Kokain mit Ebola

Lesezeit: 3:00

Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht über die ausufernde Ebola-Epidemie in Westafrika berichtet wird. Und kaum ein Tag vergeht, an dem Behörden und Politiker nicht beschwichtigen, wie unwahrscheinlich eine Einschleppung nach Europa sei. Dabei scheinen die Beschwichtiger einen ganz wichtigen Faktor völlig außer Acht zu lassen: den Drogenhandel.

Der ist – zumindest bei den harten Drogen – europaweit fest in der Hand der nigerianischen Mafia. Handelsübliche Verpackung von Kokain oder Heroin sind verschweißte Plastik-Kugerln, die von den Straßenhändlern im Mund mitgeführt werden. Welche Bombe da tickt, dürfte wohl jedem klar sein – nur nicht unseren Behörden.

Etwa seit Mitte der 1990er-Jahre haben nigerianische Gruppen den Drogenhandel auch in Wien quasi monopolartig übernommen. Die vorher üblichen Papier-Briefchen mit Heroin oder Koks wurden plötzlich abgelöst durch unappetitliche Plastik-Kugeln, die man aus dem Mund des Nigerianers bekam und auf dessen Anweisung hin auch selbst in den Mund stecken musste. Der Grund: Im Falle einer plötzlichen Polizeikontrolle könne man den verräterischen Stoff schlucken. Dies ist bis heute so üblich, auch wenn die Drogenfahnder in ihren Erstaufnahme-Zellen längst über spezielle Toiletten verfügen, bei denen der Abfluss so präpariert ist, dass die ausgeschiedenen Kugeln nicht verschwinden können.

Ebola wird durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. Die Inkubationszeit beträgt bis zu 21 Tage. Angenommen, ein Westafrikaner infiziert sich beispielsweise in einem Lager in Lampedusa mit Ebola, dann ist er von dort in wenigen Tagen in Österreich, um hier Drogen zu verkaufen. Er hat somit ausreichend Zeit, hunderte Drogenkonsumenten anzustecken, bis die Krankheits-Symptome bei ihm erkannt werden. Seine Kunden geben das Virus wiederum weiter an andere Drogenkonsumenten oder Angehörige. Ein Szenario, das zu Ende gedacht ganz schön Angst macht.

Polzeiintern gibt es für solche Fälle dennoch keinerlei effektive Vorbereitungen oder Notfallpläne. An die Beamten wurde lediglich ein „Allgemeines Informationsblatt Ebola“ per Email verschickt, wo ein paar Details zur Krankheit selbst angeführt werden. „Bei Infektionsverdacht“ wird die „Kontaktaufnahme mit dem diensthabenden Amtsarzt“ angeordnet, der „über weitere medizinische Maßnahmen entscheidet“. Weiteres wird empfohlen, sich die Hände zu desinfizieren und den weiteren Kontakt mit dem Betroffenen zu vermeiden, diesen in einem eigenen Raum zu belassen und danach eine „Wischdesinfektion von Flächen und Gegenständen, die mit Körperflüssigkeiten des Patienten in Kontakt waren“ vorzunehmen, ähnlich wie bei HIV-positiven Personen.

Das ist schon verdammt viel Aufwand für einen Verdachtsfall, sofern der überhaupt als solcher erkannt wird. In Wien gehen aber tagtäglich hunderte Schwarzafrikaner ihrem einträglichen Geschäft nach; Personalrochaden und Abstecher in andere Bundesländer, etwa nach Graz oder auch ins Gefängnis, sind gang und gäbe.

Die Zahl der harten Drogenkonsumenten in Wien wird im fünfstelligen Bereich geschätzt. Eine ganz schön große Gruppe potentiell Gefährdeter. Noch gar nicht mit eingerechnet die Angehörigen der Polizei, die regelmäßig und intensiv, oft auch in direktem Körperkontakt, mit dieser Gruppe zu tun haben. Ob da als Prävention Merkblätter und der Verweis auf den Amtsarzt reichen, erscheint mehr als fraglich.

