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Die teuren Medikamente

Lesezeit: 2:30

Die Medizin kann immer mehr und trägt (neben Hygiene und Wohlstand) viel zur höheren Lebenserwartung und Lebensqualität bei. Die Medizin wird immer teurer und wird dadurch Hauptursache künftiger Krisen. Zwei widersprüchliche Trends, die ein wachsendes Dilemma auslösen. (Mit nachträglicher Ergänzung)

Pharma-Industrie und Medizintechnik haben tolle neue Produkte entwickelt. Sie erzielen damit auch tolle Gewinne. Sie treiben aber auch die Kosten des Gesundheitssystems toll in die Höhe. Was auch Besitzern von Pharma-Aktien ein gewisses Unbehagen bereitet.

Da scheint eine politische Lösung auf der Hand zu liegen: Man deckelt, man limitiert die Preise für Pharma-Produkte. Das verlangen insbesondere Krankenkassen und Spitäler, die diese Kosten zu tragen haben. Etwa jene zur Behandlung der chronischen Hepatitis C. Ein neues Präparat ist da zwar erfolgreich, erspart bisweilen auch Lebertransplantationen. Nur: Es kostet für die Heilung eines einzigen Patienten im Schnitt 50.000 Euro.

Also deckeln. Oder? Nun, Deckeln hat gleich drei gefährliche Folgen, die diese Strategie als doch nicht so weise erscheinen lassen.  

  • Erstens kann eine ohne Konsens mit dem Erzeuger erfolgte Deckelung dazu führen, dass ein Produkt in ein Land nicht mehr eingeführt wird. Das haben die Pharma-Konzerne schon mancherorts gemacht.
  • Zweitens kann sie dazu führen, dass pharmazeutische Produkte in Entwicklungsländern nicht mehr billig angeboten werden können. Was ja derzeit bei vielen Produkten als Entwicklungshilfe der Fall ist (das Hepatitis-C-Produkt wird etwa in Ägypten um zwei Prozent des österreichischen Preises angeboten).
  • Drittens kann sie auch dazu führen, dass künftige neue Medikamente gegen andere Krankheiten gar nicht mehr entwickelt werden. Die hohen Preise neuer Produkte – also solcher, denen auf Grund des Patentschutzes (noch) kein billiges Generikon Konkurrenz machen darf, – sind ja nicht durch die Produktionskosten verursacht, sondern durch die teuren Entwicklungskosten davor.

Die sind nicht nur wegen der teuren Forschungseinrichtungen und der vielen Tests so gewaltig, sondern vor allem wegen der hohen Drop-out-Rate. Im Schnitt kommt nämlich nur jedes hundertste Medikament am Ende wirklich in die Apotheken. Alle anderen erweisen sich als unwirksamer denn erhofft oder als der Nebenwirkungen wegen unakzeptabel. Bezahlt werden muss die Entwicklung dennoch.

Das ergibt ein heikles Dilemma: Zwar ist es fast nirgends so verführerisch preisregelnd einzugreifen; zwar gibt es bei vielen neuen Medikamenten keine wirkliche Konkurrenz, keinen echten Markt; zwar könnte es einem einzelnen preisregelnden Land bisweilen gelingen, Trittbrettfahrer zu werden, während andere Länder durch höhere Preise weiter Forschungen finanzieren. Aber dennoch ist klar: Die Menschheit würde sich sehr schaden, wenn sie kollektiv so agiert, als brauchte sie keinerlei neues Medikament mehr. Die aber sind bisher fast immer nur von gewinnorientierten Pharma-Konzernen entwickelt worden.

Nachträgliche Ergänzung: Nach nur drei Monaten des Einsatzes hat sich das neue Hepatitis-C-Medikament nun auch bei HIV-Infizierten als hoch wirksam (zu 95 Prozent!) erwiesen. Das ist medizinisch sensationell und humanitär hervorragend - das wird aber auch die Kosten des Gesundheitssystems endgültig explodieren lassen.

Ich schreibe in jeder Nummer der Finanz- und Wirtschafts-Wochenzeitung „Börsen-Kurier“ die Kolumne „Unterbergers Wochenschau“.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorBob
    9x Ausgezeichneter Kommentar
    20. August 2015 08:23

    Die Kosten würden nicht so explodieren, hätte man die E-card mit Foto versehen. Auf jeden Kuraufenthalt trifft man mehr Ausländer als Einheimische!

  2. Ausgezeichneter KommentatorGerhard Pascher
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    20. August 2015 09:52

    Das heutige Thema ist geprägt vom Hepatitis-C-Präparat „Solvadi“ (Wirkstoff: Sofosuvir), welches pro Packung ca. € 14.500 (früher € 20.000) kostet und die Krankenkassen bisher erfolglos an einer Kostendeckelung mit der Pharmaindustrie verhandelte. Solche extrem teuren Medikamente bringen tatsächlich unsere Budgets ins Wanken. Da es relativ viele Patienten mit Leberschäden gibt, wird es bisher aber nur für bereits sehr fortgeschrittenen chronischen Erkrankungen von den Krankenkassen bezahlt. Die Behandlungskosten können dabei wesentlich über den genannten Betrag von € 50.000 pro Patient zu liegen kommen.
    Damit stellen sich automatisch sehr ethische und rechtliche Fragen, welche bisher unbeantwortet geblieben sind.

