Franz Werfels prophetisches Erbe – eine Würdigung zum 70. Todestag

Lesezeit: 8:30

Anlässlich seines 70. Todestages am 26. August sei hier ein ehrendes Wort zu Franz Werfel gesagt. An dieser Stelle sollen Werfel hier Dank und Anerkennung für den Musa Dagh ausgesprochen werden. Noch mehr für Das Lied von Bernadette. Am meisten aber für ein Buch, das erfahrungsgemäß nur relativ wenige kennen, nämlich Höret die Stimme, sein 1937 erschienener Roman über den Propheten Jeremias. Es ist ein erstaunliches Buch.

Der unbefangene Leser wird sich bei der Lektüre nämlich immer wieder fragen: Wo hat er das her? Wie kann man das Innenleben eines Propheten dermaßen empathisch nachzeichnen? Wie konnte sich der Autor in die Situation des Volkes Israel des siebten vorchristlichen Jahrhunderts einfühlen?

Die Handlung: Ein Prophet dringt mit seiner Botschaft nicht durch

In profunder Kenntnis der biblischen Vorlage macht Werfel, bekanntlich selbst Jude, aus dem Stoff eine zusammenhängende Handlung, die ihrerseits in eine am Beginn des 20. Jahrhunderts spielende Rahmenhandlung eingebettet ist.

Der junge Mann Jeremia aus Anathot, einige Kilometer nördlich von Jerusalem, wird in Einsprechungen und Visionen von Gott berufen, vor die Mächtigen in Religion und Politik zu treten. Priester und Könige, Fürsten, Kriegsherren und Beamte – alle sollen sich zu einer inneren Gottesbeziehung bekehren. Sie sollen auch die sozialen Weisungen des mosaischen Gesetzes umsetzen. Das betrifft vor allem den Freilass der Sklaven im siebten Jahr, wie er im Gesetz vorgeschrieben ist (Ex 21,2). Das wird aber im Hinblick auf das Vorbild der – „pragmatischeren“ und „realistischeren“ – Nachbarvölker nicht gemacht.

Wenn die Entscheidungsträger jedoch nicht gehorchen, dann kommt das Strafgericht. Vor etwa „drei Menschenleben“ ist es bereits dem Nordreich so ergangen (Eroberung Samarias durch die Assyrer im Jahr 722).

Der für diese grimmige Verrichtung ausersehene „Knecht Gottes“ ist der babylonische Großkönig Nebukadnezzar II. Im Jahr 597 wird Jerusalem von Nebukadnezzar eingenommen. Er verhält sich allerdings äußerst zurückhaltend: Nur relativ wenige Israeliten aus der Oberschicht werden zusammen mit dem jugendlichen König Jechonjah und einigen Fürsten, erbitterten Feinden des Propheten übrigens, ins Exil verschleppt, Vergewaltigungen und Verwüstungen bleiben aus. Es kommt lediglich zu den kriegsüblichen Plünderungen.

Der Prophet ist erleichtert, dass es so milde gekommen ist:

„Das Volk lebte trotzdem, wenn auch verringert und gedemütigt. Aber es kam darauf nicht an, dass dieses Volk stolz und groß, sondern dass es rein war. Der Herr hatte ihm eine neue Frist der Entwirrung gesetzt. Es war wie ein frischer Beginn nach einer großen Sühne.“

Der Prophet hofft, dass Volk und Führer die Botschaft verstanden haben. Dem ist aber nicht so.

Der neue König Zidkijah setzt nicht auf eine verinnerlichte religiöse Praxis und die äußerliche Umsetzung der sozialen Gebote des mosaischen Gesetzes, sondern bricht in seiner Verblendung den Loyalitätseid gegenüber Nebukadnezzar und schmiedet gegen diesen einen Bund mehrerer Königreiche. Alle Mahnungen des Propheten werden abgeschmettert und bringen ihm Schmähungen, Folter, Haft und Mordanschläge ein, die er nur knapp überlebt.

In prekärer Situation wird der König dann doch nachdenklich und hört auf den Propheten. Er kann und will sich aber gegen seine Kriegstreiber nicht durchsetzen. Er schlägt in seinem verblendeten Stolz das letzte Friedensangebot Babylons aus und vertraut auf seine militärische Kraft – und stürzt im Jahr 586 sein Volk ins Unglück. Die Überlebenden der Eroberung werden in eine Gefangenschaft verschleppt, die etwa fünfzig Jahre lang dauern wird. Der König muss mitansehen, wie seine beiden Söhne erschlagen werden. Er selbst wird geblendet und ins Exil geführt.

