Die Büchse der Pandora

Lesezeit: 3:00

Irgendwer hat die Büchse der Pandora geöffnet und reibt sich jetzt die dreckigen Hände. Es bleibt nur zu hoffen, dass die Menschen begreifen, was da gerade passiert. Alle Dämme scheinen zu brechen – ich beziehe mich jetzt gar nicht nur auf Politiker. Wer sich durch die Programme mit ihren Talkshows gezappt hat, der sah überall Chaos.

Da wurden von Studiogästen, wenn man genau hinhörte, Andeutungen über sexuelle Präferenzen von Politikern gemacht, da schwurbelten gigantische Zahlen über die Kosten des Videos durch den Raum – eine Million Euro –, Moderatoren bemühten sich gar nicht mehr um Neutralität, auch im Ausland nicht. Da war so viel Verachtung in den Augen – es war unfassbar.

Die gesamte Medien- und Politikwelt gerät aus den Fugen. Man kann es wohl nicht auf den Vollmond schieben.

Allerdings haben die Initiatoren dieses Videos eines außer acht gelassen: Die Bürger haben ein gutes Gespür für Unrecht und sie erkennen natürlich die Absicht dahinter. Erinnern wir uns an unsere Schulzeit zurück: Wer liebte die Petzer? Niemand! Und jeder kann vermuten, wer diese Petzer sind. Man muss nur überlegen, wem dieser Skandal nützt – und ich meine nicht nur im Inland ...

Eines ist auch sicher: Nach der EU-Wahl werden einige Medien alles dransetzen diese zu finden. Man stelle sich nur vor: Welches Prestige wäre das für einen Aufdeckerjournalisten, diese Akteure ausfindig zu machen, die Österreich mit dieser Videofalle ins Regierungschaos gestürzt haben.

Noch etwas darf man nicht vergessen: Die Österreicher haben es nicht gerne, wenn deutsche Medien und deutsche Politiker ihnen ausrichten, was sie zu tun haben.

Andererseits wird jetzt etwas Erschreckendes und Beängstigendes deutlich: die gewaltige Spaltung Europas in rechts und links. Unter der Bevölkerung mag es um Ideologie gehen, den "Eliten" geht es um Macht und Geld. Und genau das muss jetzt jedem Wähler klar werden. Es ist unfassbar, wie wir zum Spielball der Politik gemacht werden, was uns vorgemacht wird, um uns zu den Wahlurnen zu treiben und unser Kreuzerl bei der "richtigen" Partei zu machen.

Selten tritt das so zutage wie jetzt. Die österreichische Innenpolitik verkommt zum Basar der Macht, zum Pokerspiel. Alles steht unter dem Kalkül: Wie kann ich ans Ruder kommen. Auch viele in der Medienwelt wittern Morgenluft – man muss nur in die Gesichter blicken: Es fällt ihnen schwer, ihr Dauergrinsen zu verbergen. Euphorie in vielen Redaktionen. Widerlich für viele Zuseher.

Ja, Strache hat einen Fehler gemacht – aber er hat auch viele aus dem Dornröschenschlaf geholt. Nicht mit seinen Aussagen, sondern mit den Folgen, die er damit ausgelöst hat. Die Dämme sind gebrochen, die Masken sind gefallen. Jetzt heißt es: Jeder gegen jeden. Es wird ein harter, schmutziger Wahlkampf und keiner wird dabei gewinnen, denn jetzt werden wahrscheinlich einige Dinge, die bei allen Parteien unter der Decke schlummern, hervorgebracht.

Das wirklich Schlimme ist, dass es nicht nur um Österreich geht: Wenn man sich die Berichterstattung in Deutschland ansieht, dann erkennt man einiges: Die Nervosität, mit der linke deutsche Politiker die Gefahr vor den Rechten beschwören. Da muss es Umfragen für die EU-Wahl geben, die schlimm für die Linken aussehen. Ja, vielleicht wurde das Ganze einmal für die österreichische Innenpolitik gedreht, aber dass es jetzt herausgespielt wurde, lässt darauf schließen, dass es an andere Kreise verkauft und zu anderem Zwecke benützt wird. Österreich wurde das Bauernopfer in einem viel größeren Spiel um Macht und Geld.

