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Ein Königreich für einen Arzt – wenn es noch einen gibt

Lesezeit: 7:00

Die Gesundheitsversorgung wird signifikant schlechter. Eine Ursache ist die „Einigung“ über die Arbeitszeiten in Wiener Gemeindespitälern, auch wenn die Beteiligten diese als Erfolg zu verkaufen versuchen. Ähnlich negativ wirksam sind diverse Regelungen in anderen Bundesländern. Es ist unbestreitbar: Die Gesamtpräsenzzeit von Ärzten in den Spitälern wird dadurch deutlich geringer. Und damit auch die Betreuung der Patienten. Es gibt aber noch viele andere Gründe, eine Verschlechterung der medizinischen Betreuung in Österreich zu konstatieren.

Zuerst zur Arbeitszeitreduktion für Ärzte. Diese ist – allen Ablenkungsversuchen der Gemeinde Wien zum Trotz – eine eindeutige Leistungsverringerung. Es sei denn, man behauptet, die bisherige Ärzte-Anwesenheit wäre überflüssig gewesen. Wenn das so wäre, hätten sich freilich die dafür verantwortlichen Politiker seit Jahren eines massiven Amtsmissbrauchs schuldig gemacht.

Der Anlass der Leistungsverschlechterung: Als Folge des neuen Ärztearbeitszeitrechts dürfen die Mediziner nur noch 48 Stunden pro Woche arbeiten. Das löst die Politik durch Reduktion der gut bezahlten und daher bei den Ärzten beliebten Nachtdienste. Damit deren Einkommen aber trotzdem gleich bleibt, bekommen die Ärzte ein deutlich höheres Grundgehalt.

Der Patient zwischen überfüllter Ambulanz und überfüllten Ordinationen

Ärztekammer-Vizepräsident Steinhart hat sofort Verschlechterungen im Gesundheitssystem als klare Folge der damit in den Spitälern bevorstehenden Ärzteknappheit angekündigt. Das wird man besonders in den Spitalsambulanzen spüren. Gleichzeitig sind die niedergelassenen Ärzte durch die Sozialversicherungen total ausgedünnt worden. Auch das ist eine eindeutige Verschlechterung der Versorgung, die nur von Politikern geleugnet werden kann.

Für die Ordensspitäler und das AKH gibt es vorerst noch überhaupt keine Einigung. In den Ordensspitälern gilt noch eine provisorische Zwischenlösung, in der also die Ärzte wie bisher zu arbeiten bereit sind. Was aber rechtlich nicht mehr lange erlaubt sein wird.

Im AKH hingegen fallen schon seit Jahresbeginn immer mehr Operationen aus. Das ist die dritte Leistungsverschlechterung, die man festhalten muss.

Im AKH ist die Lage deshalb besonders schwierig, weil die Gemeinde dem Bund die zusätzlichen Kosten für die Arbeitszeiten zuschanzen will. Dabei ist der Bund eigentlich nur für den wissenschaftlichen und universitären Bereich des AKH und dessen Finanzierung zuständig. Und nicht für Patientenbetreuung und Nachtdienste. Das wäre alleinige Kompetenz der Gemeinde Wien. Aber die hofft wieder einmal auf die übliche Nachgiebigkeit des Bundes.

Gemeindeärzte müssen Schwesternarbeit tun

Die Politik, die noch vor kurzem allen Ernstes die gesamte Gesundheitspolitik für saniert erklärt hat, weiß in Wahrheit nicht mehr ein und aus. Denn das Problem ist keineswegs nur eines der künftig viel kürzeren Höchstarbeitszeit von Ärzten.

Dringend nötig wäre es auch, in Wiener Gemeindespitälern Ärzte von Arbeiten zu befreien, die anderswo von Krankenschwestern durchgeführt werden, wie etwa Blutabnehmen. Eine weitere massive Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit der Mediziner. In den Gemeindespitälern hat nämlich die (in der SPÖ ja sehr mächtige) Krankenschwestern-Gewerkschaft die Befreiung der Schwestern von solchen Arbeiten durchgesetzt.

Dafür aber wird jeder neue Patient absurderweise von einer dieser Schwestern in einem langen Fragebogen haargenau nach all den gleichen Dingen gefragt, die vorher schon ein Arzt erhoben hat. Für solch unsinnige Doppelgleisigkeiten gibt es offenbar immer noch Zeit.

Es droht ein katastrophaler Ärzteengpass

Noch viel bedrohlicher als der „erst“ seit ein paar Wochen andauernde Operations-Engpass und als die Nachtdienst- und Ambulanz-Einschränkung ist die Tatsache, dass in ein paar Jahren generell ein katastrophaler Engpass an Ärzten bevorsteht. Selbst wenn es keine neuen gut gemeinten, aber total wirklichkeitsfremden Arbeitszeitgesetze gäbe.

Eine große Zahl an Medizinern aus der Babyboomer-Generation wird nämlich in Pension gehen. Gleichzeitig fehlt der Nachwuchs. Dieser müsste ja jetzt schon in den diversen Ausbildungs-Wegen stecken. Wo es ihn aber nicht gibt.

Der Ärztemangel eskaliert in einer Epoche, da Menschen immer länger leben und  daher immer mehr Gelegenheiten haben, krank zu werden. Gleichzeitig kann die Medizin immer mehr Krankheiten wenn auch meist teuer heilen, die früher unbehandelbar gewesen sind.

Eine Erhöhung der Ärzteeinkommen ist auch in Hinblick auf die Zukunft nötig. Denn derzeit gehen immer mehr Mediziner unmittelbar nach dem Gratisstudium (das freilich für die Steuerzahler sehr teuer ist!) ins Ausland. Dort herrscht schon länger ein Ärztemangel. Daher werden Medizin-Absolventen äußerst attraktive Angebote gemacht.

Lieber Installateur als Kassenarzt

Die Notwendigkeit, normale Ärzte besser zu bezahlen, ist bei den Kassenärzten noch viel größer. Wenn die Krankenkassen Ärzte mit so lächerlichen – sich vielfach im einstelligen Euro-Bereich bewegenden! – Honoraren entlohnen, dass Installateure oder Elektriker dafür nicht einmal einen Finger rühren würden, dann ist das nicht nur demütigend. Es schreckt auch immer mehr Ärzte überhaupt davon ab, einen Kassenvertrag abzuschließen.

Das ist vorerst zwar „nur“ am flachen Land zu spüren, wo viele Gemeinden keinen Arzt mehr finden, obwohl sie jetzt schon mit Superangeboten – bis hin zu Gratishäusern – locken. Das merkt man aber auch an Kassenordinationen in Wien: Die sind meist nur noch Fließbandbetriebe; die Mehrzahl der Patienten sieht bloß die Rezeptionistinnen; und die Kassenärzte versuchen als Ausweg oft zweifelhafte Zusatzeinkommen an den Kassen vorbei aufzubauen.

Die schlechte Entlohnung von Ärzten bedeutet noch eine andere Perversität: Österreich leistet solcherart massive Entwicklungshilfe an Deutschland. Denn erstens finanziert Österreich vielen deutschen Studenten, die für ein Studium in Deutschland zu schlechte Zeugnisnoten haben, ein Gratisstudium. Zweitens gehen diese, aber auch immer mehr Österreicher nach dem Studium nach Deutschland, wo sie viel besser verdienen. In Österreich bleibt dauerhaft nur jeder Zweite.

Politik und Kassen haben kein Geld mehr, um da gegenhalten zu können. Und die SPÖ legt sich nach wie vor gegen jede Kostenbeteiligung eines Studenten am Studium quer.

Die Österreicher zahlen e-card-Missbrauch

Noch an vielen anderen Kostentreibern – und damit Qualitätssenkern – ist die Politik schuld. So etwa daran, dass mit den e-cards durch einige Nicht-Österreicher ein grober Missbrauch betrieben wird. Diese Karten können nämlich leicht an andere Personen weitergegeben werden. Gar nicht wenige reisen nur der Gratisbehandlung wegen extra nach Österreich (am Balkan ist die Medizin ja oft noch in einem katastrophalen Zustand). Derzeit stellt ja keinerlei e-card-Merkmal sicher, dass der auf Kosten der Krankenkassa behandelte Patient auch wirklich identisch mit dem e-card-Besitzer ist. Nicht einmal Fotos erlaubt die politisch korrekte Politik.

Besonders übel im Wiener Gesundheitssystem wirkt sich ferner die Diskriminierung der kirchlichen Spitäler aus. Sie bekommen von den Kassen und der Stadt deutlich weniger Geld als Gemeindespitäler für die gleichen Eingriffe. Damit droht langfristig ein weiterer Eckpfeiler der Gesundheitsversorgung wegzubrechen. Dabei wird in Wien jeder fünfte Patient in einem kirchlichen Krankenhaus behandelt.

Die Lüge von der Gratismedizin

Das Grundübel hinter vielen Missständen ist die Lüge – welche die Bürger freilich sehr gerne hören –, dass Österreich eines der besten Gesundheitssysteme der Welt hätte, und dass  dieses auch zum Nulltarif möglich wäre. Wie sehr das eine Lüge ist, zeigt die Realität: Man bekommt oft nur dann eine exzellente und vor allem schnelle medizinische Betreuung, wenn man die Dienste eines Nichtkassenarztes oder eines Privatspitals und -ambulatoriums bezahlt.

Diese Lüge steht auch der einzig echten Reform im Weg: nämlich der Einführung eines generellen – wenn auch sozial limitierten – Selbstbehalts für die Patienten. Dabei ginge es weniger darum, dass dadurch zusätzliches Geld hereinkäme. Viel wichtiger wäre es, dass nur so das Interesse der Bürger wachgerufen werden könnte, überflüssige Behandlungen zu vermeiden und gesundheitsbewusster zu leben. Ohne finanzielles Eigeninteresse gibt es kein Kostenbewusstsein der Patienten, also der einzigen Konsumenten des Gesundheitssystems.

Die beiden österreichischen Sprüche „Zahlt eh die Kasse“ und „Zahlt eh der Staat“ führen zu einem Zusammenbruch des Gesundheitssystems. Nur traut sich noch immer kein Politiker, das auch zu sagen. Sie sind damit die besten Werbeträger für die Zweiklassenmedizin, die aber zugleich groteskerweise für nichtexistent erklärt wird.