Dem Propheten gewährt Nebukadnezzar Freiheit.

Im letzten inneren Ringen des Propheten mit Gott im zerstörten Tempel öffnet Werfel schließlich die Perspektive auf die letzte Offenbarung Gottes, auf das ewige Leben und auf „Gottes Freude“, die unvergänglich ist. Aber dafür müssen noch einige Jahrhunderte ins Land ziehen.

Werfels Ausführungen zur Geschichtstheologie

Gemäß dem Ductus des gesamten Alten Testamentes formuliert Werfel das Offensichtliche: Das Volk Israel folgt nicht dem Gesetz Gottes. Die Auserwählung sollte ein vorbildliches Glauben und Leben nach sich ziehen, um die Welt zum wahren Gott hinzuführen.

Das aber hat nicht funktioniert:

„Der Herr offenbarte Mose in klarem menschlichem Wort sein Gesetz und seine Ordnung, damit es fortan kein Straucheln und Irren gebe. Wurde diese Ordnung eingehalten und erfüllt, wurde sie immer feiner begriffen, immer reiner verwirklicht, wurde sie endlich durch die ihr innewohnende Einfachheit und Gültigkeit zur Ordnung der Welt, dann war es Israel vielleicht gegeben, das Zerstörte wiederherzustellen und das Reich Gottes zu errichten. Dies aber war Israel nicht gegeben. Der Plan Gottes scheiterte am Menschen, wie der Mensch an Gottes Plan. Der ausgesonderte Weltlauf Israels drohte wie ein fauler Bach im allgemeinen Weltlauf der Völker zu verschwinden. (…) In dem Volke und in seinen Königen wuchs die Sehnsucht, abtrünnig zu sein und sich anzugleichen. (…) So kam es, wie es kommen musste. Was tut der Steinmetz, wenn sein Meißel an der Härte des Steins zerbricht? Er wirft ihn fort.“

Ebenfalls im Sinne der hebräischen Bibel führt Werfel aus, dass das penible Einhalten von Kultgesetzen ohne einer Änderung des gesamten individuellen und sozialen Lebens keinen Wert besitzt. Die Anwesenheit des Tempels zu Jerusalem garantiert noch keine Wohlfahrt:

„Genügte es, mit frechem Leichtsinn auf Tempel, Opfer und Lade zu vertrauen, als sei der Herr ein menschlicher Hausvater, geizig und kleinlich, der seinen Schatz, was immer auch geschehe, aus der Feuersbrunst retten wird? Nein (…). Er bedurfte des Tempels, des Opfers, der Lade und der Lehre nicht. (…) Ichbinderichbin, er war nicht angewiesen auf Abrahams Samen, er konnte neue Pläne fassen, zu anderen Werkzeugen greifen.“

Der entschlossene Abfall vom Glauben – religiös übertüncht

Werfels Beschreibung der religiösen Situation zur Zeit Jeremias erzeugt in ihrer inneren Plausibilität und ihrem Wiedererkennungswert für heute beim Leser ein leichtes Frösteln.

Jojakim, Vorvorgänger von Zidkijah und dessen Halbbruder, ist König von Ägyptens Gnaden. Durch einen Handstreich an die Macht gekommen, erweist er sich als grausamer Gewaltherrscher. Die Priesterkaste fügt sich. Sie bringt kein Wort des Widerspruches über die Lippen, als der König den Propheten Urijah ums Leben bringt.

Die Schriftgelehrten schwadronieren im Tempel endlos über religiöse Fragen, ziehen aus dem Überdachten aber keine konkreten Konsequenzen:

„Durch die umfassenden Säulenhallen wandelten Altpriester und Schriftmeister mit ihren Schülern. (…) Andre Gelehrte schritten einsam versunken einher, mit feinem Lächeln dem erkennenden Selbstgespräch hingegeben. Alles wie immer. Kein Auge, das auf diesem weltabgekehrt geistlichen Treiben ruhte, hätte geahnt, dass der entschlossenste Abfall über Jerusalem herrschte, dass die Großen des Tempels und der Lehre den Mord an einem Geheiligten Gottes wortlos geduldet hatten. Hier unter diesen Säulen herrschte nicht die grobe Sünde der Gewalt, sondern die verfeinerte Sünde des Geistes, die geschmeidig im Worte forscht, ohne das Wort wahrzumachen, die spielerisch die Lehre zerspaltet, ohne die Lehre auf sich zu nehmen“.

