Menschheitsgeschichte sind zwar seltene 1000-jährige Reiche bekannt, aber auch diese gingen unter, und deren Hinterlassenschaft – etwa die Pyramiden – wurden und werden geplündert. D.h. wir können also absolut nicht sicherstellen, daß eine Zivilisation und Ordnung über Zeiten aufrecht erhalten werden kann, die auch nur annähend den Halbwertszeiten entspricht. Ohne solche Ordnung ist eine hochtechnische und komplexe „Endlagerung“ niemals sicher zu gewährleisten. Ihre neuesten Reaktortechniken können sie sich in die Haare schmieren, sie lösen dieses Problem nicht.

      Der österreichische Nobelpreisträger Konrad Lorenz hat in seinen Acht Todsünden der Menschheit u.a. den Fortschritt in der Medizin erwähnt, der zu einer nie dagewesenen Bevölkerungsexplosion geführt hat. Das „Gute“ führte also zu katastrophalen Folgen.

      „Man“ arbeitet aber inzwischen daran: Georgia Guidestones, WHO (= Seuchenverbreitungs-Organisation), US-Missionen für „demo-cracy“, peace-making“ und „regime-change“ mit etwas „collateral damages“ (der Zivilbevölkerung in zig-Millionen) und auf ökonomischer Seite, indem man über die Chicago Board of Trade die Preise für 90% der Nahrungsmittel spekulativ so in die Höhe treibt, daß die Hungernden sie sich auf keinen Fall mehr leisten können.

      Den Segen der Gen-Manipulation kennen wir noch nicht vollständig. Jedenfalls sah man vor kurzem im FS einen Film über chinesische Landwirtschaft. Da man – chemisch – die Vögel als Kornfresser und Konkurrenten der hungernden Menschen ausgerottet hatte, nahmen die Insekten-Schädlinge maßlos zu, die man dann selbstverständlich auch chemisch vertilgte; damit ebenfalls die Bienen.
      Jetzt befruchten keine Bienen mehr die Obstbäume und andere Nutzpflanzen. Das machen nur – für jede Blüte einzeln – die Bauern!
      Die „Segnungen“, die uns Monsanto und Co. bescheren sind wohl weniger um die Welternährung, als um die Maximierung und Monopolisierung des Geschäftes besorgt.

      Also, halten sie lieber die Luft an. Diese Eingriffe sind weder in ihren Folgen abschätzbar, noch lassen sie sich mit ein paar liberalen Sprechblasen schön reden.

      Der Liberalismus ist keine Heilslehre, sondern – wie Bischof Kurt Krenn klarsichtig erkannte – DIE Immunschwäche Europas.

    • F.V. (kein Partner)
      19. August 2015 12:45

      Ich vergaß – in der Eile, weil meine Frau einkaufen fahren wollte – den letzten Punkt ihrer Behauptung noch zu kommentieren.

      „Die Politik“ ist also an der Misere schuld. Ja, so könnte man das sehen, wenn man, wie sie das Dictum Disraelis weder kennt noch versteht: "Die Welt wird von ganz anderen Personen regiert, als diejenigen glauben, deren Blick nicht bis hinter die Kulissen reicht."

      Wer die anderen Personen sind, hat uns Henry Kissinger verraten: „Mit Nahrung beherrscht man die Menschen, mit Öl die Nationen, mit Geld die Welt.“ Es sind also die Geldfürsten, die sich die Huren in Medien und Politik halten, und dafür sorgen, daß sie jene „Gesetze“ beschließen, die ihren „Return on Investment“ sichern.

      Der von mir schon öfters zitierte William Pfaff, sozusagen der „Nestor“ des guten US-Journalismus war, titelte in der IHT vom 24. 1. 2002: The Problem of Politics is Money, und sprach vom „gekauften Präsidenten“ und daß die Milliarden für US-Wahlkämpfe ein Investment seien, das die Finanziers selbstverständlich mit „return on investment“ zurück haben wollen (und auch fordern).

