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Was hinter dem WKO-Ergebnis steckt

Lesezeit: 1:30

Fast wundert es, dass der ÖVP-Wirtschaftsbund bei der Wirtschaftskammerwahl recht glimpflich davongekommen ist.

Auch wenn es in einigen Bundesländern wie etwa Oberösterreich herbe Ohrfeigen gegeben hat, hat er doch überall die absolute Mehrheit behalten. Und gerade das Wiener Ergebnis zeigt, dass dort, wo diese Mehrheit schon heftig gewackelt hat, der Wirtschaftsbund doch noch mobilisieren kann. Dabei ist die Wirtschaftspolitik dieser Regierung – und die ÖVP ist nun einmal ein Teil davon und hat alle Entscheidungen mitgetragen – eine reine Katastrophe.

Alle Ratingagenturen und Stimmungsbarometer melden Alarm. Österreich entwickelt sich derzeit weit schlechter als alle anderen EU-Staaten. Gerade hat die Regierung die verstaatliche Industrie wieder eng an die Leine genommen. Die Befürchtungen neuer Belastungen durch das Steuerpaket sind groß. Die SPÖ bremst jede Reform und Sanierung auf Null ab. Die Kammermitgliedschaft ist zugleich bei vielen Unternehmern keineswegs populär.

Deshalb blieb auch die große Mehrheit der Unternehmer der Wahl fern. Aber letztlich mangelte es an Alternativen zur ÖVP.

  • Die SPÖ ist wirtschaftsfeindlicher denn je.
  • Die Freiheitlichen sind in der WKO tief gespalten und verfolgen auf politischer Ebene überdies eine Politik der Soziallizitation.
  • Die Neos scheinen ihre Zeit schon hinter sich zu haben; ihr Hype ist nur ein paar Monate lang von den Medien getragen worden.
  • Lediglich die Grünen konnten überall dazugewinnen. Das sind natürlich vielfach die Ein-Mann-Firmen, etwa die Graphiker und Werbemenschen, die sich in die Selbständigkeit flüchten mussten. Immerhin aber haben die Grünen im Parlament zumindest einen Wirtschaftspolitiker, der – wenn auch oft mit hochrotem Kopf – wirtschaftlich kompetenter wirkt als die allermeisten Abgeordneten der anderen Parteien.

 

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorPoliticus1
    18x Ausgezeichneter Kommentar
    27. Februar 2015 19:56

    Ich lass mir mein Wien auch nicht durch Wahlergebnisse schlecht machen!
    Wen interessiert es schon, dass meine GenossInnen in der Wiener Wirtschaftskammer von 30% auf 20% zermörsert wurden - mich nicht ...
    Die Wiener Wirtschaft blüht! Dass mindestens 500 Geschäftslokale seit langem leer stehen, interessiert mich auch nicht. Das ist ein Problem der Hausherren ..

    Na ja, der Werner hat wieder eine Wahl nicht gewonnen - aber das ist sein Problem ..
    Freundschaft!
    Michel

  2. Ausgezeichneter Kommentatordssm
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    27. Februar 2015 22:31

    Es war eine WK Wahl! Viele Unternehmer jammern über alles Mögliche, es gibt aber nur eine Stelle die wirklich etwas erreichen kann, und das ist die WK. Die letzte Periode war sehr erfolgreich, es ist Leitl und seiner Mannschaft gelungen bei den Arbeitsaufzeichnungen viel zu erreichen. Bei den Betriebsstättengenehmigung ist auch viel erreicht worden. Dafür ist Leitl der rechte Mann, er überlässt die 'Her mit dem Zaster' oder 'dann brennt die Republik' Sprüche den Kommunisten und verhandelt still und zäh – wie man sieht erfolgreich. Denn gegen die Unternehmer sind sich so gut wie alle Beamten, Politiker und staatsnah Beschäftigten einig. Dazu die superbe Aussenhandelsorganisation! Ich hätte es als persönlich unfair empfunden, nicht für den Wirtschaftsbund zu stimmen! Ich kann daher auch Herrn AUs Ausführungen nicht zustimmen.

    Die Grünen hatten das beste Programm für Kleinstunternehmen, keine Frage. Dies ist auch gerechterweise belohnt worden. Ein seltener Anlass den Grünen für dieses Thematisieren zu danken!

