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Die ÖBB: Dichtung und Wahrheit

Lesezeit: 8:00

Die Bundesbahn ist unter Christian Kern zweifellos erfolgreicher als früher. Freilich nur dabei, sich (und vor allem Kern) zu vermarkten. Die Probleme sind aber haargenau die gleichen geblieben.

Da hat Kern sich jetzt etwa berühmt, „durch Gesundheits-Checks“ 51 Mitarbeiter aus der Langzeit-Krankenstands-Pension wieder zurückzuholen. Sie waren offensichtlich durchaus arbeitsfähig. Oder wie Kern feige formuliert: Sie wurden es „wieder“. Der Effekt war aber gering, wie der oberste ÖBB-Spin-Doctor zugeben musste: Denn fast alle gingen bald wieder in den Krankenstand.

In Wahrheit ist also dieses Rückholprogramm eine totale Blamage. Für Kern, aber vor allem für das System. Gäbe es nicht (noch) den unabhängigen Rechnungshof, würden wir jedoch nicht einmal ein Zipfelchen der Wahrheit über die ÖBB erfahren. Der erschütternde Tiefpunkt der Rechnungshof-Daten: Das durchschnittliche Pensionsantrittsalter bei der ÖBB liegt noch immer unter 53 Jahren!

Wie vielen anderen Berufstätigen macht auch vielen ÖBBlern das jahrelange Arbeiten keinen sonderlichen Spaß. Warum sollte es auch? Wenn Arbeiten nur Freude und Spaß wäre, bräuchte man ja kein Entgelt dafür zu zahlen!

Die Bundesbahner haben da aber im Gegensatz zum Rest der Menschheit einen riesigen Vorteil: Das Sozialsystem und die bürokratischen Strukturen machen es ihnen sehr leicht, auch ohne allzulanges Arbeiten in eine frühe Pension mit einem ausreichenden Salär zu kommen.

Daher gehen nach wie vor 90 Prozent der ÖBBler in Frühpension, weil sie angeblich krank sind. Aber statt dass wegen dieser ungeheuerlichen Zahl endlich ein paar Krankschreib-Ärzte einen Betrugsprozess bekommen, läuft das System munter weiter. Management wie Betriebsrat drücken sogar ständig öffentlich auf die Tränendrüse, wie hart doch die Arbeit bei der Bahn sein müsse, wenn 90 Prozent krank werden. Sie haben halt wirklich keinen Genierer.

Es wechseln seit vielen Jahren immer nur die Ausreden, warum bei der ÖBB jeweils erst in der Zukunft, nie in der Gegenwart ein ebenso langes Arbeiten wie etwa im Ausland üblich wird. Einmal sind der Grund die „harten Arbeitsbedingungen“; so als ob noch immer Zehntausende Eisenbahner Schwerstarbeit auf Dampfloks bei Sturm, Regen und Eiseskälte verrichten müssten. Dann ist es wieder – besonders skurril – die üble schwarz-blaue Zeit, die an den heutigen ÖBB-Missständen schuld sei; irgendwann sollten die sozialistischen Propagandamaschinen aber doch mitkriegen, dass Schwarz-Blau über acht Jahre vorbei ist.

Alles scheitert am Dienstrecht

Warum scheitern im wirklichen Leben alle politischen Ankündigungen so hartnäckig, die Eisenbahner viel länger beschäftigt zu halten? Ich glaube gar nicht, dass Politiker und ÖBB-Vorstände uns dabei ständig bewusst Schmähs erzählen. Manche von ihnen werden durchaus ehrliche Absichten haben. Aber in Wahrheit hat noch kein einziger von ihnen das von der ÖBB-Gewerkschaft mit Hilfe von Partei, Ministerium und Gesetzgeber geflochtene enge Arbeitsrechts-Netz aufschneiden können, das den teuren Privilegienstadel schützt.

Das Netz ist nämlich nicht nur eng, sondern auch unglaublich kompliziert. Zweifellos mit Absicht. In Wahrheit kennt sich niemand im ÖBB-Dienstrecht aus – außer den Nutznießern selber, also vor allem die Gewerkschaft. Das hat der damalige ÖBB-Gewerkschaftsboss Haberzettl vor vier Jahren selbst einmal in einem Interview zugegeben: „Ich glaube, dass sich die meisten ÖBB-Manager im Arbeitsrecht der Eisenbahner nicht auskennen.“ Da hat er wohl einmal wirklich recht gehabt. Genau das ist auch das größte und teuerste ÖBB-Problem.