Werner Grotte ist 52, langjähriger Redakteur bei Kurier, ORF, Wiener Zeitung u.a., Buchautor. 

einen Kommentar schreiben
Teilen:
  • email
  • Add to favorites
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • Twitter
  • Print

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorNestor 1937
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    25. September 2014 14:49

    Herr Grotte, Sie warnen zu Recht!

    Aber die Innenministerin hat für sowas keine Zeit.
    Sie muß doch für die armen Migranten und Asylanten noch mehr Quartiere requirieren!

  2. Ausgezeichneter Kommentatoroberösi
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    24. September 2014 21:57

    Gemessen an der Gefahr, durch Schwarzfarikanischer, Migranten oder Dealer, mit TBC, Skabies und vor allem Aids infiziert zu werden (worüber übrigens keiner spricht in Europa), ist die Wahrscheinlichkeit, an Ebola zu erkranken, absolut zu vernachlässigen.

    Offensichtlich aber können manche die Chance nicht vernachlässigen, durch Ebola, das zwar für die betroffenen Regionen außerordentlich tragisch ist, für uns jedoch keinerlei Gefahr darstellt (Autofahren ist um vieles gefährlicher), jene Aufmerksamkeit zu erzielen, die sie mit seriöser Berichterstattung und ebensolcher Recherche zum Thema nie erzielen würden.

  3. Ausgezeichneter Kommentatoraw70
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    25. September 2014 11:22

    Es wäre nicht schlecht gewesen, wenn Sie sich ein bisschen besser informiert hätten, bevor Sie so einen reisserischen Artikel schreiben. Ebola ist nämlich, solange eine infizierte Person keine Symptome zeigt (!), nach derzeitigem Wissensstand nicht übertragbar. Soll heissen: die Rauschgiftkugel aus dem Mund eines gesund wirkenden Afrikaners ist, zumindest was Ebola angeht, relativ risikolos. Vernünftig ist es natürlich nicht, so einkaufen zu gehen: weder ist Drogenkonsum an sich anzuraten, noch Speichel mit so jemandem auszutauschen. Es gibt nämlich eine lange Liste an ausgesprochen mühsamen und tödlichen anderen Krankheiten, die sehr wohl auf diesem Wege übertragbar sind, auch wenn der Träger der Infektion (noch) symptomfrei ist.

    Ebola gehört allerdings nicht dazu. Dazu braucht es jemanden, der bereits akut erkrankt ist. So jemanden darf man dann in der Tat nicht angreifen, und schon gar nicht ungeschützt mit seinen Körperflüssigkeiten in Kontakt kommen.

    Sie sind da einem offenbar weit verbreiteten Irrtum aufgesessen: Ebola ist eine extrem tödliche Krankheit (~70% Mortalität!), aber eigentlich nicht sehr infektiös. So wie z.B. SARS oder MERS, die den Seuchenspezialisten aufgrund ihrer extrem leichten Übertragbarkeit (und ebenfalls hohen Mortalität) tatsächlich graue Haare wachsen lassen. Ebola kann sich in Westafrika nur aufgrund der praktisch nicht existenten medizinischen Infrastruktur, und dem in der Bevölkerung offenbar nicht vorhandenen Bewusstsein für elementare Hygiene, dermassen ausbreiten. Bei uns sollte sich die Erkrankung in ihrer jetzigen Form, so mühsam und tödlich sie für Betroffene ist, problemlos kontrollieren lassen.


alle Kommentare

  1. Cewexx (kein Partner)
    22. Januar 2015 15:21

    A plnglieasy rational answer. Good to hear from you.

  2. Laroma (kein Partner)
    20. Januar 2015 23:16

    This could not posilbsy have been more helpful!

  3. Yui (kein Partner)
    19. Januar 2015 12:39

    Created the greatest artelcis, you have.

  4. Gennadi (kein Partner)
    06. Oktober 2014 09:51

    Beschwichtigungstanten scheinen Hochsaison zu haben. Besonders wenn es um Afro-Afrikaner geht.

    Ebola ist, auch schon im Frühstadium, eine hochansteckende Krankheit. Sie wird, wie Tests ergeben haben, auch durch Tröpfchen ohne Köperkontakt übertragen. Die Sterblichkeitsrate liegt jenseits von 90 Prozent. Da sprechen wir noch nicht von anderen, hocjgradig ansteckenden Krankheiten, die in Afrika grassieren.

