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Schreckensidee Bankenunion

Man könnte ein ganzes Lexikon mit jenen Ideen und Konstruktionen füllen, die alle auf das selbe hinauslaufen, es aber verschleiern sollen: Die Deutschen (und die Österreicher, Niederländer und Finnen) sollen möglichst tief in die Tasche greifen, um die nun auf dem Tisch liegende Rechnung für den südeuropäischen Karneval zu begleichen.

Bisher hat Berlin zuerst immer Nein zu solchen Ideen gesagt, um dann am Schluss doch weit nachzugeben. Das droht nun auch bei der Idee einer Bankenunion. Gewiss wäre da auch etwas Sinnvolles dabei, nämlich eine europaweite Angleichung der Einlagensicherung. Diese ist ja kein Wettbewerbsinstrument, sondern eine eher sozialpolitische Regulierung, welche die Folgen eines Bankencrashs mildern soll. Die Unternehmen – die meist ständig hohe Summen auf ihren Konten bewegen müssen – profitieren davon aber praktisch nicht. Aber gerade bei ihnen droht nach einem Bankencrash ein gefährlicher Dominoeffekt, also ein Zusammenbruch ganzer Industrien, deren Bankkonten plötzlich wertlos sind. Daher wird auch künftig jede Regierung versuchen, in Zeiten der Not über die Einlagensicherung hinaus „rettend“ einzugreifen. Solange sie noch selber Kredit bekommt.

Die restlichen Ideen lassen nur noch auflachen: Die Steuerzahler sollen künftig vor den milliardenschweren Rettungsaktionen verschont, Krisenbanken sollen mit dem Geld des Finanzsektors saniert werden. Das klingt harmlos, heißt aber: Die deutschen, österreichischen, niederländischen Banken (denen es offenbar toll geht, sind sie doch gerade reihenweise hinunter geratet worden!) und Sparer sollen künftig die Löcher der spanischen und griechischen, bald wohl auch italienischen und französischen Banken stopfen.

Und ansonsten sollen eben die Gläubiger der Banken (=Anleger) die Folgen eines Bankencrashs tragen. Wird das europaweit Recht, wird damit mit Sicherheit eines ausgelöst: ein Bankenrun samt darauffolgendem Stillstand der gesamten Wirtschaft! Wer lässt sein Geld schon gerne dort, wo er es zu verlieren droht. Genau um dies zu verhindern, hat man ja die Bankenrettungen gestartet. Man wusste, dass diese ordnungspolitisch falsch waren, aber man wollte Zeit gewinnen. Diese wurde jedoch nicht genutzt. Bis heute scheut Europa die Maßnahmen, die es wieder wettbewerbsfähig machen und die wahren Ursachen der Krise beseitigen würden. Sie sind durchaus bekannt: drastischer Abbau von Wohlfahrtsstaatsexzessen, Privatisierungen, Deregulierungen, Flexibilisierungen der Märkte.

Für große Banken sowie für die Staaten fehlt auch noch immer ein europaweites Insolvenzrecht: Wie können sie geordnet in Konkurs gehen?  Wie verhindert man Dominoeffekte? Kann man zwischen risikofreudigen und vorsichtigen Anlegern differenzieren, zwischen Spekulanten und seriösen Investoren? Aber all das ignoriert die EU, genauer: ein französischer Kommissar.

 Ich schreibe in jeder Nummer der Finanz- und Wirtschafts-Wochenzeitung „Börsen-Kurier“ die Kolumne „Unterbergers Wochenschau“.

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alle Kommentare

  1. Staysha (kein Partner)
  2. Kailee (kein Partner)
  3. Parkash (kein Partner)
  4. Mandy (kein Partner)

    Bei der We4hrungsumstellung he4tte ich mir ffcr das 5-Mark-c4quivalent auch Scheine gewfcnscht. Weil 2-Euro-Scheine aber irgendwie dachiszwen gemogelt ausgesehen he4tten, we4re mir alles ab 1 Euro aufwe4rts in Scheinform von Anfang an lieber gewesen und ist es auch heute noch.Nachtre4glich darauf umstellen halte ich aber ffcr keine gute Idee. Vielleicht klappts ja mit der ne4chsten (globalen?) We4hrungsreform. ;)



  5. Bischof John Nelson (kein Partner)

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  6. Gasthörer (kein Partner)

    Noch immer keine nennenswerte Kritik von AU am ESM-Ermächtigungsgesetz. Interessant auch..



  7. xRatio (kein Partner)

    Offener Brief:

    EZB-Bilanz/Saldierungen/Geldmenge

    Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Norbert Winkeljohann,

    ich wende mich an Sie in Ihrer Eigenschaft als Vorstandsvorsitzender der PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PWC).

    In der von der PWC geprüften Bilanz der EZB für 2011 sind Forderungen und Verbindlichkeiten aus TARGET2 in Höhe von mehreren hundert Milliarden Euro nur saldiert ausgewiesen, also im wesentlichen wegsaldiert (Posten "Intra-Eurosystem-Forderungen").

    Meine Anfrage, wie sich das mit dem Saldierungsverbot der GoB verträgt, wurde von der EZB trotz mehrfacher Nachfrage mit Schweigen beantwortet, meiner Feststellung, daß diese Saldierungen also auch nach Meinung der EZB unzulässig sind, nicht widersprochen.

    Somit ist davon auszugehen, daß die EZB-Bilanz selbst nach Meinung der EZB durch die PWC nicht als ordnungsgemäß hätte akzeptiert werden dürfen, was mit Schreiben der PWC vom 29.02.2012 aber gleichwohl geschehen ist.

    Euro-Geldmenge:

    Unter "Euro-Geldmenge" verstehen sich Geldscheine, Münzen sowie Forderungen gegen Notenbanken auf (im Bedarfsfall ggf. noch zu produzierende) Geldscheine/Münzen (von der EZB so bezeichnete "Basisgeldmenge").

    Nachvollziehbar ausgewiesen ist (in der Bilanz des ESZB) lediglich die Summe der ausgegebenen Geldscheine (erster Passivposten).
    Euros, die nur in Form von Forderungen gegen EZB bzw. ESZB existieren, sind aus den Bilanzen nicht zu entnehmen.

    Dies, obwohl die Geldproduktion das mit Abstand wichtigste Spezifikum einer Notenbank ist !!

    Bevor ich wegen dieser doch wohl recht zahlreichen und äußerst gravierenden Verstöße gegen die GoB weitere Schritte wissenschaftlicher, politischer und rechtlicher Art in Erwägung ziehe, gebe ich Ihnen nach dem guten alten Grundsatz "Audiatur et altera pars" Gelegenheit zur Stellungnahme und verbinde das mit der höflichen Bitte, mir diese baldmöglichst zukommen zu lassen.

    Um Mißverständnisse auzuschließen:
    Meine Fragen sind grundsätzlich und daher sehr einfach, quasi rein buchhalterisch gemeint.

    Volkswirtschaftliche Statistiken und Spekulationen oder sonstige außerbilanzielle Dinge, wie die sogenannten Mx "Geldmengen" interessieren nicht und können außen vor bleiben. Euros im angefragten Sinne gibt es nur einmal, vermehren/vermindern kann deren Menge nur eine Notenbank, nicht irgendeine (angeblich "geldschöpfende") Privatbank.

    Hochachtungsvoll
    XXXX



  8. socrates

    Es ist erstaunlich, wie schnell hundert Mrd von Ö bewilligt werden und wie gleichzeitig die Pensionen eingespart werden müssen. Finanztransfersteuer tut not!