    Aus meiner Sicht:
    1. Heutzutage gibt es jährlich nur mehr ein wirklich bahnbrechendes neues Medikament am Markt.
    2. Dieses erfordert Vorlaufinvestitionen von wesentlich mehr als einer Milliarde (!!) Euros, da die Trefferquote für eine wirksame Substanz oft bei 1:1.000.000 liegt. Daher sind nur mehr ganz wenige Pharmakonzerne in der Lage, solche risikoreichen Investitionen zu tätigen. Nicht zu vergessen ist, dass es bis zur Erreichung der Medikamentenzulassung wie auch der sog. Kassenfreiheit dann noch eine Vielzahl von Hürden gibt, welche viele Jahre bis zu den ersten Geldeinnahmen erfordern.
    3. Vorab wird aber ermittelt, ob für das geplante Produkt überhaupt ausreichend Abnehmer gefunden werden können, anderenfalls lässt man es lieber bleiben. Arm sind dabei Patienten mit sehr seltenen Erkrankungen – wo also auch nur wenig Verkaufschancen gegeben sind – wenn da nicht der Staat an eine Firma einen Forschungsauftrag erteilt, denn sonst würde sich so eine Entwicklung „nie rechnen“.
    4. Der Patentschutz gibt die Gewissheit, dass innerhalb dieser Frist kein „Nachahmer“ aufscheint.
    5. Nach Patentablauf stürzen sich viele Generikahersteller auf dieses Rezept und auch die Originalpackungen müssen günstiger werden, sonst zahlen die Kassen nichts mehr. Die Originalhersteller sind auch dazu übergegangen, parallel solche Generika selbst herzustellen, um weiter einen großen Anteil an diesem Segment zu haben.
    6. Pharmaunternehmen leisten auch eine große Entwicklungshilfe an ärmere Länder, dass sie die patentierten Produkte dort zu einem völlig anderen Preis verkaufen.
    7. Hier in Österreich hat die sog. Vollkaskomentalität viele negative Erscheinungen. So gibt es bei den meisten Krankenkassen keinen Selbstbehalt bei Arztbesuchen und es gibt auch viel zu viele Befreiungen bei Medikamenten und Krankenhausaufenthalten. Andererseits haben diese Leute moderne Autos, das neueste Smartphone und mehrere Flachbildfernseher zu Hause aufgestellt. Auch von der Möglichkeit von bezahlten Krankenständen macht man (auch mit Unterstützung der Ärzte) zu großzügig Gebrauch. In der Schweiz habe ich in einer Großbank gesehen, wie fast alle Mitarbeiter nach dem Mittagessen geschlossen in den Waschraum gehen, um ihre Zähne zu putzen. Denn bei jedem Zahnarztbesuch sind schnell bis zu 1.000 Franken als Selbstbehalt fällig, daher diese Vorsorge.
    8. Die verschreibenden Ärzte müssen oft – um den Patienten nicht zu verlieren – Medikamente verschreiben, welche gar nicht notwendig sind. In jedem Haushalt gibt es genug angebrochene Packungen, welche nach Jahren ohnehin entsorgt werden müssen, damit werden Milliarden wieder vernichtet.
    9. Hausapothekenführende Landärzte verhalten sich bei den Verschreibungen auch etwas anders, da sie ja auch am Medikamentenumsatz beteiligt sind. Es wird auch immer wieder berichtet, dass es auch mit Hilfe vom Großhandel und der Pharmaindustrie oft auch nicht ganz korrekt zugeht.
    10. Tatsache ist, dass in den letzten Monaten des jeweiligen Lebens ein enormer Aufwand an Klinikaufenthalten, Medikamenten usw. von den Kassen (und durch das Solidaritätsprinzip eigentlich von allen Versicherten) bezahlt wird und die Frage der damit verbundenen Lebensverlängerung völlig unbeantwortet bleibt. Ich kenne z.B. hier einen völlig apathischen und nicht ansprechbaren Schlaganfallpatienten, welcher nun schon seit 18 Monaten dreimal wöchentlich zur Dialyse gefahren wird und auch sonst eine 24-Stunden-Betreuung mit vielen Medikamenten erfordert. Ist dies noch eine erwünschte Lebensqualität?
    11. Über die meist sinnlosen Kuren hat sich McDonald (Hauptverbandsvorstand der Sozialversicherungen) kürzlich schon die „Finger verbrannt“, aber es gibt noch genug andere Einsparungsmöglichkeiten (z.B. Spitalsambulanzen) in unserem Gesundheitssystem. Unverständlich ist es auch, dass bei einer Dauermedikation (z.B. zur Senkung des Blutdrucks) nur kleine Packungen verschrieben werden. Somit muss der Patient immer wieder den Arzt (meist abaer nur die Sprechstundenhilfe!) aufsuchen, wobei natürlich auch dabei das Pauschalhonorar anfällt und der Patient immer wieder den Selbstbehalt von derzeit € 5,55 bezahlen muss. Eine Großpackung kann günstiger produziert werden, somit wäre es sowohl für die Krankenkasse wie auch den Patienten (nicht aber für den Großhandel und den Arzt!) eine Win-win-Situation.
    12. Zusammenfassend muss gesagt werden, dass das System völlig verändert werden sollte und auch die Ärzte mit dem verfügbaren Geld wirtschaftlicher umgehen müssten.

    Wie bei den Versicherungen (auch hier im sog. Umlageverfahren) müssen versicherungsmathematisch die Prämien aus den Ausgaben der jüngeren Vergangenheit für die Zukunft errechnet werden, daher ist bei keiner Änderung der bisherigen Gepflogenheiten eine Prämienerhöhung zu erwarten.

  3. Ausgezeichneter KommentatorJosef Maierhofer
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    20. August 2015 11:26

    Teure Medikamente, teure Kassen, teure Ärzte (ab Oberarzt), teure Patienten sind das Merkmal unseres 'Krankheitswesens'.

    Die höchsten Einsparungen lassen sich in der Bevölkerung erzielen, wenn diese gesund lebt, sich bewegt, wozu noch käme, dass nur in einem gesunden Körper ein gesunder Geist wohnen kann und auch das seelische mit der Gesundheit irgendwie doch auch in Verbindung steht.

    Noch in den 1960-er Jahren gab es wesentlich weniger Spitäler, wesentlich weniger Medikamente, wesentlich weniger Ärzte und wesentlich weniger Patienten, aber auch eine geringere (zwar nicht wesentlich) Lebenserwartung.

    Als selbst schwer Kranker habe ich die Entdeckung gemacht, dass man mit Medikamenten zwar Leben verlängern kann, aber ich frage da immer nach der Lebensqualität dabei, wie auch @ Gerhard Pascher feststellt, auch Dauermedikation bewirkt, dass die vorherrschenden Wirkungen immer mehr die Nebenwirkungen werden. Als Alter sagt man sich da oft, was soll's, die Nebenwirkungen nehme ich in Kauf, habe sowieso ein Ablaufdatum. Ich meine, was soll's, besser 'gesund' gestorben als 'krank' gelebt, womit sich auch mein 'Krankheitswesen' erklärt.

    Von meiner Selbständigenversicherung bekomme ich manche Medikamente überhaupt nicht ersetzt, für die meisten zahlt man etwa 20% bis 70% Selbstbehalt, etc., aber für mich sind Medikamente bloß eine Notmaßnahme und nie eine Dauermaßnahme.

    Also kurz gesagt, besser gesund leben als krank sterben, als Wunschtraum, sofern man kann. Ich meine halt, dass die Selbstbedienungsmentalität (tonnenweise werden Medikamente verschrieben und weggeworfen), die Vollkaskomentalität (ich bekomme das ja 'gratis' im Falle Gebietskrankenkasse) der Hauptverursacher der Kosten sind im Verein mit den Ärzten, die daran verdienen.

    Und die Kassen selbst, von denen wir 22 verschiedene haben in Österreich für den einen Zweck. Deren organisatorischen Einsparungsreserven, sind meiner Meinung nach auch ein hoher Kostenfaktor im österreichischen 'Krankheitswesen'.