  3. Ausgezeichneter KommentatorGerhard Pascher
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    28. Februar 2015 11:48

    Ich bin kein Kammermitglied, verfolge daher die dortigen Ereignisse nur als "Zaungast".
    Leitl ist sicher besser als sein Vorgänger Maderthaner und er hat ja auch beim Beginn seiner Amtstätigkeit einiges verändert bzw. ausgemistet. Natürlich ist ihm der frühere "Friede" aus der Ära Sallinger-Benya immer noch ein Vorbild, daher knickt er oft auch bei den linken Gewerkschaftswünschen ein.
    Traurig ist, dass dies ein Monopolbetrieb (im Verfassungsrang!) ist, welcher keinen freien Wettbewerb zulässt. Viele Betriebe (vor allen große) fühlen sich trotz Pflichtmitgliedschaft nicht richtig vertreten, suchen daher zusätzlich bei anderen Organisationen entsprechende Hilfe. Aber so ist es eben bei allen "Kammern". Auch die Gewerkschaften (als eingetragener Verein) haben damit erst die Existenzberechtigung bekommen, da die Arbeiterkammern zu Ämtern verkommen sind. Die Industrie bedient sich der Industriellenvereinigung, Ärzte haben nun eine zusätzliche Standesvertretung gegründet und auch große Anwaltskanzleien fühlen sich durch die Rechtsanwaltskammer nicht richtig vertreten, da sie ganz andere Aufgabengebiete haben - zahlen müssen aber alle trotzdem die geforderten Pflichtbeiträge.

  4. Ausgezeichneter KommentatorWertkonservativer
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    28. Februar 2015 12:19

    Als aktiver Unternehmer bin ich natürlich Kammermitglied und habe verständlicherweise auch nach meiner politischen Einstellung gewählt!

    Das Ergebnis freut mich, ist aber - nimmt man die ersten drei Punkte des Blogmasters ins Visier - nicht besonders verwunderlich:
    Volkspartei-Menschen denken übermehrheitlich halt nicht links, sehen das Selbständigsein als spannende Möglichkeit, sich selbst zu verwirklichen, und auf eigenen Beinen zu stehen!
    Daher habe ich keinerlei besondere Bedenken, dass die Volkspartei und ihre Selbständigen-Vertretung ihre Stellung im politischen Leben unseres Landes in den kommenden Jahren nachhaltig verlieren könnte!
    Unternehmerische Menschen, modern denkende Bauern, und wertbürgerlich gepolte Intelligenz, werden der Volkspartei auch weiterhin die Stimmen bringen, die ihr ihren angestammten Platz im Politspektrum unseres Staates zuweist.

    Vorauseilende Grabreden sind nicht am Platz!!

    (mail to: gerhard@michler.at)


alle Kommentare

  1. AppolloniO (kein Partner)
    02. März 2015 11:59

    A.U. hat`s herausgearbeitet. Die ÖVP bekam vor allem deshalb so viele Stimmen weil:
    >>die SPÖ zu wirtschaftsfeindlich ist und die
    >>FPÖ noch weniger zu bieten hat. Im Zweifelsfall also für Gemeindebaubewohner.

    Aber Achtung: fast 90% der Wirtschaft wollen aus Überlebensgründen keine Roten an der Macht! Da jedoch die Unternehmer die Arbeitsplätze zur Verfügung stellen, frage ich mich,wann auch die Arbeitnehmer merken, mit der Stimmabgabe pro SPÖ ihre eigenen Arbeitsplätze zu gefährden

  2. Wertkonservativer
    28. Februar 2015 12:19

    Als aktiver Unternehmer bin ich natürlich Kammermitglied und habe verständlicherweise auch nach meiner politischen Einstellung gewählt!