Übrigens ist es beim allgemeinen Beamtendienstrecht ganz ähnlich. Ich habe noch keinen einzigen Nicht-Beamten, keinen Politiker kennengelernt, der sich darin wirklich auskennen würde. Deshalb scheitern auch dort alle Reformversuche. Obwohl fast jede Regierung solche unternommen hat (Bei den Regierungen Faymann ist mir allerdings nichts bekannt).

In Deutschland streiken Lokführer und Piloten fast ständig im Kampf um ihre Privilegien. In Österreich tun sie das viel seltener. Hier sind die Gewerkschafter aber nicht verantwortungsbewusster, sondern nur raffinierter. Hier darf sogar hie und da reformiert werden, wofür sich mehrere Regierungen auch schon selbst gefeiert haben. Solche Reförmchen beschwichtigen dann auf Jahre jede kritische Debatte – bis dann die Außenwelt und der jeweilige Finanzminister endlich mitkriegen, dass sich eigentlich gar nichts geändert hat. Im Dickicht des komplizierten Dienst- und Arbeitsrechts – und dessen extrem arbeitnehmerfreundlicher Interpretation durch viele Sozialgerichte – ist noch jede Dienstrechtsreform steckengeblieben.

Manche Reformen sind freilich schon von Anfang an lächerlich. So sollen neuerdings Eisenbahner ab dem 54. Lebensjahr in eine altersbedingte Teilzeit gehen können. Als Begründung für dieses neue Privileg wird dann wiederum die furchtbar schwere Arbeit genannt. So als ob die ÖBBler die Züge eigenhändig über den Semmering schieben müssten.

Der absurde Ungeist des nur-ja-nicht-zu-viel-und-zu-lang-arbeiten-Wollens steckt ganz tief in den Genen der ÖBB-Gewerkschaft. Archetypisch, hat sich das bei Haberzettls Rücktritt gezeigt: Er ist im Alter von 56 aus allen Funktionen in ÖBB, ÖGB und SPÖ abgegangen; und er hat das auch noch frech kommentiert: Er wolle „jüngeren Talenten Platz machen". Mieser geht’s nimmer. Da ist es doppelt selbstverständlich, dass auch fast alle anderen Eisenbahner diesem Beispiel folgen wollen.

Das Verstummen von ÖVP, FPÖ und allen Medien

Trotz all dieser Missstände hat selbst die ÖVP ihre einst mutige Kritik an der ÖBB und der durch sie verursachte Verbrennung von sieben Milliarden Steuermitteln – jährlich! – aufgegeben. Ist sie des jahrelangen Kampfes müde? Erschöpft? Gekauft? Sozialpartnerschaftlich kastriert? Oder hat die ÖVP in ihrer personellen Ausdünnung einfach niemanden mehr, der sich auskennen würde?

Egal. Das Ergebnis ist für ÖBB und ÖGB perfekt. Ist doch auch die restliche Opposition verstummt. Und Zeitungen wie ORF sind so mit ÖBB-Werbung zugestopft, sodass auch dort niemand mehr kritisch recherchiert.

Daher kann die ÖBB sogar regelmäßig behaupten, sie würde Gewinne machen, ohne dass das ganze Land in schallendes Gelächter ausbricht. In Wahrheit zeigen diese „Gewinne“ ja nur, dass auf so vielen Wegen Steuergeld-Subventionen an die Bahn fließen, dass ihr dann am Schluss sogar etwas davon überbleibt. Denn der Steuerzahler zahlt de facto nicht nur die ganze Infrastruktur – Bahnhöfe bis Geleise –, sondern auch die stolzen ÖBB-Pensionen. Und überdies streift die ÖBB auch dafür noch Geld ein, dass sie überhaupt die einzelnen Strecken bedient.

Die ÖBB hat auch die von der EU und Schwarz-Blau unternommenen Versuche erfolgreich zertrümmern können, Infrastruktur und rollenden Betrieb streng zu trennen. In Österreich untersteht alles weiter einem Kommando. Auch wenn es ökonomisch völlig unsinnig und vor allem teuer ist. Das ist so, wie wenn die Asfinag auch ein de-facto-Monopol auf alle Fahrzeuge hätte, die auf Autobahnen fahren. Dadurch kann die ÖBB natürlich fast jeden echten Wettbewerb verhindern.