    Es kommt aber nicht von ungefähr, dass richtige Gesundheitsbücher, die einen gesunden Lebenswandel beschreiben, Ernährung und Bewegung für den Körper, Weiterbildung für den Geist und viel Liebe und Engagement für die Seele von Ärzteschaften sogar verboten werden, ich kann da einige Beispiele nennen aus der deutschen Szene. Auch Frau Griss hat das erkannt und auch erwähnt in Puls 4 https://www.puls4.com/video/gueltige-stimme/play/2761118

    Alle wissen es, spüren es, was gut wäre, aber tun es nicht. Für mich zeichnet, wie bei fast allem, der unnötige '(Un)Wohlstand' dafür verantwortlich und der Staatsgedanke, der den Menschen das Denken verbietet, oder zumindest abnehmen will. Sehr viele sind suchtkrank mit allen möglichen Süchten, wie Alkohol, Nikotin, Rauschgifte aller Art, Bewegungsarmut (lieber vor dem staatlichen Indoktrinations- TV Schirm bei Chips verkommen, als in der freien Natur zu genesen, sich zu reaktivieren), Bildungsarmut sorgt für vernachlässigten Geist und Verkommenheit für die vernachlässigte Seele mit all den modernen (meist linken) Wortverdrehungen.

    Ja, wir haben ein Krankheitswesen.

  4. Ausgezeichneter KommentatorCotopaxi
    5x Ausgezeichneter Kommentar
  5. Ausgezeichneter KommentatorSandwalk
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    20. August 2015 09:50

    Das Medikamententhema hat noch mehr Seiten.

    Die Pharmakonzerne verdienen den Großteil ihres Geldes mit Massenware. Vitaminpillen, Empfängnisverhütung, Potenzpillen, Kopfschmerzmittel, Schlafmittel und andere Drogen des täglichen Gebrauchs sind billig in der Produktion, werden aber teuer verkauft.

    Wirklich teuer in der Entwicklung sind diverse Krebsmedikamente und vor allem "Immunsupressiva", die in der längst zur Routine gewordenen Transplantationschirurgie unverzichtbar sind. Die Pharmafirmen können mit diesen Medikamenten zwar Geld verdienen, bei weitem aber nicht so viel wie bei den "Alltagsmedikamenten".

    Wenn nun hier gespart werden soll, kann es passieren, dass sich Organtransplantationen nur noch Reiche leisten können.

    Es geht noch weiter. Wir Menschen sind von Geburt an verschieden. Das streiten zwar die linken Soziologen aus ideologischen Gründen ab, aber Ideologie darf in den Wissenschaften keine Rolle spielen. Weil wir verschieden sind, reagieren wir aus auf Medikamente unterschiedlich. Nicht jeder erlebt die gleichen Nebenwirkungen.

    Genau hier setzt eine neue Forschung an: Die medizinisch orientierte Gentechnik. Medikamente sollen maßgeschneidert verabreicht werden. Diese Forschung hat eben erst begonnen - natürlich nicht in Österreich, versteht sich, sondern in den USA, in Großbritannien, in der Schweiz, in Deutschland und in Israel. Wenn Österreich sich hier ausklinkt, schwindet auch die letzte Wissensbastion, die wir noch haben: die in Österreich traditionell gepflegte hochwertige Medizin.

  6. Ausgezeichneter KommentatorDas Geld der Anderen
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    20. August 2015 18:04

    Sie haben durchaus Recht, Herr Unterberger, allerdings behaupte ich dass z.B. der Abgang von Euro 130 Mio der Krankenkassen so ziemlich ident sein dürfte mit deren Personalkosten für 25.000 Beschäftigte.

    Diese sind zur Leistungserbringung absolut unnötig und werden nur aus politischen Gründen in den über 20 Trägern geparkt (ebenso wie über 30.000 bei den ÖBB bzw viele Bedienstete der Landesversorger).

    Daraus ergibt sich der Druck der Kassen auf die Pharmaindustrie, indem man erneut versucht in einen Markt einzugreifen, weil man die eigenen Hausaufgaben nicht erledigen will.

    Am Ende bezahlen es wieder die Bürger, z.B. durch leistungsreduzierte Vorsorgeuntersuchungen oder ein reduziertes Leistungsspektrum der Sozialversicherungen.

  7. Ausgezeichneter KommentatorObersteirer
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    20. August 2015 08:24

    Wenn jeder selbst auf seine Gesundheit achten würde, Bewegung machen und auf Zucker verzichten würde (Kurzformel), könnten viele Medikamente eingespart werden. Aber es sind alle zu bequem dazu und wenns wo zwickt hätte ich gerne eine Tablette, dass es wieder besser wird.
    Es ist weder das Ziel der Pharma, noch der Ärzte Menschen gesund zu machen, sondern latent "krank" zu halten um möglichst viel mit ihm zu verdienen.


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  1. peter789 (kein Partner)
    23. August 2015 11:25

    "Das neue Medikament wirkt auch gegen AIDS - Das wird die Kosten des Gesundheitssystems endgültig explodieren lassen."

    Nachdem ein Großteil der HIV-Infizierten schwul ist, geht diese Minderheit nun endgültig und eindeutig zu Lasten der Mehrheit. Und wird trotzdem gefeiert und gefördert und hofiert. Dabei müsste man nur auf das 2000 Jahre alte, altmodische Buch hören, in dem homosexuelle Handlungen als Sünde bezeichnet werden. Die waren damals intelligenter als unsere links-rot-grünen Kasperl.

  2. F.V. (kein Partner)
    • F.V. (kein Partner)
      22. August 2015 06:26

      In den acht Todsünden der Menschheit beschreibt Konrad Lorenz, wie die Erfolge der Medizin zur Bevölkerungsexplosion führten. Zwar behaupten die meisten Gesundbeter, daß das alles keine Probleme mache und „wir“ auch 10 oder 12 Milliarden Menschen ernähren könnten, aber in Wahrheit glaubt das keiner, der die tatsächlichen – auch geistigen - Probleme und Ursachen der Übervölkerung sieht.

      Die 20-Millionen-Städte (und noch größere) sind längst zu Todesfallen geworden, die kleinsten Störungen der für deren Funktionieren nötigen Technik und Organisation genügen.

      Die gigantischen Völkerwanderungen – zwar beschleunigt durch die von den USA angezettelten Kriege – beruhen vor allem auf dem Verlust der primitivsten Lebensgrundlagen weil sie für die Zu-vielen nicht mehr ausreichen.

      In der amerikanischen Sicherheitsagenda steht die Bevölkerungsexplosion als Gefahr Nr. 1 für die „nationale Sicherheit“ an oberster Stelle.

      Die geopolitisch-militärischen Maßnahmen der USA und anderer Großmächte/-staaten, wie etwa China, sind auf die Sicherung der offensichtlich knapper werdenden Ressourcen gerichtet.

      Mancher Denker - Johannes BARNICK - sieht das postmoderne Zeitalter so, und spricht in diesem Zusammenhang davon, daß in der „nachabendländischen Kultur“ entweder die Menschheit "kontrolliert" verringert wird, oder eben unkontrolliert, indem sozusagen die Apokalypse „ausgebrochen“ und die Mehrheit der Menschen überhaupt hinwegfegt wird.