PS.: Ich schreibe regelmäßig Kommentare für die unabhängige und rund um die Uhr aktuelle Informationsseite „Vienna.at“.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatorkritikos
    11x Ausgezeichneter Kommentar
    30. Januar 2015 02:19

    Man ist versucht zu sagen, die ganze Malaise und deren Behandlung sei typisch österreichisch. Falsch: der Balkan fängt bekanntlich in ... , heißt es, wahrlich zu recht. (Der Balkan war damals türkisch besetzt, also weiß man es jetzt besonders klar zu bewerten!)
    Die Lüge der besoners guten medizinischen Versorgung hier zu Lande zeigt sich auch in der Zunahme von Wahlärzten und deren Beliebtheit bei Patienten. Man wartet weniger lang, man wird deutlich besser, länger und eingehender betreut als bei Kassenärzten aber man bekommt nur einen Bruchteil des Honorars von der Kassa rückertstattet (und das sehr spät). D.h. viele Österreicher sind eh' bereit, für gute medizinische Betreuung auch zu zahlen. Wohl auch Sozis. Wohl kaum Türken u.ä.
    Aber die Bonzokraten wissen eh' alles besser.

  2. Ausgezeichneter Kommentatordssm
    10x Ausgezeichneter Kommentar
    30. Januar 2015 09:24

    Wo Staat drauf steht, ist Mist drinnen.
    Aber ganz ehrlich, ich möchte nicht von einem Arzt behandelt werden, der das Wort Schlaf nur aus dem Wörterbuch kennt!

    Aber wer hat denn ursprünglich diese geisteskranken Arbeitszeitregeln eingeführt?
    Wer lässt denn die deutschen (und sonstigen) Studenten gratis bei uns studieren?
    Wer hat denn ein Bild auf der e-card verhindert?
    Wer hat denn die ganzen Psychopharmaka genehmigt, anstatt lieber mehr Geld in die Ärzteschaft zu pumpen?

    All dies hat der Staat gemacht, sprich die Wähler! Und nun wird gejammert, es ist einfach ekelerregend wie nun die Täter sich über die Wirkung des Sozialismus beschweren. Auf einem freien Markt gäbe es alle diese Probleme erst gar nicht!

    Denn Problem mit der Medizin gibt es keines! Wer will geht einfach als Privatpatient zum Arzt und schon hat man seinen Wunschtermin für jedes denkbare Problem.

  3. Ausgezeichneter KommentatorPoliticus1
    9x Ausgezeichneter Kommentar
    30. Januar 2015 10:12

    Als mündiger Patient kann man auch folgendes beobachten:
    Der Kassenarzt untersucht den Patienten, nimmt sich auch noch Zeit für ein klärendes Gespräch und verordnet dann drei oder vier Schachteln Medikamente. Dafür bekommt der Hausarzt von der Krankenkassa so viel ich weiß etwa 15.- brutto.
    Mit dem Rezept geht der Patient zur Apotheke, wo eine Angestellte in zwei Laden greift und die Medikamente gegen Bezahlung der Rezeptgebühren ausfolgt.
    Auf der Rechnung sind die Preise der Pulver und Tabletten ersichtlich.
    Und da wird einem klar:
    für den Griff ins Ladl kassiert der Apotheker in drei Minuten an Handelsspanne mehr, als der Arzt für 20 Minuten medizinische Untersuchung!
    Da muss sich doch ein Arzt fragen, ob er nicht das Falsche studiert hat.

    Apropos Aptheken und Handelsspanne:
    Kürzlich ein rezeptfreies Medikament online bei Amazon bestellt. Kosten: 150 EUR (inkl. Versandkosten). Das selbe Medikament (selber Originalhersteller und Originalverpackung) kostet in der Wiener Apotheke 180.-!

  4. Ausgezeichneter KommentatorJosef Maierhofer
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    30. Januar 2015 10:00

    Zweiklassenmedizin - Zweiklassengesellschaft

    Die Zukunft wird es immer mehr zeigen: Nur wer arbeitet wird Geld haben und nur, wer Geld hat, wird sich medizinische Versorgung leisten können.

    Ich habe ja 2 Versicherungssysteme, das der Selbständigen und die WGKK der Pensionisten. Das System der WGKK (ich lebe in Wien) zahlt fast keine Medikamente mehr, sondern Plagiate davon, das allermeiste effiziente überhaupt nicht, die SVA erlaubt wenigstens den Wahlarzt, den man größtenteils selbst zahlen muss und erlaubt auch Medikamente, die man eben zu 20 bis 80% selbst zahlen muss.

    Dass man diejenigen, die nicht arbeiten und sich daher das alles nicht leisten können, belügt und ihnen 'Mindestsicherung' verspricht, Gratisgesundheitsversorgung, den unbrauchbaren Asylsuchern (sie anderen arbeiten ja) Gratisversorgung verspricht und trotzdem (weiß nicht mehr, wo ich das gelesen habe) gibt es 160 000 E-Card Missbrauchsfälle pro Jahr hier. Ein Schweizer Sozialhilfeempfänger bekommt die Arbeitsunfähigkeitsversorgung dort und die Medikamente, hat eine Arztpraxis in Kroatien und klagt nun die Schweiz, nachdem man ihm die Sozialhilfe und den Medikamentenzugang abgedreht hat, die Schweiz (mit guten Chancen zu obsiegen) ...

    Das kommt davon, wenn man verstaatlicht, wenn man vom Leistungsprinzip abweicht, wenn man den Menschen die 'Gratis'-Lüge erzählt.

    Es gibt im Leben NICHTS gratis, auch nicht im 'Wohlfahrtsstaat Österreich'.

    Der Staat soll sich schön langsam zur Wahrheit bequemen und 'seinen' Medien diese nahezulegen, indem man die politische Inserate endlich abdreht. Die Politiker sollen sich schön langsam 'vertschüssen', es wird immer klarer, was sie alles angerichtet haben.

    Dem Volk müsste man halt die Augenbinde abnehmen, dann würde sehr rasch alles anders werden, ob besser, das bleibt die dem heutigen Schulden- und Verbindlichkeitsstand, den uns eben auch die gleichen Politiker eingebrockt haben, natürlich offen. Aber, wenn die Menschen erkennen, dass der Staat versagt, dann machen sie selbst und übernehmen schon Eigenverantwortung, auch in der Gesundheitsversorgung und -vorsorge.

  5. Ausgezeichneter KommentatorObrist
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    30. Januar 2015 11:20

    Das Problem ist leider vielschichtiger, als man glaubt. Jahrzehntelang haben rote Gesundheitsminister dem Stimmvieh Topmedizin von der Wiege bis zur Bahre und rund um die Uhr versprochen - und das praktisch (zumindest für die Mehrzahl der Nettoempfänger) umsonst.
    Seit Jahr und Tag stürmen diese Ordinationen und Ambulanzen mit jedem Wewehchen - Terminvereinbarung gibt's nicht- jedes Wimmerl am Hintern ist ein Notfall. Besonders unsere Neomitbürger und Lebenslangrentner sind nicht nur außerordentlich gut über ihnen angeblich zustehende Leistungen informiert, sie schaffen es auch mit ungeheurer Penetranz und Rücksichtslosigkeit jede Terminordination/Ambulanz in Chaos versinken zu lassen. Nicht jedes Zwicken im Kreuz ist eine Nierenkolik, nein,Potenzstörungen sind kein Notfall (außer bei Callboys vielleicht), Kopfschmerzen nicht gleich Hirnkrebs etc. etc.
    Nicht nur der Ärztemangel, sondern die Begehrlichkeiten und Rücksichtslosigkeit Einzelner bringen das System zum erliegen.
    Niedergelassene Ärzte kämpfen in ihren Praxen mit ständig steigenden Kosten(Personal, Mieten, Energie etc.) bei kaum steigenden Honoraren. Die meisten schaffen -noch- den Spagat zwischen Klasse und Masse. Hinzu bringen nicht evidenzbasierte und von der Industrie getriggerte technische, hygienische und administrative Normierungen einen Ordinationsbetrieb fast zum Erliegen.
    Kleine Kritik an A.U:
    Es gibt zahlreiche (sinnvolle) medizinische Leistungen, die von den Kassen nicht erstattet werden - und verlangt der Arzt - völlig legitim- etwas dafür - führt er daher die Leistung NICHT an der Kasse vorbei! Viele Ärzte weisen in Aushängen, oder auf ihren Homepages darauf hin, dass eben nicht alles gratis ist. So wie die Kasse z.B. Potenzmittel nicht zahlt, ist auch die zeitaufwändige Sexualberatung beim Urologen nicht umsonst.

  6. Ausgezeichneter KommentatorWertkonservativer
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    30. Januar 2015 08:38

    "Katastrophaler Ärzteengpass : Jungmedizinerschwemme"!
    Ganz klar ist mir die Chose nicht!

    "Gratismedizin" wird's auf Dauer sicher nicht spielen: da hat Dr. Unterberger total recht!

    Kurz zu mir persönlich:
    als Selbständigen-Pensionist bei der SVA zahle ich (wie alle anderen Selbständigen) den 20%igen Selbstbehalt (wie die Beamten auch!), weiters bin ich seit Jahrzehnten zusatz-krankenversichert (kostet kleine "Eckhäuser"), und aus Zeitgründen konsultiere ich immer wieder Wahlärzte, deren Honorare mir (und allen anderen) ja wirklich nur mit Mini-Vergütungen "vergolten" werden!
    Also: ich habe diesbezüglich so gar kein schlechtes Gewissen (das der überwiegenden Mehrheit der Gratismedizin-Konsumenten allerdings anscheinend mehrheitlich fehlt!)

    (mail to: Gerhard@michler.at)

  7. Ausgezeichneter KommentatorUndine
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    30. Januar 2015 17:35

    A.U. schreibt:

    "Eine große Zahl an Medizinern aus der Babyboomer-Generation wird nämlich in Pension gehen."

    Das ist einer der Gründe, weshalb ein katastrophaler Ärzteengpaß droht.
    Besonders schlecht sieht es bei Landarztpraxen aus.