  9. Claudius

    "Schuldenbewirtschaftung"

    Ein journalistisches Schmankerl von der KURIER-Innenpolitik-Redakteurin Daniela Kittner. Ein einmaliger Ausrutscher?:

    ".... eine gemeinsame Schuldenbewirtschaftung für einen Krisen-Ausweg halten."

    Link: http://kurier.at/nachrichten/4499592-die-eklat-ministerin.php (cirka in der Hälfte des Artikels zu lesen)



    • brechstange

      Jetzt haben sie doch mit der Fekter den perfekten Sündenbock. Nicht die Schulden in Italien sind schuld oder die Manipulationen italienischer Banken oder die Mafia und Korruption oder der Monti, der vor mehr als einem Jahr in China sagte, die Eurokrise sei beendet, das alles ist kein Problem für die Finanzmärkte, aber die Fekter, die ist es. Eh klar.

      Wer hat gestern den Artikel mit der Wehleidigkeit der Männer gebracht aus dem Spiegel Online von Jan Fleischhauer? Da können sich nun Juncker und Monti einreihen, diese beiden Heulsusen.

    • Undine

      @Claudius

      "Dieser Vorfall zeigt genau das Problem mit Fekter: Sie ist sich nicht bewusst, dass sie als eine der Euro-Finanzminister mit solchen Aussagen Schaden in Höhe von Hunderten Millionen bewirken kann. Abgesehen davon, dass es zwischenstaatlichen Umgangsformen widerspricht, wenn ein Land über die Zahlungsfähigkeit eines anderen öffentlich spekuliert, können solche Aussagen auf ohnehin hypernervösen Märkten neue Hysterie entfachen und Italiens Zinsen weiter in die Höhe treiben."

      Die sollen sich nicht aufpudeln!

      Wie war doch das vor einigen Jahren, als uns Österreicher der natürlich sehr "renommierte" Princeton-Ökonom Paul KRUGMAN um ein Vermögen "erleichterte", als er über uns völlig falsche Daten verbreitete und die Märkte sofort überreagierten?

  10. terbuan

    Ach ja, da wäre noch ein Hinweis für alle Freunde von "ef" und solche, die es noch werden wollen, heute ein großartiger Beitrag von Axel Krauss:

    "Vernunft und Macht: Newtonsche Europamechanik"
    Wenn Machtpragmatismus später kommt als die nächste S-Bahn

    http://ef-magazin.de/2012/06/14/3564-vernunft-und-macht-newtonsche-europamechanik

    ....Immer deutlicher zeigen sich die Folgen der sowjeteuropäischen Umverteilungs- und Enteignungspolitik......



  11. Herby

    Diese immer wieder fast täglich von den EU-Granden und Finanz-Oligarchen vorgebrachten beschwörenden Argumente:

    "Wir in der EU müssen weiter nach vorne gehen, zu mehr Integration, zu mehr 'Europa', zu mehr Gemeinsamkeit, gerade jetzt müssen wir solidarisch sein - auch mit Griechenland, niemand darf fallengelassen werden. Wenn sich die E.U. jetzt nicht weiter mit Bankenunion, ESM usw. noch enger zusammenschließt, dann fällt Europa in das Stadium des Nationalismus und Faschismus und der nationalen Egoismen zurück da kommt riesige Gefahr wie in den 1930er Jahren, dann brechen wieder Kriege aus. Gerade jetzt muss sich die E.U. daher politisch zusammenschließen zu den 'Vereinigten Staaten von Europa'".

    Jaja, das klingt oberflächlich alles so gut und richtig und es fällt einem fast nichts zum Entgegenhalten ein. Aber es ist falsch: Jetzt unter Zeitdruck die 'Vereinigten Staaten von Europa' zusammen zu zimmern wollen kann ja seriöserweise nicht funktionieren. Jetzt unter Zeitdruck die 17 bzw. 27 Nationalstaaten zu kastrieren und zu entmachten kann ja wohl nicht richtig sein.

    Kühlen Kopf behalten - das ist es was jetzt gefragt ist: Vernunft bewahren, Grundrechnungsarten anwenden. Die freiheitlich-demokratische Grundordnung in den EU-Staaten muss aufrecht bleiben. Den Bürgern muss demokratische Mitsprache garantiert bleiben, das Prinzip: "die Macht geht vom Volke aus".

    Unter diesen Voraussetzungen wird kein zerstörerischer Nationalismus oder Faschismus ausbrechen. Übrigens wird dieses Schreckgespenst viel zu oft als "Keule" verwendet. Angst in der Bevölkerung verbreiten um letztlich immer wieder T.I.N.A. (= there is no alternative) zu propagieren - das muss aufhören!

    Fragen an die EU-Spitze:

    1) Warum wurde "vergessen" ein europaweites Insolvenzrecht für Staaten einzuführen?
    2) Warum wurde "vergessen" ein europaweites Insolvenzrecht für Banken einzuführen?
    3) Warum wurde Griechenland in den Euro aufgenommen und warum wurden die gefälschten griech. Statistiken u. Zahlen "übersehen"?
    4) Warum wurde "vergessen" dass ein Staat aus dem Euro-Verbund wieder austreten oder ausscheiden kann?

    Der wahre Knackpunkt wird sein, wenn der ESM in Österreich, Deutschland, Niederlande u. Finnland zur Ratifizierung im Parlament ansteht.
    Dazu bitte diese Videos ansehen:
    a) http://www.youtube.com/watch?v=r4crr-kX9zc (9 Min.)
    b) http://www.youtube.com/watch?v=WUqygPrjXXs (15 Min.)


    Für Österreich hatte es geheißen, dass über den ESM im Juli im Parlament abgestimmt wird, aber die EU macht Druck: http://oe1.orf.at/artikel/306967



    • brechstange

      Eine Vorgangsweise bei Zahlungsunfähigkeit eines Staates war sehr wohl im Vertrag von Maastricht vorgesehen.

      Siehe

      http://www.conwutatio.at/index.php?option=com_content&view=article&id=63:geldschwemme-ezb&catid=5:europaeische-politik

      "4. Zahlungsunfähigkeit eines Mitgliedstaates: Die Verfahrensweise im Falle der Zahlungsunfähigkeit eines Mitgliedsstaates war im Maastricht-Konzept implizit enthalten. Das Konzept wurde aber – ohne jegliche demokratische Legitimation - innerhalb weniger Stunden gebrochen (Jürgen Stark, Ex-Chefvolkswirt der EZB, Handelsblatt-Interview)."

      Na glauben Sie, wer da wohl federführend war, das waren, vermute ich mal, die Lagarde mit ihrem Juncker.

    • dssm

      Wir brauchen kein spezielles Insolvenzrecht, warum schon wieder mehr Papier produzieren? Wie wäre es mit dem was wir haben, das deckt alles ab und das tat das Insolvenzrecht der Monarchie ebenso und die Methoden des Heilig Römischen Reiches waren geradezu perfekt.
      zu 4.: Weil Staaten verbrecherische Organisationen sind! Das Bail-out Verbot wurde ja auch nicht eingehalten - Staaten handeln vorsätzlich ausserhalb dessen was für den Normalbürger Recht und Ordnung ist. Verträge zwischen Staaten halten genau so gut, wie sie beiden Seiten nützen (Verträge zwischen Bürger und Staat gibt es genau genommen nicht, denn ein Vertrag setzt den Willen zur Erfüllung voraus - der fehlt beim Staat immer!).

