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Die meisten wirklichen Liberalen der Geschichte wie Friedrich August Hayek würden sich im Grab umdrehen. Das würden auch alle modernen Liberalen, die für Weltoffenheit und Internationalität stehen, falls sie auf die Geisteswelt eines heutigen Politikers namens Christoph Wiederkehr stoßen sollten, der allen Ernstes von sich behauptet, ebenfalls ein Liberaler zu sein. Der Mann will allen Ernstes den Latein- und Fremdsprachenunterricht in den Gymnasien endgültig auf einen jämmerlich verstümmelten Rest kastrieren.
Damit verraten die heutigen Neos – und man muss sie alle in die Pflicht nehmen, nachdem von keinem Einzigen ihrer Exponenten ein Widerspruch gekommen ist – total das Bildungsbürgertum, aus dem einst die wirklichen Liberalen hervorgegangen sind. Auch wenn die Neos vorgeben, ebenfalls aus dem Bildungsbürgertum hervorgegangen zu sein, sind sie inzwischen jedenfalls woanders eingegangen, nämlich bei den dumpfen Lifestyle-Linken. Was ja Wiederkehr auch schon als langjähriger gehorsamer Schleppenträger der Rathaus-Genossen bewiesen hat.
Die traurige Bilanz des aktuellen Bildungsministers:
Gewiss: Der Lateinunterricht hat schon in den letzten Jahren auf dem Weg der bisherigen Stundenkürzungen, der Zurückdrängung seines eigentlichen Wertes – also des Einstiegs in eine zentrale Epoche der Geistesgeschichte und der Konfrontation mit der logischsten Sprache der Welt – und der Ersetzung von Übersetzungen und Sprachanalysen durch völlig unwichtige kulturgeschichtliche Fußnoten schweren Schaden erlitten. Den haben freilich schon seine rot-schwarzen Vorgänger zu verantworten.
Aber jetzt gar zu glauben, das logische Denken und die sprachliche Präzision kann man endgültig durch Konfrontation mit den lustigen Zaubereien bei der Anwendung der "Künstlichen Intelligenz" ersetzen, zeigt von einer erschreckend simplen Sicht auf den menschlichen Geist und die Gesellschaft.
Noch viel schlimmer als dieses unausgegorene KI-Projekt ist das zweite Projekt Wiederkehrs. Er will einen neuen Gegenstand "Medien und Demokratie" einführen. Das ist schon von der Überschrift her ein eindeutiger Versuch des einstigen Politologie-Studenten Wiederkehrs, die bisher gesellschaftlich völlig überflüssigen und in hohem Maße arbeitslosen Politologie- und Publizistik-Absolventen endlich mit den Jobs zu versorgen, die ihnen außer linken Politikerbüros bisher niemand gegeben hat. Diese aber sind ganz eindeutig – siehe etwa die ÖH-Wahlen, siehe etwa die dort tätigen Professoren – der linksradikalste Teil der Uni-Szene. Wohin Wiederkehr steuert, hat er ja auch schon damit bewiesen, dass er ausgerechnet "Standard"- und ORF-Redakteure um Steuergeld in die Schulen schickt.
Ein Fach "Medien und Demokratie" deckt sich ja auch inhaltlich voll mit der seit einigen Jahren von der gesamten Linken des deutschen Sprachraums verfolgten Strategie: Ständig werden mit der Behauptung, "unsere Demokratie" verteidigen zu müssen, Parteien rechts der Mitte als undemokratisch gebrandmarkt. Und mit dem Thema "Medien" wird ständig versucht, die alten Medien – von denen Seher und Leser in Eilmärschen wegrennen – als "gut" und die neuen Internet-Medien als schlecht, als unseriös zu denunzieren.
Wenn schon etwas Neues in dieser Umgebung, dann würde es übrigens eindeutig einer viel besseren Vermittlung von Verfassung und Strafrecht, sowie vor allem Ökonomie und Finanzbildung bedürfen. Aber davon verstehen Politologen & Co nichts; und die Absolventen von Rechts- und Wirtschaftsstudien sind erstens viel weniger links und noch weniger arbeitslos ...
