Laudato si – aber nicht für diese Enzyklika

Lesezeit: 2:30

Ich liebe ihn ja wirklich, unseren Papst. Für seine Herzlichkeit. Für seine Fröhlichkeit. Für seine Unkompliziertheit. Für seine Spontaneität. Für seine Deutlichkeit. Er erscheint mir damit ein wesentlich authentischerer Stellvertreter Christi als der Großteil seiner Vorgänger. Aber vom Verfassen von pästlichen Lehrschreiben sollte er lieber die Finger lassen.

“Laudato si” nennt sich die jüngste Enzyklika von Papst Franziskus. Die erste, die ganz seiner Feder entspringt. Damit seine Antrittsenzyklika. Obwohl das Werk fast 200 Seiten hat, ist wenige Stunden nach der Veröffentlichung bereits rundum die typische Franziskus-Euphorie ausgebrochen.

Nach dem ersten groben Querlesen des Textes erscheint mir die Euphorie nicht angebracht. Es gibt eine Reihe von Dingen, die mich darin verwundern:

1) Die einfache Sprache, die ich an Franziskus sonst sehr schätze, wird hier auf fast 200 Seiten ausgewalzt. Brauchen päpstliche Lehrschreiben nicht doch mehr theologischen Tiefgang als Pastoralbesuche oder Hausmessen?

2) Wenn ein Papst beginnt, einzelne chemische Elemente für den Klimawandel verantwortlich zu machen, bekomme ich es mit der Angst zu tun. Die Kirche hat schon mehrfach groben Schiffbruch erlitten, als sie versucht hat, in fachfremden Bereichen zu dozieren.

3) Ich finde es sehr problematisch, so zu tun, als ob die ganze Welt (gleichermaßen) den Bach runtergeht. Das entspricht einfach nicht den empirischen Tatsachen. Mir scheint, dass der Papst hier den Apokalyptikern (Medien, Parteien, NGOs) auf den Leim gegangen ist, weil er nicht bemerkt, dass die alle von der inszenierten Krisenstimmung leben.

4) Mir fehlt auch vollkommen eine regionale Differenzierung. Mir ist bewusst, dass das an den Beginn gestellte Müllproblem in manchen Weltgegenden ein massives Problem ist. In anderen (beispielsweise bei uns) gibt es dieses Problem gar nicht.

5) Ein ähnliches Problem sehe ich beim Klimawandel: In der dritten Welt und den Schwellenländern kann man mit technischen Investitionen dramatische Verbesserungen erzielen. In der ersten Welt ist das oft kaum noch möglich. Will man hier die Treibhausgase reduzieren, ist es notwendig, den Lebensstil (also die Lebensqualität) einzuschränken. Darf man das wirklich in einen Topf hauen?

6) Regelmäßig wird völlig platt auf “die Technik” und “die Wirtschaft” und “die Finanzen” hingehaut. Diese Banalisierungen zeigen mir ein erschreckend geringes Verständnis für die Komplexität dieser Materien. Vor allem halte ich es für absurd, eine gigantische Fülle an Regelungen quasi zu personalisieren und zu dämonisieren. Die Technik, die Wirtschaft, die Finanzen sind wir alle, nicht irgendwelche Monster, die da draußen herumlaufen und erlegt werden müssen.

Vielleicht entkräften sich manche Punkte noch beim näheren Studium, aber die allgemeine Euphorie erscheint mir im Moment zumindest noch verfrüht. Vielleicht sollte sich Franziskus bewusst werden: Jesus hat auch keine Enzykliken geschrieben und es trotzdem zu was gebracht …

Der Autor ist Pressesprecher bei einer Anwaltskanzlei und war früher Vorsitzender der Katholischen Jugend in Wien.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorLot
    10x Ausgezeichneter Kommentar
    19. Juni 2015 17:50

    Will der Papst dem "Fürsten dieser Welt" Konkurrenz machen?

    Hat er nie "Die kurze Erzählung vom Antichrist" (Vladimir Solowjew) gelesen? Weiß er nicht, dass "zuerst offenbart werden muss der Mensch der Gottlosigkeit, der Sohn des Verderbens, der Widersacher, der sich über alles erhebt, was Gott heißt und Gottesverehrung und sich schlißlich selbst in den Tempel Gottes setzt und vorgibt, er sei Gott (2 Thess 2, 3-4).