  12. Ulrich

    O.T.:
    Die Grünen haben mit der Regierung eine Verfassungsmehrheit zur Zustimmung zum ESM paktiert, beschlossen werden solls am Donnerstag abend (http://orf.at/stories/2125632/ ).
    Dr. Friedrich Romig hat mit seinem lesenswerten Gastkommentar vom 17.4.2012 "Der geplante Verfassungs-Putsch im Mai" offenbar nur in einem Punkt nicht recht: Es wird nicht im Mai, sondern im Juni geschehen.
    Also wenn jetzt FPÖ und BZÖ nicht eine Volksbefragung stattfinden lassen, dann wird mir endgültig bange.



    • Ulrich

      Ich meine natürlich "ein Volksbegehren".

    • Erich Bauer

      Wenn die KRONE am Vorabend einer ev. Volksbefragung, ja sogar vor einer Volksabstimmung, in größten vorhanden Lettern OHNE ESM KEINE PENSIONEN druckt... Ist mir überhaupt nicht bang, wie das Ergebnis aussieht. Ich schätze so 66 Prozent...

    • Ulrich

      @Erich Bauer: Trotz Ihrer leider gar nicht unberechtigten Vermutung sehe ich keine andere Möglichkeit (mehr), den Willen des Volkes zu diesem Wahnsinn rechtzeitig, nämlich nicht erst bei den nächsten Wahlen, zum Ausdruck zu bringen.

  13. Marie-Joseph Paul Yves Roch Gilbert du Motier, Marquis de La Fayette

    Off topic:

    Die Einigung dauerte also deshalb solange, weil sich zwei Parteien weigerten zu unterschreiben, dass die Einigung fair und gerecht sei....

    Aha.

    Man kann sich tatsächlich nur mehr wundern!

    Schieles „Häuser am Meer“: Einigung mit Erben

    Im Restitutionsfall des Gemäldes „Häuser am Meer“ von Egon Schiele wurde nun mit allen Erben eine Einigung erzielt. Das gab die Leopold Museum Privatstiftung heute Vormittag bei einer Pressekonferenz bekannt.

    Nach der bereits im Mai 2011 erzielten Einigung mit der einzigen noch lebenden Enkelin der früheren Besitzerin Eugenie „Jenny“ Steiner konnte nun „nach intensiven Bemühungen auch ein Vergleich mit den Erben nach Daisy Hellmann und Klara Mertens erzielt werden“. In den Unterlagen zur Pressekonferenz spricht der Vorstand von einer „Lösung, um die lange gerungen wurde“.

    „Fair und gerecht“

    Die vor einem Jahr erzielte Einigung mit der Enkelin hatte die Zahlung von fünf Mio. Dollar (3,48 Mio. Euro) für ihren Drittelanteil vorgesehen. Die Verhandlungen mit den zwei verbliebenen Erbengruppen hatten sich zuletzt vor allem darum gedreht, dass diese keine Erklärung unterschreiben wollten, in der die Einigung als „fair und gerecht“ bezeichnet worden wäre.

    Das 1938 von den Nationalsozialisten beschlagnahmte Gemälde „Häuser am Meer“ gehörte der Industriellen und Kunstsammlerin Eugenie Steiner (1863 bis 1958), die unmittelbar nach dem „Anschluss“ nach Paris flüchtete und später in die USA emigrierte. 1941 wurde „Häuser am Meer“ bei einer Auktion im Dorotheum von Josefine Ernst erworben, deren Sohn das Bild 1955 an Rudolf Leopold verkaufte.

    2010 hatte ein vom Kulturministerium eingerichtetes Beratungsgremium das Werk als restitutionswürdig eingestuft. Als Privatstiftung ist das Leopold Museum aber nicht an das Kunstrückgabegesetz gebunden.



    • Undine

      @Marie-Joseph Paul Yves Roch Gilbert du Motier, Marquis de La Fayette

      Ich frage mich immer, weshalb Bilder, die seinerzeit von den jeweiligen jüdischen Erstbesitzern um den vermutlich damals sehr geringen Preis ---einen Pappenstiel also---von den noch völlig unbekannten Künstlern erworben worden waren (meist anstelle eines Honorars), heute um viele Millionen € , also um ein millionenfaches rückerstattet werden müssen.*

      Das Haus, das einst mein Schwiegervater auf dem Domplatz in Marburg an der Drau mit dem Erlös seiner jahrzehntelangen Tätigkeit als Arzt erworben hat, ist entschädigungslos an Jugoslawien übergegangen. Unsere Kinder würden sich alle 10 Finger abschlecken, wenn sie aus dem Erbe ihres Großvaters wenigstens den damaligen Kaufpreis rückerstattet bekämen; es wäre jedenfalls wesentlich mehr als NULL.

      * Die astronomischen Preise, die für diese einst billigst erworbenen Bilder heute auf dem aufgeblasenen Kunstmarkt erzielt werden, werden doch auch von einer bestimmten Clique "gemacht"

    • Marie-Joseph Paul Yves Roch Gilbert du Motier, Marquis de La Fayette

      Das sehe ich genauso wie Sie, Undine.

      Auch meiner Familie wurden im Sudetenland Häuser, Wälder und Felder gestohlen beziehungsweise geraubt.
      Von Restitution keine Spur. Nichteinmal eine ordentliche Entschuldigung.

      Ganz zu schweigen davon, dass die Leute damals mit dem was sie tragen konnten, oder besser was in einen Leiterwagen passte aus dem Land mußten.
      Überlebt haben das auch viele nicht.

      Aber da gilt die sozialistische Gleichmacherei nicht. Das ist etwas ganz Anderes, wobei mir noch niemand schlüssig erklären konnte was an Leid unterschiedlich sein könnte.

    • Undine

      @Marie-Joseph Paul Yves Roch Gilbert du Motier, Marquis de La Fayette

      Es freut mich, daß Sie das auch so sehen! Genaugenommen sind die damals von ihrer Heimat Vertriebenen und all ihres Besitzes (auch des Geldvermögens!) auch heute noch (theoretisch) VOGELFREI; das waren sie damals nämlich und diese Schandgesetze (Avnoj- und Benes-Dekrete) sind bis heute NICHT AUFGEHOBEN worden!

    • Undine

      Muß heißen: .....und all ihres Besitzes BERAUBTEN.....

  14. dssm

    Streng nach der österreichischen Schulde der Nationalökonomie, wen soll dieser Plan also Wundern. Mises hat dies schon vor rund 100 Jahren als Negativeffekt, die Konzentration der Geldschöpfung, herausgearbeitet. Gesund bei uns sind nur die kleinen Raikas und bis vor kurzem die lokalen Volksbanken, die haben noch niemals die Einlagensicherung beansprucht, die haben noch nie Staatshilfe beansprucht. Logischerweise will man diese nun schnell zerstören. Bei den Volksbanken ist es schon gelungen, hier hat die FMA, zusammen mit den Grossbanken in einem Akt der großzügigen Gesetzesinterpretation die selbstständigen Banken zusammenfusioniert – um einen weiteren Moloch zu schaffen, welcher bald Staatshilfe brauchen wird. RZB und FMA abreiten gerade an der Zerschlagung der kleinen Raiffeisenkassen.
    In den Schulen sind aber die Themen: Christliche Soziallehre und ihre Vertreter, sowie die österreichische Schule der Nationalökonomie nicht am Lehrplan – warum wohl?



  15. Undine

    @A. U. schreibt:

    "Die Deutschen (und die Österreicher, Niederländer und Finnen) sollen möglichst tief in die Tasche greifen, um die nun auf dem Tisch liegende Rechnung für den südeuropäischen Karneval zu begleichen."

    Erinnern wir uns doch nur daran, mit welch fadenscheinigen Argumenten unsere Politiker 1995 Stimmung für die Mitgliedschaft in der EU machten, die da u. a. lauteten:

    Die EU möchte uns sehr gerne als Mitglied in der illustren Gemeinschaft haben! Wir würden NETTOZAHLER werden, also eine tragende Rolle spielen! Wir waren plötzlich WER: UMWORBENE Gäste!