Manuela Hahofer ist Journalistin und schreibt fast 30 Jahre für österreichische und deutsche Medien.

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  1. Ausgezeichneter KommentatorKyrios Doulos
    13x Ausgezeichneter Kommentar
    22. Mai 2019 08:33

    Frau Hahofer, danke! Sehr gut durchschaut.
    Der Herr Van der Bellen hat das nicht durchschaut, wie man in seiner Rede gestern gesehen hat. Politik ist nämlich ganz genau so, wie es uns das Video zeigt. Und zwar bei ALLEN. Sogar bei den sich am unschuldigsten gebärdenden Grünen - daran besteht allerspätestens seit Rot-Grün in Wien überhaupt kein Zweifel mehr. Die Grünen roden sogar Grünland, wenn es Immobilienhaien gefällt. Und gratis tun das die Grünen sicher nicht. Wenn wir wählen, dann sicher nicht nach dem Kriterium moralischer Reinheit. Die gibt es nämlich nicht.
    Ich lasse mich jetzt nicht beirren: Ich wähle die FPÖ, weil ich ihr Programm am ehesten teile. Das Programm von ÖVP/EVP und allen andern LINKEN lehne ich total ab. Punkt.

  2. Ausgezeichneter KommentatorKonrad Hoelderlynck
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    22. Mai 2019 08:18

    Da bin ich durchaus Ihrer Meinung. - Zweifel hege ich allerdings daran, dass in der Folge auch Verfehlungen in anderen Parteien ans Licht kommen: eher werden diese gemeinsam mauern.

  3. Ausgezeichneter KommentatorGerald
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    22. Mai 2019 09:54

    Danke Fr. Hahofer. Es tut gut auch noch vernünftige Journalisten zu hören. Was gestern der ORF in der ZIB2 aufbot war hingegen wieder einmal das krasse Gegenteil. Eine von Hass zerfressene Anneliese Rohrer giftete da derart faktenfrei in die Kamera, dass es sogar Wolf zuviel wurde. Die Ibiza-Rauschfalle und individuellen Verfehlungen der beiden FPÖler wurde z.B. von ihr als "schlimmer als 2002" und "da sieht man ja, wie die arbeiten" sowie "das ist systematisch in der FPÖ" niedergegeifert, dass sich Wolf nach der zweiten gestellten Frage kommentarlos zum zweiten Interviewpartner wegdrehte.
    Der war Deutscher und Vertreter des Handelsblattes und frohlockte sofort, dass die FPÖ nun schon zum 4. mal eine Regierung zerstört habe und somit regierungsunfähig sei, so wie alle Rechtspopulisten (entgangen ist dem Ober-Experten dabei, dass diese Regierung von Kurz aufgekündigt und 2006 regulär zu Ende regiert wurde). Danach beendete ich schlagartig mein Versehen, auf den Rotfunk geschalten zu haben.

  4. Ausgezeichneter KommentatorStein
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    23. Mai 2019 12:01

    Wie wahr !
    Medien waren schon immer im Gleichklang bemüht, Parteien wie FPÖ, AfD, Front National, Fidesz, PVV u.a. so genannte rechts-populistische Parteien, deren Vertreter und deren Wähler schlecht darzustellen. Vor dieser EU-Wahl nehmen die Schmutzkübelkampagnen und einseitigen Betrachtungsweisen aber Dimensionen an die fassungslos machen.

