Was werden 10.000 Euro morgen noch wert sein?

 

Für einen Kauf, für den man heute 10.000 Euro ausgibt, hat man 1995 nur 6.500 Euro benötigt. Der Wert unseres Geldes sinkt stetig. Was werden 10.000 Euro morgen noch wert sein?

Die EU verkauft uns die geplante Einführung einer Obergrenze von 10.000 Euro für Barzahlungen als Terrorismus- und Geldwäschebekämpfung, obwohl es dazu keinen wissenschaftlichen Nachweis gibt. Die "Feinde des Bargelds" starten bewusst bei einer Obergrenze von 10.000 Euro, da nur wenige Menschen Barzahlungen in dieser Höhe tätigen. Sie erwarten deshalb geringen Widerstand aus der Bevölkerung.

Es geht der EU darum, die Bargeldobergrenze von nationalem Recht in EU-Recht zu überführen. Damit wird diese Obergrenze für Barzahlungen für alle Mitgliedsstaaten bindend. Dadurch würde einer späteren Absenkung durch die EU nichts mehr im Wege stehen. Der Artikel 63 des Entwurfes der EU-Verordnung sieht nämlich vor, dass nach drei Jahren der Einführung der Obergrenze die Kommission einen Bericht vorlegen wird, der die Notwendigkeit und Verhältnismäßigkeit einer weiteren Senkung bewertet.

Bei einer vierprozentigen Inflation stehen nach 5 Jahren zwar 10.000 Euro drauf, der Wert beläuft sich aber nur mehr auf 8.200 Euro. Die derzeitige Geldpolitik lässt eine solche Inflationshöhe als durchaus realistisch erscheinen. Mit einer zusätzlichen Absenkung der Obergrenze lässt sich leicht eine Grenze bei nahezu Null Euro erreichen.

Zeitgleich wird nun eine zweijährige Untersuchungsphase für einen digitalen Euro eingeläutet, der das Bargeld verdrängen wird, was durchaus von den "Feinden des Bargeldes", auch wenn anderes beteuert wird, erwünscht ist.

Unsere Initiative SOS Bargeld -Stopp der Abschaffung (www.sos-bargeld.com) fordert daher, Bargeld muss das alleinige gesetzliche Zahlungsmittel zur uneingeschränkten Verfügung bleiben. Der digitale Euro darf wie Überweisungen, Kreditkartenzahlungen und anderes nur Zahlungsmittel-Eigenschaft haben.

Mag. Elisabeth Weiß, Betriebswirt und Initiator von SOS-Bargeld.

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alle Kommentare

  1. Franz77

    In 2020 betrug die Inflation (ehrlich gerechnet) also Geldmenge M3 geteilt durch die Wirtschaftsleistung sage und schreibe 13%.
    Ein Geldvermögen von 100.000 Euro hat nach 10 Jahren Inflation bei …
    1% noch eine Kaufkraft von 90.438 Euro
    2% noch eine Kaufkraft von 81.707 Euro
    3% noch eine Kaufkraft von 73.742 Euro
    4% noch eine Kaufkraft von 66.483 Euro
    5% noch eine Kaufkraft von 59.873 Euro
    6% noch eine Kaufkraft von 53.861 Euro
    7% noch eine Kaufkraft von 48.398 Euro
    8% noch eine Kaufkraft von 43.438 Euro
    9% noch eine Kaufkraft von 38.941 Euro
    10% noch eine Kaufkraft von 34.867 Euro



  2. eupraxie

    Bargeld muss bleiben. Betrachtet man jedoch die bereits bestehenden unterschiedlichen Regelungen in Europa bzw. in der EU wirds wohl auf eine Insellösung hinauslaufen. Man müsste auch den Mut haben, öfters mit größeren Scheinen zu zahlen...denn es ist relativ mühsam, 10000 in 10ern zu zahlen....



  3. Hatschi Bratschi (kein Partner)

    Als erstes führt man Bargeldobergrenzen ein, dann wird der Bargeldbezug kostenpflichtig, dann wird Bargeldzahlung kostenpflichtig, dieser Irrsinn wird solange fortgeführt, bis der letzte Kirtagsbettler mit Karte zahlt. Und dann ist endgültig Schluss mit anonymer Zahlung. Dann weiß die Behörde auf Wunsch, wann ich wo was gekauft habe, wann ich wo und wie lange war, sie kann auf Wunsch ein Bewegungsprofil jedes Bürgers erstellen. Und mit einem einzigen Knopfdruck jedem den Zugriff auf sein Finanzvermögen sperren. Schöne, neue Welt!



    • Christian (kein Partner)

      ...einer Meinung. Weiters werden alle Bürger derart gesteuert, daß jeder revolutionärer Gedanke unterbunden wird, weil diese dann deinen täglichen Einkauf steuern, bzw. erlauben können, indem sie die Bezahlung genehmigen oder die Karte für Kauf so mancher Waren einfach sperren. Sprich der Bürger kasteit wird

  4. Seibold (kein Partner)

    Ja! Noch früher hieß es: "Krone ist Krone!" Nun, wer weiß noch davon? Das , was die Menschen am meisten interessieren sollte, wird hier lediglich mit ein paar - wenn auch wesentlichen - Kommentaren behandelt... o tempora, o mores.



  5. fewe (kein Partner)

    Ja, vor allem ist die Argumentation für die Bargeld-Obergrenze deswegen schwachsinnig, weil sich ja Terroristen oder Drogendealer kaum daran halten werden. Das ist ja der selbe Blödsinn wie mit Waffen.

    Es wäre doch ziemlich erstaunlich, wenn ein Drogendealer zum anderen sagt, dass er das Geld lieber überweisen will, weil ja die Bargeld-Obergrenze überschritten wird.

    Die Politiker halten das Volk für debil.



  6. fewe (kein Partner)

    Eine permanente schleichende Abwertung ist nötig um die Ausweitung, die durch Zinsen entsteht zu kompensieren. Ansonsten zerreißt es eine Währung alle paar Jahrzehnte.

    Vor ca. 55 Jahren hatte eine Semmel beim Bäcker 65 Groschen gekostet, heute 65 Cent; ein Golddukaten 90 Schilling, heute mehr als 100 EUR (ich weiß den akt. Kurs nicht) = Wertminderung auf ca. 1/14.

    Also Geldentwertung passiert ständig und ist auch beim Schilling passiert. Ende der 1970er, Anfang der 1980er-Jahre sogar ziemlich dramatisch. Damals gab es Sparbuchzinsen täglich fällig bis 10 Prozent, Bausparer mit 33 Prozent, Kredite für ca. 16 Prozent. Damals rechnete man mit einem Währungscrash.

    Ja, Bargeld muss bleiben!



  7. WISE WOLF (kein Partner)

    Verblödete durch Leerer entleerten Jungen und Junginnen, tauschen Bargeld gegen Digitalen Zalando Gutschein... Ausserdem müssten sie bei Bargeld auch zählen können...







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