    Ach, wie fühlten wir uns geschmeichelt ob dieser charmanten Einladung in diesen exklusiven Club! Österreich, unser kleines Land, darf in Zukunft mitspielen im Orchester der Erlesenen. Daß es nur das Triangel ist, das nur selten zum Einsatz (zur Mitsprache, Vetorecht!) kommt, hatte keine Bedeutung. Hauptsache, wir dürfen dabeisein. Daß wir vergleichsweise wesentlich mehr Clubbeitrag zu leisten hatten, als so mancher 2. Geiger oder Cellist, störte in unserem Bedeutungstaumel niemanden.

    Was waren diesen Verlockungen gegenüber Jörg Haiders Bedenken und Warnungen! Haftungen für verschuldete EU-Mitglieder aus dem Süden? Alles kein Problem, sondern nur Panikmache Jörg Haiders!

    Die EU BRAUCHTE uns Dodel DRINGEND zum Mitfinanzieren des Werkels EU---und nicht deshalb, weil wir Österreicher so lieb sind.



    • brechstange

      Auch Leopold Kohr war ein entschiedener Gegner des Beitritts.

    • M.S.

      @Undine

      Für wie lieb uns die hielten, zeigte sich bald an den unfassbaren, erpresserischen und diktatorischen Maßnahmen gegen Österreich, als wir eine nicht p.c. gerechte Regierung bildeten.

  16. Josef Maierhofer

    Was die EU als letzte Röchler alles so tut oder tun will, ist ein Grund schleunigst auszutreten.

    Mir kann doch keiner erzählen, welche Vorteile wir haben in der EU, wenn wir sagenhafte Schulden machen für ebendiese, sagenhafte Staatshaftungen eingehen. So viel Geschäfte können wir uin der EU gar nicht machen, dass man diese Wahnsinnsbeträge wettmachen kann.

    Dr. Unterberger spricht hier von Einlagensicherung. Wollen wir doch endlich uns von dem Gedanken lösen, dass irgendjemand meine Einlagen sichern will und kann, die muss ich schon selbst sichern, nein, alle wollen nur die Einlagen vergewaltigen und mißbrauchen und mir wegnehmen, so ist es nämlich tatsächlich.

    Politiker, die da mitmachen, kann ich nicht wählen, von denen sollten wir uns alle ebenso schleunigst lösen, wie von der unseligen EU mit den Schuldenverführerern, den Schuldenpredigern, den Zerstörern jeglichen Guthabens in Europa.

    Da haben wir nichts verloren, auch nicht in einer Bankenunion.

    Ich fürchte, es wird nur gehen, wenn wir die Wirtschaftsräume trennen, Ost, West, Süd, denn sonst geht der Rest auch noch den Bach runter.

    Gar nie kann in der derzeitigen EU monetäre Politik helfen, die hat nämlich immer die Unfreiheit und das Abzocken dabei.



    • dssm

      Es spricht nichts gegen eine regionale und sektorale Einlagensicherung, aber schon auf der Basis Österreich ist eine Einlagensicherung nur ein Fehlanreiz zum sozialisieren von Fehlinvestments, an eine europaweite Sicherung zu denken ist einfach nur krank. Vieles was im Kleinen gut funktioniert, wird im Grossen zu einem bürokratischen, menschenverachtenden und wirtschaftsfeindlichen Monster.

    • werauchimmer

      @ dssm:

      Es könnte eine Einlagensicherung mit (Risiko-)Selbstbehalt geben.

  17. Komma

    AU schwimmt auf dem falschen Dampfer.

    1.„Europa“ kann niemand „wettbewerbsfähig machen“, das können nur initiative und kreative Unternehmer in Kooperation mit dem Sozialpartner und einer gemeinwohlorientierten, nationalstaatlichen Wirtschaftspolitik.

    2.Die EU kann keine Krisen beseitigen, sie ist die Krise! Auf ähnliche Weise wie die Sowjetunion zur Krise Rußlands wurde.

    3. AU ist noch immer der neoliberalen, asozialen Marktideologie verfallen und sieht daher alles Heil in Privatisierungen, Deregulierungen, Flexibilisierungen der Märkte.und Abbau von Wohlfahrtsexzessen. Privatisierungen und Deregulierungen haben im Bankwesen und in den Public Utilities nur das Chaos befördert, indem wir heute drinstecken.

    4.AU doktert nur an den Symptomen herum: Insolvenzrecht, Spekultionsverhinderung, Dominowirkungen, Ignoranz von Kommissaren. Er begreift nicht, dass die EU als ganze und samt dem idiotischen Euro eine „idée fausse“ ist, welche das Subsidiaritätsprinzip aufs gröblichste verletzt. Es sind die nationalen Volkswirtschaften, welche die Fülle der Aufgaben zu bewältigen haben, nach dem Motto, jeder ist für sich verantwortlich und sorge zuerst für sich selbst. Alles andere führt zum Versuch, auf Kosten anderer zu leben, wie das die PIIGS heute tun. Kennen dieses Prinzip denn nur die Schweizer (und ein paar andere!)? AU sollte aufhören, von der EU irgendetwas Positives zu erwarten, sondern sich mit dem Gedanken vernünftiger und patriotischer Renationalisierung zu befreunden, insbesondere auf dem Gebiet der eigenen Währung, Notenbank, Kredit- und Beschäftigungspolitik.
    .



    • dssm

      Die EU wurde aber ausdrücklich mit dem Wort: Subsidiarität gegründet. Nur weil es für unsere Eliten praktisch ist, wurde die EU zu dem Monster, welches uns heute aus Brüssel grüsst. Es ehrt unseren Herrn AU, daß er im Unterschied zu mir, den Glauben an eine evolutionäre Veränderung noch nicht aufgegeben hat, es gehört viel mehr Grösse dazu, Tag für Tag, Niederlage um Niederlage, weiterzumachen und nicht in das radikale Fahrwasser zu geraten. Es bedarf der Revolutionäre um eine Gesellschaft zu gründen, es bedarf der evolutionären Charakter um diese am Leben zu halten.

    • Azdak

      @Komma

      Sie irren aber ganz gewaltig.

  18. Alexander Renneberg

    In der fußaballersprache würde man sagen: jetzt gehts los!

    http://www.orf.at/stories/2125566/



  19. brechstange
    • terbuan

      Ja, das Bad renovieren ist gut, damit wir uns dann ordentlich brausen können, wenn der Euro den Bach hinunter geht! :-)))

  20. Scipio

    Unfaßbar! Unsere Schnattergans, Frau Fekter, macht per Telefonkonferenz mit an der Überweisung von 100 Milliarden EURO an Spanien, das Ramschstatus hat.

    Sie begeht damit das Verbrechen der Veruntreuung von Volksvermögen und gehört sofort vor Gericht gestellt. Sie mutet uns zu, die Schulden anderer Länder zu "bedienen"

    Und jetzt will so noch mit "Verfassungsputsch" am 4. Juli im Parlament den ESM beschließen lassen, der uns auf ewig in die Schuldknechtschaft führt! http://www.andreas-unterberger.at/2012/04/der-geplante-verfassungs-putsch-im-mai/ . (Vom Mai auf 4. Juli verschoben!).

    Ermöglicht wird ihr der Putsch durch die "Grünen" Heuchler wie Kogler, vd Bellen & Co., die ihre illegitime Zustimmung durch die Plazebo-Finanztransaktionssteuer legitimieren und so die 2/3 Mehrheit ermöglichen wollen.