Ähnlich ärgerlich sind die Schikanen, mit denen die ÖBB die private „Westbahn“, die ihr wenigstens zwischen Wien und Salzburg Konkurrenz macht, aus dem Markt zu drängen versucht. Deren Aufzählung würde ganze Bücher füllen. Und es dauert immer Jahre, bis dann ein Höchstgericht wenigstens Teile davon abstellt.

Mit der ÖBB unterwegs

Als ich dieser Tage mit der Staatsbahn nach München fuhr, erlebte ich auch von der Kundenseite her an eigentlich winzigen Kleinigkeiten wieder einmal die ernüchternde ÖBB-Realität. Dabei war es der Railjet, der Vorzeigezug der Bahn. Aber nicht einmal dort war die ÖBB imstande, die um teures Geld von einigen Fahrgästen reservierten Sitze auch im Zug selbst als reserviert zu kennzeichnen. Was natürlich zu Streitigkeiten zwischen Fahrgästen führte. Diese konnten dann auch nicht bei einer Tasse Kaffee beigelegt werden: Denn die Kaffeemaschine war kaputt.

Dann erlebt ich aber doch noch eine positive Überraschung, die meine Kritik widerlegte: Es kam plötzlich ein Schaffner, der eindeutig deutlich älter als das ÖBB-Pensionsantrittsalter war. Bald aber erinnerte ich mich: Wir waren ja schon über der Grenze. Und das war in der Tat ein Schaffner der Deutschen Bahn.

Apropos ältere Menschen und die Bahn: Die ÖBB hat eine an sich verdienstvolle Initiative gestartet, mit älteren Freiwilligen den Passagieren beim Bedienen der (ja alles andere als bedienerfreundlichen) Fahrscheinautomaten wenigstens in ein paar großen Bahnhöfen zu helfen. Prompt schäumt die Gewerkschaft: Dafür solle gefälligst jemand angestellt werden.

Das ist ja in der Tat seit jeher das oberste Prinzip der Gewerkschaft, die sich eine Bahn hält: Warum billig, wenn es teuer auch geht!

PS.: Die deutsche Bahn hat in den letzten Wochen deutlich ihre früheren Wachstumsprognosen nach unten revidieren müssen. Sie spürt dramatisch die Konkurrenz der billigen Fernbus-Linien, die in Deutschland unglaublich boomen. In Österreich boomen sie nicht: Da werden nämlich von der Behörde reihenweise Anträge auf Einrichtung neuer Fernbus-Verbindungen abgelehnt. Das ist Österreichs ganz real existierender Sozialismus. Denn eigentlich ist es ja absurd, dass eine Behörde überhaupt den Bedarf an einer Buslinie prüft. Wenn wirklich niemand fahren will, müsste den Verlust ja ohnedies der Unternehmer tragen. Aber der Arm der Partei im Dienst der ÖBB-Privilegien ist noch immer sehr lang und schützt daher weiterhin die Bahn. Daher wird es wieder Jahre dauern, bis Gerichte den ÖBB-SPÖ-Filz in die Schranken gewiesen haben.

PPS.: Das Eisenbahn-Musterland Schweiz bietet an nicht weniger als 1400 Standorten Car Sharing an. Damit kann man fast überall hin mit der Bahn fahren und dann am Bahnhof direkt in ein Auto  wechseln. Was Bahnfahren natürlich viel attraktiver macht. Bei uns wird hingegen von der ÖBB weiter gegen das Auto gehetzt . . .

 

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorGerhard Pascher
    11x Ausgezeichneter Kommentar
    24. März 2015 08:00

    Christian Kern ist Vorstandsvorsitzender der ÖBB-Holding, also der oberste Manager der Bundesbahnen. Tatsächlich werden alle wichtigen Entscheidungen aber vom Zentralbetriebsrat Roman Hebenstreit mit Unterstützung der Gewerkschaft getätigt und Kern muss dazu nur sein OK geben. Das war auch schon bei seinem Vorgänger Haberzettl so. Dies zeigt sich auch bei den aktuellen Diskussionsvorschlägen vom Finanzminister Schelling zur Übernahme in die ÖIAG (jetzt ÖBIB), wo - mit Unterstützung von BM Hundsdorfer - sofort vieles abgeschmettert wurde.

    Dies alles erinnert mich an eine ähnliche Situation bei der "alten" VÖEST, wo damals der legendäre Betriebsrat Franz Ruhaltinger diese staatseigene Fima ebenfalls "leitete" und fast zugrunde richtete. Erfreulicherweise hat dann aber der Staat die ständigen Finanzhilfen eingestellt und sowie gab es schnell ein Aus. Die neue Voest-Alpine AG konnte dann ohne diesem Bremsklotz reüssieren und es in verkleinerter Form es zu einem österreichischen Vorzeigemodell bringen. Es gibt noch weitere Bespiele, wo Gewerkschaften und Parteien Firmen "erfolgreich" in den Abgrund führten (Konsum Österreich, Arbeiterzeitung, Druckhaus Elbemühl, Globusverlag, Bawag u.v.a.m.).