      Beides ist möglich, und wie es derzeit aussieht sogar wahrscheinlich. Die erste "Option" wird von der UNO über die WHO (in Wahrheit eine Seuchenverbreitungs-Organisation!) bereits praktiziert und bei den Amerikanern ist – wie schon erwähnt - die (Welt-)Bevölkerungsentwicklung an oberster Stelle der "nationalen Sicherheits"-Agenda das Thema. Da die erste Option – die UNO- bzw. WHO-Programme - aber nicht schnell genug greift, wird die zweite auch in Kraft treten: Kriege, wofür die USA – und deren dumme „Willigen“ - bereits alles tun, daß der Zusammenbruch der Großstädte, der Volkswirtschaften, der Ausbruch von Hungersnöte, wie es sie noch nie je gab, „unvermeidlich“ werden.

      Günter Rohrmoser kommt von einem anderen Blickwinkel auf unser wahres Problem zu sprechen. Er sieht in der Entfremdung des Menschen eine tiefe Ursache unserer gegenwärtigen Existenz (und ich denke, Herr Meyerhofer hat es auch implizit angesprochen).

      Es gäbe ja im Prinzip zwei Möglichkeiten: Entweder holt man das Entfremdete wieder zu sich zurück und vereinigt sich mit dem, wovon man sich getrennt hat, oder man paßt sich selbst den entfremdeten Produkten an. Was nichts anderes als die Schreckensvorstellung bedeutet, daß die moderne Welt in ihrem Fortschreiten auch das Ende des Menschen in seinem Menschsein ist. Das Ende des Menschen selbst. Wenn es noch einen Schrecken gibt, der die modernen Menschheit erreicht, dann ist es diese Vorstellung, daß es auch mit ihr selbst (der Menschheit) zu Ende geht. D. h., daß aus der Menschheit das werden könnte, was sie wissenschaftlich ist, nämlich nichts anderes als eine biologisch und streng zu Ende gedacht, nur eine zoologische Gattung. Wenn wir heute von der Menschheit und dem Menschheitlichem reden, reden wir ja nur noch von der Gattung und dem Gattungswesen Mensch. D. h. eben das, worin jeder einzelne Mensch als biologisches Exemplar der Gattung übereinstimmt. In der wissenschaftlichen Selbstauslegung ist das heute das einzige, das man überhaupt verstehen kann. Dann ist das ganze Überlebensproblem des Menschen natürlich nichts anderes, als daß er biologisch mit seinen Organen sich wechselnden Umweltbedingungen anpassen und nachwachsen muß.

      Da gibt es nun Pessimisten, die sagen, daß die von den Menschen inzwischen selbst technisch hergestellten Produkte so unvergleichlich besser sind als die Menschen, daß sie hinter ihren eigenen Produkten heillos und uneinholbar zurückgeblieben sind. Was bedeutet das für eine technisch modernisierende Welt? Das bedeute nicht nur, daß der Mensch immer überflüssiger wird, vor allem in der Überzahl, in der er da ist, er ist schlechterdings überflüssig. (Man erinnere sich an die Georgia Guidestones, deren 1. Gebot die Reduktion der Menschheit auf 500 Millionen ist!)

      Vielleicht fallen uns auch noch einige Methoden ein, diesem Übel zu Leibe zu gehen, aber vor allem Dingen ist er ein Stör- und Gefahrenherd für die technische Welt. (Wir erinnern uns noch sehr gut, wie wir als junger Mitarbeiter der IBM mit gerade unglaublichem Erstaunen diese „Wahrheit“ ver- und zur Kenntnis genommen haben: bei Computer- bzw. Programm-gesteuerten Abläufen ist der Mensch in seiner Unzuverlässigkeit das eigentliche Risiko, das es a u s z u s c h a l t e n gilt.)

      Der technische Fortschritt wird umso sicherer und kontrollierbarer, je mehr wir den Menschen ausschalten können. Darum haben wir die modernen automatisierten Produktionsstätten vor uns, da gibt es nur noch Apparate und es gibt einen einzigen, der dann intelligent sein muß, zur richtigen Zeit auf den richtigen Knopf zu drücken oder eben nicht zu drücken.

      Aber damit hat sich der Mensch eigentlich selbst überflüssig gemacht und abgeschafft. Er ist eigentlich nur noch Gefahrenherd, er ist ein Störfaktor, er ist für unsere Technokraten ein zu bedenkendes Problem.

      Alles was mit Menschen zu tun hat, sei es mit Jungen, Alten und Kranken, ist für die moderne Welt nur noch ein P r o b l e m. Auch unsere Politiker reden nur noch den Problemen. Vom Jugend-, Alten-, Behindertenproblem. Das leichteste, um unsere Politiker von den Problemen zu befreien, wäre, wenn wir uns selbst abschaffen würden, denn dann hätten sie keine Probleme mehr. Das wäre sicher die effektivste und wirksamste und erfolgreichste Problemlösung die man sich denken kann, denn mit den menschlichen Problemen wird diese Gesellschaft nicht mehr fertig. Diese Gesellschaft kann mit der Jugend, den Alten, Kranken und Behinderten nichts mehr anfangen.

      Das, was die Gesellschaft an Lösungen anbietet, trifft die humane Qualität dieser sogenannten Probleme überhaupt nicht, erreicht sie nicht. … Pflegeversicherung – die Gesellschaft kann Probleme nur noch durch Geld lösen. … Das was an allen diesen Problembestimmungen menschlich ist, kommt allein, weil nur generalisierende Lösungen möglich sind, als bürokratisch zu handhabende Lösungen; man muß nach der Logik des Allgemeinbegriffs, der eben wissenschaftlich und nicht metaphysisch ist, vom Menschlichen absehen.

      Alle die ein bestimmtes Alter erreicht haben, sind dann alt. – Ein Unsinn! Genauso wie es Unsinn ist, daß man sagt, mit 65 müssen alle pensioniert werden; ein heller Wahnsinn. D. h., daß eine Gesellschaft sogar bereit ist, in diesem Maß auf das wichtigste Kapital (1) der Gesellschaft zu verzichten, nämlich die Erfahrung und vielleicht sogar ein bißchen Weisheit. Das sind nämlich die Formen der humanen weiteren Selbstbeschädigung der Gesellschaft, zum Teil durch die Art, wie sie allein die identifizierten Probleme als menschliche Probleme löst. Unsere junge Generation stellt sich darauf ein und die leben nur noch mit den technischen Apparaten und üben sich im Rhythmus der technischen Welt in ihren Unterhaltungs- und Feizeitstätten bereits voll ein.

      Und die totale Vereinzelung, die totale Anonymisierung und das reagieren auf mechanisch erzeugte Erregungszustände und Rhythmusfolgen ist die Form der Einlebung und Eingewöhnung der neuen Generation in eine solche technische Welt, in der eigentlich der Mensch überflüssig geworden ist. Wir haben keineswegs weder in Deutschland noch anderswo die Barbarei besiegt, sondern es könnte auch sein, daß wir ganz neue Erfahrungen mit der Barbarei machen könnten. – Könnte? Machen wir sie nicht bereits?