      Also formal haben sie zwar recht, aber faktisch und praktisch ist ihre Behauptung so falsch, wie etwas nur falsch sein kann.

    • Arundo.donax
      19. August 2015 15:26

      @ F.V.: Das Problem Ihrer Ausführungen ist jenes, dass Ihnen konkrete Argumente fehlen. Sie lehnen den Liberalismus ab und beziehen sich dabei auf aus dem Zusammenhang gerissene historische Zitate - zweifellos achtbarer - verstorbener Persönlichkeiten. Das war es dann aber auch schon. Ansonsten finde ich fast nur Floskeln über Floskeln - nichts dahinter.

      Was das Geldwesen betrifft, so wurde dies ja vom Autor des Gastkommentars klar kritisiert - Stichwort "Fiat money" - insofern hat er dieses Problem sehr wohl erkannt.

      Zu Fukushima muss man erstens feststellen, dass auch dies kein Reaktor neuen Typs ist, sondern die anlage schon in den frühen 70ern in Betrieb genommen wurde. Zweitens war die Unglücksursache kein technisches Gebrechen, sondern die durch ein Naturereignis ausgelöste Flutwelle. Insofern ist Ihre "Argumentation" unredlich.

      Dass wichtige Abkommen hinter verschlossenen Türen verhandelt werden, ist zudem erstens eine vollkommen übliche Praxis, die auch geschichtlich tradiert ist. Zweitens ist es schlichtweg notwendig, denn wenn jeder Verhandlungsschritt und jeder Vorschlag medial zerredet wird und diverse "NGOs" glauben, sich hier einmengen zu müssen, kommen Sie nie auf einen grünen Zweig.

      Und die Frage, mit welchen Mitteln die Schädlingsbekämpfung in der Landwirtschaft erfolgt steht mit der Gentechnikfrage schlichtweg in keinem direkten Zusammenhang - eine klare Themenverfehlung.

      Und zu den Einflüssen auf die Politik durch gewisse Lobbygruppen und Finanzinstitute - hier brauchen wir Ihre Belehrungen sicherlich nicht, ich denke alle, die hier regelmäßig posten, sind sich dieser Tatsache durchaus bewusst. Dennoch kann erwartet werden, dass eine verantwortungsvolle Politik aus diesem Kreislauf ausbricht, was ja auch in verschiedenen Staaten und Regionen dieser Welt gelegentlich passiert - nur eben bei uns nicht.

    • F.V. (kein Partner)
      19. August 2015 16:12

      Daß man in einem Internetforum keine Abhandlungen bringen kann, werden sie hoffentlich auch wissen. Hinter den „Phrasen“ steckt eine akademische Ausbildung und jahrzehntelange Berufserfahrung im In- und Ausland in führenden Positionen. – Aber das werden sie ohnedies auch bemerkt haben.

      Sie verstehen aber die springenden Punkte meiner Kritik nicht. Ich habe nicht über das Alter eines AKWs oder dessen Technik diskutiert, sondern die physikalische Tatsache, daß der Müll Jahrtausende strahlt und daher eine sichere Beherrschung dieses Problems nicht erkennbar ist. Sie argumentieren also am Einwand vorbei, als ob sie ihn nicht verstanden hätten.

      Ob chemisch oder mit Gentechnik manipuliert wird ist ebenfalls irrelevant. Mein Beispiel sollte zeigen: Wir kennen die Folgen NICHT, und es zeigt sich allzu oft, daß die Manipulation irreversible Schäden verursacht. Auch in diesem Fall sind die „Experten“ sich diametral uneins, wobei ich halt den an der Sache Interessierten (= den Nutznießern) im Zweifel weniger glaube.

      An dem fiat money bzw. dessen Ablehnung habe ich mich gar nicht gestoßen. Allerdings haben sie hier die Absicht Nagillers nicht verstanden, denn was Nagiller hier als überparteilichen Konsens auflistete, meinte er ja negativ-kritisch, womit sich logisch ergibt, daß er dies – aus liberaler Sicht – für falsch hält. Sie argumentieren hier quasi gegen die Tendenz des Artikels. Ich kam erst darauf zu sprechen, als ich ihre Verantwortungs-Zuweisung an die Politik relativierte.