  5. Ausgezeichneter Kommentatoroberösi
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    22. Mai 2019 16:04

    Die riesengroße Entrüstung, die aktuell durchs Land und diesen Blog geht, sowohl wegen der zwei Deppen, die sich derart plump aufs Eis führen ließen, als auch wegen der Infamie, dieses Video zu drehen und politisch zu nutzen, hat offensichtlich denselben Ursprung: der kindliche Glaube erwachsener, ansonsten durchaus vernunftbegabter Menschen an das grundsätzlich Gute in Politik und Demokratie. Und daran, daß sich alles zum besseren wenden würde, wenn nur endlich die "richtige Partei, die "richtigen" Personen am Ruder wären.

    In dieser Verbissenheit unterscheiden sie sich nicht im geringsten von Anhängern des Sozialismus, die nach jedem noch so fulminant gescheiterten Versuch behaupten, das nächste Mal, mit geeigneterem Personal und einem noch totalitärerem Programm würde das Experiment gelingen.

    Diese Menschen wurden nun grenzenlos ent-täuscht. Und reagieren mit Wut und Entrüstung, anstatt sich einzugestehen, daß sie, wie das Kind, das an das Christkind glaubt, einem Schwindel aufgesessen sind, daß dieses demokratische System vielleicht doch funktionieren könnte, wenn man es nur richtig anstellt.

    Was muß eigentlich noch alles passieren, damit dem p.t. Volk ein Licht aufgeht? Daß nicht einzelne Parteien oder Personen, sondern diese Politik selbst das Problem ist.

    Daß der einzige Unterschied von SP oder VP zur FPÖ eben darin besteht, daß die beiden, weil sie schon Generationen an der Macht sind, über die entsprechenden Netzwerke und Ressourcen in Exekutive, Legislative, Wirtschaft und Bürokratie verfügen, die es ihnen ermöglichten, ein Personal anzufüttern und heranzuziehen, das sich intelligenter verhält als die beiden intellektuellen Tiefflieger aus der FPÖ, die, im Bewußtsein, das beschränkte Zeitfenster nutzen zu müssen, das sich ihnen nun bietet, sich all das auf einmal holen wollten, was sich Rot und Schwarz über Jahrzehnte durch sublimierte Korruption, die keinem mehr als solche bewußt wird, ergaunerten.

    Oder ist es etwas keine Korruption, wenn man seine Macht dazu nutzt, vom Schulwart aufwärts bis zum Minister die Jobs nicht primär nach Eignung, sondern nach Loyalität zur Partei zu vergeben?

    Doch niemand mehr stößt sich wirklich daran. Hat doch beinahe jeder jemanden in der Familie, der von diesem System profitiert. Von der Hausmeisterstelle bis zum wohldotierten Direktorsposten in einer windigen Wohnbaugenossenschaft, die nur deswegen mit viel Steuergeld geschaffen wurde, um verdienten Parteimitgliedern einen gut gepolsterten Posten zuschanzen zu können.

    Es soll ja durchaus Familien geben, die seit Generationen im Dunstkreis roter oder schwarzer Politik leben und sich eine berufliche Existenz außerhalb dieser geschützten Werkstätten gar nicht mehr vorstellen können.

    Eigentlich müßte man Strache und Gudenus, die sich kraft grenzenloser Blödheit selbst aus dem austriakischen politischen Universum schossen, dankbar sein, weil sie dadurch auf eindrucksvolle Weise aufgezeigt haben, wie Macht, wie Politik funktioniert, die sich demokratisch nennt.

    Müßte – sofern man daraus die richtigen Lehren ziehen würde. Und nicht mit Ungeduld die nächste Wahl erwartet, nach der aber jetzt wirklich alles besser wird, weil man das Kreuzlein diesmal nämlich an die richtige Stelle malt.

    Was lernt man aus der ganzen Sache? Über Korruption spricht man nicht, schon gar nicht vor versteckter Kamera. Sondern man praktiziert sie. Und läßt sich tunlichst nicht dabei erwischen, denn dumm ist immer nur der, der sich erwischen läßt. Dann, und nur dann stellt sich auch der gewünschte nachhaltige (Wahl-)Erfolg ein.