    Menschen als angebliche Flüchtlinge und kontrolliert nach Europa einströmen zu lassen, ist der sicherste Weg, die europäische Bevölkerung zu minimieren.

  5. Pfui (kein Partner)
    26. September 2014 22:31

    Wenn man darauf hinweist, wie man die potentiellen Rauschgifthändler ganz leicht auf der Straße erkennen könnte (etwa paarweises Auftreten der verdächtigen Figuren), setzt man sich dann dem Vorwurf des Rassismus aus? Dreimal darf man raten, bei uns in der GutmenschInnenstadt.

    Wer von den linxlinken Obergscheiten wird aber dann die Verantwortung für die Katastrophe übernehmen, wenn in Wien eine Ebola-Epidemie ausbricht, ausgelöst von dem mit Drogen handelnden Gesindel?

    Wer? Dann wird es niemand gewesen sein. Wie immer.

  6. Torres (kein Partner)
    26. September 2014 13:43

    Ein Grund mehr, die Drogen freizugeben und den Handel staatlich zu kontrollieren. Dann muss niemand mehr die (gestreckten und möglicherweise verschmutzten oder gefälschten) Drogen zu überhöhten Preisen von Schwarzhändlern (im doppelten Sinne) kaufen und ein (zusätzliches) gesundheitliches Risiko eingehen - wie eben im Fall Ebola, nicht nur für sich selbst, sondern auch noch für die gesamte Umgebung. Ganz abgesehen davon, dass dann auch gleich die gesamte weltweite gewalttätige und mordende Drogenmafia mit einem Schlag verschwinden würde, weil ihres Geschäftes und Profites beraubt. Das so ersparte Geld könnte man in Prävention und Heilung stecken - würde nur einen Bruchteil davon kosten.

    • Francois Villon (kein Partner)
      04. Oktober 2014 07:21

      Früher hätte man solche einen Vorschlag mit der Bemerkung kommentiert: den Teufel mit Belzebub austreiben.

  7. oberösi
    25. September 2014 22:27

    Und weils so aktuell ist, noch einmal:

    Gemessen an den tatsächlichen Risiken ist es fahrlässig, in Österreich von einer Gefährdung durch Ebola zu reden.
    Gemessen an der Tatsache, daß mind. 25 % der Schwarzafrikaner, die als "Flüchtlinge" übers Mittelmeer kommen, mit Aids infiziert sind (einfache Hochrechnung aufgrund Durchseuchungsraten in deren Herkunftsländern), dazu TBC u. a. mehr mitbringen, muß jemandem, der mit Ebola Quote erzielen will, entweder Ignoranz, Unredlichkeit oder beides unterstellt werden.

    Der Hype um Ebola ist ein trauriges Beispiel, auf welches Niveau sogar Qualitätsmedien sinken, wenns um Quote und Auflage geht. Und um die politische Agenda, die dahinter steckt, denn auch Medien haben Eigentümer.

    Erinnern Sie sich nur an die Angst vor BSE, die völlig ungerechtfertigt geschürt wurde. Und es war keinesfalls so, daß das realistische Bedrohungspotential damals am Anfang nicht absehbar gewesen wäre und die Verantwortlichen nur aus Vorsicht so gehandelt hätten, um Schlimmeres zu verhindern. BSE entwicklte sich einfach zum fantastischen Hype, zum Selbstläufer, für Medien genauso wie für die zahlreichen medizinischen und wissenschaftlichen Experten, die wie die Pilze aus dem Boden schossen und der Verlockung, einmal im Leben im Rampenlicht zu stehen und richtig ausgiebig öffentlich Forschungsgelder zu lukrieren, nicht widerstehen konnten.

    Und welcher Politiker kann heute wie damals der Verlockung widerstehen, vor laufender Kamera vollmundig Millionen an Steuergeld für Forschung, aktuell eben für Ebola, locker zu machen. Geld, das dann wie üblich großteils in Repräsentation fließt, in dunklen Kanälen versickert bzw. das Auskommen diverser Institute und Vereine sichert, die wiederum meist im Naheverhältnis zu diesen Politikern und deren Parteifreunden stehen.

