Brennt die Zentralbank nieder!

Lesezeit: 4:00

Der prominente Schweizer Ökonom und Fondsmanager Marc Faber ließ kürzlich in einem Interview mit dem Online-Magazin „The Daily Bell“ mit einem bemerkenswerten Kommentar aufhorchen. Nach seiner Meinung zur Occupy-Wallstreet-Bewegung befragt, antwortete er: „Im Grunde denke ich nicht, dass diese Leute die Wall Street besetzen sollten. Sie sollten losziehen und die Federal Reserve in Washington niederbrennen und die ultra-laxen Fed-Direktoren aufhängen, die sich für noch mehr Geldschöpfung aussprechen. Das sollten sie mal machen.“ Es braucht nicht allzu viel Phantasie, um sich auszumalen, dass Herr Faber auch für andere Zentralbanken, wie die EZB, die Bank of England oder die Bank of Japan keinerlei Sympathien hegt.

Um den heiligen Zorn zu verstehen, mit dem der Mann (Jahrgang 1946 – also nicht gerade das, was man einen jugendlichen Heißsporn nennt!) die US-Zentralbank kommentiert, sollte man sich zunächst Sinn und Zweck einer derartigen Institution vergegenwärtigen. Die von Faber apostrophierte Federal Reserve trat ja bekanntlich erst unmittelbar vor Ausbruch des Großen Krieges, 1914, ins Leben.

Zu welchem Zweck? Um dieser Frage nachzugehen, drängen sich die Überlegungen des Ökonomen Guido Hülsmann auf, die dieser kürzlich anlässlich eines Vortrages „Fiat Money und der Wohlstand“ vor der Property and Freedom Society in Bodrum präsentierte.

Alleiniger Sinn und Zweck einer Zentralbank sei es, den ständig wachsenden Geldbedarf des Staates sicherzustellen (die Gründung des ältesten derartigen Instituts, der Bank of England, erfolgte anno 1694 zu dem einzigen Zweck, der notorisch klammen Krone einen Kredit in der Höhe von 1,2 Millionen Pfund zu gewähren). In einem freien Markt stellten die Finanzen reale Werte dar. Geld bestehe hier nicht bloß aus lustig bedruckten Zetteln, sondern gewöhnlich aus Gold. Damit würden reale Investitionen – bei vollem Risiko aller Beteiligten – getätigt, um reale Güter und echten Wohlstand herzustellen. In einer von einer Zentralbank auf Zuruf der Regierung gesteuerten Planwirtschaft verhält sich das anders. Hier könne – faktisch zum Nulltarif und in unbegrenzter Höhe – durch nichts als warme Luft und eitle Hoffnung gedecktes Geld geschöpft und damit eine allgemeine Illusion von Wohlstand geschaffen werden.

In einem Fiat-Geld-System besitze Geld keinen „inneren“ Wert, sondern jeder begebene Geldschein stelle – anders als bei einem voll gedeckten Warengeld – lediglich einen Schuldschein dar. Dieser trete zwar durch einen Akt der Verschuldung in die Welt, verkörpere aber zugleich dennoch keinerlei garantierten Anspruch (gegen wen auch immer). Geld im Fiatsystem sei demnach bloße Fiktion.

Um im Fall einer in Turbulenzen geratenen, „systemrelevanten“ Bank helfend eingreifen zu können, verfüge die Zentralbank über die Möglichkeit, unbegrenzte Mengen neuen Geldes zu schöpfen. Sie selbst könne, dank ihres einzigartigen Monopols, niemals Pleite machen. Alan Greenspan, von 1987-2006 Chef der Fed, spricht dazu Tacheles: „The United States can always pay the debt it has, because we can always print money to do that. So there is no probability of default.”

Was das in der Praxis bedeute, liege auf der Hand: Ein System ungedeckten Papiergeldes bestrafe das Sparen (infolge laufender Kaufkraftminderung der Geldreserven durch permanente Ausweitung der Geldmenge) und führe zu Überkonsumption einerseits und Fehlinvestitionen andererseits. Eine derartige Geldordnung führe langfristig in jedem Fall zur kollektiven Verarmung. Dieser Prozess manifestiere sich in Kaufkrafterosion, verringerter Sparneigung und abnehmenden Investitionen in Werte der Realwirtschaft. Damit sind exakt jene Phänomene beschrieben, die gleichermaßen in den USA, Europa und Japan seit vielen Jahren zu beobachten sind! Quod erat demonstrandum.

Während in einem Echtgeldsystem das allgemeine Preisniveau dank immer wirtschaftlicherer Produktionsmethoden stets eine sinkende Tendenz aufweise (die Kaufkraft der einzelnen Geldeinheit also zunimmt), bringe ein Fiatgeldsystem stets eine Preisinflation mit sich. Das „Inflationsziel“ der laut Satzung auf Währungsstabilität verpflichteten EZB liegt bei zwei Prozent. Was für eine Ironie!

Dass Sparen mittels konservativer Veranlagungen keinen Sinn mehr ergibt, da die durch die Zentralbanken betriebene (und den Geschäftsbanken durch sie ermöglichte) Geldmengen- und Kreditausweitung die Spareinlagen laufend entwertet, hat folgenreiche Konsequenzen. Entweder das Sparen entfällt großteils und das Geld würde vermehrt verkonsumiert (was zu einem Rückgang der für ein „kapitalistisches“ System unerlässlichen Kapitalakkumulation führe). Oder es wird auf riskantere Anlageformen ausgewichen. In der Hoffnung, auf diese Weise wenigstens einen Erhalt bestehender Werte sicherzustellen. Die Stabilität der Ökonomie wird in beiden Fällen untergraben…

Andreas Tögel, Jahrgang 1957, ist Kaufmann in Wien.

einen Kommentar schreiben
Teilen:
  • email
  • Add to favorites
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • Twitter
  • Print

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorNestor 1937
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    26. September 2014 09:19

    Wir können nicht verhindern, daß Amerika von diesen Leuten beherrscht wird.
    Aber wie verhindern wir am besten, daß diese Leute auch unser Land und unseren Kontinant (weiterhin) beherrschen?