      Ökonomismus, Technik und Materialismus: "dreieinig sind sie, nicht zu trennen!" heißt es schon im Faust II.

      Dazu meinte Carl SCHMITT, da der bürgerliche Idealismus das wegen seiner unsauberen Gründe nicht eingestehen will, ist sein praktischer Materialismus mit einem bloß theoretischen Theismus oder Idealismus verknüpft und läßt diesen nach dem Prinzip der "doppelten Wahrheit" ungestört. So ist er dieselbe geistige Mißgeburt wie der Materialismus, die man nicht widerlegt, sondern verachtet.

      Es ist nun bezeichnend, daß unsere positiven Eigenschaften dem „Wahlspruch“ der modernen Wissenschaft (und der Ideologie der Logen) „Ordo ab chao“ ja diametral entgegengesetzt sind; - letzterer ist auch ein Widerspruch in sich. Ordnung entsteht nur aus Ordnung, aber niemals aus dem Chaos. Aber wird nicht unter diesem Dogma - schon seit langem - eine Weltzerstörung betrieben? Und die heutigen Drahtzieher und anonymen Hintergrundmächte betreiben diese auf allen denkbaren Ebenen.

      Was hier nur skizzenhaft angedeutet ist, charakterisiert aber ein Gegenreich, wie es in vielen Schriften von klugen Beobachtern und um die Arkana der Politik Wissenden in gleicher Weise beschrieben wurde. Schon in GOETHES Faust ist dieses Gegenreich die verzifferte, rastlose technische Welt. Es ist also keineswegs die „Entdeckung“ von erst heutigen Erscheinungen.

      Es drängt sich immer mehr der Schluß auf, daß die innerste Ursache dieses Zerstörungswillens tatsächlich dem Kampf zweier feindlicher und unversöhnlicher Prinzipien entspringt. Offensichtlich stehen die unserem deutschem Geist entspringende Kultur, die Redlichkeit, der Freiheits- und Ordnungswille, die Tüchtigkeit und der Fleiß, der Mut und die Ausdauer, und all die sonst als „typisch deutsche“ und heute als „Sekundär-Tugenden“ verächtlich gemachten Eigenschaften, kennzeichnend für das Prinzip der Ordnung, dem ein todfeindliches, all das obige negierende, das des Chaos, gegenübersteht.
      H.-D. SANDER schrieb in einem der letzten Hefte der STAATSBRIEFE geradezu prophetisch: „Der Teufel ist nicht Herr der Geschichte!“ Hoffentlich hat er recht. - Ich selbst – pessimistischer – schrieb, aus anderem Anlaß, schon einige Tage vor dem Anschlag des 11. Septembers einem Freund: „ .... Die Beispiele sind eine Bestätigung dafür, daß die "Herrschaft des Fürsten der Welt" tatsächlich angebrochen ist. Aber es gibt keine Zufluchtswinkel mehr, denn auch die Kirche scheint längst Teil des Systems geworden. ...“

      Die exorbitanten Kosten für „heilbringende“(?) Medikamente sind also nicht das Problem, sondern Symptom einer aus den Fugen geratenen Welt. – Man sollte auch noch mit Anstand leben und sterben dürfen.

      (1) Othmar SPANN, der große österreichische Gesellschaftsphilosoph, der eine ganzheitliche Volkswirtschaftslehre vorgelegt hatte, führte den Begriff des Kapitals höherer Ordnung ein, und er legte dar, daß das Geld-Kapital ohne dieses Kapital höherer Ordnung überhaupt nicht wirksam werden könne. Hierbei handelt es sich u. a. um das Schul- und Bildungswesen, das ausgebildete Kräfte sichert, um das Rechtssystem des Rechtsstaates, der Handel und Wandel sichert, aber auch um die Bräuche und Sitten die etwa einen Marktplatz ordnen, um jene ethischen Werte, die in einem Volk verankert sind, und dieses zu Fleiß, Zielstrebigkeit, Gewissenhaftigkeit, usw. bestimmen.

      Alle diese nicht-monetären Qualitäten stellen das Kapital höherer Ordnung dar, das nicht durch Geld gekauft oder ersetzt werden, sondern sich im Laufe der Zeit nur entwickelt haben kann.

  3. Franz77
    21. August 2015 12:27

    Es gibt nie Zahlen über Giftangriffe wie Chemotherapien. Es sollen an die 100.000 Euro sein.

  4. A.K.
    20. August 2015 18:12

    Die Behandlung der chronischen Hepatitis C kostet für die Heilung eines einzigen Patienten im Schnitt 50.000 Euro. Es ist ein Segen, wenn/daß es eine solche Behandlung gibt. Und: Die Kosten wären sicher zu ertragen, wenn nicht tausende Personen, die nie in ihrem Leben jene Beträge eingezahlt haben, die sie aus dem Krankenkassensystem entnehmen. Unsere Linken Gutmenschen sorgen durch Politisierung der Krankenkassen und ihrer Political Correctness, daß jene, die Einzahlen, Draufzahlen und jene, von denen die Linken ihre Stimmen erhoffen - was sich längefristig als Irrtum erweisen wird - das System ins Wanken bringen. Schon ein 10 %-Selbstbehalt - mit Ausnahmen in Härtefällen - würde bei der Gebietskrankenkasse wesentliche Änderungen bringen.

    • radiomeister (kein Partner)
      23. August 2015 07:17

      was wäre ein härtefall?
      ich hatte das pech, wegen krankheit meinen posten zu verlieren, ich war 8 wochen im krankenhaus. daher kündigung. krankengeld...ausgesteuert da krankenstand >1 jahr wegen einer ursache! dann notstandshilfe....25,78€ pro tag. unter der mindestsicherung. muss bis zur erreichung der 2% alle rezeptgebühren zahlen, bis zu 100€ im monat, alle pflegekostenbeiträge im krankenhaus. aber dann kriege ich keine notstandshilfe wenn ich wegen DER sache wieder im kh bin auch kein krankengeld weil ausgesteuert. DAS ist härte. pflegekosten und rezeptgebühr muss ich dann aber trotzdem zahlen.
      hier stoßen sich krankenkassen und ams und PVA auf meine kosten gesund. nun soll ich selbstbehalt zahlen?

  5. Das Geld der Anderen
    20. August 2015 18:04

    Sie haben durchaus Recht, Herr Unterberger, allerdings behaupte ich dass z.B. der Abgang von Euro 130 Mio der Krankenkassen so ziemlich ident sein dürfte mit deren Personalkosten für 25.000 Beschäftigte.

    Diese sind zur Leistungserbringung absolut unnötig und werden nur aus politischen Gründen in den über 20 Trägern geparkt (ebenso wie über 30.000 bei den ÖBB bzw viele Bedienstete der Landesversorger).

    Daraus ergibt sich der Druck der Kassen auf die Pharmaindustrie, indem man erneut versucht in einen Markt einzugreifen, weil man die eigenen Hausaufgaben nicht erledigen will.