    Ich vermute, daß die tatsächlichen Probleme (EZB-Politik, Verschuldungsgrad der westlichen Volkswirtschaften, drohender Kollaps des fiat-money-Systems) inzwischen derart dramatisch sind, daß den Herrschenden jedes Mittel recht ist, um den Plebs zu beschäftigen. Solange zumindest, bis man die letzten Schäfchen ins Trockene gebracht - heißt, dem europäischem Mittelstand auch das letzte Hemd ausgezogen hat.
    Und was würde sich besser eignen, als das gruselige Ebola und köpfende Terroristen, mordenede IS überall... Ohne auch nur in Ansätzen deren Ursachen seriös und objektiv zu betrachten, würde ja dem Geschäft schaden. IS - wie aus dem Nichts erschienen, ganz plötzlich, und die ganze sogenannte intelligente westliche Welt hat nichts anderes zu tun, als sich davor zu gruseln oder vor Entrüstung zu schütteln, gehts noch?

    Die Intensität, mit der aktuell in jeder europäischen Nchrichtensendung über IS berichtet wird, läßt keinen anderen Schluß zu.

    WA70 hat übrigens weiter oben in groben Zügen richtig beschrieben, warum Ebola aus epidemiologischer Sicht bei uns nicht zum Problem werden kann. Mögliche Einzelfälle infizierter leichtfertiger Touristen ändern daran absolut nichts.

    Täglich sterben hunderte Schwarze und Asiaten an Malaria, auch Weiße einige per anno. Kümmerts wen? Jährlich sterben tausende Österreicher an den Folgen nosokomialer Infektionen - kümmert dies irgendwen? Wobei gut 25 % davon sogar ohne große Investitionen zu verhindern wären: ordentliche Händedesinfektion durchs medizinische Personal würde völlig ausreichen.

    DAS wäre doch ein Thema für die Medien, und die Aufregung über diesen Skandal wäre diesmal sogar berechtigt!

    Nochmals: damit soll keinesfalls die Dramatik von Ebola in den betroffenen schwarzafrikanischen Gebieten beschönigt oder kleingeredet werden.

  8. Nestor 1937
    25. September 2014 14:49

    Herr Grotte, Sie warnen zu Recht!

    Aber die Innenministerin hat für sowas keine Zeit.
    Sie muß doch für die armen Migranten und Asylanten noch mehr Quartiere requirieren!

  9. aw70
    25. September 2014 11:22

    Es wäre nicht schlecht gewesen, wenn Sie sich ein bisschen besser informiert hätten, bevor Sie so einen reisserischen Artikel schreiben. Ebola ist nämlich, solange eine infizierte Person keine Symptome zeigt (!), nach derzeitigem Wissensstand nicht übertragbar. Soll heissen: die Rauschgiftkugel aus dem Mund eines gesund wirkenden Afrikaners ist, zumindest was Ebola angeht, relativ risikolos. Vernünftig ist es natürlich nicht, so einkaufen zu gehen: weder ist Drogenkonsum an sich anzuraten, noch Speichel mit so jemandem auszutauschen. Es gibt nämlich eine lange Liste an ausgesprochen mühsamen und tödlichen anderen Krankheiten, die sehr wohl auf diesem Wege übertragbar sind, auch wenn der Träger der Infektion (noch) symptomfrei ist.

    Ebola gehört allerdings nicht dazu. Dazu braucht es jemanden, der bereits akut erkrankt ist. So jemanden darf man dann in der Tat nicht angreifen, und schon gar nicht ungeschützt mit seinen Körperflüssigkeiten in Kontakt kommen.

    Sie sind da einem offenbar weit verbreiteten Irrtum aufgesessen: Ebola ist eine extrem tödliche Krankheit (~70% Mortalität!), aber eigentlich nicht sehr infektiös. So wie z.B. SARS oder MERS, die den Seuchenspezialisten aufgrund ihrer extrem leichten Übertragbarkeit (und ebenfalls hohen Mortalität) tatsächlich graue Haare wachsen lassen. Ebola kann sich in Westafrika nur aufgrund der praktisch nicht existenten medizinischen Infrastruktur, und dem in der Bevölkerung offenbar nicht vorhandenen Bewusstsein für elementare Hygiene, dermassen ausbreiten. Bei uns sollte sich die Erkrankung in ihrer jetzigen Form, so mühsam und tödlich sie für Betroffene ist, problemlos kontrollieren lassen.