    Das ist doch die große Frage der Gegenwart !

  2. Ausgezeichneter Kommentatorterbuan
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    30. September 2014 11:37

    Danke, werter Herr Tögel für diesen lesenswerten Beitrag, dem ich mit nur geringen Einschränkungen voll zustimmen kann.
    Was mich besonders freut, Sie beteiligen sich auch regelmäßig an den Debatten, das ist beispielhaft!

  3. Ausgezeichneter Kommentatoroberösi
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    26. September 2014 05:04

    Ergänzend dazu:
    „Gib mir die Kontrolle über das Geld einer Nation und es interessiert mich nicht, wer dessen Gesetze macht.”
    Mayer Amschel Rothschild (1744 – 1812), Begründer der Bankendynastie.

    Nicht unerwähnt sollte auch einer der "Neben"-Gründe für die damals verfassungswidrigen Fed-Gründung im Jahr 1913 bleiben, der naturgemäß wie auch die Liste deren Eigentümer in den offiziellen Geschichtsbüchern bis heute nicht zu finden ist: die Finanzierung eines möglichen und erwarteten Kriegs in Good Old Europe zur Zerschlagung der "alten Ordnung" der dortigen Kaiserreiche, ein erster Schritt auf dem Weg zur Hegemonie.

  4. Ausgezeichneter KommentatorGerhard Pascher
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    26. September 2014 09:58

    Ein „Abfackeln“ der Notenbanken samt den gelagerten Banknotenbeständen hätte auch einen Vorteil. :-) Denn durch die Vernichtung von Papiergeld verringert sich das Angebot, dadurch steigt die Nachfrage und damit auch der Wert des Geldes.

    Aber Spaß beiseite:

    Wenn man die Geschichte der Münzen und späteren Banknoten verfolgt, dann stellt man Überraschendes fest.
    Schon in früheren Zeiten haben die Münzenhersteller den Edelmetallgehalt oft verringert und damit Misstrauen bei der Bevölkerung verursacht. Auch bei den ersten Banknoten gab es die aufgedruckte Garantie, dass man jederzeit den genannten Wert in wirkliches Gold oder Silber umtauschen konnte, dessen Wert damals noch nicht starken Schwankungen ausgesetzt war. In der Schule habe ich noch gelernt, dass der Gesamtwert der ausgegebenen Banknoten durch Gold- und Devisenreserven in der Nationalbank gedeckt sei. Vermutlich war dieser behauptete „Goldstandard“ auch schon damals eine Lüge.

    So erinnere ich mich noch gut an eine 5-US-$-Banknote „Silver certificate“ im Jahr 1953, wo darauf zu lesen stand: FIVE DOLLARS, IN SILVER PAYABLLE TO THE BEARER ON DEMAND. Diese Umtauschgarantie wurde aber von 50 Jahren abgeschafft. Zum Schluss (Mitte 1967 – Mitte 1968) bekam man aber auf Verlangen anstelle der Silbermünzen dann den Gegenwert in Silberbarren. Damit begann die Zeit des unkontrollierten Gelddruckens, der Geldentwertung und der vielfach "erwünschten" erwünschter Inflation.

  5. Ausgezeichneter Kommentatoroberösi
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    27. September 2014 19:24

    OT:
    Ich neige grundsätzlich der Tögel´schen Meinung zu, nach der nur Gold Geld ist.
    Auch nur oberflächliches Studium der Geschichte läßt einfach nichts anderes zu.

    Bemerkenswert in diesem Zusammenhang, daß ausgerechnet der VKI(!) vor einigen Tagen per Krone und anderen Qualitätsmedien kundtat, daß der gemeine Konsument sich hüten möge davor, Gold statt des guten alten Sparbuchs zur Vermögenssicherung zu nutzten.

    Weil nämlich Gold
    1) keine Zinsen brächte, im Gegensatz zum Sparbuch(!), und
    2) ordentlichen Schwankungen ausgesetzt wäre.

    Was bei Sparbüchern tatsächlich noch nie der Fall war - hier gabs neben sukzessiven Inflationsverlusten nur Totalverlust, aber doch nie Schwankungen!

    Bemerkenswert ebenfalls der Zeitpunkt, zu dem der VKI diese Wahrheiten ventiliert.

    Ist doch schön, daß es in derart unruhigen Zeiten Institutionen gibt, die den Blick für´s Wahre behalten...

  6. Ausgezeichneter KommentatorReli-Schamane
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    03. Oktober 2014 11:23

    Das Problem kann durch eine goldgedeckte Währung gelöst werden.

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorReli-Schamane
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    03. Oktober 2014 11:23

    Das Problem kann durch eine goldgedeckte Währung gelöst werden.


alle Kommentare

  1. Rinat (kein Partner)
  2. Yoga (kein Partner)
    21. Januar 2015 22:44

    Of the panoply of website I've pored over this has the most veiayrtc. http://khkmxhttlu.com [url=http://zsskaqwr.com]zsskaqwr[/url ] [link=http://bopllh.com]bopllh[/link ]

  3. Maria (kein Partner)
    21. Januar 2015 18:09

    This "free sharing" of inaimrftoon seems too good to be true. Like communism.