  6. Ausgezeichneter KommentatorIngrid Bittner
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    22. Mai 2019 10:29

    Frau Hahofer eine Ergänzung zu ihrem Bericht. Ich verweise auf den schon geposteten link: auf Youtube, Agent packt aus: Geheimfonds für Journalisten - für Strache angezapft?... https://www.youtube.com/watch?v=lzlRiBEL9sc

  7. Ausgezeichneter Kommentatorpressburger
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    22. Mai 2019 23:01

    Richtige Einschätzung. Es gibt Umfragen und Umfragen. Bei diesen Dunkelstaat ist auch nichts anderes zu erwarten. Vermute schon seit einiger Zeit dass die Daten zum voraussichtlichen Wahlverhalten die von den Geheimdiensten kommen, anders aussehen als die, die vom den staatseigenen Medien publiziert werden.
    Die Veröffentlichung des Strache Videos zeigt wie nervös die Linken sind, wie bedroht sie sich fühlen.
    Die Linkem haben noch immer ihre letzte Bastion, die Stimmenzähler, insbesondere die Briefwahl Stimmenzähler.
    Hofer haben sie ausgebootet, warum nicht mit dem gesammelten know how weiter machen.

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorDissident
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    24. Mai 2019 08:59

    Der einfältige Bürger unterliegt einen grundsätzlich falschen Denkschema. Er erkennt nicht, daß die Ursache der Verwerfungen im System liegt. Der Staat ist in erster Linie für seine Organe und Günstlinge da und weniger für die Bürger. Siehe den brillanten Vortrag von Prof. Hans Hermann Hoppe: Der Staat Feind von Ethik und Freiheit (Mises Institut). Der Staat ist das Problem und nicht die Lösung. Darüber hinaus ermöglicht die Demokratie jeden Demagogen, Zivilversager, Studienabbrecher, Nichtskönner, Abenteurer und Glücksritter Zutritt zu den Regierungsgeschäften und perpetuiert das System der Inkompetenz und Verantwortungslosigkeit. (Siehe auch den Beitrag von Vera Lengsfeld).

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  1. andreas.sarkis (kein Partner)
    26. Mai 2019 21:51

    Manuela Hahofer... das nächste Pseudonym.

  2. Dissident (kein Partner)
    24. Mai 2019 08:59

    Der einfältige Bürger unterliegt einen grundsätzlich falschen Denkschema. Er erkennt nicht, daß die Ursache der Verwerfungen im System liegt. Der Staat ist in erster Linie für seine Organe und Günstlinge da und weniger für die Bürger. Siehe den brillanten Vortrag von Prof. Hans Hermann Hoppe: Der Staat Feind von Ethik und Freiheit (Mises Institut). Der Staat ist das Problem und nicht die Lösung. Darüber hinaus ermöglicht die Demokratie jeden Demagogen, Zivilversager, Studienabbrecher, Nichtskönner, Abenteurer und Glücksritter Zutritt zu den Regierungsgeschäften und perpetuiert das System der Inkompetenz und Verantwortungslosigkeit. (Siehe auch den Beitrag von Vera Lengsfeld).

  3. Stein
    23. Mai 2019 12:01

    Wie wahr !
    Medien waren schon immer im Gleichklang bemüht, Parteien wie FPÖ, AfD, Front National, Fidesz, PVV u.a. so genannte rechts-populistische Parteien, deren Vertreter und deren Wähler schlecht darzustellen. Vor dieser EU-Wahl nehmen die Schmutzkübelkampagnen und einseitigen Betrachtungsweisen aber Dimensionen an die fassungslos machen.