    • lei-lei
      26. September 2014 13:34

      Sie sind da einem offenbar weit verbreiteten Irrtum aufgesessen: Ebola ist eine extrem tödliche Krankheit (~70% Mortalität!), aber eigentlich nicht sehr infektiös.

      Weshalb trägt dann amerikanisches Krankenhauspersonal, das einen eingeflogenen Ebola-Ami in Empfang nimmt, Schutzanzüge, die an ABC-Gefechtskleidung erinnert, hmmm ...?!

    • aw70
      26. September 2014 14:40

      @lei-lei

      Bei einem Patienten mit voll ausgebrochenem Ebola trägt man als Betreuungspersonal einen Vollschutz-Anzug, um auf Nummer Sicher zu gehen. Bei einer lebensbedrohlich erkrankten Person muss man im Spital immer wieder medizinisch und pflegerisch aktiv werden, sprich in sehr engen Kontakt kommen. Und man will durch diese Anzüge unter allen Umständen vermeiden, dass man mit Körperflüssigkeiten in Kontakt kommt. Wenn man solche Anzüge hat, nimmt man sie - blöd wäre man, wenn nicht. Und wenn's nur ist, damit einem garantiert kein Speichel, Blut oder Erbrochenes ins Auge spritzt.

      Es geht aber auch relativ gut ohne solche Anzüge, wenn man nur vorsichtig genug ist. Beispiel: es hat in den USA vor ein paar Jahren einen eingeschleppten Ebola-Fall gegeben, der erst sehr spät als solcher erkannt wurde. Soll heissen: der Patient wurde in einer Klinik tagelang ohne besondere Vorsichtsmassnahmen behandelt. Von den ca. 200 (!) Personen, die in diesem Zeitraum Kontakt zum Patienten hatten (und da waren viele Ärzte und Pfleger dabei, die relativ engen Kontakt hatten), ist genau eine einzige erkrankt. Und das war eine Person, die einen venösen Zugang gelegt hat, und dabei versehentlich (!) mit Blut des Patienten in Kontakt gekommen ist. Was man normalerweise ohnehin vermeidet - und auch zu vermeiden schafft. 200 Personen hatten Kontakt, und eine hat sich infiziert: und die auch nur, weil beim Umgang mit dem Patienten ein Fehler in einem Routineablauf passiert ist, den man so oder so zu vermeiden versucht (Blutkontakt).

      Hoch infektiös ist anders.

      SARS, z.B., wo ein einzelner Patient, der noch keine echten Symptome hatte, es geschafft hat, bei einer Flugreise ein Dutzend andere Personen zu infizieren, die teilweise im Flugzeug weit entfernt gesessen sind, und nie näheren Kontakt mit ihm hatten. DAS ist infektiös.

    • lei-lei
      26. September 2014 19:45

      Ihre Entgegnung ist sehr interessant, vielen Dank (ehrlich).

      Bleibt aber noch die Widersprüchlichkeit mit medialen Angaben über den Grund der raschen Ausbreitung in Afrika aufzulösen, dass dies - unter anderem - von Bestattungsriten herrührt, bei denen die Toten noch umarmt werden ....

    • aw70
      26. September 2014 22:12

      @lei-lei:

      Es ist ein riesen Unterscheid zwischen den Gegebenheiten vor Ort, und einem Spital bei uns. Im einen Fall werden Leichen direkt berührt, ohne dass man sich nachher auch nur die Hände wäscht. Womit auch, fliessendes sauberes Wasser ist dort oft Wunschdenken. Im anderen Fall werden hierzulande (und auch beim zitierten Fall in den USA) vom Krankenhaus-Personal auch schon im Normaldienst stets Einmalhandschuhe getragen, und die Hände werden regelmässig desinfiziert. Die Hände, und alles andere, das mit Patienten in Berührung kommt.