    Am Ende bezahlen es wieder die Bürger, z.B. durch leistungsreduzierte Vorsorgeuntersuchungen oder ein reduziertes Leistungsspektrum der Sozialversicherungen.

  6. Josef Maierhofer
    20. August 2015 11:26

    Teure Medikamente, teure Kassen, teure Ärzte (ab Oberarzt), teure Patienten sind das Merkmal unseres 'Krankheitswesens'.

    Die höchsten Einsparungen lassen sich in der Bevölkerung erzielen, wenn diese gesund lebt, sich bewegt, wozu noch käme, dass nur in einem gesunden Körper ein gesunder Geist wohnen kann und auch das seelische mit der Gesundheit irgendwie doch auch in Verbindung steht.

    Noch in den 1960-er Jahren gab es wesentlich weniger Spitäler, wesentlich weniger Medikamente, wesentlich weniger Ärzte und wesentlich weniger Patienten, aber auch eine geringere (zwar nicht wesentlich) Lebenserwartung.

    Als selbst schwer Kranker habe ich die Entdeckung gemacht, dass man mit Medikamenten zwar Leben verlängern kann, aber ich frage da immer nach der Lebensqualität dabei, wie auch @ Gerhard Pascher feststellt, auch Dauermedikation bewirkt, dass die vorherrschenden Wirkungen immer mehr die Nebenwirkungen werden. Als Alter sagt man sich da oft, was soll's, die Nebenwirkungen nehme ich in Kauf, habe sowieso ein Ablaufdatum. Ich meine, was soll's, besser 'gesund' gestorben als 'krank' gelebt, womit sich auch mein 'Krankheitswesen' erklärt.

    Von meiner Selbständigenversicherung bekomme ich manche Medikamente überhaupt nicht ersetzt, für die meisten zahlt man etwa 20% bis 70% Selbstbehalt, etc., aber für mich sind Medikamente bloß eine Notmaßnahme und nie eine Dauermaßnahme.

    Also kurz gesagt, besser gesund leben als krank sterben, als Wunschtraum, sofern man kann. Ich meine halt, dass die Selbstbedienungsmentalität (tonnenweise werden Medikamente verschrieben und weggeworfen), die Vollkaskomentalität (ich bekomme das ja 'gratis' im Falle Gebietskrankenkasse) der Hauptverursacher der Kosten sind im Verein mit den Ärzten, die daran verdienen.

    Und die Kassen selbst, von denen wir 22 verschiedene haben in Österreich für den einen Zweck. Deren organisatorischen Einsparungsreserven, sind meiner Meinung nach auch ein hoher Kostenfaktor im österreichischen 'Krankheitswesen'.

    Es kommt aber nicht von ungefähr, dass richtige Gesundheitsbücher, die einen gesunden Lebenswandel beschreiben, Ernährung und Bewegung für den Körper, Weiterbildung für den Geist und viel Liebe und Engagement für die Seele von Ärzteschaften sogar verboten werden, ich kann da einige Beispiele nennen aus der deutschen Szene. Auch Frau Griss hat das erkannt und auch erwähnt in Puls 4 https://www.puls4.com/video/gueltige-stimme/play/2761118

    Alle wissen es, spüren es, was gut wäre, aber tun es nicht. Für mich zeichnet, wie bei fast allem, der unnötige '(Un)Wohlstand' dafür verantwortlich und der Staatsgedanke, der den Menschen das Denken verbietet, oder zumindest abnehmen will. Sehr viele sind suchtkrank mit allen möglichen Süchten, wie Alkohol, Nikotin, Rauschgifte aller Art, Bewegungsarmut (lieber vor dem staatlichen Indoktrinations- TV Schirm bei Chips verkommen, als in der freien Natur zu genesen, sich zu reaktivieren), Bildungsarmut sorgt für vernachlässigten Geist und Verkommenheit für die vernachlässigte Seele mit all den modernen (meist linken) Wortverdrehungen.

    Ja, wir haben ein Krankheitswesen.

  7. Gerhard Pascher
    20. August 2015 09:52

    Das heutige Thema ist geprägt vom Hepatitis-C-Präparat „Solvadi“ (Wirkstoff: Sofosuvir), welches pro Packung ca. € 14.500 (früher € 20.000) kostet und die Krankenkassen bisher erfolglos an einer Kostendeckelung mit der Pharmaindustrie verhandelte. Solche extrem teuren Medikamente bringen tatsächlich unsere Budgets ins Wanken. Da es relativ viele Patienten mit Leberschäden gibt, wird es bisher aber nur für bereits sehr fortgeschrittenen chronischen Erkrankungen von den Krankenkassen bezahlt. Die Behandlungskosten können dabei wesentlich über den genannten Betrag von € 50.000 pro Patient zu liegen kommen.
    Damit stellen sich automatisch sehr ethische und rechtliche Fragen, welche bisher unbeantwortet geblieben sind.