    Warum zitiert der Papst in seinen 172 Fußnoten nicht an einer einzigen Stelle "Die Geheime Offenbarung des Johannes", die Apokalypse, in der Gott den Menschen ihre Zukunft enthüllt? Gehört die Apokalypse nicht mehr zu den kanonischen Schriften der Kirche oder sind ihre nur zu deutlichen und erschreckenden Aussagen unserer Wohlfühlgesellschaft nicht mehr zumutbar?

    Nachzuhumpeln der viel gründlicheren Analyse von "Global 2000", dem von Präsident Carter 1997 herausgegebenen Bericht über die Umwelt, oder dem nachfolgenden Brundtlandbericht über nachhaltiges Wirtschaften (1987), ist nicht Sache der Kirche. Ihr fehlt hier einfach die Expertise.Indem sie auf den von 72 (!) Nobelpreisträgern entlarvten Klimaschwindel hereinfällt, macht sie sich lächerlich. Ihr mediengeiles Anbiedern an die G7-Decarbonisierungsinitiative, Pariser Klimakonferenz, UNO und US-Kongress läßt sie sich instrumentalisieren. Sie stellt sich auf eine Stufe mit den NGO´s und verliert damit Hoheit, Autorität und Glaubwürdigkeit.

    Kardinal Biffis Vatikanexerzitien (2007), die den Antichrist als Ökumeniker, Pazifist und Ökologen charakterisierten, haben wohl nicht gefruchtet. Wo steht dieser Papst?

  2. Ausgezeichneter KommentatorJosef Maierhofer
    9x Ausgezeichneter Kommentar
    19. Juni 2015 15:25

    Richtig ! Wichtiger wäre es einen Weg zu Gott zu zeigen in dieser verworrenen Welt.

  3. Ausgezeichneter KommentatorNorbert Mühlhauser
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    20. Juni 2015 23:22

    Ganz richtig!

    Die Umweltverschmutzung ist nahezu ausschließlich ein lokales Problem, dass keiner global vereinigten Anstrengungen bedarf. In Europa gibt es schon seit Jahrzehnten, ohne dass es dafür des aufruhrartigen zivilen Widerstandes bedurft hätte, Kläranlagen, Rauchgasfilter für Industrieschlote und Verbrennungsanlagen, KFZ-Katalysatoren, Emissions- und Chemikalienauflagen.

    Ein Ressourcenproblem ist nicht absehbar. Das Recycling bzw die Wiederverwertung ist weltweit verbreitet, an einem Ersatz der auf Mineralöl basierenden Kunststoffe wird ernsthaft geforscht.
    Die Kassandra-Rufe des Club of Rome haben sich als grober Fehlgriff erwiesen, der zu Recht die Vermutung der Unlauterkeit heraufbeschwört. Der "Peak Oil", also die Unmöglichkeit einer weiteren Steigerung der Fördermenge trotz steigender Nachfrage, hat sich als Hybris einer Elite, die über entgegengesetzte Aussagen der Industrie stets die Nase gerümpft hat, erwiesen; daran kann das Bestreben der - unter anderem massenmedialen - Elite, diesen Begriff nunmehr als harmlose Prognose über steigende Förderpreise umzudeuten, nichts ändern!

    Obwohl der CO2-Gehalt der Luft seit 1980 um 20 % und seit 2010 um 2,5 % gestiegen, nimmt seit dem Jahr 2010 die Polareisbedeckung der Erde wieder zu (wie weiter unten noch dargestellt)! Es stellt sich insbesonders bei fortgesetzter Zunahme die Frage, welcher Teufel die Wissenschaft reitet, nach Art mittelalterlicher Kirchenfürsten die CO2-bedingte, also anthropogene Erderwärmung als unumstößlichen, entschiedenen Wissenslehrsatz hinzustellen? Die Daten weisen schon jetzt darauf hin, dass zwischen CO2-Gehalt und klimatischer Aufheizung nur eine allenfalls mickrige Korrelation bestehen kann.