  4. pressburger
    22. Mai 2019 23:01

    Richtige Einschätzung. Es gibt Umfragen und Umfragen. Bei diesen Dunkelstaat ist auch nichts anderes zu erwarten. Vermute schon seit einiger Zeit dass die Daten zum voraussichtlichen Wahlverhalten die von den Geheimdiensten kommen, anders aussehen als die, die vom den staatseigenen Medien publiziert werden.
    Die Veröffentlichung des Strache Videos zeigt wie nervös die Linken sind, wie bedroht sie sich fühlen.
    Die Linkem haben noch immer ihre letzte Bastion, die Stimmenzähler, insbesondere die Briefwahl Stimmenzähler.
    Hofer haben sie ausgebootet, warum nicht mit dem gesammelten know how weiter machen.

  5. oberösi
    22. Mai 2019 16:04

    Die riesengroße Entrüstung, die aktuell durchs Land und diesen Blog geht, sowohl wegen der zwei Deppen, die sich derart plump aufs Eis führen ließen, als auch wegen der Infamie, dieses Video zu drehen und politisch zu nutzen, hat offensichtlich denselben Ursprung: der kindliche Glaube erwachsener, ansonsten durchaus vernunftbegabter Menschen an das grundsätzlich Gute in Politik und Demokratie. Und daran, daß sich alles zum besseren wenden würde, wenn nur endlich die "richtige Partei, die "richtigen" Personen am Ruder wären.

    In dieser Verbissenheit unterscheiden sie sich nicht im geringsten von Anhängern des Sozialismus, die nach jedem noch so fulminant gescheiterten Versuch behaupten, das nächste Mal, mit geeigneterem Personal und einem noch totalitärerem Programm würde das Experiment gelingen.

    Diese Menschen wurden nun grenzenlos ent-täuscht. Und reagieren mit Wut und Entrüstung, anstatt sich einzugestehen, daß sie, wie das Kind, das an das Christkind glaubt, einem Schwindel aufgesessen sind, daß dieses demokratische System vielleicht doch funktionieren könnte, wenn man es nur richtig anstellt.

    Was muß eigentlich noch alles passieren, damit dem p.t. Volk ein Licht aufgeht? Daß nicht einzelne Parteien oder Personen, sondern diese Politik selbst das Problem ist.

    Daß der einzige Unterschied von SP oder VP zur FPÖ eben darin besteht, daß die beiden, weil sie schon Generationen an der Macht sind, über die entsprechenden Netzwerke und Ressourcen in Exekutive, Legislative, Wirtschaft und Bürokratie verfügen, die es ihnen ermöglichten, ein Personal anzufüttern und heranzuziehen, das sich intelligenter verhält als die beiden intellektuellen Tiefflieger aus der FPÖ, die, im Bewußtsein, das beschränkte Zeitfenster nutzen zu müssen, das sich ihnen nun bietet, sich all das auf einmal holen wollten, was sich Rot und Schwarz über Jahrzehnte durch sublimierte Korruption, die keinem mehr als solche bewußt wird, ergaunerten.

    Oder ist es etwas keine Korruption, wenn man seine Macht dazu nutzt, vom Schulwart aufwärts bis zum Minister die Jobs nicht primär nach Eignung, sondern nach Loyalität zur Partei zu vergeben?

    Doch niemand mehr stößt sich wirklich daran. Hat doch beinahe jeder jemanden in der Familie, der von diesem System profitiert. Von der Hausmeisterstelle bis zum wohldotierten Direktorsposten in einer windigen Wohnbaugenossenschaft, die nur deswegen mit viel Steuergeld geschaffen wurde, um verdienten Parteimitgliedern einen gut gepolsterten Posten zuschanzen zu können.

    Es soll ja durchaus Familien geben, die seit Generationen im Dunstkreis roter oder schwarzer Politik leben und sich eine berufliche Existenz außerhalb dieser geschützten Werkstätten gar nicht mehr vorstellen können.

    Eigentlich müßte man Strache und Gudenus, die sich kraft grenzenloser Blödheit selbst aus dem austriakischen politischen Universum schossen, dankbar sein, weil sie dadurch auf eindrucksvolle Weise aufgezeigt haben, wie Macht, wie Politik funktioniert, die sich demokratisch nennt.