    Es gibt aber auch brave und gewissenhafte Leute bei der ÖBB. Ich kenne einen davon, der sogar mit seinem Betriebsrat Ärger hatte, denn dieser hat ihm vorgeworfen, zuwenig Krankenstandstage zu haben. Damit bringe er seine Kollegen in Bedrängnis, denn er bringt die "Statistik" und den möglichen Vergleich zu anderen Bediensteten in Unordnung. Ein anderer wiederum ging aus "gesundheitlichen" Gründen mit 48 Jahren in Pension und arbeit seither eifrig bei Schlägerungen im Wald.

  2. Ausgezeichneter Kommentatorkritikos
    9x Ausgezeichneter Kommentar
    24. März 2015 01:13

    Unser Blogbetreiber hat offensichtlich einen beachtlichen Mut und vielleicht auch einen gewissen Optimismus, wenn er gegen die ÖBB auftritt. Die ÖBB ist ja Gewerkschaft zur Potenz! Die Erwähnung von mehreren Besonderheiten (Karten-Hilfe, älterer Schaffner, Kaffee etc.) ist, wenn man es so nimmt, etwas für die eigene Heiterkeit. Für den Staat Österreich ist das Gebilde ÖBB aber sicher eine riesige Belastung. Für den Staat? Für uns alle!

  3. Ausgezeichneter KommentatorJosef Maierhofer
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    24. März 2015 09:32

    Ja der Parteifilz ist der gordische Knoten.

    Für mich ist jede Ideologie Idiotie. So natürlich auch die Gewerkschaftsideologie des 'Staatsmelkens', wo es geht. (immer auf Kosten anderer)

    Sogar noch zu Wirtschaftswunderzeiten hat meine Mutter öfter gesagt, 'wenn ich einmal nimmer kann, dann geh ich zur Eisenbahn'. Zum Vater kamen Werber aus der Dorfgemeinschaft, wir hatten 2 ÖBB-ler, die ihn erfolglos zu überzeugen versuchten, für wie wenig Arbeit er 'locker' das Doppelte verdienen könne, auch das Pfuscher Argument wurde gebracht, 'kannst ja in der Frühpension pfuschen# sind Worte, an die ich mich noch erinnern kann.

    Ja diese 'Kahlfrassideologie' ist tief verwurzelt bei allen Linken, genauso wie die 'Pfuscherideologie'. Einerseits trommelt die Gewerkschaft für die Anstellung der Leute, die freiwillig was leisten, andererseits aber schützt sie die Pfuscher, die eigentlich in der linken Szene 'total normal' sind.

    Dass das eine ÖVP nicht 'übernasert', glaube ich nicht, ich fürchte, es ist das 'Gleichgewicht des Schreckens, das da enormen Widerstand bei der Zerschlagung des 'österreichischen gordischen Knotens' liefert und Reformen in weite Ferne rücken lässt, egal, ob dann alles hin ist oder sonst was Schlimmes passiert mit uns. Wir tanzen unsere 'Kahlfrassideologie', nun schon etwa 50 Jahre bald, bis zum Ende.

    Ja und die Opposition, wie Dr. Unterberger richtig feststellt, die ist da still, denn sie weiß auch genau, da gibt es kein Durchkommen, wenn man die Österreicher vor dem Verderben bewahren will.

    Es liegt in der gewissenlosen Ideologie, in der Klientelpolitik, in der Reformresistenz und in der Selbstbedienung, die man hierzulande vermutlich nie erfolgreich bekämpfen kann, bis wir halt bei 'den Ziegelweibern' wieder beginnen müssen.

    Schande über uns !

    Wir stehen damit schon bald hinter Griechenland, real zwar, aber noch lange nicht in der Propaganda.

  4. Ausgezeichneter KommentatorWertkonservativer
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    24. März 2015 11:57

    Der vierte Absatz der heutigen A.U.-Kolumne trifft "den Nagel auf den Kopf"!

    Wie überall im Leben, speziell auch in der Berufs-Sphäre, ist Freude an der Arbeit die Hauptmotivation dafür, die notwendige Arbeit nicht nur gern, sondern auch gut zu machen!