  4. Yoga (kein Partner)
    20. Januar 2015 20:58

    That's 2 clever by half and 2x2 clever 4 me. Thsnka!

  5. Moko (kein Partner)
    20. Januar 2015 08:30

    I was looking eveeywhrre and this popped up like nothing!

  6. fewe (kein Partner)
    03. Oktober 2014 18:54

    Ich gebe zu, dass ich Geld nicht wirklich verstehe.

    Wenn man also beispielsweise Gold als Zahlungsmittel nimmt. Nun arbeiten die Leute und schaffen Werte. Zwangsläufig muss dann das Gold immer mehr Wert werden, weil ja nur eine begrenzte Menge davon da ist. D.h. wenn angenommen 1 Mio. arbeitende Menschen 1000kg Gold als Zahlungsmittel zur Verfügung haben und einer davon hat 1kg Gold, dann verdient der eine mit dem 1kg Gold ohne zu arbeiten so viel wie 1000 Leute, weil der Wert des Goldes so steigen muss, dass er einen Gegenwert zu der Arbeitsleistung von 1000 Leuten darstellt.

    Mein Problem beginnt dann aber bei dem Punkt, dass manche durch Arbeit bleibende Werte schaffen, andere nicht...

    • Andreas Tögel
      04. Oktober 2014 15:44

      In einer sich stetig entwickelnden Ökonomie ist unter Warengeldsstandard ein kontinuierlich sinkendes Preisniveau völlig normal. Wo der Fortschritt groß ist (und sich die Geldmengeninflation in einem Fiat-Geldsystem sich daher kaum auswirkt) - etwa im Bereich der Unterhaltungselektronik, Telephonie oder Computertechnik, sind sogar dramatische Preisrückgänge zu beobachten. Niemals hat es mehr Computer/Fernseher/Camcamera um weniger Geld gegeben als heute.

      Wo ist das Problem dabei? Sind deswegen Arbeitskräfte in den betroffenen Industrien abgebaut worden? Sind Verluste oder gar Rezessionstendenzen aufgetreten? Keineswegs! Was sagt uns das? Der fortgesetzte Deflationsalarmismus aus Kreisen von Politik und Notenbanken ist total daneben. Er dient nur der Legitimierung einer Inflationspolitik, von der ausschließlich Staasbedienstete, staatsnahe Industrien und Bankster profitieren. Ein sinkendenes Preisniveau ist NIEMALS schädlich. Gegenteiliges behaupten nur parasitär lebende (keynesianisch verstrahlte) Systemprofiteure. Fazit: jede Geldmenge ist optimal. Wegen einer mehr oder weniger großen Geldmenge wird kein Stück Ware mehr oder weniger produziert. Es kommt nur auf die Vertrauenswürdigkeit des Geldes an - und die liegt bei einem ungedecktem, staatlich monopolisierten Papiergeld unerheblich über dem Nullpunkt...
      Mit freundlichen Grüßen,
      A. Tögel

      P.S. alle einschlägigen Fragen zu diesem Thema werden in diesem Buch erschöpfend und in einer auch für Laien verständlichen Sprache behandelt: http://www.amazon.de/Geld-Bankkredit-Konjunkturzyklen-J%C3%A9sus-Huerta/dp/3828205321

  7. Reli-Schamane (kein Partner)
    03. Oktober 2014 11:23

    Das Problem kann durch eine goldgedeckte Währung gelöst werden.

  8. terbuan
    30. September 2014 11:37

    Danke, werter Herr Tögel für diesen lesenswerten Beitrag, dem ich mit nur geringen Einschränkungen voll zustimmen kann.
    Was mich besonders freut, Sie beteiligen sich auch regelmäßig an den Debatten, das ist beispielhaft!

  9. senfdazugeber72 (kein Partner)
    29. September 2014 16:06

    "Was das in der Praxis bedeute, liege auf der Hand: Ein System ungedeckten Papiergeldes bestrafe das Sparen"

    Die Aussage tut so als ob Sparen an sich eine Tugend sei. Das ist wirtschafltich gesehen allerdings Humbug. Geld an sich soll liquide zirkulieren. Wer spart entzieht dem Wirtschaftskreislauf jene Kraft, die er für sich selber konservieren will.

    "Echtes" Sparen kann nur in Form von Anlagevermögen im Eigentlichen Sinn erfolgen. Grund und Boden, Immobilien, Unternehmen. Alles andere soll auch vom Staat nicht gefördert werden.

    • Andreas Tögel
      30. September 2014 07:08

      Sie irren. Sparen (Konsumverzicht) ist die einzige Möglichkeit, Produktivkapital zu akkumulieren. Kapitalakkumulation eber ist die Voraussetzung zur wirtschaftlichen Produktion - gleich ob in einer arbteisteiligen "kapitalistischen" oder in einer autarken Subsistenzwirtschaft. Wohin es langfristig führt, wenn Sparen durch Geldproduktion aus dem Nichts ersetzt wird, können wir seit Jahr und Tag erleben: zum Schuldenkollaps.

      Sparen ist also sehr wohl eine Tugend! Daß der öde Schmäh vom Reichwerden durch schnelle Geldzirkulation nicht totzukriegen ist, deprimiert einigermaßen.
      Die Frage der Förderung hat damit übrigens überhaupt nichts zu tun...
      Mit freundlichen Grüßen,
      A. Tögel

    • senfdazugeber72 (kein Partner)
      30. September 2014 14:01

      Sehr geehrter Herr Tögel!