    Und nun die Datenreihen über die Polareisbedeckung in den Monaten März und September, jeweils in Monatsdurchschnittswerten:

    ________________ Arktis ........... Antarktis...........Mio km2 addiert
    März '10 15,1................... 4,0.................... 19,1
    Sept '10 4,9................... 19,2.................... 24,1
    März '11 14,6................... 3,6.................... 18,2
    Sept '11 4,6................... 18,9.................... 23,5
    März '12 15,2................... 5,0.................... 20,2
    Sept '12 3,6................... 19,4.................... 23,0
    März '13 15,1................... 5,3.................... 20,4
    Sept '13 5,3................... 19,8.................... 25,1
    März '14 14,8................... 5,3.................... 20,1
    Sept '14 5,3................... 20,1.................... 25,4
    März '15 14,4................... 5,5..................... 19,9

    Im Frühjahr ist also die Gesamtbedeckung von 19,1 in 2010 auf 19,9 Mio km2 in 2015 angestiegen, im Herbst von 24,1 in 2010 auf 25,4 Mio km2 in 2014. Und dies, obwohl - wie eingangs dargelegt - der CO2-Gehalt beständig steigt!

    Zu den Quellen:
    -----------------------------------
    Die CO2-Werte sind über
    ftp://aftp.cmdl.noaa.gov/products/trends/co2/co2_annmean_gl.txt
    einsehbar.
    Die Polareiskappenausdehnung ist über die folgenden Datenreservoirs der "National Oceanic and Atmospheric Administration" (kurz: NOAA) der USA einsehbar (jeweils die auf "..._extn.png" endenden Dateien):

    ftp://sidads.colorado.edu/DATASETS/NOAA/G02135/Mar/

    ftp://sidads.colorado.edu/DATASETS/NOAA/G02135/Sep/

  4. Ausgezeichneter KommentatorStadtindianer
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    22. Juni 2015 17:29

    Die Kirche soll sich bei Umweltschutz, Sozialismus, Befreeiung, Asyl/Asylmissbrauch raushalten.
    Zu Glauben und Gott habe ich schon lange nichts gehört.

  5. Ausgezeichneter KommentatorSozialrat
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    26. Juni 2015 15:04

    Als tiefreligiöser Katholik hoffe ich, dass
    man dieses Pontifikat bald zu den Akten legen wird. Nicht nur die Kapitalismusdarstellung ist karikaturenhaft, sein gesamter Auftritt ist eine menschgewordene Karikatur. Applaus bekommt er der ach so bodenständige Papst, aber leider aus der ganz falschen Ecke.

  6. Ausgezeichneter KommentatorGennadi
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    21. Juni 2015 16:01

    Der katholische Papst.....

    Das ist doch jener, der den Koran küsste, in seiner Residenz Koransuren rezitieren ließ, den Islam als die beste Religion bezeichnete -
    und so ganz nebenher Allah mit dem Gott der Christen verwechselte.

    Ob seine Fachkompetenz im Umweltbereich größer ist?

  7. Ausgezeichneter KommentatorWolfram Schrems
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    22. Juni 2015 10:15

    Die Skepsis des Autors bezüglich der Enzyklika teile ich.

    Diese langatmige Verlautbarung steht allerdings in einem größeren Zusammenhang, der das Pontifikat von Papst Franziskus als sehr unerfreulich erscheinen läßt.

    Ich habe dazu an anderer Stelle eine mehrteilige Serie veröffentlicht.
    Da der Link hier offenbar nicht akzeptiert wird, in Worten: auf katholisches.info in der Suchmaschine "Jesuit" eingeben.

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorGennadi
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    21. Juni 2015 16:01

    Der katholische Papst.....

    Das ist doch jener, der den Koran küsste, in seiner Residenz Koransuren rezitieren ließ, den Islam als die beste Religion bezeichnete -
    und so ganz nebenher Allah mit dem Gott der Christen verwechselte.