    Müßte – sofern man daraus die richtigen Lehren ziehen würde. Und nicht mit Ungeduld die nächste Wahl erwartet, nach der aber jetzt wirklich alles besser wird, weil man das Kreuzlein diesmal nämlich an die richtige Stelle malt.

    Was lernt man aus der ganzen Sache? Über Korruption spricht man nicht, schon gar nicht vor versteckter Kamera. Sondern man praktiziert sie. Und läßt sich tunlichst nicht dabei erwischen, denn dumm ist immer nur der, der sich erwischen läßt. Dann, und nur dann stellt sich auch der gewünschte nachhaltige (Wahl-)Erfolg ein.

    • Maria Kiel
      23. Mai 2019 00:23

      was genau meinen sie mit "sofern man daraus die richtigen Lehren ziehen würde"???
      (2. Absatz von unten)

    • Bürgermeister
      23. Mai 2019 09:37

      "...kindliche Glaube erwachsener, ansonsten durchaus vernunftbegabter Menschen an das grundsätzlich Gute " Diesen Glauben finden Sie tatsächlich schon bei Kindern - zumindest in Gesellschaften die sich weiterentwickelt haben.

      Ich halte ihn für die zivilisatorische Entwicklung, für das Zusammenleben in einer arbeitsteiligen Gesellschaft für absolut unverzichtbar. In afghanisch-afrikanischen Stammesgesellschaften ist er kaum zu finden.

      Er ist der Grundbaustein auf dem das demokratische System steht, auf ihren Lösungsvorschlag (vlg. @ Maria Kiel) bin ich aber gespannt.

  6. Ingrid Bittner
    22. Mai 2019 10:29

    Frau Hahofer eine Ergänzung zu ihrem Bericht. Ich verweise auf den schon geposteten link: auf Youtube, Agent packt aus: Geheimfonds für Journalisten - für Strache angezapft?... https://www.youtube.com/watch?v=lzlRiBEL9sc

  7. Ingrid Bittner
    22. Mai 2019 10:11

    @Konrad Hoelderlynck: ich glaube nicht, dass die anderen gemeinsam mauern.
    Gemeinsm hiesse doch, dass man sich gegenseitig vrtraut. Und wer traut noch dem anderen?

    • Ingrid Bittner
      22. Mai 2019 10:24

      https://www.playboy.de/girls/playmates/clivia-treidl

      Sieht man doch allein an diesem link. Der kam gestern, ich hab vergessen von wem, weil's mir auch egal ist. Aber man merkt, es wird zum "Grabln" angefangen, was könnte es beim politischen Mitbewerber geben.
      Es handelt sich bei dieser attraktiven Frau um die Freundin von Kanzleramtsminister Blümel und TV-Ansagerin bei oe24

    • Brigitte Imb
      22. Mai 2019 11:25

      Melde mich als "Schuldige". ;)

    • Ingrid Bittner
      22. Mai 2019 16:24

      Gut gemacht Brigitte Imb. Es ist nämlich heiter, wenn ich mir vorstell, welch moralische Partei die ÖVP einmal war...........zumindest nach aussen!

  8. Gerald
    22. Mai 2019 09:54

    Danke Fr. Hahofer. Es tut gut auch noch vernünftige Journalisten zu hören. Was gestern der ORF in der ZIB2 aufbot war hingegen wieder einmal das krasse Gegenteil. Eine von Hass zerfressene Anneliese Rohrer giftete da derart faktenfrei in die Kamera, dass es sogar Wolf zuviel wurde. Die Ibiza-Rauschfalle und individuellen Verfehlungen der beiden FPÖler wurde z.B. von ihr als "schlimmer als 2002" und "da sieht man ja, wie die arbeiten" sowie "das ist systematisch in der FPÖ" niedergegeifert, dass sich Wolf nach der zweiten gestellten Frage kommentarlos zum zweiten Interviewpartner wegdrehte.
    Der war Deutscher und Vertreter des Handelsblattes und frohlockte sofort, dass die FPÖ nun schon zum 4. mal eine Regierung zerstört habe und somit regierungsunfähig sei, so wie alle Rechtspopulisten (entgangen ist dem Ober-Experten dabei, dass diese Regierung von Kurz aufgekündigt und 2006 regulär zu Ende regiert wurde). Danach beendete ich schlagartig mein Versehen, auf den Rotfunk geschalten zu haben.