    Das Ergebnis freut mich, ist aber - nimmt man die ersten drei Punkte des Blogmasters ins Visier - nicht besonders verwunderlich:
    Volkspartei-Menschen denken übermehrheitlich halt nicht links, sehen das Selbständigsein als spannende Möglichkeit, sich selbst zu verwirklichen, und auf eigenen Beinen zu stehen!
    Daher habe ich keinerlei besondere Bedenken, dass die Volkspartei und ihre Selbständigen-Vertretung ihre Stellung im politischen Leben unseres Landes in den kommenden Jahren nachhaltig verlieren könnte!
    Unternehmerische Menschen, modern denkende Bauern, und wertbürgerlich gepolte Intelligenz, werden der Volkspartei auch weiterhin die Stimmen bringen, die ihr ihren angestammten Platz im Politspektrum unseres Staates zuweist.

    Vorauseilende Grabreden sind nicht am Platz!!

    (mail to: gerhard@michler.at)

  3. Gerhard Pascher
    28. Februar 2015 11:48

    Ich bin kein Kammermitglied, verfolge daher die dortigen Ereignisse nur als "Zaungast".
    Leitl ist sicher besser als sein Vorgänger Maderthaner und er hat ja auch beim Beginn seiner Amtstätigkeit einiges verändert bzw. ausgemistet. Natürlich ist ihm der frühere "Friede" aus der Ära Sallinger-Benya immer noch ein Vorbild, daher knickt er oft auch bei den linken Gewerkschaftswünschen ein.
    Traurig ist, dass dies ein Monopolbetrieb (im Verfassungsrang!) ist, welcher keinen freien Wettbewerb zulässt. Viele Betriebe (vor allen große) fühlen sich trotz Pflichtmitgliedschaft nicht richtig vertreten, suchen daher zusätzlich bei anderen Organisationen entsprechende Hilfe. Aber so ist es eben bei allen "Kammern". Auch die Gewerkschaften (als eingetragener Verein) haben damit erst die Existenzberechtigung bekommen, da die Arbeiterkammern zu Ämtern verkommen sind. Die Industrie bedient sich der Industriellenvereinigung, Ärzte haben nun eine zusätzliche Standesvertretung gegründet und auch große Anwaltskanzleien fühlen sich durch die Rechtsanwaltskammer nicht richtig vertreten, da sie ganz andere Aufgabengebiete haben - zahlen müssen aber alle trotzdem die geforderten Pflichtbeiträge.

  4. dssm
    27. Februar 2015 22:31

    Es war eine WK Wahl! Viele Unternehmer jammern über alles Mögliche, es gibt aber nur eine Stelle die wirklich etwas erreichen kann, und das ist die WK. Die letzte Periode war sehr erfolgreich, es ist Leitl und seiner Mannschaft gelungen bei den Arbeitsaufzeichnungen viel zu erreichen. Bei den Betriebsstättengenehmigung ist auch viel erreicht worden. Dafür ist Leitl der rechte Mann, er überlässt die 'Her mit dem Zaster' oder 'dann brennt die Republik' Sprüche den Kommunisten und verhandelt still und zäh – wie man sieht erfolgreich. Denn gegen die Unternehmer sind sich so gut wie alle Beamten, Politiker und staatsnah Beschäftigten einig. Dazu die superbe Aussenhandelsorganisation! Ich hätte es als persönlich unfair empfunden, nicht für den Wirtschaftsbund zu stimmen! Ich kann daher auch Herrn AUs Ausführungen nicht zustimmen.

    Die Grünen hatten das beste Programm für Kleinstunternehmen, keine Frage. Dies ist auch gerechterweise belohnt worden. Ein seltener Anlass den Grünen für dieses Thematisieren zu danken!

  5. Politicus1
    27. Februar 2015 19:56

    Ich lass mir mein Wien auch nicht durch Wahlergebnisse schlecht machen!
    Wen interessiert es schon, dass meine GenossInnen in der Wiener Wirtschaftskammer von 30% auf 20% zermörsert wurden - mich nicht ...
    Die Wiener Wirtschaft blüht! Dass mindestens 500 Geschäftslokale seit langem leer stehen, interessiert mich auch nicht. Das ist ein Problem der Hausherren ..

    Na ja, der Werner hat wieder eine Wahl nicht gewonnen - aber das ist sein Problem ..
    Freundschaft!
    Michel

    • Undine
      27. Februar 2015 20:19

      @Politicus1

      *****!
      Sie haben den Ton Häupls wunderbar getroffen---ich höre ihn förmlich schnaufen! ;-)





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