    Ob seine Fachkompetenz im Umweltbereich größer ist?


alle Kommentare

  1. Frieda Waldhof (kein Partner)
    16. Mai 2018 22:02

    Offenbarung 16, 8: der vierte Engel goss seine Schale über die Sonne. (Erscheinen der Enzyklika Laudato si) Da wurde ihr Macht gegeben, mit ihrem Feuer die Menschen zu verbrennen. (Der Glaube der Mensch könnte eine neue Welt schaffen und braucht nicht Gott - Verblendung...) Und die Menschen verbrannten in der großen Hitze. (Verzweiflung , dass das nicht funktioniert...) Dennoch verfluchten sie denNamen Gottes (Dann ist Gott schuld) der die Macht über die Plagen hat. Sie bekehren sich nicht dazu, ihm die Ehre zu geben.

    Kehrt um! Schaut auf Gott! Gott ist die Liebe. Durch , mit und von der Liebe Gottes trägt Gott uns in die Ewigkeit in seiner Liebe Arme auf die neue Erde.

  2. Sozialrat
    26. Juni 2015 15:04

    Als tiefreligiöser Katholik hoffe ich, dass
    man dieses Pontifikat bald zu den Akten legen wird. Nicht nur die Kapitalismusdarstellung ist karikaturenhaft, sein gesamter Auftritt ist eine menschgewordene Karikatur. Applaus bekommt er der ach so bodenständige Papst, aber leider aus der ganz falschen Ecke.

  3. cmh (kein Partner)
    23. Juni 2015 20:13

    Hätte der Papst dem Christenvolk ein regelmäßiges Fasten, sexuelle Enthaltsamkeit empfohlen oder hätte er - horribile auditu - von den sieben Todsünden gepredigt, dann wäre es auch nicht recht gewesen.

    Alles das ist aber der Teil der günen Ideologie, auf den ich mich verstehen kann.

  4. Gerhard Pascher
    22. Juni 2015 21:07

    So ein Dokument entstammt nie der Feder einer einzelnen Person, vielmehr hat daran eine ganze Gruppe (auch mit Fachleuten) gearbeitet. Natürlich wurde alles mit Beihilfe des Papstes redigiert, er hat es dann unterschrieben und ist dafür auch hauptverantwortlich. Der Papst ist auch nur ein Mensch mit den üblichen Stärken und Schwächen, was sich eben auch in solchen Dokumenten wiederspiegelt.
    Trotzdem sehe ich es als einen Vorteil, wenn der Papst damit die müden Erdbewohner etwas wachrüttelt, daher kann ich die Gedanken des Florian Unterberger nicht teilen, dass jeder "Schuster bei seinem Leisten bleiben soll".

    P.S.: Für die selbsternannten Klimawandelskeptiker ist so etwas natürlich ein Fressen, was sofort zerpflückt werden muss.

    • F.V. (kein Partner)
      22. Juni 2015 21:46

      Herr Pascher,

      ich glaube schon, daß Sie eine Meinung haben, aber offensichtlich doch keine Ahnung wovon hier die Rede ist.

      Es würde mich nur interessieren: haben Sie die Enzyklika gelesen oder damit schon begonnen, haben Sie die Hinweise des Herrn Schrems auf seine sehr substanziellen Darlegungen angesehen/gelesen, was haben Sie sonst an fach-/sachkundigen Kommentierungen zur Kenntnis genommen?

      Welche Vorstellungen haben Sie denn vom Lehramt und den weltlichen Dingen, die sich hier in einer sehr merkwürdigen Weise zeigen. Was Sie hier als Debattenbeitrag lieferten könnte auch von der Mitzi-Tant´ aus Mistelbach stammen.

    • Gerhard Pascher
      23. Juni 2015 07:30

      @F.V. (kein Partner):
      Mein Beitrag war eine allgemeine Betrachtung, wurde von Ihnen aber als solcher nicht erkannt.

    • F.V. (kein Partner)
      23. Juni 2015 09:51

      Das habe ich schon erkannt - und als heiße Luft kritisiert.

      "Das Leben ist eines der schwersten, das wir kennen" ... ist auch eine "allgemeine Betrachtung" - aber halt trotzdem nichtssagend.

      Die Nichtantwort auf meine Fragen impliziert aber auch eine Antwort: nämlich daß Sie nichts dergleichen angesehen haben oder gar kennen.

  5. Stadtindianer
    22. Juni 2015 17:29

    Die Kirche soll sich bei Umweltschutz, Sozialismus, Befreeiung, Asyl/Asylmissbrauch raushalten.
    Zu Glauben und Gott habe ich schon lange nichts gehört.