    Als mein Bruder (Landarzt mit Hausapotheke und zu betreuendem Seniorenheim im zauberhaften Triestingtal) in Pension gehen wollte, hieß es, es stünden etwa 300 Jungärzte auf der Warteliste. So weit die Theorie.

    Nach etwa einem Jahr (er verlängerte seine Tätigkeit, um das "Nest warmzuhalten", damit sich die Patienten nicht verlaufen!) hat ein Arzt frisch vom Turnus weg endlich angebissen.

    Nach ZEHN Monaten warf dieser junge Mann genervt das Handtuch---es war ihm zu anstrengend! Nachts manchmal zwei-, dreimal aus dem Bett gebeutelt zu werden, nach zwei Stunden Ordination immer noch ein volles Wartezimmer---das war dem jungen Mann zu viel! Das Gespräch mit den Patienten interessierte ihn nicht. Er handelte, als sei er ein Angestellter, der sich genau nach der Uhrzeit richten kann. Das ist KEINE gute Voraussetzung für den Beruf eines Landarztes.

    Seit dem Tod meines Bruders (mit knapp 70 Jahren) gibt es in diesem kleinen Marktflecken keinen Arzt mehr.

    Die Auffassung vom Arztberuf hat sich sehr gewandelt. Die Generation meines Bruders (Jg. 1926) war in keiner Weise VERWÖHNT. Wer, wie viele seiner Kollegen damals, im Krieg an der Front gewesen war und nach anschließender Gefangenschaft studiert hat und sich sein Studium fast zur Gänze selbst finanzieren mußte, der war ABGEHÄRTET!

    Der schaute nicht auf die Uhr, wenn nach zwei Stunden Ordination immer noch viele Leute auf ihn warteten! Mein Bruder war immer für seine Patienten da---und das wußten und schätzten sie. Bei manchen kam er in der Rangordnung gleich nach dem lieben Gott. Das weiß ich, denn ich bin oft genug mit ihm auf Visiten gefahren. Wenn er nachts gerufen wurde, war er trotz Schlafmangels immer fröhlich und freundlich zu den Patienten.

    Was ich damit sagen will: Dieser Generation wurde in jungen Jahren so unendlich viel abverlangt, daß ihnen alles andere fast wie das Paradies vorkam.
    Zum Landarzt muß man, denke ich, geboren sein; wenn nicht, dann ist es wirklich besser, man läßt die Finger davon.

    PS: Noch in der Nacht vor seinem Tod war er auf Visite.

    PPS: Das nur so nebenbei: Mein Bruder war Mitglied einer "SCHLAGENDEN BURSCHENSCHAFT"!

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorDr. Knölge
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    01. Februar 2015 13:24

    Meine Erfahrung mit österreichischen Ärzten ist begrenzt auf einen einzigen Vorfall. An einem Sonntag im Defereggental stürzte ich auf der Skipiste unglücklich. Die Sonnenbrille fügte mir eine kleine Schnittwunde oberhalb der Augenbraue zu. Der ortsansässige Arzt nähte die Verletzung mit drei Stichen, ein Vorgang von insgesamt kaum 15 Minuten. Der Materialeinsatz war auch überschaubar. Dann buchte er mit meiner Kontokarte 600 Euro ab, die Rechnung erhielt ich erst später per Post.
    Wie lange würde ein Handwerker dafür arbeiten? Natürlich soll ein Arzt gut verdienen, aber ich fand das Honorar seinerzeit doch sehr selbstbewußt.


alle Kommentare

  1. jim_kirk (kein Partner)
    02. Februar 2015 12:49

    Offen dazusagen sollte man auch die Tatsache, dass durch die "Verweiblichung" der Medizin sich ein Ärztemangel quasi automatisch aufbaut. Viele Ärztinnen fehlen in der Babypause und kehren dann nur in Teilzeit zurück. Durch den Bonus bei den Eignungstests wird dieser Trend noch automatisch verstärkt. Bei einer fixen Anzahl von Studienplätzen ist dieser Effekt nicht außer Acht zu lassen.

  2. RobertSpeil (kein Partner)
    02. Februar 2015 08:26

    Liebe Redaktion!
    Ein Herr Fridolin schrieb,es ist eine 3 Minuutentherapie.Sicher bei diesen Honoraren.
    Vermutlih wird auch bei den Marcoumarkotrollen gespart.WERT nur 1mal mon.Untersuchung gewünscht.HVRS

  3. Christian Peter (kein Partner)
    02. Februar 2015 00:23

    Die ewige Leier vom vermeintlichen 'Ärztemangel' kann kein Mensch mehr hören. Dieses Gerücht wird bereits seit Jahrzehnten von der Ärztelobby lanciert. Die Wahrheit : Ärzte gehören in Österreich - auch im internationalen Vergleich - zu den absoluten Spitzenverdienern im Lande und zu den privilegiertesten Berufsgruppen überhaupt. Wir brauchen nicht mehr, sondern weniger Ärzte : Nach seriösen Schätzungen erfolgen etwa 1/3 aller von Ärzten vorgenommenen Behandlungen (insbesondere Operationen) und mehr als 50 % aller Medikationen ohne Nutzen für den Patienten.

    • Christian Peter (kein Partner)
      02. Februar 2015 22:03

      Die Wahrheit : Ärztedichte in Österreich mit 4,9 Ärzten pro 1000 Einwohner der zweithöchste Wert unter 34 Industrienationen.

  4. Dr. Knölge (kein Partner)
    01. Februar 2015 13:24

    Meine Erfahrung mit österreichischen Ärzten ist begrenzt auf einen einzigen Vorfall. An einem Sonntag im Defereggental stürzte ich auf der Skipiste unglücklich. Die Sonnenbrille fügte mir eine kleine Schnittwunde oberhalb der Augenbraue zu. Der ortsansässige Arzt nähte die Verletzung mit drei Stichen, ein Vorgang von insgesamt kaum 15 Minuten. Der Materialeinsatz war auch überschaubar. Dann buchte er mit meiner Kontokarte 600 Euro ab, die Rechnung erhielt ich erst später per Post.
    Wie lange würde ein Handwerker dafür arbeiten? Natürlich soll ein Arzt gut verdienen, aber ich fand das Honorar seinerzeit doch sehr selbstbewußt.

    • ChristianPeter (kein Partner)
      02. Februar 2015 12:23

      Wenn er von der Kreditkarte buchte, war es ein vergleichsweise seriöser Arzt. Bei niedergelassenen Ärzten (insbesondere Zahnärzten) kommen nämlich auch in Österreich Schwarzzahlungen ohne Beleg immer mehr in Mode.

  5. Gastkommentar (kein Partner)
    01. Februar 2015 12:24

    OT: Weil ich es gerade höre und finde, dass man sich das unbedingt vor Augen halten muss, weil unfassbar:

    https://www.youtube.com/watch?v=TBsUbpvlvVw

  6. N.SA (kein Partner)
    01. Februar 2015 11:18

    "Ein Königreich für einen Arzt", der den zerschossenen ukrainischen Nazi-Bataillonen zu Hilfe eilt!
    Hilfe! Nazis sterben in Europa! Wo bleibt die europäische Wertegemeinschaft?

    • CIA-Nazi (kein Partner)
      01. Februar 2015 12:48

      Das SS-Bataillon Asow hat gestern bei Uglegorsk 4 Panzer verloren.
      AU, hilf!

    • Full-spectrum dominance (kein Partner)
      01. Februar 2015 12:57

      Ein paar vom Westen finanzierte Asow-Nazis hatten sich bei Uglegorsk in einem Behindertenheim versteckt, weil sie Angst um ihr Nazi-Leben hatten. Vielleicht kann sie AU wieder motivieren, den Heldentod für die europäischen Werte zu sterben?

  7. F.V. (kein Partner)
    • F.V. (kein Partner)
      01. Februar 2015 11:06

      Manche ernsthafte Studien sind nicht minder anstrengend als jenes der Mediziner, aber es ist eher selten, daß zB Ingenieure in solche Verdienstmöglichkeiten kommen, wie sie Mediziner in größerer Zahl erreichen.

      Eben hat Herr Maierhofer berichtet, wie sein Lebenslauf aussah und sein oft 16-Stunden Tag sieben mal die Woche. Ich kenne das auch aus eigener Erfahrung. Obwohl ich mit meinem Einkommen durchaus zufrieden war, mich auch nicht über Arbeitsüberlastung je beklagte, und mir die Verantwortung für Mitarbeiter auch oft ziemliche Kopfschmerzen bereitete, habe ich die Jahreseinkommen leitender Ärzte nie auch nur annähend erreicht.

      Was hier durchschimmert ist eine Abgehobenheit, die die Maßstäbe verloren hat. Bzw. eine doch nicht ganz hippokratische Einstellung zum Beruf, sondern schlichte Geldgier. Wenn jene, die sich auf Staatskosten gratis ausbilden ließen zum Maximieren des Einkommens ins Ausland gehen, dann ist das nur noch neoliberale Profitmaximierung; wir müssen darüber keine moralinsauren Abhandlungen halten.

      Auch die Vergleiche mit dem Installateur sind irreführend. Wenn das System so funktioniert, daß man Leistungen in Mikroschritte zerlegt und diese je Patienten bestimmt, dann repräsentieren die Einzelelemente natürlich lächerliche Gegenwerte in Geld ausgedrückt. Wenn aber dann doch Jahreseinkommen daraus entstehen, die jenseits jener liegen, die heute GF, leitende Mitarbeiter in der Privatwirtschaft erzielen, dann sind doch h i e r die Vergleiche auf Angemessenheit zu machen.

      Das System ist, wie Unterberger darlegte, schlecht und in weiten Teilen völlig pervers. Hier steht natürlich auch die Ärztekammer Schmiere.