Gott fordert aber etwas anderes als endlosen Disput: Innerliche Hingabe und Umsetzung der Gebote. Der Tempel in Jerusalem ist weder heilsnotwendig noch unzerstörbar. Jeremia schmettert den regierungsnahen Auftrags- und Lügenpropheten und der Tempelaristokratie das Gotteswort entgegen:

„Wenn ihr auf mein Wort und meine Lehre nicht hört, spricht der Herr, so zerstöre ich diesen meinen Tempel wie den von Silo, und euch mache ich zum Fluch der Völker“.

Die Botschaft

Diese ist, dass trotz der Offenbarung Gottes rechter Glaube und rechtes Handeln schwerfallen. Besonders im sozialen Bereich funktioniert es nicht. Das Volk der Erwählung gehorcht Gott nicht, sondern malträtiert dessen Propheten (und nicht nur diesen einen).

Man kann davon ausgehen, dass Werfel seinen Volksgenossen in kritischer Zeit etwas mitteilen wollte. Im nachalttestamentlichen, talmudischen Judentum spielt Jeremia jedenfalls keine Rolle mehr. Man hat auf andere Optionen gesetzt.

Werfel arbeitet eindringlich heraus, dass die vielgeschmähten „Unheilspropheten“ die echten Propheten sind. Die Heilspropheten, die im Dienst der politischen Macht stehen und gleichzeitig der Trägheit, der Arroganz und dem Nationalchauvinismus der Massen schmeicheln, sind Lügenpropheten. Sie haben keinen Auftrag von oben (Jer 14,13-16).

Denn es gibt kein zeitliches und kein ewiges Heil ohne rechtes Handeln. Wer predigt, dass der Verlauf der Geschichte (eines Volkes oder eines Individuums) ohne die Mühsal der Bekehrung gut wird, ist ein Lügner.

Der Lügenprophet Chananjah, der vorgibt, im Auftrag Gottes zu sprechen und unbegründeten Optimismus predigt, wird zur Strafe von tödlichem Wurmfraß geschlagen – was dem wirklichen Propheten keineswegs Respekt, sondern noch mehr Hass und Eifersucht einbringt.

Auch in der Gegenwart aktuell

Ein Katholik, der ja das Alte Testament als Gottes Wort bekennt und daher die Warnungen des Propheten auf das Volk des Neuen Bundes, die Kirche, umlegt, wird mit Erschrecken fragen müssen:

Welche Konsequenzen wird der im 20. Jahrhundert eingetretene offene Glaubensabfall nach sich ziehen? Sind dessen katastrophische Folgen in der Welt, in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft nicht schon längst sichtbar? War nicht auch „im Volk (…) die Sehnsucht, abtrünnig zu sein“ gewachsen? Und in der Hierarchie? Wie werden die Verhöhnung Gottes und die Schändung des Menschen, der Massenmord im Mutterleib und die geopolitisch einkalkulierten Revolutionen und Kriege, geahndet werden

Kein Grund zu vermessenem Optimismus.

Werfel – der kongeniale Interpret des Propheten

Wie eingangs gesagt, kann hier keine erschöpfende Schau und Deutung des Lebens von Franz Werfel geleistet werden. Manches blieb verworren. Man kann es nur bedauern, dass er sich – obwohl innerlich schon nahe daran – nicht zur Annahme der Taufe durchringen konnte. Wie auch immer: In einem gewissen Kontrast zu Stil und Wirkung des Musa Dagh und der Bernadette steht sein Jeremia-Roman, der auch in sprachlicher Hinsicht ein unausschöpfliches Meisterwerk darstellt, in seinem Werk und in der gesamten deutschsprachigen Literatur einsam dar. Man kann es nicht anders sagen: Franz Werfel ist der kongeniale Dolmetsch des Jeremia.

Dank und Anerkennung dem Autor daher zum 70. Todestag für diese Botschaft, die wir nur bekräftigen können:

Hört auf die Stimme der Wahrheit!

