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Europas Zukunft: Gleichbehandlungs-Kommissionen statt Industrie

Jetzt also auch noch der Diesel-Motor. Es ist absolut beklemmend, wie sehr sich Europa auf immer mehr Feldern der Technik von allen großen Entwicklungen abschnürt, wie es glaubt, mit immer noch mehr Umwelt-Verboten, Gleichbehandlungs-Kommissionen und Integrations-Programmen den gleichzeitigen Mord an Industrie, Technik und Zukunft kompensieren zu können.

Gewiss, die Konjunktur scheint zu brummen. Aber das tut sie global noch mehr. Und sie ist insbesondere in Europa durch hemmungsloses Gelddrucken angeheizt worden, das nachhaltig nicht lebensfähige Blasen von der Immobilienbranche bis zu den Aktienmärkten aufgebläht hat.

Umso wichtiger wäre es, dass sich Europa und seine Führungsnation Deutschland endlich wieder der grundlegenden Tatsache der Wirtschaft auch des 21. Jahrhunderts besinnen: Industrie, Forschung und Innovation entscheiden über den künftigen Wohlstand. Aber gerade auf diesen Spielfeldern fällt Europa immer weiter hinter Nordamerika, Ost- und zunehmend auch Südasien zurück.

  • So zieht sich vor allem Deutschland seit Jahren aus allen relevanten Feldern der Energieproduktion zurück: von den Atom- bis zu den Kohlekraftwerken. Diese werden zwar weltweit mehr denn je gebaut – nur eben nicht mehr mit Technologie aus Deutschland (was immer auch Kollateral-Folgen für Österreich bedeutet).
  • So haben grüne Politiker in Deutschland die für viele Millionen lebensrettende Entwicklung von gentechnischem Insulin so lange sabotiert, bis dieses nur noch in Amerika produziert wird (um nur ein Beispiel aus der Chemie zu nennen).
  • So finden mit Tesla und Uber die spektakulärsten Innovationen in der Autobranche "natürlich" in den USA statt. Und die Chinesen sind Amerika dicht auf den Fersen.
  • So ist von den Mobiltelefonie über den Internet-Handel bis zu den Sozialen Medien die gesamte Elektronik-Industrie in amerikanisch-chinesischen Händen, während Europa nur darüber nachsinnt, wie es mit noch mehr Steuern und Regulierungen behindernd eingreifen könnte.
  • So wird in Europa, speziell in Deutschland und Österreich das Klimathema zehnmal ernster genommen als in den USA oder China. Dabei ist klar: Was auch immer daran wahr ist, dass die Anzeichen einer Klima-Erwärmung menschengemacht sind und nicht Folgen natürlicher Vorgänge im Rhythmus Eiszeit-Zwischeneiszeit – die Auswirkungen sind jedenfalls global, selbst wenn die Ursachen lokal sein sollten.
  • So gibt es sehr ernste Analysen, dass nach dem Diesel auch die Autoproduktion als Ganzes zunehmend aus Europa vertrieben wird, genauer: dass nach einem europäischen Autosterben von Italien bis Schweden jetzt auch das Mutterland des Autos, nämlich Deutschland, denselben Weg gehen wird.

Aber nirgendwo werden die wahren Ursachen des europäischen Hinterherhinkens ehrlich diskutiert. Die da sind: Überregulierung, Ökologismus, Technikfeindlichkeit, Hochbesteuerung und eine völlig verkehrte Finanz- und Währungspolitik.

Ich schreibe in jeder Nummer der Finanz- und Wirtschafts-Wochenzeitung "Börsen-Kurier" die Kolumne "Unterbergers Wochenschau".

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