    In einem System, wo Arbeit meist als lästige und von oben her (speziell von bösen Kapitalisten) den armen Arbeitssklaven aufoktroyierte lästige Verpflichtung gesehen wird, ist es kein Wunder, wenn diese bei allererster Gelegenheit die Leine reißen und sich in die "wohlverdiente" Pension vertschüssen!

    Der Herr Kern ist ein Blender und lediglich unter dem Aspekt (Einäugiger/Blinder) der im Rotbereich grassierenden Persönlichkeiten-Dürre ein diskutierter Nachfolge-Kandidat für den Taxler der Nation.

    Kurz zum "Verstummen" der Kritik:

    dass die ÖVP nicht mehr so laut wie früher schreit, mag - neben gewissen Koalitions-Rücksichtsnahmen - auch personell bedingt sein.

    Dass jedoch die von Koalitionszwängen freie FPÖ die Missstände bei den ÖBB nicht entsprechend brandmarkt und in ihr übliches Rundum-Oppositionsgetöse aufnimmt, ist schon verwunderlich! Da hätten die Blauen ein dankbares Feld, das sie jedoch überhaupt nicht beackern! Da wäre doch allerlei herauszuholen, oder?
    Dem Herrn Kickl auf dessen Redeliste reklamieren, schlage ich vor!

  5. Ausgezeichneter KommentatorHerby
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    24. März 2015 08:08

    Es gibt sehr viele ausgezeichnete & preiswerte Fernbus-Angebote in Österreich:

    Übersichts- & Vergleichsplattform CHECK MY BUS:
    http://www.checkmybus.at/oesterreich

    EUROLINES AUSTRIA: http://eurolines.at/de

    WESTBUS: https://westbus.at/de

    BLAGUSS: http://www.blaguss.at/de

    Der große deutsche Busbetreiber FLIXBUS bietet auch ab Wien (speziell Busterminal Wien-Erdberg) & anderen österr. Städten viele attraktive Verbindungen an:
    https://www.flixbus.at/

  6. Ausgezeichneter KommentatorThomas F.
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    30. März 2015 11:41

    Ich erinnere mich auch an ein bemerkenswertes Erlebnis bei einer Bahnfahrt nach München letztes Jahr:
    Ich hatte keine Platzreservierung und der Zug war gerammelt voll. Dumm angegangen, aber so oft fahre ich eben nicht Bahn. Wie freute ich mich, als auf einer Vierer-Sitzgruppe nur ein junger Mann saß und mir freundlich zu verstehen gab, ich könne doch Platz nehmen. Verwundert fragte ich: "Aber hier ist doch reserviert!". "Kein Problem, ich habe alle vier reserviert, obwohl ich alleine reise. Es kostet mich nämlich nichts. - ÖBB Mitarbeiter."

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorThomas F.
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    30. März 2015 11:41

    Ich erinnere mich auch an ein bemerkenswertes Erlebnis bei einer Bahnfahrt nach München letztes Jahr:
    Ich hatte keine Platzreservierung und der Zug war gerammelt voll. Dumm angegangen, aber so oft fahre ich eben nicht Bahn. Wie freute ich mich, als auf einer Vierer-Sitzgruppe nur ein junger Mann saß und mir freundlich zu verstehen gab, ich könne doch Platz nehmen. Verwundert fragte ich: "Aber hier ist doch reserviert!". "Kein Problem, ich habe alle vier reserviert, obwohl ich alleine reise. Es kostet mich nämlich nichts. - ÖBB Mitarbeiter."


alle Kommentare

  1. Thomas F. (kein Partner)
    30. März 2015 11:41

    Ich erinnere mich auch an ein bemerkenswertes Erlebnis bei einer Bahnfahrt nach München letztes Jahr:
    Ich hatte keine Platzreservierung und der Zug war gerammelt voll. Dumm angegangen, aber so oft fahre ich eben nicht Bahn. Wie freute ich mich, als auf einer Vierer-Sitzgruppe nur ein junger Mann saß und mir freundlich zu verstehen gab, ich könne doch Platz nehmen. Verwundert fragte ich: "Aber hier ist doch reserviert!". "Kein Problem, ich habe alle vier reserviert, obwohl ich alleine reise. Es kostet mich nämlich nichts. - ÖBB Mitarbeiter."

  2. Tik Tak (kein Partner)
    26. März 2015 11:30

    Passt doch, der Kern macht wenigstens was er gelernt hat.
    Das ist im staatsnahen Bereich sogar eine Ausnahme.