      Diese Maßnahmen helfen gegen *wirklich* infektiöse Krankheiten (SARS o.ä.) nicht mehr so viel. Aber gegen vergleichsweise zu Fuß gehende Erreger wie Ebola wären sie in den meisten Fällen völlig ausreichend. Jedenfalls liesse sich mit ihnen auch ohne Raumanzug-Biosuits die Epidemie vor Ort wenigstens deutlich einbremsen.

      Wenn es dort entsprechende Sachkenntnis, Bereitschaft diese auch anzuwenden, sauberes Wasser und Desinfektionsmittel in ausreichender Menge gäbe. Konjunktiv.

      Man hat hierzulande übrigens durchaus Respekt vor Ebola, plant entsprechend vor, und schult eventuell damit konfrontierte Personen bereits rechtzeitig. Mein Wissen zum Thema stammt von einer sehr ausführlichen und hochinteressanten Fortbildung für Rettungspersonal, dass die Wiener Berufsrettung schon Anfang September zum Thema abgehalten hat. Ich bin selber ehrenamtlicher Rettungssanitäter, deswegen verschlägt es mich auf solche Fortbildungen.

  10. oberösi
    24. September 2014 21:57

    Gemessen an der Gefahr, durch Schwarzfarikanischer, Migranten oder Dealer, mit TBC, Skabies und vor allem Aids infiziert zu werden (worüber übrigens keiner spricht in Europa), ist die Wahrscheinlichkeit, an Ebola zu erkranken, absolut zu vernachlässigen.

    Offensichtlich aber können manche die Chance nicht vernachlässigen, durch Ebola, das zwar für die betroffenen Regionen außerordentlich tragisch ist, für uns jedoch keinerlei Gefahr darstellt (Autofahren ist um vieles gefährlicher), jene Aufmerksamkeit zu erzielen, die sie mit seriöser Berichterstattung und ebensolcher Recherche zum Thema nie erzielen würden.

    • oberösi
      24. September 2014 22:15

      erratum: Schwarzafrikaner statt Schwarzfarikanischer

    • Nestor 1937
      25. September 2014 14:44

      Ich wäre bezüglich der Einschleppung von Ebola in Europa nicht so forsch-optimistisch, wie Sie, lieber Oberösi!

    • oberösi
      25. September 2014 20:30

      Werter Nestor 1937

      gemessen an den tatsächlichen Risiken ist es fahrlässig, in Österreich von einer Gefährdung durch Ebola zu reden. Gemessen an der Tatsache, daß mind. 25 % der Schwarzafrikaner, die als "Flüchtlinge" übers Mittelmeer kommen, mit Aids infiziert sind (einfache Hochrechnung aufgrund Durchseuchungsraten in deren Herkunftsländern), dazu TBC u. a. mehr mitbringen, muß jemandem, der mit Ebola Quote erzielen will, entweder Ignoranz oder Unredlichkeit,oder beides unterstellt werden.

      Der Hype um Ebola ist ein trauriges Beispiel, auf welches Niveau sogar Qualitätsmedien sinken, wenns um Quote und Auflage geht. Und um die politische Agenda, die dahinter steckt, denn auch Medien haben Eigentümer.

      Erinnern Sie sich nur an die Angst vor BSE, die völlig ungerechtfertigt geschürt wurde. Und es war keinesfalls so, daß das realistische Bedrohungspotential damals am Anfang nicht absehbar gewesen wäre und die Verantwortlichen nur aus Vorsicht so gehandelt hätten. BSE entwicklte sich einfach zum fantastischen Hype, zum Selbstläufer, für Medien genauso wie für die zahlreichen medizinischen und wissenschaftlichen Experten, die wie die Pilze aus dem Boden schossen und der Verlockung, einmal im Leben im Rampenlicht zu stehen und richtig ausgiebig öffentlich Forschungsgelder zu lukrieren, nicht widerstehen konnten.

      Und welcher Politiker kann heute wie damals der Verlockung widerstehen, vor laufender Kamera vollmundig Millionen an Steuergeld für Forschung, aktuell eben für Ebola, locker zu machen. Geld, das dann wie üblich großteils in Repräsentation fließt, in dunklen Kanälen versickert bzw. das Auskommen diverser Institute und Vereine sichert, die wiederum meist im Naheverhältnis zu diesen Politikern und deren Parteifreunden stehen.