MMag. Wolfram Schrems, Linz und Wien, katholischer Theologe, Philosoph, kirchlich gesendeter Katechist

einen Kommentar schreiben
Teilen:
  • email
  • Add to favorites
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • Twitter
  • Print

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorErich Bauer
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    25. August 2015 16:35

    Es wäre mir eine Freude, aus profundem Munde eine Stellungnahme zu dieser Dokumentation zu erhalten...

    Ich ersuche Sie höflichst, diese 38 Minuten zur Gänze anzusehen. Jedenfalls ab Cursorstelle 5:00 (Davor ist es eher ein "Vorspann"). Es würde mich freuen, Ihre Ansicht darüber zu erfahren. In der Hoffnung, dass Ihre werte Stellungnahme Zweifel und Verwirrung zerstreuen können, verbleibe ich mit den besten Grüßen.

    https://www.youtube.com/watch?v=cUqzOScLfjY

  2. Ausgezeichneter KommentatorProConsul
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    25. August 2015 19:51

    ein exzellenter Aufsatz von Mag. Schrems, ich werde ihn bei Gelegenheit an meine Freunde und Bekannte weiterleiten.


alle Kommentare

  1. John
    01. Oktober 2015 15:46

    Vielen Dank Herr Schrems für den Tipp, dieses Buch von Werfel betreffend. Ich habe ihre Anregung aufgenommen und es mit großem Gewinn gelesen.

    Nur ein Gedanke dazu: Eines der zentralen Themen ist die Entschiedenheit Gottes, dem immer stärker werdenden Abfall des Volkes Israel nicht länger zuzuschauen. Und weil innere Umkehr im Volk ausbleibt - und auch die Führungsschicht zum Abfall massiv beiträgt - bedarf es aus seiner Sicht einer dramatischen Intervention von außen, also durch Nebukadnezar, dessen er sich bedient. Diese Intervention erfolgt abgestuft, denn zuerst ist nur ein relativ kleiner Teil des Volkes betroffen. Könnte es da nicht Parallelen zur unserer aktuellen Situation geben? Sind wir überhaupt noch als Vol zu bezeichnen, oder reduziert sich unser Volk sein auf Ländermatches? Hat nicht längst ein vages Multikuliti jegliches Verständnis dessen, was es bedeutet, ein Volk zu sein überlagert und ausradiert?
    Und wären wir nicht durch vieles wie z.B. die Abtreibungspraxis in unserem Lande dem "Zorn Gottes" verfallen? Aus einer geistlichen Sicht, aus der Sicht des Propheten Jeremias, hätten wir irgendeinen Grund darauf zu hoffen, dem Gericht zu entgehen? Und könnte es nicht sein, dass die derzeitige Massenimigration Teil genau dieses Gerichtes ist? Für Jeremia war es unabdingbar, nicht über Gottes Willen zu mutmaßen, sondern seinen Willen zu suchen und auf seine Stimme zu hören. Doch wer hört heute auf Gottes Stimme und wer nimmt dieses hohe persönliche Risiko in Kauf, das Gehörte dann auch zu verkünden?

  2. Erich Bauer
    28. August 2015 13:45

    EINE WELTAUTORITÄT MÜSSE SICH FÜR UMWELTSCHUTZ EINSETZEN

    Ausführlich schildert Franziskus die Folgen von Naturkatastrophen, Bodenverwüstung und das enge Leben in den „Megacitys“ der Schwellenländer. Er fordert eine ökologische Wende und wünscht sich, den 1963 verstorbenen Papst Johannes XXIII. zitierend, eine politische Weltregierung („Weltautorität“), die Umweltschutz wirksamer durchsetzen könnte als Nationalstaaten.

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/die-oekologie-enzyklika-von-papst-franziskus-13652777.html

    Hier wird der PAKT ersichtlich. Der Papst spricht sich für eine "Weltregierung" aus. Als Gegenleistung tritt der "Vatikan" an die Spitze der "Weltreligion"...

    PROLOG IM HIMMEL (Faust 1)

    HERR:
    Nun gut, es sei dir überlassen!
    Zieh diesen Geist von seinem Urquell ab,
    Und führ ihn, kannst du ihn erfassen,
    Auf deinem Wege mit herab,
    Und steh beschämt, wenn du bekennen musst:
    Ein guter Mensch in seinem dunkeln Drange
    Ist sich des rechten Weges wohl bewusst.