    Der ist schließlich kein Manager, der hat "Irgendwas mit Medien" studiert, also Kommunikationswissenschaften.
    Den Betrieb der ÖBB kann und will er nicht managen, warum auch, das ist ja nicht sein Job, also macht er Medienpolitik.
    Und den Saustall der ÖBB Einzelverträge aufzuräumen wird ohne eine Änderungskündigung bzw. einer kompletten Neugründung der Gesellschaft auch nicht möglich sein.
    Die aber scheut die Republik.
    Und so werden es jedes Jahr ein paar Milliarden Zuschuß für die ÖBB bleiben.

  3. peter789 (kein Partner)
  4. fewe (kein Partner)
    26. März 2015 06:15

    Kern macht das schon nicht so schlecht. Viel besser geht es wohl nicht. Wenn die Leute von den Ärzten wieder krankgeschrieben werden, dann kann man ihm das wohl nicht anlasten.

    Das Problem ist, dass alles was betriebswirtschaftlich gut ist, volkswirtschaftlich schädlich ist v.v. Für einen Staatsbetrieb geht es um die Volkswirtschaft.

    Man kann das einfach nicht mit einem privaten Unternehmen vergleichen, das nur seinen eigenen Erfolg im Auge haben muss. Wenn man sich die Strecke Wien-Salzburg herauspickt und sich um sonst nichts kümmern muss ist es leicht, da billiger zu sein. Beispielsweise.

    1000 EUR/Jahr u. Österreicher als Subvention sind allerdings dennoch abenteuerlich zu viel.

    • fewe (kein Partner)
      26. März 2015 06:25

      Forts.: Die ÖBB sind einfach ein Staatsbetrieb und deren Kosten sind Umsatz für andere, die davon wieder Steuern zahlen und viele Firmen nur wegen den ÖBB existieren können. Und dort wiederum sehr viele Leute einen angemessen bezahlten Arbeitsplatz haben. Weil eben nicht das Letzte aus ihnen herausgepresst wird.

      Eine Privatfirma interessiert nur isoliert ihr eigener Erfolg. Ob andere daran zugrunde gehen kann ihr egal sein. Einer AG ist es sogar vorgeschrieben, nicht auf Andere Rücksicht zu nehmen. Für einen Staatsbetrieb ist halt der eigene Tellerrand ganz Österreich und damit auch der Erfolg anderer Betriebe.

      Dieses Grundproblem wird Kern nicht lösen können, man wirft es ihm aber vor.

  5. Wertkonservativer
    24. März 2015 11:57

    Der vierte Absatz der heutigen A.U.-Kolumne trifft "den Nagel auf den Kopf"!

    Wie überall im Leben, speziell auch in der Berufs-Sphäre, ist Freude an der Arbeit die Hauptmotivation dafür, die notwendige Arbeit nicht nur gern, sondern auch gut zu machen!

    In einem System, wo Arbeit meist als lästige und von oben her (speziell von bösen Kapitalisten) den armen Arbeitssklaven aufoktroyierte lästige Verpflichtung gesehen wird, ist es kein Wunder, wenn diese bei allererster Gelegenheit die Leine reißen und sich in die "wohlverdiente" Pension vertschüssen!

    Der Herr Kern ist ein Blender und lediglich unter dem Aspekt (Einäugiger/Blinder) der im Rotbereich grassierenden Persönlichkeiten-Dürre ein diskutierter Nachfolge-Kandidat für den Taxler der Nation.

    Kurz zum "Verstummen" der Kritik:

    dass die ÖVP nicht mehr so laut wie früher schreit, mag - neben gewissen Koalitions-Rücksichtsnahmen - auch personell bedingt sein.

    Dass jedoch die von Koalitionszwängen freie FPÖ die Missstände bei den ÖBB nicht entsprechend brandmarkt und in ihr übliches Rundum-Oppositionsgetöse aufnimmt, ist schon verwunderlich! Da hätten die Blauen ein dankbares Feld, das sie jedoch überhaupt nicht beackern! Da wäre doch allerlei herauszuholen, oder?
    Dem Herrn Kickl auf dessen Redeliste reklamieren, schlage ich vor!

  6. Josef Maierhofer
    24. März 2015 09:32

    Ja der Parteifilz ist der gordische Knoten.