      Ich habe schon verstanden, dass Sie der Meinung sind. Diese wird auch durch Wiederholung nicht richtiger. Konsumverzicht ist der effektivste Weg um unser derzeitiges Wirtschaftssystem kollapiern zu lassen. Das mag Ihnen vielleicht nicht gefallen ist aber eine Realität. Die Schulden weg zu inflationieren ist gar keine so schlechte Idee. (das meine ich mit fördern) All jene, die substanziell echte Vermögen haben sind nämlich nicht betroffen, sondern nur jene, die der Wirtschaft Kapital in Form von Geld entziehen. Sie hängen ganz offenbar einem Wirtschaftsideal nach, das nicht existiert und das auch fachlich (weder betriebswirtschaftlich noch volkswirtschaftlich) nach Daten nicht haltbar ist.

      Sparen ist dann eine Tugend, wenn die Anlage in Form von Sachvermögen erfolgt. Eine Finanzierung von Produktion mit ausschließlich Eigenkapital, wie Sie implizit vorschlagen, ist betriebswirtschaftlich betrachtet ziemlich nachteilig um es höflich zu formulieren.

    • Günther Hoppenberger (kein Partner)
      02. Oktober 2014 15:30

      Lieber Herr Tögel,
      sparen kann man nur etwas, was vorher da ist, bzw. geschaffen wurde. Geld entsteht nicht durch Arbeit!

  10. MLH (kein Partner)
    27. September 2014 22:07

    Sehr geehrter Herr Tögel,
    ich schätze ihre Beiträge sehr und teile auch ihre Meinung, möchte aber anmerken, dass Gold auch nur einen eher fiktiven Wert hat, da es (fast) keinen praktischen Nutzen bietet. Der Wert des Gold lebt vom Glauben daran und von der Annahme, welche realen Güter man dafür eintauschen kann. Dies funtioniert auch bei Glitzersteinen und bei bedruckten Scheinen.
    Nur scheint es volkswirtschaftlich richtig zu sein, dass ein Tauschmittel dann am effizientesten ist, wenn dessen Herstellung möglichst billig ist.

    • MLH (kein Partner)
      27. September 2014 22:10

      Entscheidend ist für mich jedoch nicht die Frage, welches Tauschmittel wir verwenden, sonder WER, WARUM und mit WELCHER ABSICHT kontrolliert das Tauschmittel und steuert somit auch unsere Realwirtschaft und vermutlich auch unsere Politik.

    • Andreas Tögel
      28. September 2014 09:19

      Sehr geehrte(r) MLH,
      der "praktische Nutzen" des Goldes ist in der Tat gering. Allerdings wurden um Gold seit Menschengedenken Kriege geführt. Um bedruckte Papierfetzen niemals. Dafür gibt es Gründe. Von der Verwendung zu kultischen Zwecken bis zur Schmuckproduktion gab und gibt es immerhin auch "praktische" Anwendungsbeispiele.

      Der Punkt aber ist der: Gold ist ein seltenes und gleichermaßen begehrtes Gut, das nicht ohne gehörigen Aufwand ans Licht kommt. Die gewaltige "stock to flow-ratio", d. h. die verhältnismäßig große Menge bereits geförderten Goldes (entspricht insgesamt einem Würfel mit einer Seitenlänge von 19m) bei weniger als 2% jährlichem Zuwachs (Tendenz fallend, da die Förderung immer aufwendiger und damit teurer wird) prädestiniert das Metall für die Geldfunktion. Es unterliegt schlicht keinerlei Manipulationsmöglichkeit durch korrupte Regierungen oder Zentralbankster.

      Aber Geld muß tatsächlich nicht unbedingt Gold sein. Es kan auch ein anderes nicht willkürlich und kostenlos vermehrbares Gut sein. Ein freier Geldmarkt würde eine entsprechende Lösung präsentieren. Deckungslose Papiernoten sind aber die Einladung an jeden Politdesperado, die Druckerpresse hemmungslos zwecks Beteilung seiner Entourage einzusetzen und alle anderen (Geldbesitzer) damit zu enteignen. Das kann defintiv nicht der Weisheit letzter Schluß sein. Die katastrophalen Langzeitfolgen inflationistischer Geldpolitik sind weltweit tagtäglich zu bewundern...
      Mit freundlichen Grüßen,
      A. Tögel

  11. oberösi
    27. September 2014 19:24

    OT:
    Ich neige grundsätzlich der Tögel´schen Meinung zu, nach der nur Gold Geld ist.
    Auch nur oberflächliches Studium der Geschichte läßt einfach nichts anderes zu.

    Bemerkenswert in diesem Zusammenhang, daß ausgerechnet der VKI(!) vor einigen Tagen per Krone und anderen Qualitätsmedien kundtat, daß der gemeine Konsument sich hüten möge davor, Gold statt des guten alten Sparbuchs zur Vermögenssicherung zu nutzten.

    Weil nämlich Gold
    1) keine Zinsen brächte, im Gegensatz zum Sparbuch(!), und
    2) ordentlichen Schwankungen ausgesetzt wäre.

    Was bei Sparbüchern tatsächlich noch nie der Fall war - hier gabs neben sukzessiven Inflationsverlusten nur Totalverlust, aber doch nie Schwankungen!

    Bemerkenswert ebenfalls der Zeitpunkt, zu dem der VKI diese Wahrheiten ventiliert.

    Ist doch schön, daß es in derart unruhigen Zeiten Institutionen gibt, die den Blick für´s Wahre behalten...

