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ORF: Imagekampagne statt echter Reformen

Öffentlich-rechtliche Medienriesen verlieren europaweit an Vertrauen jener Menschen, die dafür Zwangsgebühren zahlen müssen. Besonders heftig dürfte dieser Vertrauensverlust in Österreich sein. "Sinkende Vertrauenswerte: ORF sucht Werbeagentur für Imagekampagne", titelte sogar der üblicherweise durchaus ORF-freundliche "Standard". Vertrauens- und Glaubwürdigkeitswerte seien zurückgegangen, hätten insbesondere interne Untersuchungen des ORF ergeben.

Die größte Angst beim ORF als dem mit Abstand mächtigsten Medienriesen des Landes ist ein Verlust der ORF-GIS-Zwangsgebühr. Diese Gebühr, der man bald gar nicht mehr entkommen können soll, stößt den Untersuchungsergebnissen zufolge mittlerweile auf massiven Widerstand der Österreicher. Kolportiert wird laut Standard eine überaus breite Ablehnung der GIS in der Größenordnung von 80 Prozent der Österreicher.

In Frankreich ist die Fernsehgebühr bereits abgeschafft, und in Großbritannien ist dessen Ende bereits vom Parlament beschlossen. In Deutschland wird derzeit besonders heftig darüber diskutiert. Der angesehenen Wochenzeitung "Die Zeit" war die skandalöse Arbeit öffentlich-rechtlicher Medienunternehmen in Deutschland am vergangenen Donnerstag sogar einen Aufmacher auf Seite 1 unter dem Titel "Zeit zum Umschalten" und eine mehrseitige Reportage im Blattinneren wert.

Schon vor einigen Wochen hatte der durchaus ARD- und ZDF-freundliche "Zeit"-Chefredakteur Giovanni die Lorenzo in einem Kommentar einen entscheidenden Mangel öffentlich-rechtlicher Fernsehanstalten diagnostiziert. Es fehle in den Redaktionen der Öffentlich-Rechtlichen an konservativen Gegenpolen in den Redaktionen.

Tatsächlich ist es in Österreich vor allem die völlig linkslastige Berichterstattung des ORF in Fernsehen, Hörfunk und auch auf ORF.at, die den Groll der überwiegend konservativ denkenden Österreicher immer heftiger werden lässt. Viele sehen und hören deshalb überhaupt keine ORF-Programme mehr, müssen aber dennoch dafür zahlen. Noch mehr wollen deshalb nicht für Berichte und Kommentare bezahlen, weil sie diese für einseitig, halbwahr, belehrend und falsch halten.

Selbst Verteidiger und Beschützer des ORF wie der von der SPÖ in den ORF-Stiftungsrat entsandte Heinz Lederer melden Kritik am Zwangsgebührenfunk an. "Legitimation und Relevanz hängen von der Glaubwürdigkeit ab – und damit auch die Gebühreneinnahmen des ORF", betonte Lederer laut "Standard". Der ORF müsse nun "dramatisch daran arbeiten", dass seine Berichterstattung wieder "in die Mitte der Gesellschaft" finde.

Trotz schwindendem Vertrauen, sinkenden Einschaltquoten und von vielen als minderwertig eingeschätztem Programm hat man von Reformbemühungen im ORF-Imperium noch nichts gehört. Während in anderen Ländern nach Wegen gesucht wird, die Glaubwürdigkeit und damit das Vertrauen des Publikums zurückzugewinnen, will sich der ORF offenbar mit einer kostspieligen Imagepolitur durch Agenturen begnügen. Man muss kein Prophet sein, um zu erkennen, dass das auf direktem Weg in die Sackgasse führt.

Vier Hausaufgaben müsste der ORF vorrangig erfüllen, um die Gunst der Gebührenzahler zurückzugewinnen:

  • Objektivität statt penetrant linker Berichterstattung und Zähmung präpotent auftretender Moderatoren;
  • Verzicht auf die unerträgliche und unnötige Gendersprache;
  • Verzicht auf schwer erträgliche Belehrungen und Umerziehungsversuche durch sogenannte Haltungsjournalisten;
  • Streichung der GIS-Zwangsgebühren. Nur wer ORF sehen oder hören will soll dafür zahlen. Das würde vermutlich genug sein, um ein ordentliches Programm zu finanzieren.

Wenn es dem ORF nicht gelingt, sein zahlendes Publikum zufrieden zu stellen, werden ihm auch die besten und teuersten Imagekampagnen nicht weiterhelfen.

 

Kurt Ceipek ist Journalist und Publizist. 

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