  6. Wolfram Schrems (kein Partner)
    22. Juni 2015 10:15

    Die Skepsis des Autors bezüglich der Enzyklika teile ich.

    Diese langatmige Verlautbarung steht allerdings in einem größeren Zusammenhang, der das Pontifikat von Papst Franziskus als sehr unerfreulich erscheinen läßt.

    Ich habe dazu an anderer Stelle eine mehrteilige Serie veröffentlicht.
    Da der Link hier offenbar nicht akzeptiert wird, in Worten: auf katholisches.info in der Suchmaschine "Jesuit" eingeben.

    • F.V. (kein Partner)
      22. Juni 2015 13:14

      Sg. Herr Schrems,

      es ist nicht sicher wer oder wie viele Ihren Hinweis auf Ihre ausführliche Behandlung des jesuitischen Papstes auch aufrufen und Ihre Serie auch lesen.

      Diese Ausführungen sind jedenfalls sehr erhellend und da sie von einen fachlich kompetenten und auch praktischen Insider kommen, sind sie von besonderer Bedeutung einerseits das „Zeitgeschehen“, die tatsächliche Lage der Kirche und – zum Thema speziell – die jüngste Enzyklika zu verstehen.

      Im Laufe der Zeit bin ich an etliche der von Ihnen behandelten Personen und deren Schriften gekommen und hatte ohne Ihre fachliche Vorbildung (und damals gewiß auch nicht allzu große Nähe zum katholischen Dogma) doch immer den äußerst konkreten Eindruck, daß es sich um Häresien, falsche „Heilige“ und „Zeugen“ des Katholischen handeln würde.

      Das galt für Buber und König, Stecher und Teilhard, Vorgrimmler und Rahner, die Konzils-„Periti“ aus Holland, Belgien, ... etc. pp. So wunderte es mich – nun nachträglich von Ihren Darlegungen bestätigt nicht, daß Stecher in seiner Bischofskirche einen Freimaurertempel (als Krypta/“Andachtsraum“ getrant) errichten ließ, bei dem in den „Erläuterungen“ zu diesem antikatholischen Bauwerk das A und O Teilhards als Kruzifix-Ersatz über dem „schwarzen“ Marmorwürfel als Altarersatz hängt, Buber zur „Exegese“ der Taufe herangezogen und – nicht mehr recht erinnerlich – wohl auch Rahner prominent zitiert wird.

      Es paßt alles zusammen.

      Der Hinweis von Lot auf Solowjow – Die kleine Geschichte vom Antichrist – ist dazu besonders passend/treffend.

    • Wolfram Schrems (kein Partner)
      23. Juni 2015 10:46

      @ F. V.

      Danke für die freundliche Rückmeldung.

      Es ist eben eine durchgängige Erfahrung, daß hinter politischen Grundsatzfragen letztlich immer theologische und religiöse stehen.
      Diese Einsicht ist auch demjenigen möglich, der selbst nicht gläubig ist.

      Der Hinweis auf Solowjews "Kurze Erzählung vom Antichrist" (nicht: "kleine"), erschienen 1900, ist sehr wichtig. Auch Papst Benedikt hatte auf ihn hingewiesen.

      Leider ist dieses Werk wenig bekannt. Es ist auch zu befürchen, daß, wenn es denn gelesen wird, nicht verstanden wird, weil der Leser durch Jahrzehnte der modernistischen Propaganda verblendet ist.

  7. Gennadi (kein Partner)
    21. Juni 2015 16:01

    Der katholische Papst.....

    Das ist doch jener, der den Koran küsste, in seiner Residenz Koransuren rezitieren ließ, den Islam als die beste Religion bezeichnete -
    und so ganz nebenher Allah mit dem Gott der Christen verwechselte.

    Ob seine Fachkompetenz im Umweltbereich größer ist?

  8. F.V. (kein Partner)
    • F.V. (kein Partner)
      21. Juni 2015 14:49

      Es war mir noch nicht möglich die 200 Seiten zu lesen, aber nach den ersten 25 – 30 wunderte mich doch WOFÜR sich der Papst einsetzt.