      Von meinem Vater (Chirurg) hörte ich (vor vielen Jahren), daß zB die Laborleistungen besonders hohe Punkte (= Multiplikatoren für Geldbeträge) bekamen, weil anscheinend in der ÄK Labormediziner sich´s richteten. Die chirurgischen Leistungen waren – obwohl viel komplexer und aufwendiger – gering bewertet. Dabei werden die „Aufgaben“ der MTAs in den Labors von „8-klassigen Volksschul-Lehrlingen“ erledigt, die die Analysegeräte befüllen und ein paar Zettel beschriften. Das scheint auch heute noch so zu sein, denn der Besuch beim Labormediziner drückt sich auf meiner SVA-Abrechung mit dem mehr als 15-fachen der Kosten beim Besuch des Hausarztes aus!

      Dazu eine Schnurre, wie sie Wilhelm Busch nicht besser erfinden hätte können.

      Als einmal die Gattin eines Tierarztes zu meinem Vater kam, hielt sie ihm triumphierend den Krankenschein entgegen und sagte: „Jetzt haben wir auch eine Krankenkasse und brauchen uns von den Ärzten nicht mehr plündern lassen“. Mein Vater entgegnete ihr, indem er ihr die Punkteanzahl für die eben stattgefundene Ordination/Behandlung vorrechnete, was dies in Schillinge ergab; ich glaube irgendein kleiner Betrag geringer als 30 Schilling.

      Darauf entgegnete die Tierarztgattin: „Was! Dafür impfen WIR ja net amol a Sau!“ –Worauf mein Vater meinte: „Ja, a Sau is ja a was WERT!“

      Diese Patientin kam nie wieder.

  8. Karl Martell (kein Partner)
    01. Februar 2015 09:55

    Zwischen 2007 und 2012 haben 16.882 Ärzte Deutschland den Rücken gekehrt. Vor allem die Schweiz ist für deutsche Mediziner attraktiv: Rund 4.300 Mediziner zogen in die Schweiz, weitere 1.700 nach Österreich, 1.000 in die USA und 600 nach Großbritannien.
    Insgesamt arbeiteten Ende vergangenen Jahres 28.310 ausländische Mediziner in Deutschland. Dabei stammt mit rund 16.000 Medizinern der Großteil der zugewanderten Ärzte aus Europa. Vor allem Rumänen (2.704), Griechen (2.258), Österreicher (2.090) und Russen (1.627) zog es in die Bundesrepublik. Jeweils rund 1.000 Ärzte kamen aus Bulgarien, Syrien und afrikanischen Ländern.
    Zusätzlich wandern jährlich etwa 128.000 qualifizierte Deutsche aus.

  9. Undine
    31. Januar 2015 16:35

    Mitte der 50er-Jahre drängten gleich mehrere Jahrgänge promovierter junger Ärzte in den "Arbeitsmarkt": Die einen, die zum Glück zu jung zum Kriegseinsatz gewesen waren, hatten ihr Studium unmittelbar nach der Matura begonnen, andere waren während des Studiums zum Kriegseinsatz einberufen worden und setzten nach Kriegsdienst und Gefangenschaft ihr Medizinstudium fort. Es saßen also mehrere Jahrgänge zugleich, bedingt durch den Krieg, in den Hörsälen. In den Hörsälen herrschte drangvolle Enge---aber ALLE Studenten hatten das ZIEL, SO SCHNELL WIE MÖGLICH mit dem STUDIUM FERTIG zu WERDEN; die wenigsten hatten Geld!!

    Als mein Mann (Jg. 1931) 1955 promoviert wurde und anschließend den Turnus gemacht hatte, suchte er vergeblich nach einer fixen Anstellung in einem KRH.
    Er fand KEINE. Also machte er ein volles Jahr lang DIENST im HANUSCH-KRH---jedoch gänzlich OHNE BEZAHLUNG!!!

    Mitte der 60er-Jahre sah sein Dienst als Oberarzt der gyn. Abteilung eines kleinen Spitals so aus: Dienstbeginn MO 7h - DI 16h, MI 7h - DO 16h, FR 7h - MO 16h, DI 7h - MI 16h usw.
    Im Juli vertrat er den ganzen Monat lang die Kollegin (OHNE zusätzliche Bezahlung!); im August machte der Primarius Urlaub ---mein Mann vertrat diesen selbstverständlich auch in dessen Ordination (freiwilliges Honorar 1000S!). Das waren also zwei ganze Monate TAG und NACHT DAUERDIENST! Dieser langjährige RAUBBAU hinterließ leider seine Spuren und verkürzte das Leben.

  10. machmuss verschiebnix
    30. Januar 2015 21:39

    Weil es ein bischen zum Thema Gesundheits-System paßt, möchte ich hier einen
    Schwank aus meinem Leben zum Besten geben. Sei's aber nicht darum, mich als
    Hobadatsch zu outen (unvermeidbarerweise), sondern um das Schweigen zu brechen.
    Otto-Normal-Bürger schweigt sowieso viel zu oft, speziell wenn's um Angelegenheiten
    geht, welche "die Obrigkeit" betreffen gegen die man "ja sowieso nicht ankommt" .

    So lasse ich nun meinen Erlebnisbericht - gewissermaßen ein Kampfschrift gegen
    ELGA - mit der Frage beginnen:
    Was bringt mir die elektronische Gesundheits-Akte ELGA ?

    In meinem Fall ist sie bestenfalls für den Arzt lustig zu lesen, mich selber
    aber nervt es immer wieder auf's Neue, was drinnen steht - und noch viel mehr,
    wie's da rein gekommen ist.

    Obwohl ich deren Erheiterung beim Lesen meiner ELGA-Einträge den Ärzten nicht
    verübeln kann, weil's doch deutlich nachvollziehbar ist, möchte ich im Folgenden
    trotzdem versuchen, anhand einer wahrheitsgetreuen Erzählung meiner Erlebnisse
    eine geradezu komplementäre Sichtweise auf die Faktenlage einzubringen. Wohl
    wissend, daß ich mich damit nun auch noch selber bloß stelle.

    Es muß etwa um's Jahr 1994 gewesen sein, als ich mich endlich aufraffte, wegen
    meiner Hämorrhoiden einen Arzt aufzusuchen. Ich gehe so schon ungern zum Arzt
    und erst recht mit diesem heiklen Problem. Als es dann doch soweit ist, trete
    ich ein: "Gria's Gott Herr Dokta . . . äh - blede G'schicht - I hob Hämorrhoiden".

    Der Arzt greift sich eine Kartei-Karte (ja, damals noch ganz ohne PC) und beginnt
    zu kritzeln. Dann steht er auf und sagt "jo, blede G'schicht - I muas'ma dös jeza
    o'schaun" - klatscht mir auf den Rücken, ich bück' mich runter, er sagt "ned so
    schlimm, es kann verödet werd'n" und stellt mir sogleich die Überweisung aus.

    Der Termin für die Verödung brachte mich unter's Messer (besser: unter'n Lötkolben)
    eines jungen Internisten, dessen erster Patient ich war. Aber nicht nur deshalb
    war ich "Nerverl"-mäßig unlocker. Während des Eingriffes befiel mich wieder mal
    diese "Marotte", dieser "Frosch im Hals", der mich sogar schon in der Schulzeit bei
    schwierigen Prüfungen zu häufigem Räuspern veranlaßte, grad so als wollte ich eben
    diesen Frosch herauf-würgen.

    Der Arzt dazu: "warum stöhnen Sie ?"

    Ich hielt es damals für eine ziemlich unpassende Art von Humor und sagte einfach
    gar nichts drauf. Wie sich aber später heraus stellte, wurde dieser "Vorfall" doch
    glatt in meiner Gesundheits-Akte vermerkt (obwohl zu jener Zeit von ELGA noch keine
    Rede war).

    Leider waren die Folgen dieser Verödung eine ziemliche Pein. Es brach immer
    wieder auf, blutete stark und verursachte einen stundenlang anhaltenden, intensiv
    brennenden Schmerz. Trotzdem ging ich jahrelang (! wirklich einige Jahre !) damit
    nicht wieder zum Arzt. Erst als ich ausgerechnet auf einem Auslands-Urlaub wieder
    mal eine starke Entzündung bekam (Venen schmerzten bis zu den Zehen runter),
    entschloß ich mich, sofort nach der Rückreise diesen Arzt nochmals aufzusuchen.

    Dann also endlich wieder beim Arzt, erzähle ich was mich zu ihm treibt,
    er drauf: "ausziehen bis auf's Hemd - ich komme gleich wieder" und verschwindet
    für gefühlte 15-20 Min. Währenddessen stehe ich mit nacktem Hintern in diesem
    OP-Kammerl und warte.. warte..
    Endlich kommt dann der Arzt zurück, steht vor mir, schaut mich blöd an, ich schau
    blöd zurück, er sagt schließlich mit einem leichten Anflug von strapazierter Geduld
    in der Stimme: "so - bitte".

    Naja, was konnte mit "so - bitte" gemeint sein, war ich doch genau deshalb anwesend,
    damit er sich meine Hämorrhoiden anschaut. Klar, im Nachhinein war es blödsinnig
    naiv, daß ich mich draufhin runter bückte - noch dazu mit den Worten: "wia moch'ma's
    denn". Jahre später erfuhr ich erst, daß auch diese unfreiwillig kabarett-reife
    Szene in mein ELGA Eingang fand, aber nicht mit ".. Hämorrhoiden gezeigt", sondern
    als handfestes Schwuchtel-Stigma.

    Wenige Minuten danach war der Termin beendet, weil der Arzt behauptete, da wäre
    nichts entzunden und ich ohnedies froh war, daß er's nicht noch schlimmer machte.
    Sieht ganz danach aus, daß das alte Hausmittel (Walnüsse essen) sinnvoller ist,
    als ein Arztbesuch.