  21. brechstange

    Monsieur Barnier dürfte nicht als Wettbewerbskommissar betitelt sein, sondern als Planwirtschaftsrat, der mir aufgrund vieler Entscheidungen korrumpiert bis auf die Knochen erscheint.

    Eine Lösung aus dem Dilemma kann nur sein

    Eigenverantwortung, No-Bailout, Subsidiarität und Föderalismus, kombiniert mit den Grundfreiheiten (freier Warenverkehr, etc.) mit floatenden Währungen, die die Wirtschaftskraft des Landes darstellen lassen.
    Wir brauchen einen fairen Wettbewerb mit einem starkem exekutierbarem Kartell- und Wettbewerbsrecht.
    Dazu brauchen wir einen schlanken, effizienten Staat, der Leistung von unten nach oben entstehen lässt und nicht abwürgt durch bürokratische und Steuerlasten. Dazu brauchen wir eine unabhängige Justiz, die gut ausgebildet ist.

    Erst wenn wieder eine gewisse Ordnung eingekehrt ist, kann man aus den ursprünglichen Fehlern lernen und Währungen auf freiwilliger, vernünftiger ökonomischer Basis vereinen, aber niemals mehr aus politischen Gründen.

    Frieden hängt nicht von einer gemeinsamen Währung ab, wie wir nun in der Praxis erleben dürfen. Frieden sichert man durch Respekt vor den anderen und deren Mentalitäten, Anerkennung der Leistung der anderen und eigenständigem Streben nach Erfolg, der auf eigenen Leistungen basiert und nicht durch Leistungen auf Basis Erschwindeln, Bespitzeln, Ausbooten des Wettbewerbers mit unfairen Mitteln.

    Wir müssen die "Wahnsinnigen im Führerbunker" entlarven und stoppen, damit die Vernünftigen die Führung übernehmen können.
    In diesem Moment von "Vereinigten Staaten von Europa" zu schwärmen, ist grob fahrlässig. Die das propagieren, sind Rattenfänger, die glauben machen wollen, das wäre eine schmerzfreie einfache Lösung. Aber die gibt es nicht. Niemals hat ein Schuldner die Macht über die Gläubiger gehabt, immer hat der Schuldner von vorne begonnen, warum sollte es gerade im Euroraum anders sein? Es sei denn, manche Schuldner sind mit manchen Gläubigern verbandelt und teilen sich dann den Kuchen auf Kosten der ehrlichen Schuldner und Gläubiger, Unternehmer und Bürger.

    Ich stelle einen schon etwas älteren Kommentar von Gabor Steingart, Handelsblatt ein, der meiner Meinung nach das Dillemma in dem wir uns befinden gut beschreibt.

    http://www.handelsblatt.com/downloads/5813452/1/Kommentar-Marktwirtschaft.pdf

    P.S.: Ich habe die europäische Einlagensicherung, die von Brüssel erwünscht wird, nicht so verstanden als würde jedes Land, dieselben Einlagensicherungsbedingungen haben, sondern dass die deutsche Einlagensicherung auch für die spanischen Pleiten herangezogen werden sollte. Und das vorzuschlagen, dass ist schon ein Chuzpe sondergleichen.



    • Gandalf

      Natürlich ist es (zumindest) grob fahrlässig, im Moment von "Vereinigten Staaten von Europa" zu faseln. Aber blicken wir in die Vergangenheit der EWG/EG/EU: immer, wenn Probleme auftraten, löste man sie nicht wirklich, sondern unternahm eine Flucht nach vorne - und meistens unter gehörigem Eigenlob in die falsche Richtung. Warum sollte es jetzt besser gelingen? So lange sich die leistungsfähigen und leistungswilligen Mitgliedsstaaten das gefallen lassen, ist ihnen nicht zu helfen.

    • Komma

      "Die Wahnsinnigen im Führerbunker" sind nicht zu stoppen. Jetzt machen die Grünen Kommunisten wie vdBellen, Kogler, Pilz &Co. mit und stimmen dem ESM-Verfassungsputsch zu. Jetzt sind sie sicher Millionäre, eine von der Ostküste und ihren Helfershelfern ie Bilderberger-Faymann, Spindelegger, Fekter, bezahlte Bande.

  22. HJR

    OT - Bedenkenswertes

    Bezug: http://www.misesinfo.org/?p=2284

    Die Staatsausgaben wachsen sogar noch schneller als die Staatseinnahmen. Die damit auch immer höhere Zahl der Nettostaatsprofiteure übertrifft inzwischen vermutlich bereits die Zahl der Nettosteuerzahler. Dann ist auf demokratischem Weg eigentlich gar keine Umkehr mehr möglich.

    L. Gärtner „Früher wurde gelogen um des Überlebens willen. Heute lügen Politiker, um den Selbstmord Europas zu vertuschen“.

    Das politische Personal unterliegt in der modernen Parteiendemokratie einer Negativauslese, die nun seit Jahrzehnten wirkt. Entsprechend sind die Ergebnisse. Nicht einmal mehr die Show ist gut, sondern eben nur noch abstoßend. Wie sagte unser Österreichischer Autor Andreas Tögel jüngst so schön: “Die politische Klasse rangiert hinsichtlich ihrer Wertschätzung auf dem Niveau von Hütchenspielern, Zuhältern und Karussellbremsern.“

    Die meisten Menschen verwechseln Demokratie mit Freiheit. Sie halten sie für Synonyme. Dabei sind es eigentlich Gegensätze. Demokratie bedeutet, dass der Nachbar über die Höhe meines Gehalts abstimmt. Es bedeutet Mitbestimmung von Fremden über meine persönlichen Belange. Freiheit bedeutet Selbsteigentum und Selbstbestimmung in eigenen Belangen. Es ist kein Zufall, dass die Sozialisten ihr Diebstahlprogramm gerne mit der Forderung nach der „Demokratisierung aller Lebensbereiche“ – oder wie Willy Brandt es sagte: „Mehr Demokratie wagen!“ – schmücken.

    Hoppe steht in der Tradition der Österreichischen Schule der Nationalökonomie und erkennt mit deren Methoden, warum ein Staat immer die Tendenz hat, seine Kompetenzen Schritt für Schritt auf Kosten der Freiheit auszuweiten, auch und gerade in einer Demokratie.

    Wenn wir uns aktuell die ESM-Ermächtigungsgesetze und die Machenschaften der Kommissarsclique in Brüssel anschauen, dann spricht leider vieles dafür, dass wir bereits auf dem Weg zu einer neosozialistischen Diktatur sind, die um einiges gefährlicher für den Einzelnen sein wird, als unsere verkommene jetzige Parteiendemokratie.

    Mit immer neuen Rettungsschirmen und schuldenfinanzierten „Konjunkturprogrammen“ haben sich Banken und Politik bis heute über Wasser gehalten. Damit einher gingen weitere Beschneidungen der persönlichen Freiheit. Die EUdSSR wird nicht mehr in Anführungsstrichen geschrieben, sie ist Realität. Genosse Schulz lenkt von Brüssel aus die Neo-Sowjetunion, die inzwischen von gut bewachten Grenzanlagen umzäunt ist. Aber jeder Sozialismus bricht irgendwann zusammen.
    ===========================
    http://www.CONWUTATIO.at
    horst.rathbauer@gmx.at



    • Bodo

      @HJR

      Der neue Präsident des Europaparlaments, der deutsche SPD-Politiker Martin Schulz, der, wie Sie richtig sagen, von Brüssel aus die Neo-Sowjetunion lenkt, gehört nicht nur dem auserwählten Volk an, sondern ist mit Sicherheit auch Freimaurer und Bilderberger.