    • Ökonomie-Vergelter
      27. September 2014 23:04

      Nach dem Krieg soll schon ein Klavier im Austausch für ein Schwein hergegeben worden sein. Gleiches ist auch mit Goldbarren vorstellbar ...

    • oberösi
      28. September 2014 01:27

      @Ökonomie-Vergelter

      Edelmetalle sind auch nicht für jeden. Gewisses Basiswissen und entsprechende Verhaltensregeln, damit genau dies nicht passiert, sollte man natürlich beachten.

    • Ökonomie-Vergelter
      28. September 2014 12:12

      Tja, da bin ich offensichtlich an den Falschen geraten. Zum erlauchten Kreis derjenigen, die mit Basiswissen und Verhaltensregeln zu verhindern wissen, in Notzeiten gleich mehrere Unzen Gold für ein Schwein hinzugeben zu müssen, gehöre ich eben nicht.

      Mir Einfaltspinsel fällt dazu keine andere Maßnahme ein, als sich eines angemessenen Teil des Goldes schon vor Katastropheneintritt eilfertigst zu begeben, um einen Bauernhof oder zumindest Schrebergarten zu erstehen.

      Ich nehme wohl zurecht an, dass Sie mir hier nicht verraten wollen, welcher anderer, und wohl oder über derivativer Kunstkniffe Sie sich zu bedienen gedenken, um sich der beschriebenen Preisschwankung auf Goldbasis zu entziehen ...?

    • Ökonomie-Vergelter
      28. September 2014 13:06

      korr.:

      ... eines angemessenen Teils ...
      ... wohl oder übel ...

    • fewe (kein Partner)
      03. Oktober 2014 18:17

      Gold behält einfach seinen Wert. Vor etwa 50 Jahren hatte ein Golddukaten etwa 100 Schilling gekostet, heute etwa 100 Euro. Eine Semmel beim Bäcker 65 Groschen, heute 65 Cent.

      Bei Geld ist eine ständige Inflation nötig wegen der Verzinsung. Beispielsweise 4% Zinsen pro Jahr bedeuten eine Verzehnfachung alle etwa 57 Jahre. Wenn es also Zinsen auf Guthaben gibt und keine Inflation ist eine Totalabwertung nach etwa 70 Jahren nötig. Das wird durch die permanente Inflation vermieden. Es ist im Prinzip Schwundgeld.

      1 Euro ist nach 528 Jahren mit 4% Verzinsung eine Milliarde und nach ca. 590 Jahren schon 10 Milliarden etc.

  12. Ökonomie-Vergelter
    26. September 2014 13:41

    Herr Tögel, wenn Sie die Zentralbanken nicht wollen, können Sie sich ganz leicht ihrem Einflussbereich entziehen:

    Abgesehen vom Tauschhandel im engeren Sinn und von Bezahlung gegen Nuggets oder Goldbarren böte sich hier _DIE_ Alternativwährung aller Anti-Zentralbank-Verschwörer an: BITCOINS!

    Sie können dann die herrlich aufregend Berg- und Talfahrt dieser "Währung", dem Vernehmen nach mit Schwankungen bis zu knapp 50 %, als Betroffener sozusagen erste Reihe fußfrei genießen!

    • Ökonomie-Vergelter
      26. September 2014 13:49

      korr.:

      ... die herrlich aufregende Berg- und Talfahrt ...

    • Ökonomie-Vergelter
      26. September 2014 21:55

      Noch eine Korrektur, diesmal inhaltlicher Art:

      Nach Lektüre des englischsprachigen WIKIPEDIA-Eintrages zu BITCOIN (siehe "Price and volatility") betragen die Schwankungen unter Zugrundelegung eines umfassenden Rückblicks sogar mehrere hundert Prozent!

      Möglicherweise bezeichnend, dass dies im deutschsprachigen Eintrag keiner Erwähnung für Wert befunden wird. Die Deutschen sind offenbar BITCOIN-"narrisch", und wollen wieder einmal Avantgarde sein ...

    • Anonymus
      27. September 2014 08:53

      Ökonomie-Vergelter:
      Den Begriff "Schwankungen in Prozenten" kann man nur dann angeben, wenn man auf eine Ausgangsbasis Bezug nimmt. So ist eine Schwankung nach unten von über 100 % unmöglich. Andererseits kann man den untersten jemals erzielten Wert als Basis mit 100% nennen, dann ist nach oben keine Grenze in Prozenten gesetzt.

    • Andreas Tögel
      27. September 2014 09:22

      Sehr geehrter Ökonomie-Vergelter!
      Echtes Geld (wie es die Menschheit seit Jahrtausenden verwendet) ist ein Gut mit "Eigenwert". Pelze, Ziegen, Scheffel voll Weizen, Salz, etc. Davon unterscheidet sich ein Bitcoin fast noch mehr als ein bunter Zettel mit Zahlenaufdruck.

      Wenn es eines Informatikstudiums bedarf, um das Wesen einer Währung zu begreifen, dann stimmt damit etwas nicht. Eine Unze Feingold ist ein Unze Feingold. Das leuchtet jedermann sofoert ein. Sie zieht ihre Kaufkraft - anders als eine Euronote - nicht aus einem Schuldversprechen, sondern repräsentiert - dank der Begrenzheit des Goldangebotes und der Begehrtheit dieses Stoffes - per se einen leicht zu prüfenden Wert. Das ist bei Bitcoins völlig anders. Die sind rein virtuelle Dinger, die ihren Wert allein aus den Phantasien und Hoffnungen ihrer Benutzer ziehen.