      Ich vermute, daß die tatsächlichen Probleme (EZB-Politik, Verschuldungsgrad der westlichen Volkswirtschaften, drohender Kollaps des fiat-money-Systems) inzwischen derart dramatisch sind, daß den Herrschenden jedes Mittel recht ist, um den Plebs zu beschäftigen. Solange zumindest, bis man die letzten Schäfchen ins Trockene gebracht - heißt, dem europäischem Mittelstand auch das letzte Hemd ausgezogen hat.

      Und was würde sich besser eignen, als das gruselige Ebola und köpfende Terroristen, mordenede IS überall... Ohne auch nur in Ansätzen deren Ursachen seriös und objektiv zu betrachten, würde ja dem Geschäft schaden.

      IS - wie aus dem Nichts erschienen, ganz plötzlich, und die ganze sogenannte intelligente westliche Welt hat nichts anderes zu tun, als sich davor zu gruseln oder vor Entrüstung zu schütteln, gehts noch?

      Die Intensität, mit der aktuell in jeder europäischen Nchrichtensendung über IS berichtet wird, läßt keinen anderen Schluß zu.

      WA70 hat übrigens weiter oben in groben Zügen richtig beschrieben,
      warum Ebola aus epidemiologischer Sicht bei uns nicht zum Problem werden kann.
      Mögliche Einzelfälle infizierter leichtfertiger Touristen ändern daran absolut nichts.

      Täglich sterben hunderte Schwarze und Asiaten an Malaria, auch Weiße einige per anno. Kümmerts wen?
      Jährlich sterben tausende Österreicher an den Folgen nosokomialer Infektionen - kümmert dies irgendwen? Wobei gut 25 % davon sogar ohne große Investitionen zu verhindern wären: ordentliche Händedesinfektion durchs medizinische Personal würde völlig ausreichen.

      DAS wäre doch ein Thema für die Medien, und die Aufregung über diesen Skandal wäre diesmal sogar berechtigt!

    • lei-lei
      26. September 2014 11:59

      Gemessen an der Gefahr, ... mit TBC, Skabies und vor allem Aids infiziert zu werden (worüber übrigens keiner spricht in Europa), ist die Wahrscheinlichkeit, an Ebola zu erkranken, absolut zu vernachlässigen.

      Das versuchen Sie besser den Menschen in Schwarzafrika, wo sich die Seuche rasant ausbreitet, zu erklären - damit Sie eine gebührende Abfuhr für diesen Nonsens erhalten. Sie könnten es aber auch bei dem behandelnden Spitalspersonal in der ersten Welt versuchen, das mit Schutzkleidung an Ebola-Erkrankte herantritt, die an ABC-Schutzanzüge erinnert.

      Weder kann es bei TBC eine derartig endemische Ausbreitung geben (oder wurde über eine vergleichbare Ausbreitung in Afrika berichtet), noch gibt es bei AIDS eine Gefahr, sofern man es nicht gerade mit einem Erkrankten treiben möchte. So besteht zB keine Gefahr der Tröpfcheninfektion bei AIDS.

    • Konrad Loräntz
      26. September 2014 14:25

      @ Oberösi und IS:
      Wie aus dem Nichts, aber besser gerüstet als das öst. Bundesheer. Auch aus dem Nichts.
      Dazu passt ein Artikel im heutigen Kurier, demzufolge die Türkei jetzt doch überredet werden konnte, sich in de Phalanx der Anti-IS Kämpfer einzureihen. Dem Artikel ist alerdings unschwer zu entnehmen, woher dar Nachschub für diese netten Herren bisher kam.

    • oberösi
      26. September 2014 16:49

      Werter lei-lei:
      Ihre Aufregung in Ehren, ich habe ausdrücklich von uns gesprochen. Also, lassen wir die Kirche in Europa.





Bitte OHNE Internet-Links (Kommentare mit Links werden nicht veröffentlicht)
verbleibende Zeichen: 700

Sicherheitsabfrage:
Bild neu laden

Ich will die Datenschutzerklärung lesen.


© 2020 by Andreas Unterberger (seit 2009)  Impressum  Datenschutzerklärung