    Für mich ist jede Ideologie Idiotie. So natürlich auch die Gewerkschaftsideologie des 'Staatsmelkens', wo es geht. (immer auf Kosten anderer)

    Sogar noch zu Wirtschaftswunderzeiten hat meine Mutter öfter gesagt, 'wenn ich einmal nimmer kann, dann geh ich zur Eisenbahn'. Zum Vater kamen Werber aus der Dorfgemeinschaft, wir hatten 2 ÖBB-ler, die ihn erfolglos zu überzeugen versuchten, für wie wenig Arbeit er 'locker' das Doppelte verdienen könne, auch das Pfuscher Argument wurde gebracht, 'kannst ja in der Frühpension pfuschen# sind Worte, an die ich mich noch erinnern kann.

    Ja diese 'Kahlfrassideologie' ist tief verwurzelt bei allen Linken, genauso wie die 'Pfuscherideologie'. Einerseits trommelt die Gewerkschaft für die Anstellung der Leute, die freiwillig was leisten, andererseits aber schützt sie die Pfuscher, die eigentlich in der linken Szene 'total normal' sind.

    Dass das eine ÖVP nicht 'übernasert', glaube ich nicht, ich fürchte, es ist das 'Gleichgewicht des Schreckens, das da enormen Widerstand bei der Zerschlagung des 'österreichischen gordischen Knotens' liefert und Reformen in weite Ferne rücken lässt, egal, ob dann alles hin ist oder sonst was Schlimmes passiert mit uns. Wir tanzen unsere 'Kahlfrassideologie', nun schon etwa 50 Jahre bald, bis zum Ende.

    Ja und die Opposition, wie Dr. Unterberger richtig feststellt, die ist da still, denn sie weiß auch genau, da gibt es kein Durchkommen, wenn man die Österreicher vor dem Verderben bewahren will.

    Es liegt in der gewissenlosen Ideologie, in der Klientelpolitik, in der Reformresistenz und in der Selbstbedienung, die man hierzulande vermutlich nie erfolgreich bekämpfen kann, bis wir halt bei 'den Ziegelweibern' wieder beginnen müssen.

    Schande über uns !

    Wir stehen damit schon bald hinter Griechenland, real zwar, aber noch lange nicht in der Propaganda.

  7. Herby
    24. März 2015 08:08

    Es gibt sehr viele ausgezeichnete & preiswerte Fernbus-Angebote in Österreich:

    Übersichts- & Vergleichsplattform CHECK MY BUS:
    http://www.checkmybus.at/oesterreich

    EUROLINES AUSTRIA: http://eurolines.at/de

    WESTBUS: https://westbus.at/de

    BLAGUSS: http://www.blaguss.at/de

    Der große deutsche Busbetreiber FLIXBUS bietet auch ab Wien (speziell Busterminal Wien-Erdberg) & anderen österr. Städten viele attraktive Verbindungen an:
    https://www.flixbus.at/

    • fewe (kein Partner)
      26. März 2015 06:15

      Kern macht das schon nicht so schlecht. Viel besser geht es wohl nicht. Wenn die Leute von den Ärzten wieder krankgeschrieben werden, dann kann man ihm das wohl nicht anlasten.

      Das Problem ist, dass alles was betriebswirtschaftlich gut ist, volkswirtschaftlich schädlich ist v.v. Für einen Staatsbetrieb geht es um die Volkswirtschaft.

      Man kann das einfach nicht mit einem privaten Unternehmen vergleichen, das nur seinen eigenen Erfolg im Auge haben muss. Wenn man sich die Strecke Wien-Salzburg herauspickt und sich um sonst nichts kümmern muss ist es leicht, da billiger zu sein. Beispielsweise.

      1000 EUR/Jahr u. Österreicher als Subvention sind allerdings dennoch abenteuerlich zu viel.

  8. Gerhard Pascher
    24. März 2015 08:00

    Christian Kern ist Vorstandsvorsitzender der ÖBB-Holding, also der oberste Manager der Bundesbahnen. Tatsächlich werden alle wichtigen Entscheidungen aber vom Zentralbetriebsrat Roman Hebenstreit mit Unterstützung der Gewerkschaft getätigt und Kern muss dazu nur sein OK geben. Das war auch schon bei seinem Vorgänger Haberzettl so. Dies zeigt sich auch bei den aktuellen Diskussionsvorschlägen vom Finanzminister Schelling zur Übernahme in die ÖIAG (jetzt ÖBIB), wo - mit Unterstützung von BM Hundsdorfer - sofort vieles abgeschmettert wurde.