      Geld - echtes Geld - muß zwar ein Produkt des Marktes sein - und nicht das des unermesslichen Ratschlusses eines Politkaspers (das trifft auf Bitcoin zu), gleichzeitig aber darf es nicht willkürlich vermehrbar sein und muß einen "inneren "Wert" besitzen (diese Bedingungen erfüllen Bitcoins nicht).

      Außerdem darf ich daran erinnern, daß es "Zahlkraftgesetze" gibt, die ein "gesetzliches Zahlungsmittel" definieren. Sollte es tatsächlich so weit kommen, daß Bitcoins eine Bedeutung erlangen würden, die sie ins Radar des organisierten Verbrechens (des Staates) befördern, wäre sehr rasch Schluß mit lustig - ich erinnere an das jähe Ende des kuriosen Schwundgeldexperiments in Wörgl 1932/33...

      Fazit: Nur Gold is Geld, alles andere ist Kredit...
      Mit freundlichen Grüßen,
      A. Tögel

    • Ökonomie-Vergelter
      27. September 2014 15:10

      @ Anonymous:

      Ja, ja - schon gut, ist natürlich alles sehr gescheit und richtig.

      Freilich nur unter der Annahme, dass ich bei den Prozentangaben von einem absoluten/statischen Anfangswert ausgegangen bin - gelle !?

    • Ökonomie-Vergelter
      27. September 2014 15:44

      Herr Tögel,

      Geld verdankt seine Existenz dem Umstand, dass es als Wertäquivalent fungiert. Ob zB Papiergeld an sich einen Wert repräsentiert, ist unerheblich, wichtig ist die damit vermittelte Gutschrift für handelbare Werte; wichtig ist, dass niemand mehr mit Vieh-, Korn-, oder Edelmetalleinheiten hantieren muss, um benötigte Güter zu erstehen.

      Ein solches Wertzeichen muss annähernd stabil sein, wofür zu sorgen die Notenbanken da sind. Ihre Bevorzugung eines starren Geldmenge ohne regulierendes Zentralinstitut schafft mehr Probleme als eine zweiprozentige Inflation, die normalerweise ohnedies bei Krediten, Spareinlagen und beim Shareholder Value berücksichtigt werden. Dass es derzeit tlw anders ist, liegt nicht per se an der Institution der Zentralbanken, wie ein historischer Rückblick einsichtig macht.

      Ihrer bevorzugten starren Geldmenge stünde im Zuge der Zeit ein immer größeres geschaffenes Vermögen gegenüber, so dass ohne fortwährende Fraktionierung der Währung ein Häuptelsalat am Gemüsemarkt nicht mehr erstanden werden könnte, weil die kleinste Einheit für den Gemüsekauf genauso gewichtig wäre wie bspw der Wert eines Kleinwagens.

      Genauso müsste der Kreditgeber dem Entleiher einen zusätzlichen Schuldzins aufschnalzen, um ihn zur zügigen Rückzahlung zu bewegen. Daran ändert nichts, dass später zurückgezahltes Geld mehr Wert enthielte, wenn der Verleiher das Geld eben nicht erst am St.Nimmerleinstag für sich selbst benötigt.

      Das Wichtigste aber: Derzeit kann Erspartes nur werthaltig gehalten werden, wenn der Sparer das Wertäquivalent Geld wieder dem Wirtschaftskreislauf zuführt (Sparbuch, Aktien, Anleihen). Würde es jedoch - wie bei dem von Ihnen favorisierten System der starren Geldmenge - genügen, das Geld unter der Matratze aufzubewahren, um einen Wertzuwachs lukrieren zu können, so wäre damit der Volkswirtschaft ganz und gar nicht gedient!!!

      Über BITCOIN bin ich zwar nicht sehr bewandert, doch geht dieses System offenbar von der - typischerweise zutreffenden - Annahme aus, dass mit jeder Transaktion Wertschöpfung einhergeht ("mining"). Es zeigt sich allerdings, dass so ein nicht zentralistisch reguliertes System sich nicht bewährt, weil es keine Stabilität bietet.

    • Ökonomie-Vergelter
      27. September 2014 15:49

      korr.:

      ... als eine zweiprozentige Inflation, die normalerweise ohnedies bei Krediten, Spareinlagen und beim Shareholder Value berücksichtigt wird. ...

    • Ökonomie-Vergelter
      27. September 2014 21:34

      @ Anonymus:

      Um es noch klarer auszudrücken:

      Wenn der Kurswert einer Kunstwährung wie BITCOIN zu beliebigen Zeitpunkten ein x-faches von 100 % des Startwertes beträgt (zB 400, 500, oder 600 %; gemeint ein ganzzahliges Vielfaches), dann können die Schwankungen dieser Kurswerte durchaus mehrere 100 Prozent auf oder ab betragen - oder etwa nicht?

      Beträgt etwa der Kurs an einem Tag 400 % des Startwertes und am nächsten 200 %, so muss es legitim sein, von einer Schwankung von 200 % des Startwertes von einem Kurstag auf den anderen zu reden.