    Diese seltsame Geschichte ist nur ein Puzzle-Teilchen aus einer Reihe absonderlicher
    Erlebnisse mit unserem Gesundheits-Wesen. So ließ man mich z.B. im SMZ-Ost einmal
    geschlagene 5 Std. auf einer Bahre im Foyer stehen, um mich dann kurz vor Schicht-
    Wechsel (vor 22:00) zum Gespräch mit einem "zufällig anwesenden" Psychologen zu
    überreden.
    Das Heftige dran war aber, daß aus dem Blutbefund von eben diesem Spitalsbesuch
    eine Beinahe-Blutvergiftung hervor ging. Blöderweise kam aber ausgerechnet an jenem
    Abend wegen technischer Probleme der Blutbefund erst kurz nach Schichtwechsel aus
    dem Labor zurück, trotzdem hatte sich der zuvor diensthabende Arzt drauf versteift,
    daß ich "körperlich pumperl-gsund" sei und doch mal mit einem Psychologen reden
    sollte.
    Dessen nicht genug, war die Ursache für die schlechten Blutwerte wieder mal die
    Entzündung meiner erneut aufgerissenen Hämorhoiden, was ich beim anfänglichen - und
    dann für lange Stunden einzigen - Kontakt mit medizinischem Personal (Blutabnahme)
    auch kunzutun versuchte, es wurde aber sowas von ignoriert, als - naja, als wäre ich
    tatsächlich eine Schwuchtel !

    Und als wäre mein Schwuchtel-Stigma im ELGA noch zuwenig an Fehleinschätzung - oder
    zählt "Arsch gezeigt" etwa auch zu den ärztlich anerkannten Diagnosen (?!) - so
    steht seit jenem SMZ-Ost Besuch zudem auch noch drinnen, daß ich FPÖ-ler sei
    (! obwohl meine "schwarze Seele" noch nie FPÖ wählte !).
    Wie's dazu kam, ist mehr als nur grenzwertig, es ist einfach unpackbar, wie
    leichtfertig da irgendwelche fadenscheinigen Behauptungen von Dritten ins ELGA
    übernommen wurden - wenn ich es nicht selber erlebt hätte, würde ich es nicht für
    möglich halten, daß derlei Vernaderung auch außerhalb der DDR passieren kann, daß
    nämlich ein Sanitäter so eine "Information" von einem umstehenden Passanten an den
    behandelnden Arzt weiter gibt und dies solcherart den Weg ins ELGA findet !

    Sogar meine Antipathie gegen Medikation im Allgemeinen und gegen Spritzen im
    Besonderen wurde offenbar festgehalten. Grundsätzlich ist dagegen ja nichts
    einzuwenden, verringert es doch wesentlich den Zeitaufwand für Anamnese bei
    zukünftigen Arztbesuchen in anderen Praxen. Soweit die Theorie. In der Praxis
    wollte aber nie jemand VON MIR wissen, warum ich auf Medikamente tunlichst
    verzichte, und auch sonst wurde Nichts von all dem hinterfragt, was mein
    derzeitiges Patienten-Image in eine absonderliche Schieflage bringt.

    Daher zum drüberstreuen hier noch eine Aufzählung von früheren Verletzungen,
    Narkosen, Operationen ... abgelesen (samt Akten-Zahl) von Spitals-Entlassungs-
    Scheinen. Alles natürlich NICHT im ELGA zu finden (ob da überhaupt meine Blutgruppe
    drinnen steht ?), aber gegen Ende der zugegebenermaßen schaurigen Aufzählung,
    wird wohl dem abgebrühtesten Mediziner klar sein, warum ich Medikation scheue.

    Ja, und schon gleich vorweg, ich beschwere mich da NICHT über schmerzhafte
    Konsequenzen bei der Erstversorgung - da war ich schließlich selber dran Schuld,
    nein - ich beschwere mich über ELGA, weil es einer aufgeklärten, STASI-freien
    Gesellschaft unwürdig ist und weil ich nichts dafür kann - für's Ergebnis von
    menschlicher Fehleinschätzung aufgrund von zweifelhaften Informations-Quellen !

    Hier nun in Kurzfassung einige - wohl nur medizinisch relevante - Vorfälle aus
    meiner "wilden Zeit" (wohlgemerkt alles belegbar anhand der Aktenzahl ! ! ! ):

    Als Folge eines Moped-Unfalles am 26.01.1976 (Akt: US 1349/76 )
    .. Bruch des Gesichts-Schädels nach Le-Fort III
    .. Trümmer-Fraktur der Nase, Riß-Quetsch-Wunde auf der Stirn ...
    .. doppelten Quetsch-Bruch des Sprung-Gelenkes,
    .. mit Ausbruch eines vorderen Schienbein-Keiles ...
    .. komplizierte OP am Sprunggelenk war erst nach Schwellungs-Rückgang möglich
    .. die OP des Gesichts-Schädel-Bruches konnte erst nach Entlassung aus der
    .. Intensiv-Station dann auf der Kiefer-Chirurgie durchgeführt werden ...
    .. Als ich am zweiten Tag auf der Intensiv-Station durch einen kleinen Spalt
    .. meiner total verschwollenen Augen bemerkte, daß hinter der Glas-Front im
    .. Zugangsbereich meine Mutter alle Patienten anschaute und mich offenbar nicht
    .. erkannte, hob ich meine Hand zum Biker-Gruß (V-Zeichen) - ein Aufschrei des
    .. Entsetzens kam als Erwiderung.
    .. erneute OP am 07.08.1976 - Tränenweg-Stenose als Spätfolge der Nasen-Trümmerung
    .. erneute OP am 06.10.1976 - zur Metall-Entfernung aus Sprunggelenk, Schienbein ..
    .. Zuerkennung einer 30%-igen Versehrten-Rente wegen des steifen Sprungglenkes,
    .. was aber einige Jahre später wieder aberkannt wurde (siehe Anmerkung unten)
    .. Sprunggelenk ist heute noch immer etwas eingeschränkt.

    Als Folge eines Motorrad-Unfalles am 27.07.1980 (Akt: US 18254/80 )
    .. Keilförmige Quetschung des 7. Brustwirbels.
    .. Dorn-Fortsätze Nr.3-5 angeknackst - es wurde keine (!) OP durchgeführt.
    .. Ich hätte nicht gedacht, daß jener Schmerz der mich durchzuckte, als mir am
    .. Schauplatz des früheren Moped-Unfalles der Sanitäter den Stiefel vom
    .. zerquetschten und bis zur Unkenntlichkeit angeschwollenen Sprunggelenkes
    .. runter zog, daß dieser Schmerz noch ge-toppt werden kann. Er konnte - als mir
    .. hierbei nun zwei kräftige Leute die Leder-Kluft auszogen - einer schaffte es
    .. nicht, weil mir der Buckel angeschwollen war, als wäre ich Quasimodo gewesen (!)
    .. Es dauerte ca. 1/2 Jahr, bis ich wieder ohne Schmerzen frei Stehen konnte.

    Als Folge eines Sport-Unfalles am 26.11.1981 (Akt: US 29523/81 )
    .. Bruch des linken Orbiter-Randes (=Nasen-Boden),
    .. Kreislauf-Kollaps schon vor der OP wegen einer Unverträglichkeit auf
    .. die Vorbereitungs-Spritze, welche nicht bei allen vorherigen OPs eingesetzt
    .. wurde und erst Jahre später als "Gift-Cocktail" (an)erkannt war - diese Spritze
    .. warf mich schlimmer "in die Seile" als alle Verletzungen davor (!), es war ein
    .. Gefühl, als würde ein "permanenter Schleier" mein kognitives Vermögen, meine
    .. Wahrnehmung verdunkeln - auch Monate später noch - und die damit einhergehende
    .. Depression war "echt beeindruckend". Wie mir Jahre später zu Ohren kam, gab
    .. es sogar Fälle, wo Patienten daran verstorben waren.
    .. Außerdem hinterließ das Ergebnis der OP eine eingeschränkt durchgängige
    .. linke Nasenhälfte.

    Wegen der Langzeit-Auswirkung besagten "Gift-Cocktails", duchlebte ich danach die
    absolut traurigste Zeit meines Lebens und ich finde es daher völlig unangebracht,
    wenn ich für meine Medikamenten-Aversion als quasi Neurotiker hingestellt werde (!)
    Für einen deftigen Vertrauensverlust reicht es ja schon, daß die Schädlichkeit
    langezeit überhaupt bestritten wurde.
    Nun aber keine schaurigen Details mehr - nur soviel noch - irgendwie schaffte ich
    es abermals, "in den Sattel" zu klettern (ohne Psychologen und fernab von ELGA ).

    Ich kenne aber Leute, die schon den ersten meiner Unfälle als Gelegenheit für eine
    lebenslange Versehrten-Rente "genutzt" hätten (und mir als Dummheit vorwarfen,
    es nicht getan zu haben). Ich jedoch, humpelte schon wenige Monate danach wieder
    zum Kampfsport-Training und biß die Zähne zusammen, weil jedesmal das Sprunggelenk
    derart angeschwollen war, daß ich danach kaum noch in den Schuh rein kam.

    Dafür droht mir jetzt eine Erhöhung des Pensions-Antritts-Alters - kurz vor
    Erreichung, wird dem (alten) Esel die Karotte wieder vorne weg gezogen - s'ist
    wohl wegen der "Gerechtigkeit" - sollte ich wirklich nur zu dumm sein, den Staat
    auszunutzen ? Umgekehrt aber, würde man mir eine Frühpension glattweg verweigern,
    weil ich doch "körperlich pumperl-gsund" sei und ja sowieso nur einen Psychologen
    bräuchte, tja - ELGA, die großartige Orientierungshilfe bei der Beurteilung von
    Patienten, macht's möglich (daß man mit Blutvergiftung zum Psycholgen marschiert !).

  11. machmuss verschiebnix
    30. Januar 2015 20:55

    Stichwort Zweiklassen-Medizin :
    In meinem Umfeld - das sind Bürger, die den Besuch einer Privat-Praxis zwar finanziell
    verkraften können, es aber dennoch nicht so "dick" haben, daß sie es tun würden, wenn
    es keinen rational gerechtfertigten Grund dafür geben würde - da wird mittlerweile schon
    auffallend oft über solche Besuche bei Privat-Ärzten geschwätzt .

    Eine Tendenz, die zwar auf den ersten Blick das bestehenden Gesundheits-System
    entlastet, es aber schon mittelfristig seiner wichtigsten Resource berauben
    wird - nämlich der hochkarätigen Mediziner, weil solche als Privat-Ärzte finanziell
    durchwegs besser fahren .

  12. machmuss verschiebnix
    30. Januar 2015 18:41

    Seltsam ist auch der Brauch, daß in Wien nicht jede Rettung jedes Spital anfährt .