      Anläßlich eines Gesprächs vor Jahren schon mit einem Bischof, der sich recht darüber echauffierte, daß die „Menschenrechte“ so gröblich mißachtet würden, meinte ich mit gespieltem Erstaunen, daß mich seine Aufregung doch sehr wundere, weil ich immer dachte, daß er (und die Kirche) ja vor allem für die „Gottesrechte“ zuständig seien. Der Bischof war offenbar so perplex, daß er sekundenlang schwieg.

      Nun hat sich inzwischen auch die Spitze der Hierarchie mehr den irdischen Dingen zugewandt, anstatt den göttlichen, um die es offenbar noch schlechter bestellt ist als die ersten.

      Einige quasi rein technischen Punkte wurden ja gleich als Anbiederung an jenes instrumentalisierte CO2-„Dogma“ erledigt, andere m.A. nur mit denselben Waffen (= ideologischen Behauptungen) zurückgewiesen. Also ein Lehrschreiben, das an einem Palaver teilnimmt.

      Einen interessanten Kommentar möchte ich den Lesern des UTB nicht vorenthalten.

      ....
      Catholic Herald: Katholik, Orthodoxer und Atheist stellen Öko-Enzyklika vor – Papst: „Brauchen Einheit um Schöpfung zu bewahren“

      Die Öko-Enzyklika Laudato si von Papst Franziskus wird am 18. Juni im Vatikan vorgestellt. Die Vorstellung erfolgt von einem Katholiken, einem Orthodoxen und einem Atheisten, so die Lesart des Catholic Herald. Papst Franziskus, so die katholische britische Wochenzeitung, habe diese ungewöhnliche Trias gegenüber römischen Priestern mit den Worten begründet: „Wir brauchen Einheit, um die Schöpfung zu bewahren“.

      Der „Atheist“, neben Kardinal Peter Turkson und dem orthodoxen Metropoliten Joannis Zizioulas von Pergamon, ist der deutsche Klimaforscher Hans Joachim „John“ Schellnhuber. Schellnhuber ist vor allem Mitglied des Weltklimarats (IPCC), der also bei der Vorstellung der Enzyklika mit am Tisch sitzt. Der Catholic Herald stellt indirekt eine Gleichung zwischen UNO-Institutionen und Atheismus auf. Eine ideologische Nähe, die auch in der gemeinsamen Verleihung des Friedensnobelpreises 2007 an den Weltklimarat und den ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore (1993-2001) greifbar wurde.

      Fausthiebe für „böse Menschheit“, Loblieder auf erneuerbare Energie ?
      Das Video „fasst perfekt zusammen“, so die Wochenzeitung Tempi, was sich ein Teil der Medien und der Umweltschützer von der Öko-Enzyklika erwarten und wie sie ein gewisser Teil der Politik gerne sehen würde: Hiebe für die „böse Menschheit“, die Schuld an der menschenverursachten CO2-Erderwärmung sei, und Hymnen auf die erneuerbaren Energien als Quelle des „Heils“ für den Planeten.

      Im Video wird Papst Franziskus wie folgt dargestellt: „Er ist ein Gentleman, ein Heiliger, ein Mann mit sehr wichtigen Verbindungen“. Kurzum, ein Mann, für den der Moment gekommen sei, „abzurechnen“ mit dem Bösen, das den Planeten ausbeutet. Eine Abrechnung, die mit Fausthieben und Fußtritten gegen jene erfolgt, die die Schöpfung verschmutzen und manipulieren. Für sie gibt es weder Barmherzigkeit noch Gnade, denn „die Natur vergibt nie: wenn du ihr einen Hieb versetzt, gibt sie ihn dir zurück“.

      Am Ende des Videos sagt der fiktive Papst Franziskus unter tosendem Applaus: „Um alles zu verändern, brauchen wir alle.“ Nicht gesagt wird, was verändert werden soll. Dass „alles“ verändert werden soll, verlangt mit einem Absolutheitsanspruch, dass kein Stein auf dem anderen bleiben solle. Eine revolutionäre Haltung, die dem Papst in den Mund gelegt wird, ihm offenbar aber auch zugetraut, jedenfalls von ihm erwartet wird.