    Aus meiner Sicht:
    1. Heutzutage gibt es jährlich nur mehr ein wirklich bahnbrechendes neues Medikament am Markt.
    2. Dieses erfordert Vorlaufinvestitionen von wesentlich mehr als einer Milliarde (!!) Euros, da die Trefferquote für eine wirksame Substanz oft bei 1:1.000.000 liegt. Daher sind nur mehr ganz wenige Pharmakonzerne in der Lage, solche risikoreichen Investitionen zu tätigen. Nicht zu vergessen ist, dass es bis zur Erreichung der Medikamentenzulassung wie auch der sog. Kassenfreiheit dann noch eine Vielzahl von Hürden gibt, welche viele Jahre bis zu den ersten Geldeinnahmen erfordern.
    3. Vorab wird aber ermittelt, ob für das geplante Produkt überhaupt ausreichend Abnehmer gefunden werden können, anderenfalls lässt man es lieber bleiben. Arm sind dabei Patienten mit sehr seltenen Erkrankungen – wo also auch nur wenig Verkaufschancen gegeben sind – wenn da nicht der Staat an eine Firma einen Forschungsauftrag erteilt, denn sonst würde sich so eine Entwicklung „nie rechnen“.
    4. Der Patentschutz gibt die Gewissheit, dass innerhalb dieser Frist kein „Nachahmer“ aufscheint.
    5. Nach Patentablauf stürzen sich viele Generikahersteller auf dieses Rezept und auch die Originalpackungen müssen günstiger werden, sonst zahlen die Kassen nichts mehr. Die Originalhersteller sind auch dazu übergegangen, parallel solche Generika selbst herzustellen, um weiter einen großen Anteil an diesem Segment zu haben.
    6. Pharmaunternehmen leisten auch eine große Entwicklungshilfe an ärmere Länder, dass sie die patentierten Produkte dort zu einem völlig anderen Preis verkaufen.
    7. Hier in Österreich hat die sog. Vollkaskomentalität viele negative Erscheinungen. So gibt es bei den meisten Krankenkassen keinen Selbstbehalt bei Arztbesuchen und es gibt auch viel zu viele Befreiungen bei Medikamenten und Krankenhausaufenthalten. Andererseits haben diese Leute moderne Autos, das neueste Smartphone und mehrere Flachbildfernseher zu Hause aufgestellt. Auch von der Möglichkeit von bezahlten Krankenständen macht man (auch mit Unterstützung der Ärzte) zu großzügig Gebrauch. In der Schweiz habe ich in einer Großbank gesehen, wie fast alle Mitarbeiter nach dem Mittagessen geschlossen in den Waschraum gehen, um ihre Zähne zu putzen. Denn bei jedem Zahnarztbesuch sind schnell bis zu 1.000 Franken als Selbstbehalt fällig, daher diese Vorsorge.
    8. Die verschreibenden Ärzte müssen oft – um den Patienten nicht zu verlieren – Medikamente verschreiben, welche gar nicht notwendig sind. In jedem Haushalt gibt es genug angebrochene Packungen, welche nach Jahren ohnehin entsorgt werden müssen, damit werden Milliarden wieder vernichtet.
    9. Hausapothekenführende Landärzte verhalten sich bei den Verschreibungen auch etwas anders, da sie ja auch am Medikamentenumsatz beteiligt sind. Es wird auch immer wieder berichtet, dass es auch mit Hilfe vom Großhandel und der Pharmaindustrie oft auch nicht ganz korrekt zugeht.
    10. Tatsache ist, dass in den letzten Monaten des jeweiligen Lebens ein enormer Aufwand an Klinikaufenthalten, Medikamenten usw. von den Kassen (und durch das Solidaritätsprinzip eigentlich von allen Versicherten) bezahlt wird und die Frage der damit verbundenen Lebensverlängerung völlig unbeantwortet bleibt. Ich kenne z.B. hier einen völlig apathischen und nicht ansprechbaren Schlaganfallpatienten, welcher nun schon seit 18 Monaten dreimal wöchentlich zur Dialyse gefahren wird und auch sonst eine 24-Stunden-Betreuung mit vielen Medikamenten erfordert. Ist dies noch eine erwünschte Lebensqualität?
    11. Über die meist sinnlosen Kuren hat sich McDonald (Hauptverbandsvorstand der Sozialversicherungen) kürzlich schon die „Finger verbrannt“, aber es gibt noch genug andere Einsparungsmöglichkeiten (z.B. Spitalsambulanzen) in unserem Gesundheitssystem. Unverständlich ist es auch, dass bei einer Dauermedikation (z.B. zur Senkung des Blutdrucks) nur kleine Packungen verschrieben werden. Somit muss der Patient immer wieder den Arzt (meist abaer nur die Sprechstundenhilfe!) aufsuchen, wobei natürlich auch dabei das Pauschalhonorar anfällt und der Patient immer wieder den Selbstbehalt von derzeit € 5,55 bezahlen muss. Eine Großpackung kann günstiger produziert werden, somit wäre es sowohl für die Krankenkasse wie auch den Patienten (nicht aber für den Großhandel und den Arzt!) eine Win-win-Situation.
    12. Zusammenfassend muss gesagt werden, dass das System völlig verändert werden sollte und auch die Ärzte mit dem verfügbaren Geld wirtschaftlicher umgehen müssten.

    Wie bei den Versicherungen (auch hier im sog. Umlageverfahren) müssen versicherungsmathematisch die Prämien aus den Ausgaben der jüngeren Vergangenheit für die Zukunft errechnet werden, daher ist bei keiner Änderung der bisherigen Gepflogenheiten eine Prämienerhöhung zu erwarten.

  8. Sandwalk
    20. August 2015 09:50

    Das Medikamententhema hat noch mehr Seiten.

    Die Pharmakonzerne verdienen den Großteil ihres Geldes mit Massenware. Vitaminpillen, Empfängnisverhütung, Potenzpillen, Kopfschmerzmittel, Schlafmittel und andere Drogen des täglichen Gebrauchs sind billig in der Produktion, werden aber teuer verkauft.

    Wirklich teuer in der Entwicklung sind diverse Krebsmedikamente und vor allem "Immunsupressiva", die in der längst zur Routine gewordenen Transplantationschirurgie unverzichtbar sind. Die Pharmafirmen können mit diesen Medikamenten zwar Geld verdienen, bei weitem aber nicht so viel wie bei den "Alltagsmedikamenten".

    Wenn nun hier gespart werden soll, kann es passieren, dass sich Organtransplantationen nur noch Reiche leisten können.

    Es geht noch weiter. Wir Menschen sind von Geburt an verschieden. Das streiten zwar die linken Soziologen aus ideologischen Gründen ab, aber Ideologie darf in den Wissenschaften keine Rolle spielen. Weil wir verschieden sind, reagieren wir aus auf Medikamente unterschiedlich. Nicht jeder erlebt die gleichen Nebenwirkungen.

    Genau hier setzt eine neue Forschung an: Die medizinisch orientierte Gentechnik. Medikamente sollen maßgeschneidert verabreicht werden. Diese Forschung hat eben erst begonnen - natürlich nicht in Österreich, versteht sich, sondern in den USA, in Großbritannien, in der Schweiz, in Deutschland und in Israel. Wenn Österreich sich hier ausklinkt, schwindet auch die letzte Wissensbastion, die wir noch haben: die in Österreich traditionell gepflegte hochwertige Medizin.

    • Gerhard Pascher
      20. August 2015 10:24

      Völlig richtig, die Zukunft liegt in der für den jeweiligen Patienten individuell zusammengesetzten Rezeptur (= maßgeschneiderte Präparate), auch personalisierte Medizin genannt. Aber dahin ist es noch ein weiter Weg. Als erster Schritt hat man nun schon unterschiedlicher Dosierungen bezüglich Geschlecht und Gewicht. Dazu war aber eine Umstellung bei dem im Versuchsstadium teilnehmenden Patientenmix erforderlich, ausserdem reagieren Frauen Kinder oft anders, was auch berücksichtigt werden muss.
      Jedes Medikament (ausser zweifelhafte homöopathische Darreichungen) hat mehr oder weniger "unerwünschte Nebenwirkungen", welche man mit solchen neueren Therapien sehr stark reduzieren kann. Vielfach wird bisher "aus Sicherheit" etwas überdosiert, was sich auch in den Nebenwirkungen stark bemerkbar macht.

      Übrigens:
      Die heutigen sog. Beipackzettel bei den jeweiligen Medikamenten sind durch die nunmehrige "Ausführlichkeit" eigentlich unleserlich geworden. Der Grund dieser umfangreichen Beschreibungen ist aber juristischer Art, damit sich der Hersteller gegen alle möglichen Risiken und Haftungsansspruche schadlos halten kann. Ich sehe da auch einen Trend, dass sich die in den USA schon verbreiteten gigantischen Regressansprüche langsam auch in der EU durchsetzen werden. Und diesen will man von Seiten der Industrie Paroli bieten.