    Vor einigen Jahren mußte ich für ein Familien-Mitglied die Rettung rufen - habe natürlich
    144 gewählt - als es dann soweit war, fuhr ich auch mit und erklärte dem Fahrer,
    daß wir ins St. Josefs Spital wollen, weil die Patientin erst wenige Wochen zuvor
    stationär dort war und ... - mein Versuch, es zu begründen wurde schon im Ansatz
    abgewiegelt:
    Fahrer:
    " do hättn's an Samariter-Bund aun ruaf'm soin, mia foan nur Stadt-Wien Spitäler aun ".
    Ich :
    " Mensch - dös gibt's a woi nöd ?"
    Fahrer:
    "Is owa so - do kennan mia nix mocha - owa sö kennan aussteign und an
    Samariter-Bund aun ruafm , owa uns miassn's donn seiwa zoin ... "

    Nach einigem hin und her, ging die Fahrt los, aber ins Kaiser Franz Josef Spital .
    Wenn man in irgendeinem westlichen Bundesland jemandem diese Geschichte
    erzählt, glaubt einem das keiner : "geh sei nöd deppat - dö hom di voarscht ... "

    • Undine
      30. Januar 2015 19:58

      @machmuss verschiebnix

      Also, da bin ich wirklich sprachlos! So etwas hätte ich nie für möglich gehalten. Aber, wie man sieht: "Wien ist anders"! Ungut!

  13. Undine
    30. Januar 2015 17:35

    A.U. schreibt:

    "Eine große Zahl an Medizinern aus der Babyboomer-Generation wird nämlich in Pension gehen."

    Das ist einer der Gründe, weshalb ein katastrophaler Ärzteengpaß droht.
    Besonders schlecht sieht es bei Landarztpraxen aus.

    Als mein Bruder (Landarzt mit Hausapotheke und zu betreuendem Seniorenheim im zauberhaften Triestingtal) in Pension gehen wollte, hieß es, es stünden etwa 300 Jungärzte auf der Warteliste. So weit die Theorie.

    Nach etwa einem Jahr (er verlängerte seine Tätigkeit, um das "Nest warmzuhalten", damit sich die Patienten nicht verlaufen!) hat ein Arzt frisch vom Turnus weg endlich angebissen.

    Nach ZEHN Monaten warf dieser junge Mann genervt das Handtuch---es war ihm zu anstrengend! Nachts manchmal zwei-, dreimal aus dem Bett gebeutelt zu werden, nach zwei Stunden Ordination immer noch ein volles Wartezimmer---das war dem jungen Mann zu viel! Das Gespräch mit den Patienten interessierte ihn nicht. Er handelte, als sei er ein Angestellter, der sich genau nach der Uhrzeit richten kann. Das ist KEINE gute Voraussetzung für den Beruf eines Landarztes.

    Seit dem Tod meines Bruders (mit knapp 70 Jahren) gibt es in diesem kleinen Marktflecken keinen Arzt mehr.

    Die Auffassung vom Arztberuf hat sich sehr gewandelt. Die Generation meines Bruders (Jg. 1926) war in keiner Weise VERWÖHNT. Wer, wie viele seiner Kollegen damals, im Krieg an der Front gewesen war und nach anschließender Gefangenschaft studiert hat und sich sein Studium fast zur Gänze selbst finanzieren mußte, der war ABGEHÄRTET!

    Der schaute nicht auf die Uhr, wenn nach zwei Stunden Ordination immer noch viele Leute auf ihn warteten! Mein Bruder war immer für seine Patienten da---und das wußten und schätzten sie. Bei manchen kam er in der Rangordnung gleich nach dem lieben Gott. Das weiß ich, denn ich bin oft genug mit ihm auf Visiten gefahren. Wenn er nachts gerufen wurde, war er trotz Schlafmangels immer fröhlich und freundlich zu den Patienten.

    Was ich damit sagen will: Dieser Generation wurde in jungen Jahren so unendlich viel abverlangt, daß ihnen alles andere fast wie das Paradies vorkam.
    Zum Landarzt muß man, denke ich, geboren sein; wenn nicht, dann ist es wirklich besser, man läßt die Finger davon.

    PS: Noch in der Nacht vor seinem Tod war er auf Visite.

    PPS: Das nur so nebenbei: Mein Bruder war Mitglied einer "SCHLAGENDEN BURSCHENSCHAFT"!

    • machmuss verschiebnix
      30. Januar 2015 18:59

      Westlich von Wien ist doch jeder bei irgendeiner Burschenschaft - schlagend, oder saufend :))
      Die Phobie gegen Burschenschaften gibt's wohl nur in Wien - ist ja bekanntlich anders(rum) .

    • Dr.Markus Deim
      30. Januar 2015 21:46

      Liebe Undine!

      Auch ich bin Landarzt, Mitglied einer schlagenden Verbindung, vor ca.20 min (21 Uhr) von meiner letzten Visite (ca 30 Euro brutto) heimgekehrt, nach einem sehr langen Tag. Viel Ärger, viel Arbeit, aber niemals käme ich auf den Gedanken, mein Leben wäre sinnlos, auch denke ich nicht, daß irgendwelche Körperteile nicht straff genug und deswegen eines Wochenendes in einer proletarischen Wellness-Körper-zum-Lustobjekt-aufmöbelnden-Institution würdig wären. Mein Körper ist müde, aber mein Geist ist klar wie der blitzende Schläger eines gut eingepaukten Burschen kurz vor der Mensur. Ich erfreue mich an einem guten Glas Rotwein, während sich meine Bundesbrüder vom Abschaum der menschlichen Gesellschaft, welcher durch die von meinem Steuergeld lebenden Schergen dieses Unrechtsstaates in ihrer Verwüstung und Beschädigung fremden Eigentums, Gesundheit und Lebens auch noch beschützt, ja gar aufgefordert, aber niemals gehindert fühlen, beim WKR-Ball (jetzt in offensichtlich notwendiger Verbeugung vor der gewaltbereiten Linken Akademikerball genannt) schlagen und bespucken lassen müssen, nur weil sie einen Ball besuchen. Auch der morgen um 7 Uhr in der Früh beginnende 48-Stunden-Bereitschaftdient wird mir die Lust und die Freude an meinem Beruf nicht nehmen- weiß ich doch, daß er sinnvoll, sinnstiftend ist, die Dankbarkeit der Patienten ist ein bisserl Zusatzlohn, sozusagen. Die Welt ist im Wandel, doch wohin geht die Reise? Ich habe drei geradegewachsene Söhne und eine arbeitssame Frau, einen Beruf, der mich fordert und oft an meine Grenzen bringt, aber NIEMALS möchte ich mit einem dieser sinnbefreiten Alt-68-er-Fritzen tauschen, die haben niemals gelebt und werden es auch niemals tun, nicht einmal ansatzweise, denn sie haben niemals das Wesentlich im Leben gegriffen. Ups-ich glaub, der Burgunder wirkt schon ein bisserl.
      MfG Dr.Markus Deim

    • Undine
      30. Januar 2015 22:59

      @Dr. Markus Deim

      Lieber Herr Dr. Deim!

      Haben Sie vielen Dank für Ihre emotionale Antwort auf meinen auch sehr emotionalen Kommentar! Lassen Sie sich Ihr wohlverdientes Glas Burgunder nach einem arbeitsreichen, von wirklich sinnvoller Tätigkeit erfülltem Tag gut schmecken! Leider werde ich nie das Vergnügen haben, ihnen zu begegnen---aber zu Ihnen hätte ich unbekannterweise größtes Vertrauen. Sie sterben doch nicht so schnell aus, die "geborenen" (Land-)Ärzte, die mit Leib und Seele an ihrem in höchstem Maße anstrengenden, aber zutiefst befriedigendem Beruf hängen!!

      Und noch etwas: Die Burschenbund-Bälle in meiner Jugend waren die schönsten! Ich hab' mich jedenfalls nie "gefürchtet" vor den Farbentragenden---sie bekennen Farbe (was oft nicht zu ihrem Vorteil in unserem kleinkarierten Land gerät!)

    • Christian Peter (kein Partner)
      02. Februar 2015 21:58

      Es gibt keinen 'Ärztemangel' in Österreich und wird es auch in Zukunft nicht geben. Gehen Sie doch der Propaganda der Ärztelobby nicht auf den Leim.

    • Christian Peter (kein Partner)
      02. Februar 2015 22:09

      Die Wahrheit : Ärztedichte in Österreich mit 4,9 Ärzten pro 1000 Einwohner zweithöchster Wert unter 34 Industrienationen.

  14. eudaimon
    30. Januar 2015 17:28

    Die Gesundheits bzw.Krankheits-Versorgung der österr.Bevölkerung lag und liegt
    ausschließlich in der roten Gewerkschaftsfaust mit sittenwidrigen Kassenverträgen
    ausgehandelt mit polit.Kammern,die selbst zuallererst sich versorgen , dann erst
    der Patientenwohlfahrt gelten, aber sicher zuletzt für den Behandler da sind-obwohl
    alle die genannten politischen Träger genau von diesem Behandler/In abhängen!-
    deshalb ist er auch der einzige in diesem kruden System,der die "direkte"volle
    Verantwortung genießt dh.mit Hab und Gut und Ruf für sein "Handanlegen"am
    Bürger gerade stehen muss!!Kein Gewerkschafts - oder gar -Politfunktionär kennt direkte Verantwortung-woher,worauf auch sollte diese sich ermitteln lassen!
    Aber beim Vergleich der Entgelte da ja da haben sie allemal meilenweit die
    "rotzige"Nase vorn.Daher auch der brutale Kurs von dieser Seite, auf der sich
    die Schuster,Schneider,Installateure,Schlosser und sonstige Schulabbrecher
    -Bildungsverweigerer oder bestenfalls in BFI-nahen Instituten approbierten
    NeoakademikerInnen die hohen Privilegiengehälter auszahlen lassen und
    das mit voller Gewissheit als" Untouchables" aller Kassen und Klassen!

  15. Politicus1
    30. Januar 2015 13:03

    zum (angeblichen) Missbrauch mit der e-card:
    gibt es Fälle, wo den Krankenkassen auffallen müsste, dass ein e-card Besitzer zwei Blinddarme diagnostiziert bekomen hat (weil ein bereits entfernter neuerich entzündet ist), oder einander widersprechende Krankheitssymptome?