  23. Observer

    Der EU-Kommissar Michel Barnier ist nur der Erfüllungsgehilfe vom neuen französischen Präsidenten Francois Hollande, welcher durch eine Solidargemeinschaft aller europäischen Banken den Sozialismus auch auf diesem Gebiet einführen will.
    In den letzten Jahren hat man immer wieder gehört, dass die Banken "Too big to fail", (also allzu gross, um in Bankrott gehen zu lassen) sind. Das negative Beispiel war die von der damaligen US-Regierung fallen gelassene Bank Lehman Brothers, unter deren Auswirkungen die gesamte Welt noch immer leidet. Heute geht man sogar dazu über, auch kleinere Institute als Systembanken zu bezeichnen und diese bei Schwierigkeiten auch aufzufangen.

    Das Grundübel liegt aber darin, dass man noch immer nicht die auf Spekulation aufgebauten Investmentgeschäfte (welche einem Casinobetrieb gleichen) von den normalen Bankaufgaben abspaltet. Daher sollten die Staaten mit den Steuergeldern erst dann helfend eingreifen, wenn diese Trennung auch überall vollzogen wurde.
    Ich kann auch nicht mit geborgten Geld in ein Wettbüro gehen und bei Verlust des Einsatzes den Staat (= Steuerzahler) um Refundierung bitten!



    • Paige

      Hollande wird nervös, deshalb will er den ESM schon jetzt nützbar machen (Banken sollen sich beliebig darin bedienen können), um nicht bei den Deutschen betteln zu müssen. Es pressiert. Bald kracht Frankreich. In Anbetracht der letzten Segnungen für das Wahlvolk, u.a. auch Senkung des Pensionsantrittsalters, ist das eine besondere Chuzpe den Deutschen gegenüber.
      http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/06/14/nervositaet-in-paris-frankreich-will-banken-rettung-durch-eu-erzwingen/

    • brechstange

      Die französischen Kommissare waren schon immer Erfüllungsgehilfen der französichen Regierungen wie auch die italienischen und spanischen. Man denke da nur an Monti, als Wettbewerbskommissar, der einige deutsche Projekte abwürgte, gleichzeitig französische beförderte.

      Die romanischen Bande halten wie es scheint ganz gut.

    • Undine

      @Observer

      "Ich kann auch nicht mit geborgten Geld in ein Wettbüro gehen und bei Verlust des Einsatzes den Staat (= Steuerzahler) um Refundierung bitten!"

      Für diesen Satz, der das Problem so "begreiflich" macht, zusätzlich noch *********!

  24. Anton Volpini

    Weniger als 2% der Geldtransaktionen hängen heute weltweit mit Waren- und Dienstleistungen zusammen. Der Rest des Geldes ist seinetwegen unterwegs!

    Politik und Großfinanz haben seit Beendigung des Goldstandarts kontinuierlich an einer ungeheuren Aufblähung der Geldmenge gearbeitet, und damit ein riesiges perpetuum mobile geschaffen. Der Politik kam diese Entwicklung zugute, denn sie konnte mit Scheinwohlstand und direkter Bestechung die Wähler kaufen, während die Großfinanz anfing, sich Eigentum in allen Wirtschaftszweigen anzulegen. Heute gehören schon große Teile des Agrarsektors und auch der produzierenden Wirtschaft irgendwelchen Fonds.

    Dieses perpetuum mobile ist 2007 als Blase geplatzt! Seit dem gehen reihenweise alle anderen Fehlentwicklungen pleite, doch die Politik will ihren kongenialen Finanzpartner nicht fallenlassen, und verschuldet lieber alle ihre Bürger auf Generationen hinaus, um ihren Goldesel am Leben zu erhalten.

    Unter diesem Aspekt ist der Ruf nach einer europäischen Bankenunion zu sehen, wie auch der Ruf nach Eurobonds, nach dem ESM, nach jeder Art der Rettung des Bankensektors. Und doch ist es nur mehr das Ende einer ungeheuren Fehlentwicklung!



    • brechstange
    • Josef Maierhofer

      @ Anton Volpini

      ... und sie verwechseln Freiheit mit Verantwortungslosigkeit ...

    • HJR

      Der Goldstandard bot eine reale Limitierung der Geldmenge, die nur geringfügig (und dauerhaft nicht ohne Folgen) überschritten werden konnte.
      Den "vereinigten Sozialisten der Postmoderne" ist es jedoch - im wesentlichen dank der Schleifung dieser Festung - gelungen, das Geld aus dieser Fessel zu befreien ohne dass ein dafür ein Substitut gefunden oder definiert worden wäre, wozu u.a. die Computerisierung [*] und die "Globalisierung" ein Übriges beitrugen.

      Über das Wesen des modernen Geldes, welches praktisch nur mehr aus Zahlen (und Währungsschlüsseln) in den Computern besteht und nur zu 2% (siehe oben) mit Wertschöpfung bzw. produktivem Schaffen zu tun hat, bin ich mir leider überhaupt nicht im Klaren. Denn auf den ersten Blick würde das ja von einem naiven Standpunkt aus heißen, dass 98% des Geldes lediglich eine "virtuelle Existenz" führen oder - anders ausgedrückt: In die Geisterwelt gehören.

      Welche Folgen jedoch daraus resultieren, dass man mit diesem "Geistergeld" doch reale Werte (z.B. spanische Immobilien) erwerben konnte (und noch kann), wurde z.B. an der amerikanischen Immobilien-Krise an der Wiege unseres derzeitigen Disasters wie an der "spanischen Blase" sichtbar:
      Schritt 1: Realwerte werden mit (essentiell wertlosem, weil virtuellem) Geld hergestellt oder erworben;
      Schritt 2: Entweder wird dieses Geld wertlos oder der/die Geldgeber (Banken!) müssen ihre Zahlen durch Zubuchung weiteren "virtuellen" Geldes wieder ins Lot bringen (das ist es, was die EU dzt. treibt);
      Schritt 3: Und damit diese sich türmenden Schulden [**] - nun in den Haushalten der Staaten gelandet - dort nicht schlagend werden, schafft man eben eine neue virtuelle Ebene mit klingenden Namen wie ESM, EFSF, ESF, etc. gibt denen ein wenig echtes (Spiel-)Geld und bucht im übrigen das (schon verlorene!) Geld, um welches man noch vor hundert Jahren vermutlich die ganze Welt hätte kaufen können, auf die virtuellen Konten der virtuellen Gebilde.
      Und damit ist das Problem bzw. Phänomen endgültig sowohl dem realen als auch dem intellektuell analysierenden Zugriff entzogen[***].
      -----------------------------------------
      [*] Wenn man weiß, dass die "Geldmenge" auch wesentlich durch die "Umschlagshäufigkeit" mitbestimmt wird, beginnt man zu verstehen, welche unverzichtbare Rolle der Computer und das Internet in diesem Zusammenhang gespielt haben und noch spielen.
      [**] Ein Turmbau zu Babel?
      [***] Die Technik der "Hinaufhebung" auf eine höhere (Meta-)Ebene ist dabei keineswegs neu. Schon sehr früh haben Menschen die "Gottähnlichkeit" oder gar "-gleichheit" von Königen, Kaisern und Pharaonen definiert. Jesus Christus, der Gottessohn war offenbar manchen noch immer zu menschlich, weshalb man ihn in die (von niemandem verstanden) "Dreifaltigkeit" hinaufhob.
      ===========================
      horst.rathbauer@gmx.at

    • Anton Volpini

      Danke für die Zustimmung, brechstange.