    • Ingrid Bittner
      22. Mai 2019 10:18

      @Gerald: ich weiss ja nicht, wie alt sie sind und daher kann ich nicht ahnen, wie weit sie sich an politische Ereignisse erinnern können. Ich bin schon eine Alte, mein Erinnerungsschatz ist groß und wenn Sie den Namen Rohrer nennen, dann fallen mir Parteitage ein, bei denen sie anwesend war und was sie dann so geschrieben hat und vor allen Dingen, wie sie sich benommen hat. Haider hat sie immer extra begrüßt. Herrlich. Die hat doch den Jörg Haider sowas von gehasst, das kann man sich nicht vorstellen und dieser Hass auf die Gesamtpartei ist geblieben. Was ihr widerfahren ist, ich weiss es nicht, aber von Altersmilde merkt man bei der Frau noch nichts. Für mich das Pendant zu Paul Lendvai.

    • Gerald
      22. Mai 2019 11:00

      Hallo Fr. Bittner. Keine Bange, mir ist die Schlagseite von Rohrer durchaus bewusst, sie darf ja jeden Samstag in der Presse ihren Unflat abladen. Das Gegeifere gestern war aber eine ganz andere Qualität und für jeden Journalisten disqualifizierend.

    • Torres (kein Partner)
      24. Mai 2019 11:24

      Hätten Sie Ihr Versehen nicht so schlagartig beendet, hätten Sie vielleicht erfahren, welchen Unsinn Sie mit den Worten: "... dass diese Regierung von Kurz aufgekündigt und 2006 regulär zu Ende regiert wurde" von sich gegeben haben. Kurz war 2006 erst 20 Jahre alt und noch lange nicht in irgendeiner Regierung, schon gar nicht Kanzler. Das war damals Wolfgang Schüssel - so viel Wahrheit kann man sogar aus dem ORF erfahren.

    • Gerald
      24. Mai 2019 13:36

      Ich denke nicht, dass ich mich unklar ausgedrückt habe und natürlich weiß, dass 2006 Schüssel Kanzler war und Kurz noch keine Rolle spielte.

  9. Kyrios Doulos
    22. Mai 2019 08:33

    Frau Hahofer, danke! Sehr gut durchschaut.
    Der Herr Van der Bellen hat das nicht durchschaut, wie man in seiner Rede gestern gesehen hat. Politik ist nämlich ganz genau so, wie es uns das Video zeigt. Und zwar bei ALLEN. Sogar bei den sich am unschuldigsten gebärdenden Grünen - daran besteht allerspätestens seit Rot-Grün in Wien überhaupt kein Zweifel mehr. Die Grünen roden sogar Grünland, wenn es Immobilienhaien gefällt. Und gratis tun das die Grünen sicher nicht. Wenn wir wählen, dann sicher nicht nach dem Kriterium moralischer Reinheit. Die gibt es nämlich nicht.
    Ich lasse mich jetzt nicht beirren: Ich wähle die FPÖ, weil ich ihr Programm am ehesten teile. Das Programm von ÖVP/EVP und allen andern LINKEN lehne ich total ab. Punkt.

  10. Konrad Hoelderlynck
    22. Mai 2019 08:18

    Da bin ich durchaus Ihrer Meinung. - Zweifel hege ich allerdings daran, dass in der Folge auch Verfehlungen in anderen Parteien ans Licht kommen: eher werden diese gemeinsam mauern.





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