    Natürlich wird die e-card nicht beim Stammarzt missbräuchlich verwendet, das würde dem Arzt vielleicht doch auffallen.
    Nein, da geht der Freund, die Bekannte erstmalig zu einem anderen Arzt, wo noch keine Krankengeschichte aufliegt ...

    • Cotopaxi
      30. Januar 2015 15:24

      Ich bin sicher, manche Ärzte spielen beim Missbrauch der ECard mit. Erst in den letzten Monaten standen zwei muselmanische praktische Ärzte in Wien wegen Betrugs vor Gericht.

    • Prof. Walter A. Schwarz (kein Partner)
      01. Februar 2015 09:25

      Bei den kürzlich erfolgten Spitalsbesuchen wurde zur E-Card auch noch ein Personalausweis verlangt!

  16. Politicus1
    30. Januar 2015 12:58

    Ein reales Beispiel der ärztlichen Versorgung in Wien:
    Hietzing hat ca. 50,000 Einwohner - und EIN einziges öffentliches Institut für physikalische Behandlungen mit Kassenverträgen!

    Es gibt zwar viele Physiotherapeuten ohne Kassenvertrag, die aber alle keine physikalischen Behandlungen (Strom. Ultraschall, Fango ...) anbieten.

    Das bedeutet für Patienten selbst im ärztlich bestätigten Akutfall bis zur ersten Behandlung eine Wartezeit von vier bis sechs Wochen!

  17. HDW
    30. Januar 2015 12:09

    Das Volk verdummt immer mehr im IT Rausch und wählt die Sozialisten weil durch die Werbebranche für deren "Gratis" Marketing schon bestens konditioniert. Ein Gelernter Maschinenschlosser als Minister kann dann eben die "Gratiszahnspange" einführen,der Geschäftsführer einer Möbelfabrik als Oberster Krankenkassen die Millionen teure e-Carsten, obwohl Ausweis+ O-card genügen würde und es dann keinen Mißbrauch gäbe. Die Millionen fehlen halt dann an anderer Stelle. Aber solange solche Schießbudenfiguren wie Häupl, Darabos oder Heinisch gewählt werden verdient das Land eben eine sozialistische Zweiklassenmedizin wie in den früheren realsozialistischen VRs. Die haben jetzt übrigens nur mehr Einklassenmedizin mit Vorauskasse!

  18. Obrist
    30. Januar 2015 11:20

    Das Problem ist leider vielschichtiger, als man glaubt. Jahrzehntelang haben rote Gesundheitsminister dem Stimmvieh Topmedizin von der Wiege bis zur Bahre und rund um die Uhr versprochen - und das praktisch (zumindest für die Mehrzahl der Nettoempfänger) umsonst.
    Seit Jahr und Tag stürmen diese Ordinationen und Ambulanzen mit jedem Wewehchen - Terminvereinbarung gibt's nicht- jedes Wimmerl am Hintern ist ein Notfall. Besonders unsere Neomitbürger und Lebenslangrentner sind nicht nur außerordentlich gut über ihnen angeblich zustehende Leistungen informiert, sie schaffen es auch mit ungeheurer Penetranz und Rücksichtslosigkeit jede Terminordination/Ambulanz in Chaos versinken zu lassen. Nicht jedes Zwicken im Kreuz ist eine Nierenkolik, nein,Potenzstörungen sind kein Notfall (außer bei Callboys vielleicht), Kopfschmerzen nicht gleich Hirnkrebs etc. etc.
    Nicht nur der Ärztemangel, sondern die Begehrlichkeiten und Rücksichtslosigkeit Einzelner bringen das System zum erliegen.
    Niedergelassene Ärzte kämpfen in ihren Praxen mit ständig steigenden Kosten(Personal, Mieten, Energie etc.) bei kaum steigenden Honoraren. Die meisten schaffen -noch- den Spagat zwischen Klasse und Masse. Hinzu bringen nicht evidenzbasierte und von der Industrie getriggerte technische, hygienische und administrative Normierungen einen Ordinationsbetrieb fast zum Erliegen.
    Kleine Kritik an A.U:
    Es gibt zahlreiche (sinnvolle) medizinische Leistungen, die von den Kassen nicht erstattet werden - und verlangt der Arzt - völlig legitim- etwas dafür - führt er daher die Leistung NICHT an der Kasse vorbei! Viele Ärzte weisen in Aushängen, oder auf ihren Homepages darauf hin, dass eben nicht alles gratis ist. So wie die Kasse z.B. Potenzmittel nicht zahlt, ist auch die zeitaufwändige Sexualberatung beim Urologen nicht umsonst.

    • Obrist
      30. Januar 2015 12:39

      PS: Gerade jene, die dieses System zu verantworten haben, gehen in keine Kassenpraxis - Sie gehen gratis in die Krankenhäuser direkt zum Chef -da steht dann der ganze Betrieb - auch für Notfälle....

  19. Politicus1
    30. Januar 2015 10:12

    Als mündiger Patient kann man auch folgendes beobachten:
    Der Kassenarzt untersucht den Patienten, nimmt sich auch noch Zeit für ein klärendes Gespräch und verordnet dann drei oder vier Schachteln Medikamente. Dafür bekommt der Hausarzt von der Krankenkassa so viel ich weiß etwa 15.- brutto.
    Mit dem Rezept geht der Patient zur Apotheke, wo eine Angestellte in zwei Laden greift und die Medikamente gegen Bezahlung der Rezeptgebühren ausfolgt.
    Auf der Rechnung sind die Preise der Pulver und Tabletten ersichtlich.
    Und da wird einem klar:
    für den Griff ins Ladl kassiert der Apotheker in drei Minuten an Handelsspanne mehr, als der Arzt für 20 Minuten medizinische Untersuchung!
    Da muss sich doch ein Arzt fragen, ob er nicht das Falsche studiert hat.

    Apropos Aptheken und Handelsspanne:
    Kürzlich ein rezeptfreies Medikament online bei Amazon bestellt. Kosten: 150 EUR (inkl. Versandkosten). Das selbe Medikament (selber Originalhersteller und Originalverpackung) kostet in der Wiener Apotheke 180.-!

    • Brigitte Imb
      30. Januar 2015 10:16

      Da haben Sie gut gerechnet, denn in NÖ beläuft sich der Kassentarif für eine Ordination beim Arzt um die 7€ brutto!!!

    • dssm
      30. Januar 2015 11:43

      Ludwig von Mises hat völlig richtig festgestellt: Der Sozialismus wird an den fehlenden Markt(!)Preisen scheitern.
      Die fehlenden Marktpreise führen zwangsläufig zu Fehlallokationen.
      So weit die Theorie.

      Der praktische Beweis ist unser Gesundheitssystem. Die 'Preise' für medizinische Untersuchung/Behandlung und Medikamente werden von 'Experten' festgesetzt; alle sind unzufrieden, vieles geht schief, alles ist ungerecht, es lebt die Korruption, kleine Ärzte kämpfen um das Überleben, die Bonzen in der Sozialversicherung kassierten wie die Weltmeister - aber der Sozialismus funktioniert ja wunderbar!

    • schreyvogel
      30. Januar 2015 14:31

      Und die Apotheken genießen einen sehr strengen Gebietsschutz - weil ihnen ein Konkurrenzkampf nur Nachteile brächte.

      Was das Beste für die Kunden ist, interessiert nicht.

    • Christian Peter (kein Partner)
      02. Februar 2015 12:30

      Auch Ärzte verdienen prächtig an Medikamenten. Häufig werden teure Medikamente verschrieben, obwohl deutlich günstigere am Markt vorhanden sind. Sofern eine Medikation überhaupt Sinn macht, denn nach seriösen Schätzungen erfolgen mehr als 50 % aller Medikationen ohne Nutzen für den Patienten.

  20. Pennpatrik
    30. Januar 2015 10:10

    Klingt nach dem endgültigen Durchbruch der Zweiklassenmedizin.

  21. Josef Maierhofer
    30. Januar 2015 10:00

    Zweiklassenmedizin - Zweiklassengesellschaft

    Die Zukunft wird es immer mehr zeigen: Nur wer arbeitet wird Geld haben und nur, wer Geld hat, wird sich medizinische Versorgung leisten können.

    Ich habe ja 2 Versicherungssysteme, das der Selbständigen und die WGKK der Pensionisten. Das System der WGKK (ich lebe in Wien) zahlt fast keine Medikamente mehr, sondern Plagiate davon, das allermeiste effiziente überhaupt nicht, die SVA erlaubt wenigstens den Wahlarzt, den man größtenteils selbst zahlen muss und erlaubt auch Medikamente, die man eben zu 20 bis 80% selbst zahlen muss.

    Dass man diejenigen, die nicht arbeiten und sich daher das alles nicht leisten können, belügt und ihnen 'Mindestsicherung' verspricht, Gratisgesundheitsversorgung, den unbrauchbaren Asylsuchern (sie anderen arbeiten ja) Gratisversorgung verspricht und trotzdem (weiß nicht mehr, wo ich das gelesen habe) gibt es 160 000 E-Card Missbrauchsfälle pro Jahr hier. Ein Schweizer Sozialhilfeempfänger bekommt die Arbeitsunfähigkeitsversorgung dort und die Medikamente, hat eine Arztpraxis in Kroatien und klagt nun die Schweiz, nachdem man ihm die Sozialhilfe und den Medikamentenzugang abgedreht hat, die Schweiz (mit guten Chancen zu obsiegen) ...

    Das kommt davon, wenn man verstaatlicht, wenn man vom Leistungsprinzip abweicht, wenn man den Menschen die 'Gratis'-Lüge erzählt.

    Es gibt im Leben NICHTS gratis, auch nicht im 'Wohlfahrtsstaat Österreich'.

    Der Staat soll sich schön langsam zur Wahrheit bequemen und 'seinen' Medien diese nahezulegen, indem man die politische Inserate endlich abdreht. Die Politiker sollen sich schön langsam 'vertschüssen', es wird immer klarer, was sie alles angerichtet haben.