Wiederkehrs Verachtung für Latein fordert aber auch gewaltige Kollateralschäden: Gleichzeitig will er in jenen Schulformen, wo Latein schon früher gekillt worden ist, auch den Unterricht moderner Fremdsprachen beschneiden. Dabei ist die perfekte Beherrschung von einer und die sehr gute Beherrschung von mindestens einer zweiten Fremdsprache für fast jeden qualifizierten Job unabdingbar. Offenbar geistert durch des Ministers Modernitätswahn die Vorstellung, dass die Übersetzungsarbeit künftig eh von der Künstlichen Intelligenz gemacht würde. Dabei sind deren Übersetzungen zwar vielleicht manchmal hilfreich, aber noch öfter amüsierend blöd oder freundlicher formuliert: kreativ. Und sie sind jedenfalls für internationale Kontakte und Verhandlungen peinlich unbrauchbar.
Der Zwang, krampfhaft kreativ sein zu wollen, ist offenbar das, was sich jetzt als der einzige Inhalt des Neos-Wahlkampfslogans "Bildung, Bildung, Bildung" entpuppt. In Wahrheit läuft das ganze pinke "Bildung!"-Gerede auf genau das gleiche Ziel wie die einstige Gesamtschul-Kampagne von Rotgrün hinaus: Nivellierung nach unten. Auch das war ja damals schon von den Neos unterstützt worden.
Zerstörung der Gymnasien, Gleichmacherei, Verachtung für die Lehrer und Hass auf die Bildungselite: Dass das alles zur genetischen Identität des Sozialismus gehört, wissen wir seit fast zweihundert Jahren. Als Ziel einer sich für liberal haltenden Partei kennen wir das aber erst seit Herrn Wiederkehr. Abenteuerlich ist auch, dass Wiederkehr die Zerschlagung von Latein einfach präsentiert, ohne vorher die wichtigsten Bildungsexperten befragt zu haben – und das sind nun mal in erster Linie die Lehrer.
Es ist traurig für ein Kulturland, dass wir in den letzten Jahrzehnten zwar viele, aber nur einen einzigen wirklich dem Amt gewachsenen Bildungsminister hatten. Der hieß Heinz Fassmann und wurde von einem Bundeskanzler Karl Nehammer ohne jeden Grund gefeuert. Dass das "Wissenschaftsressort", in dem die Kompetenz für Universitäten und Forschung von den Schulen getrennt worden ist, noch viel jämmerlicher beisammen ist, dass dort ständig Wissenschaft mit krausem Kampffeminismus verwechselt wird, ist noch keine Entschuldigung für die Neos, einen solchen Minister für die Schulen vorgeschlagen zu haben.
Wie jämmerlich es mit der Forschung in Österreich bestellt ist, seit sie in roten Händen ist, kann man im Übrigen am neuesten Projekt des von Steuermitteln lebenden "Österreichischen Wissenschaftsfonds FWF" mit schockierender Deutlichkeit ablesen. Dieses Projekt wird unter dem Titel "Aus Stoff gewebte Kolonialgeschichte" präsentiert und mit folgenden offiziellen Sätzen vorgestellt: "Ein künstlerisches Forschungsprojekt widmet sich den Verstrickungen von Textil- und Kolonialgeschichte. Der dabei entstandene Quilt wurde als zentrales Gemeinschaftswerk international ausgestellt."
Der ideologische Schwachsinn wird – natürlich – aus Steuergeldern finanziert. Und zwar absurderweise aus solchen, die angeblich der Forschung dienen sollen. Solche sich als wissenschaftlich präsentierende "Forschungsprojekte" sind in Wahrheit nichts als linksextremer "Postkolonialismus" zur Beschimpfung und Demütigung aller Menschen weißer Hautfarbe. Sie werden hingegen mit Gewissheit Österreich, seine Menschen und seine Wirtschaft keinen Millimeter voranbringen. Daraus werden weder Patente, Nobelpreise noch Exportaufträge entstehen – obwohl man uns das immer als den einzigen Zweck der Steuermilliarden für die Forschungsförderung verkauft.
Aber solche Projekte passen perfekt ins Gesamtprojekt linker Bildungs-Dezimierung, welche Denken durch Ideologie, welche die schönste und logischste Sprache der Menschheitsgeschichte durch KI-Spielereien ersetzen will.
Wie katastrophal es um Österreich bestellt ist, kann man aber auch daran sehen, dass Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung dieses Projekt begrüßt haben. Viel Spaß, liebe Wirtschaft, wenn ihr künftig lauter geistige Flachwurzler bekommt ...