    Dies alles erinnert mich an eine ähnliche Situation bei der "alten" VÖEST, wo damals der legendäre Betriebsrat Franz Ruhaltinger diese staatseigene Fima ebenfalls "leitete" und fast zugrunde richtete. Erfreulicherweise hat dann aber der Staat die ständigen Finanzhilfen eingestellt und sowie gab es schnell ein Aus. Die neue Voest-Alpine AG konnte dann ohne diesem Bremsklotz reüssieren und es in verkleinerter Form es zu einem österreichischen Vorzeigemodell bringen. Es gibt noch weitere Bespiele, wo Gewerkschaften und Parteien Firmen "erfolgreich" in den Abgrund führten (Konsum Österreich, Arbeiterzeitung, Druckhaus Elbemühl, Globusverlag, Bawag u.v.a.m.).

    Es gibt aber auch brave und gewissenhafte Leute bei der ÖBB. Ich kenne einen davon, der sogar mit seinem Betriebsrat Ärger hatte, denn dieser hat ihm vorgeworfen, zuwenig Krankenstandstage zu haben. Damit bringe er seine Kollegen in Bedrängnis, denn er bringt die "Statistik" und den möglichen Vergleich zu anderen Bediensteten in Unordnung. Ein anderer wiederum ging aus "gesundheitlichen" Gründen mit 48 Jahren in Pension und arbeit seither eifrig bei Schlägerungen im Wald.

    • Herby
      24. März 2015 08:13

      ...... und das alles erinnert auch an an den untergegangenen Ostblock wo zum Schluss nur mehr bankrotte, veramte Staaten übrigblieben:

      Rote Parteischranzen in den diversen Zentralkomitees befahlen den Managern in den Betrieben was & wie sie produzieren müssen und mit welchen Arbeitern & Angestellten.

    • Gerhard Pascher
      24. März 2015 09:27

      Herby:
      Ich musste hunderte Male in den 70er/80er-Jahren den sog. Ostblock bereisen. Oft konnte ich bei den den Firmenleitungen Doppelspitzen sehen: Ein Parteifunktionär, welcher die Verbindung zum zuständigen Ministerium, der Partei und der Gewerkschaft besorgte und ein Fachmann (mit Fremdsprachenkenntnissen), welcher sich um den täglichen Kram mit Personal, Materialbeschaffung, Maschinen, Ersatzteilen usw. kümmern musste. Natürlich mussten die vom Ministerium vorgeschriebenen Pläne erfüllt werden, dazu verwendete man die tollsten "Erfindungen".

      Manche Betriebe waren fast völlig autark, um von der unzuverlässigen Außenwelt möglichst unabhängig zu sein. Vielfach beeanspruchten die Servicewerkstätten fast so viel Platz wie die Produktion. Denn es war sehr zeitaufwändig und mühsam, für eine westliche Maschine plötzlich einen Ersatzteil zu bekommen. So konnte man "über Nacht" das benötigte Teil selbst herstellen.
      In Rumänien klagte mir einmal der (zweite) Manager, dass die Produktionsziffern der Schuhgrößen völlig unrealistisch vom Ministerium vorgegeben wurden. Obwohl üblicherweise die Schuhgröße 42 stark nachgefragt wird, durfte nur eine kleine Menge produziert werden. Die Folge war, dass diese Größe nur am Schwarzmarkt zu überhöhten Preisen gehandelt wurde - tatsächlich wurden diese "Sonderkontingente" auch in der Fabrik in der Nacht mit zuverlässigen Leuten und schwarz eingekauftem Rohmaterial hergestellt. So hatte man immer wieder Lücken im System "zum Überleben" ausgenützt.

    • Haider
      24. März 2015 21:54

      Bei der GdE (Gewerkschaft der Eisenbahner) könnten KP/SP-Apparatschiks von Stalin bis Hundsdorfer noch Nachhilfe nehmen. Jene wissen genau, wie man den Steuerzahler aussackelt und dennoch das Unternehmen in den Abgrund treibt.

  9. kritikos
    24. März 2015 01:13

    Unser Blogbetreiber hat offensichtlich einen beachtlichen Mut und vielleicht auch einen gewissen Optimismus, wenn er gegen die ÖBB auftritt. Die ÖBB ist ja Gewerkschaft zur Potenz! Die Erwähnung von mehreren Besonderheiten (Karten-Hilfe, älterer Schaffner, Kaffee etc.) ist, wenn man es so nimmt, etwas für die eigene Heiterkeit. Für den Staat Österreich ist das Gebilde ÖBB aber sicher eine riesige Belastung. Für den Staat? Für uns alle!





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