    Dem Volk müsste man halt die Augenbinde abnehmen, dann würde sehr rasch alles anders werden, ob besser, das bleibt die dem heutigen Schulden- und Verbindlichkeitsstand, den uns eben auch die gleichen Politiker eingebrockt haben, natürlich offen. Aber, wenn die Menschen erkennen, dass der Staat versagt, dann machen sie selbst und übernehmen schon Eigenverantwortung, auch in der Gesundheitsversorgung und -vorsorge.

    • machmuss verschiebnix
      30. Januar 2015 20:33

      » … die Augenbinde abnehmen … « - wie wahr **********

  22. Brigitte Imb
    30. Januar 2015 09:33

    Div. Ärztekammern informieren die Politiker seit mehr als 10 Jahren über einen drohenden Ärztemangel, wurden jedoch nicht gehört.

    Die Situation wird sich in Zukunft noch verschärfen, denn Österreich ist auf gutem Weg "Griechenland zu sein" und deshalb kann ich wirklich nur ALLEN Versicherten empfehlen - die ev. eine geplante OP vor sich haben -, diese rasch erledigen zu lassen, denn bald werden die Wartezeiten ausufern. Und angesichts der horrenden Schulden, wird die Bezahlung ebenfalls unsicher.

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/01/29/oesterreich-116-milliarden-euro-versteckte-schulden/

    http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/4650751/Haftungen_Laender-haben-50-Milliarden-Euro-vergessen?_vl_backlink=/home/index.do

    .

    • christian Peter (kein Partner)
      02. Februar 2015 21:49

      Es gab noch niemals einen 'Ärztemangel' in Österreich und wird es auch in Zukunft nicht geben. Gehen Sie doch der Propaganda der Ärztelobby nicht auf den Leim.

    • Christian Peter (kein Partner)
      02. Februar 2015 22:06

      Die Wahrheit : Ärztedichte in Österreich mit 4,9 Ärzten pro 1000 Einwohner der zweithöchste Wert unter 34 Industrienationen.

  23. dssm
    30. Januar 2015 09:24

    Wo Staat drauf steht, ist Mist drinnen.
    Aber ganz ehrlich, ich möchte nicht von einem Arzt behandelt werden, der das Wort Schlaf nur aus dem Wörterbuch kennt!

    Aber wer hat denn ursprünglich diese geisteskranken Arbeitszeitregeln eingeführt?
    Wer lässt denn die deutschen (und sonstigen) Studenten gratis bei uns studieren?
    Wer hat denn ein Bild auf der e-card verhindert?
    Wer hat denn die ganzen Psychopharmaka genehmigt, anstatt lieber mehr Geld in die Ärzteschaft zu pumpen?

    All dies hat der Staat gemacht, sprich die Wähler! Und nun wird gejammert, es ist einfach ekelerregend wie nun die Täter sich über die Wirkung des Sozialismus beschweren. Auf einem freien Markt gäbe es alle diese Probleme erst gar nicht!

    Denn Problem mit der Medizin gibt es keines! Wer will geht einfach als Privatpatient zum Arzt und schon hat man seinen Wunschtermin für jedes denkbare Problem.

    • FranzAnton
      30. Januar 2015 19:38

      @ "All dies hat der Staat gemacht, sprich die Wähler! Und nun wird gejammert, es ist einfach ekelerregend wie nun die Täter sich über die Wirkung des Sozialismus beschweren".
      Das sehe ich ganz anders, Herr DSSM. Zu allen Zeiten hat die Politkamarilla, zu welcher auch die Beamtenschaft und die Justiz zählt, die einfachen Menschen hinters Licht geführt, desinformiert, sich selber gegen die Anwendung von Gesetzen immunisiert, de facto also meist (Ausnahmen gibt es) zum allgemeinen Schaden, aber persönlicher Bereicherung agiert. Macht - und diese haben Politiker sich zu verschaffen verstanden - korrumpiert eben, unausweichlich.
      Besagte, gewöhnliche Menschen hatten mit ihren persönlichen Problemen mehr als genug Lasten zu tragen, als dass sie sich noch über den Gang der Dinge schlau hätten machen können, und haben sie daher an die ihnen präsentierten, kunstvoll gedrechselten Mischungen aus mehr Dichtung als Wahrheit vertraut (nach dem Motto "Die Unsrigen san ehrliche Leut"). Ausserdem war - und ist immer noch - Aufmucken gefährlich. Man kann die Menschen also nur schwerlich für ihre Harmlosigkeit verurteilen.
      Peu a peu deutet sich aber ein Paradigmenwechsel an; Viele verweigern den Gang zur Wahlurne, neue Parteien entstehen, und, vor allem aber, gibt es jetzt das Internet. Und auch zahlreiche, darauf basierende Initiativen (Campact, AVAAZ, CitizenGo, Verwaltungsreform ....), zwar nicht alle marxistisch orientiert. Ich bin überzeugt, sie werden wachsen, und uns schön langsam, aber unaufhaltsam, direktdemokratische Optionen erschließen. Diesen Trend sollten Engagementbereite hier Postende aktiv unterstützen, um unsere angemaßten Obertanen von ihren hohen Rössern herunterzuholen.
      Geschähe in unserem Unterberger - Kreis aber nichts dergleichen, wäre es wirklich schlimme, denn die hier Postenden sehen ja das Unheil auf sich zukommen, und sollten, vernünftiger Weise, sich keinesfalls am Vogel Strauss orientieren.

    • Haider
      30. Januar 2015 23:04

      FranzAnton
      Nicht "die Beamten" sondern die SPÖ-ÖVP-Günstinge haben dieses Schlamassel angerichtet. Und zwar bewußt und gezielt. Dagegen hätte sich der Wähler seit Jahrzehnten wehren können, aber offensichtlich wollte er nicht. Daher: Denken beim Wählen!

    • dssm
      31. Januar 2015 00:06

      @FranzAnton
      Manchmal fällt es schwer nicht ausfällig zu werden. Besonders wenn Sätze wie „gewöhnliche Menschen hatten mit ihren persönlichen Problemen mehr als genug Lasten zu tragen“ kommen.

      Ich sehe diese Probleme täglich bei den 'gewöhnlichen' Menschen. Es sind lächerliche Beziehungsprobleme, wo es fast immer um Geld geht! Weil ja das neue Iphone 97 schon seit einer Woche das SpyPhone 96 ersetzt hat. Da muss man ganz dringend einen neuen Mobilvertrag abschließen! Und ein Audi (…) muss es sein, weil der gleich grosse andere Kübel zwar weniger braucht und seltener in die Werkstatt muss, dafür aber deutlich weniger kostet, aber wer Audi fährt ist ja wer! Und überhaupt, wenn man nicht die Sendung XY gesehen hat und darüber den halben Tag schimpfen (warum höre ich nie Lob?) kann, ist man ja eigentlich kein Mensch!
      Für all das haben die 'gewöhnlichen' Leute Zeit, viel Zeit. Aber für eine halbe Stunde Bildung am Tag, da fehlt die Zeit.

      Es gibt keine Entschuldigung. Um wichtige Dinge kümmert man sich! Daher halten wohl die meisten Wähler die Politik für etwas Unwichtiges, daher sind sie auch so schuld wie man nur schuld sein kann!

      Zufällig hat Mitblogger Maierhofer eine kleine Lebensgeschichte dieser Tage eingestellt. Lesen Sie die, dann wissen Sie was Probleme und Lösungen sind oder anders ausgedrückt: Die 'Lasten' der 'gewöhnlichen' Menschen möchte ich haben!

  24. Wertkonservativer
    30. Januar 2015 08:38

    "Katastrophaler Ärzteengpass : Jungmedizinerschwemme"!
    Ganz klar ist mir die Chose nicht!

    "Gratismedizin" wird's auf Dauer sicher nicht spielen: da hat Dr. Unterberger total recht!

    Kurz zu mir persönlich:
    als Selbständigen-Pensionist bei der SVA zahle ich (wie alle anderen Selbständigen) den 20%igen Selbstbehalt (wie die Beamten auch!), weiters bin ich seit Jahrzehnten zusatz-krankenversichert (kostet kleine "Eckhäuser"), und aus Zeitgründen konsultiere ich immer wieder Wahlärzte, deren Honorare mir (und allen anderen) ja wirklich nur mit Mini-Vergütungen "vergolten" werden!
    Also: ich habe diesbezüglich so gar kein schlechtes Gewissen (das der überwiegenden Mehrheit der Gratismedizin-Konsumenten allerdings anscheinend mehrheitlich fehlt!)

    (mail to: Gerhard@michler.at)

    • dssm
    • Haider
      30. Januar 2015 23:14

      Was nichts kostet, ist nichts wert! In Griechenland stehen Telefon, Strom und vieles andere "kostenlos" zur Vefügung. (Die Klimaanlagen in den Wohnungen rennen daher Monate lang Tag und Nacht durch!) Kostenlos heißt normalerweise, der Steuerzahler kommt dafür auf. In Griechenland heißt es seit dem EU-Beitritt jedoch, der depperte EU-Nettozahler "brennt wie ein Luster". Und dafür läßt er sich auch noch dankbar beschimpfen. Geht's dümmer?

  25. kritikos
    30. Januar 2015 02:19

    Man ist versucht zu sagen, die ganze Malaise und deren Behandlung sei typisch österreichisch. Falsch: der Balkan fängt bekanntlich in ... , heißt es, wahrlich zu recht. (Der Balkan war damals türkisch besetzt, also weiß man es jetzt besonders klar zu bewerten!)
    Die Lüge der besoners guten medizinischen Versorgung hier zu Lande zeigt sich auch in der Zunahme von Wahlärzten und deren Beliebtheit bei Patienten. Man wartet weniger lang, man wird deutlich besser, länger und eingehender betreut als bei Kassenärzten aber man bekommt nur einen Bruchteil des Honorars von der Kassa rückertstattet (und das sehr spät). D.h. viele Österreicher sind eh' bereit, für gute medizinische Betreuung auch zu zahlen. Wohl auch Sozis. Wohl kaum Türken u.ä.
    Aber die Bonzokraten wissen eh' alles besser.





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