    MEPHISTOPHELES:
    Schon gut! Nur dauert es nicht lange.
    Mit ist für meine Wette gar nicht bange.
    Wenn ich zu meinem Zweck gelange,
    Erlaubt Ihr mir Triumph aus voller Brust.
    Staub soll er fressen, und mit Lust,
    Wie meine Muhme, die berühmte Schlange.

  3. Erich Bauer
    27. August 2015 18:52

    Ich vermisse die Stellungnahmen von überzeugten Katholiken, für die das 2. Vatikanum und die Funktion des Papstes danach, Gültigkeit hat...

    • F.V. (kein Partner)
      27. August 2015 19:29

      Gewiß ist das Thema der Flutung mit Schein-Asylanten etwas, das die größte Aufmerksamkeit verdient und auch bekommt. Daneben werden aber auch die Hausmeister-Themen in großen Umfang abgehandelt, die sicher auch Ärgernisse betreffen, aber doch nichts Existenzielles betreffen, wie das Gefasel des Herrn Studenten (111), „Weihnachten“ in Wien (164), die „Internationale“ bei den Festspielen (133) oder die Schwulen ... (106)

      Hier ist die Unterberger-Kommune sozusagen zu Hause, da kann jeder mitreden, seine „Überzeugung“ zum Besten geben, das sind alle kompetent.

      Wenn aber ab und zu ein niveauvoller Gastbeitrag mit echten ideengeschichtlichen und unsere Kultur und geistige Existenz betreffenden Ausführungen publiziert wird, dann ist Friedhofsstille oder eine banale Bei- oder Mißfallenskundgebung der ganze Ertrag. Eine Diskussion oder Vertiefung findet bestenfalls unter einer handvoll Leuten statt.

      Der verwunderte Aufschrei Bauers ist nur zu berechtigt, wobei natürlich auch konkrete Kommentare von Nicht-Katholiken auch interessant wären. Aber das ist vielleicht schon zu viel Erwartung an das UTB.

  4. RolandS (kein Partner)
    27. August 2015 09:07

    Hallo Wolfram!

    Danke für diese sehr gelungene Darstellung!

    lg Roland

  5. F.V. (kein Partner)
    26. August 2015 00:24

    Wie immer ein bemerkenswerter Artikel von Herrn Schrems.

    Zwar ging die Frage Herrn Bauers an den Autor, aber erlauben sie, daß ich eine ältere Notiz die irgendwie damit auch zu tun hat hier anfüge. Es gäbe noch mehr zu sagen - aber nicht hier. Aber sie können mir eine mail senden (rosengarten.lintz@live.at)

    Rest nachfolgend, wegen der dämlichen Pseudo-Zensur.

    • F.V. (kein Partner)
      26. August 2015 00:25

      Über den Einfluß der Freimaurer in der Kirche.

      Dazu ist vor Jahren schon ein interessantes Buch erschienen, das den Dialog "der Kirche" mit der Freimaurerei minutiös dokumentiert. Der Autor ist der frühere Großmeister der Großloge von Österreich, Dr. Kurt Baresch, der auch die Verhandlungen mit Kardinal König damals – hinter dem Rücken des gesamten deutschen und österreichischen Episkopates – führte. Es ist dies sozusagen die Dokumentation eines langjährigen Komplotts gegen die Kirche.

      Eben erschienen ist im Archiv der Stadt Linz ein Buch über die Linzer Loge zu den sieben Weisen, "Erbe der Aufklärung", in dem Teile dieses Dialoges von Baresch beigesteuert wurden. Ich habe es bestellt, aber noch nicht bekommen. – Das obige Buch ist leider schon vergriffen. Zur „Erinnerung“ an 10 Jahre „Lichtenthaler Erklärung“ erschien voriges Jahr in der Neuen Ordnung ein längerer Artikel, den ich ebenfalls mit einem detaillierten LB kritisierte. (Leider ist dieser Beitrag nicht mehr in meinem on-line Archiv. Man müßte ihn von der NO anfordern.)