      Natürlich auch Verantwortungslosigkeit, Hr. Maierhofer!

      @HJR

      Danke für diese Vertiefung!

    • Norbert Mühlhauser

      Weniger als 2% der Geldtransaktionen hängen heute weltweit mit Waren- und Dienstleistungen zusammen. Der Rest des Geldes ist seinetwegen unterwegs!

      Das kann so nicht stimmen. Sie können Transaktionsumsätze nicht den Geldmarktinstrumenten zuordnen, es muss nach BAsiswerten aufgeschlüsselt werden.

      Wenn 98 % der Transaktionen nicht Basiswerten zugrundelägen, dann könnte ja nur die Hälfte davon, nämlich 49 %, eine Schein-Rendite auf Kosten der anderen Hälfte erwirtschaften, was auf die Dauer von jedem durchschaut würde.

      Tatsächlich können einzig die von Ihnen genannten - angeblichen - 2 % der mit der Realwirtschaft in Verbindung stehenden Transaktionen eine Rendite liefern, also einen echten, auf Wachstum basierenden Ertrag. Diese Rendite auf den gesamten Geldmarkt umzulegen, insb auf die behaupteten 98 % der sonstigen Transaktionen, hätte eine Performance zur Folge, die den Erfahrungen jedes Fondsbesitzers zuwider liefe.

      Glauben Sie nicht das ganze kapitalmarktfeindliche Geschwafel! Geschlagen wird der Esel, aber gemeint ist der Reiter, also die Investoren/Sparer!

      Übrigens: Zur explosiven Aufblähung der Geldmenge ist es erst 2007/2008 gekommen. In den USA plötzlich, durch die EU zögerlich nachziehend (aber eben doch).

    • Anton Volpini

      @ Norbert Mühlhauser

      Vorausschicken möchte ich, daß ich Ihre Beiträge überaus schätze.

      Doch in dieser Sache muß ich hartnäckig bleiben.
      Eine meiner Quellen finden Sie unter dem folgenden Link unter dem Titel "Spekulative Geldanlagestrategien" in Zeile 5.

      "Von den täglich an den Devisenbörsen gehandelten ca. 1.200 Milliarden US-Dollar betreffen nur 2 bis 3 Prozent die Finanzierung von Handel und Produktion. 97 bis 98 Prozent sind reine Finanztransaktionen (Altvater in: Stiftung Entwicklung und Frieden 2003,140). "

      http://www.fuerstenberg-soziologie.de/Wirtschaftssoziologie.html

      Das war schon vor ein paar Jahren, seit dem hat sich die Geldmenge, wie Sie auch schreiben, weiter aufgebläht. Geldmengenmeldungen gibt es seit ein paar Jahren nicht mehr!

      Haben Sie bessere Quellen, die das widerlegen, es wäre mir wohler wenns anders stimmt?

    • Norbert Mühlhauser

      Sehr geehrter Herr Volpini,

      Vorausschicken möchte ich, daß ich Ihre Beiträge überaus schätze.

      Sie lassen mich persönlich dahinschmelzen, was aber die naturgemäß affektionslose Auseinandersetzung in der Sache nicht beeinflussen kann.

      Danke jedenfalls für den link unter "fuerstenberg-soziologie.de". Nach dieser Stelle heißt es dort weiter:
      Sie dienen dem grenzüberschreitenden Risikoausgleich, also der Substanzerhaltung des Geldkapitals, aber auch seiner möglichen Vermehrung durch Valutagewinne.

      "Vermehrung durch Valutagewinne" ist eine vornehme Umschreibung für Spekulationsgewinne, die in Österreichs Soziologen-Biotop sicher gar nicht mehr für nötig erachtet wird. Aber das nur nebenbei.

      Erstens mag es ja tatsächlich viele Sicherungsgeschäfte geben, die im Wirtschaftsleben zwecks (besserer) Kalkulierbarkeit gebraucht werden. Das ist das, was der Soziologe in abgehobener Ignoranz als grenzüberschreitenden Risikoausgleich bezeichnet, ohne vermutlich zu wissen, wem dieser Risikoausgleich dient: nämlich der Wirtschaft und dem Konsumenten. Wenn aber die Kosten für diese BEsicherungen, an denen tatsächlich vergleichbar den Wetten einer von Zweien verliert, über einen Bruchteil dessen, was besichert wird (Stwt: Basisprodukt), hinausgehen, dann verliert diese Besicherung ihren Anreiz. Die reinen Spekulanten wiederum stellen Manövriermasse für diese wirtschaftlich notwendigen Besicherungen zur Verfügung und sind daher auf Makroebene von Nutzen, nur im soziologischen Mikrokosmos kann es zu Fatalitäten kommen, wenn ein Spekulant zur Spielsucht neigt und seine Existenz auf's Spiel setzt. - Das sei unabhängig von meiner persönlichen Haltung gesagt, dass man Geld nicht auf's Spiel setzen sollte.

      Da Sie nur von Geld, das um seiner selbst unterwegs ist, gesprochen haben, erübrigt sich Ihnen ggü der Hinweis, dass Umsatzzahlen nichts aussagen. Für Dritte weise ich aber schon noch darauf hin, dass eine 1 Mio Aktientranche, die an der Börse einmal täglich den Besitzer wechselt, noch lange nicht 365 Mio Vermögen der "Spekulanten-Geldsäcke da oben" bedeutet, sondern sogar 1 Euro Verlust, wenn sie am Ende des Jahres nur mehr um 999.999,- gehandelt wird.

    • xRatio (kein Partner)

      re: Anton Volpini 14. Juni 2012 06:57

      Bisher habe ich Volpinis Beiräge ja meist zustimmend gelesen, jetzt bin ich doch etwas verwirrt.

      Der Rest des Geldes ist seinetwegen unterwegs!

      Lustig. Hat Geld etwa Beine?
      Das ganze Geld wird wohl benutzt, um irgendetwas zu bezahlen.
      Meinen Sie das?

      Geht, solange nicht kriminell, wen etwas an??

      Politik und Großfinanz haben seit Beendigung des Goldstandarts kontinuierlich an einer ungeheuren Aufblähung der Geldmenge gearbeitet

      "Großfinanz???" Was ist denn das schon wieder??
      Und wie kann dies "Phänomen" die Geldmenge auch nur minimal verändern, ach ja, "ungeheuer aufblähen"??

      Hat das Ding vielleicht eine Notenpresse im Keller?

      Wenn alles nicht hilft, suchen Sie sich doch ein paar weitere Prügelknaben aus, bin gern behilflich, die Auswahl ist riesengroß:

      Banken, Bilderberger, Juden, Kapitalisten, Großkapitalisten, Raubtierkapitalisten, Atheisten, Spekulanten, Heuschrecken, Faschisten, Neoliberale, Amerikaner, Ratingagenturen, Hedge-Fonds, Unternehmer, Reiche, Konzerne, internationalen Konzerne, Ostküste, Rockefellers, NWO-Verschwörer, Liberalisten, Börsen, Märkte, Finanzmärkte, internationale Finanzmärkte, Globalisierer, Illuminaten, Tempelritter

      usw.usf.

      Nur so ein paar Beispiele. Tue er sich ja keinen Zwang an.

      xRatio

    • xRatio (kein Partner)

      Und bitte:
      denken Sie bloß nicht etwa Sozialisten, linke Politruks, Notenbankster.

