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Aber dafür haben sie genug Geld! So sagen jetzt viele Wiener. Nichts drückt die Geldverschwendung der öffentlichen Hand überall dort, wo vor allem die Sozialisten das Sagen haben, deutlicher aus als die sauteure Abtragung des Lueger-Denkmals an der Wiener Ringstraße. So, als ob die Genossen schon wüssten, dass ihre Herrschaft auch im Wiener Rathaus bald zu Ende gehen wird, machen sie noch einmal kräftig Schulden zu Lasten der künftigen Steuerzahler, um noch rasch idiotische Ideologie-Projekte verwirklichen zu können. Das ist widerlich. (mit zwei nachträglichen Ergänzungen)
Nach der Abtragung soll das Denkmal um 3,5 Prozent schief gedreht wieder eingesetzt werden (dass es dazwischen auch gereinigt werden soll, ist ein reiner Ablenkungsschmäh vom eigentlichen Zweck der Aktion, schließlich werden weltweit Denkmäler gereinigt, ohne mit einem Kran zuerst kompliziert ausgehoben, abtransportiert und später wieder eingesetzt zu werden). Der einzige Grund für die Geldvernichtungsaktion ist nicht irgendeine Reinigung, sondern Hass und Neid der Rathausgenossen auf Lueger.
Es ist mehr als bezeichnend, dass diese Aktion fast auf den Tag gleichzeitig damit stattfindet, da alle Wiener, die älter als 65 sind, plötzlich mehr als doppelt so viel für einen einzigen Straßenbahn-Fahrschein zahlen müssen wie bisher. Ohne dass sich der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig entschuldigen würde. Er tat das weder wegen des Raubzugs auf die Taschen der älteren Wiener noch wegen der infamen Denkmalschändung.
Nein, Herr Ludwig, bei Ihrem Begräbnis werden nicht Hunderttausende aus Trauer Ihrem Sarg folgen, wie das bei Lueger der Fall gewesen ist. Aus gutem Grund.
Die Wiener Sozialisten hassen und beneiden den christlichsozialen Karl Lueger vor allem deshalb, weil dieser der bis heute weitaus wichtigste und populärste Bürgermeister der Wiener Geschichte seit der Türkenbelagerung gewesen ist.
Lueger hatte dieses Amt von 1897 bis 1910 inne. Er gilt als Vater vieler wichtiger Projekte in jener Epoche, in der Wien seine größte Ausdehnung erreicht hatte. Das reicht von den entscheidenden Etappen der Wiener Stadtbahn (heute U4 und U6) über die große Jugendstilkirche am Zentralfriedhof, von der zweiten Wiener Hochquellenwasserleitung über die Kommunalisierung von Straßenbahn, Gas- und Elektrizitätsversorgung bis zur Gründung der Zentralsparkasse sowie der Krankenhäuser in Lainz und am Steinhof. In jenen Jahren entstanden in Wien aber auch durch private Bauherrn unter der strengen Anleitung der Baupolizei des Rathauses die schönsten Jugendstil-Wohnviertel der Stadt, die eindeutig im Kontrast stehen zur völlig Ästhetik-befreiten SPÖ-Verwaltung von heute, die auf dreistöckige Gründerzeitbauten noch dreistöckige Glasaufbauten draufknallen lässt.
Luegers rote Nachfolger hatten und haben in ihrer eigenen Leistungsliste kaum mehr anzubieten als den Bau zahlloser hässlicher Gemeindebauten und der inzwischen kaum mehr genutzten Stadthalle sowie die – im Vergleich zu anderen Metropolen – um Jahrzehnte verspätete Errichtung der ersten U-Bahn-Linien (wobei man zuerst die Stadtbahn zur U-Bahn machte, damit diese wenigstens aus mehr als zwei mickrigen Linien besteht …).
Offiziell wird die Denkmalschändung nicht mit dem Neid der heutigen Rathausgenossen auf Wiens wichtigsten Bürgermeister begründet. Sondern mit seinem Antisemitismus. Dieser ist in der Tat unbestreitbar und überaus bedauerlich.
Aber, würde es den Roten wirklich um Antisemitismus gehen, dann müssten sie im gleichen Atemzug ausrücken, um auch das Denkmal von Karl Renner schief zu stellen , von dem es ja ebenfalls üble antisemitische Zitate gibt. Sie könnten zumindest ihre Parteiakademie umtaufen, die nach Renner benannt ist. Das würde kein weiteres Steuergeld verschlingen. Sie könnten auch Bruno Kreisky aus ihrer Ahnengalerie entfernen, der sich ebenfalls mehrfach eindeutig antisemitisch geäußert hat (der Agnostiker Kreisky hatte solche Sprüche unabhängig davon immer wieder von sich gegeben, dass er selbst jüdischer Abstammung war).
Noch viel infamer ist die Lueger-Aktion vor dem Hintergrund der sich bis heute fortsetzenden Politik der österreichischen und europäischen Sozialisten:
Es ist absolut unfassbar, wenn eine für all das verantwortliche Partei jetzt auf moralisch tut und Unmengen an Geld der Steuerzahler verbrennt, angeblich nur um einen lange toten Verbal-Antisemiten zu attackieren.
Das reiht sich würdig an andere Beispiele der Wiener Rathaus-Politik:
Welche Eigenschaft ist da in Summe stärker ausgeprägt: Dummheit oder Niedertracht?
PS: Es ist übrigens ganz und gar kein Zufall, dass es ein Wiener gewesen ist, der vor fast zweihundert Jahren sein letztes Theaterstück "Der Verschwender" getauft hat.
Nachtägliche Ergänzung eins: Ein befreundeter Diplomat berichtet mir nach Erscheinen dieses Textes, dass er mit eigenen Augen einst über ein Patenkind Luegers zwei wertvolle Manschettenknöpfe samt einer Inschrift der Israelitischen Kultusgemeinde gesehen hat, die herzlichen Dank und Anerkennung an Bürgermeister Lueger ausgesprochen hat.
Nachtägliche Ergänzung zwei: Ein Historiker wies mich darauf hin, dass das Lueger-Denkmal von der Familie Rothschild finanziert worden ist.