      Ob und inwieweit hier „die Politik“ anderswo ausbricht, ist die Frage. Jedenfalls sagt dazu ein Insider, Yehezkel Dror (den ich schon öfters bemühte), daß nur ein paar Hundert die Weltentscheidungen treffen und sagte gleich dazu, daß auch diese Zahl noch zu hoch gegriffen sei. Das war jedenfalls keine Apologie auf dämokratische Entscheidungen, sondern Bestätigung dessen, was ich auch behauptet habe.

      Da sie wahrscheinlich Dror gar nicht kennen, erlaube ich mir einen bekannteren Zeugen für meine Ansicht vorzubringen.

      “We are grateful to the Washington Post, The New York Times, Time Magazine and other great publications whose directors have attended our meetings and respected their promises of discretion for almost 40 years. It would have been impossible for us to develop our plan for the world if we had been subjected to the lights of publicity during those years. But the world is more sophisticated and prepared to march towards a world government. The supranational sovereignty of an intellectual elite and world b a n k e r s is surely preferable to the national auto-determination practiced in past centuries.”

      - David Rockefeller, Bilderberg, 1991

    • Arundo.donax
      19. August 2015 17:30

      Das Bild wird nun klarer: F.V. ist von mehr oder weniger dubiosen Ängsten getrieben.

      Einerseits die Angst vor Technik und Fortschritt. Wenn der Mensch in der Geschichte immer nur Entscheidungen getätigt hätte, deren Folgen er zu 100% sicher überschauen oder deren Rahmenbedingungen er zu 100 % sicher kontrollieren konnte, würden wir heute noch wie in vorindustrieller Zeit leben und weder Amerika noch Australien wären entdeckt worden.

      Andererseits die Angst vor einer schlimmen Verschwörung von Eliten gegen die Menschheit, mit einem mehr oder weniger subtilen antisemitischen Hintergrund.
      Dazu passt auch der Bezug auf Bischof Krenn und die angebliche Aufgabe der Politik, "Sittlichkeit" zu vermitteln.

      Es kristallisiert sich hier ein Bild heraus, das doch sehr an einen voraufklärerischen Inquisitor erinnert. Wenn es nicht so tragisch wäre, müsste man ob dieser Skurrilität fast lachen.

    • F.V. (kein Partner)
      19. August 2015 18:17

      Bisher hielt ich sie nur für einen verbohrten Ideologen der auf liberal macht. Das ist zwar auch nicht besonders klug, aber man kann natürlich auf verschiedenen Grundannahmen sich eine Weltansicht zurecht legen; manche bekamen dafür Nobelpreise andere fanden die halbe Welt als Gefolgschaft. Im Laufe der Zeit würde man Ideologie/Theorie mit der praktischen Erfahrung vergleichen und kommt dann – wenn man mitdenkt – meist zu neuen Erkenntnissen. Sie sind aber faktenresistenter Alt-Ideologe, was schon anzeigt, daß sie dumm sein müssen.

      Mit ihrer Ferndiagnose zeigen sie aber noch auf, daß sie ein besonders dummer Ideologe sind, den einer Diskussion zu würdigen eigentlich schon zu viel der Ehr´ ist. Umsonst war es natürlich nicht, da ja andere das auch lasen – und wohl etwas klüger geworden sind. Sie hatten freilich keinen Nutzen davon, weil ihnen sinnerfassendes Lesen verwehrt zu sein scheint, weswegen aber die Welt auch nicht stehen bleibt.

    • Arundo.donax
      19. August 2015 18:28

      Oh, da ist aber einer beleidigt, weil man ihn überführt hat. Und wie alle, denen die Argumente ausgehen, bleibt ihm nur mehr die persönliche Verunglimpfung. In diesem Falle halt keine Faschismus-, sondern eine Dummheitskeule.
      Schachmatt.