      Beim Gespräch mit Dr. R., Linz, über die Verhandlungen der Kirche mit den Logen, die von Kard. König für die Kirche und vom Linzer Psychologen Dr. Kurt Baresch für die Logen geführt worden ist, sagt R. daß König ein Logenmitglied sei, und daß einer der damaligen Teilnehmer, ein junger Jesuitenpater ebenfalls mit Genehmigung des Ordens in die Loge gegangen sei und deshalb – um Aufsehen zu vermeiden – dieser heute in Südamerika in einem Jesuiten-Orden lebe. Von meiner Mitteilung über den tatsächlichen Standpunkt der Kirche gegenüber den Freimaurern war R. überrascht, weil er mir sagte, daß dies in ganz gegenteiliger Weise innerhalb der Logen dargestellt würde.

      Über die Krypta in der Innsbrucker Bischofskirche schrieb ich einen längeren Artikel, der in gekürzter Form in „Der 13.“ erschienen ist. Einigen Bischöfen sandte ich diesen Artikel ebenfalls – aber ich denke, daß ich mit keiner Antwort rechnen kann.

      Ähnliche - die freimaurerische Unterwanderung der Kirche betreffenden - Beobachtungen konnte man beim Papstbesuch in Österreich machen: bei der Messe am Heldenplatz in Wien, stand das Kreuz eher exzentrisch am Rande - statt im Zentrum, dafür war die Tribüne von Pyramiden gesäumt, und eines der Geschenke für den Papst, eine Art Monstranz für eine Reliquie war der Form nach eher ein (dreieckiges) Freimaurer-Symbol, als eine christliche Fassung der Hostie/Reliquie. Sie kam bezeichnenderweise aus dem Stift des aufmüpfigen Prälaten Angerer (vulgo: der weiße Hengst, den ein Angestellter des Klosters arg verprügelte, als er den hochwürdigen Abt in flagranti ertappte, als er gerade dessen Frau "gehörig ins Gebet nahm") aus Geras, N.Ö. Manche halten überhaupt die Klöster Niederösterreichs für die Zentren der FM in der österreichischen Kirche.

    • Erich Bauer
      26. August 2015 09:16

      Sg. F.V.,

      herzlichen Dank für Ihr Angebot. Ich werde es ganz bestimmt "einfordern". Für mich scheint es offensichtlich, dass sich der "Vatikan", in einer Zeit des Zweifels und Schmerzes, verführen ließ... Die Aussicht auf eine "Weltregierung", im Schulterschluss mit einer "Weltreligion", an deren "Spitze" der Katholizismus stehen sollte, war zu verlockend.

      Die Sache sieht jetzt anders aus.
      Der Teufel kann nicht aus dem Haus. (Faust 1)

  6. ProConsul
    25. August 2015 19:51

    ein exzellenter Aufsatz von Mag. Schrems, ich werde ihn bei Gelegenheit an meine Freunde und Bekannte weiterleiten.

  7. Erich Bauer
    25. August 2015 16:35

    Es wäre mir eine Freude, aus profundem Munde eine Stellungnahme zu dieser Dokumentation zu erhalten...

    Ich ersuche Sie höflichst, diese 38 Minuten zur Gänze anzusehen. Jedenfalls ab Cursorstelle 5:00 (Davor ist es eher ein "Vorspann"). Es würde mich freuen, Ihre Ansicht darüber zu erfahren. In der Hoffnung, dass Ihre werte Stellungnahme Zweifel und Verwirrung zerstreuen können, verbleibe ich mit den besten Grüßen.

    https://www.youtube.com/watch?v=cUqzOScLfjY

    • Wolfram Schrems (kein Partner)
      26. August 2015 17:33

      Ich antworte ganz grundsätzlich:

      Contra factum non valet argumentum. Gegen eine Tatsache gilt kein Argument.

      Leider ist die Situation alles andere als erfreulich.

    • Erich Bauer
      26. August 2015 18:05

      Sg. Wolfram Schrems (kein Partner),

      ich danke Ihnen vielmals für Ihre Antwort. Dann bleibt mir wohl nur der Ratschlag von Papst Johannes Paul II., meinen Weg zu finden bzw., wie der damalige Papst sich ausdrückte, zu "transzendieren"...

      Sie haben mir sehr geholfen.





Bitte OHNE Internet-Links (Kommentare mit Links werden nicht veröffentlicht)
verbleibende Zeichen: 700

Sicherheitsabfrage:
Bild neu laden

Ich will die Datenschutzerklärung lesen.


© 2020 by Andreas Unterberger (seit 2009)  Impressum  Datenschutzerklärung