      Zu jenen, die dieses Trash-Video gut finden und es weiterempfehlen, gehört – man muss es mit einigem Erstaunen zur Kenntnis nehmen – auch der Leiter der Deutschen Sektion von Radio Vatikan, P. Bernd Hagenkord SJ.

      Pope Francis: The Encyclical – YouTube

      h t t p s : / / w w w.youtube.com/watch?v=76BtP1GInlc

    • Gennadi (kein Partner)
      21. Juni 2015 15:58

      Vorschlag an F.V.:
      Wie wärs mit "Bitte weiterlesen" statt eines Strichelchens?

    • F.V. (kein Partner)
      21. Juni 2015 17:23

      Gennadi,

      ich umgehe mit dem "-" nur die dümmlich-dämliche Zeichen-Zensur Unterbergers, was inzwischen die meisten bemerkt haben dürften. Wozu das noch mit weiterem überflüssigen Text garnieren?

  9. Norbert Mühlhauser
    20. Juni 2015 23:22

    Ganz richtig!

    Die Umweltverschmutzung ist nahezu ausschließlich ein lokales Problem, dass keiner global vereinigten Anstrengungen bedarf. In Europa gibt es schon seit Jahrzehnten, ohne dass es dafür des aufruhrartigen zivilen Widerstandes bedurft hätte, Kläranlagen, Rauchgasfilter für Industrieschlote und Verbrennungsanlagen, KFZ-Katalysatoren, Emissions- und Chemikalienauflagen.

    Ein Ressourcenproblem ist nicht absehbar. Das Recycling bzw die Wiederverwertung ist weltweit verbreitet, an einem Ersatz der auf Mineralöl basierenden Kunststoffe wird ernsthaft geforscht.
    Die Kassandra-Rufe des Club of Rome haben sich als grober Fehlgriff erwiesen, der zu Recht die Vermutung der Unlauterkeit heraufbeschwört. Der "Peak Oil", also die Unmöglichkeit einer weiteren Steigerung der Fördermenge trotz steigender Nachfrage, hat sich als Hybris einer Elite, die über entgegengesetzte Aussagen der Industrie stets die Nase gerümpft hat, erwiesen; daran kann das Bestreben der - unter anderem massenmedialen - Elite, diesen Begriff nunmehr als harmlose Prognose über steigende Förderpreise umzudeuten, nichts ändern!

    Obwohl der CO2-Gehalt der Luft seit 1980 um 20 % und seit 2010 um 2,5 % gestiegen, nimmt seit dem Jahr 2010 die Polareisbedeckung der Erde wieder zu (wie weiter unten noch dargestellt)! Es stellt sich insbesonders bei fortgesetzter Zunahme die Frage, welcher Teufel die Wissenschaft reitet, nach Art mittelalterlicher Kirchenfürsten die CO2-bedingte, also anthropogene Erderwärmung als unumstößlichen, entschiedenen Wissenslehrsatz hinzustellen? Die Daten weisen schon jetzt darauf hin, dass zwischen CO2-Gehalt und klimatischer Aufheizung nur eine allenfalls mickrige Korrelation bestehen kann.

    Und nun die Datenreihen über die Polareisbedeckung in den Monaten März und September, jeweils in Monatsdurchschnittswerten:

    ________________ Arktis ........... Antarktis...........Mio km2 addiert
    März '10 15,1................... 4,0.................... 19,1
    Sept '10 4,9................... 19,2.................... 24,1
    März '11 14,6................... 3,6.................... 18,2
    Sept '11 4,6................... 18,9.................... 23,5
    März '12 15,2................... 5,0.................... 20,2
    Sept '12 3,6................... 19,4.................... 23,0
    März '13 15,1................... 5,3.................... 20,4
    Sept '13 5,3................... 19,8.................... 25,1
    März '14 14,8................... 5,3.................... 20,1
    Sept '14 5,3................... 20,1.................... 25,4
    März '15 14,4................... 5,5..................... 19,9

    Im Frühjahr ist also die Gesamtbedeckung von 19,1 in 2010 auf 19,9 Mio km2 in 2015 angestiegen, im Herbst von 24,1 in 2010 auf 25,4 Mio km2 in 2014. Und dies, obwohl - wie eingangs dargelegt - der CO2-Gehalt beständig steigt!