    • Andreas Tögel
      28. September 2014 09:50

      Verehrter Ökonomie-Vergelter,
      die Notenbank, die sich tatsächlich um Geldwertstabilität bemüht, gibt es nicht und hat es auch noch nie gegeben. Den Zweck, dem sie ihre Existenz verdankt, habe ich in meinem Beitrag genannt. Allerdings hat sie ein zweite, noch wesentlich schädlichere Funktion, nämlich die, als "lender of last ressort" zu fungieren. Sie soll den Kollaps schlecht wirtschaftender Geschäftsbanken verhindern, indem sie diesen notfalls unbegrenzte Mengen aus dünner Luft produzierten Geldes zur Verfügung stellt. Das ist geradezu eine Einladung zum "moral hazard". Nur der drohende Konkurs taugt zur Disziplinierung allzu leichtfertiger Geschäftsleute - auch im Bankensektor. Den würde es dann so gut wie nicht mehr geben, wenn jede begebene Geldnote durch Ware (Gold) gedeckt wäre und die Geschäftsbanken nicht das einmalíge Privileg der Teilreservehaltung hätten. Papiergeldinflation und Bankrun sind Phänomene, die es unter einem striktem Vollgeldregime niemals geben wird. Genau ein solches Regime würde sich einstellen, wenn das Bank.- und Geldwesen nicht durch den Machtmonpolisten (den Staat) vollständig korrumpiert wäre.

      Ein Markt funktioniert, wenn er festgelegten Regeln folgt, die für alle gleichermaßen gelten. Von einem Markt kann aber nicht mehr gesprochen werden, wenn einer seiner Akteure mit Sonderprivilgeien ausgestattet und noch dazu durch ein Machtmonopol im Hintergrund abgesichert ist. Ein planmäßig bewirtschaftetes Geldsystem ist mit einer Marktwirtschaft schlicht inkompatibel. Alle Probleme, vor denen die Weltwirtschaft heute steht, sind exakt dieser fundamentalen Unvereinbarkeit geschuldet.

      Ihre Behauptung, daß ein "starres" Geldsystem nicht funktonieren könnte, ist empirsich widerlegt. Den Unfug mit dem ungedeckten Papiergeld gibt es ja noch nicht besonders lang (rund 100 Jahre). Zuvor hat alles Jahrtausendelang bestens funktioniert. Erst seitdem wertlose Papierfetzen die Welt regieren, haben Dutzende Hyperinflationen stattgefunden - die letzten davon liegen (in Europa) noch gar nicht so lange zurück. Keiner redet davon daß unter Goldstandard jeder seine Semmeln mit Dukaten einkaufen geht. Natürlich sind dafür Papiernoten praktischer - aber eben solche, die einen echten Wert repräsentieren...

      Einzige Nutznießer ungedeckten Papiergeldes sind notorische Schuldenmacher (primär Regierungen und staatsnahe Unternehmen). Alle anderen dagegen leiden unter ständiger Rechtsunsicherheit: Was fällt den Notenbankstern als nächstes ein? Steigen schon bald vielleicht die berühmten Bernanke´schen Helikopter auf, um Geld regnen zulassen...? In einem Echtgeldsystem bräuchte an solche Szenarien kein Gedanke verschwendet zu werden...
      Mit freundlichen Grüßen,
      A. Tögel

    • Ökonomie-Vergelter
      28. September 2014 13:03

      Sehr geehrter Herr Tögel,

      die Notenbanken müssen sich um Stabilität bemühen, weil dies eine unabdingbare Voraussetzung des wirtschaftlichen Gedeihens (ich sage bewusst nicht Wohlstand, Aufschwung oder Wirtschaftswachstum) ist. Eine Hyperinflation, wie es sie nach dem WKI gegeben hat, schädigt nicht nur die Bürger in ihrer Erwerbstätigkeit, sondern macht auch Importe unerschwinglich. Unzweifelhaft haben wir diese Hyperinflation derzeit nicht. Was wir freilich dank der Wirtschaftsideologie des totalen Freihandels haben, ist ein Auseinanderlaufen der Dienstleistungen und Lebenshaltungskosten, die einen geringeren Anteil an Hi-Tech Wertschöpfung enthalten, und deren Preisgestaltung die geringere Leistungsfähigkeit der regionalen Wirtschaft wiederspiegelt, mit Freizeitwaren und Investitionsgütern mit hohem Hi-Tech Anteil und größtenteils gebietsfremder Wertschöpfung (wohlgemerkt: Exportzahlen geben keine Auskunft über die inländische Wertschöpfung!). Diese gegenläufigen Trends müssen bei Inflationsindices unter einen Hut gebracht werden.

      Maßloses Gelddrucken würde zu einer Hyperinflation führen, die Geldmengenausweitungen der letzten Jahre unterscheiden sich dadurch, dass noch immer auf Hintanhaltung der Gefahren einer Hyperinflation Bedacht genommen wird, wenn auch mit allerlei Kunstkniffen, wie dem Horten von - zB - US-Dollars im internationalen Zentralbankenverbund (wehe wenn sie losgelassen!). Allerdings beharrt der US-Dollar nicht so stur wie der Euro auf einen hohen Kurs!

      Die Zeiten in der europäischen Geschichte des Papiergeldes (immerhin mehrere Jahrhunderte), in denen die Geldwirtschaft nicht den Stabilitätsinteressen der Wirtschaftstreibenden gedient hat, sind stets die Ausnahme geblieben. Ich weiß schon, es geht Ihnen ja weniger um die Geldmengenausweitung an sich, sondern um die _ungedeckte_ Geldmengenausweitung. In der Praxis kann das jedoch nicht von Bedeutung sein, weil dem Wirtschaftstreibenden die Instrumente fehlen, eine behauptete Golddeckung zu falsifizieren und kein Wirtschaftsbeteiligter jemals im Rahmen von Handelsverträgen entgegen deren Vereinbarungen plötzlich einen Preisaufschlag mit der Behauptung der Unterdeckung verlangt hat oder auch nur verlangen wollte (- vom Zeitfenster nach WKI vielleicht einmal abgesehen).