    • Hol den Klaust (kein Partner)
      20. August 2015 03:36

      @Arundo.donax
      "Schachmatt?"
      Meine Güte, Sie wagen es, diese Metapher zu bringen - Sie haben mit Sicherheit vom Schach so wenig Ahnung, wie ein Hausschwein vom Surfen - im Vergleich ist Ihr substanzloser "Versuch" der eines arroganten, selbstgefälligen maximal 1800 ELO-Spielers gegen einen 2700+ELO-GM anzustinken!
      Und Sie Witzfigur wurden erwartungsgemäß en passant - im Vorübergehen geschlagen - und nun bezahlen Sie dem A.U. fleißig weiter seine Tantiemen und halt'n S'Goschn :-)' .

  4. machmuss verschiebnix
    17. August 2015 20:37

    Großartiger Gastkommentar !

    Beim System-Österreich kommt noch dazu, daß hier die soziale Masche an alles
    dran gemacht wird, wo Geld zum Fenster raus gekippt wird - oder genauer gesagt :
    in den Rachen der Partei-Mafia hinein !

  5. Karl Rinnhofer
    17. August 2015 19:17

    Eine zutreffende Analyse, der jeder verantwortlich Denkende in allen Punkten zustimmen wird. Der Autor wird als Lehrer sicher auch täglich erleben, dass auch unsere öffentlichen Schulen sich nahtlos in dieses Schreckensbild einer nicht mehr konkurrenzfähigen Gesellschaft fügen: Es gilt Spaßpädagogik, Nicht-Anecken, Abwählbarmachen alles Unbequemen, maßloses Anspruchsdenken der Nicht-Leistungsbereiten, ungestrafte Diffamierung Fordernder, Inflationierung von Attesten, Showcharakter von "Prüfungen", Zuweisung von Sozialchancen weitgehend durch Zugehörigkeit zu Parteien bzw. deren Vorfeldern und Bereitschaft zu Gesinnungsprostitution - bei allgegenwärtig beängstigend hypertropher, ressourcenverschleudender Bürokratie.
    So wird schon in der Schule - eine enorme Steuervernichtungsmaschinerie, deren "Effizienzkontrolle" sich auf kosmetische Maßnahmen beschränkt - den jungen Menschen die verderbenbringende Denkungsart der Gefälligkeits- und Anspruchsdemokratie ohne Bedeckungsbereitschaft in die Wiege gelegt.

    • M.S.
      17. August 2015 22:43

      @Karl Rinnhofer

      Auch Ihre Analyse ist leider in allen Punkten zutreffend. Ich wage zu behaupten, dass sich seit Maria Theresias Zeiten das Schul- bzw. Bildungssystem in Österreich noch nie in solch katastrophalem Zustand befunden hat.

  6. Arundo.donax
    17. August 2015 12:45

    Absolut auf den Punkt gebracht! Nur fürchte ich, dass die Einsicht, dass etwas getan werden muss, erst dann vorhanden sein wird, wenn der Zug, der momentan mit hoher Geschwindigkeit ins Verderben rast, im Abgrund liegt.

    Die große Masse der Wähler begreift nicht, dass die staatlich gemachten "Geschenke" ihr vorher über den Weg von Steuern und sonstigen Abgaben genommen, und jetzt, vermindert um den Betrag, der zur Erhaltung des Systems abgezweigt wurde, retour kommen. Und weshalb sollte ein Politiker daran interessiert sein, unpopuläre Maßnahmen vorzuschlagen? Er ist schneller - von den eigenen Parteifreunden, dem politischen Gegner, oder auch medial mundtot gemacht, als er denkt.

    Möglich, dass eine Veränderung nur aus der Bevölkerung selbst kommen kann - Aufklärung, auch mithilfe solcher Beiträge, ist daher besonders wertvoll.

  7. M.S.
    17. August 2015 12:28

    Es ist völlig rätselhaft, dass eine Gesellschaft, die erlebt hat, wie vor ihrer Haustüre ein autoritäres, marxistisch-materialistisches System gescheitert und zusammengebrochen ist, offenen Auges alle Entwicklungen, die zum neuerlichen Entstehen eines solchen Systems führen, relativ gelassen hinnimmt.