    Zu den Quellen:
    -----------------------------------
    Die CO2-Werte sind über
    ftp://aftp.cmdl.noaa.gov/products/trends/co2/co2_annmean_gl.txt
    einsehbar.
    Die Polareiskappenausdehnung ist über die folgenden Datenreservoirs der "National Oceanic and Atmospheric Administration" (kurz: NOAA) der USA einsehbar (jeweils die auf "..._extn.png" endenden Dateien):

    ftp://sidads.colorado.edu/DATASETS/NOAA/G02135/Mar/

    ftp://sidads.colorado.edu/DATASETS/NOAA/G02135/Sep/

    • Norbert Mühlhauser
      20. Juni 2015 23:38

      Korrektur:

      Wer eines "ist" überdrüssig ist, möge es im obigen Text einfügen!

  10. Collector
    20. Juni 2015 15:56

    @Florian Unterberger

    Wenigstens der Zugang zu dieser Enzyklika sollte angegeben werden, damit sie jeder nachlesen kann:

    http://w2.vatican.va/content/francesco/de/encyclicals/documents/papa-francesco_20150524_enciclica-laudato-si.html

    Die von Ihnen kritisierte "euphorische Aufnahme" gehört zu den Krisenerscheinungen unserer Gesellschaft. Die Medienhype ist Zeichen, dass auch diese Enzyklika genauso wie die Sozialenzyklika Benedikt XVI. "Caritas in veritate" sehr schnell dem Vergessen anheim fallen wird. "Heute wollen die Leute eben leben, als ob es Gott nicht gäbe" (Benedikt XVI.). Dagegen hilft kein "pastorales Geräusch" (H. Büchele SJ).

  11. Lot
    19. Juni 2015 17:50

    Will der Papst dem "Fürsten dieser Welt" Konkurrenz machen?

    Hat er nie "Die kurze Erzählung vom Antichrist" (Vladimir Solowjew) gelesen? Weiß er nicht, dass "zuerst offenbart werden muss der Mensch der Gottlosigkeit, der Sohn des Verderbens, der Widersacher, der sich über alles erhebt, was Gott heißt und Gottesverehrung und sich schlißlich selbst in den Tempel Gottes setzt und vorgibt, er sei Gott (2 Thess 2, 3-4).

    Warum zitiert der Papst in seinen 172 Fußnoten nicht an einer einzigen Stelle "Die Geheime Offenbarung des Johannes", die Apokalypse, in der Gott den Menschen ihre Zukunft enthüllt? Gehört die Apokalypse nicht mehr zu den kanonischen Schriften der Kirche oder sind ihre nur zu deutlichen und erschreckenden Aussagen unserer Wohlfühlgesellschaft nicht mehr zumutbar?

    Nachzuhumpeln der viel gründlicheren Analyse von "Global 2000", dem von Präsident Carter 1997 herausgegebenen Bericht über die Umwelt, oder dem nachfolgenden Brundtlandbericht über nachhaltiges Wirtschaften (1987), ist nicht Sache der Kirche. Ihr fehlt hier einfach die Expertise.Indem sie auf den von 72 (!) Nobelpreisträgern entlarvten Klimaschwindel hereinfällt, macht sie sich lächerlich. Ihr mediengeiles Anbiedern an die G7-Decarbonisierungsinitiative, Pariser Klimakonferenz, UNO und US-Kongress läßt sie sich instrumentalisieren. Sie stellt sich auf eine Stufe mit den NGO´s und verliert damit Hoheit, Autorität und Glaubwürdigkeit.

    Kardinal Biffis Vatikanexerzitien (2007), die den Antichrist als Ökumeniker, Pazifist und Ökologen charakterisierten, haben wohl nicht gefruchtet. Wo steht dieser Papst?

    • machmuss verschiebnix
      19. Juni 2015 21:20

      » .Wo steht dieser Papst ? « - angeblich steht er auf der Paylist des CIA !

    • Peter R Dietl
      20. Juni 2015 19:41

      Danke für diese tiefschürfenden Aussagen!
      .

  12. Josef Maierhofer
    19. Juni 2015 15:25

    Richtig ! Wichtiger wäre es einen Weg zu Gott zu zeigen in dieser verworrenen Welt.





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