      Ich würde es auch nicht als ungedeckte Geldmengenausweitung bezeichnen, wenn die Geldmenge zwar nicht durch Gold, aber durch das - in der Regel stetig wachsende - Aggregat des geschaffenen vwl Vermögens gedeckt ist.

      Immerhin ist - glücklicherweise - der private Goldbesitz derzeit erlaubt. Insofern erachte ich Ihre Bedenken als übertrieben; bei Widerruf dieses Besitzrechtes könnte ich mir eher vorstellen, mich ihren Tiraden gegen Zentralbanken anzuschließen.

  13. Gerhard Pascher
    26. September 2014 09:58

    Ein „Abfackeln“ der Notenbanken samt den gelagerten Banknotenbeständen hätte auch einen Vorteil. :-) Denn durch die Vernichtung von Papiergeld verringert sich das Angebot, dadurch steigt die Nachfrage und damit auch der Wert des Geldes.

    Aber Spaß beiseite:

    Wenn man die Geschichte der Münzen und späteren Banknoten verfolgt, dann stellt man Überraschendes fest.
    Schon in früheren Zeiten haben die Münzenhersteller den Edelmetallgehalt oft verringert und damit Misstrauen bei der Bevölkerung verursacht. Auch bei den ersten Banknoten gab es die aufgedruckte Garantie, dass man jederzeit den genannten Wert in wirkliches Gold oder Silber umtauschen konnte, dessen Wert damals noch nicht starken Schwankungen ausgesetzt war. In der Schule habe ich noch gelernt, dass der Gesamtwert der ausgegebenen Banknoten durch Gold- und Devisenreserven in der Nationalbank gedeckt sei. Vermutlich war dieser behauptete „Goldstandard“ auch schon damals eine Lüge.

    So erinnere ich mich noch gut an eine 5-US-$-Banknote „Silver certificate“ im Jahr 1953, wo darauf zu lesen stand: FIVE DOLLARS, IN SILVER PAYABLLE TO THE BEARER ON DEMAND. Diese Umtauschgarantie wurde aber von 50 Jahren abgeschafft. Zum Schluss (Mitte 1967 – Mitte 1968) bekam man aber auf Verlangen anstelle der Silbermünzen dann den Gegenwert in Silberbarren. Damit begann die Zeit des unkontrollierten Gelddruckens, der Geldentwertung und der vielfach "erwünschten" erwünschter Inflation.

  14. Nestor 1937
    26. September 2014 09:19

    Wir können nicht verhindern, daß Amerika von diesen Leuten beherrscht wird.
    Aber wie verhindern wir am besten, daß diese Leute auch unser Land und unseren Kontinant (weiterhin) beherrschen?

    Das ist doch die große Frage der Gegenwart !

    • Helmut Oswald
      28. September 2014 02:59

      Ganz einfach! Schließen Sie ein Bündnis, dessen Interessenlage die atlantischen Mächte und deren Bedürfnisse zufolge ihrer grundsätzlichen Verschiedenheit ausschließt und jene der Kontinentaleuropäer zur tragenden Säule des Bündnisses macht. Auf Deutsch: Raus aus der NAtO, weg von der Neutralität, hin zum Kontinentalbündnis. Das werden die Damen und Herren Regierungschefs ja noch schaffen, mitsamt ihrem ansonsten völlig überflüssigem wie überteuerten diplomatischen und Berufsbeamtenapparat - ansonsten letztere für die Fortentwicklung von Volk und Staat mindestens so entbehrlich sind, wie es die degeneriert-vertrottelten und verzopften Puderperückenräger vor Ausbruch der bürgerlichen Revolution waren, die die nichtadeligen Franzosen mit ihren ständigen unverdienten Privilegien und Vorrechten bis aufs Blut gepiesackt hatten, bis diesen der Kragen platzte und im Furor ihres Zornes über lebenslang erlittene Zurücksetzungen, Demütigung und Auspressung beschlossen, der Parasitenkaste den Kopf zwischen die Füsse zu legen. Viel braucht es , hinsichtlich des Bonzen- und Partei-Privilegienstadels von heute bis dorthin nämlich auch nicht mehr ... aber die letzten die es bemerken werden werden jene sein, denen die allgemeine Volkserhebung als erstes ihren Betonkopf zwischen die Beine legen wird.

  15. oberösi
    26. September 2014 05:04

    Ergänzend dazu:
    „Gib mir die Kontrolle über das Geld einer Nation und es interessiert mich nicht, wer dessen Gesetze macht.”
    Mayer Amschel Rothschild (1744 – 1812), Begründer der Bankendynastie.

    Nicht unerwähnt sollte auch einer der "Neben"-Gründe für die damals verfassungswidrigen Fed-Gründung im Jahr 1913 bleiben, der naturgemäß wie auch die Liste deren Eigentümer in den offiziellen Geschichtsbüchern bis heute nicht zu finden ist: die Finanzierung eines möglichen und erwarteten Kriegs in Good Old Europe zur Zerschlagung der "alten Ordnung" der dortigen Kaiserreiche, ein erster Schritt auf dem Weg zur Hegemonie.

    • oberösi
      26. September 2014 05:11

      ..schon wieder ein erratum:

      1) Zitat: ...deren Gesetze macht."
      2) ...Neben-Gründe für die damals verfassungswidrige Fed-Gründung...





Bitte OHNE Internet-Links (Kommentare mit Links werden nicht veröffentlicht)
verbleibende Zeichen: 700

Sicherheitsabfrage:
Bild neu laden

Ich will die Datenschutzerklärung lesen.


© 2020 by Andreas Unterberger (seit 2009)  Impressum  Datenschutzerklärung