      Das wäre nicht mehr linkskorrekt. Und auch gar nicht nötig. Prügelknaben zum Aussuchen gibt es doch mehr als genug.

      xRatio

    • Anton Volpini

      Nun, XRatio, da brauch ich gar keine anonymenen Verschwörungsorganisationen bemühen, sondern es reicht, wenn ich so profane Personen wie Jimmy Carter benenne, der den Community Reinvestment Act begründete, mit der Absicht, jedem Amerikaner besser zu seinem Eigenheim zu verhelfen.
      Gleichzeitig begann er, den Glass Steagall Act aufzuweichen, der seit den 1933 iger Jahren für eine strikte Trennung zwischen Geschäftsbanken und Investmentbanken sorgte, um Unvereinbarkeiten zu vermeiden.

      Unter Bill Clinton hat sich diese Entwicklung fortgesetzt, sodaß es Ende der 1990 iger Jahre Banken nicht mehr erlaubt war, die Bonität von Hypothekarkreditnehmern zu prüfen. George W. Bush hat dem Glass Steagall Act entgültig den Garaus gemacht.

      Was während dieser Zeit Alan Greenspan unternommen hat, wird Ihrer geschätzten Aufmerksamkeit wohl nicht entgangen sein. Und Ben Bernanke setzte mit solchen Programmen wie Quantitative Easing 1 bis 3 diese Entwicklung fort.

      Was in Europa los ist brauche ich Ihnen wohl nicht beschreiben!

    • xRatio (kein Partner)

      @ Anton Volpini

      Stimmt schon. Nur was das mit "Großfinanz" oder sonstigen Schurken zu tun haben soll, erschließt sich mir nach wie vor nicht.

      Helikopter-Bernanke hat schon vor längerem angekündigt, die Dollars der FED notfalls auf Städte und Dörfer herabregnen lassen.
      Auch nicht zu verachten die Idee der ehemaligen Chefin der US-Bankenaufsicht, Sheila Blair, dankbar aufgegriffen von Christian Ortner:

      Her mit dem Zaster: 10 Millionen für jeden!"
      http://www.freiewelt.net/blog-4316/her-mit-dem-zaster%3A10-millionen-f%FCr-jeden%21.html

      Wenn ich Sie also richtig verstehe:

      Schuld, jedenfalls mitschuld an der "ungeheuren Aufblähung der Geldmenge" sind immer die Leute, die die Scheinchen aufheben, entgegennehmen oder wie in Ihren Beispielen von der Staatsmacht mit sanfter Gewalt sogar gezwungen werden das zu tun.

      Alles klar. Wieder was dazugelernt. :-)

      xRatio

  25. Marie-Joseph Paul Yves Roch Gilbert du Motier, Marquis de La Fayette

    Es dürfte nur mehr eine Frage der Zeit sein bis auch in Deutschland und Österreich die Menschen kein Vertrauen mehr in die Banken haben und sich zumindest einen Teil ihres Vermögens zu Hause hinlegen.

    Es kann auch nicht schaden, ohne jetzt gleich ganz schwarz zu malen, Franken und Dollar zu besitzen.

    Dass bei all den klugen Köpfen in Brüssel noch keiner auf den Gedanken gekommen ist ein europaweites Insolvenzrecht für Banken erstellen zu lassen und durchzusetzen irritiert ebenso gewaltig wie, dass ein französischer Kommissar das angeblich verhindert. Der hat die europäische Idee gewiss verstanden...

    P.S.
    Eine europaweite Bankenunion hätte zumindest den "Vorteil", dass alles auf einmal kaputt wäre und sich ein Crash nicht ewig hinziehen würde.



    • terbuan

      Marquis
      "....und einen Teil ihres Vermögens zu Hause hinlegen.."

      Sie tun es bereits und physisches Gold wird auch stark nachgefragt, wie mir kürzlich meine Bankbetreuerin bestätigte!

    • phaidros

      ...Franken und Dollar zu besitzen

      Und bisschen physisches Gold nicht zu vergessen. Ein paar Münzen und ein paar Barren in verschiedenen Stückelungen, und hübsch zu Hause, nix im Bankschließfach.

    • brechstange

      Das Bad renovieren, wie Prof. Sinn empfiehlt.

    • Nestor 1937

      Vom horten der Dollars rate ich dem Marquis ab. Die Amerikaner brauchen nur ihre militärische und politische Vormachtstellung weiter verlieren und ihre Währung sinkt stärker als es der Euro kann !

  26. libertus

    Wenn man wenigstens die geplante Börsen- bzw. Finanztransaktionssteuer widmungsgemäß als Rücklage für Spareinlagen bei geordneten Bankenkonkursen verwendete, dann ergäbe diese Widmung noch einen Sinn, könnte auch die Kunden überzeugen und das Vertrauen ins Bankensystem stärken.

    Aber die Politiker trachten nur danach, neu Löcher im Staatshaushalt für ihre Wahlzuckerln zwecks Machterhalt zu stopfen und die letzten leistungswilligen Bürger doppelt und dreifach abzuzocken, wenn er im Fall von Zahlungsunfähigkeit trotz Steuerleistung auch noch seinen Notgroschen verliert.

    So bleibt eine Bankenunion das gleiche Fehlkonstrukt wie die Fiskalunion und die besonders unsägliche Transferunion, von der man unter südländischer Sonne bereits besonders intensiv träumt!

    Die Orientierungslosigkeit der "Brüsseler Spitzen" treibt immer merkwürdigere Blüten und hält sicher noch einige grausame Überraschungen für uns bereit.



  27. Schani

    Wenn ein Unternehmer wirtschaftlich so herumfuhrwerkt wie die Creme de la creme der Europäischen Politik, landet er vor dem Konkurs- oder wahrscheinlicher Strafrichter und anschließend im Häfen. Was geschieht mit den erwähnten Politiker? Er schwimmt wie die Fettaugen auf der Suppe, und das mit horrenden, aber unverdienten finanziellen Bezugen und Privilegien! Verantwortung? Ein nie gehörtes Fremdwort!



  28. Brigitte Imb

    Die europaweite Insolvenz blüht uns auch ohne Recht - wahrscheinlich früher als uns lieb ist, und ganz "automatisch" (od. symptomatisch).



  29. socrates

    Eine Bekannte, fixangestellt bei der Gemeinde Wien, will ihre Wohnung aufgeben und ein Häuschen kaufen. Der notwendige Kredit von ~80.000€ wird ihr verweigert (keine Schulden, sparsam, Kindergärtnerin). Das ist der Bausparkasse zu riskant.
    Die Banken bekamen zur Rettung hunderte Millionen zum Nullzins und steuerfrei wenn sie innerhalb eines Jahres den Kredit zurückzahlen. Die Banken kauften ihre eigenen Aktien, die stark gefallen waren um dieses Geld. Die Aktien stiegen auf das 3 bis 4-fache, die Banken verkauften sie und zahlten den zinsen- und steuerfreien Kredit zurück. Die Manager kassierten die Prämien. Wozu brauchen wir die Banken, die mit Steuergeld ohne Risiko verdienen und den Staatsbürger nichts geben? Ein Konkurs hätte uns viel erspart.



    • dssm

      Das kommt durch die Gewichtung der Risiken, in Basel III noch furchtbarer als bisher gehanhabt. Also: Griechische Staatsanleihe mit NULL Prozent Eigenkapital zu hinterlegen, besicherter Kredit an sparsamen, fleißigen Bürger, zehn Prozent Eigenkapital. Abgeshen davon haben die meisten österreichischen Banken kein Geld mehr, das ist schon dort wo wir normalerweise auf Urlaub hinfahren.

    • socrates

      dssm
      Sie hat 50.000€ Eigenkapital, Besicherung durch Hypothek. Das war alles zu wenig.
      Wozu dann eine Bank? Nur um unsere Pensionen zu vernichten und Boni zu zahlen?




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