    • Karl Rinnhofer
      18. August 2015 19:17

      @M.S.Ich fürchte, Sie haben Recht. Noch nie war das Schulwesen so teuer, noch nie die Kenntnisse“ so beschämend.
      Man verwechselt Steigerung der eingesetzten Mittel und der „Absolventenquoten“ mit erfolgreicher Bildungspolitik, setzt gute Noten mit guten Unterrichtserfolgen oder gutem Lehrer gleich. Daran ändert auch die – an sich richtige – Struktur der zentralen Matura nichts, solange man unter „Erfolgsdruck“ (s.o.) stehende Unterrichtende selbst die Aufsicht (samt möglichen „Hilfestellungen“) führen lässt und nicht konsequent Prüfungskommission und – Räumlichkeiten neu formiert. Längst ist die Bildungs-“Explosion“ zur Bildungs-„Inflation“ der wertlosen Atteste geworden, denen Nachfolgeinstanzen zu Recht nicht trauen. Die Tragödie: Unter Lehrern verlieren gerade die Engagiertesten die Bereitschaft, den Weg erzwungener permanenten Oberflächenpolitur zu gehen; sie landen in innerer Emigration, verlassen den angestammten Beruf, arbeiten eher in Berufsfeldern weit unter ihrer Qualifikation als sich mit ehrlicher Leistungseinforderung nur Schwierigkeiten, unbestrafte Diffamierung, existenzielle Bedrohung einhandeln. In der öffentlichen Schule geht es nicht mehr um Leistungs-bereitschaft, Können, Wissen, Konkurrenzfähigkeit der Absolventen, sondern um Gesellschaftsveränderung und Herrschaft der Ideologien. Längst hat man für „Mehr-Leister“ den Schimpf-(!)- Begriff „elitär“ zur Hand; sie sind unerwünscht; in der Schwemme der Absolventen mit ihren wertlosen Attesten sollen Polit-Apparatschiks statt der autonomen, selbst-bewussten, hochgebildeten Persönlichkeit die Zuordnung der Sozialchancen übernehmen.
      Mit regiemäßig geplantem Ablauf von „Prüfungen“ Unterrichtserfolge zu heucheln ist erfolgsversprechender als den harten, stets unbelohnten Weg der seriösen Leistung zu gehen.
      Die Zeitbombe: Bereits Schüler lernen zunehmend, dass nicht der (gewöhnlich mühevolle) Weg zur Optimierung der eigenen Potenziale führt, sondern das richtige Einklicken in Seilschaften, das Gewusst-Wie der Diffamierungen, des In-Schwierigkeiten-Bringens von Leistungs-Fordernden (Berufungen, Dienstaufsichtsbeschwerden). Leistungsfeindliche Koalitionen finden sich immer; zunehmend – und bezeichnend – unter vorgesetzten Schulbehördenvertretern.
      Wie in jeder untergehenden Kultur: Die Zeit wäre weiterhin reich an potentiellen Kräften, doch diese finden keine Ressonanz mehr und werden so nicht mehr wirksam.
      Ich danke für die Bestärkung, zumal ich den verdienstvollen Kommentar nur in diesem einen Aspekt stützen wollte und – selbst resigniert - im Forum kaum mehr zu Wort melden möchte.

  8. Cincinnatus
    17. August 2015 08:46

    Eine umfassende und in allen Punkten zutreffende Analyse!
    Eine politische Persönlichkeit, die in der Lage war, über den tages- und parteipolitischen Tellerrand hinaus zu sehen, haben wir zuletzt mit Schüssel gehabt. Aber er ist ja ua. auch wegen "sozialer Kälte" abserviert worden.
    Wenn damals eine "soziale Kälte" geherrscht hat, so kann man die heutigen österreichischen Verhältnisse wohl als "soziale Eiszeit" bezeichnen. Wo bleibt die linke und die mediale Empörungsmaschinerie?





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