    • Riese35
      20. August 2015 10:45

      @Gerhard Pascher: Ich sehe die Amerikanisierung unseres Rechtssystems u.a. mit ihren exorbitanten Regressansprüchen als eine sehr fragwürdige und negative Entwicklung, der wir uns widersetzen sollten. Wir haben unsere eigene Rechtstradition und sollten stolz darauf sein.

    • Gerhard Pascher
      20. August 2015 13:23

      @Riese35:
      Ich kenne einen Frauenarzt, welcher seine Praxis von Florida nach Deutschland verlagert hatte, da ihm die dortigen mit der Ordination verbundenen Versicherungsprämien einfach schon zu hoch waren. Denn die Versicherung hatte die Prämien aufgrund der vielen von den Gerichten anerkannten Zahlungen an Patienten jedes Jahr enorm angehoben.
      Derzeit gibt es hierzulande noch keine solchen Patientenforderungen, welche mittels gerissener Anwälte für Lappalien dank der großzügigen amerikanischen Rechtssprechung enorme Summen erstreiten. Nicht zu vergessen: in den USA gibt es meist ein sog. Erfolgshonorar für den beauftragten Anwalt, welches oft einen hohen Prozentsatz der erstrittenen Summe ausmacht. Bei dieser "No win-no fee"-Vereinbarung zahlt aber der Klient bei Niederlage auch keine Anwaltskosten, also trägt der Jurist das volle "Geschäftsrisiko".
      Ich habe auch schon gesehen, dass ein Vertreter einer Anwaltskanzlei ein Unfallopfer gleich nach der Einlieferung in die Klinik in der Erstversorgung um eine Unterschrift auf einen bereits vorbereiteten Vertretungsauftrag gebeten hatte.

  9. Obersteirer
    20. August 2015 08:24

    Wenn jeder selbst auf seine Gesundheit achten würde, Bewegung machen und auf Zucker verzichten würde (Kurzformel), könnten viele Medikamente eingespart werden. Aber es sind alle zu bequem dazu und wenns wo zwickt hätte ich gerne eine Tablette, dass es wieder besser wird.
    Es ist weder das Ziel der Pharma, noch der Ärzte Menschen gesund zu machen, sondern latent "krank" zu halten um möglichst viel mit ihm zu verdienen.

    • Pumuckl
      20. August 2015 08:44

      @ Obersteirer

      Erster Absatz als ( Kurzformel ) o. k. .
      Aber dem 2. Absatz möchte ich, zumindest was die große Mehrzahl der Ärzte betrifft ganz energisch widersprechen!

    • Obersteirer
      20. August 2015 10:04

      Ok. Dann sind wir uns schon mal bezüglich Pharmaindustrie einig. Aber es braucht immer auch jemand dazu, der die Medikamente verschreibt.
      Würde man eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten und mehr Bewegung empfehlen, würde keiner daran verdienen.

    • Pumuckl
      20. August 2015 11:22

      DER MENSCH IST WAS ER DENKT

      Christian Friedrich Hebbel ( 1813 - 1863 )

      ERNÄHRUNGSWISSENSCHAFT - LEIBESERZIEHUNG wäre eine ideale Fächerkombination für Lehramtsstudenten, um in der Schule ein großflächiges Umdenken im Sinne von @ Obersteirer zu bewirken.

      Daß man die von @ Obersteirer eingemahnte, einst in deutschen Landen, nicht zuletzt dank Turnvater Jahn weit verbreitete Einstellung gezielt zerstört hat, SEHE ICH ALS TEIL DER FORTSETZUNG DES WK II MIT INSTRUMENT DER MASSENPSYCHOLOGIE ! ! !

    • radiomeister (kein Partner)
      23. August 2015 07:44

      @ obertseirer
      es ist ignorant und verachtenswert, unter "wenn die menschen sich besser ernähren würden und mehr bewegung machen würden" wär keiner mehr krank zu sagen.

      vieles aber nicht alles ist auf lebensumstände zurückzuführen.
      aber es so zu verallgemeinern ist nur dumm. vor allem das besprochene hepatitis medikament.hepatitis ist eine der höchst infektiösen krankheiten. die hat mit essen und bewegung genau gar nix zu tun.

  10. Bob
    20. August 2015 08:23

    Die Kosten würden nicht so explodieren, hätte man die E-card mit Foto versehen. Auf jeden Kuraufenthalt trifft man mehr Ausländer als Einheimische!

    • Cotopaxi
      20. August 2015 10:16

      Die Ausländer, die Sie bei der Kur treffen, sind wahrscheinlich diejenigen, die nach dem Krieg für uns Österreich wieder aufgebaut haben. ;-)

  11. Cotopaxi
    • Riese35
      20. August 2015 10:39

      Dann müßten sie eh exzellent zu den Zuständen in ihren Heimatländern passen. Ich würde nicht mit der Slowakei wegen Unterbringung bei Gabcikovo verhandeln, sondern sie gleich in ihre traute Heimat rückführen.

      Asyl bedeutet, daß jemandem Schutz geboten wird, der mit den Zuständen in seiner Heimat nicht einverstanden ist und dort bedroht wird, und nicht den Import kriegerischer Auseinandersetzungen aus Kriegsgebieten.

      Aber vermutlich hat der Betroffene, der eine Koranseite herausgerissen hat, mit dem Inhalt dieser Seite in seiner Heimat bereits Erfahrung gesammelt und deswegen in Europa um politisches Asyl angesucht. Bei uns aber steht "freie Religionsausübung" (nach dem Vorbild des Propheten) über den Regeln betreffend Aufrufen zu und Ausübung von Gewalt.

    • Cotopaxi
      20. August 2015 10:56

      Das mit der herausgerissenen Koran-Seite halte ich mittlerweile ohnedies für einen Standard-Schmäh, zu oft hört man dies als Begründung für moslemische Lynchmorde in aller Welt, wovon vor allem Andersgläubige ("ungläubige Hunde"), Frauen und Geistesschwache betroffen sind.

      Und wenn tatsächlich die Koran-Ausgaben so leicht ihre Seiten verlieren, so liegt es an der Qualität der Bücher bzw. an der Handfertigkeit der vermutlich moslemischen Buchbinder.;-)

      Überdies frage ich mich, was ein Koran in einem deutschen Flüchtlingsheim verloren hat? ;-)

    • Brigitte Imb
      20. August 2015 12:20

      Hier einige Fotos über die Zerstörung, die der Moslemmob angerichtet hat.
      Die Steuerzahler werden schon dafür sorgen, daß wieder alles ordentlich hergerichtet wird .....für die nächste Schlacht der Mohammedaner.

      http://www.pi-news.net/2015/08/suhl-moslemmob-wuetet-mit-allahu-akbar-in-den-strassen-autoscheiben-zertruemmert/

      http://www.mdr.de/thueringen/eas-suhl118.html

    • Cotopaxi
      20. August 2015 14:38

      "Das müssen wir aushalten", sagen die deutschen GrünInnen, aber Mutti-Merkel sicher auch.





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